Der Schnitt, das Reale und die Innenacht

In Seminar 9, Die Identifizierung (1961/62), greift Lacan das Konzept des Schnitts auf, das er früher entwickelt hatte, und deutet es um. Er bezieht es jetzt auf die Flächen der mathematischen Topologie, vor allem den Torus, das Möbiusband und die Kreuzhaube. Der Schnitt ist damit der Schnitt in eine Fläche bzw. der Schnitt, durch den eine Fläche erzeugt wird. Als entscheidende Form des Schnitts begreift er die sogenannte Innenacht, auf die er von da an immer wieder zurückkommen wird. Von hier aus bestimmt er neu, wie sich im Schnitt das Reale manifestiert.

Im Folgenden übersetze ich aus dem Identifizierungsseminar die wichtigste Passage zum Verhältnis von Schnitt, Innenacht und Realem.

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Einziger/einzelner Zug (I): primäre Identifizierung

Die Identifizierung, die sich während des Ödipuskomplexes herstellt, beschränkt sich darauf, dass vom geliebten oder gehassten Objekt ein „einziger Zug“ entlehnt wird, schreibt Freud. Bei Lacan wird aus dem „einzigen Zug“ der trait unaire. Das bedeutet nicht nur „einziger Zug“ oder „einzelner Zug“, sondern auch „einzelner Strich“. Der Einzelstrich – der Narzissmus der kleinen Differenzen – ist die Grundlage des Ichideals.

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Herrensignifikant, S1: das Ichideal

Im Seminar 17, Die Kehrseite der Psychoanalyse, führt Lacan den Begriff des Herrensignifikanten ein und als Symbol dafür die Zeichenfolge S1. Was ist ein Herrensignifikant? Hier einige Hinweise zur Vorgeschichte und zur Verwendung in den späten Seminaren.

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Der Name des Vaters (der symbolische Vater) – bis 1958

Parlamentarischer Rat 1949

Was versteht Jaques Lacan unter dem symbolischen Vater? Und was unter dem Namen des Vaters?
Ein Überblick über seine Thesen im Rom-Vortrag von 1953, im Psychose-Aufsatz von 1958 und in den Seminaren bis einschließlich Seminar 5 von 1957/58, Die Objektbeziehung.

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Ich – Ideal-Ich – Ichideal: der Zauberspiegel

Lacan differenziert zwischen dem Ich, dem Idealich und dem Ichideal. Wer wissen will, worin sie sich unterscheiden, sollte, wie der Elefant auf dem Foto, in einen Spiegel schauen und sich an den Zauberspiegel der Königin erinnern.

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SI-Phi – Nachtrag zur Erläuterung des optischen Modells

Clemens Gijsbrechts - Rückseite eines Gemäldes - 1670

Wofür steht in Lacans optischem Modell der Buchstabe I? Für das Imaginäre? Für das Ichideal? Und wofür der Buchstabe S? Für das Symbolische? Für das Subjekt? Die Antwort findet man im Seminar über die Übertragung.

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