Über einen Diskurs, der nicht vom Schein wäre

Jacques Lacan: Seminar XVIII, 10. Sitzung (16. Juni 1971), Übersetzung

Jack­son Pol­lock: Male and Fe­ma­le
1942–43, Öl auf Lein­wand, 186 x 124 cm, Phil­adel­phia Mu­se­um of Art

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Se­mi­nar XVIII (1971): Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre
10. Sit­zung, 16. Juni 1971
Über­setzt von Rolf Nemitz

Voll­stän­di­ge Über­set­zung von Se­mi­nar 18 auf der Grund­la­ge der Ver­si­on Sta­fer­la, der Ver­si­on Es­paces La­can und ei­ner Ton­auf­nah­me

Zehn­te und letz­te Fol­ge. Die Über­set­zung von Se­mi­nar 18 ist da­mit ab­ge­schlos­sen.

In Mil­lers Ver­si­on des Se­mi­nars ist dies Ka­pi­tel X, „Du my­the que Freud a forgé“(„Über den My­thos, den Freud er­son­nen hat“), S. 163–178.

Die Über­set­zung wird zwei­mal ge­bracht, ein­mal nur deutsch, ein­mal in ei­ner In­ter­li­near­ver­si­on: ein Satz fran­zö­sisch, ein Satz deutsch.

Die zwei­spra­chi­ge Fas­sung ent­hält in den An­mer­kun­gen zum fran­zö­si­schen Text Hin­wei­se auf Tran­skrip­ti­ons­pro­ble­me und auf grö­ße­re Ab­wei­chun­gen in Mil­lers Ver­si­on; im deut­schen Text fin­det man Links und Bil­der, in den An­mer­kun­gen zum deut­schen Text Li­te­ra­tur­an­ga­ben und Er­läu­te­run­gen.

Ei­nen Über­blick über die ver­schie­de­nen Aus­ga­ben von Se­mi­nar 18 fin­det man hier, Links zu Über­set­zun­gen wei­te­rer Sit­zun­gen des Se­mi­nars hier.

Herz­li­chen Dank an Ger­hard Herr­gott für sorg­fäl­ti­ge und groß­zü­gi­ge Hil­fe beim Über­set­zen auch die­ser Sit­zung und da­mit des ge­sam­ten Se­mi­nars! Un­se­re Ar­beits­wei­se: Wir sind die von mir über­setz­ten Tex­te Satz für Satz zu­sam­men noch ein­mal durch­ge­gan­gen. Pro La­can-Sit­zung wa­ren das drei Tref­fen zu drei Stun­den, für das ge­sam­te Se­mi­nar also 90 Stun­den.

Textgrundlage

Grund­la­ge der Über­set­zung die­ser Sit­zung ist:

Ver­si­on Es­paces La­can von Se­mi­nar 18.
Tran­skrip­ti­on ei­ner Ton­auf­nah­me auf der Sei­te „Es­paces La­can“
(space.freud.pagesperso-orange.fr), HTML-For­mat

Die Tran­skrip­ti­on wur­de von mir mit ei­ner Ton­auf­nah­me der Sit­zung und mit der von Jac­ques-Alain Mil­ler er­stell­ten (re­dak­tio­nell be­ar­bei­te­ten) Ver­si­on ver­gli­chen und nur an we­ni­gen Stel­len ge­än­dert; al­ler­dings ist die Ton­auf­nah­me die­ser Sit­zung, die man auf der Web­site von Pa­trick Va­las fin­det, un­voll­stän­dig, sie re­gis­triert nur die ers­te Hälf­te der Sit­zung. Wort­wie­der­ho­lun­gen, bei de­nen of­fen­kun­dig ist, dass La­can nach ei­ner For­mu­lie­rung sucht, habe ich ge­stri­chen. Der Schnitt der Sät­ze (Punkt oder Se­mi­ko­lon oder Kom­ma) so­wie die Or­tho­gra­fie wur­den bis­wei­len ge­än­dert. Die Glie­de­rung in Ab­sät­ze ist von mir.

Die Ton­auf­nah­me fin­det man auf der Web­site von Pa­trick Va­las, valas.fr, hier. Mil­lers Ver­si­on ist: J. La­can: Le sé­mi­nai­re, li­v­re XVIII. D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant. 1971. Tex­t­her­stel­lung Jac­ques-Alain Mil­ler. Seuil, Pa­ris 2007.

Wör­ter mit Stern­chen: im Ori­gi­nal deutsch.

Der Schrägs­strich / ver­bin­det Über­set­zungs­va­ri­an­ten.

Ein­fü­gun­gen in run­den Klam­mern ent­hal­ten For­mu­lie­run­gen des fran­zö­si­schen Ori­gi­nals. In lan­gen un­über­sicht­li­chen Sät­zen ver­wen­de ich run­de Klam­mern auch dazu, die Satz­kon­struk­ti­on über­schau­bar zu ma­chen.

Ein­fü­gun­gen in ecki­gen Klam­mern die­nen der Er­läu­te­rung und sind nicht von La­can.

Ein­fü­gun­gen in spit­zen Klam­mern: Er­satz für ver­mut­lich aus­ge­fal­le­nen Text.

¿Gelb mar­kier­te und von um­ge­kehr­ten Fra­ge­zei­chen ein­ge­klam­mer­te Pas­sa­gen der Über­set­zung¿ wei­sen dar­auf hin, dass die Über­set­zung hier sehr un­si­cher ist.

Zah­len in ecki­gen Klam­mern und grau­er Schrift, z.B. [10], ver­wei­sen auf die Sei­ten von Mil­lers Aus­ga­be des Se­mi­nars.

Sitzung vom 9. Juni 1971

Tonaufnahme

Die Ton­auf­nah­me die­ser Sit­zung ist un­voll­stän­dig, sie er­fasst nur die ers­te Hälf­te der Sit­zung. .

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Deutsch

[163] Ich wer­de heu­te ver­su­chen, den Sinn des We­ges zu be­stim­men, auf dem ich Sie in die­sem Jahr ge­führt habe, un­ter dem Ti­tel Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre.

Die­se Hy­po­the­se – denn die­ser Ti­tel ist Ih­nen im Kon­di­tio­nal prä­sen­tiert wor­den –, die­se Hy­po­the­se ist die, von der her je­der Dis­kurs sich be­grün­det.

Ver­ges­sen Sie nicht, dass ich im Jahr da­vor ver­sucht habe, in vier ty­pi­schen Dis­kur­sen die­je­ni­gen Dis­kur­se zu ar­ti­ku­lie­ren, mit de­nen Sie es zu tun ha­ben, in ei­ner be­stimm­ten eta­blier­ten Ord­nung, die sich selbst na­tür­lich nur für die Ge­schich­te be­grün­det. Wenn ich sie in vier auf­ge­bro­chen habe, so ist dies et­was, was ich glau­be, durch die Er­läu­te­rung be­grün­det zu ha­ben, die ich dazu ge­ge­ben habe, so­wie durch die Form, die in ei­ner Schrift, die pa­ra­do­xer­wei­se Ra­dio­pho­nie heißt – aber so pa­ra­dox ist das nun auch wie­der nicht, falls Sie ge­hört ha­ben, was ich das letz­te Mal ge­sagt habe –; eine be­stimm­te Ord­nung also in die­ser Schrift bringt Ih­nen die Ter­mi­ni in Er­in­ne­rung. Von dem Glei­ten her, das im­mer syn­ko­piert ist, von dem Glei­ten der vier Ter­mi­ni her, bei de­nen es im­mer zwei gibt, die eine Lü­cke bil­den, von da­her habe ich die­se Dis­kur­se – die ich als Dis­kurs des Herrn be­zeich­net habe, als Dis­kurs der Uni­ver­si­tät, als Dis­kurs, den ich mit dem Ter­mi­nus der Hys­te­ri­ke­rin aus­ge­zeich­net habe, und als Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers –, von da­her habe ich sie ge­ord­net.

Die­se Dis­kur­se ha­ben die Ei­gen­schaft, dass sie im­mer ih­ren An­ord­nungs­punkt ha­ben, der im Üb­ri­gen auch der ist, wor­an ich sie fest­ma­che, von da­her, dass sie so sind, dass sie vom Schein aus­ge­hen.

Was zeich­net den ana­ly­ti­schen Dis­kurs aus, so­dass er der­je­ni­ge ist, der es uns ins­ge­samt ge­stat­tet, die Dis­kur­se, in­dem wir sie so ar­ti­ku­lie­ren, auch in vier grund­le­gen­de An­ord­nun­gen auf­zu­tei­len?

Es ist pa­ra­dox, es ist ei­gen­ar­tig, dass eine der­ar­ti­ge Äu­ße­rung sich als et­was dar­stellt, das am Ende des­sen ist, was der­je­ni­ge er­mög­licht hat, der am Ur­sprung des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses steht, näm­lich Freud. | [164] Er­mög­licht hat er es nicht da­durch, dass er von nichts aus­ging. Er hat es von dem aus er­mög­licht, was sich als et­was dar­stellt – das habe ich oft­mals ar­ti­ku­liert –, was das Prin­zip eben die­ses Dis­kur­ses ist, näm­lich das, was be­güns­tigt wird durch ein be­stimm­tes Wis­sen, durch das die Ver­bin­dung der Wahr­heit mit dem Wis­sen auf­ge­klärt wird.

Es ist wirk­lich au­ßer­ge­wöhn­lich, dass ge­ra­de die­je­ni­gen, die, wenn sie in ei­ner be­stimm­ten Per­spek­ti­ve er­fasst wer­den, die wir da­durch de­fi­nie­ren könn­ten, dass sie sich an der Ge­sell­schaft aus­rich­tet, dass also die­je­ni­gen, die sich in die­ser Per­spek­ti­ve als Be­hin­der­te dar­stel­len, sei­en wir freund­li­cher, als Hin­ken­de – man weiß ja, dass Schön­heit hinkt –, näm­lich die Neu­ro­ti­ker, ins­be­son­de­re die Hys­te­ri­ke­rin­nen und die Zwangs­neu­ro­ti­ker, dass also sie es sind, von de­nen die­ser über­wäl­ti­gen­de Licht­streif aus­geht, aus­ge­gan­gen ist, der in Län­ge und Brei­te die dem­an­si­on durch­quert, die durch die Spra­che be­dingt ist.

Die Funk­ti­on, die die Wahr­heit ist, ja ge­le­gent­lich –. [Un­ter­bre­chung durch Lärm im Hör­saal]

X: Hö­ren Sie auf zu fo­to­gra­fie­ren!

La­can: Was ist los? Was gibt es? Bit­te? Könn­te ich ver­ste­hen, was man mir sagt?

X: Es geht nicht um Sie, aber da wer­den ge­ra­de Fo­tos ge­macht.

La­can: Wenn mir je­mand et­was zu sa­gen hat, möge er es mir ge­gen­über ganz prä­zi­se äu­ßern!

Je­der kennt den Platz, den das in den Äu­ße­run­gen von Freud ein­nimmt, so­gar die­se Kris­tal­li­sie­rung, die das ist, was wir in ih­rer mo­der­nen Form ken­nen, was wir von der Re­li­gi­on ken­nen, ins­be­son­de­re von der jü­disch-christ­li­chen Tra­di­ti­on, auf die sich al­les be­zieht, was Freud über die Re­li­gio­nen ge­äu­ßert hat.

Das hängt zu­sam­men, ich er­in­ne­re dar­an, mit der Ope­ra­ti­on der Sub­ver­si­on des­sen, was sich bis da­hin aus al­ter Tra­di­ti­on un­ter dem Ti­tel der Er­kennt­nis auf­recht­erhal­ten hat­te, und die­se Ope­ra­ti­on geht auf den Be­griff des Sym­ptoms zu­rück.

Es ist his­to­risch wich­tig sich klar­zu­ma­chen, dass nicht dar­in die Neu­ar­tig­keit der von Freud rea­li­sier­ten Ein­füh­rung in die Psy­cho­ana­ly­se be­steht; der Be­griff des Sym­ptoms, wie ich mehr­fach her­vor­ge­ho­ben habe, und da es sehr leicht ist, ihn beim Le­sen des­je­ni­gen aus­zu­ma­chen, der da­für ver­ant­wort­lich ist, näm­lich Marx –.

Was es in der Er­kennt­nis­theo­rie an fun­da­men­ta­lem Be­trug gibt, die­se Di­men­si­on des Scheins, die den Be­trug ein­führt, der als sol­cher von der mar­xis­ti­schen Sub­ver­si­on an­ge­pran­gert wird, die Tat­sa­che, dass das, was an­ge­pran­gert wird, im­mer in ei­ner be­stimm­ten Tra­di­ti­on steht, die ih­ren Hö­he­punkt mit dem Hegel’schen Dis­kurs er­reicht hat, dass hier ein ge­wis­ser Schein die Funk­ti­on von Ge­wicht und Maß über­nom­men hat, wenn ich so sa­gen kann, ein Schein, der für bare Mün­ze zu neh­men ist. Und es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass ich die­se Me­ta­phern ver­wen­de, denn des Geld, das Ka­pi­tal als sol­ches, ist der An­gel­punkt, um den sich die­se Kri­tik dreht, die das auf dem Fe­tisch be­ru­hen | [165] lässt, was eine Wie­der­kehr des Den­kens wie­der an sei­nen Platz stel­len muss, und zwar ge­nau als Schein.

Das Ei­gen­tüm­li­che die­ser Be­mer­kung ist je­doch auch dazu ge­eig­net, uns wahr­neh­men zu las­sen, dass es nicht hin­reicht, dass in die­ser Kri­tik et­was ge­äu­ßert wird, in die­ser Kri­tik, die als Wahr­heit auf­tritt, in de­ren Na­men der Mehr­wert auf­taucht, der Mehr­wert ge­för­dert wird, als Trieb­fe­der des­sen, wo­durch das auf sei­nen Schein re­du­ziert wird, was bis da­hin durch eine Rei­he von ab­sicht­li­chen Ver­ken­nun­gen ge­stützt wur­de; dass es nicht hin­reicht, möch­te ich an­mer­ken, und die Ge­schich­te be­weist es, dass sich die­ses Her­ein­bre­chen der Wahr­heit voll­zieht, da­mit dann das, was sich auf die­sen Dis­kurs stützt, ge­stürzt wird.

Die­ser Dis­kurs, den wir bei die­ser Ge­le­gen­heit „ka­pi­ta­lis­tisch“ nen­nen könn­ten, in­so­fern er eine Aus­for­mung des Her­ren­dis­kur­ses ist, fin­det hier viel­mehr fak­tisch sei­ne Er­gän­zung. Es scheint, dass es dem ka­pi­ta­lis­ti­schen Dis­kurs durch die Er­kennt­nis der Funk­ti­on des Mehr­werts kei­nes­wegs schlech­ter geht und dass er von da­her nicht we­ni­ger Be­stand hat, und dass auch der in ei­nem Her­ren­dis­kurs fort­ge­führ­te Ka­pi­ta­lis­mus ge­nau das ist, was die po­li­ti­schen Fol­gen zu un­ter­schei­den scheint, die dar­aus in Ge­stalt ei­ner po­li­ti­schen Re­vo­lu­ti­on her­vor­ge­gan­gen sind, die aus der mar­xis­ti­schen Kri­tik des­sen her­vor­ge­gan­gen sind, wor­um es bei ei­nem be­stimm­ten Dis­kurs des Scheins geht.

Dar­um wer­de ich mich hier nicht breit über das aus­las­sen, was es mit der his­to­ri­schen Mis­si­on auf sich hat, die hier­durch im Mar­xis­mus oder zu­min­dest in sei­nen Ma­ni­fes­ten den Pro­le­ta­ri­ern zu­ge­wie­sen wird. Es gibt hier, möch­te ich sa­gen, ei­nen Rest an hu­ma­nis­ti­scher Ent­i­fi­zie­rung, die, in­dem sie aus dem Pro­le­ta­ri­er eben den­je­ni­gen macht, der in die­sem Me­cha­nis­mus am meis­ten aus­ge­raubt wird, und nichts­des­to­we­ni­ger da­bei zeigt, das et­was fort­be­steht, was ihn in die­sem Zu­stand der Be­rau­bung tat­säch­lich fort­be­stehen lässt; und dass die Tat­sa­che, dass er die Stüt­ze des­sen ist, was in Form des Mehr­werts her­ge­stellt wird, den­noch nichts ist, was ihn in ir­gend­ei­ner Wei­se von der Ar­ti­ku­la­ti­on die­ses Dis­kur­ses be­freit.

Da­mit führt die­se Kri­tik uns zu ei­ner Be­fra­gung zu­rück, die sich auf das be­zieht, was ur­sprüng­li­cher sein könn­te und was sich am Ur­sprung je­des Dis­kur­ses fin­den wür­de, in­so­fern er Dis­kurs des Scheins ist.

Dies ist es auch, wo­mit uns das, was ich mit dem Ter­mi­nus der Mehr­lust ar­ti­ku­liert habe, auf das ver­weist, was im Freud­schen Dis­kurs be­fragt wird, als et­was, was das Ver­hält­nis von et­was in Fra­ge stellt, was im stren­gen Sin­ne und aufs Neue als Wahr­heit im Ge­gen­satz zu ei­nem Schein ar­ti­ku­liert wird, und die­se Wahr­heit, die­ser Ge­gen­satz und die­se Dia­lek­tik von Wahr­heit und Schein ist – wenn das, was Freud sagt, ei­nen Sinn hat – auf der Ebe­ne des­sen ver­or­tet, was ich mit dem Aus­druck des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses be­zeich­net habe.

[166] Kurz, ich habe zu ar­ti­ku­lie­ren ge­wagt,  ich habe es ge­wagt, dazu an­zu­stif­ten, dass man sich klar dar­über wird, dass, wenn die­se Ent­hül­lung, die uns durch das Wis­sen des Neu­ro­ti­kers in Be­zug auf et­was ge­lie­fert wird, <ei­nen Sinn hat, dann kann dies> nichts an­de­res sein als das, was so ar­ti­ku­liert wird: Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis.

Was heißt das? Si­cher­lich nicht, dass die Spra­che <es nicht sa­gen kann>, da ich es ja be­reits sage; „es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“, das ist et­was, was ge­sagt wer­den kann, da es jetzt ge­sagt ist. Aber na­tür­lich ge­nügt es nicht, es zu sa­gen, es muss auch noch mo­ti­viert wer­den. Und die Mo­ti­ve neh­men wir aus un­se­rer Er­fah­rung, die von dem sich durch­zie­hen­den Fa­den des­sen er­fasst wird, was sich an die­se grund­le­gen­de Kluft klam­mert, und die­ser sich durch­zie­hen­de Fa­den ver­kno­tet sich. Er geht we­sent­lich von et­was aus, das in dem, was den Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers er­gibt, um die­se Lee­re ge­wi­ckelt ist.

Das letz­te Mal habe ich – ich habe es Sie spü­ren las­sen, hin­rei­chend her­vor­ge­ho­ben –, habe ich ver­sucht, von et­was Ge­schrie­be­nem aus zu skiz­zie­ren, wie sich das, wor­um es beim Aus­gangs­punkt die­ses Fa­dens geht, ver­or­ten lässt. Heu­te habe ich si­cher­lich nicht die Ab­sicht – die Sa­che ist jen­seits der Gren­zen all des­sen, was im be­grenz­ten Raum ei­nes Se­mi­nars ge­sagt wer­den kann –, nicht die Ab­sicht, über das <zu spre­chen>, was der Neu­ro­ti­ker von sei­nem Ver­hält­nis zu die­sem Ab­stand an­zeigt, son­dern über das, was die My­then <be­sa­gen>, von de­nen her sich die My­then ge­ord­net ha­ben, wenn ich so sa­gen kann, die Freud er­son­nen hat, nicht im­mer un­ter dem Dik­tat, wohl aber als Echo auf den Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers.

Um das in so kur­zer Zeit tun zu kön­nen, muss man von die­sem wirk­lich zen­tra­len Punkt aus­ge­hen, der auch ein Rät­sel­punkt des psy­cho­ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses ist, des psy­cho­ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses, in­so­fern er hier nur auf die­sen letz­ten Dis­kurs ach­tet, auf den­je­ni­gen, der nicht Dis­kurs vom Schein wäre. Er ach­tet auf ei­nen Dis­kurs, der nur das wäre, der aber auch nur das ist, möch­te ich sa­gen, was an­ge­zeigt wird, nur die Gren­ze ist, die dem Dis­kurs auf­ge­zwun­gen ist, wenn es um das se­xu­el­le Ver­hält­nis geht. Ich habe ver­sucht – was mich an­geht, an dem Punkt, an dem ich da­mit bin, von dem aus ich al­les vor­brin­ge, was da­von wei­ter for­mu­liert wer­den könn­te –, Ih­nen zu sa­gen, dass es von sei­nem Schei­tern auf der Ebe­ne ei­ner Lo­gik her­rührt, ei­ner Lo­gik, die sich auf das stützt, wor­auf jede Lo­gik sich stützt, näm­lich auf die Schrift (éc­ri­tu­re).

Es ist klar, dass das Werk von Freud ein ge­schrie­be­nes Werk ist, aber eben­so auch, dass das, was von die­sen Schrif­ten um­ris­sen wird, et­was ist, was von ei­ner ver­hüll­ten, dunk­len Wahr­heit um­ge­ben ist, der­je­ni­gen, die sich dar­in äu­ßert, dass ein se­xu­el­les Ver­hält­nis, so wie es in ei­nen wie auch im­mer ge­ar­te­ten Voll­zug über­geht, nur von die­ser Ver­bin­dung her ge­stützt wird, nur von ihr her ei­nen Platz ein­nimmt, näm­lich aus­ge­hend von der Ver­bin­dung von Ge­nie­ßen und Schein, die Kas­tra­ti­on heißt.

Dass wir sie im Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers in je­dem Mo­ment wie­der­auf­tau­chen se­hen, je­doch in Ge­stalt ei­ner Furcht, ei­nes Ver­mei­dens, ge­nau dar­in bleibt die Kas­tra­ti­on rät­sel­haft; dass, kurz ge­sagt, kei­ne ih­rer Rea­li­sie­run­gen in sehr un­ter­schied­li­chen, un­be­stän­di­gen, schil­lern­den Ge­stal­ten oder auch die Er­kun­dung der Psy­cho­pa­tho­lo­gie – zu­min­dest der ana­ly­sier­ba­ren Er­schei­nung die­ser Psy­cho­pa­tho­lo­gie, die ihm durch Aus­flü­ge in | [167] die Eth­no­lo­gie er­mög­licht wer­den – da­von un­be­rührt bleibt, dass wir das, wo­durch sich all das aus­zeich­net, was als Kas­tra­ti­on evo­ziert wird, dass wir es in wel­cher Form se­hen? im­mer in Form ei­nes Ver­mei­dens.

Wenn der Neu­ro­ti­ker, wenn ich so sa­gen darf, das not­wen­di­ge Her­ein­bre­chen des­sen be­zeugt, was ich so­eben als die Ver­bin­dung von Ge­nie­ßen und Schein be­zeich­net habe, die sich als Kas­tra­ti­on dar­stellt, so zeigt er sich eben dar­in in ge­wis­ser Wei­se un­fä­hig.

Und wenn all das, was es an In­itia­ti­ons­ri­tua­len gibt, die, wie Sie wis­sen –; und wenn Sie es nicht wis­sen, müs­sen Sie nur die ein­schlä­gi­gen Ar­bei­ten le­sen. Und um zwei da­von zu neh­men, die Pro­duk­te aus dem In­ne­ren des ana­ly­ti­schen Fel­des sind, ver­wei­se ich Sie auf Pro­blems of bi­se­xua­li­ty as re­flec­ted in cir­con­ci­si­on, das heißt Pro­ble­me der Bi­se­xua­li­tät, wie sie sich in der Be­schnei­dung dar­stel­len, von Her­man Nun­berg, er­schie­nen in [un­ver­ständ­lich], das heißt letzt­lich bei Ima­go Pus­blis­hing in Lon­don, und an­de­rer­seits eine Ar­beit mit dem Ti­tel Sym­bo­li­sche Wun­den von Bru­no Bet­tel­heim. Sie wer­den hier (aus­ge­brei­tet in sei­ner gan­zen Mehr­deu­tig­keit, in sei­nem fun­da­men­ta­len Schwan­ken) ge­wis­ser­ma­ßen das Zö­gern des ana­ly­ti­schen Den­kens se­hen, zwi­schen ei­ner er­klä­ren­den An­ord­nung, die aus ei­ner Kas­tra­ti­ons­furcht (die völ­lig in Stich ge­las­sen wird und ge­wis­ser­ma­ßen dem Glück oder dem Un­glück über­las­sen wird, ganz wie Sie möch­ten) die dar­aus Un­fäl­le macht, in de­nen sich et­was dar­stellt, das, in die­sem Re­gis­ter er­fasst, nur die Wir­kung ir­gend­ei­nes Miss­ver­ständ­nis­ses wäre (das eben der Spring­quell von Vor­ur­tei­len wäre, von Un­ge­schick­lich­kei­ten, von et­was Kor­ri­gier­ba­rem), und im Ge­gen­satz hier­zu ei­nem Den­ken, das mit­be­kom­men hat, dass es hier et­was gibt, des­sen Kon­stanz (zu­min­dest in ei­ner un­ge­heu­ren An­zahl von Pro­duk­tio­nen, die wir in sämt­li­chen Re­gis­tern auf­zeich­nen kön­nen, ob die­se Ka­ta­lo­ge nun mehr oder we­ni­ger gut ge­macht sind, sei­en es die der Eth­no­lo­gie oder die der Psy­cho­pa­tho­lo­gie, an die ich ge­ra­de er­in­nert habe, oder noch an­de­re), des­sen Kon­stanz uns da­mit kon­fron­tiert, dass sich dies auf et­was be­zieht (und Freud bringt es ge­le­gent­lich zum Aus­druck, im Un­be­ha­gen in der Kul­tur weiß er es sehr gut zu sa­gen), sich auf et­was be­zieht, im Ver­hält­nis zu dem letzt­lich gar nicht mehr so neu ist, was ich mit dem „Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“ for­mu­liert habe.

Er weist dar­auf hin, er weist na­tür­lich, wie er es für ge­wöhn­lich tut, in Ter­mi­ni dar­auf hin, die völ­lig klar sind, dass sich hier­bei zwei­fel­los, ge­nau in Be­zug auf das se­xu­el­le Ver­hält­nis, eine be­stimm­te Fa­ta­li­tät ein­schreibt, die hier all das not­wen­dig macht, was dann, um es klar zu sa­gen, als die Mit­tel er­schei­nen, als die Brü­cken, die Ste­ge, die Ge­bäu­de, die Kon­struk­tio­nen, die, an­ge­sichts des Aus­fal­lens des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses (in­so­fern in ei­ner Art Um­keh­rung der Per­spek­ti­ve je­der mög­li­che Dis­kurs letzt­lich nur als | [168] Sym­ptom er­schei­nen wür­de), die in­ner­halb die­ses se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses da­für sor­gen (un­ter Be­din­gun­gen, die wir für ge­wöhn­lich auf die Vor­ge­schich­te be­zie­hen, auf die au­ßer­his­to­ri­schen Be­rei­che), die un­ter die­sen Be­din­gun­gen in ge­wis­ser Wei­se den Er­folg des­sen er­mög­li­chen wür­den, was an Künst­li­chem für die­sen Man­gel als Er­satz ein­ge­bracht wer­den könn­te, für den Man­gel, der in das spre­chen­de We­sen ins­ge­samt ein­ge­schrie­ben ist (ohne dass wir wis­sen kön­nen, ob es des­halb so ist, weil es spre­chend ist, oder im Ge­gen­teil des­halb, weil der Ur­sprung dar­in be­steht, dass das Ver­hält­nis nicht sprech­bar ist), dass et­was für all die­je­ni­gen aus­ge­ar­bei­tet wer­den muss, die die Spra­che be­woh­nen, dass für sie sich et­was ent­wi­ckeln muss, wo­durch, in Ge­stalt der Kas­tra­ti­on, die Kluft aus­ge­füllt wird, die in die­sem Et­was ge­las­sen wird, was gleich­wohl we­sent­lich ist, bio­lo­gisch we­sent­lich ist für die Re­pro­duk­ti­on die­ser Le­be­we­sen, da­mit ihre Ras­se frucht­bar bleibt.

Das ist eben wirk­lich das Pro­blem, dem sich all das zu stel­len scheint, wor­um es bei den In­itia­ti­ons­ri­tua­len geht. Dass zu die­sen In­itia­ti­ons­ri­tua­len sol­che Ma­ni­pu­la­tio­nen, Ope­ra­tio­nen, Ein­schnit­te, Be­schnei­dun­gen ge­hö­ren, die sich auf das Or­gan rich­ten und ihre Mar­kie­run­gen eben ge­nau auf das­je­ni­ge Or­gan set­zen, das wir als Sym­bol fun­gie­ren se­hen, in dem, was sich uns durch die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung als et­was dar­stellt, was über die Be­son­der­heit ei­nes Or­gans weit hin­aus­geht, da es der Phal­lus ist, und der Phal­lus in­so­fern, als sich auf die­ses Drit­te hin all das ord­net, wo­durch das Ge­nie­ßen ins­ge­samt in eine Sack­gas­se ge­bracht wird, die aus dem Mann und der Frau, so­fern wir sie mit ei­nem ein­fa­chen bio­lo­gi­schen Eti­kett de­fi­nie­ren kön­nen, die­se We­sen macht, die eben ge­ra­de mit dem se­xu­el­len Ge­nie­ßen Schwie­rig­kei­ten ha­ben, in ei­ner Wei­se, die sich von al­len an­de­ren Ar­ten des Ge­nie­ßens un­ter­schei­det.

Das ist eben das, wor­um es geht, und es ist das, wo­von wir aus­ge­hen müs­sen, wenn wir wol­len, dass für das, was durch den ana­ly­ti­schen Dis­kurs er­öff­net wird, die rich­ti­ge Rich­tung bei­be­hal­ten wird.

Falls et­was exis­tiert – das wird uns un­ter­stellt –, et­was De­fi­nier­tes, so ist es das, was wir die Kas­tra­ti­on nen­nen, die das Pri­vi­leg hät­te, dem zu be­geg­nen, des­sen Un­ent­scheid­ba­res den Grund des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses aus­macht, in­so­fern das Ge­nie­ßen hier ge­ord­net wer­den muss.

