Über einen Diskurs, der nicht vom Schein wäre

Jacques Lacan: Seminar XVIII, 3. Sitzung (10. Februar 1971), Übersetzung

Jan van Eyck, Gio­van­ni Ar­nol­fi­ni und sei­ne Frau Gio­van­na Cen­a­mi
1434, Öl auf Lein­wand, 82 x 59,5 cm, Na­tio­nal Gal­le­ry Lon­don

Jac­ques La­can:
Se­mi­nar XVIII (1971): Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre
3. Sit­zung, 10. Fe­bru­ar 1971
Über­setzt von Rolf Nemitz

Voll­stän­di­ge Über­set­zung von Se­mi­nar 18 auf der Grund­la­ge der Ver­si­on Sta­fer­la, der Ver­si­on Es­paces La­can und ei­ner Ton­auf­nah­me

In Mil­lers Ver­si­on des Se­mi­nars ist dies Ka­pi­tel III, „Cont­re les lin­gu­is­tes“ („Ge­gen die Lin­gu­is­ten“), S. 39–52.

Die Über­set­zung wird zwei­mal ge­bracht, ein­mal nur deutsch, ein­mal in ei­ner In­ter­li­near­ver­si­on: ein Satz fran­zö­sisch, ein Satz deutsch.

Die zwei­spra­chi­ge Fas­sung ent­hält in den An­mer­kun­gen zum fran­zö­si­schen Text Hin­wei­se auf Tran­skrip­ti­ons­pro­ble­me und auf grö­ße­re Ab­wei­chun­gen in Mil­lers Ver­si­on; im deut­schen Text fin­det man Links, in den An­mer­kun­gen zum deut­schen Text Li­te­ra­tur­an­ga­ben und in­halt­li­che Er­läu­te­run­gen.

Se­mi­nar 18 wird in die­sem Blog bis zum Früh­jahr 2017 voll­stän­dig über­setzt wer­den, etwa je­den Mo­nat er­scheint die Über­set­zung ei­ner wei­te­ren Sit­zung.

Ei­nen Über­blick über die ver­schie­de­nen Aus­ga­ben von Se­mi­nar 18 fin­det man hier, Links zu Über­set­zun­gen wei­te­rer Sit­zun­gen des Se­mi­nars hier.

Herz­li­chen Dank an Ger­hard Herr­gott für sei­ne Hil­fe bei der Über­set­zung!

Textgrundlage

Grund­la­ge der Über­set­zung ist:

Ver­si­on Sta­fer­la von Se­mi­nar 18:
Jac­ques La­can: D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant. Auf der Web­site staferla.free.fr, PDF-Da­tei, Fas­sung vom 25.10.2015, hier

Die La­can-Se­mi­na­re auf der Sta­fer­la-Web­site wer­den von Zeit zu Zeit über­ar­bei­tet, ohne dass dies kennt­lich ge­macht wird. Aus die­sem Grun­de habe ich oben das Da­tum der von mir ver­wen­de­ten Fas­sung an­ge­ge­ben.1 Zur Si­cher­heit habe ich die­se Fas­sung der Sta­fer­la-Ver­si­on hier ge­spei­chert.

Die Tran­skrip­ti­on der Sta­fer­la-Ver­si­on wur­de von mir mit ei­ner Ton­band­auf­nah­me der Sit­zung und mit der von Jac­ques-Alain Mil­ler er­stell­ten (re­dak­tio­nell be­ar­bei­te­ten) Ver­si­on ver­gli­chen und an we­ni­gen Stel­len ge­än­dert. Wort­wie­der­ho­lun­gen, bei de­nen of­fen­kun­dig ist, dass La­can nach ei­ner For­mu­lie­rung sucht, habe ich ge­stri­chen. Der Schnitt der Sät­ze (Punkt oder Se­mi­ko­lon oder Kom­ma) so­wie die Or­tho­gra­fie wur­den bis­wei­len ver­än­dert. Die Glie­de­rung in Ab­sät­ze ist von mir.

Die Ton­auf­nah­me fin­det man auf der Web­site von Pa­trick Valas, valas.fr, hier. Mil­lers Ver­si­on ist: J. La­can: Le sé­min­aire, li­v­re XVIII. D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant. 1971. Text­her­stel­lung Jac­ques-Alain Mil­ler. Seuil, Pa­ris 2007.

Die chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen wur­den aus der Sta­fer­la-Ver­si­on über­nom­men, die Tran­skrip­ti­on die­ser Schrift­zei­chen aus Mil­lers Aus­ga­be.

Wör­ter mit Stern: im Ori­gi­nal deutsch.

Der Schräg­strich / ver­bin­det Über­set­zungs­al­ter­na­ti­ven.

Ein­fü­gun­gen in run­den Klam­mern ent­hal­ten For­mu­lie­run­gen des fran­zö­si­schen Ori­gi­nals.

Ein­fü­gun­gen in ecki­gen Klam­mern die­nen der Er­läu­te­rung und sind nicht von La­can.

Ein­fü­gun­gen in spit­zen Klam­mern: Er­satz für ver­mut­lich aus­ge­fal­le­nen Text.

¿ Gelb mar­kier­te und von um­ge­kehr­ten Fra­ge­zei­chen ein­ge­klam­mer­te Pas­sa­gen der Über­set­zung ¿ wei­sen dar­auf hin, dass die Über­set­zung hier sehr un­si­cher ist.

Zah­len in ecki­gen Klam­mern und grau­er Schrift, z.B. [10], ver­wei­sen auf die Sei­ten von Mil­lers Aus­ga­be des Se­mi­nars.

Sitzung vom 10. Februar 1971

Tonaufnahme

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Jac­ques La­can, Se­mi­nar 18, D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant (1971), 3. Sit­zung (10. Fe­bru­ar 1971)

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Deutsch

Zah­len in ecki­gen Klam­mern und grau­er Schrift ver­wei­sen auf die Sei­ten von Mil­lers Aus­ga­be des Se­mi­nars.

[39] Sie sind ja nicht zahl­reich.

Ich bin ge­fragt wor­den, ob ich mein Se­mi­nar ab­hal­te, we­gen des Streiks. Es gibt so­gar zwei von die­sen Leu­ten – oder viel­leicht war es nur ei­ner, viel­leicht aber zwei –, die mich ge­fragt ha­ben, was ich vom Streik hal­te, ge­nau­er: die das mei­ne Se­kre­tä­rin ge­fragt ha­ben. Nun, eben das fra­ge ich Sie. Hat nie­mand et­was zu­guns­ten des Streiks vor­zu­brin­gen, zu­min­dest be­zo­gen auf die­ses Se­mi­nar? Ich wer­de mich nicht –; ich wer­de mich Ih­rer Ge­gen­wart nicht ent­zie­hen.

Heu­te früh war ich je­doch selbst drauf und dran, in Streik zu tre­ten. Ich war des­halb dazu be­reit, weil die Per­son, von der ich eben ge­spro­chen habe, mei­ne Se­kre­tä­rin, mir in der Zei­tung eine klei­ne Ru­brik über den er­wähn­ten Streik ge­zeigt hat, über den Streik­auf­ruf, dem, in An­be­tracht der Zei­tung, um die es ging, ein Kom­mu­ni­qué des Mi­nis­ters für na­tio­na­le Er­zie­hung hin­zu­ge­fügt war, über all das, was für die Uni­ver­si­tät ge­tan wor­den ist: die durch­schnitt­li­che Zahl der an­ge­stell­ten Leh­ren­den im Ver­hält­nis zur An­zahl der Stu­die­ren­den usw. Ich wer­de na­tür­lich nicht dar­an­ge­hen, die­se Sta­tis­ti­ken zu be­strei­ten. Den­noch möch­te ich sa­gen, dass die Schluss­fol­ge­rung, die dar­aus ge­zo­gen wird, aus die­ser sehr gro­ßen Be­mü­hung, dass sie in je­dem Fall be­frie­di­gend sein müs­se – ich möch­te sa­gen, dass sie mit mei­nen In­for­ma­tio­nen nicht über­ein­stimmt, die je­doch aus gu­ter Quel­le sind, der­art, dass ich aus die­sem Grun­de drauf und dran war, in Streik zu tre­ten.

Ihre Ge­gen­wart wird mich zwin­gen <das Se­mi­nar ab­zu­hal­ten>, sa­gen wir auf­grund ei­ner Tat­sa­che, die zählt, näm­lich auf­grund von et­was, das in un­se­rer Spra­che als Höf­lich­keit be­zeich­net wird und in ei­ner an­de­ren, von der ich an­ge­kün­digt habe, dass ich mich auf­grund ei­ner Art An­häng­lich­keit wie­der dar­auf be­zie­hen wer­de, näm­lich in der chi­ne­si­schen Spra­che – bei der ich mich habe dazu hin­rei­ßen las­sen, Ih­nen an­zu­ver­trau­en, dass sie vor ei­ni­ger Zeit, kurz, ich habe ein ganz klei­nes Stück da­von ge­lernt –, da heißt das yi. In der gro­ßen Tra­di­ti­on ist yi eine der vier Grund­tu­gen­den – von wem? von was? ei­nes Men­schen, zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt.

Und wenn ich dar­über | [40] spre­che, wenn ich ein­fach so wie es mir kommt dar­über spre­che, da ich dach­te, ich soll­te Ih­nen ge­gen­über ei­ni­ge un­ge­zwun­ge­ne Be­mer­kun­gen ma­chen, dann ist es im Üb­ri­gen die­se Ebe­ne, auf der ich Sie heu­te zu hal­ten ge­den­ke. Das wird nicht ganz streng das sein, was ich vor­be­rei­tet habe; auf mei­ne Wei­se wer­de ich den Streik also den­noch be­rück­sich­ti­gen. Und zwar auf eine Art– Sie wer­den se­hen, auf wel­cher Ebe­ne ich die Din­ge ver­or­ten wer­de –, auf eine un­ge­zwun­ge­ne­re Art, um auf an­ge­mes­se­ne Wei­se zu ant­wor­ten. Das ist fast die bes­te Be­deu­tung, die man die­sem yi ge­ben kann: auf an­ge­mes­se­ne Wei­se auf die­se Ge­gen­wart zu ant­wor­ten.

Sie wer­den se­hen, dass ich das dazu nut­zen wer­de, um eine Rei­he von Punk­ten an­zu­ge­hen, die seit ei­ni­ger Zeit Miss­ver­ständ­nis­se her­vor­ru­fen, und das heißt, da zu­gleich auf der Ebe­ne der Uni­ver­si­tät et­was in Fra­ge ge­stellt wird, ist es auch die Ebe­ne der Uni­ver­si­tät – auf der ich es häu­fig ver­ach­te, mich auf Be­we­gun­gen zu be­zie­hen, die mich er­rei­chen –, auf der ich heu­te, wie ich den­ke, ant­wor­ten soll­te.

Wie Sie viel­leicht wis­sen – ob Ihre Ge­gen­wart das be­zeugt oder nicht, wie soll man das wis­sen? –, bin ich im Ver­hält­nis zu be­sag­ter Uni­ver­si­tät nur in ei­ner, sa­gen wir, Rand­po­si­ti­on. Sie glaubt, mir Un­ter­schlupf ge­wäh­ren zu müs­sen, wo­für ich ihr si­cher­lich Dank schul­de. Al­ler­dings zeigt sich seit ei­ni­ger Zeit et­was, das ich nicht un­be­rück­sich­tigt las­sen kann, an­ge­sichts des Fel­des, in dem ich nun ein­mal un­ter­rich­te. Das ist ein Ge­mur­mel, eine Rei­he von Echos, von Ge­räu­schen, die mich von ei­nem Feld her er­rei­chen, das auf uni­ver­si­tä­re Wei­se de­fi­niert ist und das Lin­gu­is­tik heißt.

Na­tür­lich, wenn ich, von Ver­ach­tung spre­che, geht es nicht um ein Ge­fühl, es geht um ein Ver­hal­ten. Vor ei­ni­ger Zeit, die be­reits et­was zu­rück­liegt – wenn ich mich recht er­in­ne­re so etwa, wie lan­ge wird das her sein? zwei Jah­re, das ist nicht be­son­ders viel –, da ist also in ei­ner Zeit­schrift, die nie­mand mehr liest, de­ren Name alt­mo­disch klingt, La Nou­vel­le Re­vue Françai­se, ein be­stimm­ter Ar­ti­kel er­schie­nen, der nann­te sich Stil­übun­gen von Jac­ques La­can. Das war ein Ar­ti­kel, auf den ich üb­ri­gens hin­ge­wie­sen habe; zu dem Zeit­punkt war ich un­ter dem Dach der Éco­le nor­ma­le, nun ja, un­ter dem Dach, un­ter dem Vor­dach, an der Tür. Ich habe ge­sagt: „Das soll­ten Sie le­sen, das ist ul­kig!“ Es hat sich ge­zeigt, wie Sie in der Fol­ge ge­se­hen ha­ben, dass das viel­leicht ein biss­chen we­ni­ger ul­kig war, als es den An­schein hat­te, denn das war ge­wis­ser­ma­ßen das Glöck­chen, bei dem ich viel­mehr – ob­wohl ich taub bin – die Be­stä­ti­gung von et­was hät­te hö­ren müs­sen, was mir be­reits an­ge­kün­digt wor­den war, näm­lich dass un­ter die­sem Vor­dach | [41] nicht län­ger mein Platz war. Das war eine Be­stä­ti­gung, die ich hät­te ver­ste­hen kön­nen, denn in dem Ar­ti­kel stand das ge­schrie­ben.

Das stand da ge­schrie­ben, letzt­lich et­was ziem­lich Mas­si­ves, muss ich sa­gen: dass man in dem Au­gen­blick, in dem ich nicht mehr un­ter dem Vor­dach der Éco­le nor­ma­le wäre, die Ein­füh­rung der Lin­gu­is­tik in be­sag­te Éco­le er­hof­fen kön­ne – ich bin mir nicht si­cher, die Ter­mi­ni ganz ex­akt zu zi­tie­ren, da all dies im­pro­vi­siert ist, kön­nen Sie sich vor­stel­len, dass ich heu­te früh nicht wie­der rein­ge­schaut habe –, der Lin­gu­is­tik von ho­her Qua­li­tät, von ho­her Spann­kraft oder et­was von die­ser Art, kurz et­was, wo­mit letzt­lich be­zeich­net wur­de, dass in die­ser Éco­le nor­ma­le die Lin­gu­is­tik, mein Gott, kom­pro­mit­tiert wor­den sei. In wes­sen Na­men, gro­ßer Gott? An der Éco­le nor­ma­le hat­te ich kei­nen Lehr­auf­trag, und wenn die Éco­le nor­ma­le, die­sem Au­tor zu­fol­ge, in die Lin­gu­is­tik so we­nig ein­ge­weiht war, muss­te man sich be­stimmt nicht an mich hal­ten.

