Was ist ein Vater?

Der Name des Vaters (der symbolische Vater) – bis 1958

Parlamentarischer Rat 1949 (zu Jacques Lacan, Name des Vaters)Die Vä­ter des Grund­ge­set­zes (plus vier Da­men)
Der Par­la­men­ta­ri­sche Rat bei der Schluss­le­sung des Grund­ge­set­zes 1949

Was ver­steht Jac­ques La­can un­ter dem „sym­bo­li­schen Va­ter“ bzw. un­ter dem „Na­men des Va­ters“? Im Fol­gen­den fas­se ich zu­sam­men, was er bis 1958 dazu sagt.1

Terminologie: symbolischer Vater, Name des Vaters, Name-des-Vaters

La­can un­ter­schei­det drei Funk­tio­nen des Va­ters, die er als „sym­bo­li­scher Va­ter“, „ima­gi­nä­rer Va­ter“ und „rea­ler Va­ter“ be­zeich­net (père sym­bo­li­que, père ima­gin­aire, père réel). Die­ser drei­glied­ri­ge Be­griffs­ap­pa­rat geht auf sein ers­tes Se­mi­nar zu­rück, auf das Se­mi­nar über den Wolfs­mann von 1951/52 (von die­sem Se­mi­nar gibt es eine Mit­schrift, je­doch kei­ne Ste­no­ty­pie, meist wird es als Se­mi­nar Null be­zeich­net). Die Un­ter­schei­dung zwi­schen den Re­gis­tern des Sym­bo­li­schen, des Ima­gi­nä­ren und des Rea­len, die La­can 1953 vor­nimmt,  hat ih­ren Ur­sprung mög­li­cher­wei­se in die­ser Dif­fe­ren­zie­rung der drei Va­ter­funk­tio­nen, wie Por­ge ver­mu­tet.2

Was die von La­can pu­bli­zier­ten Auf­sät­ze an­geht, fin­det man die Un­ter­schei­dung zwi­schen den drei Vä­tern zu­erst in Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se, ei­nem Vor­trag von 1953, der 1956 ver­öf­fent­licht wur­de. Die ge­naue Wen­dung „père sym­bo­li­que“ er­scheint in den von La­can ver­öf­fent­lich­ten Tex­ten zu­erst 1956 in Die Si­tua­ti­on der Psy­cho­ana­ly­se und die Aus­bil­dung des Psy­cho­ana­ly­ti­kers im Jah­re 1956.3 In den Se­mi­na­ren stößt man zu­erst in Se­mi­nar 2 von 1954/55 auf die Un­ter­schei­dung zwi­schen den drei Vä­tern so­wie auf den Ter­mi­nus „Name des Va­ters“4 (wenn man vom Wolfs­mann-Se­mi­nar ab­sieht).

Im Vor­trag Der in­di­vi­du­el­le My­thos des Neu­ro­ti­kers (1953) un­ter­schei­det La­can den sym­bo­li­schen Va­ter vom Na­men des Va­ters5; da­nach setzt er die Ter­mi­ni „sym­bo­li­scher Va­ter“ und „Name des Va­ters“ aus­drück­lich mit­ein­an­der gleich. Vgl. etwa:

Es ist nicht das­sel­be zu be­haup­ten, es müs­se eine Per­son da sein, um die Au­then­ti­zi­tät des Spre­chens zu un­ter­hal­ten, und zu be­haup­ten, es gäbe et­was, das den Text des Ge­set­zes au­to­ri­siert. In Wirk­lich­keit reicht es für das, was den Text des Ge­set­zes au­to­ri­siert, aus, selbst auf der Ebe­ne des Si­gni­fi­kan­ten zu sein. Dies ist das, was ich den Na­men-des-Va­ters nen­ne, das heißt der sym­bo­li­sche Va­ter.“6

Name des Va­ters“ ist also ein Syn­onym für „sym­bo­li­scher Va­ter“, zu­min­dest in der hier dar­ge­stell­ten Pe­ri­ode bis 1958.

In Funk­ti­on und Feld der Spra­che und des Spre­chens ist die Schreib­wei­se „nom du père“; in dem Ar­ti­kel Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht (1958) schreibt La­can „Nom-du-Père“, also mit Bin­de­stri­chen und mit der Groß­schrei­bung von Nom und Père; die­se Schreib­wei­se wird er von da an bei­be­hal­ten.

In den Auf­sät­zen ver­wen­det La­can den Aus­druck „sym­bo­li­scher Va­ter“ zu­letzt in Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht (1958).7 Was die Se­mi­na­re an­geht, stößt man auf den „sym­bo­li­schen Va­ter“ zu­letzt in Se­mi­nar 17 von 1969/70, Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se.8

Den Ter­mi­nus Nom-du-Père fin­det man in den Auf­sät­zen fast bis zum Schluss; er er­scheint zu­letzt in L’étourdit von 1973.9 In den Se­mi­na­ren fin­det man den „Na­men-des-Va­ters“ noch län­ger; zu­letzt ver­wen­det La­can den Aus­druck in Se­mi­nar 24 von 1976/77. Der Ter­mi­nus „Name des Va­ters“ bzw. „Name-des-Va­ters“ ge­hört also zu den ul­tras­ta­bi­len Ele­men­ten des La­can­schen Theo­rie­ge­fü­ges ab 1953.

Rom-Vortrag (1953)

Im Fol­gen­den re­fe­rie­re ich La­cans Dar­stel­lung in Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se, dem so­ge­nann­ten Rom-Vor­trag.10

Ver­wandt­schafts­be­zeich­nung

Das Le­ben von Stam­mes­grup­pen un­ter­liegt Re­geln, die fest­le­gen, wie der Aus­tausch der Frau­en und wie die wech­sel­sei­ti­gen Ab­ga­ben voll­zo­gen wer­den müs­sen. Die­se Re­geln be­ru­hen auf Ver­wandt­schafts­be­zie­hun­gen und da­mit auf der Ver­wandt­schafts­struk­tur; die Re­ge­lung durch die Ver­wandt­schafts­be­zie­hun­gen hat zur Fol­ge, dass das Reich der Na­tur (mit dem Ge­setz der Paa­rung) vom Reich der Kul­tur über­la­gert wird. Die Ver­wandt­schafts­struk­tur be­ruht auf ei­nem Ge­setz, letzt­lich auf dem In­zest­ver­bot; La­can folgt hier der Ana­ly­se von Clau­de Lévi-Strauss in Die ele­men­ta­ren Struk­tu­ren der Ver­wandt­schaft.

Das In­zest­ver­bot ist iden­tisch mit ei­ner Sprach­ord­nung, da die Ver­wandt­schaft sich auf das Sys­tem der Ver­wandt­schafts­na­men stützt.

Denn kei­ne Macht au­ßer den Ver­wandt­schafts­be­zeich­nun­gen ist im­stan­de, die Ord­nung von Prä­fe­ren­zen und Ta­bus zu in­sti­tu­tio­na­li­sie­ren, die durch Ge­ne­ra­tio­nen hin­durch die Fä­den der Ab­stam­mungs­li­ni­en mit­ein­an­der ver­flicht und ver­kno­tet.“11

Durch das Ver­wandt­schafts­sys­tem, letzt­lich also durch die Ver­wandt­schafts­ter­mi­no­lo­gie, er­hält das Sub­jekt ei­nen Platz in der Ge­mein­schaft, als Sohn oder Toch­ter von X und Y usw. Des­halb kön­nen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten in der Ge­ne­ra­tio­nen­fol­ge ver­hee­ren­de Fol­gen ha­ben, z.B. wenn ein Kind ei­nen klei­nen Bru­der sei­ner Mut­ter zum Bru­der hat (etwa da­durch, dass ein Mann die Mut­ter der Frau hei­ra­tet, von der er be­reits ein Kind hat, und mit der neu­en Frau ei­nen Sohn hat).

Der Ödi­pus­kom­plex sorgt da­für, dass das Un­be­wuss­te des Sub­jekts an der Be­we­gung der Ver­wandt­schafts­struk­tu­ren teil­hat.

Ge­setz

Im Ver­wandt­schafts­sys­tem be­setzt der Va­ter die Schlüs­sel­po­si­ti­on. Sie zeich­net sich da­durch aus, dass der Ter­mi­nus „Va­ter“ mit dem Ge­setz ver­knüpft ist.

Selbst wenn die Va­ter­funk­ti­on fak­tisch von ei­ner ein­zi­gen Per­son re­prä­sen­tiert wird, ver­ei­nigt sie in sich ima­gi­nä­re und rea­le Be­zie­hun­gen, die der sym­bo­li­schen Be­zie­hung ge­gen­über, durch die die Va­ter­funk­ti­on we­sent­lich kon­sti­tu­iert wird, stets mehr oder we­ni­ger un­an­ge­mes­sen sind.

