Jacques Lacan
Seminar IX, Die Identifizierung
(XV) Sitzung vom 28. März 1962
Übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Max Kleiner und Rolf Nemitz
Zuletzt aktualisiert am 11. Juni 2026
Das Wrack von Shackletons »Endurance«,
1915 gesunken, 2026 von einem Tauchroboter gefunden. Bild von hier
Allgemeines zur Übersetzung
Das Seminar hat 26 Sitzungen. Etwa alle zwei Monate erscheint auf „Lacan entziffern“ die Übersetzung einer weiteren Sitzung. Die bereits veröffentlichten Übersetzungen von Sitzungen dieses Seminars findet man hier.
Die Übersetzung wird zweimal gebracht, zunächst nur deutsch, dann gegenüberstellend: Satz für Satz französisch/deutsch.
Die zweisprachige Fassung enthält in den Anmerkungen zum französischen Text Hinweise auf Transkriptionsprobleme; im deutschen Text findet man Links und Bilder, in den Anmerkungen zum deutschen Text Literaturangaben, Belege und inhaltliche Erläuterungen.
Die Übersetzung stützt sich auf folgende Vorlagen:
– Stenotypie des Seminars auf der Seite der École lacanienne de psychanalyse, hier
– Jacques Lacan: L’identification, dit ‚Séminaire IX„. Prononcé à Ste. Anne en 1961–1962. Herausgegeben und erstellt von Michel Roussan. Mit Anmerkungen, kritischem Apparat und Index. Paris 1992. Nicht im Buchhandel, beziehbar durch den Herausgeber, m.roussan2@free.fr
Ausgaben des Identifizierungs-Seminars im Internet:
– französisch: hier (Stenotypie), hier (Staferla), hier (ALI) S. 1547–1966, hier (Chollet), hier (rue CB),
– englische Übersetzungen: hier (Cormac Gallagher), hier (Ben Hooson),
– von Gallagher gelesene Audioaufnahme seiner Übersetzung hier.
Eine von Jacques-Alain Miller herausgegebene offizielle Edition des Seminars gibt es nicht.
Vielen Dank an Peter Müller (Psychoanalytiker in Karlsruhe) für die Überlassung seiner Übersetzung dieses Seminars!
Zur Notation
– Zahlen in geschweiften Klammern und grauer Schrift, z.B. {10}, verweisen auf die Seiten der Transkription, die Roussan als „Daktylographie 1“ bezeichnet; diese Seitenzahlen sind am Rand seiner Ausgabe angegeben und beginnen dort mit einer linken eckigen Klammer, also etwa mit „[10“. Daktylographie 1 ist die Transkription, die man auf der Seite der ELP findet (mit Ausnahme der 20. Sitzung), hier.
– Ein doppelter Bindestrich, also: --, markiert, dass an dieser Stelle ein Satz grammatisch unvollständig abbricht.
– Wörter mit Sternchen: im Original deutsch.
– Der Schrägstrich / verbindet Übersetzungsvarianten.
– Einfügungen in runden Klammern enthalten Formulierungen des französischen Originals.
– Einfügungen in eckigen Klammern dienen der Erläuterung und sind nicht von Lacan.
– Einfügungen in spitzen Klammern: Ersatz für vermutlich ausgefallenen Text. .
Sitzung vom 28. März 1962
Deutsch
Abb. 1: Torus mit D, (D+d), φ, a
{1} Dieses Schema ist nicht Gegenstand meines heutigen Vortrags, es dient lediglich dazu, dessen Ziel für Sie greifbar zu machen, nur als ein Bezugspunkt, der Ihnen zeigt, wozu uns die Topologie dieser Fläche dient, dieser Torus genannten Fläche, insofern ihre konstitutive Krümmung – die diese Kehren und Wiederkehren notwendig macht – uns am besten eine Vorstellung von dem Gesetz vermitteln kann, dem das Subjekt im Prozess der Identifizierung unterworfen ist.
Endgültig wird uns das natürlich erst dann klar werden, wenn wir alles, was der Torus darstellt, tatsächlich durchlaufen haben und <gesehen haben>, wie sehr er der dem Subjekt eigenen Dialektik angemessen ist, insofern dies eine Dialektik der Identifizierung ist.
Als Bezugspunkt also – und damit Sie jederzeit, wenn ich diesen oder jenen Punkt hervorhebe, wenn ich einen bestimmten Aspekt betone, den Grad an Orientierung mitbekommen, wenn ich so sagen darf, im Hinblick auf ein bestimmtes zu erreichendes Ziel, den Grad an Relevanz dessen, was ich in diesem Moment vorbringe –, als Bezugspunkt also möchte ich Ihnen sagen, dass sich im Grenzfall das, was auf den Torus eingetragen werden kann, soweit dies für uns von Nutzen sein kann, annähernd so symbolisieren lässt, dass diese Form, diese eingezeichneten Kreise und die zu den einzelnen Kreisen |{2} gehörenden Buchstaben es uns sogleich anzeigen werden.
Der Torus scheint offenbar einen besonderen Wert zu haben. Sie sollten nicht glauben, dies sei die einzige nicht-sphärische Form einer Fläche, die für uns von Interesse sein könnte. Das ist bei der Geometrie, um die es sich handelt, noch deutlicher, denn die Geometrie, um die es in der algebraischen Topologie geht, stellt sich selbst als die Geometrie von Figuren dar, die aus Gummi sind. Es kann vorkommen, dass die Autoren dieses Gummi ins Spiel bringen, dieses rubber, wie man auf Englisch sagt, um dem Hörer eine Vorstellung von dem zu vermitteln, worum es geht. Es geht um Figuren, die verformt werden können und die durch alle Verformungen hindurch in einem konstanten Verhältnis bleiben. Der Torus muss sich hier nicht unbedingt in seiner ausgefüllten Form präsentieren. |{3} Sie sollten nicht glauben, dass – unter den Flächen, die man definiert, die man definieren muss, denjenigen, die uns im Wesentlichen interessieren: die geschlossenen Flächen, insofern das Subjekt sich jedenfalls selbst als etwas Geschlossenes darstellt, die geschlossenen Flächen, wie einfallsreich auch immer Sie sein mögen (Sie sehen, dass das gesamte Feld für die exorbitantesten Erfindungen offen ist) –, Sie sollten übrigens nicht glauben, dass sich die Vorstellungskraft dem Anfertigen dieser weichen komplexen Formen bereitwillig hingibt, Formen, die sich einrollen, die sich mit sich selbst verknoten. Sie müssen nur versuchen, sich mit der Knotentheorie vertraut zu machen, und Sie werden sehen, wie schwierig es bereits ist, sich die einfachsten Kombinationen vorzustellen.
Und selbst damit werden Sie nicht weit kommen, denn es lässt sich beweisen, dass Sie jede geschlossene Fläche, so komplex sie auch sein mag, durch geeignete Verfahren auf etwas reduzieren können, das nicht weiter gehen kann als eine Sphäre, ausgestattet mit einigen Anhängseln, darunter solchen, die im Falle des Torus als ein angefügter Henkel dargestellt werden, als ein zu einer Sphäre hinzugefügter Henkel, wie ich es Ihnen kürzlich an die Tafel gezeichnet habe, ein Henkel, der ausreicht, um die Sphäre und den Henkel, unter dem Gesichtspunkt des topologischen Werts, in einen Torus zu verwandeln. Alles lässt sich also darauf reduzieren, dass zur Form einer Sphäre eine gewisse Anzahl von Henkeln hinzugefügt wird |{4} sowie eine Reihe von weiteren möglichen Formen.

Abb. 2: Geschlossene Kreuzhaube1
Ich hoffe, dass ich Sie in der Sitzung vor den Ferien an diese Form heranführen kann, die recht amüsant ist – aber wenn ich daran denke, dass die meisten von Ihnen hier ihre Existenz nicht einmal erahnen! Es ist das, was man auf Englisch eine cross-cap nennt oder was man mit dem französischen Wort mitre bezeichnen kann, Mitra.
Abb. 3: Torus mit Schnitt AB
Also, stellen Sie sich einen Torus vor, der die Eigenschaft haben soll, irgendwo bei seiner Drehung seine Fläche umzukehren, ich meine, dass an einer Stelle, die hier liegt, zwischen zwei Punkten A und B, dass die äußere Fläche --, dass die vordere Fläche die hintere Fläche durchquert, die Flächen überkreuzen sich. Ich kann Sie hier nur darauf hinweisen. Das hat recht merkwürdige Eigenschaften und kann für uns sogar ziemlich exemplarisch sein, da es jedenfalls eine Fläche ist, die die Eigenschaft hat, dass die Außenfläche, wenn Sie so wollen, in Kontinuität mit der Innenseite steht, indem sie in das Innere des Objekts übergeht und somit in einer einzigen Runde zur anderen Seite der Fläche, von der sie ausgegangen ist, zurückkehren kann.
Abb. 4: Möbiusband
Das ist etwas, das sich ganz leicht herstellen lässt, am einfachsten in der Weise, wenn Sie es mit einem Papierstreifen machen, dass sie so vorgehen, dass sie ihn nehmen und ihn so verdrehen, dass sein Rand mit dem gegenüberliegenden Rand verklebt und dabei umgedreht wird. Sie werden sehen, dass dies eine Fläche ist, die tatsächlich nur eine |{5} Seite hat, in dem Sinne, dass etwas, das auf ihr entlangläuft, in einer bestimmten Richtung niemals auf eine Grenze stößt und von einer Seite zur anderen übergeht (passe), ohne dass Sie in irgendeinem Moment erfassen könnten, wo der Trick (le tour de passe-passe) stattgefunden hat.
Es gibt hier also die Möglichkeit – auf der Fläche einer beliebigen Sphäre, wenn sie verwendet wird, um eine Fläche zu realisieren und zu vereinfachen, wie komplex sie auch sein mag –, die Möglichkeit dieser Form hier. Fügen wir noch die Möglichkeit von Löchern hinzu. Sie können nicht darüber hinausgehen, das heißt, wie komplex die Fläche, die Sie sich vorstellen, auch sein mag, ich meine beispielsweise, wie komplex die Fläche die Sie herzustellen haben, auch sein mag, Sie werden niemals etwas finden können, das komplexer ist als dies. Deshalb hat der Bezug auf den Torus gewissermaßen etwas Natürliches, als der einfachsten, intuitiv am besten zugänglichen Form.
Das kann uns etwas lehren. Hierzu habe ich Ihnen gesagt, welche Bedeutung wir per Konvention, per Kunstgriff, zwei Arten von kreisförmigen Schleifen geben konnten, insofern sie hier eine Sonderstellung haben.
Abb. 5: Torus mit Erzeugerkreis
Die Schleife, die das umrundet, was man, wenn es ein Rotationstorus ist, den Erzeugerkreis des Torus nennen kann, sie ist dazu prädestiniert – da sie in der Lage ist, sich unbegrenzt zu wiederholen, gewissermaßen dieselbe und immer verschieden –, uns das |{6} Insistieren des Signifikanten zu repräsentieren, insbesondere das Insistieren des repetitiven Anspruchs des Neurotikers.

Abb. 6: Torus mit Erzeugerkreis und Kreis d
Andererseits das, was in dieser Folge von Runden impliziert ist, nämlich eine Zirkularität [d], die zwar durchlaufen, vom Subjekt jedoch nicht wahrgenommen wird, und die uns eine passive, offensichtliche und für das intuitive Empfinden in gewisser Weise maximale Symbolisierung dessen anbietet, was im Terminus des unbewussten Begehrens bereits enthalten ist, insofern das Subjekt dessen Wegen und Pfaden folgt, ohne es zu wissen. Durch all diese Ansprüche hindurch ist es, dieses unbewusste Begehren, in gewisser Weise für sich allein die Metonymie all dieser Ansprüche.
Und Sie sehen hier die lebendige Verkörperung der Bezüge, an die ich Sie während des ganzen Verlaufs meiner Darlegungen herangeführt und gewöhnt habe, insbesondere die der Metapher und der Metonymie. Hier findet die Metonymie gewissermaßen ihre sinnfälligste Anwendung, als etwas, das sich durch das Begehren manifestiert, insofern wir das Begehren als das artikulieren, was in der Folge sämtlicher Ansprüche unterstellt wird, insofern sie repetitiv sind.

Abb. 7: Torus mit den Kreisen D und d
Wir haben hier etwas, bei dem Sie sehen, dass der hier beschriebene Kreis es verdient, dass wir ihm das Symbol groß D zuweisen, als Symbol für den Anspruch (demande). Dieses Etwas, das sich auf den inneren Kreis bezieht [d], muss wohl mit dem zu tun haben, was ich das metonymische Begehren nennen möchte.

Abb. 8: Torus mit den Kreisen D und (D+d)
Nun, |{7} unter diesen Kreisen – die Probe können wir machen – gibt es einen besonderen Kreis [D+d], der leicht zu beschreiben ist, das ist derjenige Kreis, der, ausgehend von der Außenseite des Torus, einen Weg findet, sich, nicht einfach zu schließen, indem er den Torus wie einen Henkel umschließt [D], auch nicht einfach , indem er durch das zentrale Loch verläuft [d], sondern indem er das zentrale Loch einhüllt, ohne jedoch durch das zentrale Loch zu verlaufen. Dieser Kreis hier hat die Besonderheit, beides auf einmal zu tun: er geht hindurch und er hüllt es ein. Er besteht also aus der Addition dieser beiden Kreise, das heißt, er repräsentiert D+d. Die Addition des Anspruchs [D] und des Begehrens [d] erlaubt uns in gewisser Weise, den Anspruch zusammen mit dem zu symbolisieren, was ihm zugrunde liegt, dem Begehren.
*
Was interessiert uns daran? Daran interessiert uns Folgendes: Wenn wir zu einer elementaren Dialektik kommen, und zwar der des Gegensatzes zwischen zwei Ansprüchen, und wenn ich im Inneren des einen Torus durch einen anderen, analogen Kreis den Anspruch des Anderen symbolisiere, mitsamt dem, was er für uns an entweder-oder mit sich führt – entweder das, was ich beanspruche, oder das, was du beanspruchst –, dann gibt es eine Nicht-Koinzidenz der Ansprüche. Im Alltag sehen wir das ständig. Dies, um daran zu erinnern, dass wir – unter den speziellen Bedingungen, auf der Ebene, auf der wir sie in der Analyse suchen und befragen – Folgendes berücksichtigen müssen, |{8} nämlich die Mehrdeutigkeit, die mit der Verwendung des Ausdrucks oder stets verbunden ist, des Ausdrucks der Disjunktion, der in der Logik folgendermaßen symbolisiert wird: A v B.
Von diesem oder gibt es zwei Verwendungen. Nicht ohne Grund legt die Logik großes Gewicht darauf und bemüht sich, wenn ich so sagen darf, ihm stets die Werte der Mehrdeutigkeit zu bewahren, nämlich um die Verbindung eines inklusiven oder mit einem exklusiven oder aufzuzeigen.

Abb. 9: Links: inklusives Oder, rechts: exklusives Oder
Wobei das oder, das sich beispielsweise auf diese beiden Kreise bezieht, zweierlei bedeuten kann. Die Wahl zwischen einem dieser beiden Kreise. Aber bedeutet das, bezogen auf die Position des oder, dass es einfach eine Ausschließung gibt? Nein. Sie sehen, dass der Kreis, in den ich dieses oder einfügen werde, das enthält, was man den Durchschnitt nennt, in der Logik durch ein ∩ symbolisiert.
Die Beziehung des Begehrens zu einem bestimmten Durchschnitt, der bestimmten Gesetzen unterliegt, wird nicht einfach so genannt, um das in den Raum zu werfen, als matter of fact, was man den Vertrag nennen kann, die Übereinstimmung der Ansprüche.
Abb. 10: Kreise 1 und 1 mit Überschneidungsbereich 2
Abb. 11: Kreise 1 und 1 mit Überschneidungsbereich 2 auf einem Torus
Dies wird – angesichts der tiefgehenden Heterogenität, die es zwischen diesem Feld [1] und jenem Feld [2] gibt – hinreichend durch Folgendes symbolisiert: hier haben wir mit der Schließung der Fläche [1] zu tun und dort streng genommen mit ihrer inneren Leere [2].
Damit wird uns ein Modell angeboten, das uns zeigt, dass es um etwas anderes |{9} geht als darum, den Teil zu erfassen, der den Ansprüchen gemeinsam ist. Anders gesagt, für uns wird es darum gehen, herauszufinden, inwieweit diese Form es uns ermöglicht, die Konstituenten des Begehrens als solche zu symbolisieren, insofern das Begehren für das Subjekt das ist, was es auf dem Wege des Anspruchs zu konstituieren hat.
Abb. 12: Torus mit D, (D+d), a
Zuallererst weise ich Sie darauf hin, dass es zwei Punkte gibt, zwei Dimensionen, die wir in diesem Kreis hervorheben können, in diesem Kreis, der in der Topologie des Torus besonders bedeutsam ist. Das ist einerseits die Strecke, die den Mittelpunkt der zentralen Leere mit dem Punkt verbindet, der als eine Art Tangente definiert werden kann, wodurch eine Ebene, die den Torus schneidet, es uns erlauben wird, diesen besonderen Kreis [D+d] auf einfachste Weise herauszulösen. Damit wird uns die Definition, das Maß des klein a als Objekt des Begehrens geliefert.

Abb. 13: Torus mit D, (D+d), φ, a
Andererseits, während es selbst [das klein a] nur durch Bezug auf den Durchmesser dieses außergewöhnlichen Kreises lokalisierbar und definierbar ist, ist es hingegen der Radius, die Hälfte wenn Sie so wollen, dieses Durchmessers, worin wir das sehen werden, was die Triebfeder, das letzte Maß für die Beziehung des Subjekts zum Begehren ist, nämlich das klein phi [φ] als Symbol für den Phallus. Das ist das, worauf wir abzielen und was seinen Sinn, seine Anwendbarkeit und seine Reichweite durch den Weg erhalten wird, den wir zuvor durchlaufen haben werden, damit es uns gelingt, genau dieses Bild für Sie handhabbar und spürbar zu machen |{10} und es bis zu einem gewissen Punkt mit einer wirklichen strukturalen Intensität zu versehen.
*
Wobei klar ist, dass das Subjekt – in dem, womit wir es <in der Analyse> zu tun haben, mit unserem Partner, der dabei an uns appelliert, den wir vor uns haben in Gestalt dieses Appells und das, was vor uns spricht –, dass nur das, was wir als das Subjekt definieren und skandieren können, dass nur das sich identifiziert.
Es lohnt sich, daran zu erinnern, denn das Denken gerät ja leicht ins Schleudern. Warum, wenn man es nicht so genau nimmt, sollte man nicht sagen, dass der Trieb sich identifiziert und dass ein Bild sich identifiziert? Sich identifizieren kann zu Recht nur gesagt werden, der Ausdruck Identifizierung wird in das Denken von Freud erst von dem Moment an eingeführt, in dem man diese Identifizierung in gewissem Maße, auch wenn das bei Freud nicht artikuliert ist, als die Dimension des Subjekts auffassen kann – was nicht heißt, dass dies uns nicht viel weiter führt als das Subjekt.
Auch hier besteht der Beweis darin (ich erinnere Sie daran, wobei man nicht wissen kann, ob ich es in den Voraussetzungen, den Prämissen oder in der Zukunft meines Diskurses aufzeige), dass die erste Form der Identifizierung – und diejenige, auf die man sich mit welcher Leichtigkeit, mit welchem Papageiengeschwätz bezieht! –, dass dies diejenige Identifizierung ist, welche, wie man sagt, einverleibt oder auch – womit man zur Ungenauigkeit der ersten Formulierung eine Konfusion hinzufügt – introjiziert. Beschränken wir uns |{11} auf das einverleibt, was noch die bessere ist.
Wie mit dieser ersten Form der Identifizierung auch nur beginnen, wo Ihnen mit einer solchen Formulierung doch nicht der geringste Hinweis, nicht der geringste Anhaltspunkt gegeben wird – außer einem vage metaphorischen –, was damit wohl gemeint sein könnte.
Entweder haben die Wörter keine Bedeutung oder sie haben eine, und wenn man von Einverleibung spricht, dann doch wohl deshalb, weil sich etwas auf der Ebene des Körpers herstellen muss. Ich weiß nicht, ob ich in diesem Jahr die Dinge weit genug vorantreiben kann – ich hoffe es jedenfalls, wir haben Zeit vor uns, um so weit zu kommen, wenn wir von unserem Ausgangspunkt aus weitergehen –, weit genug vorantreiben kann, um der Einverleibung der ersten Identifizierung ihre volle Bedeutung und ihre wahre Bedeutung zu geben. Sie werden sehen, es gibt kein anderes Mittel, sie ins Spiel zu bringen als durch eine Thematik, die bereits ausgearbeitet worden ist, und dies seit den ältesten mythischen, ja religiösen Traditionen, unter dem Begriff des mystischen Leibes.
Unmöglich, die Dinge nicht in der Spannweite anzugehen, die von der anfänglichen semitischen Konzeption ausgeht: vom ursprünglichen Vater bis hin zu all jenen, die von ihm abstammen, gibt es eine Identität des Körpers. Am anderen Ende jedoch gibt es, wie Sie wissen, den Begriff, den ich gerade genannt habe, den des mystischen Leibes, insofern sich durch einen Leib eine Kirche bildet. Und nicht ohne Grund bezieht sich Freud – um für uns die Identität des Ichs (moi) in seinen Beziehungen zu dem zu definieren, was er |{12} hierbei Massenpsychologie* nennt –, auf die Körperlichkeit der Kirche.
Aber wie kann ich Sie dazu bringen, von hier auszugehen, ohne dass ich allen möglichen Verwirrungen Vorschub leiste und Sie dazu bringe zu glauben, dass dies, wie der Ausdruck mystisch hinreichend anzeigt, auf ganz anderen Wegen erfolgt als auf jenen, auf die unsere Erfahrung uns hinführen möchte. Nur rückwirkend, indem wir gewissermaßen auf die notwendigen Bedingungen unserer Erfahrung zurückkommen, werden wir uns einen Zugang zu dem schaffen können, was uns jeder Versuch, die Realität der Identifizierung in ihrer ganzen Fülle anzugehen, an Voraussetzungen nahelegt.