Das zeigt Ih­nen den Punkt, zu dem ich heu­te Vor­mit­tag den­noch et­was prä­zi­sie­ren möch­te. Das ist näm­lich et­was, was an­ge­spro­chen wor­den ist, und seit ei­ni­ger Zeit mit ei­ner ge­wis­sen Be­harr­lich­keit; uaf eine we­ni­ger lo­cke­re Wei­se wird das The­ma in ei­ner Rei­he von In­ter­views auf­ge­grif­fen. Es gibt da eine Fra­ge, die sich um Fol­gen­des dreht: „Wenn man Lin­gu­ist ist, ist man dann Struk­tu­ra­list oder nicht?“ Und man ver­sucht, sich da­von ab­zu­gren­zen, nicht wahr, man wird sa­gen: „Ich bin Funk­tio­na­list.“ „Ich bin Funk­tio­na­list“ – war­um? Weil der Struk­tu­ra­lis­mus zwar et­was ist, was auf eine rein jour­na­lis­ti­sche Er­fin­dung zu­rück­geht, das ist mei­ne per­sön­li­che Auf­fas­sung, weil der Struk­tu­ra­lis­mus aber den­noch et­was ist, was als Eti­kett dient und was si­cher­lich, an­ge­sichts des­sen, was er ein­schließt, näm­lich et­was Se­riö­ses, nicht um­hin kann, eine ge­wis­se Un­ru­he her­vor­zu­ru­fen. Wo­bei man dann na­tür­lich Wert dar­auf legt, kennt­lich zu ma­chen, dass man Vor­be­hal­te hat.

An­ders ge­sagt, ich möch­te die Fra­ge nach den Be­zie­hun­gen zwi­schen der Lin­gu­is­tik und dem, was ich leh­re, in den Vor­der­grund rü­cken, um in ge­wis­ser Wei­se ein be­stimm­tes Miss­ver­ständ­nis aus­zu­räu­men, auf eine Wei­se aus­zu­räu­men, die, so hof­fe ich, ein Wen­de­punkt sein könn­te.

Die Lin­gu­is­ten, die Lin­gu­is­ten der Uni­ver­si­tät, möch­ten sich letzt­lich das Vor­recht si­chern, über die Spra­che (lan­ga­ge) zu spre­chen. Und die Tat­sa­che, dass mei­ne Leh­re sich an der Ent­wick­lung der Lin­gu­is­tik ori­en­tiert, hat an­geb­lich et­was Miss­bräuch­li­ches, was mit un­ter­schied­li­chen For­meln kri­ti­siert wird, de­ren haupt­säch­li­che die ist, je­den­falls scheint es mir die kon­sis­ten­tes­te zu sein, dass von der Lin­gu­is­tik ein Ge­brauch ge­macht wird, in dem Feld, das eben das­je­ni­ge ist, in das ich mich ein­fü­ge, in das auch, in dem je­mand, der es hier­bei si­cher­lich ver­die­nen wür­de, dass man hier ein we­nig nä­her hin­schaut – viel | [42] mehr als bei dem, was von mir ist, weil man da­von nur eine ziem­lich vage Idee ha­ben kann, fin­de ich zu­min­dest –, näm­lich Lévi-Strauss; und dann Lévi-Strauss bei­spiels­wei­se, und dann noch ei­ni­ge an­de­re, Ro­land Bart­hes, auch wir wür­den von der Lin­gu­is­tik ei­nen, ich zi­tie­re, „me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch ma­chen“. Nun, ge­nau dazu möch­te ich ei­ni­ge Punk­te an­mer­ken.

Es gibt zu­nächst et­was, wo­von man aus­ge­hen soll­te, weil das im­mer­hin ein­ge­schrie­ben ist, ein­ge­schrie­ben in et­was, was zählt: Die Tat­sa­che, dass ich noch hier bin, um die­sen Dis­kurs auf­recht­zu­hal­ten, die Tat­sa­che, dass Sie eben­falls hier sind, um ihn sich an­zu­hö­ren, ver­si­chert mir, dass man wohl glau­ben muss, dass bei die­sem Dis­kurs, in­so­fern ich ihn hal­te, eine For­mel nicht ganz fehl am Plat­ze ist, näm­lich dass ich in ge­wis­ser Wei­se, nun ja, sa­gen wir: dass ich weiß.

Was weiß ich? Ver­su­chen wir, ge­nau zu sein, es scheint er­wie­sen zu sein, dass ich weiß, an was ich mich da­bei zu hal­ten habe (à quoi m’en tenir).

Das Ein­neh­men (te­nue) ei­nes be­stimm­ten Plat­zes, und ich un­ter­strei­che es, die­ser Platz ist kein an­de­rer – ich un­ter­strei­che das, da ich es nicht zum ers­ten Mal äu­ßern muss, ich ver­brin­ge mei­ne Zeit da­mit, deut­lich zu wie­der­ho­len, dass ich mich von da­her hal­te –, ist kein an­de­rer als der Platz, den ich mit dem ei­nes Psy­cho­ana­ly­ti­kers gleich­set­ze. Die Fra­ge kann im­mer­hin dis­ku­tiert wer­den, da vie­le Psy­cho­ana­ly­ti­ker sie dis­ku­tie­ren wür­den, aber schließ­lich ist es das, an das ich mich da­bei hal­te.

Das ist kei­nes­wegs das­sel­be, wie wenn ich be­haup­ten wür­de, „ich weiß, wo ich ste­he / wo ich mich hal­te (où je me ti­ens)“. Nicht des­halb, weil das „ich“ im zwei­ten Teil des Sat­zes wie­der­holt wer­den wür­de, son­dern weil hier die Spra­che (lan­ga­ge) im­mer ihre Res­sour­cen zeigt, das heißt, wenn ich sage, „ich weiß, wo ich mich hal­te“, dann wür­de die Be­to­nung auf dem „wo“ lie­gen, be­zo­gen auf das, des­sen ich mich zu wis­sen rüh­men wür­de. Ich hät­te, wenn ich so sa­gen darf, ich hät­te die Kar­te, das Map­ping der Sa­che.

Und war­um soll­te ich sie denn nicht ha­ben?

Es gibt ei­nen star­ken Grund da­für, dass ich kei­nes­wegs ver­tre­ten könn­te, dass ich weiß, wo ich mich hal­te. Das liegt wirk­lich auf der Li­nie des­sen, was ich Ih­nen in die­sem Jahr zu sa­gen habe, näm­lich dass das Prin­zip der Wis­sen­schaft, so wie ihr Pro­zess für uns ge­führt wird – ich spre­che von dem, wor­auf ich mich be­zie­he, wenn ich ihm als Zen­trum die Newton’sche Wis­sen­schaft gebe, die Ein­füh­rung des Newton’schen Fel­des –, dass das Prin­zip der Wis­sen­schaft dar­in be­steht, dass man in kei­nem Be­reich der Wis­sen­schaft die­ses Map­ping hat, die­se Kar­te, um uns zu sa­gen, wo wir sind.

Und dass au­ßer­dem, dar­über sind alle sich ei­nig, was auch im­mer die Schwie­rig­kei­ten sein mö­gen mit dem Ein­wand, der er­ho­ben wer­den kann, wenn man an­fängt, eben über die Kar­te zu spre­chen, über ihre Zu­fäl­lig­keit und über ihre Not­wen­dig­keit, nun, dass dann je­der Be­lie­bi­ge, je­der Be­lie­bi­ge in ei­ner Po­si­ti­on ist, um ge­gen Sie den Ein­wand zu er­he­ben, dass Sie nicht mehr Wis­sen­schaft be­trei­ben, son­dern Phi­lo­so­phie. Das be­deu­tet nicht, dass je­der Be­lie­bi­ge weiß, was er sagt, wenn er das sagt, aber im­mer­hin ist er in ei­ner sehr star­ken Po­si­ti­on.

Der Dis­kurs der Wis­sen­schaft weist die­ses „wo wir da­mit sind“ zu­rück. Das ist nicht das, wo­mit er ope­riert. Die Hy­po­the­se – er­in­nern Sie sich an New­tons Be­haup­tung, dass er kei­ne er­fin­de –, die Hy­po­the­se, auch wenn sie ver­wen­det wird, be­trifft | [43] nie­mals den Grund der Din­ge. Die Hy­po­the­se im Fel­de der Wis­sen­schaft, was auch im­mer je­mand dar­über den­ken mag, die Hy­po­the­se hat vor al­lem mit Lo­gik zu tun. Es gibt ein „Wenn“, das Kon­di­tio­nal ei­ner Wahr­heit, die im­mer nur lo­gisch ar­ti­ku­liert wird. Und dann Apo­dosis – eine Kon­se­quenz muss ve­ri­fi­zier­bar sein. Sie ist auf ih­rer Ebe­ne ve­ri­fi­zier­bar, so wie sie ar­ti­ku­liert wird. Die Wahr­heit der Hy­po­the­se wird da­mit in kei­ner Wei­se be­wie­sen.

Ich bin ab­so­lut nicht da­bei zu sa­gen, dass die Wis­sen­schaft et­was ist, was schwimmt wie eine rei­ne Kon­struk­ti­on, dass sie im Rea­len kei­nen Halt fin­det. Zu sa­gen, dass da­durch die Wahr­heit der Hy­po­the­se nicht be­wie­sen wird, heißt ein­fach nur, an das zu er­in­nern, was ich eben ge­sagt habe, näm­lich dass in der Lo­gik die Im­pli­ka­ti­on in kei­ner Wei­se im­pli­ziert, dass eine wah­re Kon­klu­si­on nicht aus ei­ner fal­schen Prä­mis­se ge­zo­gen wer­den könn­te.

Da­von bleibt un­be­rührt, dass in ei­nem eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Feld die Wahr­heit ei­ner Hy­po­the­se dar­an er­kannt wird, wel­che Ord­nung sie dem ge­sam­ten Feld ver­leiht, in­so­fern es sei­nen Sta­tus hat, und sein Sta­tus kann nicht an­ders de­fi­niert wer­den als durch die Zu­stim­mung all je­ner, die in die­sem Fel­de au­to­ri­siert sind. An­ders ge­sagt, der Sta­tus des wis­sen­schaft­li­chen Fel­des hat uni­ver­si­tä­ren Cha­rak­ter.

Das sind Din­ge, die als grob er­schei­nen kön­nen. Da­von bleibt un­be­rührt, dass hier­durch mo­ti­viert ist, dass das Ni­veau der Ar­ti­ku­la­ti­on des Uni­ver­si­täts­dis­kur­ses so dar­ge­stellt wird, wie ich das im letz­ten Jahr ver­sucht habe.

Vier Diskurse - kreisförmig deutsch - kleiner

Nun, es ist klar, dass die Art, wie ich ihn ar­ti­ku­liert habe, die ein­zi­ge ist, die es er­mög­licht, sich klar­zu­ma­chen, war­um es nichts Zu­fäl­li­ges ist, nichts Über­hol­tes, das an ir­gend­ei­nen Zu­fall ge­bun­den wäre, dass zum Sta­tus der Ent­wick­lung der Wis­sen­schaft die Ge­gen­wart, die Sub­ven­ti­on an­de­rer so­zia­ler En­ti­tä­ten ge­hört, die gut be­kannt sind, der Ar­mee bei­spiels­wei­se oder der Ma­ri­ne, wie man noch sagt, so­wie ei­ni­ger an­de­rer Ele­men­te mit ei­ner be­stimm­ten Aus­stat­tung. Das ist völ­lig le­gi­tim, wenn wir se­hen, dass der Uni­ver­si­täts­dis­kurs grund­le­gend nur vom Dis­kurs des Herrn aus ar­ti­ku­liert wer­den kann.

Die Auf­tei­lung der Be­rei­che in ei­nem Feld, des­sen Sta­tus uni­ver­si­tär ist, nur hier kann sich die Fra­ge stel­len, was ge­schieht, wenn ein Dis­kurs an­ders ti­tu­liert wird und an ers­ter Stel­le, ob dies mög­lich ist.

Dies ist der Punkt, wo in sei­ner Mas­si­vi­tät ein­ge­führt wird –. Ent­schul­di­gen Sie, dass ich noch ein­mal auf ei­nen Punkt zu­rück­kom­me, der wirk­lich ganz ur­sprüng­lich ist, aber im­mer­hin, da Ein­wän­de ge­gen mich er­ho­ben wer­den kön­nen und das von Per­so­nen, die als Lin­gu­is­ten au­to­ri­siert sind, Ein­wän­de wie der, dass ich von der Lin­gu­is­tik nur ei­nen „me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch“ ma­che, muss ich dar­an er­in­nern, muss ich dar­auf ant­wor­ten, wel­ches auch im­mer die Ge­le­gen­heit sein mag, bei der ich das tue. Und heu­te früh tue ich es des­halb, weil ich er­war­tet hat­te, auf eine kampf­lus­ti­ge­re At­mo­sphä­re zu sto­ßen.

[44] Nun also, ich muss an Fol­gen­des er­in­nern: Wenn es an­ge­mes­sen ist, dass ich sa­gen kann, dass ich weiß – was weiß ich dann? Weil ich mich viel­leicht letzt­lich ir­gend­wo an ei­nem Ort po­si­tio­nie­re, den der er­wähn­te Men­ci­us, des­sen Na­men ich Ih­nen das letz­te Mal vor­ge­stellt habe, den zu de­fi­nie­ren der er­wähn­te Men­ci­us uns viel­leicht hel­fen kann.

Gut, es bleibt, dass wenn – Men­ci­us be­schüt­ze mich! –, wenn ich weiß, an was ich mich da­bei zu hal­ten habe, dann muss ich zu­gleich sa­gen, dass ich nicht weiß, was ich sage. An­ders ge­sagt: „Ich weiß, was ich sage“, das ist das, was ich nicht sa­gen kann. Das ist der his­to­ri­sche Ein­schnitt, der Ein­schnitt, der da­durch ge­kenn­zeich­net ist, dass es Freud gibt und dass er das Un­be­wuss­te ein­ge­führt hat. Das Un­be­wuss­te be­deu­tet über­haupt nichts, wenn es nicht dies be­deu­tet: Was auch im­mer ich sage und wor­an im­mer ich mich hal­te, selbst wenn ich mich gut hal­te, nun, ich weiß nicht, was ich sage. Und kei­ner der Dis­kur­se, wie ich sie im letz­ten Jahr de­fi­niert habe, lässt die Hoff­nung, er­laubt es ir­gend­je­man­dem – was im­mer er ver­kün­den mag – zu be­haup­ten, ja auch nur in ir­gend­ei­ner Wei­se zu hof­fen, dass er weiß, was er sagt.

Ich sage, selbst wenn ich nicht weiß, was ich sage, weiß ich aber dies, dass ich es nicht weiß. Und ich bin nicht der ers­te, um un­ter die­sen Be­din­gun­gen et­was zu sa­gen; man hat das be­reits ge­hört.

Ich sage, dass die Ur­sa­che da­von nur in der Spra­che selbst zu su­chen ist, und was ich hin­zu­fü­ge, was ich zu Freud hin­zu­fü­ge, selbst wenn es bei Freud be­reits da ist – of­fen­kun­dig, denn was im­mer er be­weist, <zeigt,> dass das Un­be­wuss­te nie­mals et­was an­de­res ist als Sprach­ma­te­rie –, so füge ich dies hin­zu, dass das Un­be­wuss­te wie eine Spra­che struk­tu­riert ist.