Im Na­men des Va­ters [nom du père] müs­sen wir die Stüt­ze der sym­bo­li­schen Funk­ti­on er­ken­nen, die seit An­be­ginn der his­to­ri­schen Zeit sei­ne Per­son mit der Fi­gur des Ge­set­zes iden­ti­fi­ziert. Die­se Auf­fas­sung er­mög­licht es uns, in der Ana­ly­se ei­nes Fal­les die un­be­wuß­ten Wir­kun­gen die­ser Funk­ti­on klar von den nar­ziß­ti­schen so­wie auch von den rea­len Be­zie­hun­gen zu un­ter­schei­den, die das Sub­jekt zu dem Bild und dem Han­deln der Per­son un­ter­hält, die die­se sym­bo­li­sche Funk­ti­on ver­kör­pert, und es folgt dar­aus eine Art des Ver­ste­hens, die sich bis in das Ver­hal­ten des Psy­cho­ana­ly­ti­kers wäh­rend sei­ner In­ter­ven­tio­nen be­merk­bar macht.“12

Die Va­ter­funk­ti­on ver­ei­nigt in sich ima­gi­nä­re, rea­le und sym­bo­li­sche Be­zie­hun­gen. In spä­te­ren Tex­ten wird La­can die ima­gi­nä­re Be­zie­hung zum Va­ter als „ima­gi­nä­rer Va­ter“ be­zeich­nen, die rea­le Be­zie­hung zum Va­ter als „rea­ler Va­ter“ und die sym­bo­li­sche Be­zie­hung zum Va­ter als „sym­bo­li­scher Va­ter“. Die­se drei Va­ter­be­zie­hun­gen kön­nen durch ein und die­sel­be Per­son ver­kör­pert wer­den. Die ima­gi­nä­re Be­zie­hung zum Va­ter be­steht im nar­ziss­ti­schen Ver­hält­nis zum Bild des Va­ters. Rea­ler Va­ter ist der Va­ter im Rom-Vor­trag dann, wenn das Sub­jekt sich auf ihn als Han­deln­den be­zieht.

Die sym­bo­li­sche Be­zie­hung zum Va­ter hat da­mit zu tun, dass die Per­son des Va­ters mit der Fi­gur des Ge­set­zes iden­ti­fi­ziert wird. Die Be­zie­hung zwi­schen dem Ge­setz und der Per­son des Va­ters ist eine „sym­bo­li­sche Funk­ti­on“. La­can über­nimmt die­sen Ter­mi­nus von Lévi-Strauss (vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel); ge­meint ist: wenn die Per­son des Va­ters mit dem Ge­setz iden­ti­fi­ziert wird, ist dies ab­hän­gig von der Spra­che und in­so­fern eine Funk­ti­on des Sym­bo­li­schen.

Mit dem sym­bo­li­schen Va­ter hat das Sub­jekt es also dann zu tun, wenn es sich auf den Va­ter als Ver­bie­ten­den be­zieht, als den­je­ni­gen, der das Ge­setz er­schafft, er­lässt, ver­kün­det, le­gi­ti­miert oder durch­setzt.

Die Gleich­set­zung der Per­son des Va­ters mit dem Ge­setz stützt sich auf den „Na­men des Va­ters“. Im Kon­text kann da­mit nur der Ver­wandt­schafts­ter­mi­nus „Va­ter“ ge­meint sein – die Iden­ti­fi­zie­rung der Per­son des Va­ters mit dem Ge­setz stützt sich auf ei­nen Si­gni­fi­kan­ten, auf die Ver­wandt­schafts­be­zeich­nung „Va­ter“. La­can spielt hier mit der Laut­gleich­heit von nom du père (Name des Va­ters) und non du père (Nein des Va­ters). Der sym­bo­li­sche Va­ter ist ein Si­gni­fi­kant, näm­lich der Ver­wandt­schafts­na­me „Va­ter“, in­so­fern die­ser Name mit ei­nem „Nein“ ver­bun­den ist, mit ei­nem Ver­bot.

Por­ge zu­fol­ge ver­schwin­det der Name des Va­ters in Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che. Er schreibt: „Nach­dem er zur Kon­sti­tu­ie­rung von R, S, I als Drei­heit bei­ge­tra­gen hat (auf dem Weg über den ima­gi­nä­ren, sym­bo­li­schen, rea­len Va­ters), ver­schwin­det der Name-des-Va­ters (in ‚Funk­ti­on und Feld …‘) ge­nau in dem Mo­ment, in dem die­se Drei­heit ihre Un­ab­hän­gig­keit ge­winnt (Vor­trag vom 8. Juli 1953).“13 Wie das Zi­tat aus dem Rom­vor­trag be­legt, lässt sich das nicht hal­ten.

Das Ge­setz, um das es hier­bei geht, be­steht in der Re­ge­lung der se­xu­el­len Be­zie­hun­gen durch das In­zest­ver­bot. Wenn je­mand die Po­si­ti­on ein­nimmt, die mit dem Na­men „Va­ter“ be­zeich­net wird, wird ihm durch die­sen Ti­tel die Auf­ga­be zu­ge­wie­sen, das In­zest­ver­bot durch­zu­set­zen. Im Hin­ter­grund steht Freuds Er­zäh­lung vom Ur­va­ter­mord in To­tem und Tabu. Die Brü­der der Ur­hor­de er­mor­den und ver­zeh­ren den Ur­va­ter, der ih­nen den Zu­gang zu den Frau­en ver­bo­ten hat­te; hier­durch iden­ti­fi­zie­ren sie sich mit ihm, es ent­steht ein Schuld­be­wusst­sein, und auf die­sem Wege wer­den das In­zest­ver­bot und das Mord­ver­bot wirk­sam, die bei­den ver­dräng­ten Wün­sche des Ödi­pus­kom­ple­xes.14 Im­pli­zit hat­te Freud da­mit das Pro­blem auf­ge­wor­fen, wie es kommt, dass das In­zest­ver­bot nicht nur ar­ti­ku­liert wird (wie in der ers­ten Pha­se sei­ner Er­zäh­lung), son­dern dass es tat­säch­lich wirk­sam ist, dass es meist be­folgt wird. Sei­ne Ant­wort hat­te ge­lau­tet: Das be­ruht auf dem Va­ter, er ver­kün­det das Ver­bot nicht nur, er sorgt auch da­für, dass es be­folgt wird. Er si­chert die Wirk­sam­keit des Ge­set­zes aber erst von dem Mo­ment an, in dem er er­mor­det ist, also nur als to­ter Va­ter. Der tote Va­ter fun­giert als „Ga­rant“ des Ge­set­zes, wie La­can es nennt.

Auf die­ser Pro­blem­stel­lung be­ru­hen die Über­le­gun­gen von La­can zum Na­men-des-Va­ters: Wie kommt es, dass das In­zest­ver­bot wirk­sam ist, dass es nicht blo­ßer Buch­sta­be bleibt, son­dern dass es tat­säch­lich das Ver­hal­ten be­stimmt – je­nes Ver­hal­ten, das, wie Lévi-Strauss sagt, den Über­gang von der Na­tur zur Kul­tur er­mög­licht, also die Be­fol­gung des In­zest­ver­bots. Freuds Ant­wort lau­tet: dies ist ein Ef­fekt der Va­ter­tö­tung. In La­cans Freud-Deu­tung heißt das: Der Va­ter ga­ran­tiert das In­zest­ver­bot da­durch, dass er ein to­ter Va­ter ist, und das meint: ein Si­gni­fi­kant.

Ver­gli­chen mit den bei­den an­de­ren Va­ter­be­zie­hun­gen ist die sym­bo­li­sche Be­zie­hung des Sub­jekts zum Va­ter die we­sent­li­che, un­ter dem Blick­win­kel des Ödi­pus­kom­ple­xes be­trach­tet so­wie un­ter dem As­pekt der pa­tho­ge­nen Wir­kun­gen, die das un­voll­stän­di­ge Durch­lau­fen des Ödi­pus­kom­ple­xes ha­ben kann.

Im Ver­hält­nis zur sym­bo­li­schen Funk­ti­on des Va­ters er­scheint der Va­ter in der ima­gi­nä­ren oder rea­len Di­men­si­on stets als un­an­ge­mes­sen. An­ders ge­sagt: als nar­ziss­ti­scher Ri­va­le und als Han­deln­der er­scheint der Va­ter des­halb als un­an­ge­mes­sen, weil er an der Funk­ti­on ge­mes­sen wird, das Ge­setz zur Gel­tung zu brin­gen.

Schuld

Ich über­sprin­ge ei­nen Satz. Da­nach heißt es:

Durch die Tu­gend des Wor­tes (ver­be) also wird die Be­we­gung der Gro­ßen Schuld in Gang ge­hal­ten, de­ren Öko­no­mie Ra­belais in ei­ner be­rühm­ten Me­ta­pher bis an die Ster­ne aus­wei­tet. Und es ist nicht über­ra­schend, daß das Ka­pi­tel, in dem er durch mak­ka­ro­ni­sche Ver­schlin­gun­gen von Ver­wandt­schafts­na­men eth­no­gra­phi­sche Ent­de­ckun­gen vor­weg­nimmt, uns das sub­stan­zi­el­le Er­ah­nen des mensch­li­chen Mys­te­ri­ums zeigt, das wir hier auf­zu­hel­len su­chen.

Die Un­ver­letz­li­che Schuld, die mit dem hei­li­gen hau oder mit dem all­ge­gen­wär­ti­gen mana gleich­ge­setzt wird, ist die Ga­ran­tie da­für, daß die Rei­se, auf die Frau­en und Gü­ter ge­schickt wer­den, ohne Fehl in ei­nem Kreis­lauf an­de­re Frau­en und Gü­ter an ih­ren Aus­gangs­punkt zu­rück­bringt, als Trä­ger ei­ner iden­ti­schen En­ti­tät: Null­sym­bol, sagt Lévi-Strauss und re­du­ziert die Macht des Wor­tes (Pa­ro­le) auf die Form ei­nes al­ge­brai­schen Zei­chens.“15

Die Schuld ist an das Sys­tem der Ver­wandt­schafts­na­men ge­bun­den, wie be­reits Ra­belais ge­ahnt hat, dem­nach, das er­gibt sich aus dem Vor­an­ge­hen­den, an den Na­men des Va­ters.16

Der sym­bo­li­sche Va­ter bzw. der Name des Va­ters steht in ei­ner we­sent­li­chen Be­zie­hung zum Ge­setz und also zur Schuld, in psy­cho­ana­ly­ti­scher Per­spek­ti­ve: zum Über-Ich als Quel­le des Schuld­ge­fühls. Das wird hier al­ler­dings nicht ge­sagt, der Zu­sam­men­hang wird nur an­ge­deu­tet, da­durch, dass so­wohl das The­ma des Va­ters als auch das der Schuld aus­ge­hend von den Ver­wandt­schafts­be­zeich­nun­gen ent­wi­ckelt wird; im Hin­ter­grund steht Freuds Ge­schich­te vom Ur­va­ter­mord, bei dem die ent­schei­den­de Wen­dung durch das Schuld­be­wusst­sein er­folgt.