Be­zo­gen auf das, was nicht un­ver­meid­bar zu sein scheint, und ich spre­che über die­se Aus­sa­gen, steht die Dra­ma­tur­gie des Zwangs (con­train­te) – die nun ein­mal den All­tag des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses aus­macht – völ­lig im Ge­gen­satz. Das ist eine Be­mer­kung, die den Wert des zwei­ten Bu­ches aus­macht, von Bru­no Bet­tel­heim, auf das ich Sie hin­ge­wie­sen habe und das of­fen­sicht­lich völ­lig im Ge­gen­satz zu dem steht, was das ein­zig Wich­ti­ge ist: Es geht nicht dar­um, das, wor­um es bei den In­itia­ti­ons­ri­tua­len geht, in die Vor­ge­schich­te zu­rück­zu­sto­ßen. Die In­itia­ti­ons­ri­tua­le wie all das, bei dem uns der Sinn da­nach ste­hen mag, es in die Vor­ge­schich­te zu­rück­zu­sto­ßen, sie sind da, es gibt sie im­mer, über­all auf der Welt sind sie le­ben­dig. Es gibt noch | [169] Aus­tra­li­er, die sich be­schnei­den las­sen, die eine Su­bin­zi­si­on an sich vor­neh­men las­sen, es gibt gan­ze Ge­bie­te der Zi­vi­li­sa­ti­on, in de­nen die Be­schnei­dung herrscht, und zu ver­ken­nen, dass die­se Prak­ti­ken in ei­nem so­ge­nann­ten auf­ge­klär­ten Jahr­hun­dert nicht nur fort­be­stehen, son­dern in Blü­te ste­hen, dass es mit ih­nen sehr gut steht –. Of­fen­sicht­lich müs­sen wir von da aus­ge­hen, um zu be­mer­ken, dass dies kei­ne denk­ba­re Dra­ma­tur­gie des Zwangs ist, wel­che auch im­mer, dass es kein Bei­spiel da­für gibt, dass es sich nur um Zwang han­delt.

Es geht au­ßer­dem dar­um, was „Zwang“ be­deu­tet. Ein Zwang ist im­mer et­was von ei­ner ganz an­de­ren Ord­nung als dem an­geb­li­chen Vor­herr­schen ei­ner an­geb­li­chen phy­si­schen oder sons­ti­gen Über­le­gen­heit. Er wird eben ge­nau durch Si­gni­fi­kan­ten ge­stützt. Und wenn sol­che Sub­jek­te sich dem Ge­setz, der Re­gel be­sag­ter Si­gni­fi­kan­ten un­ter­wer­fen wol­len, dann hat das Grün­de, und die­se Grün­de sind das, was für uns wich­tig ist. Und hier müs­sen wir viel­mehr da­nach fra­gen, wor­in das Ent­ge­gen­kom­men be­steht – um ei­nen Aus­druck zu ver­wen­den, der, auch wenn er uns ge­ra­de­wegs zur Hys­te­ri­ke­rin führt, nichts­des­to­we­ni­ger von äu­ßerst all­ge­mei­ner Trag­wei­te ist –, das Ent­ge­gen­kom­men, das dazu führt, dass sehr wohl das fort­be­steht, und zwar in voll­kom­men his­to­ri­schen Zei­ten, was man uns als et­was dar­stellt, des­sen Bild be­reits von sich aus un­er­träg­lich wäre. Und es könn­te tat­säch­lich für die­sen oder je­nen un­er­träg­lich sein, und das ist ge­nau das, wor­um es geht, näm­lich zu wis­sen war­um.

Und hier neh­me ich mei­nen Fa­den wie­der auf.

In­dem wir die­sem Fa­den fol­gen, ge­ben wir dem ei­nen Sinn, was von der Spra­che (lan­ga­ge) in dem ar­ti­ku­liert wird, was ich die­ses un­ver­öf­fent­li­che Spre­chen (pa­ro­le in­é­di­te) nen­nen möch­te, un­ver­öf­fent­licht je­den­falls bis zu ei­ner be­stimm­ten Epo­che, die durch­aus his­to­risch und in un­se­rer Reich­wei­te ist, die­ses un­ver­öf­fent­lich­te Spre­chen, das sich ins­ge­samt als et­was dar­stellt, das zum Teil im­mer un­ver­öf­fent­licht blei­ben muss – es gibt kei­ne an­de­re De­fi­ni­ti­on, die für das Un­be­wuss­ten zu ge­ben wäre.

Kom­men wir da­mit zur Hys­te­ri­ke­rin, da ich gern von der Hys­te­ri­ke­rin aus­ge­he, um zu ver­su­chen, das zu se­hen, wo­hin die­ser Fa­den uns führt.

Die Hys­te­ri­ke­rin, aber sie wer­den mich fra­gen – na ja, ich hof­fe, dass nicht – je­den­falls, was ist das? Schließ­lich, na ja, eben das ist der Sinn des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses. Das heißt, dass auf eine der­ar­ti­ge Fra­ge, was ist das, was be­deu­tet das, die Hys­te­ri­ke­rin in Per­son –? Mir scheint, dass ich lan­ge ge­nug aus­ge­hend vom Ima­gi­nä­ren ge­ar­bei­tet habe, um dar­auf hin­zu­wei­sen, dass „in Per­son“ – um ein­fach an das zu er­in­nern, was be­reits im Ter­mi­nus „Per­son“ ge­schrie­ben ist –, das be­deu­tet „in Mas­ke“. Wel­chen Sinn das hat, dazu kann zu Be­ginn kei­ne Ant­wort ge­ge­ben wer­den. | [170] Auf die Fra­ge „Was ist die Hys­te­ri­ke­rin?“ ist die Ant­wort des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses: „Das wer­den Sie noch se­hen.“ Sie wer­den es ge­nau dann se­hen, wenn Sie dem fol­gen, wo­hin sie uns führt.

Ge­wiss, ohne die Hys­te­ri­ke­rin wäre nir­gend­wo zu­ta­ge ge­tre­ten, wor­um es bei dem geht, was ich an­schrei­be. Denn ich schrei­be an. Ich ver­su­che, Ih­nen die ers­te lo­gi­sche Skiz­ze des­sen zu ge­ben, wor­um es jetzt geht, des­sen, was ich „Φ von x“ schrei­be, was näm­lich dies ist, dass das Ge­nie­ßen, die Va­ria­ble in der mit x an­ge­schrie­be­nen Funk­ti­on, durch das Ver­hält­nis zu die­sem Φ ver­or­tet ist, das hier den Phal­lus be­zeich­net – zen­tra­le Ent­de­ckung oder eher Wie­der­ent­de­ckung oder, wie Sie wol­len, Wie­der­tau­fe. Denn wie ich Ih­nen letz­tes Mal ge­zeigt habe, der Ter­mi­nus ist über­nom­men vom Phal­lus als Schein, der in den Mys­te­ri­en ent­hüllt wird, und das nicht zu­fäl­lig.

Um das gut zu spü­ren [Stö­rung im Hör­saal] [un­ver­ständ­lich] der Spott [un­ver­ständ­lich].

Das ist der Gip­fel der Pa­ra­do­xie, denn das be­steht ge­nau dar­in, dass der An­gel­punkt, das Zen­trum von al­lem, was vom se­xu­el­len Ge­nie­ßen ge­ord­net oder ein­ge­schränkt wer­den kann, auf den Schein des Phal­lus be­zo­gen wird, dass es das ist, wo­hin Freud uns führt, seit den ers­ten An­nä­he­run­gen an die Hys­te­ri­ke­rin­nen, seit den Stu­di­en über Hys­te­rie.

Das letz­te Mal habe ich Fol­gen­des ar­ti­ku­liert: dass ins­ge­samt – um die Din­ge von dem Punkt her an­zu­ge­hen, der tat­säch­lich be­fragt wer­den kann, von dem her, wor­um es im ganz ge­wöhn­li­chen Dis­kurs geht –; dass ins­ge­samt, wenn wir das, wor­auf die Lin­gu­is­tik uns hin­weist, nicht etwa bis zu Ende füh­ren wol­len, son­dern es ein­fach ex­tra­po­lie­ren wol­len, wenn wir uns näm­lich klar­ma­chen, dass nichts von dem, was die Spra­che zu tun er­laubt, je et­was an­de­res ist als Me­ta­pher oder aber Me­t­ony­mie; dass das, was je­des Spre­chen gleich wel­cher Art in ei­nem be­stimm­ten Mo­ment zu de­no­tie­ren vor­gibt, im­mer nur auf eine Kon­no­ta­ti­on ver­weist; dass es dann – wenn es et­was gibt, was letzt­lich als das an­ge­zeigt wer­den kann, was von je­der zu­sam­men­ge­setz­ten Funk­ti­on der Spra­che de­no­tiert wird, ich habe es Ih­nen das letz­te Mal ge­sagt –, dass es dann nur eine Be­deu­tung* gibt, *die Be­deu­tung des Phal­lus*.

Das ist hier das ein­zi­ge, was von der Spra­che de­no­tiert wird, si­cher­lich de­no­tiert wird, ohne dass hier­auf je­mals et­was ant­wor­ten könn­te. Denn wenn es eben et­was gibt, was den Phal­lus cha­rak­te­ri­siert, dann ist es ge­ra­de nicht, der Si­gni­fi­kant des Man­gels zu sein, wie ei­ni­ge ge­glaubt ha­ben, ei­ni­ge mei­ner Wor­te ver­ste­hen zu kön­nen, son­dern in je­dem Fall si­cher­lich das zu sein, wo­von kei­ner­lei Spre­chen aus­geht.

Sinn* und Be­deu­tung* – von da aus, letz­tes Mal habe ich dar­an er­in­nert, von die­sem Ge­gen­satz aus, der von ei­nem Lo­gi­ker ar­ti­ku­liert wur­de, der wirk­lich et­was Neu­es ein­ge­führt hat, näm­lich von Fre­ge –, Sinn* und Be­deu­tung* de­fi­nie­ren Be­zü­ge, die wei­ter ge­hen als die von Kon­no­ta­ti­on und De­no­ta­ti­on. Vie­le Din­ge in die­sem Ar­ti­kel, mit dem Fre­ge die bei­den Sei­ten des Sinns* und der Be­deu­tung* ein­führt, vie­le Din­ge sind fest­zu­hal­ten, ins­be­son­de­re für ei­nen Ana­ly­ti­ker. Denn ohne Be­zug auf die Lo­gik, der sich na­tür­lich nicht mit der klas­si­schen Lo­gik, mit der aris­to­te­li­schen Lo­gik be­gnü­gen kann, ohne Be­zug auf die Lo­gik ist es si­cher­lich un­mög­lich, bei den The­men, die ich an­ge­he, den rich­ti­gen Punkt zu fin­den.  

[171] Der Hin­weis von Fre­ge dreht sich gänz­lich dar­um, dass wir, wenn wir an ei­nen be­stimm­ten Punkt des wis­sen­schaft­li­che Dis­kur­ses ge­langt sind, dass wir dann Tat­sa­chen wie bei­spiels­wei­se fol­gen­de kon­sta­tie­ren, nicht wahr: Ist es das­sel­be, „Ve­nus“ zu sa­gen, oder sie auf zwei­er­lei Wei­se zu be­nen­nen, so wie sie lan­ge be­zeich­net wur­de, „Abend­stern“ und „Mor­gen­stern“? Ist es das­sel­be, „Sir Wal­ter Scott“ zu sa­gen“ oder zu sa­gen „der Au­tor von Wa­ver­ley“? Die­je­ni­gen, die es nicht wis­sen, möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass er tat­säch­lich der Ver­fas­ser je­nes Wer­kes ist, das Wa­ver­ley heißt. Bei der Un­ter­su­chung die­ser Un­ter­schei­dung wird Fre­ge klar, dass es nicht mög­lich ist, „Sir Wal­ter Scott“ in al­len Fäl­len durch „der Au­tor von Wa­ver­ley“ zu er­set­zen. Hier­bei trifft er die Un­ter­schei­dung, dass „der Au­tor von Wa­ver­ley“ ei­nen Sinn* trans­por­tiert, und dass „Sir Wal­ter Scott“ eine Be­deu­tung* be­zeich­net.

Wenn man mit Leib­niz for­dert, dass sal­va ve­ri­ta­te, die Wahr­heit zu er­hal­ten ist, dann ist klar, dass man for­dern muss, dass all das, was als Ele­ment ei­ner äqui­va­len­ten Be­deu­tung* be­zeich­net wird, ein­an­der glei­cher­ma­ßen er­set­zen kann. Und wenn man die Sa­che prüft? Ich wer­de sie so­fort über­prü­fen, auf den We­gen, die Fre­ge selbst ge­bahnt hat. Kö­nig Ge­org III. – mir ist gleich, ob es Ge­org III. oder Ge­org IV. war, das hat in die­sem Fal­le nur we­nig Be­deu­tung – frag­te, woll­te wis­sen, ob Sir Wal­ter Scott der Au­tor von Wa­ver­ley sei. Wenn wir „der Au­tor von Wa­ver­ley“ durch „Sir Wal­ter Scott“ er­set­zen, er­hal­ten wir den fol­gen­den Satz: Kö­nig Ge­org III. woll­te wis­sen, ob Sir Wal­ter Scott Sir Wal­ter Scott sei – was of­fen­sicht­lich kei­nes­wegs den­sel­ben Sinn hat. Aus­ge­hend von die­ser ein­fa­chen Be­mer­kung, ei­ner lo­gi­schen Ope­ra­ti­on, führt Fre­ge sei­ne grund­le­gen­de Un­ter­schei­dung von Sinn* und Be­deu­tung* ein.

Es ist völ­lig klar, dass die­se Be­deu­tung* na­tür­lich auf eine Be­deu­tung* ver­weist, die stets wei­ter ent­fernt ist.

Was ihn an­geht, so hält er si­cher­lich inne bei der Un­ter­schei­dung zwi­schen dem, was er „un­ge­ra­de Rede“ und „ge­ra­de Rede“ nennt. In­so­fern es ein Ne­ben­satz ist, in dem die Fra­ge von Kö­nig Ge­org III. for­mu­liert wird, müs­sen wir hier den ei­gen­stän­di­gen Sinn* der bei­den Aus­drü­cke fest­hal­ten und dür­fen wir „der Au­tor von Wa­ver­ley“ kei­nes­falls durch „Sir Wal­ter Scott“ er­set­zen.

Aber das ist na­tür­lich ein Kunst­griff, das ist ein Kunst­griff, der für uns –, der uns auf den Weg bringt, näm­lich dass „Sir Wal­ter Scott“ hier ein Name ist, und auch, dass Mon­sieur Car­nap, als er die Fra­ge der Be­deu­tung* auf­greift, sie mit dem Aus­druck „No­mi­na­tum“ über­setzt, wo­mit er ge­nau da aus­rutscht, wo er nicht hät­te aus­rut­schen dür­fen. Denn das ist ge­nau das, was es uns er­lau­ben kann, wei­ter zu ge­hen, aber si­cher­lich nicht in die­sel­be Rich­tung wie Mon­sieur Car­nap. Das ist die­je­ni­ge die sich dar­auf be­zieht, was der Name be­deu­tet.

Es ist für uns hier sehr ein­fach, die Ver­bin­dung zu dem her­zu­stel­len, wor­auf ich vor­hin hin­ge­wie­sen habe. Ich habe Sie dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Phal­lus nicht ant­wor­tet. Nun ja, dies führt uns | [172] zu dem Punkt, den ich hier be­to­nen möch­te, näm­lich dass der Name – der Name* und das noun, aber nur auf der Ebe­ne des Ei­gen­na­mens sieht man die Din­ge –, dass der Name, wie mal je­mand ge­sagt hat, das ist, was auf­ruft. Aber zu was? Das ist das, was zum Spre­chen auf­ruft. Und eben dar­in be­steht die Son­der­stel­lung des Phal­lus, näm­lich dass man ihn noch so sehr auf­ru­fen kann, er wird nie et­was sa­gen.

Nur dies gibt dann dem sei­nen Sinn, was ich sei­ner­zeit „Va­ter­m­e­ta­pher“ ge­nannt habe, und eben dort­hin führt uns die Hys­te­ri­ke­rin. Die Va­ter­m­e­ta­pher, ich mei­ne da, wo ich sie ein­ge­führt habe, das heißt auf der Ebe­ne mei­nes Ar­ti­kels Über die Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht, die Va­ter­m­e­ta­pher habe ich in das all­ge­mei­ne Sche­ma ein­ge­fügt, das dar­aus ex­tra­hiert ist, dass das, was die Lin­gu­is­tik uns über die Me­ta­pher sagt, an das an­ge­nä­hert wird, was die Er­fah­rung des Un­be­wuss­ten uns von der Ver­dich­tung lie­fert. Ich habe ge­schrie­ben S über S1, mul­ti­pli­ziert mit S1 über dem klei­nen s

\frac {\text S}{\text S_1} \cdot \frac {\text S_1}{\text s}

ich habe mich, wie ich glei­cher­ma­ßen in Das Drän­gen des Buch­sta­bens ge­schrie­ben habe, stark auf die­je­ni­ge Sei­te der Me­ta­pher ge­stützt, die dar­in be­steht, ei­nen Sinn her­vor­zu­brin­gen.

\frac {\text S_1}{\text {\$'}} \cdot \frac {\text {\$'}}{x} \rightarrow \text{\normalsize {S}} \left( \frac {\text {1}}{s} \right)
For­mel der Me­ta­pher in „Über eine Fra­ge …„1

 

{f} \left( \frac {\text S'}{\text S} \right) \text{\normalsize {S}} \cong \text{\normalsize {S (+) s}}
For­mel der Me­ta­pher in „Das Drän­gen des Buch­sta­bens …„2

Wenn „der Au­tor von Wa­ver­ley“ Sinn* ist, dann ge­nau des­halb, weil „der Au­tor von Wa­ver­ley“ et­was an­de­res er­setzt, näm­lich die an­fäng­li­che Be­deu­tung*, von der Fre­ge glaubt, sie am Na­men „Sir Wal­ter Scott“ fest­ma­chen zu kön­nen.

Aber nun ja, ich habe die Va­ter­m­e­ta­pher nicht nur un­ter die­sem Blick­win­kel ins Auge ge­fasst. Wenn ich ir­gend­wo ge­schrie­ben habe, dass der Name-des-Va­ters der Phal­lus ist – und Gott weiß, wel­che Schau­der des Ent­set­zens das bei ei­ni­gen from­men See­len her­vor­ge­ru­fen hat –, dann eben des­halb, weil ich es da­mals nicht bes­ser ar­ti­ku­lie­ren konn­te. Es ist klar, dass das der Phal­lus ist, ge­wiss, aber dass das den­noch der Name-des-Va­ters ist.

Wenn das, was Va­ter ge­nannt wird, Name-des-Va­ters, wenn das ein Name ist, der eine Wirk­sam­keit hat, dann ge­nau des­halb, weil je­mand sich er­hebt um zu ant­wor­ten. Un­ter dem Blick­win­kel des­sen, was sich hin­sicht­lich der De­ter­mi­na­ti­on der Psy­cho­se von Schre­ber er­eig­net hat, konn­te ich den Na­men-des-Va­ters zu Recht als Si­gni­fi­kan­ten ver­or­ten, als Si­gni­fi­kan­ten, der in der Lage ist, dem Be­geh­ren der Mut­ter ei­nen Sinn zu ge­ben. Aber auf der Ebe­ne des­sen, wor­um es geht, wenn es, sa­gen wir, die Hys­te­ri­ke­rin ist, die ihn auf­for­dert, dann geht es dar­um, dass je­mand spricht.

Ich möch­te Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass, wenn Freud bis­wei­len ver­sucht hat, ein we­nig nä­her an die Funk­ti­on des Va­ters her­an­zu­kom­men, die für den ana­ly­ti­schen Dis­kurs so we­sent­lich ist, dass man dann in ge­wis­sem Sin­ne sa­gen kann, dass die­se Funk­ti­on das Pro­dukt die­ses Dis­kur­ses ist. Wenn ich den ana­ly­ti­schen Dis­kurs für Sie so ge­schrie­ben habe, | [173] klein a über S2, das heißt der Ana­ly­ti­ker über dem, was er durch den Neu­ro­ti­ker an Wis­sen hat, der Ana­ly­ti­ker, der das Sub­jekt be­fragt [→ $], um hier et­was ein­zu­füh­ren, dann kann man sa­gen, dass der Her­ren­si­gni­fi­kant [S1] des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses bis jetzt eben der Name-des-Va­ters ist.

\frac {a}{\text S_2} \:^\rightarrow \, \frac {\$}{\text S_1}
Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers

Es ist äu­ßerst merk­wür­dig, dass es den ana­ly­ti­schen Dis­kurs ge­braucht hat, da­mit sich Fra­gen dazu stel­len. Was ist ein Va­ter? Freud zö­gert nicht, zu ar­ti­ku­lie­ren, dass dies hier der Name schlecht­hin ist, der den Glau­ben ein­schließt. Das ist die Art, wie er sich aus­drückt. Den­noch könn­ten wir viel­leicht ein ganz klein biss­chen mehr da­von wün­schen (dé­si­rer). Letzt­lich, um die Din­ge ganz dicht an der bio­lo­gi­schen Ebe­ne zu neh­men, man kann sich ohne Wei­te­res vor­stel­len, dass die Re­pro­duk­ti­on der mensch­li­chen Gat­tung – das ist be­reits ge­macht wor­den, das ist über die Ein­bil­dungs­kraft ei­nes Ro­man­ciers be­reits hin­aus­ge­gan­gen –, dass sie sich ohne ir­gend­ei­ne Art von Ein­wir­kung ei­nes We­sens voll­zieht, das mit dem Ti­tel des Va­ters be­zeich­net wird. Die künst­li­che Be­fruch­tung wäre nicht ohne Grund da.

Was macht letzt­lich, und nicht erst seit ges­tern, die Ge­gen­wart des We­sens (es­sence) des Va­ters aus? Und selbst wir Ana­ly­ti­ker, wis­sen wir denn über­haupt, was das ist? Ich möch­te Sie je­doch dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass in der ana­ly­ti­schen Er­fah­rung der Va­ter im­mer nur eine Be­zugs­grö­ße ist. Wir deu­ten die­se oder jene Be­zie­hung zum Va­ter. Ana­ly­sie­ren wir je­mals je­man­den als Va­ter? Man zei­ge mir ei­nen Fall­be­richt. Der Va­ter ist ein Ter­mi­nus der ana­ly­ti­schen Deu­tung – auf ihn be­zieht sich et­was.

Im Lich­te die­ser Be­mer­kun­gen, die –, wenn Sie mir er­lau­ben, dass ich ab­kür­ze –, wür­de ich den­noch gern für Sie das ver­or­ten, wor­um es beim Ödi­pus­my­thos geht.

Der Ödi­pus­my­thos macht in ge­wis­ser Wei­se Är­ger, da er so­zu­sa­gen das Pri­mat des Va­ters ein­führt, so­dass er eine Art Re­flex des Pa­tri­ar­chats wäre. Ich möch­te Sie et­was spü­ren las­sen, was – nun ja –, das, wor­in er zu­min­dest mir kei­nes­wegs ein Re­flex des Pa­tri­ar­chats zu sein scheint, weit da­von ent­fernt. Er bringt für uns nur dies zum Vor­schein, ei­nen Punkt zu­nächst, durch den die Kas­tra­ti­on durch ei­nen lo­gi­schen Zu­gang ein­ge­kreist wer­den könn­te, auf eine Wei­se, die ich als nu­me­rier­bar be­zeich­nen möch­te. | [174] Der Va­ter ist nicht nur kas­triert, son­dern ge­nau ge­sagt, er ist der­art kas­triert, dass er nur eine Num­mer ist. Völ­lig klar wird das von den Dy­nas­ti­en an­ge­zeigt. Eben habe ich zu Ih­nen über ei­nen Kö­nig ge­spro­chen, von dem ich nicht mehr rich­tig wuss­te, wie er heißt, Ge­org III. oder Ge­org IV. Be­den­ken Sie, dass das, was ge­ra­de das Ty­pischs­te der Re­prä­sen­ta­ti­on der Va­ter­schaft zu sein scheint, näm­lich das Kö­nig­tum, dass sich das so voll­zieht: Ge­org I., Ge­org II., Ge­org III., Ge­org IV.

Aber nun ja, es ist ganz of­fen­sicht­lich, dass die Fra­ge da­mit nicht er­schöpft ist, dass es nicht nur Num­mer gibt, es gibt auch Zahl. Um es klar zu sa­gen, hier sehe ich den Punkt, an dem die Rei­he der na­tür­li­chen Zah­len er­fasst wird, wie man sich aus­drückt – und wie man sich gar nicht so schlecht aus­drückt, denn Sie se­hen, das ist ganz nah bei der Na­tur. Ich möch­te Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass – da man am Ho­ri­zont im­mer die Ge­schich­te her­auf­be­schwört, was wohl­ge­merkt ein Grund ist, den stärks­ten Ver­dacht zu he­gen –, ich möch­te Sie ein­fach dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass das Ma­tri­ar­chat, wie man sich aus­drückt, kei­nes­wegs an die Gren­zen der Ge­schich­te zu­rück­ge­drängt wer­den muss. Das Ma­tri­ar­chat be­steht we­sent­lich dar­in, dass es, was die Mut­ter an­geht – wie Freud bei Ge­le­gen­heit her­aus­streicht –, kei­nen Zwei­fel gibt. Man kann sei­ne Mut­ter ge­le­gent­lich in der U-Bahn ver­lie­ren, das ist klar, aber im­mer­hin gibt es kei­nen Zwei­fel dar­an, wer die Mut­ter ist. Ge­nau­so we­nig gibt es ei­nen Zwei­fel dar­an, wer die Mut­ter der Mut­ter ist, und so wei­ter. In ih­rer Ab­stam­mungs­li­nie ist die Mut­ter, so möch­te ich sa­gen, un­zähl­bar. Sie ist in al­len rich­ti­gen Be­deu­tun­gen des Aus­drucks un­zähl­bar. Sie lässt sich nicht zäh­len, da es kei­nen Aus­gangs­punkt gibt – auch wenn die weib­li­che Li­nie not­wen­di­ger­wei­se völ­lig ge­ord­net ist, ist es nicht mög­lich, sie von ir­gend­et­was aus­ge­hen zu las­sen.

Auf der and­ren Sei­te möch­te ich Sie auf et­was hin­wei­sen, was et­was zu sein scheint, wor­auf man nun wirk­lich sehr häu­fig stößt, da es schließ­lich nicht sel­ten ist, nicht wahr, es ist über­haupt nicht sel­ten, dass man sei­nen Groß­va­ter als Va­ter ha­ben kann, ich mei­ne als wah­ren Va­ter, und so­gar sei­nen Ur­groß­va­ter. Ja.

Als in der ers­ten Li­nie der Erz­vä­ter die Leu­te, wie uns ge­sagt wird, un­ge­fähr 900 Jah­re lang leb­ten – ich habe das kürz­lich wie­der­ge­le­sen, das ist sehr pi­kant, das ist ein wirk­lich sen­sa­tio­nel­ler Schwin­del, das ist al­les dazu da, da­mit hier die bei­den un­mit­tel­ba­ren Vor­fah­ren von Noah ge­nau in dem Au­gen­blick tot sind, in dem sich die Sint­flut er­eig­net. Das ist, wie man sieht, sorg­fäl­tig aus­ge­feilt. Nun ja, las­sen wir das bei­sei­te, das soll Ih­nen ein­fach den Zu­sam­men­hang klar­ma­chen, um den es beim Va­ter geht.

Se­hen Sie, was sich von da­her für das er­gibt, was ich Ih­nen ge­sagt habe, da die Zeit vor­an­schrei­tet, näm­lich, wenn wir die Hys­te­ri­ke­rin durch das de­fi­nie­ren, was den Neu­ro­ti­ker de­fi­niert – das fin­det man nicht nur bei ihr –, näm­lich das Ver­mei­den der Kas­tra­ti­on, dann gibt es meh­re­re Ar­ten, sie zu ver­mei­den. Die Hys­te­ri­ke­rin hat ein ein­fa­ches Ver­fah­ren, näm­lich dass sie die Kas­tra­ti­on zur an­de­ren Sei­te hin ver­ein–| [175] sei­tigt, zur Sei­te des Part­ners – sa­gen wir, die Hys­te­ri­ke­rin braucht den kas­trier­ten Part­ner. Das ist klar – dass er kas­triert ist, ist bei der Hys­te­ri­ke­rin grund­le­gend ist für die Mög­lich­keit des Ge­nie­ßens.

Aber das ist noch zu viel. Wenn er kas­triert wäre, gäbe es viel­leicht eine klei­ne Chan­ce, denn die Kas­tra­ti­on ist ja eben das, was ich vor­hin als das de­fi­niert habe, wo­durch das se­xu­el­le Ver­hält­nis er­mög­licht wird. Es ist not­wen­dig, dass er nur das ist, was an­stel­le des Phal­lus ant­wor­tet.

Also, da Freud selbst uns an­zeigt, ich wer­de Ih­nen sa­gen, auf wel­cher Sei­te, uns an­zeigt, dass al­les, was er als My­thos aus­ar­bei­tet – das be­zieht sich auf Mo­ses, „Ich wer­de sie hier nicht der Kri­tik un­ter­zie­hen“, sagt er über das, was er selbst ge­schrie­ben hat. Zu dem Zeit­punkt, an dem er es ver­öf­fent­licht, 1938, sagt er über sei­ne his­to­ri­sche Hy­po­the­se, also die von Sel­lin, die von ihm er­neu­ert wur­de: „denn alle er­reich­ten Er­geb­nis­se“, sagt die Über­set­ze­rin, „bil­den die psy­cho­lo­gi­schen Ab­lei­tun­gen, die sich dar­aus her­lei­ten und die sich be­stän­dig dar­auf be­zie­hen“ – wie Sie se­hen, er­gibt das kei­nen Sinn. Auf Deutsch hat das ei­nen Sinn, näm­lich, „denn sie bil­den die Vor­aus­set­zung der psy­cho­lo­gi­schen Er­ör­te­run­gen, die von ih­nen aus­ge­hen und im­mer wie­der auf sie zu­rück­kom­men“. Das wird ja tat­säch­lich un­ter dem Dik­tat der Hys­te­ri­ke­rin – nicht aus­ge­ar­bei­tet, denn der Ödi­pus ist von Freud nie­mals wirk­lich aus­ge­ar­bei­tet wor­den –, er wird ge­wis­ser­ma­ßen am Ho­ri­zont an­ge­zeigt, im Rauch, wenn man so sa­gen kann, im Rauch des­sen, was als Op­fer der Hys­te­ri­ke­rin auf­steigt.