Wie wel­che? Nun, ge­nau, su­chen Sie sie!

Es ist das Fran­zö­si­sche oder das Chi­ne­si­sche, wor­über ich mich mit ih­nen un­ter­hal­ten wer­de. Zu­min­dest möch­te ich das; es ist nur zu klar, dass ich da­mit auf ei­ner be­stimm­ten Ebe­ne den Groll un­ter­hal­ten wer­de, ins­be­son­de­re auf Sei­ten der Lin­gu­is­ten. Das ist eher von der Art, dass man dazu ge­bracht wird zu den­ken, dass der uni­ver­si­tä­re Sta­tus nur zu of­fen­kun­dig ist in den Ent­wick­lun­gen, durch die die Lin­gu­is­tik dazu ge­drängt wird, sich in eine ei­gen­ar­ti­ge Sau­ce zu ver­wan­deln; nach dem, was man da­von sieht, ist das un­be­streit­bar. Dass man mich hier­bei kri­ti­siert, mein Gott, das ist kei­ne Sa­che, die grö­ße­re Be­deu­tung hät­te. Dass man mich nicht dis­ku­tiert, ist eben­falls nicht sehr über­ra­schend, da es nicht eine be­stimm­te De­fi­ni­ti­on des uni­ver­si­tä­ren Be­reichs ist, an was ich mich hal­te, an was ich mich hal­ten kann.

Das hat et­was Amü­san­tes, da of­fen­sicht­lich ist, dass wir durch­aus et­was da­mit zu tun ha­ben, wir, eine Rei­he von Leu­ten, de­nen ich mich eben zu­ge­rech­net habe, in­dem ich zwei wei­te­re Na­men hin­zu­ge­fügt habe, | [45] und man könn­te noch an­de­re er­gän­zen, schließ­lich geht es of­fen­sicht­lich von uns aus, dass die Lin­gu­is­tik die An­zahl ih­rer Pos­ten an­wach­sen sieht – die­je­ni­gen, die der Mi­nis­ter für na­tio­na­le Bil­dung heu­te früh in der Zei­tung vor­ge­rech­net hat – und eben­so die An­zahl der Stu­die­ren­den. Nun gut.

Das In­ter­es­se, die Woge des In­ter­es­ses, die sich auf die Lin­gu­is­tik rich­tet und zu der ich bei­ge­tra­gen habe, das ist, so scheint es, ein In­ter­es­se, das von Igno­ran­ten kommt. Nun, das ist schon gar nicht so schlecht! [Ge­läch­ter] Zu­vor wa­ren sie igno­rant, jetzt in­ter­es­sie­ren sie sich da­für. Es ist mir ge­lun­gen, die Igno­ran­ten für et­was Zu­sätz­li­ches zu in­ter­es­sie­ren, was gar nicht mein Ziel war, denn die Lin­gu­is­tik, möch­te ich Ih­nen sa­gen, die ist mir Wurscht. [Ge­läch­ter] Was mich un­mit­tel­bar in­ter­es­siert, ist die Spra­che – da ich den­ke, dass es das ist, wo­mit ich zu tun habe, dass es das ist, wo­mit ich zu tun habe, wenn ich eine Psy­cho­ana­ly­se durch­zu­füh­ren habe.

Der Ge­gen­stand der Lin­gu­is­tik, nun ja, es ist Sa­che der Lin­gu­is­ten, ihn zu de­fi­nie­ren; im Fel­de der Wis­sen­schaft kommt je­der Be­reich da­durch vor­an, dass er sei­nen Ge­gen­stand de­fi­niert. Die Lin­gu­is­ten de­fi­nie­ren ihn, wie sie wol­len. Und sie fü­gen hin­zu, dass ich ei­nen me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch da­von ma­che. Es ist je­doch merk­wür­dig, dass die Lin­gu­is­ten nicht se­hen, dass je­der Ge­brauch der Spra­che, wel­cher auch im­mer, sich in der Me­ta­pher be­wegt, dass es eine Spra­che nur als Me­ta­pho­ri­sche gibt, wie durch je­den Ver­such be­wie­sen wird, zu „met­a­spra­chen“, wenn ich mich so aus­drü­cken darf – der nicht an­ders vor­ge­hen kann als so, dass er ver­sucht, von dem aus­zu­ge­hen, was man im­mer de­fi­niert, je­des Mal, wenn man in ei­ner als lo­gisch be­zeich­ne­ten Be­mü­hung vor­an­schrei­tet, dass er zu­nächst eine Ob­jekt­spra­che de­fi­niert, bei der klar ist, bei der in den Dar­le­gun­gen ei­nes je­den Be­lie­bi­gen die­ser lo­gi­schen Ver­su­che spür­bar ist, dass die­se Ob­jekt­spra­che un­greif­bar ist. Es ge­hört zur Na­tur der Spra­che – ich sage nicht des Spre­chens, ich sage der Spra­che selbst –, dass, wenn es dar­um geht, ir­gend­et­was fest­zu­ma­chen, was eine Be­deu­tung hat, dass der Re­fe­rent nie­mals der Rich­ti­ge ist, und eben das macht eine Spra­che aus.

Jede Be­zeich­nung ist me­ta­pho­risch, sie kann nur durch Ver­mitt­lung von et­was an­de­rem voll­zo­gen wer­den. Selbst wenn ich „das“ (ça) sage [La­can zeigt auf sei­ne Zi­gar­re], „das“, wo­bei ich es be­zeich­ne, nun, dann im­pli­zie­re ich be­reits, da ich es „das“ ge­nannt habe, dass ich mich da­für ent­schei­de, dar­aus nur „das“ zu ma­chen, ob­wohl das kei­nes­wegs „das“ ist. Der Be­weis da­für be­steht dar­in, dass es, wenn ich es an­zün­de, et­was an­de­res ist. Selbst auf der Ebe­ne des „das“, die­ses be­rühm­ten „das“, wel­ches der Zu­fluchts­ort des Be­son­de­ren, des In­di­vi­du­el­len wäre, kön­nen wir nicht über­ge­hen, dass „das“ zu sa­gen, eine Sprach­t­at­sa­che ist. Was ich eben als „das“ be­zeich­net habe, ist nicht mei­ne Zi­gar­re, das ist sie dann, wenn ich sie rau­che; wenn ich sie aber rau­che, spre­che ich nicht dar­über.

Der Si­gni­fi­kant, auf den der Dis­kurs sich hier­bei be­zieht, wenn es Dis­kurs gibt – es scheint, wir kön­nen dem, was Dis­kurs ist, kaum ent­kom­men –, das ist das, wor­auf der Dis­kurs sich be­zieht, bei et­was, wo­von er, die­ser Si­gni­fi­kant, durch­aus die ein­zi­ge Stüt­ze sein | [46] kann. Sei­ner Na­tur nach evo­ziert er ei­nen Re­fe­ren­ten. Nur kann das nicht der Rich­ti­ge sein, und des­halb ist der Re­fe­rent im­mer real, da er un­mög­lich zu be­zeich­nen ist. Wes­halb nichts and­res üb­rig bleibt, als ihn zu kon­stru­ie­ren. Und man kon­stru­iert ihn, wenn man kann.

Es gibt kei­nen Grund da­für, dass ich mich des­sen be­rau­be –. Wie auch im­mer, ich wer­de Sie den­noch nicht an das er­in­nern, was Sie alle ken­nen, da Sie es in ei­nem Hau­fen von ok­kul­tis­ti­schem Müll ge­le­sen ha­ben, mit dem Sie, wie all­ge­mein be­kannt, Ih­ren Durst lö­schen, nicht wahr, ich spre­che nicht von yang und yin, wie alle ken­nen Sie das, nicht wahr: das Männ­li­che und das Weib­li­che. Das wird so ge­schrie­ben.

yang

Sie bil­den sehr schö­ne klei­ne Schrift­zei­chen. Das ist das yang.

Und was das yin an­geht, so wer­de ich es Ih­nen ein an­de­res Mal an­schrei­ben. Ich wer­de Ih­nen das ein an­de­res Mal an­schrei­ben, da ich, was das an­geht, nicht sehe, war­um ich es mit die­sen chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen, die nur we­ni­gen von Ih­nen et­was sa­gen, über­trei­ben soll­te. Den­noch wer­de ich mich ih­rer be­die­nen.

Wir sind auch nicht dazu da, um Kunst­stü­cke vor­zu­füh­ren. Wenn ich zu Ih­nen dar­über spre­che, dann des­halb, weil ganz of­fen­kun­dig ist, dass hier das Bei­spiel für un­auf­find­ba­re Re­fe­ren­ten ist.

Das be­deu­tet nicht, ver­dammt, dass sie nicht real wä­ren. Der Be­weis be­steht dar­in, dass wir da­mit noch be­las­tet sind.

Wenn ich von der Lin­gu­is­tik ei­nen me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch ma­che, dann aus­ge­hend da­von, dass das Un­be­wuss­te sich nicht an eine For­schung an­pas­sen kann, ich mei­ne die Lin­gu­is­tik, die un­halt­bar ist. Das hin­dert nicht dar­an, sie fort­zu­set­zen. Na­tür­lich ist das eine Wet­te / ein aus­sichts­lo­ses Un­ter­fan­gen, aber von der Wet­te habe ich be­reits hin­rei­chend Ge­brauch ge­macht, um zu wis­sen, so dass Sie wis­sen soll­ten, dass Sie ver­mu­ten soll­ten, dass das zu et­was die­nen kann. Es ist ge­nau­so wich­tig zu ver­lie­ren wie zu ge­win­nen.

Die Lin­gu­is­tik kann nur eine Me­ta­pher sein, die be­trie­ben wird, um nicht zu lau­fen.

Aber letzt­lich in­ter­es­siert uns das sehr, denn Sie wer­den es se­hen – Sie wer­den es se­hen, ich kün­di­ge es Ih­nen an, das ist das, was ich Ih­nen in die­sem Jahr zu sa­gen habe –, näm­lich dass es die­sel­be Me­ta­pher ist, in der die Psy­cho­ana­ly­se sich mit vol­len Se­geln fort­be­wegt / ver­schiebt (dé­place).

Das ist et­was, was mir na­he­ge­legt wur­de durch die­se Rück­kehr – ein­fach so, schließ­lich weiß man, was das ist – zu mei­ner al­ten klei­nen Kennt­nis des Chi­ne­si­schen. Schließ­lich, war­um habe ich das gar nicht so schlecht ver­stan­den, ich mei­ne, als ich das bei mei­nem ver­ehr­ten Leh­rer De­mié­vil­le ge­lernt habe? Ich war be­reits Psy­cho­ana­ly­ti­ker.

[47] Also, dass es im­mer­hin eine Spra­che (lan­gue) gibt, in der das Fol­gen­de, ich schrei­be es mehr oder we­ni­ger gut mit Krei­de, gut, im­mer­hin ist das ei­ni­ger­ma­ßen klar. Ich schrei­be es noch­mal. Ler­nen Sie, das zu schrei­ben, das wird Ih­nen hel­fen. [Ge­läch­ter]

wei

Das wird wei ge­le­sen, und das funk­tio­niert zu­gleich in der For­mel wu wei, was „nicht-han­deln“ be­deu­tet, also be­deu­tet dies [wei] „han­deln“.

Und dann se­hen Sie auch ohne Wei­te­res, dass wei als „wie“ ver­wen­det wird, es be­deu­tet „wie“. Das heißt, dass es als Kon­junk­ti­on dient, um eine Me­ta­pher zu bil­den, oder bes­ser, es be­deu­tet „in­so­fern es sich auf et­was Der­ar­ti­ges be­zieht“, was noch mehr in der Me­ta­pher ist. „In­so­fern es sich auf et­was Der­ar­ti­ges be­zieht“, das heißt ge­nau, dass es das nicht ist, da es ja ge­zwun­gen ist, sich dar­auf zu be­zie­hen.

Wenn eine Sa­che sich auf eine an­de­re be­zieht, wird der mög­li­chen Ver­wen­dung die­ses Aus­drucks wei die größ­te Aus­deh­nung ge­ge­ben, die größ­te Fle­xi­bi­li­tät, wo­bei der Aus­druck den­noch „han­deln“ be­deu­tet. Das ist nicht schlecht, eine sol­che Spra­che, eine Spra­che, in der die Ver­ben – und die Mehr-Ver­ben (les plus-ver­bes), „han­deln“, was wäre mehr Verb, was wäre mehr ak­ti­ves Verb? –, in der die Ver­ben sich in win­zi­ge Kon­junk­tio­nen ver­wan­deln. Und das ist üb­lich. Das hat mir je­doch sehr ge­hol­fen, um die Funk­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten zu ver­all­ge­mei­nern, auch wenn das bei ei­ni­gen Lin­gu­is­ten, die kein Chi­ne­sisch kön­nen, Be­klem­mun­gen her­vor­ruft.

Ich wür­de eine ge­wis­se Per­son bei­spiels­wei­se gern fra­gen, wie für sie die zwei­fa­che Glie­de­rung, von der sie seit Jah­ren be­stän­dig spricht – denn die zwei­fa­che Glie­de­rung, die bringt uns noch um –, die zwei­fa­che Glie­de­rung, was ist da­mit im Chi­ne­si­schen? Nun?

Im Chi­ne­si­schen, nun, se­hen Sie, da ist die ers­te Glie­de­rung ganz al­lein, und es er­gibt sich, dass sie ein­fach so ei­nen Sinn her­vor­bringt, was im­mer wie­der dazu führt – da alle Wör­ter Ein­sil­ber sind –, dass man nicht sa­gen kann, dass es das Pho­nem gibt, wel­ches nichts be­deu­tet, und dann die Wör­ter, die et­was be­deu­ten – zwei Glie­de­run­gen, zwei Ebe­nen. Ja, selbst auf der Ebe­ne des Phon­ems be­deu­tet das et­was.

Das schließt kei­nes­wegs aus, dass, wenn sie meh­re­re Pho­neme zu­sam­men­fü­gen, die be­reits et­was be­deu­ten, dass das zu­sam­men, ganz wie bei uns, ein lan­ges Wort aus meh­re­ren Sil­ben er­gibt, das je­doch ei­nen Sinn hat, der in kei­ner Be­zie­hung zu dem steht, was je­des ein­zel­ne Pho­nem be­deu­tet. Also, die zwei­fa­che Glie­de­rung, die ist doch zum La­chen! Es ist ko­misch, dass man sich nicht dar­an er­in­nert, dass es eine der­ar­ti­ge Spra­che gibt, wenn man eine Funk­ti­on der zwei­fa­chen Glie­de­rung als et­was All­ge­mei­nes be­haup­tet, als et­was, was für die Spra­che kenn­zeich­nend ist. Ich will gern zu­ge­ben, dass al­les, was ich sage, eine | [48] Dumm­heit ist, aber man möge es mir er­klä­ren! Gäbe es hier doch ei­nen Lin­gu­is­ten, der mir sa­gen wür­de, wor­in im Chi­ne­si­schen die zwei­fa­che Glie­de­rung be­steht!