La­can be­zieht die Schuld auf den neu­see­län­di­schen Be­griff hau in der Ar­beit von Mar­cel Mauss über die Gabe17 so­wie auf das po­ly­ne­si­sche Kon­zept des mana in der Un­ter­su­chung des­sel­ben Au­tors über die Ma­gie18 und schließ­lich auf die Deu­tung die­ser bei­den Ter­mi­ni durch Lévi-Strauss19.

Mit dem Be­griff hau, sagt Lévi-Strauss, wird von den Mao­ri die un­be­wuss­te Not­wen­dig­keit des Aus­tauschs er­fasst und ihr eine be­wuss­te Form ge­ge­ben.20 In La­cans Wor­ten: die Un­ver­letzt­li­che Schuld wird mit dem hei­li­gen hau gleich­ge­setzt.

In Be­zug auf Wör­ter wie mana spricht Lévi-Strauss vom „sym­bo­li­schen Null­wert“, val­eur sym­bo­li­que zéro (nicht vom „Null­sym­bol“, sym­bo­le zéro, wie La­can re­fe­riert).21 Lévi-Strauss be­zieht sich hier­für an Ro­man Ja­kobson, der wie­der­um an Saus­su­re an­knüpft.

Saus­su­re sagt: „Die Spra­che kann sich be­gnü­gen mit der Ge­gen­über­stel­lung von Et­was mit Nichts“22. Bei­spiels­wei­se wird beim Wort „Kat­ze“ der Plu­ral durch Et­was ge­bil­det, näm­lich durch ein „n“ („Kat­zen“), der Sin­gu­lar hin­ge­gen durch Nichts, durch die Ab­we­sen­heit ei­ner En­dung. Ja­kobson nennt eine sprach­li­che Form, die aus ei­ner Ab­we­sen­heit be­steht, ganz all­ge­mein „Null­ele­ment“; wenn es sich bei dem, was ab­we­send ist, um ei­nen Si­gni­fi­kan­ten han­delt, spricht er von ei­nem „Null­zei­chen“ – ei­ni­ge Null­ele­men­te sind Null­zei­chen; in „Kat­ze“ wird der Sin­gu­lar also durch ein Null­zei­chen ge­bil­det. Null­zei­chen gibt es auf al­len Ebe­nen der Spra­che, in der Pho­no­lo­gie, in der Mor­pho­lo­gie und in der Syn­tax. Der Plu­ral von „eine Frau“ lau­tet „Frau­en“; also wird der Plu­ral des un­be­stimm­ten Ar­ti­kels durch ein Null­zei­chen ge­bil­det, ge­nau­er: durch ei­nen Null­ar­ti­kel.23

Ne­ben den Null­ele­men­ten, bei de­nen der Si­gni­fi­kant fehlt, gibt es sol­che, bei de­nen das Si­gni­fi­kat ab­we­send ist. Hier­auf be­zieht sich Lévi-Strauss, wo­bei er aus­drück­lich an Ja­kobson an­knüpft. Dem sym­bo­li­schen Den­ken, sagt Lévi-Strauss, woh­nen Wi­der­sprü­che inne. Es über­win­det sie durch Wör­ter wie „mana“ („mana“ wird meist mit „Macht“ oder „Kraft“ über­setzt). Ein sol­ches Wort ist, Lévi-Strauss zu­fol­ge, ein „sym­bo­li­scher Null­wert“, ein Sym­bol, das sich der Ab­we­sen­heit von Sinn ent­ge­gen­setzt, ohne selbst ei­nen be­stimm­ten Sinn mit­zu­brin­gen, also ein Si­gni­fi­kant ohne be­stimm­tes Si­gni­fi­kat. Eine Ent­spre­chung zu „mana“ im Fran­zö­si­schen sieht er in Wör­tern wie „truc“ oder „ma­chin“.24 Im Deut­schen wird die­se Funk­ti­on von Aus­drü­cken wie „Dings­bums“ oder „Na-du-weißt-schon“ er­füllt – wenn mir ein Wort fehlt, kann ich sie ein­set­zen: „Da gab’s da son Dings­bums, di­rekt hin­ter dem Na-du-weißt-schon.“ Die Si­gni­fi­kan­ten „Dings­bums“ und „Na-du-weißt-schon“ sind Sym­bo­le, die jede be­lie­bi­ge Be­deu­tung an­neh­men kön­nen (ähn­lich wie im Kar­ten­spiel ein Jo­ker je­den be­lie­bi­gen Wert re­prä­sen­tie­ren kann), Si­gni­fi­kan­ten ohne be­stimm­tes Si­gni­fi­kat, rei­ne Si­gni­fi­kan­ten; „Dings­bums“ hat ei­nen sym­bo­li­schen Null­wert. Lévi-Strauss ver­gleicht Wör­ter die­ses Typs mit den Sym­bo­len der Al­ge­bra, die eben­falls ei­nen in ih­rer Be­deu­tung un­be­stimm­ten Wert an­neh­men kön­nen.25

Die Schuld, die auch als hau oder mana be­zeich­net wird, ist die Ga­ran­tie da­für, dass im Aus­tausch für die Frau­en und Gü­ter, die ge­ge­ben wer­den, an­de­re Frau­en und Gü­ter an den Aus­gangs­punkt zu­rück­keh­ren. War­um kann man da­mit rech­nen, dass man für die Gabe, die man gibt, eine Ge­gen­ga­be er­hält? War­um funk­tio­niert der Tausch? Weil die ge­tausch­ten Ga­ben Trä­ger „der­sel­ben En­ti­tät“ sind. Für Marx ist dies der Wert als ver­ge­gen­ständ­lich­te Ar­beits­zeit. La­can deu­tet es an­ders. Die En­ti­tät, die den Rück­fluss der Ga­ben er­mög­licht, ist das Wort. Die Schuld, die den Kreis­lauf der Ga­ben si­chert, be­ruht auf dem Wort. Wenn Lévi-Strauss vom Null­sym­bol spricht und es mit den Zei­chen der Al­ge­bra ver­gleicht, be­zieht er sich auf die Macht des Wor­tes.

(Die Zu­stim­mung zu Lévi-Straus­sʼ Kon­zep­ti­on des Null­sym­bols bzw. des sym­bo­li­schen Null­werts wird La­can spä­ter zu­rück­neh­men. In dem Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens von 1960 wird er sa­gen: das Mana ist nicht ein Null­sym­bol, son­dern der Si­gni­fi­kant des Man­gels ei­nes sol­chen Null­sym­bols.26)

Ins­ge­samt also: Der sym­bo­li­sche Va­ter ist jene Be­zie­hung zum Va­ter, in wel­cher der Va­ter für das Sub­jekt der­je­ni­ge ist, der das Ge­setz zur Gel­tung bringt, das In­zest­ver­bot, und der da­mit die Schuld in­stal­liert. Die­se sym­bo­li­sche Be­zie­hung zum Va­ters stützt sich auf die Ver­wandt­schafts­be­zeich­nung „Va­ter“, auf den Na­men des Va­ters, durch den das Sub­jekt ei­nen Platz in der Ge­ne­ra­tio­nen­fol­ge er­hält. Der sym­bo­li­sche Va­ter steht in Be­zie­hung zur Schuld und zum Wort als Grund­la­ge der Schuld; die­ser Zu­sam­men­hang wird von La­can al­ler­dings nur an­ge­deu­tet.

Seminar 2 von 1954/55

In Se­mi­nar 1 ist der sym­bo­li­sche Va­ter bzw. der Name des Va­ters kein The­ma.

Wie­der auf­ge­grif­fen wird die Fra­ge des sym­bo­li­schen Va­ters in Se­mi­nar 2 von 1954/55, Das Ich in der Theo­rie Freuds und in der Tech­nik der Psy­cho­ana­ly­se. La­can trägt hier die fol­gen­de The­se vor:

● Der ima­gi­nä­re Va­ter schützt den sym­bo­li­schen Va­ter.

Die Funk­tio­nen­tei­lung zwi­schen dem ima­gi­nä­ren und dem sym­bo­li­schen Va­ter schützt den sym­bo­li­schen Va­ter, und zwar da­durch, dass der ima­gi­nä­re Va­ter die ag­gres­si­ven An­grif­fe des Sub­jekts auf sich kon­zen­triert. Der sym­bo­li­sche Va­ter wird hier­durch ge­wis­ser­ma­ßen in ei­nem Him­mel lo­ka­li­siert, der zwar nicht der­je­ni­ge der Hei­lig­keit ist, der aber den­noch äu­ßerst be­deut­sam ist.27

Ge­meint ist ver­mut­lich: der sym­bo­li­sche Va­ter ist im Him­mel des Ge­set­zes. Der sym­bo­li­sche Va­ter ist nicht das Ge­setz, er ist der Ga­rant des Ge­set­zes. Die sym­bo­li­sche Be­zie­hung zum Va­ter sorgt da­für, dass das Ge­setz bin­den­de Kraft hat, dass es be­folgt wird. Also steht der sym­bo­li­sche Va­ter in ge­wis­sem Sin­ne au­ßer­halb des Ge­set­zes – er ist in ei­nem „Him­mel“ lo­ka­li­siert, in ei­nem Jen­seits.