Be­trach­ten wir je­doch nä­her, was die­se Be­nen­nung jetzt be­deu­tet, die­se Ant­wort auf den Ap­pell des Va­ters im Ödi­pus.

Wenn ich Ih­nen vor­hin ge­sagt habe, dass hier­durch die Fol­ge der na­tür­li­chen Zah­len ein­ge­führt wird, dann heißt das, dass wir hier das ha­ben, was sich in der neue­ren lo­gi­schen Aus­ar­bei­tung die­ser Fol­ge, der von Pea­no, als not­wen­dig er­wie­sen hat, näm­lich nicht ein­fach die Tat­sche der Nach­fol­ge. Wenn man ver­sucht, die Mög­lich­keit ei­ner sol­chen Fol­ge zu axio­ma­ti­sie­ren, stößt man, um den Nach­fol­ger zu pos­tu­lie­ren, auf die Not­wen­dig­keit der Null. Die Mi­ni­ma­la­xio­me von Pea­no – ich be­har­re nicht auf al­lem, was am Ran­de an Kom­men­ta­ren und Per­fek­tio­nie­run­gen pro­du­ziert wer­den konn­te –, aber die letz­te For­mel ist die, durch wel­che die Null pos­tu­liert wird, als et­was, das für die­se Fol­ge not­wen­dig ist, ohne die sie in kei­ner Wei­se axio­ma­ti­siert wäre und ohne die sie also, wie ich vorn­hin ge­sagt habe, un­zähl­bar wäre.

Die lo­gi­sche Ent­spre­chung zur Funk­ti­on des Va­ters ist ge­nau dies: die Funk­ti­on der Null, die all­zu oft ver­ges­sen wird.

Ich kann das nur Ran­de ma­chen und sehr schnell. Ich möch­te Sie dar­auf hin­wei­sen, dass wir ins zwei­te Jahr­tau­send im Jah­re 2000 | [176] ein­tre­ten, so­viel ich weiß. Wenn Sie das ein­fach ak­zep­tie­ren – an­de­rer­seits kön­nen Sie das auch nicht ak­zep­tie­ren –, aber wenn Sie das ein­fach ak­zep­tie­ren, möch­te ich Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass hier­für not­wen­dig ist, dass es ein Jahr Null nach Chris­ti Ge­burt ge­ge­ben hat. Das ist et­was, das die Au­to­ren des re­pu­bli­ka­ni­schen Ka­len­ders ver­ges­sen hat­ten – das ers­te Jahr wur­de von ih­nen als „Jahr I der Re­pu­blik“ be­zeich­net.

Die­se Null ist für je­den chro­no­lo­gi­schen Na­tur­be­zug wirk­lich we­sent­lich. Und dann ver­ste­hen wir, was der Va­ter­mord be­deu­tet.

Es ist ei­gen­ar­tig, es ist selt­sam, nicht wahr, dass die­ser Va­ter­mord nie­mals er­scheint, selbst in den Dra­men nicht, wie je­mand zu­tref­fend her­aus­ge­stellt hat, der dar­über ein Ka­pi­tel ge­schrie­ben hat, das gar nicht schlecht ist, dass selbst in den Dra­men nie­mals –. Kein Dra­ma­ti­ker hat je­den­falls ge­wagt, wie der Au­tor sich aus­drückt, den ab­sicht­li­chen Mord an ei­nem Va­ter durch ei­nen Sohn zur Dar­stel­lung zu brin­gen; ach­ten Sie dar­auf – selbst im grie­chi­schen Thea­ter gibt es das nicht, an ei­nem Va­ter als Va­ter.

Im Ge­gen­satz hier­zu er­scheint je­doch der Ter­mi­nus „Va­ter­mord“ im Zen­trum des­sen, was Freud aus­ar­bei­tet, aus­ge­hend von Ge­ge­ben­hei­ten, die in­fol­ge der Hys­te­ri­ke­rin und ih­res Um­fel­des durch die Zu­rück­wei­sung der Kas­tra­ti­on ge­bil­det wer­den. Konn­te „Va­ter­mord“ sich nicht ge­nau des­halb, wenn ich so sa­gen kann, dem Den­ken von Freud auf der Li­nie sei­ner Zu­gän­ge zur Hys­te­ri­ke­rin auf­drän­gen, weil er der Er­satz für die zu­rück­ge­wie­se­ne Kas­tra­ti­on ist?

Es ist klar, dass in der Per­spek­ti­ve der Hys­te­rie der Phal­lus das ist, was frucht­bar ist, und dass das, was er her­vor­bringt, er selbst ist, wenn man so sa­gen kann. Die Frucht­bar­keit ist phal­li­sche Fäl­schung, und eben da­her rührt es, dass je­des Kind Re­pro­duk­ti­on des Phal­lus ist, in­so­fern er, wenn ich mich so aus­drü­cken kann, mit Zeu­gung schwan­ger geht.

Aber dann ah­nen wir auch, da es vom –; dass ich Ih­nen die lo­gi­sche Un­mög­lich­keit der Wahl der un­be­frie­dig­ten Be­zie­hung zum se­xu­el­len Ver­hält­nis auf­ge­schrie­ben habe; dass es vom pap­lu­dun [Nicht-mehr-als-ei­ner] her ist, dass ich sie Ih­nen be­zeich­net habe; hier­durch kommt es, dass das un­glaub­li­che Ent­ge­gen­kom­men von Freud ge­gen­über ei­nen Mo­no­the­is­mus, des­sen Mo­dell er merk­wür­di­ger­wei­se von ganz wo­an­ders holt als aus sei­ner Tra­di­ti­on –. Für ihn muss es Ech­na­ton sein. Auf der se­xu­el­len Ebe­ne ist nichts mehr­deu­ti­ger, möch­te ich sa­gen, als die­ser so­la­re Mo­no­the­is­mus. Wenn man sieht, wie er strahlt, mit all sei­nen Strah­len, mit klei­nen Hän­den aus­ge­stat­tet, die da­bei sind, die Na­sen­lö­cher un­zäh­li­ger win­zi­ger Men­schen­we­sen zu kit­zeln, Kin­der des ei­nen wie des an­de­ren Ge­schlechts, wo­bei in die­ser bild­haf­ten Dar­stel­lung der ägyp­ti­schen Skulp­tur er­staun­lich ist, so muss man wohl sa­gen, dass sie sich äh­neln wie Brü­der und mehr noch wie Schwes­tern. Wenn das Wort „sub­lim“ ei­nen mehr­deu­ti­gen Sinn ha­ben kann, dann wohl hier, da es auch nicht ohne Be­deu­tung ist, dass die letz­ten Mo­nu­men­tal­bil­der von Ech­na­ton, die ich se­hen konn­te, als ich das letz­te Mal ägyp­ti­schen Bo­den ver­ließ, Bil­der sind, die nicht nur kas­triert sind, son­dern die schlicht­weg weib­lich sind.

[177] Es ist völ­lig klar, wenn die Kas­tra­ti­on ein Ver­hält­nis zum Phal­lus hat, dann kön­nen wir den Phal­lus nicht hier be­zeich­nen. Ich möch­te sa­gen, wenn ich das klei­ne Sche­ma ma­che, das dem „nicht alle“ kor­re­spon­die­ren wür­de, als et­was, was ei­nen be­stimm­ten Typ der Be­zie­hung zu „Φ von x“ be­zeich­net, dass es eben in dem Sin­ne ist, dass die Er­wähl­ten sich den­noch auf „Φ von x“ be­zie­hen.

Der Über­gang zur, in An­füh­rungs­zei­chen, „mas­ku­li­nen“ Ver­mitt­lung ist nur die von die­sem „zu­min­dest eins“, das ich her­aus­ge­stellt habe und das wir im Pea­no wie­der­fin­den, durch die­ses be­stän­dig wie­der­hol­te n + 1, das­je­ni­ge, das in ge­wis­ser Wei­se vor­aus­setzt, dass das vor­an­ge­hen­de n sich auf Null re­du­ziert. Wo­durch? Eben durch den Va­ter­mord.

Durch die­se Ver­or­tung des, wenn man so sa­gen kann, des Um­wegs, <habe ich> die un­ge­ra­de* Art <an­ge­ge­ben> – so muss man wohl sa­gen, um Fre­ges ei­ge­nen Aus­druck zu ver­wen­den –, wie der Sinn des Va­ter­mor­des sich auf eine an­de­re Be­deu­tung* be­zieht.

Dar­auf muss ich mich heu­te ja be­schrän­ken, wo­bei ich mich da­für ent­schul­di­ge, dass ich die Din­ge nicht wei­ter vor­an­trei­ben konn­te; das wird also fürs nächs­te Jahr sein. Ich be­dau­re es, dass die Din­ge in die­sem Jahr zwangs­läu­fig so ver­stüm­melt da­her­ka­men.

Aber Sie wer­den se­hen kön­nen, dass To­tem und Tabu hin­ge­gen, näm­lich das, wor­in das ur­sprüng­li­che Ge­nie­ßen auf die Sei­te des Va­ters ge­bracht wird, dass dies et­was ist, wor­auf nicht we­ni­ger eine Ver­mei­dung ant­wor­tet, die streng dem gleich­wer­tig ist, wor­um es beim Kno­ten der Kas­tra­ti­on geht, streng gleich­wer­tig, wo­mit eben dies an­ge­zeigt wird, dass der Zwangs­neu­ro­ti­ker, um auf die For­mel zu ant­wor­ten „Es gibt kein x, das exis­tiert, das sich in die Va­ria­ble Φ von x ein­schrei­ben könn­te“, so vor­geht, dass er sich ein­fach da­durch ent­zieht, dass er nicht exis­tiert. Das ist das, wor­an wir, war­um nicht, die Fort­set­zung un­se­res Dis­kur­ses an­knüp­fen wer­den, der Zwangs­neu­ro­ti­ker, in­so­fern er ver­pflich­tet ist, nicht zu exis­tie­ren, im Hin­blick auf die­sen nicht we­ni­ger my­thi­schen Va­ter, näm­lich den von To­tem und Tabu. 

Wie das? Dar­an hängt wirk­lich al­les, wor­um es bei ei­ner be­stimm­ten re­li­giö­sen Er­bau­ung geht und bei dem, in­so­fern sie lei­der nicht re­du­zier­bar ist, selbst nicht durch das, was Freud an sei­nen zwei­ten My­thos an­hängt, an den von To­tem und Tabu, näm­lich nicht mehr und nicht we­ni­ger als sei­ne zwei­te To­pik; das ist das, was wir spä­ter für Sie ent­wi­ckeln kön­nen. Denn be­ach­ten Sie, die zwei­te To­pik, das ist ihre gro­ße Neue­rung, das ist das Über-Ich. Was ist das We­sen des Über-Ichs? Da­mit könn­te ich en­den, ich könn­te da­mit en­den, Ih­nen et­was in die hoh­le Hand zu ge­ben, das sie dann ver­su­chen kön­nen, von sich aus zu hand­ha­ben.

Was ist die An­ord­nung des Über-Ichs? Sie hat ih­ren Ur­sprung ge­nau in die­sem mehr als my­thi­schen Ur­va­ter, in die­sem Auf­ruf zum rei­nen Ge­nie­ßen, und das heißt auch | [178] zur Nicht-Kas­tra­ti­on.

Und was sagt denn die­ser Va­ter beim Un­ter­gang des Ödi­pus? Er sagt, was das Über-Ich sagt. Was das Über-Ich sagt – es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass ich das noch nie wirk­lich an­ge­packt habe –, das ist „Ge­nie­ße!“. Das ist die An­ord­nung, die un­mög­lich zu er­fül­len­de An­ord­nung, die als sol­che am Ur­sprung all des­sen steht, was er – so pa­ra­dox Ih­nen das vor­kom­men mag – mit dem Ter­mi­nus des mo­ra­li­schen Be­wusst­seins aus­ar­bei­tet.

Um des­sen Spiel, ich möch­te so­gar sa­gen des­sen Spott rich­tig zu spü­ren, müs­sen Sie den Ek­kle­si­as­tes le­sen. „Ge­nie­ße, so­lan­ge du in die­ser nie­de­ren Welt bist, ge­nie­ße“, sagt der rät­sel­haf­te Au­tor die­ses er­staun­li­chen Tex­tes, „ge­nie­ße mit der Frau, die du liebst“.

Das ist der Gip­fel der Pa­ra­do­xie, da das Hin­der­nis eben von da­her kommt, sie zu lie­ben.

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Französisch/deutsch                                                    

[163] Je vais es­say­er aujourd’hui de fi­xer le sens de cet­te rou­te par laquel­le je vous ai me­nés cet­te an­née sous le tit­re D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant.

Ich wer­de heu­te ver­su­chen, den Sinn des We­ges zu be­stim­men, auf dem ich Sie in die­sem Jahr ge­führt habe, un­ter dem Ti­tel Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre.

Cet­te hy­po­thè­se – car c’est au con­di­ti­onnel que ce tit­re vous est pré­sen­té – cet­te hy­po­thè­se est cel­le dont se ju­s­ti­fie tout dis­cours.

Die­se Hy­po­the­se – denn die­ser Ti­tel ist Ih­nen im Kon­di­tio­nal prä­sen­tiert wor­den –, die­se Hy­po­the­se ist die, von der her je­der Dis­kurs sich be­grün­det.

N’omettez pas que l’année der­niè­re, j’ai es­sayé d’articuler en quat­re dis­cours ty­pi­ques, ces dis­cours qui sont ceux au­x­quels vous avez af­fai­re dans un cer­tain ord­re in­stau­ré, qui bien sûr, ne se ju­s­ti­fie lui-même que pour l’histoire.3

Ver­ges­sen Sie nicht, dass ich im Jahr da­vor ver­sucht habe, in vier ty­pi­schen Dis­kur­sen die­je­ni­gen Dis­kur­se zu ar­ti­ku­lie­ren, mit de­nen Sie es zu tun ha­ben, in ei­ner be­stimm­ten eta­blier­ten Ord­nung, die sich selbst na­tür­lich nur für die Ge­schich­te be­grün­det.4

Si je les ai bri­sés en quat­re, c’est ce que je crois avoir ju­s­ti­fié du dé­ve­lop­pe­ment que je leur ai don­né et de la for­me que dans un écrit dit Ra­dio­pho­nie, pa­ra­do­xa­le­ment, mais pas tel­le­ment que cela, si vous avez en­t­en­du ce que j’ai dit la der­niè­re fois, un cer­tain ord­re donc, dans cet écrit, vous rap­pel­le les ter­mes.

Wenn ich sie in vier auf­ge­bro­chen habe, so ist dies et­was, was ich glau­be, durch die Er­läu­te­rung be­grün­det zu ha­ben, die ich dazu ge­ge­ben habe, so­wie durch die Form, die in ei­ner Schrift, die pa­ra­do­xer­wei­se Ra­dio­pho­nie heißt – aber so pa­ra­dox ist das nun auch wie­der nicht, falls Sie ge­hört ha­ben, was ich das letz­te Mal ge­sagt habe –; eine be­stimm­te Ord­nung also in die­ser Schrift bringt Ih­nen die Ter­mi­ni in Er­in­ne­rung.5

C’est du glis­se­ment tou­jours syn­co­pé, du glis­se­ment des quat­re ter­mes dont il y a tou­jours deux qui font béan­ce, que ces dis­cours que j’ai dé­si­gnés nom­mé­ment du dis­cours du maît­re, du dis­cours uni­ver­si­taire, du dis­cours que j’ai pri­vilé­gié du ter­me de l’hystérique et du dis­cours de l’analyste, que je les ai or­don­nés.

Von dem Glei­ten her, das im­mer syn­ko­piert ist, von dem Glei­ten der vier Ter­mi­ni her, bei de­nen es im­mer zwei gibt, die eine Lü­cke bil­den, von da­her habe ich die­se Dis­kur­se – die ich als Dis­kurs des Herrn be­zeich­net habe, als Dis­kurs der Uni­ver­si­tät, als Dis­kurs, den ich mit dem Ter­mi­nus der Hys­te­ri­ke­rin aus­ge­zeich­net habe, und als Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers –, von da­her habe ich sie ge­ord­net.6

Ces dis­cours ont la pro­prié­té de tou­jours avoir leur point d’ordonnance, qui est aus­si ce­lui d’ailleurs dont je les éping­le, d’être à par­tir du sem­blant.

Die­se Dis­kur­se ha­ben die Ei­gen­schaft, dass sie im­mer ih­ren An­ord­nungs­punkt ha­ben, der im Üb­ri­gen auch der ist, wor­an ich sie fest­ma­che, von da­her, dass sie so sind, dass sie vom Schein aus­ge­hen.7

Qu’est-ce que le dis­cours ana­ly­tique a de pri­vilé­gié d’être ce­lui qui nous per­met, en som­me, les ar­ti­cu­lant ain­si, de les ré­par­tir aus­si en quat­re dis­po­si­ti­ons fon­da­men­ta­les ?

Was zeich­net den ana­ly­ti­schen Dis­kurs aus, so­dass er der­je­ni­ge ist, der es uns ins­ge­samt ge­stat­tet, die Dis­kur­se, in­dem wir sie so ar­ti­ku­lie­ren, auch in vier grund­le­gen­de An­ord­nun­gen auf­zu­tei­len?

C’est pa­ra­do­xal, c’est sin­gu­lier qu’une par­eil­le énon­cia­ti­on se pré­sen­te, com­me au ter­me de ce que ce­lui qui se trouve être à l’origine du dis­cours ana­ly­tique, à savoir Freud, a per­mis.

Es ist pa­ra­dox, es ist ei­gen­ar­tig, dass eine der­ar­ti­ge Äu­ße­rung sich als et­was dar­stellt, das am Ende des­sen ist, was der­je­ni­ge er­mög­licht hat, der am Ur­sprung des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses steht, näm­lich Freud.

[164] Il ne l’a pas per­mis à par­tir de rien.

Er­mög­licht hat er es nicht da­durch, dass er von nichts aus­ging.

Il l’a per­mis à par­tir de ce qui se pré­sen­te – je l’ai bien des fois ar­ti­cu­lé – com­me étant au prin­ci­pe de ce dis­cours même, à savoir ce qui se pri­vilé­gie d’un cer­tain savoir qui éclai­re l’articulation au savoir de la vé­rité.

Er hat es von dem aus er­mög­licht, was sich als et­was dar­stellt – das habe ich oft­mals ar­ti­ku­liert –, was das Prin­zip eben die­ses Dis­kur­ses ist, näm­lich das, was be­güns­tigt wird durch ein be­stimm­tes Wis­sen, durch das die Ver­bin­dung der Wahr­heit mit dem Wis­sen auf­ge­klärt wird.8

Il est à pro­pre­ment par­ler pro­di­gieux que ceux-là mê­mes qui, pris d’une cer­tai­ne per­spec­tive, cel­le que nous pour­ri­ons dé­fi­nir de se po­ser com­me au re­gard de la so­cié­té, ceux donc qui, dans cet­te per­spec­tive se pré­sen­tent com­me des in­fir­mes, so­yons plus ai­ma­bles : com­me des boi­teux, et l’on sait que be­au­té boî­te – à savoir les név­ro­sés, et nom­mé­ment les hys­té­ri­ques et les ob­ses­si­onnels, que ce soit d’eux que par­te, que soit par­ti ce trait de lu­miè­re fou­droyant qui tra­ver­se de long en lar­ge la dem­an­si­on que con­di­ti­onne le lan­ga­ge.

Es ist wirk­lich au­ßer­ge­wöhn­lich, dass ge­ra­de die­je­ni­gen, die, wenn sie in ei­ner be­stimm­ten Per­spek­ti­ve er­fasst wer­den, die wir da­durch de­fi­nie­ren könn­ten, dass sie sich an der Ge­sell­schaft aus­rich­tet, dass also die­je­ni­gen, die sich in die­ser Per­spek­ti­ve als Be­hin­der­te dar­stel­len, sei­en wir freund­li­cher, als Hin­ken­de – man weiß ja, dass Schön­heit hinkt –, näm­lich die Neu­ro­ti­ker, ins­be­son­de­re die Hys­te­ri­ke­rin­nen und die Zwangs­neu­ro­ti­ker, dass also sie es sind, von de­nen die­ser über­wäl­ti­gen­de Licht­streif aus­geht, aus­ge­gan­gen ist, der in Län­ge und Brei­te die dem­an­si­on durch­quert, die durch die Spra­che be­dingt ist.9

La fonc­tion qu’est la vé­rité, voi­re à l’occasion … [Un­ter­bre­chung durch Lärm im Hör­saal] …

Die Funk­ti­on, die die Wahr­heit ist, ja ge­le­gent­lich –. [Un­ter­bre­chung durch Lärm im Hör­saal]

X : Ar­rêtez de pho­to­gra­phier…

X: Hö­ren Sie auf zu fo­to­gra­fie­ren!

La­can : Qu’est-ce qu’il se pas­se ? Qu’est-ce qu’il y a ? Par­don ? Est-ce que je pour­rais en­t­end­re ce qu’on me dit ?

La­can: Was ist los? Was gibt es? Bit­te? Könn­te ich ver­ste­hen, was man mir sagt?

X : C’est pas vous mais il y a des pho­tos qui sont en train d’être pri­ses !

X: Es geht nicht um Sie, aber da wer­den ge­ra­de Fo­tos ge­macht.

La­can : Si quelqu’un a quel­que cho­se à me dire, qu’il me l’énonce de fa­çon très pré­cise !

La­can: Wenn mir je­mand et­was zu sa­gen hat, möge er es mir ge­gen­über ganz prä­zi­se äu­ßern!

La­can : Cha­cun sait la place que cela ti­ent dans l’énonciation de Freud, voi­re cet­te cris­tal­li­sa­ti­on qu’est ce que nous con­nais­sons sous sa for­me mo­der­ne, ce que nous con­nais­sons de la re­li­gi­on, nom­mé­ment10 la tra­di­ti­on ju­déo-chré­ti­en­ne sur laquel­le por­te tout ce qu’a énon­cé Freud à pro­pos des re­li­gi­ons.

La­can: Je­der kennt den Platz, den das in den Äu­ße­run­gen von Freud ein­nimmt, so­gar die­se Kris­tal­li­sie­rung, die das ist, was wir in ih­rer mo­der­nen Form ken­nen, was wir von der Re­li­gi­on ken­nen, ins­be­son­de­re von der jü­disch-christ­li­chen Tra­di­ti­on, auf die sich al­les be­zieht, was Freud über die Re­li­gio­nen ge­äu­ßert hat.

Ceci est cohé­rent, je le rap­pel­le, avec cet­te opé­ra­ti­on de sub­ver­si­on de ce qui jusqu’alors s’était sou­tenu à tra­vers tou­te une tra­di­ti­on sous le tit­re de la con­nais­sance, et cet­te opé­ra­ti­on s’origine de la no­ti­on de sym­ptô­me.

Das hängt zu­sam­men, ich er­in­ne­re dar­an, mit der Ope­ra­ti­on der Sub­ver­si­on des­sen, was sich bis da­hin aus al­ter Tra­di­ti­on un­ter dem Ti­tel der Er­kennt­nis auf­recht­erhal­ten hat­te, und die­se Ope­ra­ti­on geht auf den Be­griff des Sym­ptoms zu­rück.

Il est im­portant his­to­ri­que­ment de s’apercevoir que ce n’est pas là que ré­si­de la nou­veau­té de l’introduction à la psy­chana­ly­se réa­li­sée par Freud : la no­ti­on du sym­ptô­me, com­me je l’ai plu­sieurs fois mar­qué et com­me il est très fa­ci­le de la re­pé­rer à la lec­tu­re de ce­lui qui en est re­s­ponsa­ble, à savoir Marx.

Es ist his­to­risch wich­tig sich klar­zu­ma­chen, dass nicht dar­in die Neu­ar­tig­keit der von Freud rea­li­sier­ten Ein­füh­rung in die Psy­cho­ana­ly­se be­steht; der Be­griff des Sym­ptoms, wie ich mehr­fach her­vor­ge­ho­ben habe, und da es sehr leicht ist, ihn beim Le­sen des­je­ni­gen aus­zu­ma­chen, der da­für ver­ant­wort­lich ist, näm­lich Marx –.11

Ce qu’il y a, dans la théo­rie de la con­nais­sance, de fon­da­men­ta­le du­pe­rie, cet­te di­men­si­on du sem­blant qu’introduit la du­pe­rie dé­non­cée com­me tel­le par la sub­ver­si­on mar­xis­te, le fait que ce qui est dé­non­cé, c’est jus­te­ment tou­jours dans une cer­tai­ne tra­di­ti­on par­ve­nue à son acmé avec le dis­cours hé­gé­li­en, que quel­que sem­blant y est in­stau­ré en fonc­tion de po­ids et me­su­re si je puis dire, à tenir pour ar­gent comp­tant.

Was es in der Er­kennt­nis­theo­rie an fun­da­men­ta­lem Be­trug gibt, die­se Di­men­si­on des Scheins, die den Be­trug ein­führt, der als sol­che von der mar­xis­ti­schen Sub­ver­si­on an­ge­pran­gert wird, die Tat­sa­che, dass das, was an­ge­pran­gert wird, im­mer in ei­ner be­stimm­ten Tra­di­ti­on steht, die ih­ren Hö­he­punkt mit dem Hegel’schen Dis­kurs er­reicht hat, dass hier ein ge­wis­ser Schein die Funk­ti­on von Ge­wicht und Maß über­nom­men hat, wenn ich so sa­gen kann, ein Schein, der für bare Mün­ze zu neh­men ist.

Et ce n’est pas pour rien que j’emploie ces mé­ta­pho­res, puis­que c’est au­tour de l’argent, au­tour du ca­pi­tal com­me tel, que joue le pi­vot de cet­te dé­non­cia­ti­on qui fait ré­si­der dans le féti­che ce quel­que | [165] cho­se qu’un re­tour de la pen­sée doit re­mett­re à sa place très pré­cisé­ment en tant que sem­blant.

Und es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass ich die­se Me­ta­phern ver­wen­de, denn des Geld, das Ka­pi­tal als sol­ches, ist der An­gel­punkt, um den sich die­se Kri­tik dreht, die das auf dem Fe­tisch be­ru­hen lässt, was eine Wie­der­kehr des Den­kens wie­der an sei­nen Platz stel­len muss, und zwar ge­nau als Schein.12

Le sin­gu­lier de cet­te re­mar­que est tout de même fait aus­si pour nous fai­re aper­ce­voir qu’il ne suf­fit pas que quel­que cho­se s’énonce dans cet­te dé­non­cia­ti­on qui se pose com­me vé­rité au nom de laquel­le émer­ge, se pro­meut la plus-va­lue com­me étant le res­sort de ce qui ré­du­it à son sem­blant de ce qui jus­que-là se sou­te­n­ait d’un cer­tain nom­bre de mé­con­nais­sances dé­li­bé­rées, il ne suf­fit pas, re­mar­quer­ai-je et l’histoire le dé­mont­re, que cet­te ir­rup­ti­on de la vé­rité se pro­dui­se pour que pour au­tant soit abat­tu ce qui se sou­ti­ent de ce dis­cours.

Das Ei­gen­tüm­li­che die­ser Be­mer­kung ist je­doch auch dazu ge­eig­net, uns wahr­neh­men zu las­sen, dass es nicht hin­reicht, dass in die­ser Kri­tik et­was ge­äu­ßert wird, in die­ser Kri­tik, die als Wahr­heit auf­tritt, in de­ren Na­men der Mehr­wert auf­taucht, der Mehr­wert ge­för­dert wird, als Trieb­fe­der des­sen, wo­durch das auf sei­nen Schein re­du­ziert wird, was bis da­hin durch eine Rei­he von ab­sicht­li­chen Ver­ken­nun­gen ge­stützt wur­de; dass es nicht hin­reicht, möch­te ich an­mer­ken, und die Ge­schich­te be­weist es, dass sich die­ses Her­ein­bre­chen der Wahr­heit voll­zieht, da­mit dann das, was sich auf die­sen Dis­kurs stützt, ge­stürzt wird.

Ce dis­cours, que nous pour­ri­ons ap­pe­ler dans l’occasion « ca­pi­ta­lis­te » en tant qu’il est dé­ter­mi­na­ti­on du dis­cours du maît­re, y trouve bien en fait et bien plu­tôt son com­plé­ment.

Die­ser Dis­kurs, den wir bei die­ser Ge­le­gen­heit „ka­pi­ta­lis­tisch“ nen­nen könn­ten, in­so­fern er eine Aus­for­mung des Her­ren­dis­kur­ses ist, fin­det hier viel­mehr fak­tisch sei­ne Er­gän­zung.

Il ap­pa­raît que, loin que le dis­cours ca­pi­ta­lis­te se por­te plus mal de cet­te re­con­nais­sance com­me tel­le de la fonc­tion de la plus-va­lue, il n’en sub­sis­te pas moins, qu’aussi bien ca­pi­ta­lis­me re­pris dans un dis­cours du maît­re est bien ce qui sem­ble dis­tin­guer les sui­tes po­li­ti­ques qui ont ré­sul­té, sous for­me d’une ré­vo­lu­ti­on po­li­tique, qui ont ré­sul­té de la dé­non­cia­ti­on mar­xis­te de ce qu’il en est d’un cer­tain dis­cours du sem­blant.

Es scheint, dass es dem ka­pi­ta­lis­ti­schen Dis­kurs durch die Er­kennt­nis der Funk­ti­on des Mehr­werts kei­nes­wegs schlech­ter geht und dass er von da­her nicht we­ni­ger Be­stand hat, und dass auch der in ei­nem Her­ren­dis­kurs fort­ge­führ­te Ka­pi­ta­lis­mus ge­nau das ist, was die po­li­ti­schen Fol­gen zu un­ter­schei­den scheint, die dar­aus in Ge­stalt ei­ner po­li­ti­schen Re­vo­lu­ti­on her­vor­ge­gan­gen sind, die aus der mar­xis­ti­schen Kri­tik des­sen her­vor­ge­gan­gen sind, wor­um es bei ei­nem be­stimm­ten Dis­kurs des Scheins geht.13

C’est bien en quoi je ne m’appesantirai pas ici sur ce qu’il en est de la mis­si­on his­to­ri­que par là dé­vouée, dans le mar­xis­me ou tout au moins dans ses ma­ni­fes­tes, dé­vouée aux pro­lé­taires.