Nun also, die­ses wei, so, um Sie dar­an zu ge­wöh­nen, füh­re ich es bei Ih­nen ein, wie man sagt, aber ganz sach­te. [Ge­läch­ter] Ich wer­de Ih­nen noch ein Mi­ni­mum von wei­te­ren <chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen> lie­fern, die aber schließ­lich zu et­was die­nen kön­nen.

Es er­leich­tert die Din­ge üb­ri­gens un­ge­mein, dass die­ses Verb zu­gleich „han­deln“ ist und die Kon­junk­ti­on der Me­ta­pher. Viel­leicht ist ja das „Im An­fang war die Tat“, wie mal je­mand ge­sagt hat, viel­leicht ist das ge­nau das­sel­be wie zu sa­gen „en ar­chē …“, „am An­fang war das Wort“. Viel­leicht gibt es kein an­de­res Han­deln als die­ses.

Das Schreck­li­che, nicht wahr, ist dies, dass ich Sie mit der Me­ta­pher lan­ge so her­um­füh­ren kann und dass Sie, je wei­ter ich gehe, des­to mehr in die Irre ge­führt wer­den, da die Ei­gen­art der Me­ta­pher eben dar­in be­steht, nicht ganz al­lein zu sein. Es gibt auch die Me­to­ny­mie, die wäh­rend die­ser Zeit funk­tio­niert, so­gar wäh­rend ich zu Ih­nen spre­che. Da es je­doch die Me­ta­pher <ist>, wie die­se sehr kom­pe­ten­ten, sehr sym­pa­thi­schen Leu­te sa­gen, die sich Lin­gu­is­ten nen­nen –.

Sie sind so­gar so kom­pe­tent, dass sie ge­nö­tigt wa­ren, den Be­griff der Kom­pe­tenz zu er­fin­den. [Ge­läch­ter] Die Spra­che (lan­gue), das ist die Kom­pe­tenz an sich. Und au­ßer­dem, das stimmt, ist man in nichts an­de­rem kom­pe­tent.

Al­ler­dings gibt es – wie auch die Lin­gu­is­ten mit­be­kom­men ha­ben – nur eine Art, das zu be­wei­sen, und das ist die Per­form­anz. Das sind die Lin­gu­is­ten, die das so nen­nen, „Per­form­anz“, ich nicht, ich habe da­für kei­nen Be­darf. Ich bin da­bei, sie zu voll­zie­hen, die Per­form­anz. Und in­dem ich die Per­form­anz er­brin­ge, zu Ih­nen über die Me­ta­pher zu spre­chen, füh­re ich Sie da­mit na­tür­lich in die Irre, denn das ein­zig In­ter­es­san­te ist das, was sich bei der Per­form­anz er­eig­net, näm­lich die Pro­duk­ti­on von Mehr­lust, die Ihre und die­je­ni­ge, die Sie mir zu­schrei­ben, wenn Sie nach­den­ken. Das pas­siert Ih­nen. Das pas­siert Ih­nen vor al­lem, um sich zu fra­gen, was ich hier bloß an­stel­le. Man muss wohl glau­ben, dass mir das Lust ver­schaf­fen muss, auf der Ebe­ne die­ser Mehr­lust, die Sie drängt. Wie ich Ih­nen be­reits er­klärt habe, ist dies die Ebe­ne, auf der sich die Ope­ra­ti­on der Me­to­ny­mie voll­zieht, dank de­rer Sie fast über­all­hin ge­bracht wer­den kön­nen, an der Nase her­um­ge­führt wer­den kön­nen, na­tür­lich nicht ein­fach, um Sie in den Kor­ri­dor zu füh­ren. | [49] Aber das ist nicht das, was in­ter­es­sant ist, Sie in den Kor­ri­dor zu brin­gen, und nicht ein­mal, Sie auf öf­fent­li­chem Platz zu schla­gen. Das In­ter­es­san­te ist, Sie hier zu hal­ten, wohl­ge­ord­net, ziem­lich eng, dicht an­ein­an­der­ge­drängt. So­lan­ge Sie hier sind, fü­gen Sie nie­man­dem Scha­den zu. [All­ge­mei­ne Hei­ter­keit]

Das wird uns füh­ren, das wird uns ziem­lich weit füh­ren, die­se klei­nen Spä­ße, denn wir wer­den im­mer­hin ver­su­chen, von hier aus die Funk­ti­on des li zu ar­ti­ku­lie­ren. Sie ver­ste­hen, ich er­in­ne­re Sie an die­se Ge­schich­te der Mehr­lust, ich er­in­ne­re Sie so dar­an, wie ichs halt kann.

Es ist ziem­lich si­cher, dass sie nur de­fi­nier­bar ge­we­sen ist, durch mich, aus­ge­hend von was? von ei­ner se­riö­sen Kon­struk­ti­on aus, der­je­ni­gen der Ob­jekt­be­zie­hung, wie sie in der als freu­dia­nisch be­zeich­ne­ten Er­fah­rung zu­ta­ge tritt.

Das ge­nügt nicht. Das ge­nügt nicht! Das ge­nügt nicht, es war nö­tig, dass ich die­se Be­zie­hung in eine Form gie­ße, dass ich ihr den Napf des Mehr­werts ma­che, des Mehr­werts von Marx, eine Ver­wen­dung, an die nie­mand ge­dacht hat­te. Der Marx’sche Mehr­wert, dar­auf kommt man nicht ein­fach so. Wenn das er­fun­den wird, dann in dem Sin­ne, in dem das Wort „Er­fin­dung“ be­deu­tet, dass man eine gute Sa­che fin­det, die in ei­ner klei­nen Ecke be­reits rich­tig in­stal­liert ist, an­ders ge­sagt, dass man ei­nen glück­li­chen Fund macht. Um ei­nen glück­li­chen Fund zu ma­chen, nun ja, dazu war es nö­tig, dass das be­reits ziem­lich gut po­liert ist, ein­ge­schlif­fen ist – und wo­durch? durch ei­nen Dis­kurs. Die Mehr­lust und der Mehr­wert kön­nen also nur in ei­nem ent­wi­ckel­ten Dis­kurs ent­deckt wer­den, bei dem es nicht dar­um geht, dar­über zu dis­ku­tie­ren, ob man ihn als Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten de­fi­nie­ren kann.

Sie sind nicht wirk­lich neu­gie­rig und dann vor al­lem we­nig in­ter­ven­tio­nis­tisch, der­art, dass im letz­ten Jahr, als ich zu Ih­nen über den Dis­kurs des Herrn sprach, nie­mand es fer­tig ge­bracht hat, mich zu kit­zeln, um mich zu fra­gen, wie dar­in der Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten zu ver­or­ten wäre. Was mich an­geht, so hat­te ich das er­war­tet. Ich ver­lan­ge nur, es Ih­nen zu er­klä­ren, ins­be­son­de­re da es ein­fach ist wie al­les – eine ganz klei­ne Sa­che, die sich dreht, und an Ih­rem Dis­kurs des Herrn zeigt sich als all das, was dar­über hin­aus in den Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten um­ge­wan­delt wer­den kann.

Das Wich­ti­ge ist nicht dies; der Be­zug auf Marx war hin­rei­chend, um zu zei­gen, dass das in engs­ter Be­zie­hung zu die­sem Dis­kurs des Herrn stand.

Wor­auf ich da­mit hin­aus­will, ist dies: Um et­was zu er­fas­sen, was so we­sent­lich ist wie das, was hier, sa­gen wir, die Stüt­ze ist – die Stüt­ze, je­der weiß, dass ich Sie da­mit nicht ge­ra­de über­schüt­te, das ist die Sa­che, der ich am meis­ten miss­traue, weil man da­mit na­tür­lich die schlimms­ten Ex­tra­po­la­tio­nen vor­nimmt, da­mit macht man, um es deut­lich zu sa­gen, Psy­cho­lo­gie, Psy­cho­lo­gie, das ist das, was für uns wohl not­wen­dig ist, um er­rei­chen zu kön­nen, sich die Funk­ti­on der Spra­che aus­zu­den­ken –, also, wenn ich mir klar­ma­che, dass die Me­to­ny­mie die Stüt­ze der Mehr­lust ist, dann heißt das, dass ich da gänz­lich ge­recht­fer­tigt bin, | [50] das ist das, was be­wirkt, dass Sie mir fol­gen, des­we­gen näm­lich, weil die­se Mehr­lust we­sent­lich ein glei­ten­des Ob­jekt ist, un­mög­lich, die­ses Glei­ten an ir­gend­ei­nem Punkt des Sat­zes an­zu­hal­ten.

Nichts­des­to­we­ni­ger, war­um soll­ten wir es uns ver­sa­gen, wahr­zu­neh­men, dass die Tat­sa­che, dass sie in ei­nem Dis­kurs ver­wend­bar ist – ob lin­gu­is­tisch oder nicht, ich habs Ih­nen be­reits ge­sagt, das ist mir egal –, in ei­nem Dis­kurs, der der mei­ne ist, und dass sie es nur ist, in­dem er sich nicht beim Dis­kurs, son­dern bei der Lo­gik des Ka­pi­ta­lis­ten et­was aus­leiht, das ist et­was, was uns ein­führt, viel­mehr was uns zu dem hin­führt, was ich hier das letz­te Mal ein­ge­bracht habe und was ei­ni­ge ein ganz klein biss­chen per­plex zu­rück­ge­las­sen hat.

Je­der weiß, dass ich das, was ich Ih­nen zu er­zäh­len habe, im­mer mit ei­nem klei­nen Ga­lopp be­en­det, viel­leicht, weil ich vor­her zu sehr ge­bum­melt, ge­trö­delt habe, wie ei­ni­ge mir sa­gen. Was wol­len Sie, je­dem sei­nen Rhyth­mus! So ma­che ich eben Lie­be.

Ich habe zu Ih­nen über eine un­ter­ent­wi­ckel­te Lo­gik ge­spro­chen. Das hat ei­ni­ge dazu ge­bracht, sich den Kopf zu krat­zen. Was soll das sein, die­se un­ter­ent­wi­ckel­te Lo­gik?

Ge­hen wir von Fol­gen­dem aus. Ich hat­te zu­vor deut­lich ge­macht, das, was durch die Aus­wei­tung des Ka­pi­ta­lis­mus be­för­dert wird, ist die Un­ter­ent­wick­lung.  Nun ja, ich wer­de es jetzt sa­gen, denn je­man­dem, den ich am Aus­gang ge­trof­fen hat­te und dem ich et­was an­ver­traut hat­te, dem hat­te ich ge­sagt: „Ei­gent­lich woll­te ich die Sa­che da­mit il­lus­trie­ren, dass ich sag­te, dass Ni­xon tat­säch­lich Hou­phouët-Boi­gny in Per­son ist.“ „Oh“, hat er mir ge­sagt, „das hät­ten Sie sa­gen sol­len!“ [Ge­läch­ter] Nun, ich sage es.

Der ein­zi­ge Un­ter­schied zwi­schen den bei­den be­steht dar­in, dass Herr Ni­xon, wie es heißt, psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist. [Ge­läch­ter] Das Er­geb­nis se­hen Sie ja! [Ge­läch­ter] Wenn je­mand auf be­stimm­te Wei­se psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist – und das gilt im­mer, in al­len Fäl­len –, wenn er auf eine be­stimm­te Wei­se psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist, in ei­nem be­stimm­ten Feld, in ei­ner be­stimm­ten Schu­le, durch Leu­te, die man be­nen­nen kann, nun, dann ist das un­heil­bar. [Ge­läch­ter] Man muss die Din­ge doch sa­gen wie sie sind. [Ge­läch­ter] Das ist un­heil­bar, das geht so­gar sehr weit. Bei­spiels­wei­se ist of­fen­kun­dig, dass es aus­ge­schlos­sen ist, dass je­mand, der ir­gend­wo psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist, an ei­nem be­stimm­ten Ort, durch be­stimm­te Per­so­nen, die ge­nannt wer­den kön­nen, nicht durch ir­gend­wel­che, nun, er kann von dem, was ich sage, nichts ver­ste­hen. Das ist vor­ge­kom­men und da­für gibts Be­wei­se. [Ge­läch­ter] Es er­schei­nen so­gar tag­täg­lich Bü­cher, um das zu be­wei­sen.

Al­lein das wirft je­doch be­reits Fra­gen dar­über auf, wie es mit den Mög­lich­kei­ten der Per­form­anz steht, also da­mit, in ei­nem be­stimm­ten Dis­kurs zu funk­tio­nie­ren.

Also, wenn der Dis­kurs hin­rei­chend ent­wi­ckelt ist, gibt es et­was, sa­gen wir nicht mehr dar­über; die­ses Et­was, es stellt sich her­aus, dass Sie es sind – aber das ist rei­ner Zu­fall, nie­mand kennt Ihr Ver­hält­nis zu die­sem Et­was –, das ist ein Et­was, das Sie den­noch be­trifft.

Das also schreibt sich so: | [51]

xing

Ge­le­sen wird das, in klas­si­scher fran­zö­si­scher Tran­skrip­ti­on, als sing. Wenn sie vor sing ein h set­zen, ist das die eng­li­sche Tran­skrip­ti­on. Und die neu­es­te chi­ne­si­sche Tran­skrip­ti­on, wenn ich mich nicht irre, denn letzt­lich ist das rein kon­ven­tio­nell, wird so ge­schrie­ben: xing; na­tür­lich wird das nicht xing aus­ge­spro­chen, son­dern sing. Das heißt „die Na­tur“.

Das ist im­mer­hin die­se Na­tur, von der Sie ha­ben se­hen könn­ten, dass ich sie aus der Sa­che nicht aus­schlie­ße, weit da­von ent­fernt. Falls Sie nicht völ­lig taub sind, ha­ben Sie im­mer­hin fest­stel­len kön­nen, dass die ers­te Sa­che, die der Mühe wert war, fest­ge­hal­ten zu wer­den, von dem, was ich Ih­nen bei un­se­rem ers­ten Ge­spräch ge­sagt habe, die war, dass sich der Si­gni­fi­kant – dar­auf  habe ich be­stan­den – über­all in der Na­tur her­um­treibt. Ich habe zu Ih­nen über die Ster­ne ge­spro­chen, ge­nau­er: über die Kon­stel­la­tio­nen, denn es gibt Stern und Stern.

Seit Jahr­hun­der­ten im­mer­hin ist der Him­mel dies: Wich­tig ist der ers­te Strich, der­je­ni­ge, der oben ist. Das ist eine Plat­te, eine Wand­ta­fel. Denn man wirft mir vor, dass ich mich der Wand­ta­fel be­die­ne. Das ist al­les, was uns als Him­mel bleibt, mei­ne lie­ben Freun­de, und dar­um be­die­ne ich mich ih­rer, um dar­auf das zu schrei­ben, was Ihre Kon­stel­la­tio­nen sein müs­sen.

Nun also, ein hin­rei­chend ent­wi­ckel­ter Dis­kurs, aus die­sem Dis­kurs er­gibt sich, dass Sie alle – und ob Sie hier sind oder in den USA, ist das­sel­be, und ge­nau­so an­ders­wo –, dass Sie im Ver­hält­nis zu die­sem Dis­kurs un­ter­ent­wi­ckelt sind. Ich spre­che von die­sem Et­was, von die­sem Et­was, für das man sich in­ter­es­sie­ren soll­te, was aber si­cher­lich das ist, wo­von man spricht, wenn man von Ih­rer Un­ter­ent­wick­lung spricht. Wo ge­nau soll man es ver­or­ten? Was dar­über sa­gen? Man be­treibt kei­ne Phi­lo­so­phie, wenn man fragt, was von dem, was ge­schieht, die Sub­stanz ist.