Seminar 3 von 1955/56

In Se­mi­nar 3 von 1955/56, Die Psy­cho­sen, wird der Aus­druck „sym­bo­li­scher Va­ter“ nicht ver­wen­det. Über den Na­men des Va­ters er­fährt man hier:

●  Der Name „Va­ter“ als Be­zeich­nung für den bio­lo­gi­schen Va­ter ist kei­ne blo­ße Wi­der­spie­ge­lung ei­ner bio­lo­gi­schen Tat­sa­che, er führt in die Kul­tur et­was Neu­es ein.

Was mag Va­ter sein be­sa­gen? Sie ken­nen die ge­lehr­ten Dis­kus­sio­nen, eth­no­lo­gi­sche oder an­de­re, in die man so­gleich ein­tritt, um zu wis­sen, ob die Wil­den, die sa­gen, daß die Frau­en emp­fan­gen, wenn sie sich an ei­nem be­stimm­ten Ort be­fin­den, wirk­lich über den wis­sen­schaft­li­chen Be­griff ver­fü­gen, daß die Frau­en frucht­bar wer­den, wenn sie or­dent­lich ko­pu­liert ha­ben. Die­se Fra­gen sind im­mer­hin meh­re­ren als et­was er­schie­nen, das die Merk­ma­le größ­ter Ein­falt trägt, denn es ist schwie­rig, sich mensch­li­che Tie­re vor­zu­stel­len, die stumpf­sin­nig ge­nug wä­ren, um nicht dar­auf zu kom­men, daß man, wenn man Kin­der ha­ben will, ko­pu­lie­ren muß. Die Fra­ge liegt nicht hier. Die Fra­ge ist, daß die Sum­mie­rung die­ser Tat­sa­chen – mit ei­ner Frau ko­pu­lie­ren, daß sie dann wäh­rend ei­ner ge­wis­sen Zeit et­was in ih­rem Leib trägt, daß die­ses Pro­dukt schließ­lich aus­ge­sto­ßen wird – nie­mals den Be­griff des­sen kon­sti­tu­ie­ren wird, was das ist, Va­ter sein. Ich spre­che nicht ein­mal von dem gan­zen in dem Aus­druck Va­ter sein im­pli­zier­ten kul­tu­rel­len Bün­del, ich spre­che ein­fach da­von, was das ist, Va­ter sein, im Sin­ne von zeu­gen.

Es be­darf ei­ner Rück­wir­kung, da­mit die Tat­sa­che des Ko­pu­lie­rens für den Mann den Sinn er­hal­te, den es wirk­lich hat, zu dem aber kei­ner­lei ima­gi­nä­rer Zu­gang mög­lich ist, daß das Kind ge­nau­so gut von ihm ist wie von der Mut­ter. Und da­mit sich die­se Ak­ti­ons­wir­kung als Ge­gen­leis­tung her­stellt, ist es not­wen­dig, daß die Aus­ar­bei­tung des Be­grif­fes Va­ter sein durch eine Ar­beit, die durch ein gan­zes Spiel kul­tu­rel­ler Aus­tausch­vor­gän­ge zu­stan­de­ge­kom­men ist, in den Zu­stand ei­nes ers­ten Si­gni­fi­kan­ten über­ge­führt wor­den sei, und daß die­ser Si­gni­fi­kant sei­ne Kon­sis­tenz und sei­nen Sta­tus be­sit­ze. Das Sub­jekt kann sehr wohl wis­sen, daß Ko­pu­lie­ren tat­säch­lich am Ur­sprung von Zeu­gen steht, aber die Funk­ti­on des Zeu­gens als Si­gni­fi­kant ist et­was an­de­res.“28

La­can spielt hier an auf Freuds Be­mer­kun­gen über die Va­ter­schaft in Der Mann Mo­ses und die mo­no­thei­ti­sche Re­li­gi­on. Freud schreibt:

Aber die­se Wen­dung von der Mut­ter zum Va­ter [von der ma­tri­ar­cha­li­schen zur pa­tri­ar­cha­li­schen Ge­sell­schafts­ord­nung] be­zeich­net über­dies ei­nen Sieg der Geis­tig­keit über die Sinn­lich­keit, also ei­nen Kul­tur­fort­schritt, denn die Mut­ter­schaft ist durch das Zeug­nis der Sin­ne er­wie­sen, wäh­rend die Va­ter­schaft eine An­nah­me ist, auf ei­nem Schluß und auf eine Vor­aus­set­zung auf­ge­baut. Die Par­tei­nah­me, die den Denk­vor­gang über die sinn­li­che Wahr­neh­mung er­hebt, be­währt sich als ein fol­gen­schwe­rer Schritt.“29

● Durch den Va­ter­si­gni­fi­kan­ten wird die Ge­ne­ra­tio­nen­fol­ge ein­ge­führt.30

Dies ist ein As­pekt der Be­zie­hung zwi­schen dem Va­ter­si­gni­fi­kan­ten und dem Ver­wandt­schafts­sys­tem, die aus Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che be­reits be­kannt ist.31

● Der Name des Va­ters in­ter­ve­niert in die ima­gi­nä­re Mut­ter-Kind-Be­zie­hung.

Mit „Name des Va­ters“ ist der Name des­je­ni­gen ge­meint, der sich „Va­ter“ nennt, also die Ver­wandt­schafts­be­zeich­nung „Va­ter“. Die­ser Name hat die Funk­ti­on, als Ge­setz in die kon­flikt­haf­te ima­gi­nä­re Be­zie­hung zwi­schen Kind und Mut­ter ein­zu­grei­fen; eben dar­in be­steht der Ödi­pus­kom­plex.32 Der Ödi­pus­kom­plex ver­schafft die Männ­lich­keit also nicht pri­mär durch die Ge­stalt des Va­ter­bil­des, son­dern durch den Va­ter­si­gni­fi­kan­ten, durch den Na­men des Va­ters.33

● Die In­ter­ven­ti­on des Na­mens des Va­ters in die Mut­ter-Kind-Be­zie­hung ist die Be­din­gung da­für, dass das Sub­jekt eine he­te­ro­se­xu­el­le Ge­schlechts­po­si­ti­on ein­neh­men kann. 

Nur wenn der Name des Va­ters in die Mut­ter-Kind-Be­zie­hung in­ter­ve­niert, ist es ei­nem Men­schen­we­sen mög­lich, die Be­zie­hung zwi­schen Mann und Frau her­zu­stel­len.34

Seminar 4 von 1956/57

In Se­mi­nar 4 von 1956/57, Die Ob­jekt­be­zie­hung, er­klärt La­can:

Die ge­sam­te Fra­ge­stel­lung Freud war letzt­lich: „Was ist ein Va­ter?“35

Zwei The­sen aus Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che wer­den be­kräf­tigt:

Die Un­ter­schei­dung zwi­schen dem sym­bo­li­schen, dem ima­gi­nä­ren und dem rea­len Va­ter ist von prak­ti­scher Re­le­vanz für die Tä­tig­keit des Psy­cho­ana­ly­ti­kers.36

Der sym­bo­li­sche Va­ter ist der Va­ter im ab­so­lu­ten Sin­ne des Aus­drucks.37

Ver­gli­chen mit den bei­den an­de­ren Vä­tern ist der sym­bo­li­sche Va­ter also der wah­re Va­ter, die Be­zugs­grö­ße.

Dar­über hin­aus ent­wi­ckelt La­can die fol­gen­den The­sen:

● Der sym­bo­li­sche Va­ter ist eine Not­wen­dig­keit der Welt der Spra­che.38

Der Psal­mist hat des­halb recht, wenn er sagt: „Der Tor spricht in sei­nem Her­zen: ‚Es gibt kei­nen Gott.“ – nur To­ren sa­gen, es gibt kei­nen Gott (kei­nen sym­bo­li­schen Va­ter).39

Der sym­bo­li­sche Va­ter ist not­wen­dig, um die Bin­dung des Kin­des an die All­macht der Mut­ter auf­zu­lö­sen.40

Die Auf­lö­sung der Bin­dung des Kin­des an die All­macht der Mut­ter hat die Struk­tur ei­ner Me­ta­pher: der Va­ter­me­tapher.41

Der sym­bo­li­sche Va­ter ist eine lo­gi­sche Un­mög­lich­keit.

Der sym­bo­li­sche Va­ter ist der­je­ni­ge, der von sich sa­gen könn­te „Ich bin was ich bin“. Die­ser Satz kann je­doch von nie­man­dem aus­ge­spro­chen wer­den – der sym­bo­li­sche Va­ter ist also eine Un­mög­lich­keit, er ist un­denk­bar.42 Der sym­bo­li­sche Va­ter ist letzt­lich nir­gend­wo re­prä­sen­tiert43, er greift nir­gend­wo ein.44 Der sym­bo­li­sche Va­ter kann nur in ei­nem Jen­seits, fast könn­te man sa­gen, in ei­ner Tran­szen­denz ver­or­tet wer­den.45

Ich neh­me an, dass ge­meint ist: Da der sym­bo­li­sche Va­ter der Si­gni­fi­kant ist, der die Wirk­sam­keit des Ge­set­zes si­chert, steht er au­ßer­halb der sym­bo­li­schen Ord­nung. Nun steht aber kein Si­gni­fi­kant au­ßer­halb der sym­bo­li­schen Ord­nung. Also ist der sym­bo­li­sche Va­ter un­mög­lich.