Dar­um wer­de ich mich hier nicht breit über das aus­las­sen, was es mit der his­to­ri­schen Mis­si­on auf sich hat, die hier­durch im Mar­xis­mus oder zu­min­dest in sei­nen Ma­ni­fes­ten den Pro­le­ta­ri­ern zu­ge­wie­sen wird.

Il y a là, je di­rais, un res­te d’entification hu­ma­nis­te qui en faisant du pro­lé­taire ce­lui bien sûr qui dans ce mé­ca­nis­me se trouve le plus dé­pouil­lé, n’en mont­re pas moins14 que quel­que cho­se sub­sis­te, qui le fait sub­sis­ter ef­fec­tive­ment dans cet état de dé­pouil­le­ment, et que le fait qu’il soit le sup­port de ce qui se pro­du­it sous l’espèce de la plus-va­lue, n’est pas pour au­tant quel­que cho­se qui d’aucune fa­çon le li­bè­re15 de l’articulation de ce dis­cours.

Es gibt hier, möch­te ich sa­gen, ei­nen Rest an hu­ma­nis­ti­scher Ent­i­fi­zie­rung, die, in­dem sie aus dem Pro­le­ta­ri­er eben den­je­ni­gen macht, der in die­sem Me­cha­nis­mus am meis­ten aus­ge­raubt wird, und nichts­des­to­we­ni­ger da­bei zeigt, das et­was fort­be­steht, was ihn in die­sem Zu­stand der Be­rau­bung tat­säch­lich fort­be­stehen lässt; und dass die Tat­sa­che, dass er die Stüt­ze des­sen ist, was in Form des Mehr­werts her­ge­stellt wird, den­noch nichts ist, was ihn in ir­gend­ei­ner Wei­se von der Ar­ti­ku­la­ti­on die­ses Dis­kur­ses be­freit.

C’est bien en quoi cet­te dé­non­cia­ti­on nous re­por­te à une in­ter­ro­ga­ti­on sur ce quel­que cho­se qui pour­rait être plus ori­gi­nel et qui se trou­ver­ait dans l’origine même de tout dis­cours en tant qu’il est dis­cours du sem­blant.

Da­mit führt die­se Kri­tik uns zu ei­ner Be­fra­gung zu­rück, die sich auf das be­zieht, was ur­sprüng­li­cher sein könn­te und was sich am Ur­sprung je­des Dis­kur­ses fin­den wür­de, in­so­fern er Dis­kurs des Scheins ist.

C’est bien en quoi aus­si ce que j’ai ar­ti­cu­lé sous le ter­me de plus-de-jouir nous re­por­te à ce qui est in­ter­ro­gé dans le dis­cours freu­di­en com­me met­tant en cau­se le rap­port de quel­que cho­se qui s’articule à pro­pre­ment par­ler et à nou­veau com­me vé­rité en op­po­si­ti­on à un sem­blant, et cet­te vé­rité, cet­te op­po­si­ti­on et cet­te dialec­tique de la vé­rité et du sem­blant se trouve, si ce que Freud a dit a un sens, si­tuée au ni­veau de ce que j’ai dé­si­gné du ter­me du rap­port se­xu­el.

Dies ist es auch, wo­mit uns das, was ich mit dem Ter­mi­nus der Mehr­lust ar­ti­ku­liert habe, auf das ver­weist, was im Freud­schen Dis­kurs be­fragt wird, als et­was, was das Ver­hält­nis von et­was in Fra­ge stellt, was im stren­gen Sin­ne und aufs Neue als Wahr­heit im Ge­gen­satz zu ei­nem Schein ar­ti­ku­liert wird, und die­se Wahr­heit, die­ser Ge­gen­satz und die­se Dia­lek­tik von Wahr­heit und Schein ist – wenn das, was Freud sagt, ei­nen Sinn hat – auf der Ebe­ne des­sen ver­or­tet, was ich mit dem Aus­druck des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses be­zeich­net habe.

[166] J’ai en som­me osé ar­ti­cu­ler, in­ci­ter à ce qu’on s’aperçoive que si cet­te ré­vé­la­ti­on qui nous est four­nie par le savoir du név­ro­sé con­cer­nant quel­que cho­se n’est rien d’autre que ceci qui s’articule d’ « il n’y a pas de rap­port se­xu­el »

Kurz, ich habe zu ar­ti­ku­lie­ren ge­wagt, ich habe es ge­wagt, dazu an­zu­stif­ten, dass man sich klar dar­über wird, dass, wenn die­se Ent­hül­lung, die uns durch das Wis­sen des Neu­ro­ti­kers in Be­zug auf et­was ge­lie­fert wird, <ei­nen Sinn hat, dann kann dies> nichts an­de­res sein als das, was so ar­ti­ku­liert wird: Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis.

Qu’est-ce que cela veut dire ?

Was heißt das? 

Non pas cer­tes que le lan­ga­ge, puis­que déjà je le dis, « il n’y pas de rap­port se­xu­el », c’est quel­que cho­se qui peut se dire, puis­que main­tenant c’est dit.

Si­cher­lich nicht, dass die Spra­che <es nicht sa­gen kann>, da ich es ja be­reits sage; „es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“, das ist et­was, was ge­sagt wer­den kann, da es jetzt ge­sagt ist.

Mais bien sûr il ne suf­fit pas de le dire, il faut en­co­re le mo­ti­ver.

Aber na­tür­lich ge­nügt es nicht, es zu sa­gen, es muss auch noch mo­ti­viert wer­den.

Et les mo­tifs, nous les pre­n­ons dans not­re ex­pé­ri­ence pri­se du fil sui­vi de ce qui s’accroche à cet­te béan­ce fon­da­men­ta­le et ce fil sui­vi, il se noue.

Und die Mo­ti­ve neh­men wir aus un­se­rer Er­fah­rung, die von dem sich durch­zie­hen­den Fa­den des­sen er­fasst wird, was sich an die­se grund­le­gen­de Kluft klam­mert, und die­ser sich durch­zie­hen­de Fa­den ver­kno­tet sich.

Il a son dé­part cen­tral, en­rou­lé au­tour de ce vide dans ce qui don­ne le dis­cours du név­ro­sé.

Er geht we­sent­lich von et­was aus, das in dem, was den Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers er­gibt, um die­se Lee­re ge­wi­ckelt ist.16

La der­niè­re fois, j’ai – je vous l’ai fait sen­tir, as­sez sou­li­gné – ten­té d’amorcer d’un écrit com­ment peut se si­tu­er ce qu’il en est du point de dé­part de ce fil.

Das letz­te Mal habe ich – ich habe es Sie spü­ren las­sen, hin­rei­chend her­vor­ge­ho­ben –, habe ich ver­sucht, von et­was Ge­schrie­be­nem aus zu skiz­zie­ren, wie sich das, wor­um es beim Aus­gangs­punkt die­ses Fa­dens geht, ver­or­ten lässt.

J’ai l’intention aujourd’hui, non pas bien sûr – la cho­se est au-delà des li­mi­tes de tout ce qui peut se dire dans l’espace li­mité d’un sé­mi­nai­re – non pas de ce que le név­ro­sé in­di­que de son rap­port à cet­te dis­tan­ce, mais de ce que les my­thes dont s’est or­don­né, si je puis dire, non pas tou­jours sous la dic­tée, mais en écho au dis­cours du név­ro­sé, les my­thes que Freud a for­gés.

Heu­te habe ich si­cher­lich nicht die Ab­sicht – die Sa­che ist jen­seits der Gren­zen all des­sen, was im be­grenz­ten Raum ei­nes Se­mi­nars ge­sagt wer­den kann –, nicht die Ab­sicht, über das <zu spre­chen>, was der Neu­ro­ti­ker von sei­nem Ver­hält­nis zu die­sem Ab­stand an­zeigt, son­dern über das, was die My­then <be­sa­gen>, von de­nen her sich die My­then ge­ord­net ha­ben, wenn ich so sa­gen kann, die Freud er­son­nen hat, nicht im­mer un­ter dem Dik­tat, wohl aber als Echo auf den Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers.

Pour pou­voir le fai­re dans un temps aus­si court, il faut par­tir de ce point vrai­ment cen­tral, qui est aus­si un point d’énigme du dis­cours psy­chana­ly­tique, du dis­cours psy­chana­ly­tique en tant qu’il n’est ici qu’à l’écoute de ce dis­cours der­nier, de ce­lui qui ne se­rait pas du dis­cours du sem­blant.

Um das in so kur­zer Zeit tun zu kön­nen, muss man von die­sem wirk­lich zen­tra­len Punkt aus­ge­hen, der auch ein Rät­sel­punkt des psy­cho­ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses ist, des psy­cho­ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses, in­so­fern er hier nur auf die­sen letz­ten Dis­kurs ach­tet, auf den­je­ni­gen, der nicht Dis­kurs vom Schein wäre.

Il est à l’écoute d’un dis­cours qui ne se­rait pas, mais17 qui aus­si bien n’est pas, je veux dire que ce qui s’indique n’est que la li­mi­te im­po­sée au dis­cours quand il s’agit du rap­port se­xu­el.

Er ach­tet auf ei­nen Dis­kurs, der nur das wäre, der aber auch nur das ist, möch­te ich sa­gen, was an­ge­zeigt wird, nur die Gren­ze ist, die dem Dis­kurs auf­ge­zwun­gen ist, wenn es um das se­xu­el­le Ver­hält­nis geht.

J’ai es­sayé, quant à moi au point où j’en suis, d’où j’avance tout ce qui pour­rait s’en for­mu­ler plus avant, de vous dire que c’est de son échec au ni­veau d’une lo­gi­que, d’une lo­gi­que qui se sou­ti­en­ne de ce dont tou­te lo­gi­que se sou­ti­ent, à savoir de l’écriture.

Ich habe ver­sucht – was mich an­geht, an dem Punkt, an dem ich da­mit bin, von dem aus ich al­les vor­brin­ge, was da­von wei­ter for­mu­liert wer­den könn­te –, Ih­nen zu sa­gen, dass es von sei­nem Schei­tern auf der Ebe­ne ei­ner Lo­gik her­rührt, ei­ner Lo­gik, die sich auf das stützt, wor­auf jede Lo­gik sich stützt, näm­lich auf die Schrift (éc­ri­tu­re).

Il est clair que18 l’œuvre de Freud est une œu­vre écri­te, mais aus­si bien aus­si que ce qu’elle des­si­ne de ces écrits, c’est quel­que cho­se qui en­tou­re d’une vé­rité voilée, ob­scu­re, cel­le qui s’énonce de ceci qu’un rap­port se­xu­el, tel qu’il pas­se dans un quel­con­que ac­com­plis­se­ment ne se sou­ti­ent, ne s’assied que de cet­te com­po­si­ti­on ent­re la jouis­sance et le sem­blant qui s’appelle la cas­tra­ti­on.

Es ist klar, dass das Werk von Freud ein ge­schrie­be­nes Werk ist, aber eben­so auch, dass das, was von die­sen Schrif­ten um­ris­sen wird, et­was ist, was von ei­ner ver­hüll­ten, dunk­len Wahr­heit um­ge­ben ist, der­je­ni­gen, die sich dar­in äu­ßert, dass ein se­xu­el­les Ver­hält­nis, so wie es in ei­nen wie auch im­mer ge­ar­te­ten Voll­zug über­geht, nur von die­ser Ver­bin­dung her ge­stützt wird, nur von ihr her ei­nen Platz ein­nimmt, näm­lich aus­ge­hend von der Ver­bin­dung von Ge­nie­ßen und Schein, die Kas­tra­ti­on heißt.19

Que nous la vo­yons re­sur­gir à tout in­stant dans le dis­cours du név­ro­sé mais sous la for­me d’une crain­te, d’un évi­te­ment, c’est jus­te­ment en cela que la cas­tra­ti­on res­te énig­ma­tique ; qu’aucune, en som­me, de ses réa­li­sa­ti­ons, sous des for­mes fort di­ver­ses, mou­van­tes, cha­toyan­tes, ou aus­si bien l’exploration de la psy­cho­pa­tho­lo­gie, du phé­nomè­ne ana­lysa­ble tout au moins de cet­te psy­cho­pa­tho­lo­gie, que les ex­cur­si­ons dans | [167] l’ethnologie le per­met­tent, il n’en res­te pas moins que ce quel­que cho­se dont se dis­tin­gue tout ce qui est évo­qué com­me cas­tra­ti­on, nous le vo­yons sous quel­le for­me ? sous la for­me, tou­jours, d’un évi­te­ment.

Dass wir sie im Dis­kurs des Neu­ro­ti­kers in je­dem Mo­ment wie­der­auf­tau­chen se­hen, je­doch in Ge­stalt ei­ner Furcht, ei­nes Ver­mei­dens, ge­nau dar­in bleibt die Kas­tra­ti­on rät­sel­haft; dass, kurz ge­sagt, kei­ne ih­rer Rea­li­sie­run­gen in sehr un­ter­schied­li­chen, un­be­stän­di­gen, schil­lern­den Ge­stal­ten oder auch die Er­kun­dung der Psy­cho­pa­tho­lo­gie – zu­min­dest der ana­ly­sier­ba­ren Er­schei­nung die­ser Psy­cho­pa­tho­lo­gie, die ihm durch Aus­flü­ge in die Eth­no­lo­gie er­mög­licht wer­den – da­von un­be­rührt bleibt, dass wir das, wo­durch sich all das aus­zeich­net, was als Kas­tra­ti­on evo­ziert wird, dass wir es in wel­cher Form se­hen? im­mer in Form ei­nes Ver­mei­dens.

Si le név­ro­sé, si je puis dire té­moi­g­ne de l’intrusion né­ces­sai­re de ce que j’ai ap­pelé à l’instant cet­te com­po­si­ti­on de la jouis­sance et du sem­blant qui se pré­sen­te com­me la cas­tra­ti­on, c’est jus­te­ment en ce qu’il s’y mont­re de quel­que fa­çon in­ap­te.

Wenn der Neu­ro­ti­ker, wenn ich so sa­gen darf, das not­wen­di­ge Her­ein­bre­chen des­sen be­zeugt, was ich so­eben als die Ver­bin­dung von Ge­nie­ßen und Schein be­zeich­net habe, die sich als Kas­tra­ti­on dar­stellt, so zeigt er sich eben dar­in in ge­wis­ser Wei­se un­fä­hig.

Et, si tout ce qu’il en est des ri­tu­els d’initiation qui, com­me vous le sa­vez, et si vous ne le sa­vez pas, vous n’avez qu’à lire les ouvra­ges tech­ni­ques.

Und wenn all das, was es an In­itia­ti­ons­ri­tua­len gibt, die, wie Sie wis­sen –; und wenn Sie es nicht wis­sen, müs­sen Sie nur die ein­schlä­gi­gen Ar­bei­ten le­sen.

Et pour en prend­re deux qui sont pro­du­its de l’intérieur du champ ana­ly­tique lui-même, je vous dé­si­gne re­spec­tive­ment : Pro­blems of bi­se­xua­li­ty as re­flec­ted in cir­con­ci­si­on, c’est-à-dire Pro­b­lè­mes de la bi­se­xua­lité en tant que réflé­chis dans la cir­con­ci­si­on de Her­man Nun­berg, paru à […] c’est-à-dire, en fin de comp­te à l’Imago Pu­blis­hing de Lond­res, et d’autre part l’ouvrage in­ti­tu­lé Bles­su­res sym­bo­li­ques, de Bru­no Bet­tel­heim.

Und um zwei da­von zu neh­men, die Pro­duk­te aus dem In­ne­ren des ana­ly­ti­schen Fel­des sind, ver­wei­se ich Sie auf Pro­blems of bi­se­xua­li­ty as re­flec­ted in cir­con­ci­si­on, das heißt Pro­ble­me der Bi­se­xua­li­tät, wie sie sich in der Be­schnei­dung dar­stel­len, von Her­man Nun­berg, er­schie­nen in [un­ver­ständ­lich], das heißt letzt­lich bei Ima­go Pus­blis­hing in Lon­don20, und an­de­rer­seits eine Ar­beit mit dem Ti­tel Sym­bo­li­sche Wun­den von Bru­no Bet­tel­heim21.

Vous y ver­rez, dé­ployée dans tou­te son am­bi­guïté, dans son flot­te­ment fon­da­men­tal, l’hésitation en quel­que sor­te de la pen­sée ana­ly­tique ent­re une or­don­nan­ce ex­pli­ca­ti­ve qui fait d’une crain­te de la cas­tra­ti­on lais­sée tout à fait en pan­ne et en quel­que sor­te au p’tit bon­heur ou mal­heur, com­me vous vou­d­rez, des ac­ci­dents dans les­quels se pré­sen­tent quel­que cho­se qui, pris dans ce re­gist­re, ne se­rait que l’effet d’on ne sait quel ma­len­ten­du, lui-même sour­ce jail­lie de préju­gés, de ma­l­adres­ses, de quel­que cho­se de rec­tifia­ble ou au con­trai­re d’une pen­sée qui s’aperçoit qu’il y a bien là quel­que cho­se dont la con­stan­ce, à tout le moins dans un nom­bre im­men­se des pro­duc­tions que nous pou­vons en­re­gis­trer sous tous les re­gis­tres, que les ca­ta­lo­gues so­i­ent plus ou moins bien faits, que ce so­i­ent ceux de l’ethnologie ou de la psy­cho­pa­tho­lo­gie que j’évoquais tout à l’heure, ou d’autres, nous met en face de ceci que c’est de – et Freud l’exprime à l’occasion : il sait fort bien le dire dans Ma­lai­se dans la ci­vi­li­sa­ti­on – c’est à pro­pos de quel­que cho­se qui, après tout, ne rend pas si nou­veau ce que j’ai for­mu­lé de « il n’y a pas de rap­port se­xu­el ». 22

Sie wer­den hier (aus­ge­brei­tet in sei­ner gan­zen Mehr­deu­tig­keit, in sei­nem fun­da­men­ta­len Schwan­ken) ge­wis­ser­ma­ßen das Zö­gern des ana­ly­ti­schen Den­kens se­hen, zwi­schen ei­ner er­klä­ren­den An­ord­nung, die aus ei­ner Kas­tra­ti­ons­furcht (die völ­lig in Stich ge­las­sen wird und ge­wis­ser­ma­ßen dem Glück oder dem Un­glück über­las­sen wird, ganz wie Sie möch­ten) die dar­aus Un­fäl­le macht, in de­nen sich et­was dar­stellt, das, in die­sem Re­gis­ter er­fasst, nur die Wir­kung ir­gend­ei­nes Miss­ver­ständ­nis­ses wäre (das eben der Spring­quell von Vor­ur­tei­len wäre, von Un­ge­schick­lich­kei­ten, von et­was Kor­ri­gier­ba­rem), und im Ge­gen­satz hier­zu ei­nem Den­ken, das mit­be­kom­men hat, dass es hier et­was gibt, des­sen Kon­stanz (zu­min­dest in ei­ner un­ge­heu­ren An­zahl von Pro­duk­tio­nen, die wir in sämt­li­chen Re­gis­tern auf­zeich­nen kön­nen, ob die­se Ka­ta­lo­ge nun mehr oder we­ni­ger gut ge­macht sind, sei­en es die der Eth­no­lo­gie oder die der Psy­cho­pa­tho­lo­gie, an die ich ge­ra­de er­in­nert habe, oder noch an­de­re), des­sen Kon­stanz uns da­mit kon­fron­tiert, dass sich dies auf et­was be­zieht (und Freud bringt es ge­le­gent­lich zum Aus­druck, im Un­be­ha­gen in der Kul­tur weiß er es sehr gut zu sa­gen), sich auf et­was be­zieht, im Ver­hält­nis zu dem letzt­lich gar nicht mehr so neu ist, was ich mit dem „Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“ for­mu­liert habe.23

Il in­di­que, il in­di­que bien sûr, en des ter­mes com­me il le fait d’habitude, tout à fait clairs, que sans dou­te là-des­sus très pré­cisé­ment à pro­pos du rap­port se­xu­el, quel­que fa­ta­lité s’inscrit qui y rend né­ces­sai­re ce qui alors ap­pa­raît com­me étant les mo­y­ens, les ponts, les pas­se­rel­les, les édi­fices, les con­struc­tions pour tout dire, qui, à la ca­rence de ce rap­port se­xu­el pour au­tant qu’après tout, dans une sor­te d’inversion de per­spec­tive, tout dis­cours pos­si­ble n’en ap­pa­raî­trait que com­me | [168] le sym­ptô­me, qui à l’intérieur de ce rap­port se­xu­el, mé­na­ge dans des con­di­ti­ons que com­me à l’ordinaire nous re­por­tons dans la pré­his­toire, dans les do­mai­nes ex­tra-his­to­ri­ques, qui dans ces con­di­ti­ons-là per­met­trait en quel­que sor­te la réus­si­te de ce qui pour­rait s’établir d’artificiel, en sup­pléant à ce man­que in­scrit en som­me dans l’être par­lant, sans que nous puis­si­ons savoir si c’est de ce qu’il soit par­lant que c’en est ain­si, ou au con­trai­re de ce que l’origine soit que le rap­port n’est pas parlable, qu’il faut que s’élabore pour tous ceux qui ha­bi­tent le lan­ga­ge, qu’il faut que pour eux s’élabore quel­que cho­se qui rem­plis­se24, sous la for­me de la cas­tra­ti­on, la béan­ce lais­sée dans ce quel­que cho­se de pour­tant es­sen­tiel, bio­lo­gi­que­ment es­sen­tiel à la re­pro­duc­tion de ces êtres vi­vants, à ce que leur race de­meu­re fé­con­de.

Er weist dar­auf hin, er weist na­tür­lich, wie er es für ge­wöhn­lich tut, in Ter­mi­ni dar­auf hin, die völ­lig klar sind, dass sich hier­bei zwei­fel­los, ge­nau in Be­zug auf das se­xu­el­le Ver­hält­nis, eine be­stimm­te Fa­ta­li­tät ein­schreibt, die hier all das not­wen­dig macht, was dann, um es klar zu sa­gen, als die Mit­tel er­schei­nen, als die Brü­cken, die Ste­ge, die Ge­bäu­de, die Kon­struk­tio­nen, die, an­ge­sichts des Aus­fal­lens des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses (in­so­fern in ei­ner Art Um­keh­rung der Per­spek­ti­ve je­der mög­li­che Dis­kurs letzt­lich nur als Sym­ptom er­schei­nen wür­de), die in­ner­halb die­ses se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses da­für sor­gen (un­ter Be­din­gun­gen, die wir für ge­wöhn­lich auf die Vor­ge­schich­te be­zie­hen, auf die au­ßer­his­to­ri­schen Be­rei­che), die un­ter die­sen Be­din­gun­gen in ge­wis­ser Wei­se den Er­folg des­sen er­mög­li­chen wür­den, was an Künst­li­chem für die­sen Man­gel als Er­satz ein­ge­bracht wer­den könn­te, für den Man­gel, der in das spre­chen­de We­sen ins­ge­samt ein­ge­schrie­ben ist (ohne dass wir wis­sen kön­nen, ob es des­halb so ist, weil es spre­chend ist, oder im Ge­gen­teil des­halb, weil der Ur­sprung dar­in be­steht, dass das Ver­hält­nis nicht sprech­bar ist), dass et­was für all die­je­ni­gen aus­ge­ar­bei­tet wer­den muss, die die Spra­che be­woh­nen, dass für sie sich et­was ent­wi­ckeln muss, wo­durch, in Ge­stalt der Kas­tra­ti­on, die Kluft aus­ge­füllt wird, die in die­sem Et­was ge­las­sen wird, was gleich­wohl we­sent­lich ist, bio­lo­gisch we­sent­lich ist für die Re­pro­duk­ti­on die­ser Le­be­we­sen, da­mit ihre Ras­se frucht­bar bleibt.

Tel est bien en ef­fet le pro­b­lè­me à quoi sem­ble fai­re face tout ce qu’il en est des ri­tu­els d’initiation.

Das ist eben wirk­lich das Pro­blem, dem sich all das zu stel­len scheint, wor­um es bei den In­itia­ti­ons­ri­tua­len geht.

Que ces ri­tu­els d’initiation com­pren­nent des ma­ni­pu­la­ti­ons, opé­ra­ti­ons, in­ci­si­ons, cir­con­ci­si­ons, qui vi­sent et met­tent leur mar­que très pré­cisé­ment sur l’organe que nous vo­yons fonc­tion­ner com­me sym­bo­le dans ce qui, par l’expérience ana­ly­tique, nous est pré­sen­té com­me al­lant bien au-delà du pri­vilè­ge d’un or­ga­ne, puis­que c’est le phal­lus, et le phal­lus en tant que c’est à ce tiers que s’ordonne tout ce qui en som­me met en im­pas­se la jouis­sance qui fait de l’homme et de la femme en tant que nous les dé­fi­ni­ri­ons d’un simp­le éping­la­ge bio­lo­gi­que ces êtres qui très pré­cisé­ment sont, avec la jouis­sance se­xu­el­le et d’une fa­çon élec­tive par­mi tou­tes les au­tres jouis­sances, en dif­fi­cul­té avec elle.

Dass zu die­sen In­itia­ti­ons­ri­tua­len sol­che Ma­ni­pu­la­tio­nen, Ope­ra­tio­nen, Ein­schnit­te, Be­schnei­dun­gen ge­hö­ren, die sich auf das Or­gan rich­ten und ihre Mar­kie­run­gen eben ge­nau auf das­je­ni­ge Or­gan set­zen, das wir als Sym­bol fun­gie­ren se­hen, in dem, was sich uns durch die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung als et­was dar­stellt, was über die Be­son­der­heit ei­nes Or­gans weit hin­aus­geht, da es der Phal­lus ist, und der Phal­lus in­so­fern, als sich auf die­ses Drit­te hin all das ord­net, wo­durch das Ge­nie­ßen ins­ge­samt in eine Sack­gas­se ge­bracht wird, die aus dem Mann und der Frau, so­fern wir sie mit ei­nem ein­fa­chen bio­lo­gi­schen Eti­kett de­fi­nie­ren kön­nen, die­se We­sen macht, die eben ge­ra­de mit dem se­xu­el­len Ge­nie­ßen Schwie­rig­kei­ten ha­ben, in ei­ner Wei­se, die sich von al­len an­de­ren Ar­ten des Ge­nie­ßens un­ter­schei­det.

C’est bien de cela qu’il s’agit et c’est de là que nous de­vons par­tir si nous vou­lons que se main­ti­en­ne un sens cor­rect à ce qui s’inaugure du dis­cours ana­ly­tique.

Das ist eben das, wor­um es geht, und es ist das, wo­von wir aus­ge­hen müs­sen, wenn wir wol­len, dass für das, was durch den ana­ly­ti­schen Dis­kurs er­öff­net wird, die rich­ti­ge Rich­tung bei­be­hal­ten wird.

S’il exis­te – on nous le sup­po­se25 – quel­que cho­se de dé­fi­ni, c’est ce que nous ap­pe­lons la cas­tra­ti­on qui au­rait le pri­vilè­ge de parer à ce quel­que cho­se dont l’indécidable fait le fond du rap­port se­xu­el pour au­tant que la jouis­sance y doit être or­don­née.26

Falls et­was exis­tiert – das wird uns un­ter­stellt –, et­was De­fi­nier­tes, so ist es das, was wir die Kas­tra­ti­on nen­nen, die das Pri­vi­leg hät­te, dem zu be­geg­nen, des­sen Un­ent­scheid­ba­res den Grund des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses aus­macht, in­so­fern das Ge­nie­ßen hier ge­ord­net wer­den muss.27

Au re­gard de ceci qui ne sem­ble pas in­é­vi­ta­ble28 – et je par­le de ces énon­cés –, la dra­ma­tur­gie de con­train­te qui fait com­me ça le quo­ti­di­en du dis­cours ana­ly­tique est tout à fait con­trai­re à ceci.

Be­zo­gen auf das, was nicht un­ver­meid­bar zu sein scheint, und ich spre­che über die­se Aus­sa­gen, steht die Dra­ma­tur­gie des Zwangs (con­train­te) – die nun ein­mal den All­tag des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses aus­macht – völ­lig im Ge­gen­satz.

C’est une re­mar­que et qui fait la val­eur du li­v­re se­cond de Bru­no Bet­tel­heim que je vous ai poin­té et qui est évi­dem­ment tout à fait con­trai­re avec ceci qui est la seu­le cho­se im­port­an­te : il ne s’agit pas de re­pous­ser dans la pré­his­toire ce qu’il en est des ri­tu­els d’initiation.

Das ist eine Be­mer­kung, die den Wert des zwei­ten Bu­ches aus­macht, von Bru­no Bet­tel­heim, auf das ich Sie hin­ge­wie­sen habe und das of­fen­sicht­lich völ­lig im Ge­gen­satz zu dem steht, was das ein­zig Wich­ti­ge ist: Es geht nicht dar­um, das, wor­um es bei den In­itia­ti­ons­ri­tua­len geht, in die Vor­ge­schich­te zu­rück­zu­sto­ßen.29

Les ri­tu­els d’initiation, com­me tout ce que nous pou­vons avoir en­vie de re­pous­ser dans la pré­his­toire, ils sont là, ils exis­tent tou­jours, ils sont vi­vants de par le mon­de.

Die In­itia­ti­ons­ri­tua­le wie all das, bei dem uns der Sinn da­nach ste­hen mag, es in die Vor­ge­schich­te zu­rück­zu­sto­ßen, sie sind da, es gibt sie im­mer, über­all auf der Welt sind sie le­ben­dig.

Il y a en­co­re des | [169] Aus­tra­li­ens qui se font cir­con­ci­re, su­bin­ci­ser, il y a des zo­nes ent­iè­res dans la ci­vi­li­sa­ti­on où la cir­con­ci­si­on règ­ne et mé­con­naît­re que dans un siè­cle dit de lu­miè­re, ces pra­ti­ques, non seu­le­ment sub­sis­tent, mais sont flo­ri­des, se port­ent fort bien –.

Es gibt noch Aus­tra­li­er, die sich be­schnei­den las­sen, die eine Su­bin­zi­si­on an sich vor­neh­men las­sen, es gibt gan­ze Ge­bie­te der Zi­vi­li­sa­ti­on, in de­nen die Be­schnei­dung herrscht, und zu ver­ken­nen, dass die­se Prak­ti­ken in ei­nem so­ge­nann­ten auf­ge­klär­ten Jahr­hun­dert nicht nur fort­be­stehen, son­dern in Blü­te ste­hen, dass es mit ih­nen sehr gut steht –.