Der Zugang, den ich mit der zweiten Form der Identifizierung gewählt habe, ist also nicht zufällig, sondern erfolgt deshalb, weil diese Identifizierung, vermittels des Zugangs über den reinen Signifikanten, dadurch greifbar ist, dass wir auf klare und rationale Weise einen Weg erfassen können, um in das hereinzukommen, was sie bedeutet, die Identifizierung des Subjekts, insofern das Subjekt den unären Zug in die Welt setzt, oder vielmehr: insofern der unäre Zug, einmal herausgelöst, das Subjekt als dasjenige erscheinen lässt, was zählt, in beiden Bedeutungen des Ausdrucks. Die Bandbreite der Mehrdeutigkeit, die Sie dieser Formulierung geben können: das, was zählt – sicherlich aktiv, aber auch das, was ganz einfach in der Realität zählt, dasjenige, das wirklich zählt, das natürlich Zeit brauchen wird, um sich in seinem Zählen wiederzufinden, exakt |{13} die Zeit, die wir brauchen werden, um all das zu durchlaufen, was ich Ihnen hier soeben skizziert habe –, diese Bandbreite wird für Sie ihre volle Bedeutung bekommen.
Shackleton und seine Gefährten in der Antarktis – mehrere hundert Kilometer von der Küste entfernt, Forscher, die der größten Frustration ausgesetzt sind, die sich nicht nur auf die Ausfälle [an Nährstoffen] bezieht, die inzwischen mehr oder weniger geklärt sind, denn das ist ein bereits etwa fünfzig Jahre alter Text, auf die mehr oder weniger geklärten Ausfälle durch eine spezielle Ernährung, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Erprobungsphase ist, sondern auch, wie man sagen kann, desorientiert in einer Landschaft, die, wenn ich so sagen darf, noch jungfräulich ist, von der menschlichen Vorstellungskraft noch nicht besiedelt, es wird genügen, dass das menschliche Netzwerk seine Wege hindurchgezogen hat, damit sie nicht mehr leer ist, zu Beginn jedoch ist sie es –, Shackleton also berichtet uns in Notizen, die zu lesen wirklich einzigartig ist, dass sie immer einen mehr zählten als sie waren, dass sie sich [in ihrem Zählen] nicht wiederfanden. Man fragte sich immer wieder, wo der Fehlende geblieben war, der Fehlende, der nicht fehlte, außer von daher, dass jede Bemühung des Abzählens ihnen immer wieder suggerierte, dass es einen mehr gab, also einen weniger. Sie stoßen hier im Reinzustand auf das Erscheinen des Subjekts, das nichts anderes ist als dies, als die Möglichkeit eines zusätzlichen Signifikanten, eines weiteren einen, wodurch es selbst feststellt, dass es einen gibt, der fehlt.
Wenn ich Ihnen das in Erinnerung rufe, dann einfach um zu zeigen – in einer Dialektik, welche die äußersten Termini enthält –, wo wir unseren Weg verorten, und wo Sie |{14} werden glauben können und sich bisweilen sogar fragen, ob wir nicht bestimmte Bezugspunkte vergessen.
Sie können sich beispielsweise sogar fragen, welchen Zusammenhang es zwischen dem Weg gibt, den ich Sie habe durchlaufen lassen, und den beiden Termini, mit denen wir zu tun hatten, mit denen wir es beständig zu tun haben, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, dem des Anderen und dem des Dings. Sicherlich, das Subjekt selbst ist letztlich für das Ding bestimmt, aber sein Gesetz, genauer sein Fatum, besteht darin, dass es diesen Weg nur beschreiben kann im Durchgang durch den Anderen, insofern der Andere vom Signifikanten markiert ist. Und im Diesseits dieses notwendigen Durchgangs durch den Signifikanten konstituieren sich als solche das Begehren und sein Objekt.
Das Erscheinen dieser Dimension des Anderen und das Auftauchen des Subjekts – ich werde nicht oft genug daran erinnern können, um Ihnen die Bedeutung von dem klar zu machen, worum es hier geht, und dessen Paradoxie, so denke ich, Ihnen hinreichend dadurch artikuliert sein sollte, dass das Begehren, verstehen Sie das im natürlichsten Sinne, sich in der Spannung konstituieren muss und nur konstituieren kann, die durch den Bezug auf den Anderen entsteht, die darin ihren Ursprung hat, nämlich im Aufkommen des unären Zugs, insofern er als Erstes und anfänglich alles vom Ding auslöscht, dieses Etwas – etwas ganz anderes als dieses Ein –, das es einst war, für immer unersetzlich.
Und wir finden hier vom ersten Schritt an – ich weise Sie am Rande darauf hin –, die Formulierung von Freud, hiermit schließt |{15} Freuds Formulierung: Wo es war – das Ding –, soll ich werden. Man sollte das im Original ersetzen durch: „*Wo Es war, da, durch das Ein*“, oder besser „*durch die Eins*“, durch das Ein als Eins, durch den unären Zug, „*werde Ich*“, soll das Ich (je) werden.
*
Alles vom Weg ist klar bestimmt, an jedem Punkt des Weges. Genau hier habe ich beim letzten Mal versucht, Sie in der Spannung zu halten, als ich Ihnen den Fortschritt zeigte, der in diesem Moment notwendig ist, insofern er effektiv nur durch die Dialektik erreicht werden kann, die sich in der Beziehung zum Anderen herstellt.
Ich bin erstaunt über die Art von Mattheit, mit der, so schien mir, meine doch so sorgfältige Artikulation des „Nichts vielleicht?“ und des „Vielleicht nichts“ aufgenommen worden ist. Was braucht es denn, um Sie dafür empfänglich zu machen? Vielleicht war mein Text an dieser Stelle – und die Spezifizierung ihrer Unterscheidung als Botschaft und Frage, dann als Antwort, jedoch nicht auf dem Niveau der Frage, als Aussetzung der Frage auf dem Niveau der Frage – ja zu komplex, um einfach verstanden zu werden, von denen, die ihn, in seinen Windungen, nicht aufgeschrieben haben, um später darauf zurückzukommen.
So enttäuscht ich auch sein mag, bin doch zwangsläufig ich es, der Unrecht hat. Deshalb komme ich darauf zurück, und um mich verständlich zu machen, könnte ich Ihnen heute, beispielsweise, nicht zumindest die Notwendigkeit nahelegen, darauf zurückzukommen und letztlich, indem ich Sie einfach frage: Glauben Sie, dass „Nichts Sicheres?“, als Äußerungsvorgang, Ihnen als etwas erscheinen kann, das Sie zum geringsten |{16} Gleiten veranlasst, zur geringsten Mehrdeutigkeit mit „Sicherlich nichts“? Das ist ja nicht dasselbe. Es gibt hier denselben Unterschied wie zwischen dem „Nichts vielleicht?“ und dem „Vielleicht nichts“.
Ich würde sogar sagen, dass es in dem ersten, im „Nichts Sicheres?“, die gleiche Fähigkeit zum Untergrabens der ursprünglichen Frage gibt wie in dem „Nichts vielleicht?“. Und selbst in dem „Sicherlich nichts“ steckt die gleiche Kraft einer Antwort, einer möglichen, gewiss, jedoch stets der Frage vorausgehend – wie, scheint mir, ohne Weiteres spürbar ist, wenn ich Sie daran erinnere, dass es immer vor jeder Frage ist und aus Sicherheitsgründen, wenn ich so sagen darf, dass man im Leben, wenn man klein ist, zu sagen lernt: „Sicherlich nichts.“ Das bedeutet: „Sicherlich nichts anderes als was bereits erwartet wird“, das heißt, was man von vornherein als etwas auffassen kann, das sich, so wie die Schleife, auf Null reduzieren lässt. Die angstnehmende Kraft der Erwartung*, so formuliert es Freud an einer Stelle: „Nichts als das, was wir bereits wissen.“ Wenn man so ist, ist man ruhig. Man ist es jedoch nicht immer.
So sehen wir also, dass das Subjekt, um das Ding zu finden, sich zunächst in die entgegengesetzte Richtung begibt, dass es, um diese ersten Schritte des Subjekts zu artikulieren, kein anderes Mittel gibt als ein nichts, bei dem es wichtig ist, es für Sie in eben dieser zugleich metaphorischen und metonymischen Dimension des ersten |{17} Signifikantenspiels spürbar zu machen, da wir Analytiker jedes Mal, wenn wir mit der Beziehung des Subjekts zum nichts zu tun haben, regelmäßig zwischen zwei Tendenzen hin und her gleiten.
Die übliche Tendenz, die zu einem nichts der Destruktion neigt, ist die missglückte Deutung der Aggressivität, aufgefasst als etwas, das sich rein auf das biologische Aggressionsvermögen reduzieren lässt, eine Deutung, die in keiner Weise ausreicht – wenn nicht als Verschlechterung –, um das Streben zum nichts zu stützen, wie es in einem bestimmten notwendigen Stadium des Freud’schen Denkens mit dem Todestrieb auftaucht, kurz bevor er die Identifizierung einführte.
Die andere Tendenz ist eine an die Hegel’sche Negativität angeglichene Vernichtung.
Das nichts, das ich für Sie mit diesem anfänglichen Moment in der Einsetzung des Subjekts festzuhalten versuche, ist etwas anderes. Das Subjekt führt das nichts als solches ein, und dieses nichts ist zu unterscheiden von jeglichem Gedankending, das heißt von dem der klassischen Negativität, von jeglichem imaginären Wesen, das heißt von dem Wesen, das hinsichtlich seiner Existenz unmöglich ist, von dem berühmten Kentaur, der die Logiker – sämtliche Logiker, ja sogar die Metaphysiker – am Anfang ihres Weges zur Wissenschaft aufhält; das aber auch nicht das ens privativum ist; das vielmehr im strengen Sinne das ist, was Kant auf bewundernswerte Weise – bei der Definition seiner vier Arten des nichts, aus der er so wenig macht – das nihil negativum nennt, das heißt, um seine eigenen Termini zu verwenden, „*leerer Gegenstand ohne Begriff*“, ein leerer |{18} Gegenstand, aber fügen wir hinzu: ohne Begriff, ohne dass es möglich wäre, ihn mit Händen zu greifen.
Aus diesem Grunde, um es einzuführen, musste ich vor Ihnen wieder das Netz des gesamten Graphen aufspannen, also das Netzwerk, das für die Beziehung zum Anderen konstitutiv ist, mit all seinen Verweisungen.
*
#Um Sie auf diesen Weg zu bringen, möchte ich Ihnen Blumen darauf streuen. Darin will ich mich heute versuchen, will sagen, meine Absichten kenntlich machen. Wenn ich Ihnen sage, dass sich das Objekt als Objekt des Begehrens ausgehend von der Problematik des Jenseits des Anspruchs konstituiert, dann möchte ich damit sagen, dass das Subjekt deshalb, weil der Andere nicht antwortet – außer mit „Nichts vielleicht?“, außer mit „Das Schlimmste ist nicht immer sicher“ –, dass es deshalb in einem Objekt genau die Tugenden seines anfänglichen Anspruchs finden wird.
Verstehen Sie, um Ihnen Blumen zu streuen, erinnere ich Sie an diese Wahrheiten der allgemeinen Erfahrung, deren Bedeutung nicht ausreichend erkannt wird, und um zu versuchen, Sie spüren zu lassen, dass es nicht Zufall, Analogie, Vergleich ist, dass es auch nicht nur Blumen sind, sondern tiefgehende Affinitäten, die mich dazu bringen werden, Ihnen die letztliche Affinität des Objekts mit dem Anderen mit großem A aufzuzeigen, insofern sie sich beispielsweise in der Liebe manifestiert; dass die berühmte Passage, die Éliante in Der Menschenfeind aus Lukrez’ De natura rerum übernommen hat –
„Eine mit blassem Gesicht ist weiß wie Jasmin;
eine beängstigend Schwarze ist ein herrliches Dunkelhaar;
eine Magere hat eine schlanke, bewegliche Taille;
eine Dicke hat einen imposanten Wuchs;
eine wenig Anziehende, die auch nicht auf sich hält,
wird als nachlässige Schönheit geführt“ usw.
–, |{19} dass dies nichts anderes ist als das unauslöschliche Zeichen dafür, dass das Objekt des Begehrens sich nur in der Beziehung zum Anderen konstituiert, insofern es selbst im Wert des unären Zugs seinen Ursprung hat. Das Objekt hat keine Besonderheit, abgesehen von dem absurden Wert, der jedem Zug darin gegeben wird, eine Besonderheit zu sein.
Was braucht es noch, um Sie von der strukturellen Abhängigkeit der Konstituierung des Objekts, des Objekt des Begehrens, von der anfänglichen Dialektik des Signifikanten zu überzeugen, insofern diese schließlich an der Nicht-Antwort des Anderen scheitert, was braucht es noch außer dem von uns bereits durchlaufenen Weg der Sade’schen Forschung, den ich Ihnen ausführlich dargelegt habe (und falls das verloren ist, sollten Sie zumindest wissen, dass ich mich verpflichtet habe, darauf in in einem Vorwort, das ich für eine Sade-Ausgabe zugesagt habe, zurückzukommen), sodass wir nicht verkennen können, mit dem, was ich hier als „strukturierende Affinität“ dieses Weges zum Anderen bezeichne, insofern dieser Weg jede Einsetzung des Objekts des Begehrens determiniert, dass wir bei Sade in jedem Moment miteinander vermischt und verwoben sehen: die Invektive, ich meine die Invektive gegen das Höchste Wesen, dessen Verneinung nur eine Form der Invektive ist, auch wenn sie davon die authentischste Form der Verneinung ist, dass wir sie absolut verwoben sehen mit dem, was ich, um mich anzunähern, um ein wenig heranzukommen, weniger die Zerstörung des Objekts nennen möchte als vielmehr das, was wir zunächst für ihr Simulacrum halten könnten, denn Sie kennen ja die außergewöhnliche |{20} Widerstandsfähigkeit der Opfer des Sade’schen Mythos gegenüber sämtlichen Prüfungen, denen sie im Romantext unterzogen werden.
Und dann? Was bedeutet diese Art von Übertragung einer gewissen und fundamentalen Abscheulichkeit all seiner Taten auf die Mutter, verkörpert in der Natur? Soll uns das verbergen, worum es geht und was uns gleichwohl gesagt wird, dass es darum geht – indem sie in ihren Zerstörungsakten imitiert wird und indem diese Akte durch einen entschlossenen Willen bis zum Äußersten getrieben werden –, sie dazu zu zwingen, etwas anderes zu erschaffen, und zwar was? dass es darum geht, dem Schöpfer seinen Platz zurückzugeben. Im Grunde genommen, am Ende hat Sade es unwissentlich gesagt, er artikuliert dies in seinem Äußerungsakt: Ich gebe dir deine abscheuliche Realität, dir, dem Vater, indem ich mich in dieser gewaltsamen Aktion gegen die Mutter an deine Stelle setze.
Gewiss, die mythische Rückgabe des Objekts ans nichts zielt nicht nur auf das bevorzugte Opfer, das letztlich als Objekt des Begehrens verehrt wird, sondern auf die millionenfache Vielheit von allem, was ist. Erinnern Sie sich an die antisozialen Verschwörungen von Sades Helden, diese Rückgabe des Objekts ans nichts simuliert im Wesentlichen die Vernichtung der Signifikanten-Macht. Das ist hier der andere widersprüchliche Terminus dieser grundlegenden Beziehung zum Anderen, wie sie sich im Sade’schen Begehren herstellt. Und in Sades testamentarischem letztem Willen wird sie hinreichend angezeigt, insofern er |{21} auf genau den Terminus abzielt, den ich für Sie spezifiziert habe, den des zweiten Todes, der Tod des Seins selbst, insofern Sade in seinem Testament festlegt, dass von seinem Grab und, der Absicht nach, von der Erinnerung an ihn, obwohl er doch Schriftsteller ist, buchstäblich keinerlei Spur bleiben soll. Und an der Stelle, an der er begraben sein wird, soll das Dickicht wieder hergestellt werden, sodass für ihn als Subjekt das „keine Spur“ wesentlich ist, was hier zeigt, wo er sich behaupten will, nämlich genau als das, was ich die Vernichtung der Signifikanten-Macht genannt habe.
Wenn es noch etwas anderes gibt, woran ich Sie hier erinnern muss, um die Berechtigung der notwendigen Inklusion des Objekts des Begehrens in die Beziehung zum Anderen ausreichend zu akzentuieren, insofern diese die Markierung des Signifikanten als solchem impliziert, so werde ich Ihnen das weniger bei Sade aufzeigen als vielmehr in einem seiner sensibelsten neueren aktuellen Kommentare, einem der berühmtesten sogar. Dieser Text – kurz nach dem Krieg in einem Heft von Les Temps modernes erschienen [sic] und kürzlich wiederveröffentlicht, dank der Bemühungen unseres Freundes Jean-Jacques Pauvert, in der Neuausgabe der ersten Version von Justine –, dieser Text ist das Vorwort von Paulhan.
Ein Text wie dieser kann uns nicht gleichgültig sein, sofern Sie hier den Windungen meines Diskurses folgen. Denn es ist bemerkenswert, dass dies, wie Sie sehen werden, einzig auf den Wegen einer rhetorischen Strenge erfolgt, dass es für den Diskurs von |{22} Paulhan, den Autor der Blumen von Tarbes, keine andere Leitlinie gibt, dass seine so subtile Herausarbeitung – ich meine: auf diesen Wegen – von allem, was bis heute zum Thema der Bedeutung des Sadianismus geäußert wurde, nämlich das, was er als „Komplizenschaft der Sade’schen Imagination mit ihrem Objekt“ bezeichnet --; das heißt die Sicht von außen, ich meine durch den Zugang, den eine buchstäbliche Analyse bieten kann, das heißt die sicherste, die strengste Sichtweise, die man vom Wesen des Masochismus haben kann, über den er gerade nichts sagt, außer, dass er uns sehr gut spüren lässt, dass dies der Weg ist, dass dies das letzte Wort über das Vorgehen von Sade ist, nicht um es klinisch und gewissermaßen äußerlich zu beurteilen, wo das Ergebnis doch offensichtlich ist: es ist schwer, sich all den Misshandlungen durch die Gesellschaft besser anzubieten, als Sade es beständig getan hat. Aber das ist hier nicht das Wesentliche, da das Wesentliche in der Schwebe bleibt, in diesem Text von Paulhan, den ich Sie zu lesen bitte und der ausschließlich auf den Wegen einer rhetorischen Analyse des Sade’schen Textes voranschreitet, um uns nur hinter einem Schleier den Konvergenzpunkt spüren zu lassen, insofern dieser in der ganz offensichtlichen Verkehrung verortet ist, die auf der tiefsten Komplizenschaft mit dem beruht, wofür das Opfer (victime) hier letztlich nur das Symbol ist, markiert durch eine Art abwesender Substanz, der des Ideals der Sade’schen Opfer – als Objekt annulliert sich das Sade’sche Subjekt.
Worin es sich effektiv mit dem trifft |{23}, was uns dann phänomenologisch in den Texten von Masoch erscheint, dass nämlich der Endpunkt, der Gipfel der masochistischen Jouissance nicht so sehr darin besteht, dass sie sich dafür anbietet, diesen oder jenen körperlichen Schmerz zu ertragen oder nicht zu ertragen, sondern in jenem einzigartigen Extrem, das Sie in den Büchern stets wiederfinden werden, in den kleinen oder großen Texten der masochistischen Phantasmagorie, nämlich die regelrechte Annullierung des Subjekts, indem es sich zu einem reinen Objekt macht. Ein Ende findet das erst in dem Augenblick, in dem der masochistische Roman, welcher auch immer, jenen Punkt erreicht, der von außen betrachtet als ganz überflüssig erscheinen mag, ja als Ausschmückung, als Luxus, und der eben genau darin besteht, dass das masochistische Subjekt sich selbst zum Gegenstand eines Handels macht oder sehr genau eines Verkaufs zwischen den beiden anderen, die es sich als Ware weiterreichen. Ein käufliches Gut und, beachten Sie das, nicht einmal ein Fetisch, denn der Endpunkt wird dadurch angezeigt, dass es sich um ein minderwertiges Gut handelt, billig verkauft, ein Gut, bei dem es nicht einmal darum geht, es in gutem Zustand zu erhalten, wie beim antiken Sklaven, der zumindest durch seinen Warenwert Respekt erlangte, Respekt abnötigte.
All dies, diese Windungen, dieser Weg, der bestreut ist mit eben jenen Blumen von Tarbes oder mit literarischen Blumen, um Ihnen deutlich zu machen, was ich meine, wenn ich über das spreche, was ich für Sie hervorgehoben habe, nämlich die tiefgreifende Störung des Genießens, insofern das Genießen, |{24} im Verhältnis zum Ding, durch die Dimension des Anderen als solchem definiert ist, wobei diese Dimension des Anderen durch die Einführung des Signifikanten definiert ist.
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Noch drei kleine Schritte, und dann werde ich die Fortsetzung dieser Ausführungen auf das nächste Mal verschieben, da ich fürchte, dass Sie nur allzu sehr spüren, welche grippale Erschöpfung mich heute heimsucht.
Jones ist in der Geschichte der Analyse eine merkwürdige Figur. Was mir bei ihm zur Geschichte der Analyse in den Sinn kommt, möchte ich, Ihnen, um den heutigen Blumenweg fortzusetzen, sogleich sagen, und zwar, welchen diabolischen Willen zur Verstellung muss es bei Freud wohl gegeben haben, um diesem durchtriebenen Waliser – als solcher zu kurzsichtig, auf dass er in der Arbeit, die ihm anvertraut wurde, nicht zu weit gehe – die Besorgung seiner eigenen Biografie anzuvertrauen.
Hier, in dem Artikel über Symbolik, den ich dem Werk von Jones gewidmet habe, was nicht einfach den Wunsch bedeutet, meinen Artikel mit einem Witz zu beenden, bedeutet es das, womit ich geendet habe, nämlich mit dem Vergleich der Aktivität des durchtriebenen Walisers mit der Arbeit des Schornsteinfegers. Er hat tatsächlich alle Rohre gründlich gefegt, und man möge mir zugestehen, dass ich ihm in diesem Artikel durch sämtliche Windungen des Schornsteins gefolgt bin, um schließlich mit ihm ganz schwarz bei der Tür, die in die gute Stube führt, herauszukommen, wie Sie sich vielleicht |{25} erinnern. Was mir von Seiten eines anderen angesehenen Mitglieds der Analytischen Gesellschaft – einem von jenen, die ich am meisten schätze und mag, ebenfalls ein Waliser – in einem Brief die Versicherung einbrachte, dass er nun wirklich gar nicht verstehe, welchen Nutzen ich in diesem akribischen Vorgehen offenbar zu sehen glaubte. Um dann doch ein wenig seine Distanz anzuzeigen, hat Jones in seiner Biografie niemals mehr getan als ein bisschen Licht von außen hereinzulassen, nämlich die Punkte, an denen die Freud’sche Konstruktion mit dem Darwin’schen Evangelium nicht vereinbar ist und ihm widerspricht, was seinerseits ganz schlicht eine geradezu groteske Bekundung chauvinistischer Überlegenheit ist.