War­um kann „Ich bin was ich bin“ von nie­man­dem aus­ge­spro­chen wer­den? Ich ver­mu­te, dass es auch hier um die Aus­nah­me­po­si­ti­on des­je­ni­gen geht, der das Ge­setz zur Gel­tung bringt. Er hat ge­wis­ser­ma­ßen die Stel­lung ei­nes Axi­oms und kann sich des­halb im Rah­men der hier­aus ab­ge­lei­te­ten Sprach­ord­nung nicht aus­wei­sen.

● Da der sym­bo­li­sche Va­ter eine Un­mög­lich­keit ist, kann er nur durch ei­nen My­thos re­prä­sen­tiert wer­den.

Da der sym­bo­li­sche Va­ter un­denk­bar ist, hat Freud von ihm in ei­nem My­thos Re­chen­schaft ab­ge­legt (dem My­thos vom Ur­va­ter­mord in To­tem und Tabu), denn der My­thos ist die Ka­te­go­ri­sie­rung des Un­mög­li­chen, des Un­denk­ba­ren.46 Der My­thos zeigt: Die Be­din­gung da­für, dass es Vä­ter gibt, be­steht dar­in, dass es vor dem Ein­tritt in die Ge­schich­te ei­nen wah­ren Va­ter gibt. Die­ser wah­re Va­ter ist der sym­bo­li­sche Va­ter, näm­lich der tote Va­ter [der Va­ter-Si­gni­fi­kant].47 Der wah­re Va­ter wird ge­tö­tet, um [als Sym­bol] be­wahrt zu wer­den.48

La­can stützt sich hier, ohne es zu er­wäh­nen, ver­mut­lich auf Lévi-Strauss, dem­zu­fol­ge der My­thos der Be­wäl­ti­gung von Wi­der­sprü­chen dient.49 Der Ge­dan­ke geht letzt­lich auf Pla­ton zu­rück, bei dem My­then im­mer dann er­zählt wer­den, wenn es um Wahr­hei­ten geht, die durch das ver­nünf­ti­ge Ge­spräch nicht be­wie­sen wer­den kön­nen.50

● Ur­sa­che der Psy­cho­se ist die Ver­wer­fung des Na­mens des Va­ters, also die Tat­sa­che, dass die­ser Si­gni­fi­kant nie zu ei­nem Be­stand­teil des Un­be­wuss­ten ge­wor­den ist.51

● Das pho­bi­sche Tier ist ein Er­satz für den sym­bo­li­schen Va­ter, der aus­ge­fal­len ist.

Die Pho­bie des klei­nen Hans be­ruht dar­auf, dass es dem rea­len Va­ter nicht ge­lun­gen ist, den sym­bo­li­schen Va­ter ein­zu­füh­ren (das In­zest­ver­bot zur Gel­tung zu brin­gen); durch das pho­bi­sche Tier wird der feh­len­de Si­gni­fi­kant er­setzt.52 In der Be­hand­lung des klei­nen Hans hat Freud die Funk­ti­on des sym­bo­li­schen Va­ters.53 Die Po­si­ti­on des sym­bo­li­schen Va­ters bleibt ver­schlei­ert; im Fal­le von Freuds Be­zie­hung zum klei­nen Hans da­durch, dass Freud sich Hans ge­gen­über als ab­so­lu­ter Herr auf­stellt, was die Sa­che des ima­gi­nä­ren Va­ters ist, nicht die des sym­bo­li­schen.54

Der­je­ni­ge, der die Wirk­sam­keit des Ge­set­zes si­chert, ist also kei­nes­wegs ein ab­so­lu­ter Herr.

Psychose-Aufsatz (1958)

Im De­zem­ber 1957 und Ja­nu­ar 1958 schreibt La­can  den Auf­satz Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht, also am Be­ginn von Se­mi­nar 5. Ich schie­be die­sen Text, der 1958 ver­öf­fent­licht wur­de, des­halb zwi­schen Se­mi­nar 4 und Se­mi­nar 5 ein. In die­sem Auf­satz geht es we­sent­lich um die Funk­ti­on des Va­ters.

Man er­fährt hier:

● Die Va­ter­schaft kann durch ei­nen rei­nen Si­gni­fi­kan­ten zu­ge­spro­chen wer­den; auch ein Stein kann des­halb ein Va­ter sein.55

Ich neh­me an, dass La­can un­ter ei­nem rei­nen Si­gni­fi­kan­ten hier den Ti­tel „Va­ter“ ver­steht, so­fern er sich nicht auf die bio­lo­gi­sche Va­ter­schaft be­zieht.

● Im An­de­ren – im Un­be­wuss­ten – ist der Name-des-Va­ters der Si­gni­fi­kant des Ge­set­zes.56

● In Sche­ma R re­prä­sen­tiert P den Na­men-des-Va­ters in der Po­si­ti­on A.57

Schema R - aus Écrits 553 - vgl Schriften II Seite 86

● Der Si­gni­fi­kant „Name-des-Va­ters“ hat die Funk­ti­on, die Va­ter­me­tapher zu bil­den. Die­se be­steht dar­in, dass der Si­gni­fi­kant „Name-des-Va­ters“ an den Platz kommt, der zu­nächst durch die Ab­we­sen­heit der Mut­ter sym­bo­li­siert wird.58

Die For­mel der Va­ter­me­tapher sieht so aus:

\frac {\text {Name-des-Vaters}}{\text {Begehren der Mutter}} \cdot \frac {\text {Begehren der Mutter}}{\text {dem Subjekt signifiziert}} \rightarrow \text {\normalsize {Name-des-Vaters}} \left( \frac {\text {A}}{\text {Phallus}} \right)

● Wenn die Va­ter­schaft durch ei­nen rei­nen Si­gni­fi­kan­ten zu­ge­spro­chen wird, wird da­mit das an­er­kannt, was die Re­li­gi­on als den Na­men-des-Va­ters an­zu­ru­fen lehrt.59

Wenn La­can sagt, „die Re­li­gi­on“ habe uns ge­lehrt, den Na­men-des-Va­ters an­zu­ru­fen, meint er die christ­li­che Re­li­gi­on. Die Va­ter­schaft des christ­li­chen Got­tes ist von der bio­lo­gi­schen Va­ter­schaft ab­ge­kop­pelt, sie ist ein blo­ßer Si­gni­fi­kant.

La­can be­zieht sich auf die tri­ni­ta­ri­sche For­mel im Mis­si­ons­auf­trag des auf­er­stan­de­nen Je­sus: „Dar­um geht zu al­len Völ­kern und macht alle Men­schen zu mei­nen Jün­gern; tauft sie auf den Na­men des Va­ters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes, und lehrt sie, al­les zu be­fol­gen, was ich euch ge­bo­ten habe.“60 Auf La­tei­nisch lau­tet die For­mel in no­mi­ne Pa­tris, et Fi­lii, et Spi­ri­tus Sanc­ti. In den meis­ten christ­li­chen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ist sie Be­stand­teil des Taufsa­kra­ments; häu­fig wird sie dann ge­spro­chen, wenn das Kreuz­zei­chen ge­schla­gen wird.

Wenn La­can sich auf die An­ru­fung des Na­mens-des-Va­ters in der christ­li­chen Re­li­gi­on be­zieht, löst er die An­ru­fung des Va­ters aus dem Tri­ni­täts­be­zug her­aus; er deu­tet die Tri­ni­täts­for­mel pa­tro­zen­trisch.

Zur Psy­cho­se

● Die Psy­cho­se be­ruht auf der Ver­wer­fung des Na­mens-des-Va­ter, also dar­auf, dass die­ser Si­gni­fi­kant nie­mals ge­bil­det wor­den ist.61

● Für die Ent­ste­hung ei­ner Psy­cho­se ist von Be­deu­tung:
ob die Mut­ter dem Wort des Va­ters Au­to­ri­tät bei­ge­mes­sen hat,
in wel­chem Ver­hält­nis der Va­ter zum Ge­setz stand und da­mit zur Schuld und zur Lüge.62

● Aus­ge­löst wird die Psy­cho­se durch die An­ru­fung des Na­mens-des-Va­ters.

Wenn der Si­gni­fi­kant „Name-des-Va­ters“ ver­wor­fen ist, hat dies zur Fol­ge, dass bei An­ru­fung des Na­mens-des-Va­ters ein Loch im An­de­ren (im Un­be­wuss­ten) ant­wor­tet.63

● Die An­ru­fung des Na­mens-des-Va­ters hat fol­gen­de Struk­tur: Das Sub­jekt ist in eine ima­gi­nä­re, ero­tisch-ag­gres­si­ve Be­zie­hung ver­strickt, und die­ser Be­zie­hung ge­gen­über nimmt je­mand die Po­si­ti­on des­je­ni­gen ein, der ein Ver­bot durch­zu­set­zen ver­sucht.64

Wie aber kann der Name-des-Va­ters vom Sub­jekt an­ge­ru­fen wer­den an dem ein­zi­gen Platz, von dem aus er ihm hät­te zu­kom­men kön­nen, und wo er nie ge­we­sen ist? Durch nichts and­res als durch ei­nen rea­len Va­ter, nicht un­be­dingt durch den Va­ter des Sub­jekts, durch Ei­nen-Va­ter (Un-père).