Es gibt <hier­zu> Din­ge bei dem ge­schätz­ten Meng­zi. Ich sehe schließ­lich kei­nen Grund, Sie auf die Fol­ter zu span­nen, ich habe wirk­lich kei­ne Hoff­nung, dass Sie sich die Mühe ma­chen wer­den, die Nase da hin­ein zu ste­cken, ich wer­de also – ge­nau­so gut, war­um nicht? – zu dem über­ge­hen, was ich in drei ab­ge­stuf­ten Ebe­nen be­han­deln soll­te, vor al­lem, da er uns au­ßer­ge­wöhn­lich in­ter­es­san­te Din­ge ge­sagt hat. Es gibt da et­was, man weiß üb­ri­gens nicht, wie das auf­taucht, weil das Gott weiß wie ge­macht ist, das ist eine Col­la­ge, die­ses Buch von Meng­zi, die Din­ge,  wie man so sagt, fol­gen auf­ein­an­der und äh­neln sich nicht. Also kurz, | [52] ne­ben die­sem Be­griff des xing, der Na­tur, taucht plötz­lich der des ming auf, des „De­krets des Him­mels“.

ming

Of­fen­kun­dig könn­te ich mich sehr gut an das ming hal­ten, an das De­kret des Him­mels, das heißt, mei­nen Dis­kurs fort­set­zen, was al­les in al­lem be­sagt „das ist so, weil es so ist“.

Ei­nes Ta­ges dräng­te die Wis­sen­schaft auf un­ser Ter­rain. Zur sel­ben Zeit mach­te der Ka­pi­ta­lis­mus Dumm­hei­ten. Und dann, mein Gott, gibt es ei­nen Typ – Gott weiß war­um, De­kret des Him­mels –, gibt es Marx, der, aufs Gan­ze ge­se­hen, dem Ka­pi­ta­lis­mus ein ziem­lich lan­ges Über­le­ben zu­ge­si­chert hat. Und dann gibt es Freud, der plötz­lich von et­was be­un­ru­higt war, das of­fen­kun­dig zum ein­zi­gen Ele­ment von In­ter­es­se wur­de und das noch in ei­ner ge­wis­sen Be­zie­hung zu die­ser Sa­che stand, die man frü­her ge­träumt hat und die sich „Er­kennt­nis“ nann­te. Zu ei­ner Zeit, in der es nicht mehr die ge­rings­te Spur von et­was gab, was ei­nen Sinn von die­ser Art hat­te, ist ihm klar­ge­wor­den, dass es das Sym­ptom gab.

Und da sind wir. Das Sym­ptom, das ist das, wor­um sich al­les dreht, wo­von wir, wie man sagt, wenn das Wort noch ei­nen Sinn hät­te, eine Idee ha­ben kön­nen. Das Sym­ptom ist das, wor­an Sie sich ori­en­tie­ren, Sie alle, die Sie hier sind. Das Ein­zi­ge, was Sie in­ter­es­siert und was nicht flach­fällt, was als In­for­ma­ti­on nicht ein­fach un­brauch­bar ist, das sind Din­ge, die als Sym­ptom er­schei­nen, das heißt im Prin­zip Din­ge, die Ih­nen Zei­chen ge­ben, bei de­nen man aber nichts be­greift. Das ist die ein­zig si­che­re Sa­che, näm­lich dass es Din­ge gibt, die Ih­nen Zei­chen ge­ben, bei de­nen man nichts be­greift.

Ich möch­te Ih­nen sa­gen, wie der Mensch – das ist un­über­setz­bar, so ist das, das ist der Typ, das ist der rich­ti­ge Typ – ganz ei­gen­ar­ti­ge klei­ne Dre­hun­gen des Jon­glie­rens und des Aus­tauschs voll­zieht, zwi­schen dem xing und dem ming.

Das ist of­fen­kun­dig zu schwie­rig, als dass ich heu­te zu Ih­nen dar­über spre­chen könn­te, ich stel­le es je­doch an den Ho­ri­zont, an die Spit­ze, um Ih­nen zu sa­gen, dass wir dort hin­kom­men müs­sen, denn die­ses xing ist je­den­falls et­was, was nicht geht, was un­ter­ent­wi­ckelt ist, und man muss sich dar­über im Kla­ren sein, wo man es hin­stel­len soll.

Dass es „Na­tur“ be­deu­ten kann, hat et­was nicht be­son­ders  Be­frie­di­gen­des, an­ge­sichts des Zu­stan­des, in dem die Din­ge hin­sicht­lich der Na­tur­ge­schich­te | [53] sind. Die­ses xing, es gibt kei­ner­lei Chan­ce, dass wir es in die­ser Sa­che fin­den, die enorm schwer zu er­lan­gen ist, fest­zu­ma­chen ist, und die Mehr­lust heißt. Wenn das so glei­tend ist, ist es nicht leicht, die Hand dar­auf zu le­gen. Es ist je­doch nicht dies, si­cher­lich nicht, wor­auf wir uns be­zie­hen, wenn wir von Un­ter­ent­wick­lung spre­chen.

Ich weiß durch­aus: Wenn ich jetzt Schluss ma­che, da die Stun­de, mein Gott, vor­an­ge­schrit­ten ist, wer­de ich Sie viel­leicht ein klein we­nig zu sehr in Atem hal­ten. Ich will je­doch auf die Ebe­ne des me­ta­pho­ri­schen Han­delns zu­rück­kom­men, um Ih­nen zu sa­gen, da dies heu­te mein An­gel­punkt war, wie die Lin­gu­is­tik – an­ge­mes­sen fil­triert, kri­ti­siert, fo­kus­siert –, kurz, um es deut­lich zu sa­gen, un­ter der Be­din­gung, dass wir da­mit ge­nau das ma­chen, was wir wol­len – und das, was die Lin­gu­is­ten ma­chen, mein Gott, war­um soll­te man dar­aus kei­nen Nut­zen zie­hen? Es kann vor­kom­men, dass sie et­was Brauch­ba­res ma­chen.

Wenn die Lin­gu­is­tik das ist, was ich vor­hin ge­sagt habe, eine Me­ta­pher, die aus­drück­lich dazu her­ge­stellt wird, um nicht zu funk­tio­nie­ren, dann kann Ih­nen das viel­leicht Ide­en dazu ein­ge­ben, was denn un­ser Ziel sein könn­te, von wo­her wir es mit Meng­zi hal­ten und dann mit ei­ni­gen an­de­ren sei­ner Zeit, die wuss­ten, was sie sag­ten. Denn man darf die Un­ter­ent­wick­lung kei­nes­falls mit der Rück­kehr zu ei­nem ar­chai­schen Zu­stand ver­wech­seln; es ist nicht so, dass ich Ih­nen Meng­zi, da er im drit­ten Jahr­hun­dert vor Chris­tus leb­te, als eine pri­mi­ti­ve Men­ta­li­tät dar­stel­le. Ich stel­le ihn für Sie als je­man­den dar, der bei dem, was er sag­te, wahr­schein­lich ei­nen Teil der Din­ge wuss­te, die wir nicht wis­sen, wenn wir das­sel­be sa­gen.

Dies ist also das, was uns dazu die­nen kann, um mit ihm zu ler­nen, eine Me­ta­pher zu stüt­zen, die nicht dazu be­trie­ben wird, um nicht zu funk­tio­nie­ren, son­dern de­ren Ak­ti­on wir in der Schwe­be hal­ten. Hier wer­den wir viel­leicht ver­su­chen, den not­wen­di­gen Weg zu zei­gen.

Und da­mit las­se ich es für heu­te ge­nug sein – im Hin­blick auf ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre.

Französisch/Deutsch mit Anmerkungen

Zah­len in ecki­gen Klam­mern und grau­er Schrift ver­wei­sen auf die Sei­ten von Mil­lers Aus­ga­be des Se­mi­nars.

[39] Vous n’êtes pas en très grand nom­bre…

Sie sind ja nicht zahl­reich.

On me de­man­dait si je fe­rai mon sé­min­aire en rai­son de la grè­ve.

Ich bin ge­fragt wor­den, ob ich mein Se­mi­nar ab­hal­te, we­gen des Streiks.

Il y a même deux – ou une peut-être seu­le­ment, mais peut-être deux – de ces per­son­nes qui m’ont de­man­dé quel­le était mon opi­ni­on sur la grè­ve, plus ex­ac­te­ment qui l’ont de­man­dé à ma se­cré­taire.

Es gibt so­gar zwei von die­sen Leu­ten – oder viel­leicht war es nur ei­ner, viel­leicht aber zwei –, die mich ge­fragt ha­ben, was ich vom Streik hal­te, ge­nau­er: die das mei­ne Se­kre­tä­rin ge­fragt ha­ben.

Eh bien, moi, je vous la de­man­de !

Nun, eben das fra­ge ich Sie.

Per­son­ne n’a rien à fai­re va­loir en fa­veur de la grè­ve à pro­pos tout au mo­ins de ce sé­min­aire ?

Hat nie­mand et­was zu­guns­ten des Streiks vor­zu­brin­gen, zu­min­dest be­zo­gen auf die­ses Se­mi­nar?

Je ne vais pas vous fai­re… fai­re dé­faut à vot­re pré­sence.

Ich wer­de mich nicht –; ich wer­de mich Ih­rer Ge­gen­wart nicht ent­zie­hen.2

J’étais pour­tant moi-même, ce ma­tin, as­sez por­té à fai­re la grè­ve.

Heu­te früh war ich je­doch selbst drauf und dran, in Streik zu tre­ten.

J’y éta­is por­té en rai­son de ceci que la per­son­ne dont je vi­ens de par­ler, ma se­cré­taire, m’a mon­tré une pe­ti­te ru­bri­que dans le jour­nal con­cer­nant la­di­te grè­ve, le mot d’ordre de grè­ve et au­quel était ad­joint, vu le jour­nal dont il s’agissait, un com­mu­ni­qué du mi­nis­tè­re de l’Éducation na­tio­na­le con­cer­nant tout ce qui avait été fait pour l’Université : les mo­y­ennes des em­plois d’enseignants qui sont ré­ser­vées par nom­bre d’étudiants, etc.

Ich war des­halb dazu be­reit, weil die Per­son, von der ich eben ge­spro­chen habe, mei­ne Se­kre­tä­rin, mir in der Zei­tung eine klei­ne Ru­brik über den er­wähn­ten Streik ge­zeigt hat, über den Streik­auf­ruf, dem, in An­be­tracht der Zei­tung, um die es ging, ein Kom­mu­ni­qué des Mi­nis­ters für na­tio­na­le Er­zie­hung hin­zu­ge­fügt war, über all das, was für die Uni­ver­si­tät ge­tan wor­den ist: die durch­schnitt­li­che Zahl der an­ge­stell­ten Leh­ren­den im Ver­hält­nis zur An­zahl der Stu­die­ren­den usw.

Je n’irai pas, bien sûr, à con­tes­ter ces sta­tis­ti­ques.

Ich wer­de na­tür­lich nicht dar­an­ge­hen, die­se Sta­tis­ti­ken zu be­strei­ten,

Néan­mo­ins la con­clu­si­on qui en est ti­rée, de cet ef­fort très lar­ge qui de­v­rait en tout cas sa­tis­fai­re, je dirai qu’elle n’est pas con­for­me à mes in­for­ma­ti­ons qui sont pour­tant de bon­ne source, de sor­te que, en rai­son de ceci, j’étais as­sez por­té à fai­re la grè­ve.

Den­noch möch­te ich sa­gen, dass die Schluss­fol­ge­rung, die dar­aus ge­zo­gen wird, aus die­ser sehr gro­ßen Be­mü­hung, dass sie in je­dem Fall be­frie­di­gend sein müs­se – ich möch­te sa­gen, dass sie mit mei­nen In­for­ma­tio­nen nicht über­ein­stimmt, die je­doch aus gu­ter Quel­le sind, der­art, dass ich aus die­sem Grun­de drauf und dran war, in Streik zu tre­ten.

Vot­re pré­sence me force­ra, di­sons par un fait qui comp­te, c’est ce qu’on ap­pel­le dans not­re lan­guage la cour­toi­sie, et dans une aut­re… à laquel­le j’ai an­non­cé com­me ça, par une sor­te de re­ve­nez-y, que je me ré­fé­re­rai, c’est à sa­voir la lan­gue chi­noi­se dont je me suis lais­sé al­ler à vous con­fier qu’elle fut un temps, en­fin j’en ai appris un tout pe­tit bout …ça s’appelle yi.

Ihre Ge­gen­wart wird mich zwin­gen <das Se­mi­nar ab­zu­hal­ten>, sa­gen wir auf­grund ei­ner Tat­sa­che, die zählt, näm­lich auf­grund von et­was, das in un­se­rer Spra­che als Höf­lich­keit be­zeich­net wird und in ei­ner an­de­ren, von der ich an­ge­kün­digt habe, dass ich mich auf­grund ei­ner Art An­häng­lich­keit wie­der dar­auf be­zie­hen wer­de, näm­lich in der chi­ne­si­schen Spra­che – bei der ich mich habe dazu hin­rei­ßen las­sen, Ih­nen an­zu­ver­trau­en, dass sie vor ei­ni­ger Zeit, kurz, ich habe ein ganz klei­nes Stück da­von ge­lernt –, da heißt das yi.

Yi dans la gran­de tra­di­ti­on, est une des quat­re ver­tus fon­da­men­ta­les – de qui ? de quoi ? – d’un hom­me, d’une cer­tai­ne date.

In der gro­ßen Tra­di­ti­on ist yi eine der vier Grund­tu­gen­den – von wem? von was? ei­nes Men­schen, zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt.

Et si j’en par­le, si j’en | [40] par­le com­me ça, com­me ça me vi­ent, puis­que je pen­sais avoir à tenir avec vous quel­ques pro­pos fa­mi­liers, c’est d’ailleurs sur ce plan que je pen­se aujourd’hui vous tenir.

Und wenn ich dar­über spre­che, wenn ich ein­fach so wie es mir kommt dar­über spre­che, da ich dach­te, ich soll­te Ih­nen ge­gen­über ei­ni­ge un­ge­zwun­ge­ne Be­mer­kun­gen ma­chen, dann ist es im Üb­ri­gen die­se Ebe­ne, auf der ich Sie heu­te zu hal­ten ge­den­ke.

Ça ne sera pas à pro­pre­ment par­ler ce que j’avais pré­pa­ré : à ma fa­çon quand même je ti­en­drai comp­te de cet­te grè­ve.

Das wird nicht ganz streng das sein, was ich vor­be­rei­tet habe; auf mei­ne Wei­se wer­de ich den Streik also den­noch be­rück­sich­ti­gen.