Jones also – im Verlauf eines Werkes, dessen Entwicklung gerade wegen seiner Missverständnisse spannend ist, insbesondere in Bezug auf die phallische Phase, und aufgrund seiner außergewöhnlich reichen Erfahrung mit weiblichen Homosexuellen –, Jones stößt auf die Paradoxie des Kastrationskomplexes, was sicherlich das Beste von allem bildet, wofür er eingetreten ist – und zu Recht eingetreten ist –, um seine Erfahrung zu artikulieren und worin er buchstäblich niemals auch nur so weit eingedrungen ist. [Handbewegung] Der Beweis ist die Einführung dieses Terminus – der sicherlich brauchbar ist, vorausgesetzt, man weiß, was man damit macht, also dass man erkennt, was man damit nicht tun sollte –, um die Kastration zu begreifen, des Terminus Aphanisis.
Um die Bedeutung dessen zu definieren, was ich, ohne hier etwas zu forcieren, |{26} den Ödipuseffekt nennen kann, sagt Jones uns etwas, das gar nicht besser in unseren Diskurs passen könnte: er nimmt hier, ob er will oder nicht, Partei dafür, dass der Andere, wie ich Ihnen beim letzten Mal erläutert habe, das Objekt oder das Begehren untersagt. Mein „oder“ ist – oder scheint – exklusiv. Nicht ganz.
„Entweder du begehrst, was ich, der tote Gott, begehrt habe, und für meine Existenz gibt es keinen anderen Beweis mehr– der jedoch genügt – als dieses Gebot, welches dir sein Objekt verwehrt“, oder genauer, „welches es dich in der Dimension des Verlorenen konstituieren lässt: du kannst nicht mehr tun – was auch immer du tun magst –, als ein anderes stattdessen zu finden, niemals dieses da.“ Das ist die intelligenteste Deutung, die ich dem Schritt geben kann, den Jones munter geht, und zwar mit wehenden Fahnen, das können Sie mir glauben. Wenn es darum geht, den Eintritt der homosexuellen Frauen in das schweflige Reich zu markieren, das fortan ihre Heimstatt sein wird: entweder das Objekt oder das Begehren, dann kann ich Ihnen versichern, dass es da kein Zögern gibt. Wenn ich hier innehalte, dann deshalb, um dieser Wahl, dem [lat.] vel – vel, die bestmögliche Deutung zu geben, das heißt, dass ich übertreibe, ich lasse meinen Gesprächspartner möglichst gut sprechen.
„Oder du verzichtest auf das Begehren“, sagt uns Jones. Wenn man das schnell sagt, kann es als selbstverständlich erscheinen, zumal man uns zuvor die Gelegenheit gab zur Erholung der Seele und zugleich des Gripskastens, als man uns die Kastration als Aphanisis |{27} übersetzte. Aber was soll das heißen, auf das Begehren zu verzichten? Ist das wirklich haltbar, diese Aphanisis des Begehrens, wenn wir ihr, wie bei Jones, die Funktion geben, Gegenstand einer Furcht zu sein? Ist das überhaupt denkbar, vor allem auf dem Gebiet der Erfahrung – an dem Punkt, an dem Freud sie bei einem der möglichen und, da stimme ich zu, exemplarischen Ausgänge des ödipalen Konflikts ins Spiel bringt –, nämlich bei der weiblichen Homosexuellen? Schauen wir näher hin.
Dieses Begehren, das verschwindet, auf welches du, Subjekt, verzichtest – lehrt unsere Erfahrung uns denn nicht, dass dies heißt, dass dein Begehren fortan so gut verborgen sein wird, dass es eine Zeitlang abwesend zu sein scheint? Wir könnten sogar sagen, in der Art unserer Cross-cap- oder Mitra-Fläche: es verkehrt sich in den Anspruch. Und wir wissen, dass es auch das ist, was der Homosexuelle tut: er verkehrt sich im Zyklus des Anspruchs. Der Anspruch empfängt hier ein weiteres Mal seine eigene Botschaft in umgekehrter Form.
Aber was will das letztlich besagen, dieses verborgene Begehren, wenn nicht das, was wir bezeichnen und in der Erfahrung entdecken: als verdrängtes Begehren. Jedenfalls gibt es nur eine Sache, von der wir sehr gut wissen, dass wir sie im Subjekt niemals finden werden, nämlich die Furcht vor der Verdrängung als solcher, in eben dem Moment, in dem sie sich vollzieht, in ihrem Geschehen. Wenn es bei der Aphanisis um etwas geht, das mit dem Begehren zu tun hat, dann ist es willkürlich; |{28} angesichts der Art und Weise, wie unsere Erfahrung uns zeigt, wie es sich entzieht, ist undenkbar, dass ein Analytiker artikuliert, im Bewusstsein könne sich so etwas wie die Furcht vor dem Verschwinden des Begehrens bilden. Da, wo das Begehren verschwindet, das heißt in der Verdrängung, ist das Subjekt in dieses Verschwinden völlig eingeschlossen, nicht davon abgelöst. Und wir wissen, wenn sich Angst einstellt, ist das niemals Angst vor dem Verschwinden des Begehrens, sondern vor dem Objekt, das sich dahinter verbirgt, vor der Wahrheit des Begehrens, oder, wenn Sie so wollen, vor dem, was wir über das Begehren des Anderen nicht wissen.
Jede Befragung des Bewusstseins, die sich auf das Begehren als etwas bezieht, das nachlassen könnte, kann nur Komplizenschaft sein – [lat.] conscius bedeutet übrigens mitschuldig (complice), womit hier die Etymologie in der Erfahrung ihre Frische zurückgewinnt –, und eben deshalb habe ich Sie vorhin, auf meinem mit Blumen bestreuten Weg, an die Beziehung der Sade’schen Ethik zu ihrem Objekt erinnert. Das ist das, was wir Ambivalenz nennen, Ambiguität, Reversibilität bestimmter Triebpaare. Damit sehen wir jedoch nicht – wenn wir über ein solches Äquivalent einfach nur sagen, dass sich das umdreht, dass das Subjekt Objekt wird und das Objekt Subjekt –, damit erfassen wir nicht die wahrhafte Triebfeder, die stets den Bezug zum großen Anderen impliziert, wo all dies seinen Sinn erhält.
Wenn die Aphanisis als Quelle der Angst im Kastrationskomplex erklärt wird, ist das also |{29} streng genommen ein Ausschließen des Problems. Denn die einzige Frage, die sich hier ein Analytiker als Theoretiker stellen sollte – wobei wir durchaus verstehen, dass er sich tatsächlich eine Frage zu stellen hat, denn der Kastrationskomplex bleibt bis heute eine Realität, die nicht vollständig geklärt ist –, die einzige Frage, die er sich stellen muss, ist diejenige, die von dem glücklichen Umstand ausgeht, dass – dank Freud, der ihm seine Entdeckung in einem Stadium hinterlassen hat, das weit über den Punkt hinausgeht, den er als Theoretiker der Analyse erreichen kann –, dass die Frage die ist, warum das Instrument des Begehrens, der Phallus, diesen so entscheidenden Wert annimmt. Warum ist er es, und nicht das Begehren, der in eine Angst verwickelt ist, in eine Furcht, bei der es jedoch, bezogen auf den Ausdruck Aphanisis, nicht überflüssig ist, dass wir bezeugt haben – um nicht zu vergessen, dass jede Angst eine Angst vor nichts ist –, inwiefern es das „nichts vielleicht?“ ist, wogegen das Subjekt sich wappnen muss. Was heißt, dass dies für es eine gewisse Zeit lang die beste Hypothese ist: „nichts vielleicht zu befürchten“.
Warum taucht hier die Funktion des Phallus auf, hier, wo doch ohne ihn alles so leicht zu begreifen wäre, leider auf eine Weise, die ganz außerhalb der Erfahrung liegt? Warum die Sache mit dem Phallus, warum wird der Phallus zum Maßstab, und dies in dem Moment, in dem es um was geht? um die Leere, die im Inneren des Anspruchs enthalten ist, das heißt um |{30} das Jenseits des Lustprinzips, um das, was aus dem Anspruch seine ewige Wiederholung macht, das heißt um das, was den Trieb konstituiert.
Wieder einmal gelangen wir an den Punkt, über den ich heute nicht hinauskommen werde: dass das Begehren auf dem Weg einer Frage konstruiert wird, die es bedroht und die zum Bereich des n’être / naître gehört, des Nicht-Seins / des Geboren-Werdens, das Sie mir hier mit diesem Wortspiel einzuführen gestatten mögen.
Eine abschließende Überlegung drängte sich mir in diesen Tagen auf, als mir Tag für Tag vor Augen geführt wurde, wie man die ewigen Prinzipien der Kirche oder die wechselnden Weg der verschiedenen nationalen Gesetze über die birth control auf angemessene Weise artikulieren sollte und nicht nur, indem man sich darüber lustig macht.
Nämlich dass der wichtigste Grund für die Geburt eines Kindes, den kein Gesetzgeber bislang herausgestellt hat, darin besteht, dass man es begehrt. Und dass wir – die wir gut wissen, welche Rolle es für die gesamte spätere Entwicklung des Subjekts spielt, ob es begehrt wurde oder nicht –, es scheint nicht , dass wir das Bedürfnis verspürt hätten, daran zu erinnern, um es einzuführen, um es spürbar zu machen in dieser trunkenen Diskussion, die da schwankt zwischen den offensichtlichen utilitären Notwendigkeiten einer Bevölkerungspolitik und der beängstigenden Furcht, vergessen Sie das nicht, vor den Gräueln, die eine Eugenik, die die Konsequenz einer solchen Wahlmöglichkeit wäre, uns eventuell versprechen würde.
Das ist ein erster Schritt, ein ganz kleiner Schritt, jedoch ein wesentlicher Schritt, und wie entscheidend, werden |{31} Sie sehen, wenn Sie ihn erproben, nämlich auf die für jedes künftige Schicksal konstitutive, effektive Beziehung aufmerksam zu machen, die sozusagen als das wesentliche Geheimnis des kommenden Daseins zu respektieren ist: dass es begehrt worden ist und warum.
Erinnern Sie sich daran, dass es häufig vorkommt, dass der Grund für das Begehren nach einem Kind einfach dies ist, dass niemand sagt, dass es wie kein anderes sei, dass es mein Fluch über die Welt sei.
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Französisch/deutsch
Abb. 1: Torus mit D, (D+d), φ, a
{1} Ce schéma n’est pas l’objet de mon discours d’aujourd’hui, il ne sert qu’à vous en faire saisir la visée, que de repère qui vous indique à quoi nous sert la topologie de cette surface, de cette surface appelée tore, pour autant que son inflexion constituante, ce qui nécessite ces tours et ces retours, est ce qui peut nous suggérer le mieux la loi à laquelle le sujet est soumis dans le processus de l’identification.
Dieses Schema ist nicht Gegenstand meines heutigen Vortrags, es dient lediglich dazu, dessen Ziel für Sie greifbar zu machen, nur als ein Bezugspunkt, der Ihnen zeigt, wozu uns die Topologie dieser Fläche dient, dieser Torus genannten Fläche, insofern ihre konstitutive Krümmung – die diese Kehren und Wiederkehren notwendig macht – uns am besten eine Vorstellung von dem Gesetz vermitteln kann, dem das Subjekt im Prozess der Identifizierung unterworfen ist.
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Ceci bien sûr ne pourra finalement nous apparaître que quand nous aurons effectivement fait le tour de tout ce qu’il représente, et jusqu’à quel point il convient à la dialectique propre au sujet en tant qu’elle est dialectique de l’identification.
Endgültig wird uns das natürlich erst dann klar werden, wenn wir alles, was der Torus darstellt, tatsächlich durchlaufen haben und <gesehen haben>, wie sehr er der dem Subjekt eigenen Dialektik angemessen ist, insofern dies eine Dialektik der Identifizierung ist.
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À titre donc de repère – et pour que quand je mettrai en valeur tel ou tel point, que j’accentuerai tel relief, vous enregistriez, si je puis dire, à chaque instant le degré d’orientation, le degré de pertinence, par rapport à un certain but à atteindre, de ce qu’à cet instant j’avancerai – je vous dirai qu’à la limite ce qui peut s’inscrire sur ce tore, pour autant que cela peut nous servir, va à peu près se symboliser ainsi, que cette forme, ces cercles dessinés, ces lettres attenantes |{2} à chacun de ces cercles, vont nous le désigner à l’instant.
Als Bezugspunkt also – und damit Sie jederzeit, wenn ich diesen oder jenen Punkt hervorhebe, wenn ich einen bestimmten Aspekt betone, den Grad an Orientierung mitbekommen, wenn ich so sagen darf, im Hinblick auf ein bestimmtes zu erreichendes Ziel, den Grad an Relevanz dessen, was ich in diesem Moment vorbringe –, als Bezugspunkt also möchte ich Ihnen sagen, dass sich im Grenzfall das, was auf den Torus eingetragen werden kann, soweit dies für uns von Nutzen sein kann, annähernd so symbolisieren lässt, dass diese Form, diese eingezeichneten Kreise und die zu den einzelnen Kreisen gehörenden Buchstaben es uns sogleich anzeigen werden.
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Le tore, sans doute, paraît avoir une valeur privilégiée.
Der Torus scheint offenbar einen besonderen Wert zu haben.
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Ne croyez pas que ce soit la seule forme de surface non sphérique qui soit capable de nous intéresser.
Sie sollten nicht glauben, dies sei die einzige nicht-sphärische Form einer Fläche, die für uns von Interesse sein könnte.
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Je ne saurais trop encourager ceux qui ont pour cela quelque penchant, quelque facilité, à se rapporter à ce qu’on appelle topologie algébrique, et aux formes qu’elle vous propose dans ce quelque chose qui, si vous le voulez, par rapport à la géométrie classique, celle que vous gardez inscrite au fond de vos culottes du fait de votre passage dans l’enseignement secondaire, se présente exactement dans l’analogie de ce que j’essaie de vous faire sur le plan symbolique : ce que j’ai appelé une logique élastique, une logique souple.
Denjenigen, die eine gewisse Neigung oder einen leichten Zugang dazu haben, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich mit dem zu befassen, was algebraische Topologie genannt wird, und mit den Formen, die sie Ihnen bietet, in diesem Etwas, das sich, wenn Sie wollen – verglichen mit der klassischen Geometrie (derjenigen, die immer noch, da Sie die Sekundarstufe durchlaufen haben, auf Ihrem Hosenboden geschrieben steht) –, das sich genau in Analogie zu dem darstellt, was ich für Sie auf der symbolischen Ebene zu machen versuche: das, was ich als elastische Logik, als biegsame Logik bezeichnet habe.2
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Cela, c’est encore plus manifeste pour la géométrie dont il s’agit, car la géométrie dont il s’agit dans la topologie algébrique se présente elle-même comme la géométrie des figures qui sont en caoutchouc.
Das ist bei der Geometrie, um die es sich handelt, noch deutlicher, denn die Geometrie, um die es in der algebraischen Topologie geht, stellt sich selbst als die Geometrie von Figuren dar, die aus Gummi sind.
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Il est possible que les auteurs fassent intervenir ce caoutchouc, ce rubber comme on dit en anglais, pour bien mettre dans l’esprit de l’auditeur ce dont il s’agit.
Es kann vorkommen, dass die Autoren dieses Gummi ins Spiel bringen, dieses rubber, wie man auf Englisch sagt, um dem Hörer eine Vorstellung von dem zu vermitteln, worum es geht.
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Il s’agit de figures déformables et qui à travers toutes les déformations restent en rapport constant.
Es geht um Figuren, die verformt werden können und die durch alle Verformungen hindurch in einem konstanten Verhältnis bleiben.
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Ce tore n’est pas forcé de se présenter ici dans sa forme bien remplie.
Der Torus muss sich hier nicht unbedingt in seiner ausgefüllten Form präsentieren.3
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{3} Ne croyez pas que – parmi les surfaces qu’on définit, qu’on doit définir, qui sont celles qui nous intéressent essentiellement: les surfaces closes, pour autant qu’en tout cas le sujet se présente lui-même comme quelque chose de clos, les surfaces closes, quelle que soit votre ingéniosité (vous voyez qu’il y a tout le champ ouvert aux inventions les plus exorbitantes) –, ne croyez pas d’ailleurs que l’imagination s’y prête de si bon gré, au forgeage de ces formes souples, complexes, qui s’enroulent, se nouent avec elles-mêmes.
Sie sollten nicht glauben, dass – unter den Flächen, die man definiert, die man definieren muss, denjenigen, die uns im Wesentlichen interessieren: die geschlossenen Flächen, insofern das Subjekt sich jedenfalls selbst als etwas Geschlossenes darstellt, die geschlossenen Flächen, wie einfallsreich auch immer Sie sein mögen (Sie sehen, dass das gesamte Feld für die exorbitantesten Erfindungen offen ist) –, Sie sollten übrigens nicht glauben, dass sich die Vorstellungskraft dem Anfertigen dieser weichen komplexen Formen bereitwillig hingibt, Formen, die sich einrollen, die sich mit sich selbst verknoten.4
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Vous n’avez qu’à essayer de vous assouplir à la théorie des nœuds pour vous apercevoir combien il est difficile déjà de se représenter les combinaisons les plus simples.
Sie müssen nur versuchen, sich mit der Knotentheorie vertraut zu machen, und Sie werden sehen, wie schwierig es bereits ist, sich die einfachsten Kombinationen vorzustellen.5
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Encore ceci ne vous mènera-t-il pas loin, car on démontre que toute surface close, si compliquée soit-elle, vous arriverez toujours à la réduire par des procédés appropriés à quelque chose qui ne peut pas aller plus loin qu’une sphère pourvue de quelques appendices, parmi lesquels justement ceux qui, du tore, s’y représentent comme poignée annexée, une poignée ajoutée à une sphère, telle que je vous l’ai dessinée récemment au tableau, une poignée suffisant à transformer la sphère et la poignée en un tore, du point de vue de la valeur topologique.
Und selbst damit werden Sie nicht weit kommen, denn es lässt sich beweisen, dass Sie jede geschlossene Fläche, so komplex sie auch sein mag, durch geeignete Verfahren auf etwas reduzieren können, das nicht weiter gehen kann als eine Sphäre, ausgestattet mit einigen Anhängseln, darunter solchen, die im Falle des Torus als ein angefügter Henkel dargestellt werden, als ein zu einer Sphäre hinzugefügter Henkel, wie ich es Ihnen kürzlich an die Tafel gezeichnet habe, ein Henkel, der ausreicht, um die Sphäre und den Henkel, unter dem Gesichtspunkt des topologischen Werts, in einen Torus zu verwandeln.6
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Donc tout peut se réduire à l’adjonction, à la forme d’une sphère, avec un certain nombre de poignées, |{4} plus un certain nombre d’autres formes éventuelles.
Alles lässt sich also darauf reduzieren, dass zur Form einer Sphäre eine gewisse Anzahl von Henkeln hinzugefügt wird sowie eine Reihe von weiteren möglichen Formen.
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Abb. 2: Geschlossene Kreuzhaube 7
J’espère que la séance avant les vacances je pourrai vous initier à cette forme qui est bien amusante – mais quand je pense que la plupart d’entre vous ici n’en soupçonnent même pas l’existence !
Ich hoffe, dass ich Sie in der Sitzung vor den Ferien an diese Form heranführen kann, die recht amüsant ist – aber wenn ich daran denke, dass die meisten von Ihnen hier ihre Existenz nicht einmal erahnen!
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C’est ce qu’on appelle en anglais un cross-cap, ou ce qu’on peut désigner par le mot français de mitre.
Es ist das, was man auf Englisch eine cross-cap nennt oder was man mit dem französischen Wort mitre bezeichnen kann, Mitra.
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Abb. 3: Torus mit Schnitt AB
Enfin, supposez un tore qui aurait pour propriété quelque part sur son tour d’inverser sa surface, je veux dire qu’à un endroit qui se place ici entre deux points A et B, la surface extérieure traverse… la surface qui est en avant traverse la surface qui est en arrière, les surfaces s’entrecroisent l’une l’autre.
Also, stellen Sie sich einen Torus vor, der die Eigenschaft haben soll, irgendwo bei seiner Drehung seine Fläche umzukehren, ich meine, dass an einer Stelle, die hier liegt, zwischen zwei Punkten A und B, dass die äußere Fläche --, dass die vordere Fläche die hintere Fläche durchquert, die Flächen überkreuzen sich.
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Je ne peux que vous l’indiquer ici.
Ich kann Sie hier nur darauf hinweisen.
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Cela a des propriétés bien curieuses, et cela peut être même pour nous assez exemplaire, pour autant qu’en tout cas c’est une surface qui a cette propriété que la surface externe, elle, si vous voulez, se trouve en continuité avec la face interne en passant à l’intérieur de l’objet, et donc peut revenir en un seul tour de l’autre côté de la surface d’où elle est partie.
Das hat recht merkwürdige Eigenschaften und kann für uns sogar ziemlich exemplarisch sein, da es jedenfalls eine Fläche ist, die die Eigenschaft hat, dass die Außenfläche, wenn Sie so wollen, in Kontinuität mit der Innenseite steht, indem sie in das Innere des Objekts übergeht und somit in einer einzigen Runde zur anderen Seite der Fläche, von der sie ausgegangen ist, zurückkehren kann.8
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Abb. 4: Möbiusband
C’est là chose très facile à réaliser, de la façon la plus simple, quand vous faites avec une bande de papier ce qui consiste à la prendre, et à la tordre de façon à ce que son bord soit collé au bord extrême en étant renversé.
Das ist etwas, das sich ganz leicht herstellen lässt, am einfachsten in der Weise, wenn Sie es mit einem Papierstreifen machen, dass sie so vorgehen, dass sie ihn nehmen und ihn so verdrehen, dass sein Rand mit dem gegenüberliegenden Rand verklebt und dabei umgedreht wird.9
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Vous vous apercevez que c’est une surface qui n’a effectivement qu’une |{5} seule face, en ce sens que quelque chose qui s’y promène ne rencontre jamais, dans un certain sens, aucune limite, qui passe d’un côté à l’autre sans que vous puissiez saisir à aucun instant où le tour de passe-passe s’est réalisé.
Sie werden sehen, dass dies eine Fläche ist, die tatsächlich nur eine Seite hat, in dem Sinne, dass etwas, das auf ihr entlangläuft, in einer bestimmten Richtung niemals auf eine Grenze stößt und von einer Seite zur anderen übergeht (passe), ohne dass Sie in irgendeinem Moment erfassen könnten, wo der Trick (le tour de passe-passe) stattgefunden hat.