C’est évi­dem­ment de là que nous de­vons par­tir pour nous aper­ce­voir que ce n’est au­cu­ne dra­ma­tur­gie con­ceva­ble de con­train­te quel­le qu’elle soit, qu’il n’y a pas d’exemple que ce soit seu­le­ment la con­train­te.

Of­fen­sicht­lich müs­sen wir von da aus­ge­hen, um zu be­mer­ken, dass dies kei­ne denk­ba­re Dra­ma­tur­gie des Zwangs ist, wel­che auch im­mer, dass es kein Bei­spiel da­für gibt, dass es sich nur um Zwang han­delt.

Il s’agit en­co­re de savoir ce que veut dire une con­train­te.

Es geht au­ßer­dem dar­um, was „Zwang“ be­deu­tet.

Une con­train­te n’est ja­mais que quel­que cho­se d’un tout aut­re ord­re que la pré­ten­due pré­va­lence d’une pré­ten­due su­pé­rio­rité phy­si­que ou aut­re.

Ein Zwang ist im­mer et­was von ei­ner ganz an­de­ren Ord­nung als dem an­geb­li­chen Vor­herr­schen ei­ner an­geb­li­chen phy­si­schen oder sons­ti­gen Über­le­gen­heit.

Elle se sup­por­te pré­cisé­ment de si­gni­fi­ants.30

Er wird eben ge­nau durch Si­gni­fi­kan­ten ge­stützt.

Et, si c’est à la loi, à la règ­le des dits si­gni­fi­ants que de tels su­jets veu­lent bien se so­u­mett­re, c’est bien pour des rai­sons et ces rai­sons, c’est ce qui nous im­por­te .

Und wenn sol­che Sub­jek­te sich dem Ge­setz, der Re­gel be­sag­ter Si­gni­fi­kan­ten un­ter­wer­fen wol­len, dann hat das Grün­de, und die­se Grün­de sind das, was für uns wich­tig ist.

Et c’est là que nous de­vons bien plu­tôt in­ter­ro­ger quel­le est la com­plaisance, pour em­ploy­er un ter­me qui pour nous me­ner tout droit à l’hystérique n’en est pas moins d’une por­tée ex­trê­me­ment gé­né­ra­le, la com­plaisance qui fait que sub­sis­te bel et bien, et en des temps tout à fait his­to­ri­ques ce qu’il en est de ce qu’on nous pré­sen­te com­me quel­que cho­se dont à soi seul l’image se­rait pas sup­por­ta­ble.

Und hier müs­sen wir viel­mehr da­nach fra­gen, wor­in das Ent­ge­gen­kom­men be­steht – um ei­nen Aus­druck zu ver­wen­den, der, auch wenn er uns ge­ra­de­wegs zur Hys­te­ri­ke­rin führt, nichts­des­to­we­ni­ger von äu­ßerst all­ge­mei­ner Trag­wei­te ist –, das Ent­ge­gen­kom­men, das dazu führt, das dazu führt, dass sehr wohl das fort­be­steht, und zwar in voll­kom­men his­to­ri­schen Zei­ten, was man uns als et­was dar­stellt, des­sen Bild be­reits von sich aus un­er­träg­lich wäre.31

Et elle pour­rait l’être en ef­fet in­sup­por­ta­ble pour tel ou tel32, et jus­te­ment c’est de cela qu’il s’agit, c’est de savoir pour­quoi.

Und es könn­te tat­säch­lich für die­sen oder je­nen un­er­träg­lich sein, und das ist ge­nau das, wor­um es geht, näm­lich zu wis­sen war­um.

C’est là que je re­prends mon fil.

Und hier neh­me ich mei­nen Fa­den wie­der auf.

C’est à sui­v­re ce fil que nous don­nons sens à ce qui s’articule du lan­ga­ge dans33 ce que j’appellerai cet­te pa­ro­le in­é­di­te, en tout cas in­é­di­te jusqu’à une cer­tai­ne épo­que qui, elle, est bel et bien his­to­ri­que et à not­re por­tée, cet­te pa­ro­le in­é­di­te et qui se pré­sen­te, en som­me, com­me de­vant tou­jours pour une part le res­ter, il n’y a pas d’autre dé­fi­ni­ti­on à don­ner à l’inconscient.

In­dem wir die­sem Fa­den fol­gen, ge­ben wir dem ei­nen Sinn, was von der Spra­che (lan­ga­ge) in dem ar­ti­ku­liert wird, was ich die­ses un­ver­öf­fent­li­che Spre­chen (pa­ro­le in­é­di­te) nen­nen möch­te, un­ver­öf­fent­licht je­den­falls bis zu ei­ner be­stimm­ten Epo­che, die durch­aus his­to­risch und in un­se­rer Reich­wei­te ist, die­ses un­ver­öf­fent­lich­te Spre­chen, das sich ins­ge­samt als et­was dar­stellt, das zum Teil im­mer un­ver­öf­fent­licht blei­ben muss – es gibt kei­ne an­de­re De­fi­ni­ti­on, die für das Un­be­wuss­ten zu ge­ben wäre.

Ven­ons-en main­tenant à l’hystérique, puisqu’il me plaît de par­tir de l’hystérique pour es­say­er de voir où nous con­du­it ce fil.

Kom­men wir da­mit zur Hys­te­ri­ke­rin, da ich gern von der Hys­te­ri­ke­rin aus­ge­he, um zu ver­su­chen, das zu se­hen, wo­hin die­ser Fa­den uns führt.

L’hystérique, mais vous al­lez me de­man­der, en­fin j’espère bien que non en tout cas, qu’est-ce que c’est ?

Die Hys­te­ri­ke­rin, aber sie wer­den mich fra­gen – na ja, ich hof­fe, dass nicht – je­den­falls, was ist das?

Jus­te­ment en­fin c’est cela le sens du dis­cours ana­ly­tique.

Schließ­lich, na ja, eben das ist der Sinn des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses.

C’est qu’à une par­eil­le ques­ti­on – qu’est-ce que c’est ? qu’est-ce que ça veut dire, l’hystérique en per­son­ne ?

Das heißt, dass auf eine der­ar­ti­ge Fra­ge, was ist das, was be­deu­tet das, die Hys­te­ri­ke­rin in Per­son –?

Il me sem­ble avoir tra­vail­lé as­sez long­temps à par­tir de l’imaginaire pour in­di­quer qu’en per­son­ne, rap­pe­ler sim­ple­ment ce qui est déjà écrit dans le ter­me de « per­son­ne », ça veut dire en mas­que.

Mir scheint, dass ich lan­ge ge­nug aus­ge­hend vom Ima­gi­nä­ren ge­ar­bei­tet habe, um dar­auf hin­zu­wei­sen, dass „in Per­son“ – um ein­fach an das zu er­in­nern, was be­reits im Ter­mi­nus „Per­son“ ge­schrie­ben ist –, das be­deu­tet „in Mas­ke“.34

Au­cu­ne ré­pon­se de dé­part ne peut être don­née de ce sens.

Wel­chen Sinn das hat, dazu kann zu Be­ginn kei­ne Ant­wort ge­ge­ben wer­den.

[170] À la ques­ti­on : Qu’est-ce que l’hystérique ? la ré­pon­se du dis­cours ana­ly­tique, c’est « vous le ver­rez bien ».

Auf die Fra­ge „Was ist die Hys­te­ri­ke­rin?“ ist die Ant­wort des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses: „Das wer­den Sie noch se­hen.“

Vous le ver­rez bien jus­te­ment à sui­v­re où elle nous con­du­it.

Sie wer­den es ge­nau dann se­hen, wenn Sie dem fol­gen, wo­hin sie uns führt.

Sans l’hystérique bien sûr, ne se­rait nul­le part venu au jour ce qu’il en est de ce que j’inscris.

Ge­wiss, ohne die Hys­te­ri­ke­rin wäre nir­gend­wo zu­ta­ge ge­tre­ten, wor­um es bei dem geht, was ich an­schrei­be.

Puis­que j’inscris.

Denn ich schrei­be an.

J’essaie de vous don­ner la pre­miè­re ébau­che lo­gi­que de ce dont il s’agit main­tenant, de ce que j’écris Φ de x, qui est à savoir que la jouis­sance, cet­te va­ria­ble dans la fonc­tion in­scri­te en x, se si­tue35 de ce rap­port avec ce Φ qui là dé­si­gne le phal­lus, dé­cou­ver­te cen­tra­le, ou plu­tôt re­dé­cou­ver­te ou, com­me vous vou­d­rez, reb­ap­tê­me.

Ich ver­su­che, Ih­nen die ers­te lo­gi­sche Skiz­ze des­sen zu ge­ben, wor­um es jetzt geht, des­sen, was ich „Φ von x“ schrei­be, was näm­lich dies ist, dass das Ge­nie­ßen, die Va­ria­ble in der mit x an­ge­schrie­be­nen Funk­ti­on, durch das Ver­hält­nis zu die­sem Φ ver­or­tet ist, das hier den Phal­lus be­zeich­net – zen­tra­le Ent­de­ckung oder eher Wie­der­ent­de­ckung oder, wie Sie wol­len, Wie­der­tau­fe.36

Puis­que, com­me je vous l’indiquais la der­niè­re fois, c’est du phal­lus en tant que sem­blant dé­voilé dans les mys­tè­res que le ter­me est re­pris et non pas par ha­sard.

Denn wie ich Ih­nen letz­tes Mal ge­zeigt habe, der Ter­mi­nus ist über­nom­men vom Phal­lus als Schein, der in den Mys­te­ri­en ent­hüllt wird, und das nicht zu­fäl­lig.37

Pour bien en sen­tir du [Stö­rung im Hör­saal38 [un­ver­ständ­lich] la dé­ri­si­on [un­ver­ständ­lich].

Um das gut zu spü­ren [Stö­rung im Hör­saal39 [un­ver­ständ­lich] der Spott [un­ver­ständ­lich].

C’est le com­ble du pa­ra­do­xe, puis­que c’est très pré­cisé­ment dans le fait que c’est au sem­blant du phal­lus qu’est rap­por­té le point pi­vot, le cent­re de tout ce qui peut s’ordonner ou se con­tenir de la jouis­sance se­xu­el­le que dès les pre­miè­res appro­ches des hys­té­ri­ques, dès les Stu­di­en über Hys­te­rie, Freud nous amè­ne.

Das ist der Gip­fel der Pa­ra­do­xie, denn das be­steht ge­nau dar­in, dass der An­gel­punkt, das Zen­trum von al­lem, was vom se­xu­el­len Ge­nie­ßen ge­ord­net oder ein­ge­schränkt wer­den kann, auf den Schein des Phal­lus be­zo­gen wird, dass es das ist, wo­hin Freud uns führt, seit den ers­ten An­nä­he­run­gen an die Hys­te­ri­ke­rin­nen, seit den Stu­di­en über Hys­te­rie.40

J’ai, la der­niè­re fois, ar­ti­cu­lé ceci qu’en som­me à prend­re les cho­ses du point qui peut en ef­fet être in­ter­ro­gé de ce qu’il en est du dis­cours le plus com­mun, que si nous vou­lons, non pas por­ter à son ter­me ce que la lin­gu­is­tique nous in­di­que, mais jus­te­ment l’extrapoler, à savoir nous aper­ce­voir que rien de ce que le lan­ga­ge per­met de fai­re n’est ja­mais que mé­ta­pho­re ou bien mé­tony­mie, que le quel­que cho­se que tou­te pa­ro­le quel­le qu’elle soit pré­tend un in­stant dé­no­ter ne fait ja­mais que ren­voy­er à une con­no­ta­ti­on et que s’il y a quel­que cho­se qui puis­se au der­nier ter­me s’indiquer com­me étant ce qui de tou­te fonc­tion ap­pa­reil­lée du lan­ga­ge se dé­no­te, je vous l’ai dit la der­niè­re fois, il n’y a qu’une Be­deu­tung, Die Be­deu­tung des Phal­lus.

Das letz­te Mal habe ich Fol­gen­des ar­ti­ku­liert: dass ins­ge­samt – um die Din­ge von dem Punkt her an­zu­ge­hen, der tat­säch­lich be­fragt wer­den kann, von dem her, wor­um es im ganz ge­wöhn­li­chen Dis­kurs geht –; dass ins­ge­samt, wenn wir das, wor­auf die Lin­gu­is­tik uns hin­weist, nicht etwa bis zu Ende füh­ren wol­len, son­dern es ein­fach ex­tra­po­lie­ren wol­len, wenn wir uns näm­lich klar­ma­chen, dass nichts von dem, was die Spra­che zu tun er­laubt, je et­was an­de­res ist als Me­ta­pher oder aber Me­t­ony­mie; dass das, was je­des Spre­chen gleich wel­cher Art in ei­nem be­stimm­ten Mo­ment zu de­no­tie­ren vor­gibt, im­mer nur auf eine Kon­no­ta­ti­on ver­weist; dass es dann – wenn es et­was gibt, was letzt­lich als das an­ge­zeigt wer­den kann, was von je­der zu­sam­men­ge­setz­ten Funk­ti­on der Spra­che de­no­tiert wird, ich habe es Ih­nen das letz­te Mal ge­sagt –, dass es dann nur eine Be­deu­tung* gibt, *die Be­deu­tung des Phal­lus*.41

C’est là seul ce qui est du lan­ga­ge dé­no­té, dé­no­té bien sûr sans que puis­se ja­mais rien y répond­re.

Das ist hier das ein­zi­ge, was von der Spra­che de­no­tiert wird, si­cher­lich de­no­tiert wird, ohne dass hier­auf je­mals et­was ant­wor­ten könn­te.

Puis­que s’il y a bien quel­que cho­se qui ca­rac­té­ri­se le phal­lus, ça n’est, non pas d’être le si­gni­fi­ant du man­que com­me cer­ta­ins ont cru pou­voir en­t­end­re cer­tai­nes de mes pa­ro­les, mais d’être as­su­ré­ment en tout cas ce dont ne sort au­cu­ne pa­ro­le.

Denn wenn es eben et­was gibt, was den Phal­lus cha­rak­te­ri­siert, dann ist es ge­ra­de nicht, der Si­gni­fi­kant des Man­gels zu sein, wie ei­ni­ge ge­glaubt ha­ben, ei­ni­ge mei­ner Wor­te ver­ste­hen zu kön­nen, son­dern in je­dem Fall si­cher­lich das zu sein, wo­von kei­ner­lei Spre­chen aus­geht.42

Sinn et Be­deu­tung, c’est de là, je l’ai rap­pelé la der­niè­re fois, c’est de cet­te op­po­si­ti­on ar­ti­cu­lée par le lo­gi­ci­en vrai­ment in­au­gu­ral qu’est Fre­ge, Sinn et Be­deu­tung dé­fi­nis­sent des re­pè­res qui vont plus loin que ceux de con­no­ta­ti­on et de dé­no­ta­ti­on.

Sinn* und Be­deu­tung* – von da aus, letz­tes Mal habe ich dar­an er­in­nert, von die­sem Ge­gen­satz aus, der von ei­nem Lo­gi­ker ar­ti­ku­liert wur­de, der wirk­lich et­was Neu­es ein­ge­führt hat, näm­lich von Fre­ge –, Sinn* und Be­deu­tung* de­fi­nie­ren Be­zü­ge, die wei­ter ge­hen als die von Kon­no­ta­ti­on und De­no­ta­ti­on.43

Beau­coup de cho­ses dans cet ar­ti­cle dont vrai­ment Fre­ge in­stau­re les deux ver­s­ants du Sinn et de la Be­deu­tung, beau­coup de cho­ses sont à re­tenir, et spé­cia­le­ment pour un ana­lys­te.

Vie­le Din­ge in die­sem Ar­ti­kel, mit dem Fre­ge die bei­den Sei­ten des Sinns* und der Be­deu­tung* ein­führt, vie­le Din­ge sind fest­zu­hal­ten, ins­be­son­de­re für ei­nen Ana­ly­ti­ker.

Car as­su­ré­ment, sans une ré­fé­rence lo­gi­que, et qui bien sûr ne peut se suf­fire de la lo­gi­que clas­si­que, de la lo­gi­que aris­to­té­li­ci­en­ne, sans une ré­fé­rence lo­gi­que, il est im­pos­si­ble de trou­ver le point jus­te dans les ma­tiè­res que j’aborde.

Denn ohne Be­zug auf die Lo­gik, der sich na­tür­lich nicht mit der klas­si­schen Lo­gik, mit der aris­to­te­li­schen Lo­gik be­gnü­gen kann, ohne Be­zug auf die Lo­gik ist es si­cher­lich un­mög­lich, bei den The­men, die ich an­ge­he, den rich­ti­gen Punkt zu fin­den. 

[171] La re­mar­que de Fre­ge tourne tou­te ent­iè­re au­tour de ceci que por­tés à un cer­tain point du dis­cours sci­en­ti­fi­que, ce que nous con­sta­tons, c’est par ex­emp­le des faits com­me ce­lui-ci, n’est-ce pas : est-ce la même cho­se que de dire « Vé­nus » ou de l’appeler de deux fa­çons, com­me elle fut long­temps dé­si­gnée, « l’étoile du soir » et « l’étoile du ma­tin » ?

Der Hin­weis von Fre­ge dreht sich gänz­lich dar­um, dass wir, wenn wir an ei­nen be­stimm­ten Punkt des wis­sen­schaft­li­che Dis­kur­ses ge­langt sind, dass wir dann Tat­sa­chen wie bei­spiels­wei­se fol­gen­de kon­sta­tie­ren, nicht wahr: Ist es das­sel­be, „Ve­nus“ zu sa­gen, oder sie auf zwei­er­lei Wei­se zu be­nen­nen, so wie sie lan­ge be­zeich­net wur­de, „Abend­stern“ und „Mor­gen­stern“?

Est-ce la même cho­se de dire « Sir Wal­ter Scott » ou de dire « l’auteur de Wa­ver­ley » ?

Ist es das­sel­be, „Sir Wal­ter Scott“ zu sa­gen“ oder zu sa­gen „der Au­tor von Wa­ver­ley“?44

Je vous pré­vi­ens, pour ceux qui l’ignoreraient, qu’il est ef­fec­tive­ment l’auteur de cet ouvra­ge qui s’appelle Wa­ver­ley.

Die­je­ni­gen, die es nicht wis­sen, möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, dass er tat­säch­lich der Ver­fas­ser je­nes Wer­kes ist, das Wa­ver­ley heißt.

C’est à l’examen de cet­te dis­tinc­tion que Fre­ge s’aperçoit qu’il n’est pas pos­si­ble en tous les cas de rem­pla­cer « Sir Wal­ter Scott » par « l’auteur de Wa­ver­ley ».

Bei der Un­ter­su­chung die­ser Un­ter­schei­dung wird Fre­ge klar, dass es nicht mög­lich ist, „Sir Wal­ter Scott“ in al­len Fäl­len durch „der Au­tor von Wa­ver­ley“ zu er­set­zen.45

C’est en cela qu’il dis­tin­gue ceci que « l’auteur de Wa­ver­ley » vé­hi­cu­le un sens, un Sinn et que « Sir Wal­ter Scott » dé­si­gne une Be­deu­tung.

Hier­bei trifft er die Un­ter­schei­dung, dass „der Au­tor von Wa­ver­ley“ ei­nen Sinn* trans­por­tiert, und dass „Sir Wal­ter Scott“ eine Be­deu­tung* be­zeich­net.46

Il est clair que si l’on pose avec Leib­niz que sal­va ve­ri­ta­te, sau­ver la vé­rité, il faut po­ser que tout ce qui se dé­si­gne com­me élé­ment d’une Be­deu­tung équi­va­len­te peut in­dif­fé­rem­ment se rem­pla­cer.

Wenn man mit Leib­niz for­dert, dass sal­va ve­ri­ta­te, die Wahr­heit zu er­hal­ten ist, dann ist klar, dass man for­dern muss, dass all das, was als Ele­ment ei­ner äqui­va­len­ten Be­deu­tung* be­zeich­net wird, ein­an­der glei­cher­ma­ßen er­set­zen kann.47

Et si on met la cho­se à l’épreuve ?

Und wenn man die Sa­che prüft?

Je vais tout de sui­te le mett­re à l’épreuve se­lon des vo­ies tra­cées par Fre­ge lui-même :

Ich wer­de sie so­fort über­prü­fen, auf den We­gen, die Fre­ge selbst ge­bahnt hat.

Le roi Ge­or­ge III – peu m’importe que ce soit Ge­or­ge III ou Ge­or­ge IV, ça n’a en l’occasion que peu d’importance – de­man­dait, s’informait de savoir si Sir Wal­ter Scott était l’auteur de Wa­ver­ley.

Kö­nig Ge­org III. – mir ist gleich, ob es Ge­org III. oder Ge­org IV. war, das hat in die­sem Fal­le nur we­nig Be­deu­tung – frag­te, woll­te wis­sen, ob Sir Wal­ter Scott der Au­tor von Wa­ver­ley sei.48

Si nous rem­pla­çons « l’auteur de Wa­ver­ley » par « Sir Wal­ter Scott », nous ob­te­n­ons la phra­se sui­van­te : le roi Ge­or­ge III s’informait pour savoir si Sir Wal­ter Scott était Sir Wal­ter Scott, ce qui bien évi­dem­ment n’a ab­so­lu­ment pas le même sens.

Wenn wir „der Au­tor von Wa­ver­ley“ durch „Sir Wal­ter Scott“ er­set­zen, er­hal­ten wir den fol­gen­den Satz: Kö­nig Ge­org III. woll­te wis­sen, ob Sir Wal­ter Scott Sir Wal­ter Scott sei – was of­fen­sicht­lich kei­nes­wegs den­sel­ben Sinn hat.

C’est à par­tir de cet­te simp­le re­mar­que, opé­ra­ti­on lo­gi­que que Fre­ge in­stau­re, in­au­gu­re sa dis­tinc­tion fon­da­men­ta­le du Sinn et de la Be­deu­tung.

Aus­ge­hend von die­ser ein­fa­chen Be­mer­kung, ei­ner lo­gi­schen Ope­ra­ti­on, führt Fre­ge sei­ne grund­le­gen­de Un­ter­schei­dung von Sinn* und Be­deu­tung* ein.

Il est tout à fait clair que cet­te Be­deu­tung ren­vo­ie bien sûr à une Be­deu­tung tou­jours plus loin­tai­ne.

Es ist völ­lig klar, dass die­se Be­deu­tung* na­tür­lich auf eine Be­deu­tung* ver­weist, die stets wei­ter ent­fernt ist.

Pour lui, bien sûr, il s’en ar­rête à la dis­tinc­tion de ce qu’il ap­pel­le le dis­cours ob­li­que et le dis­cours di­rect.

Was ihn an­geht, so hält er si­cher­lich inne bei der Un­ter­schei­dung zwi­schen dem, was er „un­ge­ra­de Rede“ und „ge­ra­de Rede“ nennt.49

C’est pour au­tant que c’est dans une sub­or­don­née, que c’est le roi Ge­or­ge III qui de­man­de50, que nous de­vons ici main­tenir les Sinn dans leur droit et ne rem­pla­cer en au­cun cas « l’auteur de Wa­ver­ley » par « Sir Wal­ter Scott ».

In­so­fern es ein Ne­ben­satz ist, in dem die Fra­ge von Kö­nig Ge­org III. for­mu­liert wird, müs­sen wir hier den ei­gen­stän­di­gen Sinn* der bei­den Aus­drü­cke fest­hal­ten und dür­fen wir „der Au­tor von Wa­ver­ley“ kei­nes­falls durch „Sir Wal­ter Scott“ er­set­zen.51

Mais ceci bien sûr est un ar­ti­fice, c’est un ar­ti­fice qui pour nous, nous met sur la voie de ceci, à savoir que « Sir Wal­ter Scott » en l’occasion, c’est un nom, et aus­si bien que quand Mon­sieur Car­nap re­prend la ques­ti­on de la Be­deu­tung, c’est par le ter­me no­mi­na­tum qu’il le tra­du­it, en quoi jus­te­ment il glis­se là où il n’aurait pas fal­lu glis­ser.

Aber das ist na­tür­lich ein Kunst­griff, das ist ein Kunst­griff, der für uns –, der uns auf den Weg bringt, näm­lich dass „Sir Wal­ter Scott“ hier ein Name ist, und auch, dass Mon­sieur Car­nap, als er die Fra­ge der Be­deu­tung* auf­greift, sie mit dem Aus­druck „No­mi­na­tum“ über­setzt, wo­mit er ge­nau da aus­rutscht, wo er nicht hät­te aus­rut­schen dür­fen.52

Car ceci jus­te­ment est ce qui peut nous per­mett­re d’aller plus loin, mais cer­tai­ne­ment pas dans la même di­rec­tion que Mon­sieur Car­nap.

Denn das ist ge­nau das, was es uns er­lau­ben kann, wei­ter zu ge­hen, aber si­cher­lich nicht in die­sel­be Rich­tung wie Mon­sieur Car­nap.

C’est cel­le de ce que veut dire le nom, nom : N.O.M. ! je le ré­pè­te, com­me la der­niè­re fois.

Das ist die­je­ni­ge die sich dar­auf be­zieht, was der Name be­deu­tet.53

Il nous est très fa­ci­le de fai­re ici le joint avec ce que j’ai in­di­qué tout à l’heure.

Es ist für uns hier sehr ein­fach, die Ver­bin­dung zu dem her­zu­stel­len, wor­auf ich vor­hin hin­ge­wie­sen habe.

Je vous ai fait re­mar­quer que le phal­lus ne répon­dait pas.

Ich habe Sie dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Phal­lus nicht ant­wor­te­te.

Eh bien, ceci vous | [172] met sur la voie du point que je dé­si­re ici ac­cen­tu­er, c’est que le nom – le nom Name et le noun54, mais on ne voit bien que les cho­ses qu’au ni­veau du nom prop­re – com­me di­sait l’autre, le nom, c’est ce qui ap­pel­le.

Nun ja, dies führt uns zu dem Punkt, den ich hier be­to­nen möch­te, näm­lich dass der Name – der Name* und das noun, aber nur auf der Ebe­ne des Ei­gen­na­mens sieht man die Din­ge –, dass der Name, wie mal je­mand ge­sagt hat, das ist, was auf­ruft.

Mais à quoi ?

Aber zu was?

C’est ce qui ap­pel­le à par­ler !

Das ist das, was zum Spre­chen auf­ruft.

Et c’est bien ce qui fait le pri­vilè­ge du phal­lus, c’est qu’on peut l’appeler éperd­ument, il ne dira tou­jours rien.

Und eben dar­in be­steht die Son­der­stel­lung des Phal­lus, näm­lich dass man ihn noch so sehr auf­ru­fen kann, er wird nie et­was sa­gen.55

Seu­le­ment ceci alors don­ne son sens à ce que j’ai ap­pelé en son temps la mé­ta­pho­re pa­ter­nel­le, et c’est là que nous con­du­it l’hystérique.

Nur dies gibt dann dem sei­nen Sinn, was ich sei­ner­zeit „Va­ter­m­e­ta­pher“ ge­nannt habe, und eben dort­hin führt uns die Hys­te­ri­ke­rin.

La mé­ta­pho­re pa­ter­nel­le, bien sûr, là où je l’ai in­tro­du­i­te, c’est-à-dire au ni­veau de mon ar­ti­cle sur la Ques­ti­on préalable à tout trai­te­ment pos­si­ble de la psy­cho­se, je l’ai in­sé­rée dans le sché­ma gé­né­ral ex­trait du rappro­che­ment de ce que nous dit la lin­gu­is­tique sur la mé­ta­pho­re avec ce que l’expérience de l’inconscient nous don­ne de la con­den­sa­ti­on.

Die Va­ter­m­e­ta­pher, ich mei­ne da, wo ich sie ein­ge­führt habe, das heißt auf der Ebe­ne mei­nes Ar­ti­kels Über die Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht, die Va­ter­m­e­ta­pher habe ich in das all­ge­mei­ne Sche­ma ein­ge­fügt, das dar­aus ex­tra­hiert ist, dass das, was die Lin­gu­is­tik uns über die Me­ta­pher sagt, an das an­ge­nä­hert wird, was die Er­fah­rung des Un­be­wuss­ten uns von der Ver­dich­tung lie­fert.56

J’ai écrit le S sur S1 mul­ti­plié par le S1 sur le pe­tit s

\frac {\text S}{\text S_1} \cdot \frac {\text S_1}{\text s}

je me suis, com­me j’ai écrit éga­le­ment dans l’In­stan­ce de la lett­re, fort­e­ment ap­puyé sur cet­te face de la mé­ta­pho­re qui est d’engendrer un sens.57

 

\frac {\text S_1}{\text {\$'}} \cdot \frac {\text {\$'}}{x} \rightarrow \text{\normalsize {S}} \left( \frac {\text {1}}{s} \right)
For­mel der Me­ta­pher in „Über eine Fra­ge …„58

 

{f} \left( \frac {\text S'}{\text S} \right) \text{\normalsize {S}} \cong \text{\normalsize {S (+) s}}
For­mel der Me­ta­pher in „Das Drän­gen des Buch­sta­bens …„59

Ich habe ge­schrie­ben S über S1, mul­ti­pli­ziert mit S1 über dem klei­nen s, ich habe mich, wie ich glei­cher­ma­ßen in Das Drän­gen des Buch­sta­bens ge­schrie­ben habe, stark auf die­je­ni­ge Sei­te der Me­ta­pher ge­stützt, die dar­in be­steht, ei­nen Sinn her­vor­zu­brin­gen.60

Si « l’auteur de Wa­ver­ley » c’est Sinn, c’est très pré­cisé­ment par­ce que « l’auteur de Wa­ver­ley » rem­place quel­que cho­se d’autre qui est Be­deu­tung in­itia­le61 que Fre­ge croit pou­voir éping­ler du nom de « Sir Wal­ter Scott ».

Wenn „der Au­tor von Wa­ver­ley“ Sinn* ist, dann ge­nau des­halb, weil „der Au­tor von Wa­ver­ley“ et­was an­de­res er­setzt, näm­lich die an­fäng­li­che Be­deu­tung*, von der Fre­ge glaubt, sie am Na­men „Sir Wal­ter Scott“ fest­ma­chen zu kön­nen.

Mais en­fin il n’y a pas que sous cet ang­le que j’ai en­vi­sa­gé la mé­ta­pho­re pa­ter­nel­le.