Et c’est d’une fa­çon – vous al­lez le voir, à quel ni­veau je vais pla­cer les cho­ses – c’est d’une fa­çon plus fa­mi­liè­re pour répond­re d’une fa­çon équi­ta­ble,

Und zwar auf eine Art – Sie wer­den se­hen, auf wel­cher Ebe­ne ich die Din­ge ver­or­ten wer­de –, auf eine un­ge­zwun­ge­ne­re Art, um auf an­ge­mes­se­ne Wei­se zu ant­wor­ten.

C’est à peu près le meilleur sens qu’on puis­se don­ner à ce yi : répond­re d’une fa­çon équi­ta­ble à cet­te pré­sence.

Das ist fast die bes­te Be­deu­tung, die man die­sem yi ge­ben kann: auf an­ge­mes­se­ne Wei­se auf die­se Ge­gen­wart zu ant­wor­ten.

Vous ver­rez que j’en pro­fi­terai pour ab­or­der un cer­tain nom­bre de points qui de­puis quel­que temps font équi­vo­que, c’est-à-dire que, puis­que aus­si bien quel­que cho­se est en ques­ti­on au ni­veau de l’Université, c’est aus­si au ni­veau de l’Université – à quoi dans bien des cas je dédai­gne de fai­re état de mou­ve­ments qui me par­vi­en­nent – à quoi je pen­se aujourd’hui de­voir répond­re.

Sie wer­den se­hen, dass ich das dazu nut­zen wer­de, um eine Rei­he von Punk­ten an­zu­ge­hen, die seit ei­ni­ger Zeit Miss­ver­ständ­nis­se her­vor­ru­fen, und das heißt, da zu­gleich auf der Ebe­ne der Uni­ver­si­tät et­was in Fra­ge ge­stellt wird, ist es auch die Ebe­ne der Uni­ver­si­tät – auf der ich es häu­fig ver­ach­te, mich auf Be­we­gun­gen zu be­zie­hen, die mich er­rei­chen –, auf der ich heu­te, wie ich den­ke, ant­wor­ten soll­te.

Com­me peut-être vous le savez – vot­re pré­sence en té­moi­g­ne-t-elle ou pas, com­ment le sa­voir ? – je ne suis, dans mon rap­port à la­di­te Uni­ver­sité, que dans une po­si­ti­on di­sons mar­gi­na­le.

Wie Sie viel­leicht wis­sen – ob Ihre Ge­gen­wart das be­zeugt oder nicht, wie soll man das wis­sen? –, bin ich im Ver­hält­nis zu be­sag­ter Uni­ver­si­tät nur in ei­ner, sa­gen wir, Rand­po­si­ti­on.

Elle croit de­voir me don­ner abri, ce dont cer­tes je lui dois hom­mage.

Sie glaubt, mir Un­ter­schlupf ge­wäh­ren zu müs­sen, wo­für ich ihr si­cher­lich Dank schul­de.

En­core se ma­ni­fes­te-t-il de­puis quel­que temps quel­que cho­se dont je ne peux pas ne pas tenir comp­te, étant don­né le champ dans le­quel je me trouve ens­eig­ner.

Al­ler­dings zeigt sich seit ei­ni­ger Zeit et­was, das ich nicht un­be­rück­sich­tigt las­sen kann, an­ge­sichts des Fel­des, in dem ich nun ein­mal un­ter­rich­te.

C’est un cer­tain nom­bre d’échos, de brui­ta­ges, de mur­mu­res qui me par­vi­en­nent du côté d’un champ dé­fi­ni de fa­çon uni­ver­si­taire et qui s’appelle la lin­gu­is­tique.

Das ist ein Ge­mur­mel, eine Rei­he von Echos, von Ge­räu­schen, die mich von ei­nem Feld her er­rei­chen, das auf uni­ver­si­tä­re Wei­se de­fi­niert ist und das Lin­gu­is­tik heißt.

Quand je par­le – bien sûr – de dédain, il ne s’agit pas d’un sen­ti­ment, il s’agit d’une con­du­i­te.

Na­tür­lich, wenn ich von Ver­ach­tung spre­che, geht es nicht um ein Ge­fühl, es geht um ein Ver­hal­ten.

Dans un temps – qui déjà re­mon­te jus­tement, si je me sou­vi­ens bien, à quel­que cho­se – ça doit fai­re, ça doit fai­re quoi ? – deux ans, c’est pas énor­me – il est sor­ti, dans une re­vue que per­son­ne ne lit plus, dont le nom fait dé­su­et : La Nou­vel­le Re­vue Françai­se, il est paru un cer­tain ar­ti­cle qui s’appelait Ex­er­ci­ces de style de Jac­ques La­can.

Vor ei­ni­ger Zeit, die be­reits et­was zu­rück­liegt – wenn ich mich recht er­in­ne­re so etwa, wie lan­ge wird das her sein? zwei Jah­re, das ist nicht be­son­ders viel –, da ist also in ei­ner Zeit­schrift, die nie­mand mehr liest, de­ren Name alt­mo­disch klingt, La Nou­vel­le Re­vue Françai­se, ein be­stimm­ter Ar­ti­kel er­schie­nen, der nann­te sich Stil­übun­gen von Jac­ques La­can.3

C’était un ar­ti­cle que moi j’ai si­gnalé d’ailleurs, j’étais à ce mo­ment-là sous le toit de l’École nor­ma­le – en­fin sous le toit… sous l’auvent, à la por­te.

Das war ein Ar­ti­kel, auf den ich üb­ri­gens hin­ge­wie­sen habe; zu dem Zeit­punkt war ich un­ter dem Dach der Éco­le nor­ma­le4, nun ja, un­ter dem Dach, un­ter dem Vor­dach, an der Tür.

J’ai dit : « Li­sez donc ça, c’est mar­rant ».

Ich habe ge­sagt: „Das soll­ten Sie le­sen, das ist ul­kig!“5

Il s’est avé­ré, com­me vous l’avez vu par la sui­te, que c’était peut-être un peu mo­ins mar­rant que ça en avait l’air, puis­que c’était en quel­que sor­te la clo­chet­te où j’avais plu­tôt – quoi­que je sois sourd – à en­tendre con­fir­ma­ti­on de ce qui m’avait déjà été an­non­cé, que ma place n’était plus | [41] sous cet au­vent.

Es hat sich ge­zeigt, wie Sie in der Fol­ge ge­se­hen ha­ben, dass das viel­leicht ein biss­chen we­ni­ger ul­kig war, als es den An­schein hat­te, denn das war ge­wis­ser­ma­ßen das Glöck­chen, bei dem ich viel­mehr – ob­wohl ich taub bin – die Be­stä­ti­gung von et­was hät­te hö­ren müs­sen, was mir be­reits an­ge­kün­digt wor­den war, näm­lich dass un­ter die­sem Vor­dach nicht län­ger mein Platz war.

C’est une con­fir­ma­ti­on que j’aurais pu en­tendre, par­ce que c’était écrit dans l’article.

Das war eine Be­stä­ti­gung, die ich hät­te ver­ste­hen kön­nen, denn in dem Ar­ti­kel stand das ge­schrie­ben.

C’était écrit, en­fin quel­que cho­se, je dois dire, d’assez gros : qu’on pou­vait es­pé­rer, au mo­ment où je ne se­rais plus sous l’auvent de l’École nor­ma­le, l’introduction dans la­di­te Éco­le, de la lin­gu­is­tique – je ne suis pas sûr de ci­ter très ex­ac­te­ment les ter­mes, vous pen­sez bien que je ne m’y suis pas re­por­té ce ma­tin, puis­que tout ça est im­pro­vi­sé – la lin­gu­is­tique de hau­te qua­lité, de hau­te ten­si­on, ou de n’importe quoi de cet­te es­pè­ce, en­fin quel­que cho­se qui dé­si­gnait en ef­fet que la lin­gu­is­tique avait quel­que cho­se – mon Dieu ! – de galva­u­dé dans le sein de cet­te Éco­le nor­ma­le.

Das stand da ge­schrie­ben, letzt­lich et­was ziem­lich Mas­si­ves, muss ich sa­gen: dass man in dem Au­gen­blick, in dem ich nicht mehr un­ter dem Vor­dach der Éco­le nor­ma­le wäre, die Ein­füh­rung der Lin­gu­is­tik in be­sag­te Éco­le er­hof­fen kön­ne – ich bin mir nicht si­cher, die Ter­mi­ni ganz ex­akt zu zi­tie­ren, da all dies im­pro­vi­siert ist, kön­nen Sie sich vor­stel­len, dass ich heu­te früh nicht wie­der rein­ge­schaut habe, –, der Lin­gu­is­tik von ho­her Qua­li­tät, von ho­her Spann­kraft oder et­was von die­ser Art, kurz et­was, wo­mit letzt­lich be­zeich­net wur­de, dass in die­ser Éco­le nor­ma­le die Lin­gu­is­tik, mein Gott, kom­pro­mit­tiert wor­den sei.

Au nom de quoi, grand Dieu ?

In wes­sen Na­men, gro­ßer Gott?

Je n’étais pas char­gé dans l’École nor­ma­le d’aucun ens­eig­ne­ment, mais si l’École nor­ma­le se trou­vait – à en­tendre cet au­teur – si peu in­itiée à la lin­gu­is­tique, ce n’était cer­tai­ne­ment pas à moi qu’il fal­lait s’en prend­re.

An der Éco­le nor­ma­le hat­te ich kei­nen Lehr­auf­trag6, und wenn die Éco­le nor­ma­le, die­sem Au­tor zu­fol­ge, in die Lin­gu­is­tik so we­nig ein­ge­weiht war, muss­te man sich be­stimmt nicht an mich hal­ten.

Ceci vous in­di­que le point sur le­quel j’entends tout de même pré­ciser quel­que cho­se ce ma­tin.

Das zeigt Ih­nen den Punkt, zu dem ich heu­te Vor­mit­tag den­noch et­was prä­zi­sie­ren möch­te.

C’est à sa­voir en ef­fet ceci, ceci qui est sou­le­vé et de­puis quel­que temps avec une sor­te d’insistance – le thè­me est re­pris d’une fa­çon mo­ins… mo­ins lé­gè­re dans un cer­tain nom­bre d’interviews.

Das ist näm­lich et­was, was an­ge­spro­chen wor­den ist, und seit ei­ni­ger Zeit mit ei­ner ge­wis­sen Be­harr­lich­keit; auf eine we­ni­ger lo­cke­re Wei­se wird das The­ma in ei­ner Rei­he von In­ter­views auf­ge­grif­fen.

Il y a une ques­ti­on qui est sou­le­vée au­tour de quel­que cho­se : « est-on struc­tu­ra­lis­te ou pas quand on est lin­gu­is­te ? »

Es gibt da eine Fra­ge, die sich um Fol­gen­des dreht „Wenn man Lin­gu­ist ist, ist man dann Struk­tu­ra­list oder nicht?“

Et on tend à se dé­mar­quer, n’est-ce pas, on dira : « Je suis fonc­tionna­lis­te ».

Und man ver­sucht, sich da­von ab­zu­gren­zen, nicht wahr, man wird sa­gen: „Ich bin Funk­tio­na­list.“7

« Je suis fonc­tionna­lis­te », pour­quoi ?

Ich bin Funk­tio­na­list“ – war­um?8

Par­ce que le struc­tu­ra­lis­me c’est quel­que cho­se – d’ailleurs de pure in­ven­ti­on jour­na­lis­tique, c’est moi qui le dis – le struc­tu­ra­lis­me est tout de même quel­que cho­se qui sert d’étiquette et qui bien sûr, étant don­né ce qu’il in­clut, à sa­voir un cer­tain sé­rieux, n’est pas sans in­quié­ter.

Weil der Struk­tu­ra­lis­mus zwar et­was ist, was auf eine rein jour­na­lis­ti­sche Er­fin­dung zu­rück­geht, das ist mei­ne per­sön­li­che Auf­fas­sung, weil der Struk­tu­ra­lis­mus aber den­noch et­was ist, was als Eti­kett dient und was si­cher­lich, an­ge­sichts des­sen, was er ein­schließt, näm­lich et­was Se­riö­ses, nicht um­hin kann, eine ge­wis­se Un­ru­he her­vor­zu­ru­fen.

À quoi bien sûr on ti­ent à mar­quer qu’on se ré­ser­ve.

Wo­bei man dann na­tür­lich Wert dar­auf legt, kennt­lich zu ma­chen, dass man Vor­be­hal­te hat.

La ques­ti­on des rap­ports de la lin­gu­is­tique et de ce que j’enseigne est, au­tre­ment dit, ce que je veux mett­re au pre­mier plan, de fa­çon en quel­que sor­te à dis­si­per – dis­si­per j’espère d’une fa­çon qui fas­se date – une cer­tai­ne équi­vo­que.

An­ders ge­sagt, ich möch­te die Fra­ge nach den Be­zie­hun­gen zwi­schen der Lin­gu­is­tik und dem, was ich leh­re, in den Vor­der­grund rü­cken, um in ge­wis­ser Wei­se ein be­stimm­tes Miss­ver­ständ­nis aus­zu­räu­men, auf eine Wei­se aus­zu­räu­men, die, so hof­fe ich, ein Wen­de­punkt sein könn­te.

Les lin­gu­is­tes, les lin­gu­is­tes uni­ver­si­taires, en­ten­drai­ent en som­me se ré­ser­ver le pri­vilège de par­ler du lan­ga­ge.

Die Lin­gu­is­ten, die Lin­gu­is­ten der Uni­ver­si­tät, möch­ten sich letzt­lich das Vor­recht si­chern, über die Spra­che (lan­ga­ge) zu spre­chen.

Et le fait que c’est au­tour du dé­ve­lop­pe­ment lin­gu­is­tique que se ti­ent l’axe de mon ens­eig­ne­ment, au­rait quel­que cho­se d’abusif qui est dé­non­cé se­lon des for­mu­les di­ver­ses dont la princi­pa­le est cel­le-ci, c’est me sem­ble-t-il en tout cas la plus con­si­stan­te, que de la lin­gu­is­tique il est fait… dans le champ qui se trouve ce­lui dans le­quel je m’insère, dans ce­lui aus­si dans le­quel quelqu’un qui cer­tes, en l’occasion, mé­ri­te­rait qu’on y re­gar­de d’un peu plus près, beau­coup | [42]  plus que pour ce qui est de moi, par­ce qu’on peut n’avoir qu’une idée as­sez va­gue, du mo­ins je trouve9, c’est Lévi-Strauss …et alors Lévi-Strauss par ex­emp­le, et puis quel­ques au­tres en­core, Ro­land Bart­hes, nous aus­si nous fe­ri­ons de la lin­gu­is­tique un usa­ge – je cite – « un usa­ge mé­ta­pho­ri­que ».