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Donc il y a là la possibilité, sur la surface d’une sphère quelconque comme venant à réaliser, à simplifier une surface, si compliquée soit-elle, la possibilité de cette forme là.
Es gibt hier also die Möglichkeit – auf der Fläche einer beliebigen Sphäre, wenn sie verwendet wird, um eine Fläche zu realisieren und zu vereinfachen, wie komplex sie auch sein mag –, die Möglichkeit dieser Form hier.
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Ajoutons-y la possibilité de trous.
Fügen wir noch die Möglichkeit von Löchern hinzu.
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Vous ne pouvez pas aller au-delà, c’est-à-dire que quelque compliquée que <soit> la surface que vous imaginiez, je veux dire par exemple quelque compliquée que soit la surface que vous ayez à faire, vous ne pourrez jamais trouver quelque chose de plus compliqué que ça.
Sie können nicht darüber hinausgehen, das heißt, wie komplex die Fläche, die Sie sich vorstellen, auch sein mag, ich meine beispielsweise, wie komplex die Fläche die Sie herzustellen haben, auch sein mag, Sie werden niemals etwas finden können, das komplexer ist als dies.
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De sorte qu’il y a un certain naturel à la référence au tore comme à la forme la plus simple, intuitivement la plus accessible.
Deshalb hat der Bezug auf den Torus gewissermaßen etwas Natürliches, als der einfachsten, intuitiv am besten zugänglichen Form.
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Ceci peut nous enseigner quelque chose.
Das kann uns etwas lehren.
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Là-dessus je vous ai dit la signification que nous pouvions donner par convention, artifice, à deux types de lacs circulaires, pour autant qu’ils y sont privilégiés.
Hierzu habe ich Ihnen gesagt, welche Bedeutung wir per Konvention, per Kunstgriff, zwei Arten von kreisförmigen Schleifen geben konnten, insofern sie hier eine Sonderstellung haben.
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Abb. 5: Torus mit Erzeugerkreis
Celui qui fait le tour de ce qu’on peut appeler le cercle générateur du tore, s’il est un tore de révolution, pour autant que susceptible de se répéter indéfiniment, en quelque sorte le même et toujours différent, il est bien fait pour représenter pour nous l’insistance signi|{6}fiante, et spécialement l’insistance de la demande répétitive du névrosé.
Die Schleife, die das umrundet, was man, wenn es ein Rotationstorus ist, den Erzeugerkreis des Torus nennen kann, sie ist dazu prädestiniert – da sie in der Lage ist, sich unbegrenzt zu wiederholen, gewissermaßen dieselbe und immer verschieden –, uns das Insistieren des Signifikanten zu repräsentieren, insbesondere das Insistieren des repetitiven Anspruchs des Neurotikers.10
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Abb. 6: Torus mit Erzeugerkreis und Kreis d
D’autre part, ce qui est impliqué dans cette succession de tours, à savoir une circularité accomplie [d] tout en étant inaperçue par le sujet, qui se trouve pour nous offrir une symbolisation passive, évidente et en quelque sorte maxima quant à la sensibilité intuitive de ce qui est impliqué dans les termes mêmes de désir inconscient, pour autant que le sujet en suit les voies et les chemins sans le savoir.11
Andererseits das, was in dieser Folge von Runden impliziert ist, nämlich eine Zirkularität [d], die zwar durchlaufen, vom Subjekt jedoch nicht wahrgenommen wird, und die uns eine passive, offensichtliche und für das intuitive Empfinden in gewisser Weise maximale Symbolisierung dessen anbietet, was im Terminus des unbewussten Begehrens bereits enthalten ist, insofern das Subjekt dessen Wegen und Pfaden folgt, ohne es zu wissen.
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À travers toutes ces demandes, il est en quelque sorte à lui seul, ce désir inconscient, la métonymie de toutes ces demandes.
Durch all diese Ansprüche hindurch ist es, dieses unbewusste Begehren, in gewisser Weise für sich allein die Metonymie all dieser Ansprüche.
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Et vous voyez là l’incarnation vivante de ces références auxquelles je vous ai assouplis, habitués tout au long de mon discours, nommément celles de la métaphore et de la métonymie.
Und Sie sehen hier die lebendige Verkörperung der Bezüge, an die ich Sie während des ganzen Verlaufs meiner Darlegungen herangeführt und gewöhnt habe, insbesondere die der Metapher und der Metonymie.12
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Ici, la métonymie trouve en quelque sorte son application la plus sensible comme étant manifestée par le désir en tant que le désir est ce que nous articulons comme supposé dans la succession de toutes les demandes en tant qu’elles sont répétitives.
Hier findet die Metonymie gewissermaßen ihre sinnfälligste Anwendung, als etwas, das sich durch das Begehren manifestiert, insofern wir das Begehren als das artikulieren, was in der Folge sämtlicher Ansprüche unterstellt wird, insofern sie repetitiv sind.
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Abb. 7: Torus mit den Kreisen D und d
Nous nous trouvons devant quelque chose où vous voyez que le cercle ici décrit mérite que nous l’affections du symbole grand D, en tant que symbole de la demande.
Wir haben hier etwas, bei dem Sie sehen, dass der hier beschriebene Kreis es verdient, dass wir ihm das Symbol groß D zuweisen, als Symbol für den Anspruch (demande).
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Ce quelque chose concernant le cercle intérieur doit bien avoir affaire avec ce que j’appellerai le désir métonymique.
Dieses Etwas, das sich auf den inneren Kreis bezieht [d], muss wohl mit dem zu tun haben, was ich das metonymische Begehren nennen möchte.
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Abb. 8: Torus mit den Kreisen D und (D+d)
Eh bien, |{7} il y a parmi ces cercles – l’essai que nous pouvons en faire – un cercle privilégié [D+d] qui est facile à décrire : c’est le cercle qui, partant de l’extérieur du tore, trouve le moyen de se boucler, non pas simplement en insérant le tore dans son épaisseur de poignée, non pas simplement de passer à travers le trou central, mais d ’envelopper le trou central sans pour autant passer par le trou central.
Nun, unter diesen Kreisen – die Probe können wir machen – gibt es einen besonderen Kreis [D+d], der leicht zu beschreiben ist, das ist derjenige Kreis, der, ausgehend von der Außenseite des Torus, einen Weg findet, sich, nicht einfach zu schließen, indem er den Torus wie einen Henkel umschließt [D], auch nicht einfach , indem er durch das zentrale Loch verläuft [d], sondern indem er das zentrale Loch einhüllt, ohne jedoch durch das zentrale Loch zu verlaufen.
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Ce cercle là a le privilège de faire les deux à la fois : il passe à travers et il l’enveloppe.
Dieser Kreis hier hat die Besonderheit, beides auf einmal zu tun: er geht hindurch und er hüllt es ein.
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Il est donc fait de l’addition de ces deux cercles, c’est-à-dire il représente (D+d).
Er besteht also aus der Addition dieser beiden Kreise, das heißt, er repräsentiert D+d.
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L’addition de la demande et du désir en quelque sorte nous permet de symboliser la demande avec sa sous-jacence de désir.
Die Addition des Anspruchs [D] und des Begehrens [d] erlaubt uns in gewisser Weise, den Anspruch zusammen mit dem zu symbolisieren, was ihm zugrunde liegt, dem Begehren.
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Quel est l’intérêt de ceci ?
Was interessiert uns daran?
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L’intérêt de ceci est que si nous aboutissons à une dialectique élémentaire, à savoir celle de l’opposition de deux demandes, si c’est à l’intérieur de ce même tore que je symbolise par un autre cercle analogue la demande de l’Autre, avec ce qu’il va comporter pour nous de ou… ou… – ou ce que je demande, ou ce que tu demandes – il y a non coïncidence des demandes.
Daran interessiert uns Folgendes: Wenn wir zu einer elementaren Dialektik kommen, und zwar der des Gegensatzes zwischen zwei Ansprüchen, und wenn ich im Inneren des einen Torus durch einen anderen, analogen Kreis den Anspruch des Anderen symbolisiere, mitsamt dem, was er für uns an entweder-oder mit sich führt – entweder das, was ich beanspruche, oder das, was du beanspruchst –, dann gibt es eine Nicht-Koinzidenz der Ansprüche.
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Nous voyons ça tous les jours dans la vie quotidienne.
Im Alltag sehen wir das ständig.
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Ceci pour rappeler que dans les conditions privilégiées, au niveau où nous allons la chercher, l’interroger dans l’analyse, il faut que nous nous souvenions de ceci, à |{8} savoir de l’ambiguïté qu’il y a toujours dans l’usage même du terme ou, ou bien, ce terme de la disjonction symbolisé en logique ainsi : A v B.
Dies, um daran zu erinnern, dass wir – unter den speziellen Bedingungen, auf der Ebene, auf der wir sie in der Analyse suchen und befragen – Folgendes berücksichtigen müssen, nämlich die Mehrdeutigkeit, die mit der Verwendung des Ausdrucks oder stets verbunden ist, des Ausdrucks der Disjunktion, der in der Logik folgendermaßen symbolisiert wird: A v B.
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Il y a deux usages de ce ou… ou…
Von diesem oder gibt es zwei Verwendungen.
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Ce n’est pas pour rien que la logique marquerait tous ses efforts et, si je puis dire, fait effort pour lui conserver toujours les valeurs de l’ambiguïté, à savoir pour montrer la connexion d’un ou… ou… inclusif, avec un ou… ou… exclusif.
Nicht ohne Grund legt die Logik großes Gewicht darauf und bemüht sich, wenn ich so sagen darf, ihm stets die Werte der Mehrdeutigkeit zu bewahren, nämlich um die Verbindung eines inklusiven oder mit einem exklusiven oder aufzuzeigen.
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Abb. 9: Links: inklusives Oder, rechts: exklusives Oder
Que le ou… ou… concernant par exemple ces deux cercles peut vouloir dire deux choses.
Wobei das oder, das sich beispielsweise auf diese beiden Kreise bezieht, zweierlei bedeuten kann.
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Le choix entre un des deux de ces cercles.
Die Wahl zwischen einem dieser beiden Kreise.
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Mais est-ce que cela veut dire que simplement, quant à la position du ou… ou…, il y ait exclusion ? Non.
Aber bedeutet das, bezogen auf die Position des oder, dass es einfach eine Ausschließung gibt? Nein.
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Ce que vous voyez, c’est que le cercle dans lequel je vais introduire ce ou… ou… comporte ce que l’on appelle l’intersection symbolisée en logique par ∩.
Sie sehen, dass der Kreis, in den ich dieses oder einfügen werde, das enthält, was man den Durchschnitt nennt, in der Logik durch ein ∩ symbolisiert.13
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Le rapport du désir avec une certaine intersection comportant certaines lois n’est pas simplement appelé pour mettre sur le terrain, matter of fact, ce qu’on peut appeler le contrat, l’accord des demandes.
Die Beziehung des Begehrens zu einem bestimmten Durchschnitt, der bestimmten Gesetzen unterliegt, wird nicht einfach so genannt, um das in den Raum zu werfen, als matter of fact, was man den Vertrag nennen kann, die Übereinstimmung der Ansprüche.
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Abb. 10: Kreise 1 und 1 mit Überschneidungsbereich 214
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Abb. 11: Kreise 1 und 1 mit Überschneidungsbereich 2 auf einem Torus
C’est, étant donné l’hétérogénéité profonde qu’il y a entre ce champ [1] et celui-ci [2], suffisamment symbolisé par ceci: ici nous avons affaire à la fermeture de la surface [1], et là à proprement parler à son vide interne [2].
Dies wird – angesichts der tiefgehenden Heterogenität, die es zwischen diesem Feld [1] und jenem Feld [2] gibt – hinreichend durch Folgendes symbolisiert: hier haben wir mit der Schließung der Fläche [1] zu tun und dort streng genommen mit ihrer inneren Leere [2].
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C’est cela qui nous propose un modèle qui nous montre qu’il s’agit |{9} d’autre chose que de saisir la partie commune entre les demandes.
Damit wird uns ein Modell angeboten, das uns zeigt, dass es um etwas anderes geht als darum, den Teil zu erfassen, der den Ansprüchen gemeinsam ist.
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En d’autres termes, il s’agira pour nous de savoir dans quelle mesure cette forme peut nous permettre de symboliser comme tels les constituants du désir, pour autant que le désir, pour le sujet, est ce quelque chose qu’il a à constituer sur le chemin de la demande.
Anders gesagt, für uns wird es darum gehen, herauszufinden, inwieweit diese Form es uns ermöglicht, die Konstituenten des Begehrens als solche zu symbolisieren, insofern das Begehren für das Subjekt das ist, was es auf dem Wege des Anspruchs zu konstituieren hat.15
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Abb. 12: Torus mit D, (D+d), a
D’ores et déjà je vous indique qu’il y a deux points, deux dimensions que nous pouvons privilégier dans ce cercle particulièrement significatif dans la topologie du tore.
Zuallererst weise ich Sie darauf hin, dass es zwei Punkte gibt, zwei Dimensionen, die wir in diesem Kreis hervorheben können, in diesem Kreis, der in der Topologie des Torus besonders bedeutsam ist.
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C’est, d’une part, la distance qui rejoint le centre du vide central avec ce point qui se trouve être, qui peut se définir comme une sorte de tangence grâce à quoi un plan recoupant le tore va nous permettre de dégager de la façon la plus simple ce cercle privilégié.
Das ist einerseits die Strecke, die den Mittelpunkt der zentralen Leere mit dem Punkt verbindet, der als eine Art Tangente definiert werden kann, wodurch eine Ebene, die den Torus schneidet, es uns erlauben wird, diesen besonderen Kreis [D+d] auf einfachste Weise herauszulösen.
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C’est cela qui nous donnera la définition, la mesure du petit a en tant qu’objet du désir.
Damit wird uns die Definition, das Maß des klein a als Objekt des Begehrens geliefert.
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Abb. 13: Torus mit D, (D+d), φ, a
D’autre part, ceci pour autant qu’il n’est lui-même repérable, définissable que par rapport au diamètre même de ce cercle exceptionnel, c’est dans le rayon, dans la moitié si vous voulez de ce diamètre, que nous verrons ce qui est le ressort, la mesure dernière du rapport du sujet au désir, à savoir le petit phi [φ] en tant que symbole du phallus.
Andererseits, während es selbst [das klein a] nur durch Bezug auf den Durchmesser dieses außergewöhnlichen Kreises lokalisierbar und definierbar ist, ist es hingegen der Radius, die Hälfte wenn Sie so wollen, dieses Durchmessers, worin wir das sehen werden, was die Triebfeder, das letzte Maß für die Beziehung des Subjekts zum Begehren ist, nämlich das klein phi [φ] als Symbol für den Phallus.
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Voilà ce vers quoi nous tendons, et ce qui prendra son sens, son applicabilité et sa portée du chemin que nous aurons parcouru avant, pour nous permettre de parvenir à rendre pour vous maniable, sensible |{10} et jusqu’à un certain point suggestif d’une véritable intensité structurale, cette image même.
Das ist das, worauf wir abzielen und was seinen Sinn, seine Anwendbarkeit und seine Reichweite durch den Weg erhalten wird, den wir zuvor durchlaufen haben werden, damit es uns gelingt, genau dieses Bild für Sie handhabbar und spürbar zu machen und es bis zu einem gewissen Punkt mit einer wirklichen strukturalen Intensität zu versehen.
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Ceci dit, il est bien entendu que le sujet – dans ce à quoi nous avons affaire : à notre partenaire qui nous appelle en ça, que nous avons devant nous sous la forme de cet appel, et ce qui vient parler devant nous – seul ce qu’on peut définir et scander comme le sujet, seul cela s’identifie.
Wobei klar ist, dass das Subjekt – in dem, womit wir es <in der Analyse> zu tun haben, mit unserem Partner, der dabei an uns appelliert, den wir vor uns haben in Gestalt dieses Appells und das, was vor uns spricht –, dass nur das, was wir als das Subjekt definieren und skandieren können, dass nur das sich identifiziert .
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Ça vaut la peine de le rappeler parce que, après tout, la pensée glisse facilement.
Es lohnt sich, daran zu erinnern, denn das Denken gerät ja leicht ins Schleudern.
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Pourquoi, si on ne met pas les points sur les i, ne dirait-on pas que la pulsion s’identifie, et qu’une image s’identifie ?
Warum, wenn man es nicht so genau nimmt, sollte man nicht sagen, dass der Trieb sich identifiziert und dass ein Bild sich identifiziert?
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Ne peut être dit avec justesse s’identifier, ne s’introduit dans la pensée de Freud le terme d’identification, qu’à partir du moment où on peut à un degré quelconque, même si ce n’est pas articulé dans Freud, considérer comme la dimension du sujet – cela ne veut pas dire que ça ne nous mène pas beaucoup plus loin que le sujet – cette identification.
Sich identifizieren kann zu Recht nur gesagt werden, der Ausdruck Identifizierung wird in das Denken von Freud erst von dem Moment an eingeführt, in dem man diese Identifizierung in gewissem Maße, auch wenn das bei Freud nicht artikuliert ist, als die Dimension des Subjekts auffassen kann – was nicht heißt, dass dies uns nicht viel weiter führt als das Subjekt.
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La preuve, là aussi – je vous rappelle ceci, dont on ne peut savoir si c’est dans les antécédents, les prémisses, ou dans le futur de mon discours que je le pointe – c’est que la première forme d’identification et celle à laquelle on se réfère, avec quelle légèreté, quel psittacisme de sansonnet, c’est l’identification qui, nous dit-on, incorpore, ou encore – ajoutant une confusion à l’imprécision de la première formule – introjecte.
Auch hier besteht der Beweis darin (ich erinnere Sie daran, wobei man nicht wissen kann, ob ich es in den Voraussetzungen, den Prämissen oder in der Zukunft meines Diskurses aufzeige), dass die erste Form der Identifizierung – und diejenige, auf die man sich mit welcher Leichtigkeit, mit welchem Papageiengeschwätz bezieht! –, dass dies diejenige Identifizierung ist, welche, wie man sagt, einverleibt oder auch – womit man zur Ungenauigkeit der ersten Formulierung eine Konfusion hinzufügt – introjiziert.16
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Contentons-|{11}nous d’incorpore, qui est la meilleure.
Beschränken wir uns auf das einverleibt, was noch die bessere ist.
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Comment même commencer par cette première forme d’identification ? alors que pas la moindre indication, pas le moindre repère, sinon vaguement métaphorique, ne vous est donné dans une telle formule, sur ce que ça peut même vouloir dire.
Wie mit dieser ersten Form der Identifizierung auch nur beginnen, wo Ihnen mit einer solchen Formulierung doch nicht der geringste Hinweis, nicht der geringste Anhaltspunkt gegeben wird – außer einem vage metaphorischen –, was damit wohl gemeint sein könnte.
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Ou bien les mots n’ont aucun sens, ou bien ils en ont un, et si on parle d’incorporation, c’est bien parce qu’il doit se produire quelque chose au niveau du corps.
Entweder haben die Wörter keine Bedeutung oder sie haben eine, und wenn man von Einverleibung spricht, dann doch wohl deshalb, weil sich etwas auf der Ebene des Körpers herstellen muss.
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Je ne sais si je pourrai cette année pousser les choses assez loin – je l’espère tout de même, nous avons du temps devant nous pour arriver, revenant de là d’où nous partons – à donner son plein sens, et son sens véritable à cette incorporation de la première identification.
Ich weiß nicht, ob ich in diesem Jahr die Dinge weit genug vorantreiben kann – ich hoffe es jedenfalls, wir haben Zeit vor uns, um so weit zu kommen, wenn wir von unserem Ausgangspunkt aus weitergehen –, weit genug vorantreiben kann, um der Einverleibung der ersten Identifizierung ihre volle Bedeutung und ihre wahre Bedeutung zu geben.
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Vous le verrez, il n’y a aucun autre moyen de la faire intervenir, sinon de la rejoindre par une thématique qui a déjà été élaborée, et depuis les traditions les plus antiques, mythiques, voire religieuses, sous le terme de corps mystique.
Sie werden sehen, es gibt kein anderes Mittel, sie ins Spiel zu bringen als durch eine Thematik, die bereits ausgearbeitet worden ist, und dies seit den ältesten mythischen, ja religiösen Traditionen, unter dem Begriff des mystischen Leibes.17
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Impossible de ne pas prendre les choses dans l’empan qui va de la conception sémitique primitive : il y a, du père de toujours à tous ceux qui descendent de lui, identité de corps.
Unmöglich, die Dinge nicht in der Spannweite anzugehen, die von der anfänglichen semitischen Konzeption ausgeht: vom ursprünglichen Vater bis hin zu all jenen, die von ihm abstammen, gibt es eine Identität des Körpers.
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Mais à l’autre bout, vous savez, il y a la notion que je viens d’appeler par son nom, celle de corps mystique, pour autant que c’est d’un corps que se constitue une église.
Am anderen Ende jedoch gibt es, wie Sie wissen, den Begriff, den ich gerade genannt habe, den des mystischen Leibes, insofern sich durch einen Leib eine Kirche bildet.
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Et ça n’est pas pour rien que Freud, pour définir pour nous l’identité du moi dans ses rapports avec ce qu’il appelle à |{12} l’occasion Massenpsychologie, se réfère à la corporéité de l’Église.
Und nicht ohne Grund bezieht sich Freud – um für uns die Identität des Ichs (moi) in seinen Beziehungen zu dem zu definieren, was er hierbei Massenpsychologie* nennt –, auf die Körperlichkeit der Kirche.18
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Mais comment vous faire partir de là sans prêter à toutes les confusions et croire que, comme le terme de mystique l’indique assez, c’est sur de tout autres chemins que ceux où notre expérience voudrait nous entraîner ?
Aber wie kann ich Sie dazu bringen, von hier auszugehen, ohne dass ich allen möglichen Verwirrungen Vorschub leiste und Sie dazu bringe zu glauben, dass dies, wie der Ausdruck mystisch hinreichend anzeigt, auf ganz anderen Wegen erfolgt als auf jenen, auf die unsere Erfahrung uns hinführen möchte.
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Ce n’est que rétroactivement, en quelque sorte revenant sur les conditions nécessaires de notre expérience, que nous pourrons nous introduire dans ce que nous suggère d’antécédence toute tentative d’aborder, dans sa plénitude, la réalité de l’identification.