Dar­über hin­aus muß die­ser Eine-Va­ter an je­nen Platz kom­men, wo das Sub­jekt ihn von frü­her her nicht ru­fen konn­te. Es ge­nügt da­für, wenn die­ser Ein-Va­ter in Dritt­po­si­ti­on steht in ei­nem Ver­hält­nis, das das ima­gi­nä­re Paar a-a‘, d.h. Ich-Ob­jekt oder Ide­al-Rea­li­tät, zur Ba­sis hat, das das Sub­jekt in das von ihm in­du­zier­te ero­ti­sier­te Ag­gres­si­ons­feld mit­ein­be­zieht.

Man su­che die­se dra­ma­ti­sche Kon­junk­tur am An­fang der Psy­cho­se. Wie im­mer sie auf­tre­ten mag, in der Ge­stalt des Ehe­manns für die Frau, die eben ein Kind ge­bo­ren hat, in der Per­son des Beicht­va­ters für eine Beich­ten­de, die ih­ren Feh­ler be­kennt, in der Be­geg­nung, die das ver­lieb­te jun­ge Mäd­chen mit ‚dem Va­ter des jun­gen Man­nes‘ hat, man wird sie im­mer fin­den, und zwar um so leich­ter, je mehr man sich von den ‚Si­tua­tio­nen‘ im ro­man­haf­ten Sin­ne des Wor­tes lei­ten läßt. Man kann hier im Vor­bei­ge­hen er­ken­nen, daß sol­che Si­tua­tio­nen die ei­gent­li­che Quel­le des Ro­man­ciers sind, näm­lich die, die die ‚Tie­fen­psy­cho­lo­gie‘ flie­ßen läßt, und zu der kei­ne psy­cho­lo­gi­sche Sicht ihn hin­zu­füh­ren ver­möch­te.“65

Em­pi­risch lässt sich der Name-des-Va­ters also auf die fol­gen­de Kon­stel­la­ti­on be­zie­hen:
– Es gibt eine ima­gi­nä­re, ero­tisch-ag­gres­si­ve Be­zie­hung, etwa die Be­zie­hung ei­ner Frau zu dem Kind, das sie ge­ra­de ge­bo­ren hat, oder die Be­zie­hung ei­ner Beich­ten­den zu ih­rem Feh­ler oder die Ver­liebt­heit ei­nes jun­gen Mäd­chens in ei­nen jun­gen Mann.
– In die­se Be­zie­hung in­ter­ve­niert ein Drit­ter, der da­mit die Po­si­ti­on des rea­len Va­ters ein­nimmt: der Ehe­mann der Frau, der Beicht­va­ter, der Va­ter des jun­gen Man­nes.
– Die­ser Drit­te ar­ti­ku­liert di­rekt oder in­di­rekt ein Ver­bot und ver­sucht, es zur Gel­tung zu brin­gen; es ist aber auch mög­lich, dass das Ver­bie­ten von ihm nur er­war­tet wird oder ihm zu­ge­schrie­ben wird.
– Die­ser tat­säch­li­che oder un­ter­stell­te Akt des Ver­bie­tens ap­pel­liert an die un­be­wuss­te In­stanz des sym­bo­li­schen Va­ters.

● Das Loch im An­de­ren, das auf die An­ru­fung des Na­mens-des-Va­ters ant­wor­tet, ruft ein wei­te­res Loch her­vor: das Loch der phal­li­schen Be­deu­tung.66

● Schre­ber kon­stru­iert eine wahn­haf­te Ge­nea­lo­gie sei­nes Arz­tes, des Psych­ia­ters Paul Flech­sig; sie kul­mi­niert im Na­men-des-Va­ters, näm­lich im Si­gni­fi­kan­ten „Gott“.67

Der Si­gni­fi­kant „Gott“ ist dem­nach der Name-des-Va­ters.

Der Wahn ist ein Ver­such, das Feh­len des Si­gni­fi­kan­ten „Name-des-Va­ters“ zu kom­pen­sie­ren, also ein Hei­lungs­ver­such.

Cha­rak­te­ris­tisch für den Wahn ist die ima­gi­nä­re Ge­nea­lo­gie.

Seminar 5 von 1957/58

Se­mi­nar 5 von 1957/58, Die Bil­dun­gen des Un­be­wuss­ten, ist nicht zu­letzt ein Kom­men­tar zum Psy­cho­se-Auf­satz.

● Mit „Name-des-Va­ters“ ist die Ver­wandt­schafts­be­zeich­nung „Va­ter“ ge­meint.68

● Der Name-des-Va­ters ist ein we­sent­li­cher, ein not­wen­di­ger Be­stand­teil des An­de­ren im Sin­ne des Un­be­wuss­ten, des Sys­tems der Si­gni­fi­kan­ten.69

● Au­to­ri­täts­per­so­nen re­prä­sen­tie­ren den Si­gni­fi­kan­ten „Name-des-Va­ters“, d.h. den­je­ni­gen Si­gni­fi­kan­ten, der die Funk­ti­on hat, das Ge­setz zu au­to­ri­sie­ren.

Die Au­to­ri­sie­rung des Ge­set­zes er­folgt nicht durch eine Per­son, son­dern durch ei­nen Si­gni­fi­kan­ten – durch den Na­men-des-Va­ters.70 Au­to­ri­täts­per­so­nen sind nicht, wie man sagt, Äqui­va­len­te des Va­ters; in ih­nen ma­ni­fes­tiert sich viel­mehr die Ka­te­go­rie „Name-des-Va­ters“.71

● Der Name-des-Va­ters ist der Si­gni­fi­kant, der das Si­gni­fi­kan­ten­sys­tems au­to­ri­siert, also ein Si­gni­fi­kant, durch den das Si­gni­fi­kan­ten­sys­tem sich auf sich selbst be­zieht.

Der Name-des-Va­ters be­deu­tet das Gan­ze des Si­gni­fi­kan­ten­sys­tems, in­so­fern er des­sen Exis­tenz au­to­ri­siert und das da­für gel­ten­de Ge­setz dar­stellt.72 Der Name-des-Va­ters ist also ein Si­gni­fi­kant, durch den das Si­gni­fi­kan­ten­sys­tem sich auf sich selbst be­zieht.73

● Der Name-des-Va­ters ist der An­de­re des An­de­ren.

Die Funk­ti­on „Name-des-Va­ters“ be­ruht auf der Be­zie­hung der Mut­ter zum Spre­chen des Va­ters. Da­durch, dass das, was er sagt, für sie nicht nichts ist, be­grün­det die Mut­ter den Va­ter als Ver­mitt­ler des­sen, was jen­seits ih­res ei­ge­nen Ge­set­zes ist, näm­lich das Ge­setz als sol­ches.74 In­so­fern das Spre­chen des Va­ters der Mut­ter et­was gilt, ist der Name-des-Va­ters der An­de­re des An­de­ren, näm­lich der An­de­re der Mut­ter.75 Die Funk­ti­on, der An­de­re des An­de­ren zu sein, wird meist durch Per­so­nen ver­kör­pert, die eine Au­to­ri­tät dar­stel­len; das ist aber nicht we­sent­lich, die­se Au­to­ri­täts­per­so­nen kön­nen auch feh­len; da der An­de­re des An­de­ren ein Si­gni­fi­kant ist, kann er auch auf an­de­re Wei­se ge­bil­det wer­den.76

(In Se­mi­nar 6 wird La­can die­se The­se zu­rück­neh­men und er­klä­ren: Es gibt kei­nen An­de­ren des An­de­ren; vgl. vdie­sen Blog­bei­trag.)

● Für ge­wöhn­lich ist der Si­gni­fi­kant „Name-des-Va­ters“ ver­schlei­ert; er wird in dem Mo­ment ent­hüllt, in dem ein Ver­bot ein­greift.77

● Der Va­ter re­prä­sen­tiert das Ge­setz, je­doch nicht auf die Wei­se, dass er es ver­bal ver­kün­det, son­dern da­durch, dass er zwi­schen Mut­ter und Kind ein Hin­der­nis er­rich­tet.78

Das ent­spricht Freuds Ge­schich­te vom Ur­va­ter­mord. Der Ur­va­ter ver­bie­tet den Söh­nen sei­ne Frau­en, was kei­ne Wir­kung hat. Wirk­sam wird das Ver­bot erst in dem Mo­ment, wo die Söh­ne den Va­ter er­schla­gen und kon­su­miert ha­ben.

● Der Si­gni­fi­kant des Na­mens-des-Va­ters hat die Funk­ti­on, die Va­ter­me­tapher zu bil­den, d.h. den Si­gni­fi­kan­ten der Mut­ter zu er­set­zen. Eben dar­in be­steht der Ödi­pus­kom­plex.79

In Freuds My­thos vom Va­ter­mord in „To­tem und Tabu“ steht der tote Va­ter für das Sym­bol des Va­ters. Der My­thos be­sagt: Ur­sprung des Ge­set­zes ist der Va­ter nicht als Per­son, son­dern als Si­gni­fi­kant.80

● Das Ein­grei­fen des Na­mens-des-Va­ters in die Be­zie­hung des Kin­des zur Mut­ter führt dazu, dass die Iden­ti­fi­zie­rung des Sub­jekts mit dem Phal­lus als Ob­jekt des Be­geh­rens der Mut­ter zer­stört wird und dass das Be­geh­ren des An­de­ren durch den Phal­lus sym­bo­li­siert wer­den kann.81

Das ent­spricht der For­mel der Va­ter­me­tapher im Psy­cho­se-Auf­satz:

\frac {\text {Name-des-Vaters}}{\text {Begehren der Mutter}} \cdot \frac {\text {Begehren der Mutter}}{\text {dem Subjekt signifiziert}} \rightarrow \text {\normalsize {Name-des-Vaters}} \left( \frac {\text {A}}{\text {Phallus}} \right)

Die lin­ke Sei­te der For­mel stellt dar, wie der Name-des-Va­ters in die Be­zie­hung des Kin­des zur Mut­ter ein­greift: in­dem er an die Stel­le des Si­gni­fi­kan­ten „Be­geh­ren der Mut­ter“ tritt. Die rech­te Sei­te zeigt, dass der Name-des-Va­ters da­für sorgt, dass das Be­geh­ren des An­de­ren (A über dem „Bruch­strich“) durch den Phal­lus (un­ter dem „Bruch­strich“) sym­bo­li­siert wird – durch den Phal­lus, in­so­fern das Kind nicht der Phal­lus ist, nicht das Ob­jekt des Be­geh­rens der Mut­ter. Der Phal­lus in die­ser Funk­ti­on ist das ver­mit­teln­de Ele­ment, das es er­mög­licht, dass die Be­zie­hung des Kin­des zum Be­geh­ren der Mut­ter tri­an­gu­la­ri­siert wird, dass die­ses Be­geh­ren vom Kind auf ei­nen Drit­ten be­zo­gen wer­den kann.