Aber nun ja, ich habe die Va­ter­m­e­ta­pher nicht nur un­ter die­sem Blick­win­kel ins Auge ge­fasst.

Si j’ai écrit quel­que part que le Nom-du-père, c’est le Phal­lus, et Dieu sait quels fré­mis­se­ments d’horreur ceci a évo­qué dans quel­ques âmes pieu­ses, c’est pré­cisé­ment par­ce qu’à cet­te date je ne pou­vais pas l’articuler mieux.

Wenn ich ir­gend­wo ge­schrie­ben habe, dass der Name-des-Va­ters der Phal­lus ist – und Gott weiß, wel­che Schau­der des Ent­set­zens das bei ei­ni­gen from­men See­len her­vor­ge­ru­fen hat –, dann eben des­halb, weil ich es da­mals nicht bes­ser ar­ti­ku­lie­ren konn­te.62

Ce qui est clair, c’est que c’est le Phal­lus bien sûr mais que c’est tout de même le Nom-du-Père.

Es ist klar, dass das der Phal­lus ist, ge­wiss, aber dass das den­noch der Name-des-Va­ters ist.

Ce qui est nom­mé Père, le Nom-du-Père, si c’est un nom qui, lui, a une ef­fi­cace, c’est pré­cisé­ment par­ce que quelqu’un se lève pour répond­re.

Wenn das, was Va­ter ge­nannt wird, Name-des-Va­ters, wenn das ein Name ist, der eine Wirk­sam­keit hat, dann ge­nau des­halb, weil je­mand sich er­hebt um zu ant­wor­ten.

Sous l’angle de ce qui se pas­sait pour la dé­ter­mi­na­ti­on psy­cho­tique de Schre­ber, c’est en tant que si­gni­fi­ant, si­gni­fi­ant ca­pa­ble de don­ner un sens au dé­sir de la mère qu’à jus­te tit­re je pou­vais si­tu­er le Nom-du-Père.

Un­ter dem Blick­win­kel des­sen, was sich hin­sicht­lich der De­ter­mi­na­ti­on der Psy­cho­se von Schre­ber er­eig­net hat, konn­te ich den Na­men-des-Va­ters zu Recht als Si­gni­fi­kan­ten ver­or­ten, als Si­gni­fi­kan­ten, der in der Lage ist, dem Be­geh­ren der Mut­ter ei­nen Sinn zu ge­ben.

Mais, au ni­veau de ce dont il s’agit quand c’est, di­sons, l’hystérique qui l’appelle, ce dont il s’agit c’est que quelqu’un par­le.

Aber auf der Ebe­ne des­sen, wor­um es geht, wenn es, sa­gen wir, die Hys­te­ri­ke­rin ist, die ihn auf­for­dert, dann geht es dar­um, dass je­mand spricht.

Je vou­d­rais ici vous fai­re ob­ser­ver que si Freud a quel­que­fois es­sayé d’approcher d’un peu plus près cet­te fonc­tion du Père qui est tel­le­ment es­sen­ti­el­le au dis­cours ana­ly­tique qu’on peut dire d’une cer­tai­ne fa­çon qu’elle en est le pro­du­it.

Ich möch­te Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass, wenn Freud bis­wei­len ver­sucht hat, ein we­nig nä­her an die Funk­ti­on des Va­ters her­an­zu­kom­men, die für den ana­ly­ti­schen Dis­kurs so we­sent­lich ist, dass man dann in ge­wis­sem Sin­ne sa­gen kann, dass die­se Funk­ti­on das Pro­dukt die­ses Dis­kur­ses ist.

Si je vous ai écrit le dis­cours ana­ly­tique | [173] pe­tit a sur S2, c’est-à-dire l’analyste sur ce qu’il a de savoir par le név­ro­sé, qui ques­ti­on­ne le su­jet pour y in­tro­du­i­re quel­que cho­se, on peut dire que le si­gni­fi­ant maît­re, jusqu’à pré­sent du dis­cours ana­ly­tique, c’est bien le Nom-du-Père.

\frac {a}{\text S_2} \:^\rightarrow \, \frac {\$}{\text S_1}
Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers

Wenn ich den ana­ly­ti­schen Dis­kurs für Sie so ge­schrie­ben habe, klein a über S2, das heißt der Ana­ly­ti­ker über dem, was er durch den Neu­ro­ti­ker an Wis­sen hat, der Ana­ly­ti­ker, der das Sub­jekt be­fragt [→ $], um hier et­was ein­zu­füh­ren, dann kann man sa­gen, dass der Her­ren­si­gni­fi­kant [S1] des ana­ly­ti­schen Dis­kur­ses bis jetzt eben der Name-des-Va­ters ist.

Il est ex­trê­me­ment cu­rieux qu’il ait fal­lu le dis­cours ana­ly­tique pour que là-des­sus se po­sent les ques­ti­ons.

Es ist äu­ßerst merk­wür­dig, dass es den ana­ly­ti­schen Dis­kurs ge­braucht hat, da­mit sich Fra­gen dazu stel­len.

Qu’est-ce qu’un père ?

Was ist ein Va­ter?

Freud n’hésite pas à ar­ti­cu­ler que c’est là, c’est le nom par es­sence qui im­pli­que la foi63.

Freud zö­gert nicht, zu ar­ti­ku­lie­ren, dass dies hier der Name schlecht­hin ist, der den Glau­ben ein­schließt.

C’est la fa­çon dont il s’exprime.

Das ist die Art, wie er sich aus­drückt.64

Nous pour­ri­ons peut-être tout de même en dé­si­rer un pe­tit peu plus.

Den­noch könn­ten wir viel­leicht ein ganz klein biss­chen mehr da­von wün­schen (dé­si­rer).

Après tout, à prend­re les cho­ses au ras ni­veau du bio­lo­gi­que, on peut par­fai­te­ment con­ce­voir que la re­pro­duc­tion de l’espèce hu­mai­ne – ça c’est déjà fait, c’est sor­ti déjà de l’imagination d’un ro­man­cier – se pro­dui­se sans au­cu­ne es­pè­ce d’intervention d’un être dé­si­gné sous le tit­re du père65.

Letzt­lich, um die Din­ge ganz dicht an der bio­lo­gi­schen Ebe­ne zu neh­men, man kann sich ohne Wei­te­res vor­stel­len, dass die Re­pro­duk­ti­on der mensch­li­chen Gat­tung – das ist be­reits ge­macht wor­den, das ist über die Ein­bil­dungs­kraft ei­nes Ro­man­ciers be­reits hin­aus­ge­gan­gen66 –, dass sie sich ohne ir­gend­ei­ne Art Ein­wir­kung ei­nes We­sens voll­zieht, das mit dem Ti­tel des Va­ters be­zeich­net wird.

L’insémination ar­ti­fi­ci­el­le après tout ne se­rait pas là pour rien.

Die künst­li­che Be­fruch­tung wäre nicht ohne Grund da.

Qu’est-ce qui en som­me fait la pré­sence, de­pu­is un temps qui n’est pas d’hier, de cet­te es­sence du père ?

Was macht letzt­lich, und nicht erst seit ges­tern, die Ge­gen­wart des We­sens (es­sence) des Va­ters aus?

Et après tout est-ce que, nous-mê­mes ana­lys­tes, nous savons bien ce que c’est ?

Und selbst wir Ana­ly­ti­ker, wis­sen wir denn über­haupt, was das ist?

Je vou­d­rais tout de même vous fai­re re­mar­quer ceci, c’est que dans l’expérience ana­ly­tique le père n’est ja­mais que ré­fé­ren­tiel.

Ich möch­te Sie je­doch dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass in der ana­ly­ti­schen Er­fah­rung der Va­ter im­mer nur eine Be­zugs­grö­ße ist.

Nous in­ter­pré­tons tel­le ou tel­le re­la­ti­on avec le père.

Wir deu­ten die­se oder jene Be­zie­hung zum Va­ter.

Est-ce que nous ana­ly­sons ja­mais quelqu’un en tant que père ?

Ana­ly­sie­ren wir je­mals je­man­den als Va­ter?

Qu’on m’apporte une ob­ser­va­ti­on !

Man zei­ge mir ei­nen Fall­be­richt.

Le père est un ter­me de l’interprétation ana­ly­tique – à lui se réfè­re quel­que cho­se.

Der Va­ter ist ein Ter­mi­nus der ana­ly­ti­schen Deu­tung – auf ihn be­zieht sich et­was.

C’est à la lu­miè­re de ces re­mar­ques, qui… si vous le vou­lez bien, que j’abrège, que je vou­d­rais quand même vous si­tu­er ce qu’il en est du my­the de l’Œdipe.

Im Lich­te die­ser Be­mer­kun­gen, die – , wenn Sie mir er­lau­ben, dass ich ab­kür­ze –, wür­de ich den­noch gern für Sie das ver­or­ten, wor­um es beim Ödi­pus­my­thos geht.

Le my­the de l’Œdipe fait en quel­que sor­te tra­cas, par­ce que soit disant il in­stau­re la pri­mau­té du père, qu’il se­rait une es­pè­ce de re­flet du pa­tri­ar­cat.

Der Ödi­pus­my­thos macht in ge­wis­ser Wei­se Är­ger, da er so­zu­sa­gen das Pri­mat des Va­ters ein­führt, so­dass er eine Art Re­flex des Pa­tri­ar­chats wäre.

Je vou­d­rais vous fai­re sen­tir quel­que cho­se, qui… en­fin ce par quoi, à moi tout au moins, il me pa­raît pas du tout un re­flet du pa­tri­ar­cat, bien loin de là.

Ich möch­te Sie et­was spü­ren las­sen, was – nun ja –, das, wor­in er zu­min­dest mir kei­nes­wegs ein Re­flex des Pa­tri­ar­chats zu sein scheint, weit da­von ent­fernt.

Il nous fait ap­pa­raît­re seu­le­ment ceci : un point d’abord par où la cas­tra­ti­on pour­rait être ser­rée d’un ab­ord lo­gi­que et de cet­te fa­çon que je dé­si­gne­rai d’être nu­mé­ra­ble67.

Er bringt für uns nur dies zum Vor­schein, ei­nen Punkt zu­nächst, durch den die Kas­tra­ti­on durch ei­nen lo­gi­schen Zu­gang ein­ge­kreist wer­den könn­te, auf eine Wei­se, die ich als nu­me­rier­bar be­zeich­nen möch­te.

[174] Le père, non seu­le­ment est cas­tré, mais il est pré­cisé­ment cas­tré au point de n’être qu’un nu­mé­ro.

Der Va­ter ist nicht nur kas­triert, son­dern ge­nau ge­sagt, er ist der­art kas­triert, dass er nur eine Num­mer ist.

Ceci s’indique tout à fait clai­re­ment dans les dy­nas­ties.

Völ­lig klar wird das von den Dy­nas­ti­en an­ge­zeigt.

Tout à l’heure, je vous par­lais d’un roi que je ne sa­vais plus très bien com­ment l’appeler Ge­or­ge III ou Ge­or­ge IV.

Eben habe ich zu Ih­nen über ei­nen Kö­nig ge­spro­chen, von dem ich nicht mehr rich­tig wuss­te, wie er heißt, Ge­org III. oder Ge­org IV.

Pen­sez que ce qui est jus­te­ment, ce qui pa­rait le plus ty­pi­que de la re­pré­sen­ta­ti­on de la pa­ter­nité, à savoir la royau­té, c’est com­me ça que ça se pas­se : Ge­or­ge I, Ge­or­ge Il, Ge­or­ge III, Ge­or­ge IV.

Be­den­ken Sie, dass das, was ge­ra­de das Ty­pischs­te der Re­prä­sen­ta­ti­on der Va­ter­schaft zu sein scheint, näm­lich das Kö­nig­tum, dass sich das so voll­zieht: Ge­org I., Ge­org II., Ge­org III., Ge­org IV.

Mais en­fin il est bien évi­dent que ça n’épuise pas la ques­ti­on, qu’il n’y a pas seu­le­ment nu­mé­ro : il y a nom­bre.68

Aber nun ja, es ist ganz of­fen­sicht­lich, dass die Fra­ge da­mit nicht er­schöpft ist, dass es nicht nur Num­mer gibt, es gibt auch Zahl.

Pour tout dire, j’y vois le point d’aperception de la sé­rie des « nom­bres na­tu­rels », com­me on s’exprime, et com­me on s’exprime pas si mal, car, vous le voy­ez, c’est très pro­che de la na­tu­re.

Um es klar zu sa­gen, hier sehe ich den Punkt, an dem die Rei­he der na­tür­li­chen Zah­len er­fasst wird, wie man sich aus­drückt – und wie man sich gar nicht so schlecht aus­drückt, denn Sie se­hen, das ist ganz nah bei der Na­tur.

Je vou­d­rais vous fai­re re­mar­quer que puisqu’on évo­que tou­jours à l’horizon l’histoire, ce qui bien en­t­en­du est une rai­son de sus­pi­ci­on ex­trê­me, je vou­d­rais vous fai­re sim­ple­ment re­mar­quer ceci : c’est que ma­tri­ar­cat, com­me on s’exprime, n’a au­cun be­so­in d’être re­pous­sé aux li­mi­tes de l’histoire.

Ich möch­te Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass – da man am Ho­ri­zont im­mer die Ge­schich­te her­auf­be­schwört, was wohl­ge­merkt ein Grund ist, den stärks­ten Ver­dacht zu he­gen –, ich möch­te Sie ein­fach dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass das Ma­tri­ar­chat, wie man sich aus­drückt, kei­nes­wegs an die Gren­zen der Ge­schich­te zu­rück­ge­drängt wer­den muss.

Le ma­tri­ar­cat con­sis­te es­sen­ti­el­le­ment en ceci : c’est que pour ce qui est de la mère, com­me Freud le sou­li­gne à l’occasion, il n’y a pas de dou­te.

Das Ma­tri­ar­chat be­steht we­sent­lich dar­in, dass es, was die Mut­ter an­geht – wie Freud bei Ge­le­gen­heit her­aus­streicht –, kei­nen Zwei­fel gibt.69

On peut à l’occasion perd­re sa mère dans le mé­tro bien sûr, mais en­fin il n’y a pas de dou­te sur qui est la mère.

Man kann sei­ne Mut­ter ge­le­gent­lich in der U-Bahn ver­lie­ren, das ist klar, aber im­mer­hin gibt es kei­nen Zwei­fel dar­an, wer die Mut­ter ist.

Il n’y a éga­le­ment au­cun dou­te sur qui est la mère de la mère, et ain­si de sui­te.

Ge­nau­so we­nig gibt es ei­nen Zwei­fel dar­an, wer die Mut­ter der Mut­ter ist, und so wei­ter.

La mère, dans sa li­gnée, je di­rai est in­nom­bra­ble.

In ih­rer Ab­stam­mungs­li­nie ist die Mut­ter, so möch­te ich sa­gen, un­zähl­bar.

Elle est in­nom­bra­ble dans tous les sens pro­pres du ter­me.

Sie ist in al­len rich­ti­gen Be­deu­tun­gen des Aus­drucks un­zähl­bar.

Elle n’est pas à nu­mé­rer par­ce qu’il n’y a pas de point de dé­part – la li­gnée ma­ter­nel­le a beau être né­ces­sai­re­ment en ord­re, on ne peut la fai­re par­tir de nul­le part.

Sie lässt sich nicht zäh­len, da es kei­nen Aus­gangs­punkt gibt – auch wenn die weib­li­che Li­nie not­wen­di­ger­wei­se völ­lig ge­ord­net ist, ist es nicht mög­lich, sie von ir­gend­et­was aus­ge­hen zu las­sen.

Je vou­d­rais vous fai­re re­mar­quer d’autre part, ceci qui pa­raît être la cho­se qu’on tou­che le plus cour­am­ment du mon­de, par­ce qu’après tout, c’est pas rare n’est-ce pas, il est pas du tout rare qu’on puis­se avoir pour père son grand-père, je veux dire pour vrai père, et même son ar­riè­re grand-père. Oui.

Auf der and­ren Sei­te möch­te ich Sie auf et­was hin­wei­sen, was et­was zu sein scheint, wor­auf man nun wirk­lich sehr häu­fig stößt, da es schließ­lich nicht sel­ten ist, nicht wahr, es ist über­haupt nicht sel­ten, dass man sei­nen Groß­va­ter als Va­ter ha­ben kann, ich mei­ne als wah­ren Va­ter, und so­gar sei­nen Ur­groß­va­ter. Ja.70

Quand les gens vi­vai­ent, com­me il nous est dit dans la pre­miè­re li­gnée des pa­tri­ar­ches aux en­vi­rons de 900 ans, j’ai relu ça ré­cem­ment, c’est très pi­quant, c’est un tru­qua­ge ab­so­lu­ment sen­sa­ti­on­nel, tout est fait pour que les deux an­cêtres de Noé là les plus di­rects so­i­ent morts jus­te au mo­ment où le Dé­luge se pro­du­it.

Als in der ers­ten Li­nie der Erz­vä­ter die Leu­te, wie uns ge­sagt wird, un­ge­fähr 900 Jah­re lang leb­ten – ich habe das kürz­lich wie­der­ge­le­sen, das ist sehr pi­kant, das ist ein wirk­lich sen­sa­tio­nel­ler Schwin­del, das ist al­les dazu da, da­mit hier die bei­den un­mit­tel­ba­ren Vor­fah­ren von Noah ge­nau in dem Au­gen­blick tot sind, in dem sich die Sint­flut er­eig­net.71

On voit ça : c’est fi­gno­lé.

Das ist, wie man sieht, sorg­fäl­tig aus­ge­feilt.

En­fin lais­sons ça de côté, c’est pour sim­ple­ment vous mett­re dans la per­spec­tive de ce qu’il en est du père.

Nun ja, las­sen wir das bei­sei­te, das soll Ih­nen ein­fach den Zu­sam­men­hang klar­ma­chen, um den es beim Va­ter geht.

De ceci, voy­ez-vous ce qui ré­sul­te dans ce que je vous ai dit, par­ce que l’heure s’avance, c’est que si nous dé­fi­nis­sons l’hystérique par ceci qui dé­fi­nit – ça ne lui est pas par­ti­cu­lier – le név­ro­sé, à savoir l’évitement de la cas­tra­ti­on, il y a plu­sieurs fa­çons de l’éviter.

Se­hen Sie, was sich von da­her für das er­gibt, was ich Ih­nen ge­sagt habe, da die Zeit vor­an­schrei­tet, näm­lich, wenn wir die Hys­te­ri­ke­rin durch das de­fi­nie­ren, was den Neu­ro­ti­ker de­fi­niert – das fin­det man nicht nur bei ihr –, näm­lich das Ver­mei­den der Kas­tra­ti­on, dann gibt es meh­re­re Ar­ten, sie zu ver­mei­den.

L’hystérique a ce pro­cédé simp­le, c’est qu’elle l’uni–| [175] la­té­ra­li­se de l’autre côté, du côté du par­ten­ai­re, di­sons qu’à l’hystérique, il faut le par­ten­ai­re châ­tré.

Die Hys­te­ri­ke­rin hat ein ein­fa­ches Ver­fah­ren, näm­lich dass sie die Kas­tra­ti­on zur an­de­ren Sei­te hin ver­ein­sei­tigt, zur Sei­te des Part­ners – sa­gen wir, die Hys­te­ri­ke­rin braucht den kas­trier­ten Part­ner.

Qu’il soit châ­tré, il est clair que c’est au prin­ci­pe de la pos­si­bi­lité de la jouis­sance de l’hystérique.

Das ist klar – dass er kas­triert ist, ist bei der Hys­te­ri­ke­rin grund­le­gend ist für die Mög­lich­keit des Ge­nie­ßens.

Mais c’est en­co­re trop.

Aber das ist noch zu viel.

S’il était châ­tré, il au­rait peut-être une pe­ti­te chan­ce, puis­que la cas­tra­ti­on c’est jus­te­ment ce que j’ai dé­fi­ni tout à l’heure com­me étant ce qui per­met le rap­port se­xu­el.

Wenn er kas­triert wäre, gäbe es viel­leicht eine klei­ne Chan­ce, denn die Kas­tra­ti­on ist ja eben das, was ich vor­hin als das de­fi­niert habe, wo­durch das se­xu­el­le Ver­hält­nis er­mög­licht wird.

Il faut qu’il soit seu­le­ment ce qui répond à la place du phal­lus.

Es ist not­wen­dig, dass er nur das ist, was an­stel­le des Phal­lus ant­wor­tet.

Alors, puis­que Freud lui-même nous in­di­que, je vais vous dire à quel­le page 72, nous in­di­que que tout ce qu’il éla­bo­re com­me my­the – ceci est à pro­pos du Moï­se, « Je n’en fe­rais pas ici la cri­tique » dit-il de ce qu’il a lui-même écrit.

Also, da Freud selbst uns an­zeigt, ich wer­de Ih­nen sa­gen, auf wel­cher Sei­te, uns an­zeigt dass al­les, was er als My­thos aus­ar­bei­tet – das be­zieht sich auf Mo­ses, „Ich wer­de sie hier nicht der Kri­tik un­ter­zie­hen“, sagt er über das, was er selbst ge­schrie­ben hat.

À la date où il le pu­blie en 1938, sur son hy­po­thè­se his­to­ri­que, à savoir cel­le qu’il a ré­no­vée de Sel­lin, « car tous les ré­sul­tats ac­quis », dit la tra­ductri­ce, « con­sti­tu­ent les dé­duc­tions psy­cho­lo­gi­ques qui en dé­riv­ent et sans ces­se s’y rap­port­ent »… com­me vous le voy­ez, ça ne veut rien dire.

Zu dem Zeit­punkt, an dem er es ver­öf­fent­licht, 1938, sagt er über sei­ne his­to­ri­sche Hy­po­the­se, also die von Sel­lin, die von ihm er­neu­ert wur­de73: „denn alle er­reich­ten Er­geb­nis­se“, sagt die Über­set­ze­rin, „bil­den die psy­cho­lo­gi­schen Ab­lei­tun­gen, die sich dar­aus her­lei­ten und die sich be­stän­dig dar­auf be­zie­hen“74 – wie Sie se­hen, er­gibt das kei­nen Sinn.

En al­le­mand, ça veut dire quel­que cho­se, c’est denn sie bil­den die Vor­aus­set­zung, car ils forment la sup­po­si­ti­on der psy­cho­lo­gi­schen Er­ör­te­run­gen, des ma­ni­fes­ta­ti­ons psy­cho­lo­gi­ques qui, de ces don­nées, von ih­nen aus­ge­hen, dé­cou­lent et tou­jours de nou­veau, auf sie zu­rück­kom­men, y font re­tour.

Auf Deutsch hat das ei­nen Sinn, näm­lich, „denn sie bil­den die Vor­aus­set­zung der psy­cho­lo­gi­schen Er­ör­te­run­gen, die von ih­nen aus­ge­hen und im­mer wie­der auf sie zu­rück­kom­men“75.

C’est bien en ef­fet sous la dic­tée de l’hystérique que, non pas s’élabore, car ja­mais l’Œdipe n’a été par Freud vé­ri­ta­ble­ment éla­bo­ré, il est in­di­qué en quel­que sor­te à l’horizon, dans la fu­mée, si l’on peut dire, de ce qui s’élève com­me sa­cri­fice de l’hystérique.

Das wird ja tat­säch­lich un­ter dem Dik­tat der Hys­te­ri­ke­rin – nicht aus­ge­ar­bei­tet, denn der Ödi­pus ist von Freud nie­mals wirk­lich aus­ge­ar­bei­tet wor­den –, er wird ge­wis­ser­ma­ßen am Ho­ri­zont an­ge­zeigt, im Rauch, wenn man so sa­gen kann, im Rauch des­sen, was als Op­fer der Hys­te­ri­ke­rin auf­steigt.

Mais ob­ser­vons bien ce que veut dire main­tenant cet­te no­mi­na­ti­on, cet­te ré­pon­se à l’appel du père dans l’Œdipe.

Be­trach­ten wir je­doch nä­her, was die­se Be­nen­nung jetzt be­deu­tet, die­se Ant­wort auf den Ap­pell des Va­ters im Ödi­pus.

Si je vous ai dit tout à l’heure que ça in­tro­du­it la sé­rie des nom­bres na­tu­rels, c’est que là nous avons ce qui, à la plus ré­cen­te éla­bo­ra­ti­on lo­gi­que de cet­te sé­rie, à savoir cel­le de Pea­no, s’est avé­ré né­ces­sai­re, c’est à savoir pas sim­ple­ment le fait de la suc­ces­si­on.

Wenn ich Ih­nen vor­hin ge­sagt habe, dass hier­durch die Fol­ge der na­tür­li­chen Zah­len ein­ge­führt wird, dann heißt das, dass wir hier das ha­ben, was sich in der neue­ren lo­gi­schen Aus­ar­bei­tung die­ser Fol­ge, der von Pea­no, als not­wen­dig er­wie­sen hat, näm­lich nicht ein­fach die Tat­sche der Nach­fol­ge.76

Quand on es­saie d’axiomatiser la pos­si­bi­lité d’une tel­le sé­rie, on ren­cont­re la né­ces­sité du zéro pour po­ser le suc­ces­seur.

Wenn man ver­sucht, die Mög­lich­keit ei­ner sol­chen Fol­ge zu axio­ma­ti­sie­ren, stößt man, um den Nach­fol­ger zu pos­tu­lie­ren, auf die Not­wen­dig­keit der Null.

Les axio­mes mi­ni­maux de Pea­no – je n’insiste pas sur tout ce qui a pu se pro­du­i­re en com­men­taires, en mar­ge et en per­fec­tion­ne­ments – mais la der­niè­re for­mu­le, c’est cel­le qui pose le zéro com­me né­ces­sai­re à cet­te sé­rie, fau­te de quoi elle ne sau­rait d’aucune fa­çon être axio­ma­ti­sée et fau­te de quoi elle se­rait donc in­nom­bra­ble com­me je le di­sais tout à l’heure.

Die Mi­ni­ma­la­xio­me von Pea­no – ich be­har­re nicht auf al­lem, was am Ran­de an Kom­men­ta­ren und Per­fek­tio­nie­run­gen pro­du­ziert wer­den konn­te –, aber die letz­te For­mel ist die, durch wel­che die Null pos­tu­liert wird, als et­was, das für die­se Fol­ge not­wen­dig ist, ohne die sie in kei­ner Wei­se axio­ma­ti­siert wäre und ohne die sie also, wie ich vorn­hin ge­sagt habe, un­zähl­bar wäre.77

L’équivalence lo­gi­que de la fonc­tion du père est très pré­cisé­ment ceci, cet­te fonc­tion du zéro trop sou­vent ou­bliée.78

Die lo­gi­sche Ent­spre­chung zur Funk­ti­on des Va­ters ist ge­nau dies: die Funk­ti­on der Null, die all­zu oft ver­ges­sen wird.

Je ne peux le fai­re qu’en mar­ge et très ra­pi­de­ment.

Ich kann das nur Ran­de ma­chen und sehr schnell.

Je vous fe­rai ob­ser­ver que nous entre­rons dans le deu­xiè­me mil­lé­nai­re en | [176] l’an 2000 que je sa­che.

Ich möch­te Sie dar­auf hin­wei­sen, dass wir ins zwei­te Jahr­tau­send im Jah­re 2000 ein­tre­ten, so­viel ich weiß.

Si sim­ple­ment vous ad­met­tez ça, d’un aut­re côté vous pou­vez aus­si bien ne pas l’admettre, mais si sim­ple­ment vous ad­met­tez ça, je vous fe­rai re­mar­quer que ça rend né­ces­sai­re qu’il y ait eu un an zéro après la nais­sance du Christ.

Wenn Sie das ein­fach ak­zep­tie­ren – an­de­rer­seits kön­nen Sie das auch nicht ak­zep­tie­ren –, aber wenn Sie das ein­fach ak­zep­tie­ren, möch­te ich Sie dar­auf auf­merk­sam ma­chen, dass hier­für not­wen­dig ist, dass es ein Jahr Null nach Chris­ti Ge­burt ge­ge­ben hat.

C’est ce que les au­teurs du ca­len­d­ri­er ré­pu­bli­cain avai­ent ou­blié : la pre­miè­re an­née, ils l’ont ap­pelé l’an I de la ré­pu­bli­que.

Das ist et­was, das die Au­to­ren des re­pu­bli­ka­ni­schen Ka­len­ders ver­ges­sen hat­ten – das ers­te Jahr wur­de von ih­nen als „Jahr I der Re­pu­blik“ be­zeich­net.79

Ce zéro est ab­so­lu­ment es­sen­tiel à tout re­pé­ra­ge chro­no­lo­gi­que na­tu­rel.

Die­se Null ist für je­den chro­no­lo­gi­schen Na­tur­be­zug wirk­lich we­sent­lich.

Et alors nous com­pre­n­ons ce que veut dire le meurt­re du père.

Und dann ver­ste­hen wir, was der Va­ter­mord be­deu­tet.

Il est cu­rieux, sin­gu­lier, n’est-ce pas que ce meurt­re du père n’apparaisse ja­mais, même dans les dra­mes, com­me le fait re­mar­quer avec per­ti­nence quelqu’un qui a écrit là-des­sus un pas mau­vais cha­pit­re, que même dans les dra­mes, il n’y a ja­mais…

Es ist ei­gen­ar­tig, es ist selt­sam, nicht wahr, dass die­ser Va­ter­mord nie­mals er­scheint, selbst in den Dra­men nicht, wie je­mand zu­tref­fend her­aus­ge­stellt hat, der dar­über ein Ka­pi­tel ge­schrie­ben hat, das gar nicht schlecht ist, dass selbst in den Dra­men nie­mals –.

Au­cun dra­ma­tur­ge en­fin n’a osé, com­me s’exprime l’auteur, fai­re re­pré­sen­ter, ma­ni­fes­ter le meurt­re dé­li­bé­ré d’un père par un fils, fai­tes bien at­ten­ti­on à ça, même dans le théât­re grec ça n’existe pas : d’un père en tant que père.

Kein Dra­ma­ti­ker hat je­den­falls ge­wagt, wie der Au­tor sich aus­drückt, den ab­sicht­li­chen Mord an ei­nem Va­ter durch ei­nen Sohn zur Dar­stel­lung zu brin­gen; ach­ten Sie dar­auf – selbst im grie­chi­schen Thea­ter gibt es das nicht, an ei­nem Va­ter als Va­ter.