Nur rückwirkend, indem wir gewissermaßen auf die notwendigen Bedingungen unserer Erfahrung zurückkommen, werden wir uns einen Zugang zu dem schaffen können, was uns jeder Versuch, die Realität der Identifizierung in ihrer ganzen Fülle anzugehen, an Voraussetzungen nahelegt.19
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L’abord donc que j’ai choisi dans la deuxième forme de l’identification n’est pas de hasard, c’est parce que cette identification est saisissable, sous le mode de l’abord par le signifiant pur, par le fait que nous pouvons saisir d’une façon claire et rationnelle, un biais pour entrer dans ce que ça veut dire, l’identification du sujet, pour autant que le sujet met au monde le trait unaire… , plutôt: que le trait unaire, une fois détaché, fait apparaître le sujet comme celui qui compte, au double sens du terme.
Der Zugang, den ich mit der zweiten Form der Identifizierung gewählt habe, ist also nicht zufällig, sondern erfolgt deshalb, weil diese Identifizierung, vermittels des Zugangs über den reinen Signifikanten, dadurch greifbar ist, dass wir auf klare und rationale Weise einen Weg erfassen können, um in das hereinzukommen, was sie bedeutet, die Identifizierung des Subjekts, insofern das Subjekt den unären Zug in die Welt setzt, oder vielmehr: insofern der unäre Zug, einmal herausgelöst, das Subjekt als dasjenige erscheinen lässt, was zählt, in beiden Bedeutungen des Ausdrucks.20
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L’ampleur de l’ambiguïté que vous pouvez donner à cette formule… celui qui compte: activement sans doute, mais aussi celui qui compte tout simplement dans la réalité, celui qui compte vraiment, qui évidemment va mettre du temps à se retrouver dans son compte, exactement |{13} le temps que nous mettrons pour parcourir tout ce que je viens ici de vous désigner …aura pour vous son plein sens.
Die Bandbreite der Mehrdeutigkeit, die Sie dieser Formulierung geben können: das, was zählt – sicherlich aktiv, aber auch das, was ganz einfach in der Realität zählt, dasjenige, das wirklich zählt, das natürlich Zeit brauchen wird, um sich in seinem Zählen wiederzufinden, exakt die Zeit, die wir brauchen werden, um all das zu durchlaufen, was ich Ihnen hier soeben skizziert habe –, diese Bandbreite wird für Sie ihre volle Bedeutung bekommen.
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Shackleton et ses compagnons dans l’Antarctique, à plusieurs centaines de kilomètres de la côte, explorateurs livrés à la plus grande frustration, celle qui ne tient pas seulement aux carences plus ou moins élucidées à ce moment – car c’est un texte déjà d’une cinquantaine d’années –, aux carences plus ou moins élucidées d’une alimentation spéciale qui est encore à l’épreuve à ce moment, mais qu’on peut dire désorientés dans un paysage, si je puis dire encore vierge, non encore habité par l’imagination humaine – il suffira que le réseau humain ait sillonné ses chemins pour qu’il ne soit plus vide, mais au début, il l’est –, nous rapporte, dans des notes bien singulières à lire, qu’ils se comptaient toujours un de plus qu’ils n’étaient, qu’ils ne s’y retrouvaient pas.
Shackleton und seine Gefährten in der Antarktis – mehrere hundert Kilometer von der Küste entfernt, Forscher, die der größten Frustration ausgesetzt sind, die sich nicht nur auf die Ausfälle [an Nährstoffen] bezieht, die inzwischen mehr oder weniger geklärt sind, denn das ist ein bereits etwa fünfzig Jahre alter Text, auf die mehr oder weniger geklärten Ausfälle durch eine spezielle Ernährung, die zu diesem Zeitpunkt noch in der Erprobungsphase ist, sondern auch, wie man sagen kann, desorientiert in einer Landschaft, die, wenn ich so sagen darf, noch jungfräulich ist, von der menschlichen Vorstellungskraft noch nicht besiedelt, es wird genügen, dass das menschliche Netzwerk seine Wege hindurchgezogen hat, damit sie nicht mehr leer ist, zu Beginn jedoch ist sie es –, Shackleton also berichtet uns in Notizen, die zu lesen wirklich einzigartig ist, dass sie immer einen mehr zählten als sie waren, dass sie sich [in ihrem Zählen] nicht wiederfanden.21
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On se demandait toujours où était passé le manquant, le manquant qui ne manquait pas sinon de ceci que tout effort de compte leur suggérait toujours qu’il y en avait un de plus, donc un de moins.
Man fragte sich immer wieder, wo der Fehlende geblieben war, der Fehlende, der nicht fehlte, außer von daher, dass jede Bemühung des Abzählens ihnen immer wieder suggerierte, dass es einen mehr gab, also einen weniger.
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Vous touchez là l’apparition, à l’état nu, du sujet qui n’est rien que cela, que la possibilité d’un signifiant de plus, d’un un en plus, grâce à quoi il constate lui-même qu’il y en a un qui manque.
Sie stoßen hier im Reinzustand auf das Erscheinen des Subjekts, das nichts anderes ist als dies, als die Möglichkeit eines zusätzlichen Signifikanten, eines weiteren einen, wodurch es selbst feststellt, dass es einen gibt, der fehlt.
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Si je vous rappelle cela c ’est simplement pour pointer, dans une dialectique comportant les termes les plus extrêmes, où nous situons notre chemin, et où vous |{14} pourrez croire et quelquefois vous demander même si nous n’oublions pas certaines références.
Wenn ich Ihnen das in Erinnerung rufe, dann einfach um zu zeigen – in einer Dialektik, welche die äußersten Termini enthält –, wo wir unseren Weg verorten, und wo Sie werden glauben können und sich bisweilen sogar fragen, ob wir nicht bestimmte Bezugspunkte vergessen.
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Vous pouvez par exemple vous demander même quel rapport il y a, entre le chemin que je vous ai fait parcourir et ces deux termes auxquels nous avons eu affaire…, nous avons affaire constamment mais à des moments différents, de l’Autre et de la Chose.
Sie können sich beispielsweise sogar fragen, welchen Zusammenhang es zwischen dem Weg gibt, den ich Sie habe durchlaufen lassen, und den beiden Termini, mit denen wir zu tun hatten, mit denen wir es beständig zu tun haben, jedoch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, dem des Anderen und dem des Dings.22
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Bien sûr, le sujet lui-même au dernier terme est destiné à la Chose, mais sa loi, son fatum plus exactement, est que, ce chemin, qu’il ne peut décrire que par le passage par l’Autre, en tant que l’Autre est marqué du signifiant.
Sicherlich, das Subjekt selbst ist letztlich für das Ding bestimmt, aber sein Gesetz, genauer sein Fatum, besteht darin, dass es diesen Weg nur beschreiben kann im Durchgang durch den Anderen, insofern der Andere vom Signifikanten markiert ist.23
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Et c’est dans l’en-deçà de ce passage nécessaire par le signifiant que se constituent comme tels le désir et son objet.
Und im Diesseits dieses notwendigen Durchgangs durch den Signifikanten konstituieren sich als solche das Begehren und sein Objekt.
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L’apparition de cette dimension de l’Autre et l’émergence du sujet, je ne saurai trop le rappeler, pour vous donner bien le sens de ce dont il s’agit, et dont le paradoxe, je pense, doit vous être suffisamment articulé en ceci que le désir, au sens, entendez-le, le plus naturel, doit et ne peut se constituer que dans la tension créée par ce rapport à l’Autre, laquelle s’origine en ceci : de l’avènement du trait unaire, en tant que d’abord et pour commencer, de la chose il efface tout ; ce quelque chose, tout autre chose que cet un qu’elle a été, à jamais irremplaçable.24
Das Erscheinen dieser Dimension des Anderen und das Auftauchen des Subjekts – ich werde nicht oft genug daran erinnern können, um Ihnen die Bedeutung von dem klar zu machen, worum es hier geht, und dessen Paradoxie, so denke ich, Ihnen hinreichend dadurch artikuliert sein sollte, dass das Begehren, verstehen Sie das im natürlichsten Sinne, sich in der Spannung konstituieren muss und nur konstituieren kann, die durch den Bezug auf den Anderen entsteht, die darin ihren Ursprung hat, nämlich im Aufkommen des unären Zugs, insofern er als Erstes und anfänglich alles vom Ding auslöscht, dieses Etwas – etwas ganz anderes als dieses Ein –, das es einst war, für immer unersetzlich.25
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Et nous trouvons là, dès le premier pas – je vous le fais remarquer en passant – la formule, là se termine la |{15} formule de Freud : Là où c’était – la Chose – là je dois advenir.
Und wir finden hier vom ersten Schritt an – ich weise Sie am Rande darauf hin –, die Formulierung von Freud, hiermit schließt Freuds Formulierung: Wo es war – das Ding –, soll ich werden.26
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Il faudrait remplacer à l’origine par : « Wo Es war, da durch den Ein », plutôt par « durch den Eins », là, par le un en tant que un, le trait unaire , « werde Ich », adviendra le je.
Man sollte das im Original ersetzen durch: „*Wo Es war, da, durch das Ein*“, oder besser „*durch die Eins*“, durch das Ein als Eins, durch den unären Zug, „*werde Ich*“, soll das Ich (je) werden.
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Tout du chemin est tout tracé, à chaque point du chemin.
Alles vom Weg ist klar bestimmt, an jedem Punkt des Weges.
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C’est bien là que j’ai tenté de vous suspendre la dernière fois en vous montrant le progrès nécessaire à cet instant, en tant qu’il ne peut s’instituer que par la dialectique effective qui s’accomplit dans le rapport avec l’Autre.
Genau hier habe ich beim letzten Mal versucht, Sie in der Spannung zu halten, als ich Ihnen den Fortschritt zeigte, der in diesem Moment notwendig ist, insofern er effektiv nur durch die Dialektik erreicht werden kann, die sich in der Beziehung zum Anderen herstellt.
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Je suis étonné de l’espèce de matité dans laquelle il m’a semblé que tombait mon articulation, pourtant soignée, du « Rien peut-être ? » et du « Peut-être rien ».
Ich bin erstaunt über die Art von Mattheit, mit der, so schien mir, meine doch so sorgfältige Artikulation des „Nichts vielleicht?“ und des „Vielleicht nichts“ aufgenommen worden ist.27
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Qu’est-ce qu’il faut donc pour vous y rendre sensibles ?
Was braucht es denn, um Sie dafür empfänglich zu machen?
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Peut-être que justement mon texte à cet endroit… et la spécification de leur distinction comme message et question, puis comme réponse, mais pas au niveau de la question, comme suspension de la question au niveau de la question …a été trop complexe pour être simplement entendu de ceux qui ne l’ont pas noté dans ses détours afin d’y revenir.
Vielleicht war mein Text an dieser Stelle – und die Spezifizierung ihrer Unterscheidung als Botschaft und Frage, dann als Antwort, jedoch nicht auf dem Niveau der Frage, als Aussetzung der Frage auf dem Niveau der Frage – ja zu komplex, um einfach verstanden zu werden, von denen, die ihn, in seinen Windungen, nicht aufgeschrieben haben, um später darauf zurückzukommen.
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Si déçu que je puisse être, c’est forcément moi qui ai tort.
So enttäuscht ich auch sein mag, bin doch zwangsläufig ich es, der Unrecht hat.
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C’est pourquoi j’y reviens et pour me faire entendre, est-ce qu’aujourd’hui, par exemple, je ne vous suggérerai pas au moins la nécessité d’y revenir, et en fin de compte c’est simplement vous demandant : est-ce que vous pensez que « rien de sûr ? », comme énonciation, peut vous paraître prêter au moindre |{16} glissement, à la moindre ambiguïté avec « sûrement rien ».
Deshalb komme ich darauf zurück, und um mich verständlich zu machen, könnte ich Ihnen heute, beispielsweise, nicht zumindest die Notwendigkeit nahelegen, darauf zurückzukommen und letztlich, indem ich Sie einfach frage: Glauben Sie, dass „Nichts Sicheres?“, als Äußerungsvorgang, Ihnen als etwas erscheinen kann, das Sie zum geringsten Gleiten veranlasst, zur geringsten Mehrdeutigkeit mit „Sicherlich nichts“?
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C’est tout de même pas pareil.
Das ist ja nicht dasselbe.
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Il y a la même différence qu’entre le « rien peut-être ? » et le « peut-être rien ».
Es gibt hier denselben Unterschied wie zwischen dem „Nichts vielleicht?“ und dem „Vielleicht nichts“.
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Je dirai même qu’il y a dans le premier, le « rien de sûr ? », la même vertu de sapage de la question à l’origine qu’il y a dans le « rien peut-être ? ».
Ich würde sogar sagen, dass es in dem ersten, im „Nichts Sicheres?“, die gleiche Fähigkeit zum Untergrabens der ursprünglichen Frage gibt wie in dem „Nichts vielleicht?“.28
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Et même dans le « sûrement rien » il y a la même vertu de réponse, éventuelle sans doute, mais toujours anticipée par rapport à la question, comme c’est facile à toucher du doigt me semble-t-il, si je vous rappelle que c’est toujours avant toute question, et pour des raisons de sécurité si je puis dire, qu’on apprend à dire dans la vie, quand on est petit : « sûrement rien ».
Und selbst in dem „Sicherlich nichts“ steckt die gleiche Kraft einer Antwort, einer möglichen, gewiss, jedoch stets der Frage vorausgehend – wie, scheint mir, ohne Weiteres spürbar ist, wenn ich Sie daran erinnere, dass es immer vor jeder Frage ist und aus Sicherheitsgründen, wenn ich so sagen darf, dass man im Leben, wenn man klein ist, zu sagen lernt: „Sicherlich nichts.“
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Cela veut dire: „sûrement rien d’autre que ce qui est déjà attendu“, c’est-à-dire ce qu’on peut considérer d’avance comme réductible à zéro, comme le lacs.
Das bedeutet: „Sicherlich nichts anderes als was bereits erwartet wird“, das heißt, was man von vornherein als etwas auffassen kann, das sich, so wie die Schleife, auf Null reduzieren lässt.29
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La vertu désangoissante de l’Erwartung, voilà ce que Freud sait nous articuler à l’occasion : « rien que ce que nous savons déjà ».
Die angstnehmende Kraft der Erwartung*, so formuliert es Freud an einer Stelle: „Nichts als das, was wir bereits wissen.“30
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Quand on est comme ça, on est tranquille.
Wenn man so ist, ist man ruhig.
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Mais on ne l’est pas toujours.
Man ist es jedoch nicht immer.
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Ainsi donc ce que nous voyons c’est que le sujet, pour trouver la Chose, s’engage d’abord dans la direction opposée, qu’il n’y a pas moyen d’articuler ces premiers pas du sujet, sinon par un « rien » qu’il est important de vous faire sentir dans cette dimension même, à la fois métaphorique et métonymique du premier |{17} jeu signifiant, parce que chaque fois que nous avons affaire avec ce rapport du sujet au rien, nous autres analystes, nous glissons régulièrement entre deux pentes :
So sehen wir also, dass das Subjekt, um das Ding zu finden, sich zunächst in die entgegengesetzte Richtung begibt, dass es, um diese ersten Schritte des Subjekts zu artikulieren, kein anderes Mittel gibt als ein nichts, bei dem es wichtig ist, es für Sie in eben dieser zugleich metaphorischen und metonymischen Dimension des ersten Signifikantenspiels spürbar zu machen, da wir Analytiker jedes Mal, wenn wir mit der Beziehung des Subjekts zum nichts zu tun haben, regelmäßig zwischen zwei Tendenzen hin und her gleiten.31
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La pente commune qui tend vers un rien de destruction, c’est la fâcheuse interprétation de l’agressivité considérée comme purement réductible au pouvoir biologique d’agression, qui n’est d’aucune façon suffisante, sinon par dégradation, à supporter la tendance au rien telle qu’elle surgit à un certain stade nécessaire de la pensée freudienne, et juste avant qu’il ait introduit l’identification, dans l’instinct de mort.
Die übliche Tendenz, die zu einem nichts der Destruktion neigt, ist die missglückte Deutung der Aggressivität, aufgefasst als etwas, das sich rein auf das biologische Aggressionsvermögen reduzieren lässt, eine Deutung, die in keiner Weise ausreicht – wenn nicht als Verschlechterung –, um das Streben zum nichts zu stützen, wie es in einem bestimmten notwendigen Stadium des Freud’schen Denkens mit dem Todestrieb auftaucht, kurz bevor er die Identifizierung einführte.32
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L’autre, c’est une néantisation qui s’assimilerait à la négativité hégelienne.
Die andere Tendenz ist eine an die Hegel’sche Negativität angeglichene Vernichtung.33
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Le rien, que j’essaie de faire tenir à ce moment initial pour vous dans l’institution du sujet, est autre chose.
Das nichts, das ich für Sie mit diesem anfänglichen Moment in der Einsetzung des Subjekts festzuhalten versuche, ist etwas anderes.
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Le sujet introduit le rien comme tel, et ce rien est à distinguer d’aucun être de raison qui est celui de la négativité classique : d’aucun être imaginaire qui est celui de l’être impossible quant à son existence, le fameux Centaure qui arrête les logiciens, tous les logiciens, voire les métaphysiciens, à l’entrée de leur chemin vers la science : qui n’est pas non plus l’ens privativum ; qui est à proprement parler ce que Kant, admirablement, dans la définition de ses quatre rien, dont il tire si peu parti, appelle le nihil negativum, à savoir, pour employer ses propres termes : « leerer Gegenstand ohne Begriff », un objet |{18} vide, mais ajoutons : sans concept, sans saisie possible avec la main.
Das Subjekt führt das nichts als solches ein, und dieses nichts ist zu unterscheiden von jeglichem Gedankending, das heißt von dem der klassischen Negativität, von jeglichem imaginären Wesen, das heißt von dem Wesen, das hinsichtlich seiner Existenz unmöglich ist, von dem berühmten Kentaur, der die Logiker – sämtliche Logiker, ja sogar die Metaphysiker – am Anfang ihres Weges zur Wissenschaft aufhält; das aber auch nicht das ens privativum ist; das vielmehr im strengen Sinne das ist, was Kant auf bewundernswerte Weise – bei der Definition seiner vier Arten des nichts, aus der er so wenig macht – das nihil negativum nennt, das heißt, um seine eigenen Termini zu verwenden, „*leerer Gegenstand ohne Begriff*“, ein leerer Gegenstand, aber fügen wir hinzu: ohne Begriff, ohne dass es möglich wäre, ihn mit Händen zu greifen.34
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C’est pour cela, pour l’introduire, que j’ai dû remettre devant vous le réseau de tout le graphe, à savoir le réseau constitutif du rapport à l’Autre avec tous ses renvois.
Aus diesem Grunde, um es einzuführen, musste ich vor Ihnen wieder das Netz des gesamten Graphen aufspannen, also das Netzwerk, das für die Beziehung zum Anderen konstitutiv ist, mit all seinen Verweisungen.35
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Je voudrais, pour vous mener sur ce chemin, vous paver la voie de fleurs.
Um Sie auf diesen Weg zu bringen, möchte ich Ihnen Blumen darauf streuen.
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Je vais m’y essayer aujourd’hui, je veux dire marquer mes intentions.
Darin will ich mich heute versuchen, will sagen, meine Absichten kenntlich machen.
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Quand je vous dis que c’est à partir de la problématique de l’au-delà de la demande que l’objet se constitue comme objet du désir, je veux dire que c’est parce que l’Autre ne répond pas; sinon que « rien peut-être ? », que « le pire n’est pas toujours sûr »; que le sujet va trouver dans un objet les vertus mêmes de sa demande initiale.
Wenn ich Ihnen sage, dass sich das Objekt als Objekt des Begehrens ausgehend von der Problematik des Jenseits des Anspruchs konstituiert, dann möchte ich damit sagen, dass das Subjekt deshalb, weil der Andere nicht antwortet – außer mit „Nichts vielleicht?“, außer mit „Das Schlimmste ist nicht immer sicher“ –, dass es deshalb in einem Objekt genau die Tugenden seines anfänglichen Anspruchs finden wird.
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Entendez que c’est pour vous paver la voie de fleurs que je vous rappelle ces vérités d’expérience commune, dont on ne reconnaît pas assez la signification, et tâcher de vous faire sentir que ce n’est pas hasard, analogie, comparaison, ni seulement fleurs, mais affinités profondes qui me feront vous indiquer l’affinité, au terme, de l’objet à cet Autre avec un grand A, en tant par exemple qu’elle se manifeste dans l’amour; que le fameux morceau qu’Eliante, dans Le Misanthrope, a repris du De natura rerum de Lucrèce…
« La pâle est aux jasmins en blancheur comparable;
La noire à faire peur, une brune adorable;
La maigre a de la taille et de la liberté;
La grasse est dans son port pleine de majesté;
La malpropre sur soi, de peu d’attraits chargée,
Est mise sous le nom de beauté négligée…» etc.
…|{19} ce n’est rien d’autre que le signe impossible à effacer de ce fait que : l’objet du désir ne se constitue que dans le rapport à l’Autre, en tant que lui-même s’origine de la valeur du trait unaire.
Verstehen Sie, um Ihnen Blumen zu streuen, erinnere ich Sie an diese Wahrheiten der allgemeinen Erfahrung, deren Bedeutung nicht ausreichend erkannt wird, und um zu versuchen, Sie spüren zu lassen, dass es nicht Zufall, Analogie, Vergleich ist, dass es auch nicht nur Blumen sind, sondern tiefgehende Affinitäten, die mich dazu bringen werden, Ihnen die letztliche Affinität des Objekts mit dem Anderen mit großem A aufzuzeigen, insofern sie sich beispielsweise in der Liebe manifestiert; dass die berühmte Passage, die Éliante in Der Menschenfeind aus Lukrez’ De natura rerum übernommen hat –
„Eine mit blassem Gesicht ist weiß wie Jasmin;
eine beängstigend Schwarze ist ein herrliches Dunkelhaar;
eine Magere hat eine schlanke, bewegliche Taille;
eine Dicke hat einen imposanten Wuchs;
eine wenig Anziehende, die auch nicht auf sich hält,
wird als nachlässige Schönheit geführt“ usw.
–, dass dies nichts anderes ist als das unauslöschliche Zeichen dafür, dass das Objekt des Begehrens sich nur in der Beziehung zum Anderen konstituiert, insofern es selbst im Wert des unären Zugs seinen Ursprung hat.36
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Nul privilège dans l’objet, sinon dans cette valeur absurde donnée à chaque trait d’être un privilège.
Das Objekt hat keine Besonderheit, abgesehen von dem absurden Wert, der jedem Zug darin gegeben wird, eine Besonderheit zu sein.