Zur Psy­cho­se

Die Ur­sa­che der Psy­cho­se be­steht dar­in, dass der Na­men-des-Va­ter ei­ner Ver­wer­fung un­ter­liegt.82

Die Psy­cho­se ist also da­durch ge­kenn­zeich­net, dass der Va­ter im Un­be­wuss­ten nicht als Ge­setz ein­greift, dass die Va­ter­me­tapher nicht ge­bil­det wor­den ist.83

● Dies hat zur Fol­ge, dass das Be­geh­ren des An­de­ren, vor al­lem der Mut­ter, nicht durch den Phal­lus sym­bo­li­siert wird.84

Ausblick: Seminar 6

Eine ent­schei­den­de Wen­de in Be­zug auf das Theo­rem vom Na­men-des-Va­ters er­folgt in Se­mi­nar 6. Hier er­klärt La­can: Es gibt kei­nen An­de­ren des An­de­ren. Der An­de­re des An­de­re, so hat­te es in Se­mi­nar 5 ge­hei­ßen, ist der Name-des-Va­ters. „Es gibt kei­nen An­de­ren des An­de­ren“ meint also: es gibt kei­nen Si­gni­fi­kan­ten, der das Ge­setz ga­ran­tiert. Das Sym­bol hier­für ist S(Ⱥ), Si­gni­fi­kant des Man­gels im An­de­ren, im Sin­ne von: ein dem An­de­ren feh­len­der Si­gni­fi­kant; der Platz des Na­mens-im-An­de­ren ist eine Leer­stel­le (vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel). Im Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud­schen Un­be­wuss­ten wird La­can das auf­grei­fen.85

Ausblick: Seminar 23

Im Sin­t­hom-Se­mi­nar sagt La­can:

Die Hy­po­the­se des Un­be­wuss­ten, Freud hebt das her­vor, ist nur dann halt­bar, wenn man den Na­men-des-Va­ters vor­aus­setzt. Den Na­men-des-Va­ters vor­aus­set­zen, si­cher­lich, das ist Gott. Dar­in be­weist die Psy­cho­ana­ly­se, wenn sie ge­lingt, dass man auf den Na­men-des-Va­ters eben­so­gut ver­zich­ten kann. Man kann eben­so­gut dar­auf ver­zich­ten – un­ter der Be­din­gung, dass man sich sei­ner be­dient.“86

Der Name-des-Va­ters ist der Si­gni­fi­kant „Gott“ – das ist aus Se­mi­nar 4 be­kannt (nur To­ren sa­gen, es gibt kei­nen Gott87) so­wie aus dem Psy­cho­se-Auf­satz (Schre­bers Wahn kul­mi­niert im Na­men-des-Va­ters, d.h. im Si­gni­fi­kan­ten „Gott“88).

Fest­zu­hal­ten ist, dass La­can hier kei­nes­wegs sagt, man kön­ne auf den Na­men-des-Va­ters  ver­zich­ten. Er stellt dies un­ter eine Be­din­gung. Nur un­ter ei­ner be­stimm­ten Vor­aus­set­zung kann man auf den Na­men-des-Va­ters ver­zich­ten: un­ter der, dass man sich sei­ner be­dient.

Die ent­schei­den­de Fra­ge für das Ver­ständ­nis der Pas­sa­ge ist also, was es heißt, „sich des Na­mens-des-Va­ters be­die­nen“.

Die Pas­sa­ge er­in­nert an den Wech­sel in der Auf­fas­sung der Axio­me, wie er sich in der Ma­the­ma­tik im Ver­lauf des 19. Jahr­hun­derts voll­zog. Für die eu­kli­di­sche Ma­the­ma­tik gal­ten die Axio­me als evi­dent – man hielt sie für wahr, man glaub­te an sie (das Ent­spre­chen­de gilt für die Grund­sät­ze des Aris­to­te­les). Für Hil­bert hin­ge­gen ist ein Axi­om eine im Rah­men ei­nes Aus­sa­ge­sys­tems un­be­wie­se­ne Aus­sa­ge, die es er­mög­licht, die Sät­ze die­ses Sys­tems ab­zu­lei­ten. Er ver­zich­tet dar­auf, an die Axio­me zu glau­ben – un­ter der Vor­aus­set­zung, dass er sich ih­rer be­dient.