Mais par cont­re, c’est tout de même le ter­me meurt­re du père, qui pa­rait au cent­re de ce que Freud éla­bo­re à par­tir des don­nées que con­sti­tue, du fait de l’hystérique et de son bord, le re­fus de la cas­tra­ti­on.

Im Ge­gen­satz hier­zu er­scheint je­doch der Ter­mi­nus „Va­ter­mord“ im Zen­trum des­sen, was Freud aus­ar­bei­tet, aus­ge­hend von Ge­ge­ben­hei­ten, die in­fol­ge der Hys­te­ri­ke­rin und ih­res Um­fel­des durch die Zu­rück­wei­sung der Kas­tra­ti­on ge­bil­det wer­den.

Est-ce que ce n’est pas jus­te­ment en tant que meurt­re du père ici est le sub­sti­tut de cet­te cas­tra­ti­on re­fu­sée, que l’Œdipe a pu ve­nir s’imposer, si je puis dire, à la pen­sée de Freud dans la fi­liè­re de ses abords de l’hystérique.

Konn­te „Va­ter­mord“ sich nicht ge­nau des­halb, wenn ich so sa­gen kann, dem Den­ken von Freud auf der Li­nie sei­ner Zu­gän­ge zur Hys­te­ri­ke­rin auf­drän­gen, weil er der Er­satz für die zu­rück­ge­wie­se­ne Kas­tra­ti­on ist?

Il est clair que dans la per­spec­tive hys­té­ri­que, c’est le Phal­lus qui est fé­cond et que ce qu’il en­gend­re, c’est lui-même, si l’on peut dire.

Es ist klar, dass in der Per­spek­ti­ve der Hys­te­rie der Phal­lus das ist, was frucht­bar ist, und dass das, was er her­vor­bringt, er selbst ist, wenn man so sa­gen kann.

La fé­con­dité est for­ge­rie phal­li­que et c’est bien par là que tout en­fant est re­pro­duc­tion du phal­lus en tant qu’il est gros, si je puis m’exprimer ain­si, d’engendrement.80

Die Frucht­bar­keit ist phal­li­sche Fäl­schung, und eben da­her rührt es, dass je­des Kind Re­pro­duk­ti­on des Phal­lus ist, in­so­fern er, wenn ich mich so aus­drü­cken kann, mit Zeu­gung schwan­ger geht.81

Mais alors nous ent­re­vo­yons aus­si, puis­que c’est du que je vous ai in­scrit l’impossibilité lo­gi­que du choix de la re­la­ti­on in­sa­tis­fai­te au rap­port se­xu­el que c’est du pap­lu­dun que je vous l’ai dé­si­gné ; c’est par là, que les in­croya­bles com­plaisances de Freud82, pour un mo­no­t­héis­me dont il va cher­cher le mo­dè­le, cho­se très cu­ri­eu­se, bien ail­leurs que dans sa tra­di­ti­on

Aber dann ah­nen wir auch, da es vom –; dass ich Ih­nen die lo­gi­sche Un­mög­lich­keit der Wahl der un­be­frie­dig­ten Be­zie­hung zum se­xu­el­len Ver­hält­nis auf­ge­schrie­ben habe; dass es vom pap­lu­dun [Nicht-mehr-als-ei­ner] her ist, dass ich sie Ih­nen be­zeich­net habe; hier­durch kommt es, dass das un­glaub­li­che Ent­ge­gen­kom­men von Freud ge­gen­über ei­nen Mo­no­the­is­mus, des­sen Mo­dell er merk­wür­di­ger­wei­se von ganz wo­an­ders holt als aus sei­ner Tra­di­ti­on –.83

Il lui faut que ce soit Ak­hé­na­ton.

Für ihn muss es Ech­na­ton sein.84

Rien n’est plus am­bi­gu, je di­rai, sur le plan se­xu­el que ce mo­no­t­héis­me so­lai­re.

Auf der se­xu­el­len Ebe­ne ist nichts mehr­deu­ti­ger, möch­te ich sa­gen, als die­ser so­la­re Mo­no­the­is­mus.

A le voir rayon­ner de tous ses rayons pour­vus de pe­ti­tes mains qui vont cha­touiller les na­s­aux d’innombrables me­nus hu­mains, en­fants de l’un et l’autre sexe dont il est, dans cet­te image­rie de la sculp­tu­re égyp­ti­en­ne85, tout à fait frap­pant que, c’est le cas de dire, ils se res­sem­blent com­me des frè­res, mais en­co­re plus com­me des sœurs.

Wenn man sieht, wie er strahlt, mit all sei­nen Strah­len, mit klei­nen Hän­den aus­ge­stat­tet, die da­bei sind, die Na­sen­lö­cher un­zäh­li­ger win­zi­ger Men­schen­we­sen zu kit­zeln, Kin­der des ei­nen wie des an­de­ren Ge­schlechts, wo­bei in die­ser bild­haf­ten Dar­stel­lung der ägyp­ti­schen Skulp­tur er­staun­lich ist, so muss man wohl sa­gen, dass sie sich äh­neln wie Brü­der und mehr noch wie Schwes­tern.

Ech­na­ton, sei­ne Ehe­frau No­fre­te­te und die drei äl­tes­ten ih­rer fünf Töch­ter
39 x 32,5 cm, Kalk­stein, Ägyp­ti­sches Mu­se­um Ber­lin

Si le mot sub­li­me peut avoir son sens am­bi­gu, c’est bien là, puisqu’aussi ce n’est pas pour rien que les der­niè­res images mo­nu­men­ta­les, cel­les que j’ai pu voir la der­niè­re fois que j’ai quit­té le sol égyp­ti­en, d’Akhénaton, sont des images, non seu­le­ment châ­trées, mais car­ré­ment fé­mi­ni­nes.

Ko­los­sal­sta­tue von Ech­na­ton aus Ost-Karnak
Sand­stein, 4 m, Ägyp­ti­sches Mu­se­um Kai­ro

Wenn das Wort „sub­lim“ ei­nen mehr­deu­ti­gen Sinn ha­ben kann, dann wohl hier, da es auch nicht ohne Be­deu­tung ist, dass die letz­ten Mo­nu­men­tal­bil­der von Ech­na­ton, die ich se­hen konn­te, als ich das letz­te Mal ägyp­ti­schen Bo­den ver­ließ, Bil­der sind, die nicht nur kas­triert sind, son­dern die schlicht­weg weib­lich sind.

[177] Il est tout à fait clair que si la cas­tra­ti­on a un rap­port au Phal­lus, ça n’est pas là que nous pou­vons le dé­si­gner.

Es ist völ­lig klar, wenn die Kas­tra­ti­on ein Ver­hält­nis zum Phal­lus hat, dann kön­nen wir den Phal­lus nicht hier be­zeich­nen.

Je veux dire que si je fais le pe­tit sché­ma qui cor­re­spon­d­rait au « pas tous » ou au « pas tou­tes », com­me dé­si­gnant un cer­tain type de la re­la­ti­on au « Φ de x », c’est bien en ce sens, que c’est au « Φ de x » tout de même que se rap­port­ent les élus.86

Ich möch­te sa­gen, wenn ich das klei­ne Sche­ma ma­che, das dem „nicht alle“ kor­re­spon­die­ren wür­de, als et­was, was ei­nen be­stimm­ten Typ der Be­zie­hung zu „Φ von x“ be­zeich­net, dass es eben in dem Sin­ne ist, dass die Er­wähl­ten sich den­noch auf „Φ von x“ be­zie­hen.87

Le pas­sa­ge à la mé­dia­ti­on – ent­re guil­le­mets – « mas­cu­li­ne » n’est bien cel­le que de cet88 « au moins un » que je sou­li­gnais et que nous re­trou­vons dans le Pea­no par ce n + 1 tou­jours ré­pé­té, ce­lui qui, en quel­que sor­te, sup­po­se que le n qui le pré­cè­de se ré­du­it à zéro.

Der Über­gang zur, in An­füh­rungs­zei­chen, „mas­ku­li­nen“ Ver­mitt­lung ist nur die von die­sem „zu­min­dest eins“, das ich her­aus­ge­stellt habe89 und das wir im Pea­no wie­der­fin­den, durch die­ses be­stän­dig wie­der­hol­te n + 1, das­je­ni­ge, das in ge­wis­ser Wei­se vor­aus­setzt, dass das vor­an­ge­hen­de n sich auf Null re­du­ziert.

Par quoi ?

Wo­durch?

Pré­cisé­ment par le meurt­re du père.

Eben durch den Va­ter­mord.

À ce re­pé­ra­ge de, si l’on peut dire, le dé­tour, la fa­çon, pour em­ploy­er le ter­me de Fre­ge lui-même – c’est bien le cas de la dire – ob­li­que, un­ge­ra­de, dont le sens du meurt­re du père se rap­por­te à une aut­re Be­deu­tung90.

Durch die­se Ver­or­tung des, wenn man so sa­gen kann, des Um­wegs, <habe ich> die un­ge­ra­de* Art <an­ge­ge­ben> – so muss man wohl sa­gen, um Fre­ges ei­ge­nen Aus­druck zu ver­wen­den –, wie der Sinn des Va­ter­mor­des sich auf eine an­de­re Be­deu­tung* be­zieht.91

C’est là qu’il fau­dra bien que je me li­mi­te aujourd’hui, m’excusant de n’avoir pas pu pous­ser plus loin les cho­ses, ce sera donc pour l’année pro­chai­ne.

Dar­auf muss ich mich heu­te ja be­schrän­ken, wo­bei ich mich da­für ent­schul­di­ge, dass ich die Din­ge nicht wei­ter vor­an­trei­ben konn­te; das wird also fürs nächs­te Jahr sein.

Je re­g­ret­te que les cho­ses se so­i­ent cet­te an­née trou­vées for­cé­ment ain­si tron­quées.

Ich be­dau­re es, dass die Din­ge in die­sem Jahr zwangs­läu­fig so ver­stüm­melt da­her­ka­men.

Mais vous pour­rez voir que le To­tem et Ta­bou par cont­re, à savoir ce­lui qui met du côté du père la jouis­sance ori­gi­nel­le, est quel­que cho­se à quoi ne répond pas moins un évi­te­ment stric­te­ment équi­va­lent de ce qu’il en est du nœud de la cas­tra­ti­on, stric­te­ment équi­va­lent, ce en quoi se mar­que bien ceci que l’obsessionnel, pour répond­re à la for­mu­le « il n’y a pas de x qui exis­te qui puis­se s’inscrire dans la va­ria­ble Φ de x », com­ment l’obsessionnel se dé­ro­be sim­ple­ment de ceci, de ne pas exis­ter.92

Aber Sie wer­den se­hen kön­nen, dass To­tem und Tabu hin­ge­gen, näm­lich das, wor­in das ur­sprüng­li­che Ge­nie­ßen auf die Sei­te des Va­ters ge­bracht wird, dass dies et­was ist, wor­auf nicht we­ni­ger eine Ver­mei­dung ant­wor­tet, die streng dem gleich­wer­tig ist, wor­um es beim Kno­ten der Kas­tra­ti­on geht, streng gleich­wer­tig, wo­mit eben dies an­ge­zeigt wird, dass der Zwangs­neu­ro­ti­ker, um auf die For­mel zu ant­wor­ten „Es gibt kein x, das exis­tiert, das sich in die Va­ria­ble Φ von x ein­schrei­ben könn­te“, so vor­geht, dass er sich ein­fach da­durch ent­zieht, dass er nicht exis­tiert.93

C’est le quel­que cho­se, au­quel – pour­quoi pas – nous re­nou­e­r­ons la sui­te de not­re dis­cours, l’obsessionnel en tant qu’il est dans la det­te de ne pas exis­ter au re­gard de ce père non moins my­thi­que qui est ce­lui de To­tem et ta­bou.

Das ist das, wor­an wir, war­um nicht, die Fort­set­zung un­se­res Dis­kur­ses an­knüp­fen wer­den, der Zwangs­neu­ro­ti­ker, in­so­fern er ver­pflich­tet ist, nicht zu exis­tie­ren, im Hin­blick auf die­sen nicht we­ni­ger my­thi­schen Va­ter, näm­lich den von To­tem und Tabu.

Com­ment ?

Wie das?

C’est là que s’attache réel­le­ment tout ce qu’il en est d’une cer­tai­ne édi­fi­ca­ti­on re­li­gieu­se et de ce en quoi elle n’est, hé­las, pas ré­duc­ti­ble, et même pas de ce que Freud ac­cro­che à son se­cond my­the, ce­lui de To­tem et Ta­bou, à savoir ni plus ni moins que sa se­con­de to­pi­que, c’est ce que nous pour­rons vous dé­ve­lop­per ul­té­ri­eu­re­ment.

Dar­an hängt wirk­lich al­les, wor­um es bei ei­ner be­stimm­ten re­li­giö­sen Er­bau­ung geht und bei dem, in­so­fern sie lei­der nicht re­du­zier­bar ist, selbst nicht durch das, was Freud an sei­nen zwei­ten My­thos an­hängt, an den von To­tem und Tabu, näm­lich nicht mehr und nicht we­ni­ger als sei­ne zwei­te To­pik; das ist das, was wir spä­ter für Sie ent­wi­ckeln kön­nen.

Car no­tez-le, la se­con­de to­pi­que, c’est sa gran­de in­no­va­ti­on, c’est le sur­moi.

Denn be­ach­ten Sie, die zwei­te To­pik, das ist ihre gro­ße Neue­rung, das ist das Über-Ich.94

Quel­le est l’essence du sur­moi ?

Was ist das We­sen des Über-Ichs?

C’est là-des­sus que je pour­rais fi­nir, je pour­rais fi­nir en vous don­nant quel­que cho­se dans le creux de la main, que vous pour­rez es­say­er de ma­ni­pu­ler par vous-même.

Da­mit könn­te ich en­den, ich könn­te da­mit en­den, Ih­nen et­was in die hoh­le Hand zu ge­ben, das sie dann ver­su­chen kön­nen, von sich aus zu hand­ha­ben.

Quel­le est l’ordonnance du sur­moi ?

Was ist die An­ord­nung des Über-Ichs?

Pré­cisé­ment elle s’origine de ce père ori­gi­nel plus que my­thi­que, de cet ap­pel com­me tel à la jouis­sance pure, c’est-à-dire aus­si | [178] à la non-cas­tra­ti­on.

Sie hat ih­ren Ur­sprung ge­nau in die­sem mehr als my­thi­schen Ur­va­ter, in die­sem Auf­ruf zum rei­nen Ge­nie­ßen, und das heißt auch zur Nicht-Kas­tra­ti­on.

Et qu’est-ce que ce père en ef­fet dit au dé­clin de l’Œdipe ?

Und was sagt denn die­ser Va­ter beim Un­ter­gang des Ödi­pus?

Il dit ce que dit le sur­moi.

Er sagt, was das Über-Ich sagt.

Ce que dit le sur­moi – ce n’est pas pour rien que je l’ai en­co­re ja­mais vrai­ment ab­or­dé – c’est : « jou­is ! ».

Was das Über-Ich sagt – es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass ich das noch nie wirk­lich an­ge­packt habe –, das ist „Ge­nie­ße!“.

Tel est l’ordre, l’ordre im­pos­si­ble à sa­tis­fai­re, qui com­me tel est à l’origine de tout ce qu’il éla­bo­re95, si pa­ra­do­xal que cela puis­se vous pa­raît­re, au ter­me de la con­sci­ence mo­ra­le.

Das ist die An­ord­nung, die un­mög­lich zu er­fül­len­de An­ord­nung, die als sol­che am Ur­sprung all des­sen steht, was er – so pa­ra­dox Ih­nen das vor­kom­men mag – mit dem Ter­mi­nus des mo­ra­li­schen Be­wusst­seins aus­ar­bei­tet.

Pour bien en sen­tir le jeu, je di­rais même la dé­ri­si­on, il faut que vous li­siez l’Ecclé­si­as­te.

Um des­sen Spiel, ich möch­te so­gar sa­gen des­sen Spott rich­tig zu spü­ren, müs­sen Sie den Ek­kle­si­as­tes96 le­sen.

« Jou­is tant que tu es dans ce bas mon­de, jou­is », dit l’auteur énig­ma­tique de ce tex­te éton­nant, « jou­is avec la femme que tu ai­mes ».

Ge­nie­ße, so­lan­ge du in die­ser nie­de­ren Welt bist, ge­nie­ße“, sagt der rät­sel­haf­te Au­tor die­ses er­staun­li­chen Tex­tes, „ge­nie­ße mit der Frau, die du liebst“97

C’est tout le com­ble du pa­ra­do­xe, par­ce que c’est jus­te­ment de l’aimer que vi­ent l’obstacle.

Das ist der Gip­fel der Pa­ra­do­xie, da das Hin­der­nis eben von da­her kommt, sie zu lie­ben.98