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Que faut-il encore d’autre, pour vous convaincre de la dépendance structurale de cette constitution de l’objet, objet du désir, par rapport à la dialectique initiale du signifiant en tant qu’elle vient échouer sur la non-réponse de l’Autre ? sinon le chemin déjà parcouru par nous de la recherche sadienne, que je vous ai longuement montrée – et si c’est perdu, sachez tout au moins que je me suis engagé à y revenir dans une préface que j’ai promise à une édition de Sade – que nous ne pouvons méconnaître, avec ce que j’appelle ici « l’affinité structurante » de ce cheminement vers l’Autre, en tant qu’il détermine toute institution de l’objet du désir, que nous voyons dans Sade à chaque instant mêlées, tressées l’une avec l’autre l’invective – je dis l’ invective, contre l’Être suprême, sa négation n’étant qu’une forme de l’invective, même si c’en est la négation la plus authentique –, absolument tissées avec ce que j’appellerai, pour en approcher, l’aborder un peu, non pas tant la destruction de l’objet que ce que nous pourrions prendre d’abord pour son simulacre, parce que vous savez l’exceptionnelle |{20} résistance des victimes du mythe sadien à toutes les épreuves par où les fait passer le texte romanesque.
Was braucht es noch, um Sie von der strukturellen Abhängigkeit der Konstituierung des Objekts, des Objekt des Begehrens, von der anfänglichen Dialektik des Signifikanten zu überzeugen, insofern diese schließlich an der Nicht-Antwort des Anderen scheitert, was braucht es noch außer dem von uns bereits durchlaufenen Weg der Sade’schen Forschung, den ich Ihnen ausführlich dargelegt habe (und falls das verloren ist, sollten Sie zumindest wissen, dass ich mich verpflichtet habe, darauf in in einem Vorwort, das ich für eine Sade-Ausgabe zugesagt habe, zurückzukommen), sodass wir nicht verkennen können, mit dem, was ich hier als „strukturierende Affinität“ dieses Weges zum Anderen bezeichne, insofern dieser Weg jede Einsetzung des Objekts des Begehrens determiniert, dass wir bei Sade in jedem Moment miteinander vermischt und verwoben sehen: die Invektive, ich meine die Invektive gegen das Höchste Wesen, dessen Verneinung nur eine Form der Invektive ist, auch wenn sie davon die authentischste Form der Verneinung ist, dass wir sie absolut verwoben sehen mit dem, was ich, um mich anzunähern, um ein wenig heranzukommen, weniger die Zerstörung des Objekts nennen möchte als vielmehr das, was wir zunächst für ihr Simulacrum halten könnten, denn Sie kennen ja die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit der Opfer des Sade’schen Mythos gegenüber sämtlichen Prüfungen, denen sie im Romantext unterzogen werden.37
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Et puis quoi ?
Und dann?
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Qu’est-ce que veut dire cette sorte de transfert à la mère, incarnée dans la Nature, d’une certaine et fondamentale abomination de tous ses actes ?
Was bedeutet diese Art von Übertragung einer gewissen und fundamentalen Abscheulichkeit all seiner Taten auf die Mutter, verkörpert in der Natur?38
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Est-ce que ceci doit nous dissimuler ce dont il s’agit, et qu’on nous dit pourtant : qu’il s’agit, en l’imitant dans ses actes de destruction, et en les poussant jusqu’au dernier terme par une volonté appliquée, de la forcer à recréer autre chose, c’est-à-dire quoi ? redonner sa place au créateur.
Soll uns das verbergen, worum es geht und was uns gleichwohl gesagt wird, dass es darum geht – indem sie in ihren Zerstörungsakten imitiert wird und indem diese Akte durch einen entschlossenen Willen bis zum Äußersten getrieben werden –, sie dazu zu zwingen, etwas anderes zu erschaffen, und zwar was? dass es darum geht, dem Schöpfer seinen Platz zurückzugeben.
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En fin de compte, au dernier terme, Sade l’a dit sans le savoir, il articule ceci, par son énonciation : je te donne ta réalité abominable, à toi le Père, en me substituant à toi dans cette action violente contre la mère.
Im Grunde genommen, am Ende hat Sade es unwissentlich gesagt, er artikuliert dies in seinem Äußerungsakt: Ich gebe dir deine abscheuliche Realität, dir, dem Vater, indem ich mich in dieser gewaltsamen Aktion gegen die Mutter an deine Stelle setze.
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Bien sûr, la restitution mythique de l’objet au rien ne vise pas seulement la victime privilégiée, en fin de compte adorée comme objet du désir, mais la multitude même par millions de tout ce qui est.
Gewiss, die mythische Rückgabe des Objekts ans nichts zielt nicht nur auf das bevorzugte Opfer, das letztlich als Objekt des Begehrens verehrt wird, sondern auf die millionenfache Vielheit von allem, was ist.
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Rappelez-vous les complots antisociaux des héros de Sade : cette restitution de l’objet au rien simule essentiellement l’anéantissement de la puissance signifiante.
Erinnern Sie sich an die antisozialen Verschwörungen von Sades Helden, diese Rückgabe des Objekts ans nichts simuliert im Wesentlichen die Vernichtung der Signifikanten-Macht.
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C’est là l’autre terme contradictoire de ce foncier rapport à l’Autre tel qu’il s’institue dans le désir sadien.
Das ist hier der andere widersprüchliche Terminus dieser grundlegenden Beziehung zum Anderen, wie sie sich im Sade’schen Begehren herstellt.
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Et il est suffisamment indiqué dans le vœu dernier testamentaire de Sade, en tant qu’il vise précisément |{21} ce terme que j’ai spécifié pour vous de la seconde mort, la mort de l’être même, en tant que Sade, dans son testament, spécifie que de sa tombe et intentionnellement de sa mémoire, malgré qu’il soit écrivain, il ne doit littéralement rester pas de trace.
Und in Sades testamentarischem letztem Willen wird sie hinreichend angezeigt, insofern er auf genau den Terminus abzielt, den ich für Sie spezifiziert habe, den des zweiten Todes, der Tod des Seins selbst, insofern Sade in seinem Testament festlegt, dass von seinem Grab und, der Absicht nach, von der Erinnerung an ihn, obwohl er doch Schriftsteller ist, buchstäblich keinerlei Spur bleiben soll.39
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Et le fourré doit être reconstitué sur la place où il aura été inhumé; que de lui essentiellement comme sujet, c’est le pas de trace qui indique là où il veut s’affirmer : très précisément comme ce que j’ai appelé « l’anéantissement de la puissance signifiante ».
Und an der Stelle, an der er begraben sein wird, soll das Dickicht wieder hergestellt werden, sodass für ihn als Subjekt das „keine Spur“ wesentlich ist, was hier zeigt, wo er sich behaupten will, nämlich genau als das, was ich die Vernichtung der Signifikanten-Macht genannt habe.
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S’il y a autre chose que j’ai à vous rappeler ici, pour scander suffisamment la légitimité de l’inclusion nécessaire de l’objet du désir dans ce rapport à l’Autre en tant qu’il implique la marque du signifiant comme tel, je vous la désignerai moins dans Sade que dans un de ses commentaires récents, contemporains les plus sensibles, voire les plus illustres.
Wenn es noch etwas anderes gibt, woran ich Sie hier erinnern muss, um die Berechtigung der notwendigen Inklusion des Objekts des Begehrens in die Beziehung zum Anderen ausreichend zu akzentuieren, insofern diese die Markierung des Signifikanten als solchem impliziert, so werde ich Ihnen das weniger bei Sade aufzeigen als vielmehr in einem seiner sensibelsten neueren aktuellen Kommentare, einem der berühmtesten sogar.
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Ce texte, paru tout de suite après la guerre dans un numéro des Temps Modernes, réédité récemment par les soins de notre ami Jean-Jacques Pauvert dans l’édition nouvelle de la première version de Justine, c’est la préface de Paulhan.
Dieser Text – kurz nach dem Krieg in einem Heft von Les Temps modernes erschienen [sic] und kürzlich wiederveröffentlicht, dank der Bemühungen unseres Freundes Jean-Jacques Pauvert, in der Neuausgabe der ersten Version von Justine –, dieser Text ist das Vorwort von Paulhan.40
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Un texte comme celui-là ne peut nous être indifférent, pour autant que vous suivez ici les détours de mon discours.
Ein Text wie dieser kann uns nicht gleichgültig sein, sofern Sie hier den Windungen meines Diskurses folgen.
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Car il est frappant que ce soit par les seules voies d’une rigueur rhétoricienne, vous le verrez : qu’il n’y a pas d’autre guide au discours de |{22} Paulhan, l’auteur de Fleurs de Tarbes, que le dégagement par lui si subtil – j’entends : par ces voies – de tout ce qui a été articulé jusqu’à présent sur le sujet de la signification du sadianisme, à savoir ce qu’il appelle « complicité de l’imagination sadienne avec son objet », c’est-à-dire la vue de l’extérieur, je veux dire par l’approche qu’en peut faire une analyse littérale, la vue la plus sûre, la plus stricte que l’on puisse donner de l’essence du masochisme, dont justement il ne dit rien ; si ce n’est qu’il nous fait très bien sentir que c’est dans cette voie, que c’est là le dernier mot de la démarche de Sade, non pas à la juger cliniquement, et en quelque sorte du dehors, où pourtant le résultat est manifeste : il est difficile de mieux s’offrir à tous les mauvais traitements de la société que Sade ne l’a fait à chaque instant.
Denn es ist bemerkenswert, dass dies, wie Sie sehen werden, einzig auf den Wegen einer rhetorischen Strenge erfolgt, dass es für den Diskurs von Paulhan, den Autor der Blumen von Tarbes, keine andere Leitlinie gibt, dass seine so subtile Herausarbeitung – ich meine: auf diesen Wegen – von allem, was bis heute zum Thema der Bedeutung des Sadianismus geäußert wurde, nämlich das, was er als „Komplizenschaft der Sade’schen Imagination mit ihrem Objekt“ bezeichnet --; das heißt die Sicht von außen, ich meine durch den Zugang, den eine buchstäbliche Analyse bieten kann, das heißt die sicherste, die strengste Sichtweise, die man vom Wesen des Masochismus haben kann, über den er gerade nichts sagt, außer, dass er uns sehr gut spüren lässt, dass dies der Weg ist, dass dies das letzte Wort über das Vorgehen von Sade ist, nicht um es klinisch und gewissermaßen äußerlich zu beurteilen, wo das Ergebnis doch offensichtlich ist: es ist schwer, sich all den Misshandlungen durch die Gesellschaft besser anzubieten, als Sade es beständig getan hat.41
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Mais ce n’est pas là l’essentiel, l’essentiel étant suspendu, dans ce texte de Paulhan, que je vous prie de lire, qui ne procède que par les voies d’une analyse rhétorique du texte sadien, pour nous faire sentir seulement derrière un voile le point de convergence, en tant qu’il se situe dans ce renversement tout apparent, fondé sur la plus profonde complicité avec ce dont la victime n’est ici en fin de compte que le symbole, marqué d’une sorte de substance absente, de l’idéal des victimes sadiennes : c’est en tant qu’objet que le sujet sadien s’annule.
Aber das ist hier nicht das Wesentliche, da das Wesentliche in der Schwebe bleibt, in diesem Text von Paulhan, den ich Sie zu lesen bitte und der ausschließlich auf den Wegen einer rhetorischen Analyse des Sade’schen Textes voranschreitet, um uns nur hinter einem Schleier den Konvergenzpunkt spüren zu lassen, insofern dieser in der ganz offensichtlichen Verkehrung verortet ist, die auf der tiefsten Komplizenschaft mit dem beruht, wofür das Opfer (victime) hier letztlich nur das Symbol ist, markiert durch eine Art abwesender Substanz, der des Ideals der Sade’schen Opfer – als Objekt annulliert sich das Sade’sche Subjekt.
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En quoi effectivement il rejoint |{23} ce qui phénoménologiquement nous apparaît alors dans les textes de Masoch, à savoir que le terme, que le comble de la jouissance masochiste n’est pas tellement dans le fait qu’elle s’offre à supporter ou non telle ou telle douleur corporelle, mais dans cet extrême singulier, que dans les livres vous retrouverez toujours dans les textes petits ou grands de la fantasmagorie masochiste, à savoir cette annulation à proprement parler du sujet en tant qu’il se fait pur objet.
Worin es sich effektiv mit dem trifft, was uns dann phänomenologisch in den Texten von Masoch erscheint, dass nämlich der Endpunkt, der Gipfel der masochistischen Jouissance nicht so sehr darin besteht, dass sie sich dafür anbietet, diesen oder jenen körperlichen Schmerz zu ertragen oder nicht zu ertragen, sondern in jenem einzigartigen Extrem, das Sie in den Büchern stets wiederfinden werden, in den kleinen oder großen Texten der masochistischen Phantasmagorie, nämlich die regelrechte Annullierung des Subjekts, indem es sich zu einem reinen Objekt macht.
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Il n’y a à cela de terme, que le moment où le roman masochiste, quel qu’il soit, en arrive à ce point qui du dehors peut paraître tellement superflu, voire de fioritures, de luxe, qui est à proprement parler qu’il se forge lui-même, ce sujet masochiste, comme étant l’objet d’un marchandage, ou très exactement d’une vente entre les deux autres qui se le passent comme un bien.
Ein Ende findet das erst in dem Augenblick, in dem der masochistische Roman, welcher auch immer, jenen Punkt erreicht, der von außen betrachtet als ganz überflüssig erscheinen mag, ja als Ausschmückung, als Luxus, und der eben genau darin besteht, dass das masochistische Subjekt sich selbst zum Gegenstand eines Handels macht oder sehr genau eines Verkaufs zwischen den beiden anderen, die es sich als Ware weiterreichen.42
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Bien vénal et, observez-le, même pas fétiche, car le dernier terme s’indique dans le fait que c’est un bien vil, vendu pour pas cher, un bien qu’il n’y aura même pas lieu de préserver comme l’esclave antique qui au moins se constituait, s’imposait, au respect par sa valeur marchande.
Ein käufliches Gut und, beachten Sie das, nicht einmal ein Fetisch, denn der Endpunkt wird dadurch angezeigt, dass es sich um ein minderwertiges Gut handelt, billig verkauft, ein Gut, bei dem es nicht einmal darum geht, es in gutem Zustand zu erhalten, wie beim antiken Sklaven, der zumindest durch seinen Warenwert Respekt erlangte, Respekt abnötigte.
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Tout ceci, ces détours, ce chemin pavé des Fleurs de Tarbes précisément, ou des fleurs littéraires, pour bien vous marquer ce que je veux dire quand je parle de ce que j’ai, pour vous, accentué, à savoir la perturbation profonde de la jouissance, en tant que la jouissance se définit, |{24} par rapport à la Chose, par la dimension de l’Autre comme tel, en tant que cette dimension de l’Autre se définit par l’introduction du signifiant.
All dies, diese Windungen, dieser Weg, der bestreut ist mit eben jenen Blumen von Tarbes oder mit literarischen Blumen, um Ihnen deutlich zu machen, was ich meine, wenn ich über das spreche, was ich für Sie hervorgehoben habe, nämlich die tiefgreifende Störung des Genießens, insofern das Genießen, im Verhältnis zum Ding, durch die Dimension des Anderen als solchem definiert ist, wobei diese Dimension des Anderen durch die Einführung des Signifikanten definiert ist.
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Encore trois petits pas en avant, et puis je remettrai à la prochaine fois la suite de ce discours, dans la crainte que vous ne sentiez trop quelle fatigue grippale m’habite aujourd’hui.
Noch drei kleine Schritte, und dann werde ich die Fortsetzung dieser Ausführungen auf das nächste Mal verschieben, da ich fürchte, dass Sie nur allzu sehr spüren, welche grippale Erschöpfung mich heute heimsucht.
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Jones est un curieux personnage dans l’histoire de l’analyse.
Jones ist in der Geschichte der Analyse eine merkwürdige Figur.43
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Par rapport à l’histoire de l’analyse, ce qu’il impose à mon esprit, je vous le dirai tout de suite, pour continuer ce chemin de fleurs d’aujourd’hui, c’est : quelle diabolique volonté de dissimulation il pouvait bien y avoir chez Freud pour avoir confié à ce rusé gallois, comme tel à trop courte vue pour qu’il n’aille pas trop loin dans le travail qui lui était confié : le soin de sa propre biographie.
Was mir bei ihm zur Geschichte der Analyse in den Sinn kommt, möchte ich, Ihnen, um den heutigen Blumenweg fortzusetzen, sogleich sagen, und zwar, welchen diabolischen Willen zur Verstellung muss es bei Freud wohl gegeben haben, um diesem durchtriebenen Waliser – als solcher zu kurzsichtig, auf dass er in der Arbeit, die ihm anvertraut wurde, nicht zu weit gehe – die Besorgung seiner eigenen Biografie anzuvertrauen.44
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C’est là, dans l’article sur le symbolisme que j’ai consacré à l’œuvre de Jones – ce qui ne signifie pas simplement le désir de clore mon article sur une bien bonne –, ce que signifie ce sur quoi j’ai conclu, à savoir la comparaison de l’activité du rusé gallois avec le travail du ramoneur.
Hier, in dem Artikel über Symbolik, den ich dem Werk von Jones gewidmet habe, was nicht einfach den Wunsch bedeutet, meinen Artikel mit einem Witz zu beenden, bedeutet es das, womit ich geendet habe, nämlich mit dem Vergleich der Aktivität des durchtriebenen Walisers mit der Arbeit des Schornsteinfegers.45
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Il a en effet fort bien ramoné tous les tuyaux, et on pourra me rendre cette justice que dans ledit article, je l’ai suivi dans tous les détours de la cheminée, jusqu’à sortir avec lui tout noir par la porte qui débouche sur le salon, comme vous vous le rappelez peut-|{25}être.
Er hat tatsächlich alle Rohre gründlich gefegt, und man möge mir zugestehen, dass ich ihm in diesem Artikel durch sämtliche Windungen des Schornsteins gefolgt bin, um schließlich mit ihm ganz schwarz bei der Tür, die in die gute Stube führt, herauszukommen, wie Sie sich vielleicht erinnern.46
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Ce qui m’a valu de la part d’un autre membre éminent de la Société analytique, un de ceux que j’apprécie et aime le plus, gallois aussi, l’assurance dans une lettre qu’il ne comprenait vraiment absolument rien à l’utilité que je croyais apparemment trouver dans cette minutieuse démarche.
Was mir von Seiten eines anderen angesehenen Mitglieds der Analytischen Gesellschaft – einem von jenen, die ich am meisten schätze und mag, ebenfalls ein Waliser – in einem Brief die Versicherung einbrachte, dass er nun wirklich gar nicht verstehe, welchen Nutzen ich in diesem akribischen Vorgehen offenbar zu sehen glaubte.
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Jones n’a jamais rien fait de plus dans sa biographie, pour marquer quand même un peu ses distances, que d’apporter une petite lumière extérieure, à savoir les points où la construction freudienne se trouve en désaccord, en contradiction avec l’évangile darwinien, ce qui est tout simplement de sa part une manifestation proprement grotesque de supériorité chauvine.
Um dann doch ein wenig seine Distanz anzuzeigen, hat Jones in seiner Biografie niemals mehr getan als ein bisschen Licht von außen hereinzulassen, nämlich die Punkte, an denen die Freud’sche Konstruktion mit dem Darwin’schen Evangelium nicht vereinbar ist und ihm widerspricht, was seinerseits ganz schlicht eine geradezu groteske Bekundung chauvinistischer Überlegenheit ist.47
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Jones donc, au cours d’une œuvre dont le cheminement est passionnant en raison de ses méconnaissances mêmes, à propos spécialement du stade phallique et de son expérience exceptionnellement abondante des homosexuelles féminines, Jones rencontre le paradoxe du complexe de castration qui constitue assurément le meilleur de tout ce à quoi il a adhéré – et bien fait d’adhérer – pour articuler son expérience, et où littéralement il n’a jamais pénétré de ça ! [geste de la main].
Jones also – im Verlauf eines Werkes, dessen Entwicklung gerade wegen seiner Missverständnisse spannend ist, insbesondere in Bezug auf die phallische Phase, und aufgrund seiner außergewöhnlich reichen Erfahrung mit weiblichen Homosexuellen –, Jones stößt auf die Paradoxie des Kastrationskomplexes, was sicherlich das Beste von allem bildet, wofür er eingetreten ist – und zu Recht eingetreten ist –, um seine Erfahrung zu artikulieren und worin er buchstäblich niemals auch nur so weit eingedrungen ist. [Handbewegung]
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La preuve, c’est l’introduction de ce terme, certes maniable, à condition qu’on sache quoi en faire, à savoir qu’on sache y repérer ce qu’il ne faut pas faire, pour comprendre la castration, le terme d’aphanisis.
Der Beweis ist die Einführung dieses Terminus – der sicherlich brauchbar ist, vorausgesetzt, man weiß, was man damit macht, also dass man erkennt, was man damit nicht tun sollte –, um die Kastration zu begreifen, des Terminus Aphanisis.48
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Pour définir le sens de ce que je peux appeler, sans rien forcer ici, |{26} l’effet de l’Œdipe, Jones nous dit quelque chose qui ne peut mieux se situer dans notre discours : ici il se trouve, qu’il le veuille ou non, partie prenante de ce que l’Autre, comme je vous l’ai articulé la dernière fois, interdit l’objet ou le désir.
Um die Bedeutung dessen zu definieren, was ich, ohne hier etwas zu forcieren, den Ödipuseffekt nennen kann, sagt Jones uns etwas, das gar nicht besser in unseren Diskurs passen könnte: er nimmt hier, ob er will oder nicht, Partei dafür, dass der Andere, wie ich Ihnen beim letzten Mal erläutert habe, das Objekt oder das Begehren untersagt.49
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Mon ou est – ou a l’air d’être – exclusif.
Mein „oder“ ist – oder scheint – exklusiv.
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Pas tout à fait.
Nicht ganz.
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Ou tu désires ce que je désirais, moi, le Dieu mort, et il n’y a plus d’autre preuve – mais elle suffit – de mon existence, que ce commandement qui t’en défend l’objet, ou plus exactement, qui te le fait constituer dans la dimension du perdu : tu ne peux plus – quoi que tu fasses – qu’en retrouver un autre, jamais celui-là.
„Entweder du begehrst, was ich, der tote Gott, begehrt habe, und für meine Existenz gibt es keinen anderen Beweis mehr– der jedoch genügt – als dieses Gebot, welches dir sein Objekt verwehrt“, oder genauer, „welches es dich in der Dimension des Verlorenen konstituieren lässt: du kannst nicht mehr tun – was auch immer du tun magst –, als ein anderes stattdessen zu finden, niemals dieses da.“
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C’est l’interprétation la plus intelligente que je puisse donner à ce pas que franchit allègrement Jones, et je vous assure tambour battant !
Das ist die intelligenteste Deutung, die ich dem Schritt geben kann, den Jones munter geht, und zwar mit wehenden Fahnen, das können Sie mir glauben.