Und die Tat­sa­che, dass mei­ne Leh­re sich an der Ent­wick­lung der Lin­gu­is­tik ori­en­tiert, hat an­geb­lich et­was Miss­bräuch­li­ches, was mit un­ter­schied­li­chen For­meln kri­ti­siert wird, de­ren haupt­säch­li­che die ist, je­den­falls scheint es mir die kon­sis­ten­tes­te zu sein, dass von der Lin­gu­is­tik ein Ge­brauch ge­macht wird, in dem Feld, das eben das­je­ni­ge ist, in das ich mich ein­fü­ge, in das auch, in dem je­mand, der es hier­bei si­cher­lich ver­die­nen wür­de, dass man hier ein we­nig nä­her hin­schaut – viel mehr als bei dem, was von mir ist, weil man da­von nur eine ziem­lich vage Idee ha­ben kann, fin­de ich zu­min­dest –,  näm­lich Lévi-Strauss; und dann Lévi-Strauss bei­spiels­wei­se, und dann noch ei­ni­ge an­de­re, Ro­land Bart­hes, auch wir wür­den von der Lin­gu­is­tik ei­nen, ich zi­tie­re, „me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch ma­chen“.

Eh bien c’est en ef­fet là-des­sus que je vou­d­rais bien mar­quer quel­ques points.

Nun, ge­nau dazu möch­te ich ei­ni­ge Punk­te an­mer­ken.

Il y a quel­que cho­se d’abord dont il faud­rait par­tir par­ce que c’est quand même in­scrit, in­scrit dans quel­que cho­se qui comp­te : Le fait que je sois en­core là à sou­ten­ir ce dis­cours, le fait que vous y soy­ez aus­si pour l’entendre me l’assure, mais que il faut bien cro­i­re qu’une for­mu­le n’est pas tout à fait dé­pla­cée con­cer­nant ce dis­cours en tant que je le ti­ens, c’est que d’une cer­tai­ne fa­çon en­fin, di­sons que je sais.

Es gibt zu­nächst et­was, wo­von man aus­ge­hen soll­te, weil das im­mer­hin ein­ge­schrie­ben ist, ein­ge­schrie­ben in et­was, was zählt: Die Tat­sa­che, dass ich noch hier bin, um die­sen Dis­kurs auf­recht­zu­hal­ten, die Tat­sa­che, dass Sie eben­falls hier sind, um ihn sich an­zu­hö­ren, ver­si­chert mir, dass man wohl glau­ben muss, dass bei die­sem Dis­kurs, in­so­fern ich ihn hal­te, eine For­mel nicht ganz fehl am Plat­ze ist, näm­lich dass ich in ge­wis­ser Wei­se, nun ja, sa­gen wir: dass ich weiß.

Je sais quoi ?

Was weiß ich?

Tâchons d’être ex­act – il sem­ble prou­vé que je sais à quoi m’en tenir.

Ver­su­chen wir, ge­nau zu sein, es scheint er­wie­sen zu sein, dass ich weiß, an was ich mich da­bei zu hal­ten habe (à quoi m’en tenir).

La te­nue d’une cer­tai­ne place, et je le sou­li­gne : cet­te place n’est aut­re… je le sou­li­gne par­ce que je n’ai pas à l’énoncer pour la pre­miè­re fois, je pas­se mon temps à bien ré­pé­ter que c’est de là que je me ti­ens …que la place que j’identifie à cel­le d’un psy­chana­lys­te.

Das Ein­neh­men (te­nue) ei­nes be­stimm­ten Plat­zes, und ich un­ter­strei­che es, die­ser Platz ist kein an­de­rer – ich un­ter­strei­che das, da ich es nicht zum ers­ten Mal äu­ßern muss, ich ver­brin­ge mei­ne Zeit da­mit, deut­lich zu wie­der­ho­len, dass ich mich von da­her hal­te –, ist kein an­de­rer als der Platz, den ich mit dem ei­nes Psy­cho­ana­ly­ti­kers gleich­set­ze.

La ques­ti­on après tout peut être dis­cu­tée puis­que bien des psy­chana­lys­tes la dis­cu­te­r­ai­ent, mais en­fin c’est à quoi je m’en ti­ens.

Die Fra­ge kann im­mer­hin dis­ku­tiert wer­den, da vie­le Psy­cho­ana­ly­ti­ker sie dis­ku­tie­ren wür­den, aber schließ­lich ist es das, an das ich mich da­bei hal­te.

Ce n’est pas tout à fait pareil si j’énonçais : « je sais où je me ti­ens ».

Das ist kei­nes­wegs das­sel­be, wie wenn ich be­haup­ten wür­de, „ich weiß, wo ich ste­he / wo ich mich hal­te (où je me ti­ens)“.

Non pas par­ce que le « je » se­rait ré­pé­té dans la deu­xiè­me par­tie de la phra­se, mais c’est là que le lan­ga­ge mont­re tou­jours ses res­sour­ces, c’est qu’à dire « je sais où je me ti­ens », c’est sur « où » que por­te­rait l’accent de ce que je me tar­guer­ais de sa­voir.

Nicht des­halb, weil das „ich“ im zwei­ten Teil des Sat­zes wie­der­holt wer­den wür­de, son­dern weil hier die Spra­che (lan­ga­ge) im­mer ihre Res­sour­cen zeigt, das heißt, wenn ich sage, „ich weiß, wo ich mich hal­te“, dann wür­de die Be­to­nung auf dem „wo“ lie­gen, be­zo­gen auf das, des­sen ich mich zu wis­sen rüh­men wür­de.

J’aurais – si je puis dire – j’aurais la car­te, le map­ping de la cho­se.

Ich hät­te, wenn ich so sa­gen darf, ich hät­te die Kar­te, das Map­ping der Sa­che.

Et pour­quoi après tout que je l’aurais pas ?

Und war­um soll­te ich sie denn nicht ha­ben?

Il y a une for­te rai­son pour laquel­le je ne sau­rais même sou­ten­ir que je sais je me ti­ens.

Es gibt ei­nen star­ken Grund da­für, dass ich kei­nes­wegs ver­tre­ten könn­te, dass ich weiß, wo ich mich hal­te.

Ça, c’est vrai­ment dans l’axe de ce que j’ai cet­te an­née à vous dire – c’est que le princi­pe de la sci­ence, tel que le pro­cès en est pour nous en­ga­gé, je par­le de ce à quoi je me réfè­re quand je lui don­ne pour cent­re la sci­ence new­to­ni­en­ne, l’introduction du champ new­to­ni­en, c’est qu’en au­cun do­mai­ne de la sci­ence on ne l’a ce map­ping, cet­te car­te, pour nous dire où l’on est.

Das liegt wirk­lich auf der Li­nie des­sen, was ich Ih­nen in die­sem Jahr zu sa­gen habe, näm­lich dass das Prin­zip der Wis­sen­schaft, so wie ihr Pro­zess für uns ge­führt wird – ich spre­che von dem, wor­auf ich mich be­zie­he, wenn ich ihm als Zen­trum die Newton’sche Wis­sen­schaft gebe, die Ein­füh­rung des Newton’schen Fel­des –, dass das Prin­zip der Wis­sen­schaft dar­in be­steht, dass man in kei­nem Be­reich der Wis­sen­schaft die­ses Map­ping hat, die­se Kar­te, um uns zu sa­gen, wo wir sind.

Et qu’en plus – tout le mon­de est d’accord là-des­sus – que quel­le qu’en vail­le l’aune, de l’objection qui peut être fai­te dès qu’on com­mence à par­ler de la car­te jus­tement, et de son ha­sard et de sa né­ces­sité, eh bien, n’importe qui, n’importe qui est en pos­tu­re de vous ob­jec­ter que vous ne fai­tes plus de la sci­ence, mais de la phi­lo­so­phie.

Und dass au­ßer­dem, dar­über sind alle sich ei­nig, was auch im­mer die Schwie­rig­kei­ten sein mö­gen mit dem Ein­wand, der er­ho­ben wer­den kann, wenn man an­fängt, eben über die Kar­te zu spre­chen, über ihre Zu­fäl­lig­keit und über ihre Not­wen­dig­keit, nun, dass dann je­der Be­lie­bi­ge, je­der Be­lie­bi­ge in ei­ner Po­si­ti­on ist, um ge­gen Sie den Ein­wand zu er­he­ben, dass Sie nicht mehr Wis­sen­schaft be­trei­ben, son­dern Phi­lo­so­phie.

Ça ne veut pas dire que n’importe qui sait ce qu’il dit en le disant, mais en­fin il est dans une po­si­ti­on très for­te.

Das be­deu­tet nicht, dass je­der Be­lie­bi­ge weiß, was er sagt, wenn er das sagt, aber im­mer­hin ist er in ei­ner sehr star­ken Po­si­ti­on.

Le dis­cours de la sci­ence ré­pu­die cet « nous en som­mes ».

Der Dis­kurs der Wis­sen­schaft weist die­ses „wo wir da­mit sind“ zu­rück.

Ce n’est pas avec ça qu’il opè­re.

Das ist nicht das, wo­mit er ope­riert.

L’hypothèse – rap­pe­lez-vous New­ton af­fir­mant qu’il n’en feignait au­cu­ne – l’hypothèse, em­ployée pour­tant, ne con­cer­ne | [43] jamais le fond des cho­ses.

Die Hy­po­the­se – er­in­nern Sie sich an New­tons Be­haup­tung, dass er kei­ne er­fin­de –, die Hy­po­the­se, auch wenn sie ver­wen­det wird, be­trifft nie­mals den Grund der Din­ge.

L’hypothèse, dans le champ sci­en­ti­fi­que et quoi qu’en pen­se qui­con­que, l’hypothèse par­ti­ci­pe avant tout de la lo­gi­que.

Die Hy­po­the­se im Fel­de der Wis­sen­schaft, was auch im­mer je­mand dar­über den­ken mag, die Hy­po­the­se hat vor al­lem mit Lo­gik zu tun.10

Il y a un « si », le con­di­ti­on­nel d’une vé­rité qui n’est ja­mais que lo­gi­que­ment ar­ti­cu­lée.

Es gibt ein „Wenn“, das Kon­di­tio­nal ei­ner Wahr­heit, die im­mer nur lo­gisch ar­ti­ku­liert wird.

Alors, apo­dose – un con­séquent doit être vé­ri­fia­ble.

Und dann Apo­dosis – eine Kon­se­quenz muss ve­ri­fi­zier­bar sein.11

Il est vé­ri­fia­ble à son ni­veau, tel qu’il s’articule.

Sie ist auf ih­rer Ebe­ne ve­ri­fi­zier­bar, so wie sie ar­ti­ku­liert wird.12

Ça ne prouve en rien la vé­rité de l’hypothèse.

Die Wahr­heit der Hy­po­the­se wird da­mit in kei­ner Wei­se be­wie­sen.13

Je ne suis ab­so­lu­ment pas en train de dire que la sci­ence est là qui nage com­me une pure con­struc­tion, qu’elle ne mord pas sur le réel.

Ich bin ab­so­lut nicht da­bei zu sa­gen, dass die Wis­sen­schaft et­was ist, was schwimmt wie eine rei­ne Kon­struk­ti­on, dass sie im Rea­len kei­nen Halt fin­det.

Dire que ça ne prouve pas la vé­rité de l’hypothèse, c’est sim­ple­ment rap­pe­ler ce que je vi­ens de dire, à sa­voir que l’implication, en lo­gi­que, n’implique nul­le­ment qu’une con­clu­si­on vraie ne puis­se pas être ti­rée d’une pré­mis­se fausse.

Zu sa­gen, dass da­durch die Wahr­heit der Hy­po­the­se nicht be­wie­sen wird, heißt ein­fach nur, an das zu er­in­nern, was ich eben ge­sagt habe, näm­lich dass in der Lo­gik die Im­pli­ka­ti­on in kei­ner Wei­se im­pli­ziert, dass eine wah­re Kon­klu­si­on nicht aus ei­ner fal­schen Prä­mis­se ge­zo­gen wer­den könn­te.14

Il n’en res­te pas mo­ins que la vé­rité de l’hypothèse dans un champ sci­en­ti­fi­que éta­b­li se re­con­naît de l’ordre qu’elle don­ne à l’ensemble du champ en tant qu’il a son sta­tut, et son sta­tut ne peut pas se dé­fi­nir au­tre­ment que du con­sen­te­ment de tous ceux qui sont au­to­ri­sés dans ce champ.

Da­von bleibt un­be­rührt, dass in ei­nem eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Feld die Wahr­heit ei­ner Hy­po­the­se dar­an er­kannt wird, wel­che Ord­nung sie dem ge­sam­ten Feld ver­leiht, in­so­fern es sei­nen Sta­tus hat, und sein Sta­tus kann nicht an­ders de­fi­niert wer­den als durch die Zu­stim­mung all je­ner, die in die­sem Fel­de au­to­ri­siert sind.

Au­tre­ment dit du champ sci­en­ti­fi­que le sta­tut est uni­ver­si­taire.

An­ders ge­sagt, der Sta­tus des wis­sen­schaft­li­chen Fel­des hat uni­ver­si­tä­ren Cha­rak­ter.15

C’est des cho­ses qui peu­vent pa­raît­re gros­ses.

Das sind Din­ge, die als grob er­schei­nen kön­nen.

Il n’en res­te pas mo­ins que c’est ça qui mo­ti­ve qu’on don­ne le ni­veau de l’articulation du dis­cours uni­ver­si­taire, tel que j’ai es­sayé de le fai­re l’année der­niè­re.

Vier Diskurse - kreisförmig deutsch - kleinerDa­von bleibt un­be­rührt, dass hier­durch mo­ti­viert ist, dass das Ni­veau der Ar­ti­ku­la­ti­on des Uni­ver­si­täts­dis­kur­ses so dar­ge­stellt wird, wie ich das im letz­ten Jahr ver­sucht habe.

Or, or il est clair que la fa­çon dont je l’ai ar­ti­cu­lé est la seu­le qui per­met­te de s’apercevoir pour­quoi il n’est pas ac­ci­den­tel, ca­duc, lié à je ne sais quel ac­ci­dent, que le sta­tut du dé­ve­lop­pe­ment de la sci­ence com­por­te la pré­sence, la sub­ven­ti­on, d’autres en­t­ités so­cia­les qu’on con­naît bien : de l’Armée par ex­emp­le, ou de la Ma­ri­ne com­me on dit en­core, et de quel­ques au­tres élé­ments d’un cer­tain ameu­ble­ment.

Nun, es ist klar, dass die Art, wie ich ihn ar­ti­ku­liert habe, die ein­zi­ge ist, die es er­mög­licht, sich klar­zu­ma­chen, war­um es nichts Zu­fäl­li­ges ist, nichts Über­hol­tes, das an ir­gend­ei­nen Zu­fall ge­bun­den wäre, dass zum Sta­tus der Ent­wick­lung der Wis­sen­schaft die Ge­gen­wart, die Sub­ven­ti­on an­de­rer so­zia­ler En­ti­tä­ten ge­hört, die gut be­kannt sind, der Ar­mee bei­spiels­wei­se oder der Ma­ri­ne, wie man noch sagt, so­wie ei­ni­ger an­de­rer Ele­men­te mit ei­ner be­stimm­ten Aus­stat­tung.

C’est tout à fait lé­giti­me si nous vo­y­ons que ra­di­ca­le­ment le dis­cours uni­ver­si­taire ne sau­rait s’articuler qu’à par­tir du dis­cours du maît­re.

Das ist völ­lig le­gi­tim, wenn wir se­hen, dass der Uni­ver­si­täts­dis­kurs grund­le­gend nur vom Dis­kurs des Herrn aus ar­ti­ku­liert wer­den kann.