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Anmerkungen

  1. Vgl. hier­zu Erik Por­ge: Les noms du père chez Jac­ques La­can. Ponc­tua­ti­ons et pro­blé­ma­ti­ques. Érès, Tou­lou­se 1997, 2. Aufl. mit neu­em Vor­wort 2013 (sie­he hier­zu die­sen und die­sen Blog­ar­ti­kel).– Erik Por­ge: Jac­ques La­can, un psy­chana­lys­te. Par­cours d’un ens­eig­ne­ment. Érès, Ra­mon­vil­le Saint-Ange 2000, dar­in „Les noms du père“, S. 125–172.
  2. Vgl. Por­ge, Jac­ques La­can, a.a.O., S. 125.
  3. Vgl. J. La­can: Schrif­ten. Band I. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2016, S. 541–581, hier: S. 554.
  4. Sit­zung vom 8. Juni 1955, Ver­si­on Miller/Metzger S. 330.
  5. La­can: „Die Über­nah­me der Funk­ti­on des Va­ters setzt eine ein­fa­che sym­bo­li­sche Be­zie­hung vor­aus, in der das Sym­bo­li­sche das Rea­le voll ab­de­cken wür­de. Der Va­ter müss­te nicht nur der Name-des-Va­ters sein, son­dern müss­te in sei­ner gan­zen Fül­le den in sei­ner Funk­ti­on kris­tal­li­sier­ten sym­bo­li­schen Wert re­prä­sen­tie­ren.“ Jac­ques La­can: Der in­di­vi­du­el­le My­thos des Neu­ro­ti­kers. Übers. von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria + Kant, Wien 2008, S. 37.
  6. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 171, Fett­schrei­bung von mir.– Wei­te­re aus­drück­li­che Gleich­set­zun­gen von „sym­bo­li­scher Va­ter“ und „Name des Va­ters“ fin­det man in Se­mi­nar 2, Ver­si­on Miller/Metzger, S. 330 f.; Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 428 und 467.
  7. Écrits, S. 556.
  8. Sit­zung vom 18. Fe­bru­ar 1970, Ver­si­on Mil­ler, S. 111.
  9. J. La­can: Áu­tres écrits. Seuil, Pa­ris 2001, S. 456, 458.
  10. Vgl Schrif­ten I, dar­aus die Sei­ten 117 bis 120. Der Text wur­de 1956 ver­öf­fent­licht.
  11. Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se, in: Schrif­ten I, S. 118, Über­set­zung ge­än­dert.
  12. Funk­ti­on und Feld, Schrif­ten I, S. 119, Über­set­zung ge­än­dert.
  13. Por­ge, Jac­ques La­can, a.a.O., S. 128, die Ein­schü­be in Klam­mern sind von Por­ge.
  14. Vgl. S. Freud: To­tem und Tabu (1912/13). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 287–444, hier: 426 f..
  15. Funk­ti­on und Feld, Schrif­ten I, S. 119 f., mei­ne Über­set­zung; La­er­mann über­setzt en­t­ité falsch mit „Iden­ti­tät“ statt mit „En­ti­tät“.
  16. Die bis an die Ster­ne aus­ge­dehn­te Schuld fin­det man in: François Ra­belais: und Pan­ta­gru­el. Drit­tes Buch (1546), Ka­pi­tel 3, „Was Panurg zum Lob der Schuld­ner und Gläu­bi­ger sagt“, Ka­pi­tel 4, „Was Panurg wei­ter zum Lobe der Schuld­ner und Gläu­bi­gen sagt“.
    In Ka­pi­tel 3 sagt Panurg: „Ei, so hel­fʼ mir der hei­li­ge Ba­bo­lin, wenn ich nicht mein Leb­tag Schul­den für das bes­te Band zwi­schen Him­mel und Erde ge­hal­ten habe, für das, was ein­zig und al­lein die Men­schen zu­sam­men­hält, die sonst ver­kom­men müß­te, viel­leicht gar für jene gro­ße See­le des Welt­alls, die, wie die Aka­de­mi­ker sa­gen, alle Din­ge be­lebt. Daß dem wirk­lich so ist, muß Euch so­fort ein­leuch­ten, wenn Ihr es nur ein­mal ver­sucht, Euch eine Welt dem Be­griff und We­sen nach vor­zu­stel­len – mei­net­we­gen die drei­ßigs­te von de­nen, die der Phi­lo­soph Me­tro­do­ros sich er­sann, oder die acht­und­sieb­zigs­te des Pe­tro­ni­us –, in der es kei­ne Gläu­bi­ger und Schuld­ner gäbe: eine Welt ohne Schul­dig­sein! Ei, da wür­den die Ge­stir­ne auch kei­ne ge­re­gel­ten Bah­nen ha­ben, und al­les ge­rie­te in Ver­wir­rung. Ju­pi­ter, der dem Sa­turn nichts schul­dig zu sein mein­te, wür­de ihn aus sei­ner Sphä­re ver­drän­gen und alle In­tel­li­gen­zen, Göt­ter, Him­mel, Dä­mo­nen, Ge­ni­en, He­ro­en, Teu­fel, Erde, Meer und sämt­li­che Ele­men­te an sei­ner ho­me­ri­schen Ket­te auf­hän­gen. Sa­turn und Mars wür­den sich zu­sam­men­tun und die gan­ze Welt un­ter­ein­an­der­rüh­ren. Mer­kur wür­de sich den an­de­ren nicht un­ter­ord­nen und nicht mehr, wie die Etrus­ker ihn nann­ten, ihr Ca­mill sein wol­len; denn er wäre ih­nen ja nichts schul­dig. Ve­nus wür­de nicht mehr ver­ehrt wer­den, da sie nichts ge­spen­det. Der Mond er­schie­ne blu­tig und fins­ter, denn wes­halb soll­te die Son­ne ihm ihr Licht lei­hen, dazu wäre sie ja nicht ver­pflich­tet. Auch der Erde wür­de sie nicht mehr leuch­ten, der die an­de­ren Ge­stir­ne ih­ren wohl­tä­ti­gen Ein­fluß glei­cher­ma­ßen vor­ent­hal­ten wür­den, da sie ih­nen kei­ne Düns­te zu­kom­men lie­ße, von de­nen jene sich näh­ren, wie nach He­ra­klit die Stoi­ker be­haup­ten und Ci­ce­ro es be­stä­tigt.“ (Ra­belais: Gar­gan­tua und Pan­ta­gru­el. Ers­ter Band. Über­set­zung von Fer­di­nand Adolf Gelb­cke, über­ar­bei­tet von Horst und Edith Heint­ze. In­sel, Frank­furt am Main 1974, S. 336 f.)
    Auf die „mak­ka­ro­ni­schen Ver­schlin­gun­gen von Ver­wandt­schafts­na­men“ stößt man in Das vier­te Buch (1548/52), Ka­pi­tel 9. Mit „mak­ka­ro­nisch“ ist ein ver­schlun­ge­ner li­te­ra­ri­scher Stil ge­meint, auch „mak­ka­ro­ni­sche Dich­tung“ ge­nannt.
  17. Mar­cel Mauss: Die Gabe (1923/24). Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1968.
  18. Mar­cel Mauss und Hen­ri Hu­bert: Ent­wurf ei­ner all­ge­mei­nen Theo­rie der Ma­gie (1902/03). In: Ders.: So­zio­lo­gie und An­thro­po­lo­gie, Bd. 1. Ull­stein, Frank­furt am Main u.a. 1978, S. 43–179.
  19. Clau­de Lévi-Strauss: Ein­lei­tung in das Werk zu Mar­cel Mauss (1950). In: Mar­cel Mauss: So­zio­lo­gie und An­thro­po­lo­gie, Bd. 1, a.a.O., S. 7–41.
  20. Vgl. Lévi-Strauss, Ein­lei­tung, a.a.O., S. 31.
  21. Lévi-Strauss, Ein­lei­tung, a.a.O., S. 30.
  22. Fer­di­nand de Saus­su­re: Grund­fra­gen der all­ge­mei­nen Sprach­wis­sen­schaft. De Gruy­ter, Ber­lin 1967, S. 103.
  23. Vgl. R. Ja­kobson: Si­gne zéro (1939). In: Ders.: Selec­ted Wri­tings, Vol. 2: Word and Lan­guage. Mou­ton, Den Haag 1971, S. 211–219 (dt.: Das Null­zei­chen (1939). In: Ders.: Auf­sät­ze zur Lin­gu­is­tik und Poe­tik. Frankfurt/M. u.a.: Ull­stein 1979, S. 44–53).–
    R. Ja­kobson.: Das Null­zei­chen (1940). In: Selec­ted Wri­tings, Vol. 2: Word and Lan­guage. Mou­ton, Den Haag 1971, S. 220–222 (dies ist die Fort­set­zung des Ar­ti­kels Si­gne zéro, nicht etwa die Über­set­zung).–
    Ro­man Ja­kobson und Já­nos Lotz: No­tes on the French pho­n­emic pat­tern (1949). In: R. Ja­kobson: Selec­ted Wri­tings. Pho­no­lo­gi­cal Stu­dies. Mou­ton , Den Haag 1962, S. 426–434 (die­ser Ar­ti­kel wird von Lévi-Strauss in der Mauss-Ein­lei­tung zi­tiert, a.a.O., S. 40).
  24. Vgl. Lévi-Strauss, Ein­lei­tung, a.a.O., S. 35, 39 f.
  25. Vgl. Lévi-Strauss, Ein­lei­tung, a.a.O., S. 35.
  26. Vgl. Schrif­ten II, S. 197 f. Der Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts be­ruht auf ei­nem Vor­trag von 1960, wur­de 1962 ge­schrie­ben und 1966 ver­öf­fent­licht. Zur Da­tie­rung vgl. den Hin­weis von Jac­ques-Alain Mil­ler in Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 602.
  27. Vgl. Se­mi­nar 2, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 202.
  28. Se­mi­nar 3, Ver­si­on Miller/Turnheim, S. 345.
  29. S. Freud: Der Mann Mo­ses und die mo­no­the­is­ti­sche Re­li­gi­on (1939). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Band 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 560.
  30. Se­mi­nar 3, Ver­si­on Miller/Turnheim, S. 377.
  31. Vgl. Funk­ti­on und Feld, Schrif­ten I, S. 118 f. 
  32. Vgl. Se­mi­nar 3, Ver­si­on Miller/Turnheim, S. 116.
  33. Vgl. Se­mi­nar 3, Ver­si­on Miller/Turnheim, S. 229.
  34. Vgl. Se­mi­nar 3, Ver­si­on Miller/Turnheim, S. 116.
  35. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 241.
  36. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek. S. 468.
  37. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 467.
  38. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 261, 428.
  39. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 428. La­can schreibt die Sen­tenz irr­tüm­lich dem Ek­kle­si­as­tes zu, dem Pre­di­ger, tat­säch­lich fin­det sie sich in Psalm 14, 1 und 53,2.
  40. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 261, 428, 468.
  41. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 467.
  42. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 248.
  43. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 261.
  44. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 248.
  45. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 261.
  46. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 248 f., 261.
  47. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 442.
  48. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 249.
  49. Vgl. Clau­de Lévi-Strauss: Die Struk­tur der My­then (1955). In: Ders.: Struk­tu­ra­le An­thro­po­lo­gie. Suhr­kamp, Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag 1969, S. 226–254, v.a. S. 237 f., 247, 253.
  50. Vgl. hier­zu etwa Mar­kus Jan­ka, Chris­ti­an Schä­fer (Hg.): Pla­ton als My­tho­lo­ge. In­ter­pre­ta­tio­nen zu den My­then in Pla­tons Dia­lo­gen. Zwei­te, voll­stän­di­ge über­ar­bei­te­te und ak­tua­li­sier­te Auf­la­ge. Wis­sen­schaft­li­che Buch­ge­sell­schaft, Darm­stadt 2014.
  51. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 269.
  52. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 271, 473.
  53. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 272 f., 381, 474.
  54. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 325.
  55. Vgl. Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht, Schrif­ten II, S. 88 f.
  56. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 96, 116.
  57. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 86, 111; Sche­ma R aus Écrits, S. 553. Die Ab­bil­dung in der Über­set­zung ver­wen­det für die von links oben nach rechts un­ten ver­lau­fen­den Buch­sta­ben I, R und S statt der ge­schwun­ge­nen Schrift eine Frak­tur­schrift; vgl. Schrif­ten II, S. 86.
  58. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 90
  59. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 88 f.
  60. Mat­thä­us 28, Ver­se 19 und 20, Ein­heits­über­set­zung.
  61. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 90 f., 96, 108.
  62. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 112 f.
  63. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 91.
  64. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 110 f.
  65. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 111.
  66. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 91.
  67. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 113.
  68. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 212.
  69. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 172, 180, 182, 207, 212.
  70. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 170–172, 180, 219, 566.
  71. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 279.
  72. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 172, 284, 605.
  73. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 605. 
  74. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 223.
  75. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 171, 180.
  76. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 182.
  77. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 267.
  78. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 219.
  79. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 182 f., 203.
  80. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 171.
  81. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek S. 267.
  82. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 171 f. 180.
  83. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 239.
  84. Vgl. Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 566, 570.
  85. Vgl. Sub­ver­si­on des Sub­jekts, Schrif­ten II, S. 194 f.
  86. Se­mi­nar 23 von 1975/76, Le sin­t­home; Sit­zung vom 13. April 1976; Ver­si­on Mil­ler, S. 136, mei­ne Über­set­zung.
  87. Vgl. Se­mi­nar 4, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 428.
  88. Vgl. Über eine Fra­ge, Schrif­ten II, S. 113.

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