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Quant il s’agit de marquer l’entrée de ces homosexuelles dans le domaine soufré qui sera dès lors leur habitat : ou l’objet, ou le désir, je vous assure que ça ne traîne pas !
Wenn es darum geht, den Eintritt der homosexuellen Frauen in das schweflige Reich zu markieren, das fortan ihre Heimstatt sein wird: entweder das Objekt oder das Begehren, dann kann ich Ihnen versichern, dass es da kein Zögern gibt.
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Si je m’y arrête, c’est pour donner à ce choix – vel… vel… – la meilleure interprétation, c’est-à-dire que j’en rajoute, je fais parler au mieux mon interlocuteur.
Wenn ich hier innehalte, dann deshalb, um dieser Wahl, dem [lat.] vel – vel, die bestmögliche Deutung zu geben, das heißt, dass ich übertreibe, ich lasse meinen Gesprächspartner möglichst gut sprechen.
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Ou tu renonces au désir, nous dit Jones.
„Oder du verzichtest auf das Begehren“, sagt uns Jones.
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Quand on le dit vite, ça peut avoir l’air d’aller de soi, d’autant qu’auparavant on nous a donné l’occasion du repos de l’âme, et du même coup de la comprenoire, en nous traduisant la castration comme |{27} aphanisis.
Wenn man das schnell sagt, kann es als selbstverständlich erscheinen, zumal man uns zuvor die Gelegenheit gab zur Erholung der Seele und zugleich des Gripskastens, als man uns die Kastration als Aphanisis übersetzte.
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Mais qu’est-ce que ça veut dire, de renoncer au désir ?
Aber was soll das heißen, auf das Begehren zu verzichten?
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Est-ce que c’est tellement tenable, cette aphanisis du désir, si nous lui donnons cette fonction, comme dans Jones, de sujet de crainte ?
Ist das wirklich haltbar, diese Aphanisis des Begehrens, wenn wir ihr, wie bei Jones, die Funktion geben, Gegenstand einer Furcht zu sein?
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Est-ce que c’est même concevable d’abord dans le fait d’expérience, au point où Freud le fait entrer en jeu dans une des issues possibles et, je l’accorde, exemplaire, du conflit œdipien, celui de l’homosexuelle féminine ?
Ist das überhaupt denkbar, vor allem auf dem Gebiet der Erfahrung – an dem Punkt, an dem Freud sie bei einem der möglichen und, da stimme ich zu, exemplarischen Ausgänge des ödipalen Konflikts ins Spiel bringt –, nämlich bei der weiblichen Homosexuellen?
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Regardons-y de près.
Schauen wir näher hin.
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Ce désir qui disparaît, à quoi, sujet, tu renonces, est-ce que notre expérience ne nous apprend pas que ça veut dire que, dès lors, ton désir va être si bien caché qu’il peut un temps paraître absent ?
Dieses Begehren, das verschwindet, auf welches du, Subjekt, verzichtest – lehrt unsere Erfahrung uns denn nicht, dass dies heißt, dass dein Begehren fortan so gut verborgen sein wird, dass es eine Zeitlang abwesend zu sein scheint?
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Disons même, à la façon de notre surface du cross-cap ou de la mitre : il s’inverse dans la demande.
Wir könnten sogar sagen, in der Art unserer Cross-cap- oder Mitra-Fläche: es verkehrt sich in den Anspruch.
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Et nous savons que c’est aussi ce que fait l’homosexuel : il s’inverse dans le cycle de la demande.
Und wir wissen, dass es auch das ist, was der Homosexuelle tut: er verkehrt sich im Zyklus des Anspruchs.50
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La demande ici, une fois de plus, reçoit son propre message sous une forme inversée.
Der Anspruch empfängt hier ein weiteres Mal seine eigene Botschaft in umgekehrter Form.
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Mais en fin de compte qu’est-ce que ça veut dire, ce désir caché ? sinon ce que nous appelons et découvrons dans l’expérience comme désir refoulé.
Aber was will das letztlich besagen, dieses verborgene Begehren, wenn nicht das, was wir bezeichnen und in der Erfahrung entdecken: als verdrängtes Begehren.
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Il n’y a en tout cas qu’une seule chose que nous savons fort bien que nous ne trouverons jamais dans le sujet, c’est la crainte du refoulement en tant que tel, au moment même où il s’opère, dans son instant.
Jedenfalls gibt es nur eine Sache, von der wir sehr gut wissen, dass wir sie im Subjekt niemals finden werden, nämlich die Furcht vor der Verdrängung als solcher, in eben dem Moment, in dem sie sich vollzieht, in ihrem Geschehen.
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S’il s’agit dans l’aphanisis de quelque chose qui concerne le désir, il est arbitraire, étant |{28} donné la façon dont notre expérience nous apprend à le voir se dérober, il est impensable qu’un analyste articule que dans la conscience puisse se former quelque chose qui serait la crainte de la disparition du désir.
Wenn es bei der Aphanisis um etwas geht, das mit dem Begehren zu tun hat, dann ist es willkürlich; angesichts der Art und Weise, wie unsere Erfahrung uns zeigt, wie es sich entzieht, ist undenkbar, dass ein Analytiker artikuliert, im Bewusstsein könne sich so etwas wie die Furcht vor dem Verschwinden des Begehrens bilden.
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Là où le désir disparaît, c’est-à-dire dans le refoulement, le sujet est complètement inclus, non détaché de cette disparition.
Da, wo das Begehren verschwindet, das heißt in der Verdrängung, ist das Subjekt in dieses Verschwinden völlig eingeschlossen, nicht davon abgelöst.
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Et nous le savons : l’angoisse, si elle se produit, n’est jamais de la disparition du désir, mais de l’objet qu’il dissimule, de la vérité du désir, ou si vous voulez encore, de ce que nous ne savons pas du désir de l’Autre.
Und wir wissen, wenn sich Angst einstellt, ist das niemals Angst vor dem Verschwinden des Begehrens, sondern vor dem Objekt, das sich dahinter verbirgt, vor der Wahrheit des Begehrens, oder, wenn Sie so wollen, vor dem, was wir über das Begehren des Anderen nicht wissen.
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Toute interrogation de la conscience concernant le désir comme pouvant défaillir ne peut être que complicité – [lat.] conscius veut dire complice d’ailleurs, ce en quoi ici l’étymologie reprend sa fraîcheur dans l’expérience –, et c’est bien pour cela que je vous ai rappelé tout à l’heure, dans mon chemin pavé de fleurs, le rapport de l’éthique sadienne avec son objet.
Jede Befragung des Bewusstseins, die sich auf das Begehren als etwas bezieht, das nachlassen könnte, kann nur Komplizenschaft sein – [lat.] conscius bedeutet übrigens mitschuldig (complice), womit hier die Etymologie in der Erfahrung ihre Frische zurückgewinnt –, und eben deshalb habe ich Sie vorhin, auf meinem mit Blumen bestreuten Weg, an die Beziehung der Sade’schen Ethik zu ihrem Objekt erinnert.
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C’est ce que nous appelons l’ambivalence, l’ambiguïté, la réversibilité de certains couples pulsionnels.
Das ist das, was wir Ambivalenz nennen, Ambiguität, Reversibilität bestimmter Triebpaare.51
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Mais nous n’en voyons pas – à simplement dire cela de cet équivalent : que ça se retourne, que le sujet se fait objet et l’objet sujet –, nous n’en saisissons pas le véritable ressort qui implique toujours cette référence au grand Autre où tout ceci prend son sens.
Damit sehen wir jedoch nicht – wenn wir über ein solches Äquivalent einfach nur sagen, dass sich das umdreht, dass das Subjekt Objekt wird und das Objekt Subjekt –, damit erfassen wir nicht die wahrhafte Triebfeder, die stets den Bezug zum großen Anderen impliziert, wo all dies seinen Sinn erhält.
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Donc, l’aphanisis expliquée comme source de l’angoisse dans le complexe de castration est à |{29} proprement parler une exclusion du problème.
Wenn die Aphanisis als Quelle der Angst im Kastrationskomplex erklärt wird, ist das also streng genommen ein Ausschließen des Problems.
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Car la seule question qu’ait à se poser ici un théoricien analyste… dont on comprend fort bien qu’il ait en effet une question à se poser, car le complexe de castration reste jusqu’à présent une réalité non complètement élucidée …la seule question qu’il a à se poser, c’est celle qui part de ce fait bienheureux que, grâce à Freud, qui lui a légué sa découverte à un stade bien plus avancé que le point où il peut, lui, théoricien de l’analyse, parvenir, la question est de savoir pourquoi l’instrument du désir, le phallus, prend cette valeur si décisive.
Denn die einzige Frage, die sich hier ein Analytiker als Theoretiker stellen sollte – wobei wir durchaus verstehen, dass er sich tatsächlich eine Frage zu stellen hat, denn der Kastrationskomplex bleibt bis heute eine Realität, die nicht vollständig geklärt ist –, die einzige Frage, die er sich stellen muss, ist diejenige, die von dem glücklichen Umstand ausgeht, dass – dank Freud, der ihm seine Entdeckung in einem Stadium hinterlassen hat, das weit über den Punkt hinausgeht, den er als Theoretiker der Analyse erreichen kann –, dass die Frage die ist, warum das Instrument des Begehrens, der Phallus, diesen so entscheidenden Wert annimmt.
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Pourquoi c’est lui, et non pas le désir qui est impliqué dans une angoisse, dans une crainte dont il n’est tout de même pas vain, à propos du terme d’aphanisis, que nous ayons fait témoignage, pour ne pas oublier que toute angoisse est angoisse de rien, en tant que c’est du „rien peut-être?“ que le sujet doit se rambarder.
Warum ist er es, und nicht das Begehren, der in eine Angst verwickelt ist, in eine Furcht, bei der es jedoch, bezogen auf den Ausdruck Aphanisis, nicht überflüssig ist, dass wir bezeugt haben – um nicht zu vergessen, dass jede Angst eine Angst vor nichts ist –, inwiefern es das „nichts vielleicht?“ ist, wogegen das Subjekt sich wappnen muss.
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Ce qui veut dire que, pour un temps c’est pour lui la meilleure hypothèse : « rien peut-être à craindre ».
Was heißt, dass dies für es eine gewisse Zeit lang die beste Hypothese ist: „nichts vielleicht zu befürchten“.
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Pourquoi est-ce là que vient surgir la fonction du phallus ? là où en effet tout serait sans lui si facile à comprendre, malheureusement d’une façon tout à fait extérieure à l’expérience ?
Warum taucht hier die Funktion des Phallus auf, hier, wo doch ohne ihn alles so leicht zu begreifen wäre, leider auf eine Weise, die ganz außerhalb der Erfahrung liegt?
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Pourquoi la chose du phallus, pourquoi le phallus vient-il comme mesure, au moment où il s’agit de quoi ? du vide inclus au cœur de la demande, c’est-à-dire de l’au-|{30}delà du principe du plaisir, de ce qui fait de la demande sa répétition éternelle, c’est-à-dire de ce qui constitue la pulsion.
Warum die Sache mit dem Phallus, warum wird der Phallus zum Maßstab, und dies in dem Moment, in dem es um was geht? um die Leere, die im Inneren des Anspruchs enthalten ist, das heißt um das Jenseits des Lustprinzips, um das, was aus dem Anspruch seine ewige Wiederholung macht, das heißt um das, was den Trieb konstituiert.52
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Une fois de plus nous voici ramenés à ce point, que je ne dépasserai pas aujourd’hui : que le désir se construit sur le chemin d’une question qui le menace, et qui est du domaine du n’être que vous me permettrez d’introduire ici avec ce jeu de mots.
Wieder einmal gelangen wir an den Punkt, über den ich heute nicht hinauskommen werde: dass das Begehren auf dem Weg einer Frage konstruiert wird, die es bedroht und die zum Bereich des n’être / naître gehört, des Nicht-Seins / des Geboren-Werdens, das Sie mir hier mit diesem Wortspiel einzuführen gestatten mögen.53
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Une réflexion terminale m’a été suggérée ces jours-ci, avec la présentification toujours quotidienne de la façon dont il convient d’articuler décemment et non pas seulement en ricanant les principes éternels de l’Église, ou les détours vacillants des diverses lois nationales sur le birth control.
Eine abschließende Überlegung drängte sich mir in diesen Tagen auf, als mir Tag für Tag vor Augen geführt wurde, wie man die ewigen Prinzipien der Kirche oder die wechselnden Weg der verschiedenen nationalen Gesetze über die birth control auf angemessene Weise artikulieren sollte und nicht nur, indem man sich darüber lustig macht.54
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À savoir : que la première raison d’être, dont aucun législateur jusqu’à présent n’a fait état, pour la naissance d’un enfant, c’est qu’on le désire.
Nämlich dass der wichtigste Grund für die Geburt eines Kindes, den kein Gesetzgeber bislang herausgestellt hat, darin besteht, dass man es begehrt.
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Et que nous qui savons bien le rôle de ceci, qu’il a été ou non désiré, sur tout le développement du sujet ultérieur, il ne semble pas que nous ayons éprouvé le besoin de rappeler, pour l’introduire, le faire sentir à travers cette discussion ivre, qui oscille entre les nécessités utilitaires évidentes d’une politique démographique et la crainte angoissante, ne l’oubliez pas, des abominations qu’éventuellement l’eugénisme nous promettrait et qui serait la conséquence d’une telle possibilité de choisir.
Und dass wir – die wir gut wissen, welche Rolle es für die gesamte spätere Entwicklung des Subjekts spielt, ob es begehrt wurde oder nicht –, es scheint nicht , dass wir das Bedürfnis verspürt hätten, daran zu erinnern, um es einzuführen, um es spürbar zu machen in dieser trunkenen Diskussion, die da schwankt zwischen den offensichtlichen utilitären Notwendigkeiten einer Bevölkerungspolitik und der beängstigenden Furcht, vergessen Sie das nicht, vor den Gräueln, die eine Eugenik, die die Konsequenz einer solchen Wahlmöglichkeit wäre, uns eventuell versprechen würde.
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C’est un premier pas, un tout petit pas, mais un pas essentiel et combien, à mettre à l’épreuve, vous |{31} le verrez, départageant, que de faire remarquer le rapport constituant, effectif dans toute destinée future, soi-disant à respecter comme le mystère essentiel de l’être à venir, qu’il ait été désiré, et pourquoi.
Das ist ein erster Schritt, ein ganz kleiner Schritt, jedoch ein wesentlicher Schritt, und wie entscheidend, werden Sie sehen, wenn Sie ihn erproben, nämlich auf die für jedes künftige Schicksal konstitutive, effektive Beziehung aufmerksam zu machen, die sozusagen als das wesentliche Geheimnis des kommenden Daseins zu respektieren ist: dass es begehrt worden ist und warum.
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Rappelez-vous qu’il arrive souvent que le fond du désir d’un enfant c’est simplement ceci, que personne ne dit : qu’il ne soit comme pas un, qu’il soit ma malédiction sur le monde.
Erinnern Sie sich daran, dass es häufig vorkommt, dass der Grund für das Begehren nach einem Kind einfach dies ist, dass niemand sagt, dass es wie kein anderes sei, dass es mein Fluch über die Welt sei.
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Anmerkungen
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algebraische Topologie: Auf diesen Zweig der Topologie hatte sich Lacan bereits in der vorhergehenden Sitzung mit dem Begriff der Fundamentalgruppe bezogen (vgl. 21. März 1962, S. {1}). Vgl. etwa Jean Dieudonné: A history of algebraic and differential topology. 1900 –1960. Birkhäuser, Boston 2009.
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Torus: Ein Torus kann in der Topologie auf zwei verschiedenen Weisen untersucht werden, er kann auf seine Oberfläche reduziert werden (sogenannter Hohltorus), es können aber auch die Punkte berücksichtigt werden, die sich sozusagen innerhalb des Schlauchs befinden (sogenannter Volltorus).
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die geschlossenen Flächen: Geschlossene Flächen sind Flächen ohne Rand, also Flächen, auf denen man gewissermaßen beliebig weit laufen kann, ohne an eine Kante zu kommen. Sphäre und Torus sind Beispiele für geschlossene Flächen. Bringt man in einer Sphäre ein Loch an oder zerschneidet man einen Torus entlang einem „vollen“ oder „leeren“ Kreis, erhält man Flächen mit Rand.
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Knotentheorie: Dies ist Lacans erster Hinweis auf die Knotentheorie, die ab Seminar 20, Encore (1972/73), für die Entwicklung seiner Theorie grundlegend sein wird.
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Torus als Sphäre mit Henkel: Vgl. Sitzungen vom 14. März 1962, S. {21}, und vom 21. März 1962, S. {9}.
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dass die Außenfläche (…) in Kontinuität mit der Innenseite steht: Diese Eigenschaft hat sowohl eine Kreuzhaube als auch eine Klein’sche Flasche.
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Papierstreifen: Dies ist Lacans erster Verweis auf das Möbiusband, eine Fläche mit nur einer Kante und nur einer Seite. Im weiteren Verlauf des Identifizierungs-Seminars wird es mit dem gespaltenen Subjekt gleichgesetzt werden (Sitzung vom 13. Juni 1962).
Wenn man eine Kreuzhaube durch einen Schnitt in Form einer Innenacht um den (als Loch aufgefassten) Zentralpunkt herum zerschneidet, zerfällt sie in ein Möbiusband und eine gelochte Scheibe.

(Diagramm aus: Juan-David Nasio: Introduction à la topologie de Lacan. Payots et Rivages, Paris 2010, S. 89, geändert.)
Das Möbiusband entspricht dem gespaltenen Subjekt, die Scheibe dem Objekt a und das Loch in der Scheibe dem Phallus bzw. der Kastration. Dies entspricht der Struktur des Phantasmas, wie sie durch die Formel $ ◊ a dargestellt wird:
$ (gespaltenes Subjekt): Möbiusband,
◊ (Raute): Innenacht-Schnitt,
a (Objekt a): Scheibe.Vgl. hierzu auf dieser Website den Artikel Die Kreuzhaube und die Struktur des Phantasmas.
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das Insistieren des repetitiven Anspruchs des Neurotikers: Vgl. Sitzung vom 7. März 1962, S. {8], S. {15–24}.
Frühere Bemerkungen in diesem Seminar zum Wiederholungszwang:
– Im Unbewussten finden wir die bedeutsame Wiederholung, die uns von „wohlgeformten Gedanken“, wie man sagt, zu einer Gedankenverkettung führt, die uns entgeht. (Vgl. 10. Januar 1962, S. {19 f.})
– Beim Wiederholungszwang wiederholt sich ein Verhalten, um einen verdrängten Signifikanten hochkommen zu lassen (vgl. 13. Dezember 1961, S. {19 f.}). Der Wiederholungszwang ist der Versuch, einen Signifikanten wieder auftauchen zu lassen, der die Funktion hat, die Differenz einzuführen, den Unterschied, die Einzigkeit (vgl. 20. Dezember 1961, S. {1 f.}).
– Dies ist das Geheimnis des Traumas: dass sich einmal etwas ereignet hat, dass die Form a angenommen hat, und dass die Wiederholung eines bestimmten Verhaltens, beispielsweise eines hysterischen Anfalls, dazu da ist, das Zeichen a wieder auftauchen zu lassen, eine Nummer, die für das Subjekt verloren ist. (Vgl. 20. Dezember 1961, S. {1 f.})
– Das Subjekt wurde durch eine der Runden der Wiederholung „markiert“, dies ist das ursprüngliche Unäre, seine signifikante Einzigkeit. Es beginnt nun die Wiederholung mit der Absicht, durch eine seiner Runden das ursprüngliche Unäre, seine signifikante Einzigkeit, wieder auftauchen zu lassen. (Vgl. 7. März 1962, S. {8})
– Der verdrängte Signifikant ist charakterisiert durch seine Einzigkeit, in diesem Sinne bezieht er sich auf ein „Trauma“ (13. Dezember 1961, S. {19}). Der unäre Zug bezeichnet die Einzigkeit einer Runde in der Wiederholung. (Vgl. 7. März 1962, S. {7})
– Der verdrängte Signifikant, auf den sich die Wiederholung bezieht, ist ein „Buchstabe“ (vgl. 13. Dezember 1961, S. {19} ).
– Das sich wiederholende Verhalten „präsentifiziert“ den abwesenden Signifikanten. (Vgl. 13. Dezember 1961, S. {19 f.})
– Der Zusammenhang von ursprünglichem Unärem und Wiederholung ist koextensiv mit der Struktur des Subjekts, wenn es im Freud’schen Sinne als wiederholend begriffen wird (vgl. 7. März 1962, S. {8}).
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passive: Hier gibt es möglicherweise einen Hörfehler; Roussan notiert am Rand: <facile?>.
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Metapher und Metonymie: Vgl. J. Lacan: Das Drängen des Buchstabens im Unbewussten oder die Vernunft seit Freud (1957). In: Ders.: Schriften. Band I.Vollständiger Text. Übersetzt von Hans-Dieter Gondek. Turia und Kant, Wien 2016, S. 582–626.
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Das Symbol ∩ wird nicht in der Logik, sondern in der Mengenlehre verwendet, für die Elemente, die zwei Mengen gemeinsam sind.
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Auffällig ist, dass in dieser Figur an den Überkreuzungsstellen kenntlich gemacht wird, welcher Ring oben liegt und welcher unten. Dies ist die übliche Darstellungsweise in der Knotentheorie; die beiden Euler-Kreise sind damit zu einer Verschlingung von zwei Knoten geworden, zu einem Hopf-Link. Offenbar macht sich hier Lacans Beschäftigung mit der Knotentheorie bemerkbar (auf die er S. {3} hingewiesen hatte). Die beiden ineinandergreifen Tori, auf die er sich in der Sitzung vom 14. März 1962 bezogen hatte, S. {18 f.}, lässt sich als Verschlingung von zwei Knoten deuten.
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Die elementare Verbindung zwischen Begehren und Anspruch ist also die Wiederholung: Das Subjekt konstituiert das Begehren durch Wiederholung eines Anspruchs.
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einverleibt: Freud verwendet den Ausdruck zum ersten Mal an dieser Stelle:
„Eine erste solche prägenitale Sexualorganisation ist die orale oder, wenn wir wollen, kannibalische. Die Sexualtätigkeit ist hier von der Nahrungsaufnahme noch nicht gesondert, Gegensätze innerhalb derselben nicht differenziert. Das Objekt der einen Tätigkeit ist auch das der anderen, das Sexualziel besteht in der Einverleibung des Objektes, dem Vorbild dessen, was späterhin als Identifizierung eine so bedeutsame psychische Rolle spielen wird.“
(Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, Ergänzung von 1914, GW 5, S. 98, Hervorhebungen von Freud)Weitere Verwendungen von „Einverleibung“ bzw. „einverleiben“ findet man hier: Trauer und Melancholie (1917), GW 10, S. 436; Massenpsychologie und Ich-Analyse (1921), GW 13, S. 116; Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1933), GW 15, S. 69.