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Anmerkungen

  1. J. La­can: Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht (1958). In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 9–71, hier: S. 40.
  2. J. La­can: Das Drän­gen des Buch­sta­bens im Un­be­wuss­ten oder die Ver­nunft seit Freud. In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 582–626, hier: S. 610.
  3. Das „pour“ ist in der Ton­auf­nah­me ei­ni­ger­ma­ßen zu ver­ste­hen (vgl. 2ˈ00). Mil­ler „de l’histoire“.
  4. Vgl. Se­mi­nar 17 von 1969/70, L’envers de la psy­chana­ly­se (Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se). Of­fi­zi­el­le Ver­si­on: Jac­ques La­can: Le sé­mi­nai­re, li­v­re XVII. L’envers de la psy­chana­ly­se. 19691970. Tex­te éta­b­li par Jac­ques-Alain Mil­ler. Seuil, Pa­ris 1991. Eine deut­sche Über­set­zung von Ger­hard Schmitz fin­det man hier im In­ter­net.
  5. J. La­can: Ra­dio­pho­nie (1970). Über­setzt von Hans-Joa­chim Metz­ger. In: J. La­can: Ra­dio­pho­nie. Te­le­vi­si­on. Qua­dri­ga, Ber­lin 1988, S. 554.
  6. Wel­che bei­den Ter­me bil­den im­mer eine Lü­cke, sind syn­ko­piert? Die bei­den obe­ren Ter­me sind ma­ni­fest, die bei­den un­te­ren la­tent; also sind ver­mut­lich die bei­den un­te­ren ge­meint, die an den Plät­zen der Wahr­heit (un­ten links) und der Pro­duk­ti­on (un­ten rechts).
  7. Der Aus­gangs­punkt ei­nes Dis­kur­ses ist der Platz oben links, den La­can in Se­mi­nar 17 als den des Agen­ten be­zeich­net hat­te und den er in Se­mi­nar 18 in den des Scheins um­be­nennt.
  8. Das be­zieht sich auf den Platz un­ten links, den Platz der Wahr­heit, an dem im Fal­le des psy­cho­ana­ly­ti­sche Dis­kur­ses das Wis­sen ist, S2.
  9. Den Neo­lo­gis­mus dem­an­si­on hat­te La­can in der Sit­zung vom 17. Fe­bru­ar 1971 ein­ge­führt; vgl. Ver­si­on Mil­ler S. 68.
  10. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (8ˈ34). Mil­ler: „et qui est ce que nous con­nais­sons de la re­li­gi­on sous sa for­me mo­der­ne, nom­mé­ment …“
  11. Die­se The­se hat­te La­can zu­erst 1966 for­mu­liert, in ei­nem für die Écrits ge­schrie­be­nen Text:
    „Es fällt schwer, nicht schon vor der Psy­cho­ana­ly­se eine Di­men­si­on ein­ge­führt zu se­hen, die man die des Sym­ptoms nen­nen könn­te und die sich da­durch ar­ti­ku­liert, dass sie die Wie­der­kehr der Wahr­heit als sol­cher im Riss ei­nes Wis­sens re­prä­sen­tiert.
    Es han­delt sich nicht um das klas­si­sche Pro­blem des Irr­tums, son­dern um eine kon­kre­te, ‚kli­nisch‘ ein­zu­schät­zen­de Ma­ni­fes­ta­ti­on, in der sich nicht ein Man­gel an Re­prä­sen­ta­ti­on of­fen­bart, son­dern eine Wahr­heit von ei­nem an­de­ren Be­zug als das, Re­prä­sen­ta­ti­on oder nicht, wo­durch sie die schö­ne Ord­nung durch­ein­an­der­brin­gen wird …
    In die­sem Sin­ne kann man sa­gen, dass die­se Di­men­si­on, auch wenn sie dar­in nicht ex­pli­zit ge­macht wird, in der Marx’schen Kri­tik in ei­nem ho­hen Maße dif­fe­ren­ziert ist. Und dass ein Teil der Um­keh­rung, die er aus­ge­hend von He­gel voll­zieht, durch die Wie­der­kehr (die ma­te­ria­lis­ti­sche Wie­der­kehr, eben weil sie ihr Ge­sicht und Kör­per gibt) der Fra­ge der Wahr­heit ge­bil­det wird. Die­se drängt sich nicht dar­in auf, möch­ten wir sa­gen, dass sie den Fa­den der List der Ver­nunft auf­nimmt, eine sub­ti­le Form, mit der He­gel sie in Ur­laub schickt, son­dern in­dem sie die­se Lis­ten de­ran­giert (man lese die po­li­ti­schen Schrif­ten), die mit Ver­nunft nur her­aus­ge­putzt sind …“ (J. La­can: Über das Sub­jekt end­lich in Fra­ge (1966). In: Ders.: Schrif­ten. Band I. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien u.a. 2016, S. 269–277, hier: S. 275, Über­set­zung ge­än­dert)
  12. La­can be­zieht sich auf die Marx’sche Ana­ly­se der Wert­form und des Fe­tisch­cha­rak­ters der Ware, wie zu­erst be­reits in den Se­mi­na­ren 4 und 5. Vgl. Se­mi­nar 4 von 1956/57, Das Ob­jekt der Psy­cho­ana­ly­se (Sit­zung vom 21. No­vem­ber 1956, Ver­si­on Miller/Gondek S. 24), Se­mi­nar 5 von 1957/58, Die Bil­dun­gen des Un­be­wuss­ten (Sit­zun­gen vom 27 No­vem­ber 1957, Ver­si­on Miller/Gondek S. 94), und vom 4. De­zem­ber 1957, Ver­si­on Miller/Gondek S. 113).
  13. Auf den „Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten“ hat­te La­can sich be­reits in der zwei­ten und drit­ten Sit­zung die­ses Se­mi­nars be­zo­gen; Sit­zun­gen vom 20. Ja­nu­ar 1971 und vom 10. Fe­bru­ar 1971.
  14. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 16ˈ48). Mil­ler: „hu­ma­nis­te, qui pro­lifè­re en quel­que sor­te sur ce­lui qui as­su­re la fonc­tion de ce qui se trouve le plus dé­pouil­lé dans le ca­pi­ta­lis­me, mais qui n’en mont­re pas moin.“
  15. Das „le“ ist ei­ni­ger­ma­ßen zu ver­ste­hen (vgl. 16ˈ40); Mil­ler: „nous li­bè­re“.
  16. Wo­bei die Kluft und die Lee­re dar­in be­steht, dass es kein se­xu­el­les Ver­hält­nis gibt.
  17. Das „mais“ ist in der Ton­auf­nah­me ei­ni­ger­ma­ßen zu ver­ste­hen (vgl. 24ˈ33). Mil­ler: „et“.
  18. Il est clai­re que“ ist in der Ton­auf­nah­me ei­ni­ger­ma­ßen zu ver­ste­hen (vgl. 25ˈ51); Mil­ler: „La lett­re de“.
  19. Da­mit zeich­net sich ab, was La­can un­ter dem „phal­li­schen Ge­nie­ßen“ ver­steht: die Kas­tra­ti­on; vor­sich­ti­ger for­mu­liert: Die Kas­tra­ti­on ist ein wich­ti­ger As­pekt des Be­griffs „phal­li­sches Ge­nie­ßen“. In den Se­mi­na­ren 18 bis 20 sym­bo­li­siert er das phal­li­sche Ge­nie­ßen mit Φx (Φ für Phal­lus, x für Ge­nie­ßen), in den Se­mi­na­ren 22 und 23 mit JΦ (J für jouis­sance, Ge­nie­ßen). Der Kas­tra­ti­ons­as­pekt des phal­li­schen Ge­nie­ßens be­steht in der Un­zu­gäng­lich­keit des Ge­nie­ßens des An­de­ren (vgl. die Fuß­no­te wei­ter un­ten zum Be­griff des Un­ent­scheid­ba­ren und die dar­in über­setz­te Pas­sa­ge aus Se­mi­nar 16, Sit­zung vom 23. April 1963).
  20. Dort im Jah­re 1949. Zu­nächst in: The In­ter­na­tio­nal Jour­nal of Psy­cho-Ana­ly­sis, 28. Jg. (1947), un­ter dem Ti­tel: Cir­cumci­si­on and pro­blems of bi­se­xua­li­ty, S. 145–179.
  21. Bru­no Bet­tel­heim: Sym­bo­lic wounds. Pu­ber­ty ri­tes and the en­vious male. Free Press, Glen­coe, Ill., 1954. Dt.: Die sym­bo­li­schen Wun­den. Pu­ber­täts­ri­ten und der Neid des Man­nes. Kind­ler, Mün­chen 1975.
  22. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me ei­ni­ger­ma­ßen zu ver­ste­hen (vgl. 31ˈ13). Mil­ler: „(…) une or­don­nan­ce ex­pli­ca­ti­ve qui prend son prin­ci­pe d’une crain­te de la cas­tra­ti­on lais­sée opaque, et, d’autre part, le re­le­vé des ac­ci­dents, par les­quels au pe­tit bon­heur ou mal­heur la chan­ce, ce pré­sen­te la cas­tra­ti­on, qui, dans ce re­gist­re, ne se­rait que l’effet d’on ne sait quel mel­en­ten­du. Dans ce tail­lis de préju­gés et de ma­l­adres­ses, d’un côté la cas­tra­ti­on est quel­que cho­se de rec­tifia­ble, de l’autre au con­trai­re une pen­sée s’aperçoit qu’il y a bien là de la con­stan­ce.
    À tout les moins, un nom­bre im­men­se de pro­duc­tions, que nous pou­vons en­re­gis­trer sur tous les re­gis­tres – en­co­re que les ca­ta­lo­gues so­i­ent plus ou moins bien faits, que ce soit ceux de l’ethnologie ou de la psy­cho­pa­tho­lo­gie que j’évoquais tout à l’heure, et il en est d’autres – nous met en face de ceci, qu’il n y a pas de rap­port se­xu­el.
    Freud l’exprime à l’occasion. C’est fort bien dit dans Ma­lais­se de la ci­vi­li­sa­ti­on, ce qui après tous ne rend pas si nou­veau ce que j’ai for­mu­lé.“
  23. Ver­mut­lich eine An­spie­lung auf Freuds fol­gen­de Be­mer­kung: „Das Se­xu­al­le­ben des Kul­tur­men­schen ist doch schwer ge­schä­digt, es macht mit­un­ter den Ein­druck ei­ner in Rück­bil­dung be­find­li­chen Funk­ti­on, wie un­ser Ge­biß und un­se­re Kopf­haa­re als Or­ga­ne zu sein schei­nen. Man hat wahr­schein­lich ein Recht an­zu­neh­men, daß sei­ne Be­deu­tung als Quel­le von Glücks­emp­fin­dun­gen, also in der Er­fül­lung un­se­res Le­bens­zwe­ckes, emp­find­lich nach­ge­las­sen hat. Manch­mal glaubt man zu er­ken­nen, es sei nicht al­lein der Druck der Kul­tur, son­dern et­was am We­sen der Funk­ti­on selbst ver­sa­ge uns die vol­le Be­frie­di­gung und drän­ge uns auf an­de­re Wege.“ (S. Freud: Das Un­be­ha­gen in der Kul­tur (1930). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 191–270, hier: S. 234 f.)
  24. Mil­ler: „qui rend pos­si­ble“.
  25. Das Wort „exis­te“ ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 38ˈ18). Mil­ler: „C’est – on le sup­po­se“.
  26. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 38ˈ45). Mil­ler: „pour au­tant qu’il don­ne la jouis­sance com­me or­don­née“.
  27. Die Ter­mi­ni „un­ent­scheid­bar“ und „Un­ent­scheid­bar­keit“ wur­den durch Kurt Gö­dels Auf­satz Über for­mal un­ent­scheid­ba­re Sät­ze der Prin­ci­pia Ma­the­ma­ti­ca und ver­wand­ter Sys­te­me (1931) zu Schlüs­sel­be­grif­fen der Lo­gik (Ko­pie des Auf­sat­zes hier, Er­läu­te­rung in die­sem Ar­ti­kel).
    La­can hat­te den Be­griff „un­ent­scheid­bar“ zu­erst in der Pro­po­si­ti­on du 9 oc­tob­re 1967 sur le psy­chana­lys­te de l’École ver­wen­det (Au­tres écrits. Seuil, Pa­ris 2001, S. 243–260, hier: S. 246), da­nach wie­der in Se­mi­nar 15 von 1967/68, Der psy­cho­ana­ly­ti­sche Akt (aus­führ­lich in der Sit­zung vom 20. März 1968). In Se­mi­nar 16 von 1968/69, Von ei­nem An­de­ren zum an­de­ren, er­läu­tert er ihn so:
    „Die Neu­ro­sen ent­hül­len also den Un­ter­schied zwi­schen Gram­ma­tik und Lo­gik. Es gin­ge dar­um, ei­nen wei­te­ren Schritt zu tun  und, so wie ich es ver­su­che, eine Ho­mo­lo­gie zu ent­de­cken.
    Die­se Ho­mo­lo­gie liegt nicht of­fen zu­ta­ge, die Neu­ro­sen ent­hül­len sie nicht auf An­hieb. Nur wenn man ein we­nig Lo­gik be­trie­ben hat, kann man bei­spiels­wei­se wis­sen, dass die Kon­sis­tenz ei­nes der si­chers­ten Sys­te­me, näm­lich der Arith­me­tik, von der Lo­ka­li­sie­rung ei­nes Un­ent­scheid­ba­ren ab­hängt. Um das zu be­wei­sen, war eine kor­rek­te Lo­gik not­wen­dig, die nicht mehr als hun­dert Jah­re alt ist und die eine Rei­he von Brü­chen nach­ge­wie­sen hat.
    Nun, zwi­schen den Brü­chen der Lo­gik und den­je­ni­gen der Struk­tur des Be­geh­rens gibt es eine Ho­mo­lo­gie, näm­lich dass das Be­geh­ren letzt­lich Kon­no­ta­ti­on des Wis­sens der Ver­hält­nis­se des Man­nes und der Frau ist, durch et­was, was das Über­ra­schends­te ist, näm­lich das Feh­len oder Nicht­feh­len ei­nes or­ga­non, ei­nes Werk­zeugs, an­ders ge­sagt des Phal­lus – dass das Ge­nie­ßen des Werk­zeugs ein Hin­der­nis für das­je­ni­ge Ge­nie­ßen dar­stellt, wel­ches das Ge­nie­ßen des An­de­ren ist, in­so­fern der An­de­re durch ei­nen Kör­per re­prä­sen­tiert ist –, und, um es klar zu sa­gen, wie ich be­reits ge­äu­ßert habe, ich den­ke mit hin­rei­chen­der Stär­ke, dass es nichts Struk­tu­rier­ba­res gibt, was im ei­gent­li­chen Sin­ne der se­xu­el­le Akt wäre. Wenn all das kor­rekt be­wie­sen ist, könn­te es sein, dass der Kreis sich schließt und die­ses Et­was hin­ter­rücks Wahr­heit mit Wis­sen ver­bin­det.
    Das Den­ken ist ge­nau die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz*, von der die Tat­sa­che re­prä­sen­tiert wird, dass es Un­vor­stell­ba­res gibt, da es durch das Ge­nuss­ver­bot ver­sperrt ist. Auf wel­cher Ebe­ne? auf der ein­fachs­ten, auf or­ga­ni­schem Ni­veau. Die­se Bar­rie­re für das Ge­nie­ßen ist das Lust­prin­zip und nichts an­de­res. Dass die­se Bar­rie­re im Ver­bot der Mut­ter me­ta­pho­ri­siert wird, ist letzt­lich nur ein his­to­ri­scher Zu­fall, und der Ödi­pus­kom­plex selbst hängt hier­von ab.
    Aber die Fra­ge ist tie­fer ver­or­tet. Die Kas­tra­ti­on, also das Loch im Auf­fas­sen, das Ich weiß nicht hin­sicht­lich des Ge­nie­ßens des An­de­ren, muss neu durch­dacht wer­den, un­ter dem Blick­win­kel ih­res Ver­hält­nis­ses zu den weit­ver­brei­te­ten, all­ge­gen­wär­ti­gen Wir­kun­gen un­se­rer Wis­sen­schaft.“ (Se­mi­nar 16, Sit­zung vom 23. April 1969, Ver­si­on Mil­ler S. 276 f., mei­ne Über­set­zung).
    Auch in Ra­dio­pho­nie (1971) hat­te La­can den Be­griff ins Spiel ge­bracht (J. La­can: Ra­dio­pho­nie. Über­setzt von Hans-Joa­chim Metz­ger. In: Ders.: Ra­dio­pho­nie. Te­le­vi­si­on. Qua­dri­ga, Wein­heim u.a. 1988, S. 5–54, hier: S. 30).
    In Se­mi­nar 19 von 1971/72, … oder schlim­mer, wird er den Be­griff des Un­ent­scheid­ba­ren dazu ver­wen­den, die For­meln der Se­xu­ie­rung zu deu­ten (Sit­zung vom 1. Juni 1972, Ver­si­on Mil­ler S. 207–209). Und eben­so wird er in L’étourdit  (ge­schrie­ben 1972) den Be­griff des Un­ent­scheid­ba­ren öf­ter ver­wen­den (in: Au­tres écrits. Seuil, Pa­ris 2001, S. 449–496, hier: S. 452, 468, 481). 
  28. Ver­si­on Es­paces La­can: „pas in­é­vi­ta­bel“; ich höre et­was wie „pas écrit évi­ta­ble“ (vgl. 38ˈ56). Mil­ler: „qui ne sem­ble pas évi­ta­ble“.
  29. An­ders ge­sagt: Bet­tel­heim zeigt, dass es In­itia­ti­ons­ri­tua­le in ge­gen­wär­ti­gen Ge­sell­schaf­ten gibt, und La­can fin­det das wert­voll.
  30. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 41ˈ08). Mil­ler: „Une con­train­te, la pré­ten­due pré­va­lence d’une pré­ten­due su­pé­rio­rité phy­si­que ou aut­re, se sup­por­te de si­gni­fants.“
  31. La­can be­zieht sich auf Freuds Be­griff des „so­ma­ti­schen Ent­ge­gen­kom­mens“, zu­erst in der Dora-Ana­ly­se: „So­viel ich se­hen kann, be­darf je­des hys­te­ri­sche Sym­ptom des Bei­tra­ges von bei­den Sei­ten. Es kann nicht zu­stan­de kom­men ohne ein ge­wis­ses so­ma­ti­sches Ent­ge­gen­kom­men, wel­ches von ei­nem nor­ma­len oder krank­haf­ten Vor­gang in oder an ei­nem Or­ga­ne des Kör­pers ge­leis­tet wird.“ (S. Freud: Bruch­stück ei­ner Hys­te­rie-Ana­ly­se (1905). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 6. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 83–186, hier: S. 116)
  32. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 42ˈ32). Mil­ler: „Elle est peut-être in­sup­por­ta­ble com­me tel­le“.
  33. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 43ˈ05). Mil­ler: „qui s’articule dans la psy­chana­ly­se, dans“.
  34. Auf die­sen Zu­sam­men­hang hat­te La­can be­reits in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung ver­wie­sen (9. Juni 1971, Ver­si­on Mil­ler S. 150).
  35. Die Pas­sa­ge ist in der Ton­auf­nah­me gut zu ver­ste­hen (vgl. 46ˈ04). Mil­ler: „ne se si­tue“.
  36. Dem­nach steht in den For­meln \overline {\forall \text {x}}.\Phi \text {x} (Frau) und \overline {\exists \text {x}}.\ \text {x} (Mann) das x für das Ge­nie­ßen.
  37. Sit­zung vom 9. Juni 1971; vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 147.
  38. Kaum ver­ständ­li­che Pas­sa­ge
  39. Kaum ver­ständ­li­che Pas­sa­ge.
  40. Jo­sef Breu­er, Sig­mund Freud: Stu­di­en über Hys­te­rie (1895). In: S. Freud: Ge­sam­mel­te Wer­ke, chro­no­lo­gisch ge­ord­net. Band 1. Ima­go, Lon­don 1952, S. 75–312.
  41. Die Un­ter­schei­dung von De­no­ta­ti­on und Kon­no­ta­ti­on wur­de von John Stuart Mill in A sys­tem of lo­gic (1843) ein­ge­führt (Buch I, Ka­pi­tel 2, „On na­mes“ § 5; engl. im In­ter­net hier, dt. im In­ter­net hier). Der ty­pi­sche Fall ei­ner De­no­ta­ti­on ist für Mill das An­brin­gen ei­nes Na­mens an ei­nem Ob­jekt in der Art ei­ner Mar­kie­rung. Zu Mills Un­ter­schei­dung von De­no­ta­ti­on und Kon­no­ta­ti­on hat­te La­can sich aus­führ­li­cher in Se­mi­nar 12 ge­äu­ßert (in den Sit­zun­gen vom 2. De­zem­ber 1964, vom 6. Ja­nu­ar 1965 und vom 7. April 1965); vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel.
  42. Die Auf­fas­sung, der Phal­lus sei der Si­gni­fi­kant des Man­gels, hat­te La­can in die­sem Se­mi­nar be­reits mehr­fach zu­rück­ge­wie­sen: in den Sit­zun­gen vom 20. Ja­nu­ar 1971 (vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 34), vom 17. Fe­bru­ar 1971 (vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 67) und vom 10. März 1971 (vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 84). Vgl. hier­zu die­sen Blog­ar­ti­kel.
  43. Vgl. Gott­lob Fre­ge: Über Sinn und Be­deu­tung. In: Zeit­schrift für Phi­lo­so­phie und phi­lo­so­phi­sche Kri­tik. Neue Fol­ge. Band 100/1 (1892), S. 25–50; nach­ge­druckt in: Ders.: Funk­ti­on, Be­griff, Be­deu­tung. Fünf lo­gi­sche Stu­di­en. Van­den­hoeck und Ru­precht, Göt­tin­gen 1986, S. 40–65; im In­ter­net au­ßer­dem hier.
    Un­ter „Be­deu­tung“ ver­steht Fre­ge den „Ge­gen­stand“, auf den ein Aus­druck sich be­zieht, un­ter „Sinn“ die „Art des Ge­ge­benseins“ ; die Aus­drü­cke „Mor­gen­stern“ und „Abend­stern“ ha­ben die­sel­be Be­deu­tung (sie ha­ben den Pla­ne­ten Ve­nus zum Ge­gen­stand), sie ha­ben aber ei­nen un­ter­schied­li­chen Sinn (sie be­zie­hen sich dar­auf, wie der Pla­net mor­gens er­scheint und wie er abends er­scheint).
    Auf Fre­ges Auf­satz hat­te La­can sich erst­mals in Se­mi­nar 12 be­zo­gen, in der Sit­zung vom 2. Juni 1965.
  44. Die­ses Bei­spiel ist nicht von Fre­ge, son­dern von Bertrand Rus­sell, aus des­sen Auf­satz On de­not­ing (1905), im In­ter­net hier.
    Wa­ver­ley, or, tis six­ty ye­ars sin­ce (1814) gilt als der ers­te bri­ti­sche his­to­ri­sche Ro­man.
  45. La­can ver­wech­selt hier Fre­ge und Rus­sell.
  46. Das Bei­spiel ist von Rus­sell, die Be­griffs­op­po­si­ti­on ist von Fre­ge; Rus­sell weist Fre­ges Be­griff des Sinns aus­drück­lich zu­rück und er­setzt ihn durch „pro­po­si­tio­na­le Funk­ti­on“.
  47. Sal­va ve­ri­ta­te“ meint „bei un­be­ein­träch­tig­ter Wahr­heit“, „ohne Ver­lust der Wahr­heit“.
    Leib­niz zu­fol­ge sind zwei Aus­drü­cke dann iden­tisch, wenn sie ein­an­der er­set­zen kön­nen, ohne dass die Wahr­heit der Aus­sa­ge sich da­durch ver­än­dert. Sein Bei­spiel ist „Drei­eck“ und „drei­sei­ti­ges Po­ly­gon“: In je­der Be­haup­tung, die von Eu­klid für „Drei­eck“ be­wie­sen wur­de, kann für „Drei­eck“ der Aus­druck „drei­sei­ti­ges Po­ly­gon“ ein­ge­setzt wer­den, ohne dass die Wahr­heit der Aus­sa­ge ver­lo­ren geht. Auf die­ses Prin­zip be­zie­hen sich Fre­ge in Über Sinn und Be­deu­tung und Rus­sell in On de­not­ing; Fre­ge zi­tiert hier­zu Leib­niz, Rus­sell be­zieht sich auf das Prin­zip, ohne Leib­niz zu er­wäh­nen.
    Fre­ge for­mu­liert von hier aus das Prin­zip: Wenn man in ei­nem Satz ein Wort durch ein Wort er­setzt, dass die­sel­be Be­deu­tung hat, aber ei­nen an­de­ren Sinn, kann das auf die Be­deu­tung des Sat­zes kei­nen Ein­fluss ha­ben.
    Er wen­det die Un­ter­schei­dung von Sinn und Be­deu­tung nicht nur auf Ei­gen­na­men an, son­dern auch auf Be­haup­tungs­sät­ze. Der „Ge­dan­ke“ ei­nes Sat­zes ist sein Sinn, der Wahr­heits­wert ei­nes Sat­zes hin­ge­gen (ob er wahr oder falsch ist) ist sei­ne Be­deu­tung. Die Sät­ze „Der Mor­gen­stern ist ein Pla­net“ und „Der Abend­stern ist ein Pla­net“ drü­cken un­ter­schied­li­che Ge­dan­ken aus. Wenn man nicht weiß, dass bei­de iden­tisch sind, kann man bei­spiels­wei­se den ei­nen für wahr hal­ten und den an­de­ren für falsch; da­mit ha­ben die bei­den Sät­ze ei­nen un­ter­schie­di­chen Sinn. Sie sind je­doch bei­de wahr, und da­mit ha­ben sie die­sel­be Be­deu­tung.
  48. Die­ses Bei­spiel fin­det man in Rus­sells On de­not­ing. (Der Fra­gen­de ist Ge­org IV. Durch den Ro­man Wa­ver­ley war Wal­ter Scott (noch ohne „Sir“) be­rühmt ge­wor­den; im Jah­re 1815 wur­de er des­halb von Ge­org (noch ohne „King“) zum Es­sen ein­ge­la­den.)
  49. Fre­ge un­ter­schei­det ge­wöhn­li­che Rede, ge­ra­de Rede und un­ge­ra­de Rede. Ein Bei­spiel für die ge­wöhn­li­che Rede ist ein ein­fa­cher Be­haup­tungs­satz (etwa „Der Abend­stern ist ein Pla­net“). Die ge­ra­de Rede ist das, was heu­te „wört­li­che Rede“ ge­nannt wird, also die zi­tier­te Rede; in „Frank sagt: ‚Der Abend­stern ist ein Pla­net‘“ ist „Der Abend­stern ist ein Pla­net“ eine ge­ra­de Rede. Die un­ge­ra­de Rede ist die in­di­rek­te Rede; in „Frank glaubt, dass der Abend­stern ein Pla­net ist“, ist „dass der Abend­stern ein Pla­net ist“ eine un­ge­ra­de Rede. In der un­ge­ra­den Rede kann man nicht Wör­ter mit glei­cher Be­deu­tung durch­ein­an­der er­set­zen, man kann „Frank glaubt, dass der Abend­stern ein Pla­net ist“ nicht durch „Frank glaubt, dass der Mor­gen­stern ein Pla­net ist“ er­set­zen. Gram­ma­tisch ge­se­hen hat die in­di­rek­te Rede den Sta­tus ei­nes Ne­ben­sat­zes.
  50. Mil­ler: „c’est dans une sub­or­don­née in­ter­ro­ga­ti­ve que se loge ce que le roi Ge­or­ge III de­man­de“.
  51. La­can for­mu­liert hier un­ge­nau, ge­meint ist, dass die Fra­ge von Kö­nig Ge­org III. die Form ei­nes Ne­ben­sat­zes hat; der Ne­ben­satz ist „ob Sir Wal­ter Scott der Au­tor von Wa­ver­ley sei“.
  52. Das la­tei­ni­sche Wor­te „no­mi­na­tum“ be­deu­tet „das Ge­nann­te“ oder „das Be­nann­te“. Es ist vom Verb „no­mi­na­re“ ab­ge­lei­tet, „be­nen­nen“, das wie­der­um auf dem Sub­stan­tiv „no­men“ auf­baut, „Name“.
    Vgl. Ru­dolf Car­nap: Mea­ning and Ne­ces­si­ty: A Stu­dy in Se­man­ti­cs and Mo­dal Lo­gic. Uni­ver­si­ty of Chi­ca­go Press, Chi­ca­go 1948, § 28; im In­ter­net hier und hier (dt.: Be­deu­tung und Not­wen­dig­keit. Eine Stu­die zur Se­man­tik und mo­da­len Lo­gik. Über­setzt von Wil­helm Ba­der. Sprin­ger, Wien u.a. 1972).
    Be­reits in der ers­ten Sit­zung die­ses Se­mi­nars (13. Ja­nu­ar 1971) hat­te La­can sich auf Car­nap be­zo­gen, dort auf des­sen Kon­zept des Schein­pro­blems (vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 13).
  53. La­can wie­der­holt das Wort nom und buch­sta­biert es, um klar­zu­stel­len, dass es um nom (Name) geht und nicht um non (nein); nom und non wer­den gleich aus­ge­spro­chen.
  54. Ver­si­on Es­paces La­can hat hier „pro­non­cé Now?“ Ich ver­mu­te mit Mil­ler, dass La­can hier das eng­li­sche Wort noun (No­men, Sub­stan­tiv) ar­ti­ku­liert. Mil­ler: „sur la voie du ce point que je dé­si­gne ici en ec­cen­tu­ant la dif­fé­rence ent­re le nom name, et le nom noun“.
  55. Ich ver­mu­te, dass La­can sich hier auf sei­ne The­se aus dem Auf­satz Die Be­deu­tung des Phal­lus be­zieht, dass der Phal­lus der Si­gni­fi­kant der Ur­ver­drän­gung ist. Die Ur­ver­drän­gung ist das, wo­durch die Ver­drän­gung in Gang ge­bracht wird; das Ur­ver­dräng­te kann nie er­in­nert wer­den, auch nicht durch das Ver­fah­ren der „frei­en As­so­zia­ti­on“.
  56. Vgl. J. La­can: Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht (1958). In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 9–71.
    Vgl. hier­zu die­sen Blog­ar­ti­kel.
  57. Dies ist, leicht ab­ge­wan­delt, die lin­ke Sei­te der For­mel der Me­ta­pher im Auf­satz Über eine Fra­ge; Mil­ler schreibt statt­des­sen die rech­te Sei­te der For­mel der Me­ta­pher: \text{\normalsize {S}} \left( \frac {\text {1}}{\text s} \right) .
  58. J. La­can: Über eine Fra­ge, die je­der mög­li­chen Be­hand­lung der Psy­cho­se vor­aus­geht, a.a.O., S. 40.
  59. J. La­can: Das Drän­gen des Buch­sta­bens im Un­be­wuss­ten oder die Ver­nunft seit Freud. In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 582–626, hier: S. 610.
  60. Die Va­ter­m­e­ta­pher wird im Psy­cho­se-Auf­satz so no­tiert:
    \frac {\text {Name-des-Vaters}}{\text {Begehren der Mutter}} \cdot \frac {\text {Begehren der Mutter}}{\text {dem Subjekt signifiziert}} \rightarrow \text {\normalsize {Name-des-Vaters}} \left( \frac {\text {A}}{\text {Phallus}} \right)
  61. Mil­ler: „Be­deu­tung spé­cia­le“.
  62. Eine ähn­li­che Be­mer­kung hat­te La­can in die­sem Se­mi­nar be­reits in der Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971 ge­macht (vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 34).
  63. Mil­ler: „loi“.
  64. Wo?
  65. Mil­ler: „d’intervention dé­si­gnée sous le nom de Nom-du-Père“.
  66. Die ers­ten künst­li­chen Be­fruch­tun­gen wur­den zwi­schen 1940 und 1960 von Bert­hold P. Wies­ner in Lon­don durch­ge­führt.
    In Al­dous Hux­leys Ro­man Bra­ve New World (ver­öf­fent­licht 1932), wer­den, lässt der Staat, wenn er Kin­der braucht, Frau­en die Ei­er­stö­cke ent­fer­nen und Kin­der in Re­agenz­glä­sern er­zeu­gen. In Ge­or­ge Or­wells 1984 (ver­öf­fent­licht 1948) wird von ei­ner Ge­sell­schaft er­zählt, in der die Be­fruch­tung, die durch Ge­schlechts­ver­kehr her­bei­ge­führt wird, durch künst­li­che Be­fruch­tung er­setzt wer­den soll.
  67. Mil­ler: „nu­mé­ra­le“.
  68. Mil­ler: „il y a un nom­bre“.
  69. Freud: „Kommt dann die Kennt­nis der ver­schie­den­ar­ti­gen se­xu­el­len Be­zie­hun­gen von Va­ter und Mut­ter dazu, be­greift das Kind, dass pa­ter sem­per in­cer­tus est [der Va­ter im­mer un­ge­wiss ist], wäh­rend die Mut­ter cer­tis­si­ma [voll­kom­men si­cher] ist, so er­fährt der Fa­mi­li­en­ro­man eine ei­gen­tüm­li­che Ein­schrän­kung: er be­gnügt sich näm­lich da­mit, den Va­ter zu er­hö­hen, die Ab­kunft von der Mut­ter aber als et­was Un­ab­än­der­li­ches nicht wei­ter in Zwei­fel zu zie­hen.“ (S. Freud: Der Fa­mi­li­en­ro­man der Neu­ro­ti­ker (1909). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 4. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 221–226, hier: S. 225.
  70. Auf sol­che schief lie­gen­den Ver­wandt­schafts­be­zie­hun­gen weist La­can be­reits im Rom-Vor­trag hin: „Wir wis­sen in der Tat, wel­che Schä­den be­reits, die bis zur Spal­tung der Per­sön­lich­keit des Sub­jekts rei­chen, eine ge­fälsch­te Fi­lia­ti­on an­rich­ten kann, wenn von der Um­ge­bung der Zwang aus­geht, die Lüge dar­über auf­recht­zu­er­hal­ten. Sie kön­nen nicht ge­rin­ger sein, wenn in dem Fall, dass ein Mann die Mut­ter der Frau hei­ra­tet, mit der er ei­nen Sohn hat, dann die­ser zum Bru­der ein Kind ha­ben wird, das Kind sei­ner Mut­ter ist. Aber wenn er als­dann – und der Fall ist nicht er­fun­den – von der mit­füh­len­den Fa­mi­lie ei­ner Toch­ter aus ei­ner frü­he­ren Ehe des Va­ters ad­op­tiert wird, wird er sich noch ein­mal als Halb­bru­der sei­ner neu­en Mut­ter wie­der­fin­den, und man kann sich die kom­ple­xen Ge­füh­le vor­stel­len, mit de­nen er die Ge­burt ei­nes Kin­des er­war­ten wird, das in die­ser Wie­der­ho­lungs­si­tua­ti­on zu­gleich sein Bru­der und sein Nef­fe sein wird.“ (Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se (1956). In: Ders.: Schrif­ten. Band I. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien u.a. 2016, S. 278–381, hier: S. 327)
  71. Vgl. 1. Mose 5.
  72. Mil­ler: „je ne vous di­rai tout de même pas à quel­le page“.
  73. Für die The­se, dass Mo­ses von den Is­rae­li­ten ge­tö­tet wur­de, stützt Freud sich auf Ernst Sel­lin: Mose und sei­ne Be­deu­tung für die is­rae­li­tisch-jü­di­sche Re­li­gi­ons­ge­schich­te. Dei­chert, Leip­zig 1922.
  74. Die Über­set­zung lau­tet: „Je n’en fe­rai pas ici la cri­tique car tous les ré­sul­tats ac­quis con­sti­tu­ent les dé­duc­tions psy­cho­lo­gi­ques qui en dé­riv­ent et qui sans ces­se s’y rap­port­ent.“ (Sig­mund Freud: Moi͏̈se et le mo­no­t­héis­me. Aus dem Deut­schen über­setzt von Anne Ber­man. Gal­li­mard, Pa­ris 1948)
    Freud schrieb die Vor­be­mer­kung zur drit­ten Ab­hand­lung von Der Mann Mo­ses, die von La­can hier zi­tiert wird, im Jah­re 1938, ver­öf­fent­licht wur­de sie ein Jahr spä­ter.
  75. Vgl. S. Freud: Der Mann Mo­ses und die mo­no­the­is­ti­sche Re­li­gi­on: Drei Ab­hand­lun­gen (1939). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 455–581, hier: S. 508.
    La­can über­setzt mit „car ils forment la sup­po­si­ti­on des ma­ni­fes­ta­ti­ons psy­cho­lo­gi­ques qui, de ces don­nées, dé­cou­lent et tou­jours de nou­veau y font re­tours“.
  76. Die Pea­no-Axio­me wur­den 1889 von Gui­sep­pe Pea­no ver­öf­fent­licht (Arith­me­ti­ces prin­ci­pia nova me­tho­do ex­po­si­ta).
  77. Pea­no be­trach­te­te ur­sprüng­lich die Eins als kleins­te na­tür­li­che Zahl, spä­ter die Null.
  78. Mil­ler: „La fonc­tion lo­gi­que dont je me suis ser­vi est trop sou­vent ou­bliée“.
  79. Das Jahr I der Re­pu­blik dau­er­te (wenn man sich an den gre­go­ria­ni­schen Ka­len­der hält) vom 22. Sep­tem­ber 1792 bis zum 21. Sep­tem­ber 1793.
  80. Mil­ler: „de son en­gend­re­ment“.
  81. An­spie­lung auf Freuds The­se, dass im Un­be­wuss­ten Kind und Pe­nis gleich­ge­setzt wer­den. Freud schreibt, „daß in den Pro­duk­tio­nen des Un­be­wuß­ten – Ein­fäl­len, Phan­ta­si­en und Sym­pto­men – die Be­grif­fe Kot (Geld, Ge­schenk), Kind und Pe­nis schlecht aus­ein­an­der­ge­hal­ten und leicht mit­ein­an­der ver­tauscht wer­den.“ (S. Freud: Über Trie­bum­set­zun­gen, ins­be­son­de­re der Ana­le­ro­tik (1917). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 7. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 123–132, hier: S. 126) Gleich­set­zun­gen die­ses Typs wer­den von ihm als „sym­bo­li­sche Glei­chun­gen“ be­zeich­net (vgl. S. Freud: Der Un­ter­gang des Ödi­pus­kom­ple­xes (1924). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 5. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 243 –251, hier: S. 250.
  82. Mil­ler: „Mais alors, puis­que c’est du pap­lu­dun que je vous ais dé­si­gné la pos­si­bi­lité lo­gi­fiée du choix dans la re­la­ti­on in­sa­tis­fai­te du rap­port se­xu­el, nous ent­re­vo­yons aus­si à quoi ti­en­nent les in­croya­bles com­plaisances de Freud“.
  83. Das Kon­zept des pap­lu­dun (nicht-mehr-als-ei­ner) als der spe­zi­fisch weib­li­chen For­de­rung hat­te La­can in der Sit­zung vom 9. Juni 1971 ein­ge­führt (vgl. Ver­si­on Mil­ler S. 158). Jetzt wird die Pap­lu­dun-For­de­rung der Frau als Grund­la­ge für Freuds Ori­en­tie­rung am Mo­no­the­is­mus ge­deu­tet: Nicht mehr als ein Gott.
  84. Bei Freud heißt er „Ikhna­ton“ und „Amen­ho­tep IV.“. Vgl. S. Freud: Der Mann Mo­ses und die mo­no­the­is­ti­sche Re­li­gi­on: Drei Ab­hand­lun­gen (1939). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 455–684, v.a. S. 471–476, 508 f.
  85. Mil­ler: „de la struc­tu­re œdi­pi­en­ne“.
  86. Mil­ler: „c’est tout de même bien que les élus se rap­port­ent au Φ de x“.
  87. La­can kom­men­tiert die For­mel der Frau: \overline {\forall \text {x}}.\Phi \text {x} . Of­fen­bar wird „nicht alle“ hier als „die Er­wähl­ten“ ge­deu­tet. Die For­mel kann dem­nach ge­le­sen wer­den als „die Er­wähl­ten be­zie­hen sich auf Φ von x“.
  88. Mil­ler: „Le pas­sa­ge à la mé­dia­ti­on, ent­re guil­le­mets, n’est que la mé­dia­ti­on de cet“.
  89. La­can wech­selt jetzt von der Sei­te der Frau (qua pap­lu­dun, nicht mehr als ei­ner) zur Sei­te des Man­nes (qua au moins un, zu­min­dest ei­ner). Das Kon­zept au moins un bzw. hom­moi­n­zin hat­te er zu­erst am Ende der Sit­zung vom 19. Mai 1971 ver­wen­det (vgl. Ver­si­on Mil­ler S. 144).
  90. Mil­ler: „à une Be­deu­tung, cel­le du phal­lus“.
  91. Nach­dem der Phal­lus der Be­deu­tung zu­ge­ord­net wur­de, wird der Va­ter­mord (und da­mit der Name-des-Va­ters) jetzt dem Sinn zu­ge­ord­net; die Auf­fo­de­rung an den Va­ter zu ant­wor­ten, be­wegt sich dem­nach in der Ord­nung des Sinns.
  92. Mil­ler: „C’est en quoi se mar­que bien com­ment l’obsessionnel se dé­ro­be à la for­mu­le (…). L’obsessionnel se dé­ro­be sim­ple­ment de ne pas exis­ter.“
  93. La­can kom­men­tiert hier die Be­zie­hung zwi­schen der For­mel des Man­nes, \overline {\exists \text {x}}.\ \text {x} , und der Zwangs­neu­ro­se. Der Zangs­neu­ro­ti­ker ant­wor­tet ge­wis­ser­ma­ßen auf die­se For­mel, und zwar da­durch, dass er sich ent­zieht.
  94. Vgl. S. Freud: Das Ich und das Es (1923). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 273–330, vor al­lem Teil III, „Das Ich und das Über-Ich (Ichi­de­al)“, S. 296–306.
  95. Mil­ler: „s’élabore“.
  96. Ek­kle­si­as­tes oder Pre­di­ger ist ein Buch der he­bräi­schen Bi­bel. Als Au­tor des Ek­kle­si­as­tes gilt der Tra­di­ti­on nach Kö­nig Sa­lo­mo. Der he­bräi­sche Ti­tel die­ses Buchs ist Ko­he­let.
  97. Pre­di­ger 9,9.– Lu­ther­bi­bel 2017: „Ge­nie­ße das Le­ben mit der Frau, die du lieb hast, so­lan­ge du das eit­le Le­ben hast, das dir Gott un­ter der Son­ne ge­ge­ben hat“. Se­gond 21: „Jou­is de la vie avec la femme que tu ai­mes pen­dant tou­te la du­rée de ta vie sans con­sis­tan­ce que Dieu t’a don­née sous le soleil, pen­dant tou­te la du­rée de ton exis­tence fu­meu­se“. Buber/Rosenzweig: „Be­sieh das Le­ben mit dem Weib, das du liebst, alle Tage dei­nes Dunst­le­bens, die er dir ge­ge­ben hat un­ter der Son­ne, all dei­ne Dunst­ta­ge“.
    Auf die­sen Spruch aus dem Ek­kle­si­as­tes hat­te La­can sich be­reits frü­her be­zo­gen: in Se­mi­nar 10 von 1962/63, Die Angst (Sit­zung vom 19. De­zem­ber 1962, Ver­si­on Miller/Gondek S. 104 f.), so­wie in Se­mi­nar 16 von 1968/69, Von ei­nem An­de­ren zum an­de­ren (Sit­zung vom 13. No­vem­ber 1968, Ver­si­on Mil­ler S. 25, Über­set­zung in die­sem Blog hier).
  98. An­spie­lung auf Freuds The­se über die Kluft zwi­schen der zärt­li­chen und der sinn­li­chen Strö­mung. Vgl. S. Freud: Über die all­ge­meins­te Er­nied­ri­gung des Lie­bes­le­bens (1912). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 5. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 197–210.

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