Introjiziert: Der Terminus Introjektion wurde von Sándor Ferenczi in die Psychoanalyse eingeführt (in: S. Ferenczi: Introjektion und Übertragung. Eine psychoanalytische Studie. In: Jahrbuch für psychoanalytische und psychologische Forschungen, Bd. I, 1909, S. 422–457; Nachdruck bei Deuticke, Leipzig u.a. 1910, im Internet hier). Freud übernimmt den Begriff von Ferenczi; dies ist Freuds erste Verwendung:
„Es nimmt die dargebotenen Objekte, insofern sie Lustquellen sind, in sein Ich auf, introjiziert sich dieselben (nach dem Ausdrucke Ferenczis) und stößt anderseits von sich aus, was ihm im eigenen Innern Unlustanlaß wird. (Siehe später den Mechanismus der Projektion.)“
(Triebe und Triebschicksale, 1915, GW 10, S. 228)
In Massenpsychologie- und Ich-Analyse (1921) stellt Freud die Verbindung zwischen Introjektion und Identifizierung her:
„Das aus diesen drei Quellen Gelernte können wir dahin zusammenfassen, daß erstens die Identifizierung die ursprünglichste Form der Gefühlsbindung an ein Objekt ist, zweitens daß sie auf regressivem Wege zum Ersatz für eine libidinöse Objektbindung wird, gleichsam durch Introjektion des Objekts ins Ich, und daß sie drittens bei jeder neu wahrgenommenen Gemeinsamkeit mit einer Person, die nicht Objekt der Sexualtriebe ist, entstehen kann. Je bedeutsamer diese Gemeinsamkeit ist, desto erfolgreicher muß diese partielle Identifizierung werden können und so dem Anfang einer neuen Bindung entsprechen.“ (GW 13, S. 118)
Der Gegensatz von Projektion und Introjektion wird dann zentral für Melanie Klein werden (Analysantin und Schülerin von Ferenczi).
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des mystischen Leibes: Hierauf hatte Lacan sich bereits in der Sitzung vom 14. März 1962, S. {3}, bezogen.
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Körperlichkeit der Kirche: In Massenpsychologie und Ich-Analyse stellt Freud Kirche und Heer als Beispiele für organisierte Massen vor, dabei stellt er allerdings keine direkte Beziehung zwischen Kirche und Körper her, er verweist nur allgemein auf „libidinöse Bindungen“.
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notwendige Bedingungen unserer Erfahrung: Anspielung auf Kants Transzendentalphilosophie als Wissenschaft von den notwendigen Bedingungen der Erfahrung.
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zweite Form der Identifizierung: Die Identifizierung, die der neurotischen Symptombildung zugrunde liegt: Übernahme des Leidenssymptoms der geliebten oder gehassten Person (eines „einzigen Zugs“) im Rahmen des Ödipuskomplexes (vgl. Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse, 1921, GW 13, S. 116 f.).
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Shackleton: Ernest Shackleton (1874–1924), britischer Antarktisforscher. In dessen Bericht über die Endurance-Expedition heißt es:
„When I look back at those days I have no doubt that Providence guided us, not only across those snowfields, but across the storm-white sea that separated Elephant Island from our landing-place on South Georgia. I know that during that long and racking march of thirty-six hours over the unnamed mountains and glaciers of South Georgia it seemed to me often that we were four, not three. I said nothing to my companions on the point, but afterwards Worsley said to me, »Boss, I had a curious feeling on the march that there was another person with us.« Crean confessed to the same idea. One feels »the dearth of human words, the roughness of mortal speech« in trying to describe things intangible, but a record of our journeys would be incomplete without a reference to a subject very near to our hearts.“
(Ernest Shackleton: South. The story of Shackleton’s last expedition 1914–1917. Heinemann, London 1919 (im Internet hier), Chapter X, „Across South Georgia“, S. 209)
Auf Shackletons „Zählfehler“ bezieht sich T.S. Eliot in The Waste Land (1922). Darin finden sich die Zeilen:
„Who is the third who walks always beside you?
When I count, there are only you and I together
But when I look ahead up the white road
There is always another one walking beside you
Gliding wrapt in a brown mantle, hooded
I do not know whether a man or a woman
— But who is that on the other side of you?“In einer Anmerkung hierzu schreibt Eliot:
„The following lines were stimulated by the account of one of the Antarctic expeditions (I forget which, but I think one of Shackleton’s): it was related that the party of explorers, at the extremity of their strength, had the constant delusion that there was one more member than could actually be counted. “ (von hier)
Shackleton zählt vier statt drei, das erinnert an die Erzählung von den drei Männern im Feuerofen im Buch Daniel der hebräischen Bibel:
„Aber die drei Männer, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen hinab in den glühenden Feuerofen, gebunden wie sie waren. Da entsetzte sich der König Nebukadnezar, fuhr auf und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden in das Feuer werfen lassen? Sie antworteten und sprachen zum König: Ja, König. Er antwortete und sprach: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen, und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter.“
(Daniel 3, Lutherbibel 2017, Verse 23–25)
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Anderer: Die Unterscheidung zwischen dem imaginären anderen (mit kleinem a) und dem symbolischen Anderen (mit großem A) hatte Lacan eingeführt in Seminar 2, Das Ich in der Theorie Freuds und in der Technik der Psychoanalyse (1954/55), in der Sitzung vom 25. Mai 1955.
Ding: Der Begriff des Dings wurde von ihm eingeführt in Seminar 7, Die Ethik der Psychoanalyse (1959/60), in der Sitzung vom 9. Dezember 1959.
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Fatum: vom lateinischen Verb fari, „sagen“, „voraussagen“. Anspiellung auf ‚Freuds Begriff des Triebschicksals (in: Triebe und Triebschicksale, 1915).
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alles vom Ding auslöscht: Demnach ist das Ding die Kehrseite der Identifizierung mit dem unären Zug.
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die Formulierung von Freud: Freuds Formulierung lautet: „Wo Es war, soll Ich werden“. Sie findet sich in dessen Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1933), GW 15, S. 86.
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Vgl. Sitzung vom 21. März 1962, S. {12 f.}, {17}.
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der usprünglichen Frage: Was ist die ursprüngliche Frage? Vermutlich die Frage „Que vuoi?“ in der vorhergehenden Konstruktionsstufe des Graphen. Dann wären „Nichts vielleicht?“ und „Vielleicht nichts“ zwei Antworten auf die Frage „Que vuoi?“, die erste auf der Ebene des Äußerungsvorgangs, die zweite auf der Ebene des Ausgesagten.
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Zu den Schleifen auf einem Torus, die sich auf Null reduzieren lassen, d.h. auf einen Punkt, vgl. Sitzung vom 7. März 1962, S. {18 f.}.
Demnach ist eine der möglichen Deutungen der auf Null reduzierbaren Schleife die Erwartung, dass die Dinge sich erwartungskonform verhalten. Und dazu gehört die Erwartung, dass das Gewünschte oder Geforderte nicht eintrifft.
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Zum Verhältnis von Erwartung und Angst vgl. vor allem S. Freud: Hemmung, Symptom und Angst (1926), Teil B, „Ergänzung zur Angst“, GW 14,. S. 197–202.
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Vermutlich im Sinne von: Auch in den Beziehungen von Metapher und Metonymie ist ein nichts spürbar zu machen, das Auslöschen des Dings.
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Den Begriff des Todestriebs führt Freud 1920 in Jenseits des Lustprinzips ein. Die erste längere Erörterung der Identifizierung findet man bereits in der Traumdeutung (1900, GW 2/3, S. 154-156). Lacan bezieht sich hier auf Freuds nächste Darstellung des Themas, in Massenpsychologie und Ich-Analyse (1921), Kapitel VII, „Die Identifizierung“.
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die Hegel’sche Negativität: In der Vorrede zu Phänomenologie des Geistes heißt es:
„Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches in Wahrheit als Subjekt oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst. Sie ist als Subjekt die reine einfache Negativität, eben dadurch die Entzweiung des Einfachen; oder die entgegensetzende Verdopplung (…).“
(Phänomenologie des Geistes. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, Werke 3, S. 23., Hervorhebung von Hegel)
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Das Ding wird in einem nichts gesucht, das heißt in einer logischen Unmöglichkeit. Man denke etwa an die Entscheidungsfalle des Zwangsneurotikers: ‚Ich will A und ich will zugleich Nicht-A.“
Lacan bezieht sich hier, wie schon in einer früheren Sitzung des Identifizierungs-Seminars, auf die Tafel des Nichts in Kants Kritik der reinen Vernunft, B 348 (vgl. 28. Februar 1962, S. {10}).
Kant unterscheidet dort vier Arten des Nichts:
1. Leerer Begriff ohne Gegenstand (ens rationis), das „Gedankending“, das bloß „Erdichtung“ ist, aber logisch möglich ist (z.B. Kentaur).
2. Leerer Gegenstand eines Begriffs (nihil privativum); Kants Beispiel ist hier die Finsternis.
3. Leere Anschauung ohne Gegenstand (ens imaginarium): die Anschauungsformen, also Raum und Zeit. (Zu beachten ist, dass sich Lacan n diesem Satz mit dem Ausdruck „imaginär“ auf das ens rationis bezieht, nicht auf das ens imaginarium).
4. Leerer Gegenstand ohne Begriff (nihil negativum), das „Unding“, das logisch unmöglich ist.In der Sitzung vom 28. Februar 1962 hatte es geheißen, von den vier Definitionen des Nichts sei die des nihil negativum die einzig haltbare (S. {21}). Das nihil negativum ist das Nichts, das durch eine logische Unmöglichkeit bestimmt ist, was dem Satz des (ausgeschlossenen) Widerspruchs zuwiderläuft. Im Hintergrund steht hier Freuds folgende Bemerkung:
„Für die Vorgänge im Es gelten die logischen Denkgesetze nicht, vor allem nicht der Satz des Widerspruchs.“
(Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, GW 15, S. 80)
Mit dem nihil negativum sind wir also in der Ordnung der Triebe, anders gesagt des Es.
ohne Begriff, ohne dass es möglich wäre, ihn mit Händen zu greifen: Anspielung auf Überlegungen von Heidegger, etwa hier:
„Das Gefüge von legein und noein ist der Grundzug des Denkens, das sich hier ins Wesen regt. Das Denken ist demnach kein Greifen, weder ein Zugriff auf das Vorliegende, noch ein Angriff dagegen. Das Vorliegende wird im legein und noein nicht mit Griffen be-arbeitet. Das Denken ist kein Be-greifen. In der hohen Frühe seiner Wesensentfaltung kennt das Denken nicht den Begriff. Das liegt keineswegs daran, daß hier das Denken noch unentwickelt ist. Das sich entfaltende Denken wird vielmehr noch nicht in Grenzen eingeschlossen, die es begrenzen, indem sie seiner Wesensentfaltung Schranken setzen.“
(M. Heidegger: Was heißt Denken? Niemeyer, Tübingen 1954, S. 215)
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Netz des gesamten Graphen: Gemeint ist der „Graph des Begehrens“, den Lacan in den Seminaren 5 und 6 sowie in dem Aufsatz Subversion des Subjekts und Dialektik des Begehrens im Freud’schen Unbewussten entwickelt hatte.
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Eliante in „Der Menschenfeind“: Molière, Le Misanthrope ou l’Atrabilaire amoureux (1666), 2. Aufzug, 4. Auftritt, Verse 717–722. Im Internet findet man das Stück auf Französisch hier. Wir verwenden die Übersetzung von Hartmut Köhler in: Molière: Le Misanthrope. Comédie en cinq actes / Der Menschenfeind. Komödie in fünf Aufzügen. Französisch/Deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Hartmut Köhler. Reclam, Stuttgart 1990, S. 73.
Lukrez: Im Menschenfeind zitiert Éliante einige Verse aus Lukrez’ De natura rerum (Über die Natur der Dinge, ca. 60 v. Chr., 4. Buch, ungefähr Verse 1160–1170); die Übersetzung aus dem Lateinischen ist dort von Molière.
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von uns bereits durchlaufener Weg der Sade’schen Forschung: Gemeint sind die Ausführungen über Sade in Seminar 7, Die Ethik der Psychoanalye, Sitzungen vom 23. März 1960, vom 30. März 1960, vom 4. Mai 1960, vom 11. Mai 1960 und vom 18. Mai 1960.
Vorwort für eine Sade-Ausgabe. Gemeint ist der Aufsatz Kant mit Sade. Er sollte als Einführung zum dritten Band der von Jean Paulhan herausgegebenen Œuvres complètes von Sade erscheinen, wurde jedoch von Paulhan, der ihn für unlesbar hielt, zurückgewiesen. Er erschien dann, in einer ersten Version, 1963 in der Zeitschrift Critique; eine zwei Fassung wurde 1966 von Lacan in den Écrits veröffentlicht (Übersetzung dieser Fassung in: Schriften. Band II. Vollständiger Text. Übersetzt von Hans-Dieter Gondek. Turia und Kant, Wien 2015, S. 289–321).
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Abscheulichkeit all seiner Taten: Man könnte auch übersetzen mit „Abscheu vor all seinen Taten“.
verkörpert in der Natur: Vgl. Lacan im Ethik-Seminar zu Sades Theorie von Gott als dem höchsten Wesen im Bösen:
„Diese Theorie heißt im genannten Werk [Geschichte der Juliette] System des Papstes Pius VI., den er als eine der Personen seines Romans auftreten läßt. Indem er die Dinge weiter vorantreibt, entwickelt er vor uns eine Vision der Natur als eines ungeheuren Systems der Anziehung und Abstoßung des Bösen durch das Böse. Ethisches Verhalten besteht demzufolge darin, im Extrem jene Anpassung an ein absolut Böses vorzunehmen, dank welcher seine Integrierung in eine zutiefst schlechte Natur sich in einer Art umgekehrter Harmonie verwirklichen soll.“
(Seminar 7, Sitzung vom 30. März 1960, Version Miller/Haas S. 238)
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In Sades Testament heißt es:
„Nachdem die Grube zugedeckt ist, sollen Eicheln gesät werden, damit das Stück Erde über besagter Grube wieder bewachsen und das Unterholz wieder ebenso dicht wird wie zuvor, so daß die Spuren meines Grabes von der Erdoberfläche verschwinden, wie ich mir schmeichle, daß die Erinnerung an mich aus dem Geist der Menschen ausgelöscht werden wird, mit Ausnahme der wenigen, die mich bis zum letzten Augenblick geliebt haben und an die ich eine sehr zärtliche Erinnerung mit ins Grab nehme.“
(Zitiert nach: Gilbert Lely: Leben und Werk des Marquis de Sade. Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1961, S. 456 f.)
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Jean Paulhan: La douteuse Justine ou Les revanches de la pudeur. Vorwort zu: D.A.F. de Sade: Les infortunes de la vertu. Zuerst hier veröffentlicht: Éditions du Point du jour, Paris 1946. Ein Nachdruck erschien als Vorwort zur Neuausgabe von Les infortunes de la vertu bei Pauvert, Paris 1959 (=Sade, Œuvres complètes, Bd. 1), S. I–XLVI.
Paulhans Text erschien nicht Les Temps modernes.
Von Justine gibt es drei Fassungen:
(a) Die erste hat den Titel Les infortunes de la vertu (Die Unglücksfälle der Tugend), sie wurde 1787 geschrieben und 1930 zum ersten Mal veröffentlicht. Auf diese Fassung bezieht sich Paulhans Vorwort.
(b) Die zweite Fassung erschien 1791 unter dem Titel Justine. Les infortunes de la vertu.
(c) Die dritte hießt La Nouvelle Justine ou Les Malheurs de la vertu, sie wurde 1797 veröffentlicht. -
Jean Paulhan: Les Fleurs de Tarbes ou La terreur dans les lettres. Gallimard, Paris 1941. Deutsch in: Die Blumen von Tarbes und weitere Schriften zur Theorie der Literatur. Hg. und mit einem Nachwort versehen von Hans-Jost Frey, übersetzt von Hans-Jost-Frey und Friedhelm Kemp. Engeler, Basel u.a. 2009.
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zum Gegenstand eines Handels: In Sacher-Masochs Venus im Pelz (1870) überlässt Wanda ihren Sklaven Severin ihrem sadistischen Liebhaber Papadopoulis zum Auspeitschen. In der Geschichte der O. von Anne Declos alias Pauline Réage (1954) wird die Protagonistin von ihrem Gebieter anderen Männern überlassen und zu deren Besitz. In beiden Fällen geht es nicht um einen Kauf im engeren Sinne des Wortes, die Weitergabe erfolgt nicht gegen Geld.
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Ernest Jones (1879–1958), Psychoanalytiker und Freud-Biograf, Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung von 1920 bis 1924 und von 1932 bis 1949.
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Ernest Jones: Sigmund Freud, Life and Work. 3 Bde. Hogarth, London 1954–1957; dt: Das Leben und Werk von Sigmund Freud. 3 Bde. Übers. v. Katherine Jones und Gertrud Meili-Doretzki. Huber, Bern 1960–1962; Nachdruck 1984 bei dtv, München unter dem Titel Sigmund Freud. Leben und Werk.
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Jacques Lacan: Zum Gedenken an Ernst Jones. Über seine Theorie der Symbolik (1960). In: Schriften. Band II. Vollständiger Text. Übersetzt von Hans-Dieter Gondek. Turia und Kant, Wien 2015, S. 205–229.
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Der Aufsatz endet so:
„Welcher also von zwei Männern, liest man im Talmud, die einer nach dem anderen aus einem Kamin in die gute Stube treten, wird, wenn sie einander erblicken, auf die Idee kommen, sich das Gesicht zu waschen? Die Weisheit hebt sich hierbei deutlich von aller Spitzfindigkeit ab, aus der Schwärze der Gesichter, die sie sich wechselseitig präsentieren, und der Reflexion, die bei bei jedem von ihnen davon divergiert, etwas abzuleiten; sie kommt zu dem ausdrücklichen Beschluss: Wenn zwei Männer sich beim Herauskommen aus einem Kamin wiedertreffen, haben beide das Gesicht dreckig.“ (S. 229)
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Möglicherweise bezieht sich Lacan hier auf Jones’ Kritik an Freuds Lamarckismus (vgl. E. Jones:The Life and Work of Sigmund Freud. Volume 3. 1919 –1939. Basic Books, New York 1953, S. 310–313). Lamarck war Franzose.
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Aphanisis: Das griechische Wort aphanisis bedeutet „Verschwinden“.
Jones hatte den Begriff der Aphanisis eingeführt in: The early development of female sexuality. In: International Journal of Psycho-Analysis. Volume VIII (1927), S. 459–472, im Internet hier (dt.: Die erste Entwicklung der weiblichen Sexualität. In: Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 14. Jg. (1928), S. 11-25, im Internet hier).
Er stellt sich die folgende Frage: Wenn das Mädchen glaubt, die Kastration schon erlitten zu haben, welches vorgestellte zukünftige Ereignis vermag dann eine Angst hervorzurufen, die der Kastrationsangst des Jungen an Intensität gleichkommt? Seine Antwort lautet:
„the total, and of course permanent, extinction of the capacity (including opportunity) of sexual enjoyment” (The early development, a.a.O., S. 461)
„die völlige und damit dauernde Vernichtung der sexuellen Genussfähigkeit (einschließlich der Gelegenheit dazu)” (Die erste Entwicklung, a.a.O., S. 13)
Die Angst vor Aphanisis ist also die Angst vor der dauerhaften Vernichtung der Fähigkeit zur sexuellen Lust.
Mit Jones’ Begriff der Aphanisis hatte Lacan sich bereits vor dem Identifizierungs-Seminar immer wieder auseinandergesetzt:
– in Seminar 1 von 1953/54, Freuds technische Schriften, in der Sitzung vom 9. Juni 1954 (Version Miller/Hamacher S. 280),
– in Seminar 4 von 1956/57, Die Objektbeziehung, in der Sitzung vom 13. März 1957 (vgl. Version Miller/Gondek S. 257 f.),
– in Seminar 5 von 1957/58, Die Bildungen des Unbewussten, in der Sitzung vom 26. März 1958 (vgl. Version Miller/Gondek S. 373),
– in Seminar 6 von 1958/59, Das Begehren und seine Deutung, in den Sitzungen vom 17. Dezember 1958 (Version Miller/Gondek S. 136), vom 4. Februar 1959 (S. 252 f., 255), vom 3. Juni 1959 (S. 540) und vom 10. Juni 1959 (S. 551),
– in Seminar 7 von 1959/60, Die Ethik der Psychoanalyse, in der Sitzung vom 29. Juni 1960 (Version Miller/Haas S. 368),
– in Seminar 8 von 1960/61, Die Übertragung, in den Sitzungen vom 22. März 1961 (Version Miller/Gondek S. 271) und vom 26. April 1961 (S. 318 f.).In den Schriften bezieht Lacan sich hier auf die Aphanisis:
– in Die Psychoanalyse und ihre Lehre (1957) (Schriften. Band I Vollständiger Text, S. 534),
– in Die Bedeutung des Phallus (Vortrag von 1958, zuerst veröffentlicht 1966) (Schriften. Band II. Vollständiger Text, S. 195). -
Jones schreibt:
„Wir kommen damit zu einer allgemeinen Aufstellung, die für Knaben und Mädchen in gleicher Weise gilt: sobald sie sich infolge der unvermeidlichen Versagung [privation] von Aphanisis bedroht sehen, müssen sie entweder auf ihr Geschlecht oder auf den Inzest verzichten; den heteroerotischen und alloerotischen Inzest, d.h. eine inzestuöse Objektbeziehung, können sie höchstens um den Preis einer Neurose beibehalten.“
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er verkehrt sich (il s’inverse): mit Anspielung auf den Terminus „invertiert“ für „homosexuell“.
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In Triebe und Triebschicksale (1915) unterscheidet Freud vier „Triebschicksale“:
„Die Verkehrung ins Gegenteil.
Die Wendung gegen die eigene Person
Die Verdrängung.
Die Sublimierung.“ -
warum wird der Phallus zum Maßstab: Diese Bemerkung bezieht sich vermutlich auf den Punkt φ im Diagramm des Torus (Abb. 1 und 13).
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dass das Begehren auf dem Weg einer Frage konstruiert wird: Welche Frage ist gemeint? Vermutlich die Frage „Que vuoi?“.
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birth control: In Frankreich wurde der Gebrauch empfängnisverhütender Mittel 1967 entkriminalisiert, die Abtreibung 1975.