La ré­par­ti­ti­on des do­mai­nes dans un champ dont le sta­tut est uni­ver­si­taire, voi­là où seu­le­ment peut se po­ser la ques­ti­on de ce qui ar­ri­ve et d’abord de si c’est pos­si­ble qu’un dis­cours s’intitule au­tre­ment.

Die Auf­tei­lung der Be­rei­che in ei­nem Feld, des­sen Sta­tus uni­ver­si­tär ist, nur hier kann sich die Fra­ge stel­len, was ge­schieht, wenn ein Dis­kurs an­ders ti­tu­liert wird und an ers­ter Stel­le, ob dies mög­lich ist.

C’est là que s’introduit dans sa mas­si­vité…

Dies ist der Punkt, wo in sei­ner Mas­si­vi­tät ein­ge­führt wird –.

Je m’excuse de re­par­tir d’un point vrai­ment aus­si ori­gi­nel, mais après tout, puis­que il peut me ve­nir, et de per­son­nes au­to­ri­sées d’être lin­gu­is­tes, des ob­jec­tions com­me cel­le-ci : que de la lin­gu­is­tique je ne fais qu’un usa­ge mé­ta­pho­ri­que, je dois rap­pe­ler, je dois répond­re quel­le que soit l’occasion à laquel­le je le fais.

Ent­schul­di­gen Sie, dass ich noch ein­mal auf ei­nen Punkt zu­rück­kom­me, der wirk­lich ganz ur­sprüng­lich ist, aber im­mer­hin, da Ein­wän­de ge­gen mich er­ho­ben wer­den kön­nen und das von Per­so­nen, die als Lin­gu­is­ten au­to­ri­siert sind, Ein­wän­de wie der, dass ich von der Lin­gu­is­tik nur ei­nen me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch ma­che, muss ich dar­an er­in­nern, muss ich dar­auf ant­wor­ten, wel­ches auch im­mer die Ge­le­gen­heit sein mag, bei der ich das tue.

Et je le fais ce ma­tin en rai­son du fait que je m’attendais à ren­con­trer une at­mo­s­phè­re plus com­ba­ti­ve.

Und heu­te früh tue ich es des­halb, weil ich er­war­tet hat­te, auf eine kampf­lus­ti­ge­re At­mo­sphä­re zu sto­ßen.

[44] Eh bien donc je dois rap­pe­ler ceci, c’est que si je peux dire dé­cem­ment que je sais, je sais quoi ?

Nun also, ich muss an Fol­gen­des er­in­nern: Wenn es an­ge­mes­sen ist, dass ich sa­gen kann, dass ich weiß – was weiß ich dann?

Par­ce qu’après tout, peut-être que je me place quel­que part dans un endroit que le nom­mé Men­ci­us, dont je vous ai in­tro­du­it com­me ça le nom la der­niè­re fois, le nom­mé Men­ci­us, peut-être, peut nous ser­vir à dé­fi­nir.

Weil ich mich viel­leicht letzt­lich ir­gend­wo an ei­nem Ort po­si­tio­nie­re, den der er­wähn­te Men­ci­us, des­sen Na­men ich Ih­nen das letz­te Mal vor­ge­stellt habe, den zu de­fi­nie­ren der er­wähn­te Men­ci­us uns viel­leicht hel­fen kann.

Bon, il res­te que si – que Men­ci­us me pro­tège – je sais à quoi m’en tenir, il me faut dire en même temps que je ne sais pas ce que je dis.

Gut, es bleibt, dass wenn – Men­ci­us be­schüt­ze mich! –, wenn ich weiß, an was ich mich da­bei zu hal­ten habe, dann muss ich zu­gleich sa­gen, dass ich nicht weiß, was ich sage.

« Je sais ce que je dis », au­tre­ment dit : c’est ce que je ne peux pas dire.

An­ders ge­sagt: „Ich weiß, was ich sage“,  das ist das, was ich nicht sa­gen kann.

Ça c’est la date, la date que mar­que ceci qu’il y a Freud, et qu’il a in­tro­du­it l’inconscient.

Das ist der his­to­ri­sche Ein­schnitt, der Ein­schnitt, der da­durch ge­kenn­zeich­net ist, dass es Freud gibt und dass er das Un­be­wuss­te ein­ge­führt hat.

L’inconscient ne veut rien dire si ça ne veut pas dire ça : que quoi que je dise, et d’où que je me ti­en­ne – même si je me ti­ens bien – eh bien, je ne sais pas ce que je dis.

Das Un­be­wuss­te be­deu­tet über­haupt nichts, wenn es nicht dies be­deu­tet: Was auch im­mer ich sage und wor­an im­mer ich mich hal­te, selbst wenn ich mich gut hal­te, nun, ich weiß nicht, was ich sage.

Et au­cun des dis­cours, tels que l’année der­niè­re je les ai dé­fi­nis, ne lais­se es­poir, ne per­met à qui­con­que – à qui­con­que pro­fè­re quoi que ce soit – de pré­tendre, d’espérer même d’aucune fa­çon sa­voir ce qu’il dit.

Und kei­ner der Dis­kur­se, wie ich sie im letz­ten Jahr de­fi­niert habe, lässt die Hoff­nung, er­laubt es ir­gend­je­man­dem – was im­mer er ver­kün­den mag – zu be­haup­ten, ja auch nur in ir­gend­ei­ner Wei­se zu hof­fen, dass er weiß, was er sagt.16

Je dis, même si je ne sais pas ce que je dis, seu­le­ment je le sais que je ne le sais pas.

Ich sage, selbst wenn ich nicht weiß, was ich sage, weiß ich aber dies, dass ich es nicht weiß.

Et je ne suis pas le pre­mier à dire quel­que cho­se dans ces con­di­ti­ons, ça s’est déjà en­ten­du.

Und ich bin nicht der ers­te, um un­ter die­sen Be­din­gun­gen et­was zu sa­gen; man hat das be­reits ge­hört.17

Je dis que la cau­se de ceci n’est à cher­cher que dans le lan­ga­ge lui-même et ce que j’ajoute… ce que j’ajoute à Freud, même si dans Freud c’est déjà là, pa­tent, par­ce que quoi que ce soit qu’il dé­mont­re que l’inconscient n’est ja­mais rien que ma­tiè­re de lan­ga­ge …j’ajoute ceci : que l’inconscient est struc­tu­ré com­me un lan­ga­ge.

Ich sage, dass die Ur­sa­che da­von nur in der Spra­che selbst zu su­chen ist, und was ich hin­zu­fü­ge, was ich zu Freud hin­zu­fü­ge, selbst wenn es bei Freud be­reits da ist – of­fen­kun­dig, denn was im­mer er be­weist, <zeigt,> dass das Un­be­wuss­te nie­mals et­was an­de­res ist als Sprach­ma­te­rie –, so füge ich dies hin­zu, dass das Un­be­wuss­te wie eine Spra­che struk­tu­riert ist.18

Le­quel ?

Wie wel­che?

Eh bien, jus­tement, cher­chez-le !

Nun, ge­nau, su­chen Sie sie!

C’est du français, ou du chi­nois que je vous cau­se­rai.

Es ist das Fran­zö­si­sche oder das Chi­ne­si­sche, wor­über ich mich mit ih­nen un­ter­hal­ten wer­de.

Du mo­ins je le vou­d­rais : il n’est que trop clair qu’à un cer­tain ni­veau, ce que je cau­se c’est de l’aigreur, très spé­cia­le­ment du côté des lin­gu­is­tes.

Zu­min­dest möch­te ich das; es ist nur zu klar, dass ich da­mit auf ei­ner be­stimm­ten Ebe­ne den Groll un­ter­hal­ten wer­de, ins­be­son­de­re auf Sei­ten der Lin­gu­is­ten.19

C’est de na­tu­re plu­tôt à fai­re pen­ser que le sta­tut uni­ver­si­taire, ça n’est que trop évi­dent dans les dé­ve­lop­pe­ments qu’impose à la lin­gu­is­tique de tour­ner à une drô­le de sau­ce20, d’après ce qu’on en voit c’est pas dou­teux.

Das ist eher von der Art, dass man dazu ge­bracht wird zu den­ken, dass der uni­ver­si­tä­re Sta­tus nur zu of­fen­kun­dig ist in den Ent­wick­lun­gen, durch die die Lin­gu­is­tik dazu ge­drängt wird, sich in eine ei­gen­ar­ti­ge Sau­ce zu ver­wan­deln; nach dem, was man da­von sieht, ist das un­be­streit­bar.

Qu’on me dé­non­ce à cet­te oc­ca­si­on, mon Dieu, c’est pas une cho­se qui a tel­le­ment d’importance.

Dass man mich hier­bei kri­ti­siert, mein Gott, das ist kei­ne Sa­che, die grö­ße­re Be­deu­tung hät­te.

Qu’on ne me dis­cu­te pas, ça n’est pas non plus très sur­pren­ant, puis­que ça n’est pas d’une cer­tai­ne dé­fi­ni­ti­on du do­mai­ne uni­ver­si­taire que je me ti­ens, que je peux me tenir.

Dass man mich nicht dis­ku­tiert, ist eben­falls nicht sehr über­ra­schend, da es nicht eine be­stimm­te De­fi­ni­ti­on des uni­ver­si­tä­ren Be­reichs ist, an was ich mich hal­te, an was ich mich hal­ten kann.

Ce qu’il y a d’amusant, puisqu’il est évi­dent, il est évi­dent que, il est évi­dent que nous ne som­mes pas pour rien… un cer­tain nom­bre de gens dans les­quels je me suis ran­gé tout à l’heure, en y ajou­tant deux au­tres noms | [45] et on pour­rait en ajou­ter en­core quel­ques-uns …c’est évi­dem­ment à par­tir de nous, en­fin que la lin­gu­is­tique voit s’accroître, com­me ça le nom­bre de ses pos­tes, ceux que dé­comp­t­ait ce ma­tin dans le jour­nal, le mi­nis­tè­re de l’Éducation na­tio­na­le, et puis aus­si le nom­bre des étu­di­ants. Bon, en­fin…

Das hat et­was Amü­san­tes, da of­fen­sicht­lich ist, dass wir durch­aus et­was da­mit zu tun ha­ben, wir, eine Rei­he von Leu­ten, de­nen ich mich eben zu­ge­rech­net habe, in­dem ich zwei wei­te­re Na­men hin­zu­ge­fügt habe, und man könn­te noch an­de­re er­gän­zen, schließ­lich geht es of­fen­sicht­lich von uns aus, dass die Lin­gu­is­tik die An­zahl ih­rer Pos­ten an­wach­sen sieht – die­je­ni­gen, die der Mi­nis­ter für na­tio­na­le Bil­dung heu­te früh in der Zei­tung vor­ge­rech­net hat – und eben­so die An­zahl der Stu­die­ren­den. Na gut.

L’intérêt, la va­gue d’intérêt que j’ai con­tri­bué à ap­por­ter à la lin­gu­is­tique, c’est – pa­raît-il – un in­té­rêt qui vi­ent d’ignorants.

Das In­ter­es­se, die Woge des In­ter­es­ses, die sich auf die Lin­gu­is­tik rich­tet und zu der ich bei­ge­tra­gen habe, das ist, so scheint es, ein In­ter­es­se, das von Igno­ran­ten kommt.

Eh bien ce n’est déjà pas si mal ! [Ge­läch­ter]

Nun, das ist schon gar nicht so schlecht! [Ge­läch­ter]

Ils étai­ent igno­rants avant, main­ten­ant ils s’intéressent.

Zu­vor wa­ren sie igno­rant, jetzt in­ter­es­sie­ren sie sich da­für.

J’ai réus­si à in­téres­ser les igno­rants à quel­que cho­se en plus, qui n’était pas mon but, par­ce que la lin­gu­is­tique, je vais vous dire : moi je m’en fous ! [Ge­läch­ter]

Es ist mir ge­lun­gen, die Igno­ran­ten für et­was Zu­sätz­li­ches zu in­ter­es­sie­ren, was gar nicht mein Ziel war, denn die Lin­gu­is­tik, möch­te ich Ih­nen sa­gen, die ist mir Wurscht. [Ge­läch­ter]

Ce qui m’intéresse di­rec­te­ment c’est le lan­ga­ge, par­ce que je pen­se que c’est à ça que j’ai af­fai­re, que c’est à ça que j’ai af­fai­re quand j’ai à fai­re une psy­chana­ly­se.

Was mich un­mit­tel­bar in­ter­es­siert, ist die Spra­che – da ich den­ke, dass es das ist, wo­mit ich zu tun habe, dass es das ist, wo­mit ich zu tun habe, wenn ich eine Psy­cho­ana­ly­se durch­zu­füh­ren habe.

L’objet lin­gu­is­tique, bon c’est l’affaire des lin­gu­is­tes de le dé­fi­nir; dans le champ de la sci­ence, chaque do­mai­ne pro­gres­se de dé­fi­nir son ob­jet.

Der Ge­gen­stand der Lin­gu­is­tik, nun ja, es ist Sa­che der Lin­gu­is­ten, ihn zu de­fi­nie­ren; im Feld der Wis­sen­schaft kommt je­der Be­reich da­durch vor­an, dass er sei­nen Ge­gen­stand de­fi­niert.

Ils le dé­fi­nis­sent com­me ils l’entendent.

Die Lin­gu­is­ten de­fi­nie­ren ihn, wie sie wol­len.

Et ils ajou­tent que j’en fais un usa­ge mé­ta­pho­ri­que.

Und sie fü­gen hin­zu, dass ich ei­nen me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch da­von ma­che.

C’est tout de même cu­rieux que des lin­gu­is­tes ne vo­i­ent pas que tout usa­ge du lan­ga­ge, quel qu’il soit, se dé­place dans la mé­ta­pho­re, qu’il n’y a de lan­ga­ge que mé­ta­pho­ri­que, com­me le dé­mont­re tou­te ten­ta­ti­ve de « mé­tal­an­ga­ger », si je puis m’exprimer ain­si, qui ne peut fai­re au­tre­ment que d’essayer de par­tir de ce qu’on dé­fi­nit tou­jours, chaque fois qu’on s’avance dans un ef­fort dit lo­gi­ci­en, de dé­fi­nir d’abord un « lan­ga­ge-ob­jet » dont il est clair, dont il se tou­che du doigt, aux énon­cés de n’importe les­quels de ces es­sais lo­gi­ci­ens, qu’il est in­sai­sis­sa­ble ce lan­ga­ge-ob­jet.

Es ist je­doch merk­wür­dig, dass die Lin­gu­is­ten nicht se­hen, dass je­der Ge­brauch der Spra­che, wel­cher auch im­mer, sich in der Me­ta­pher be­wegt, dass es eine Spra­che nur als Me­ta­pho­ri­sche gibt, wie durch je­den Ver­such be­wie­sen wird, zu „met­a­spra­chen“, wenn ich mich so aus­drü­cken darf, der nicht an­ders vor­ge­hen kann als so, dass er ver­sucht, von dem aus­zu­ge­hen, was man im­mer de­fi­niert, je­des Mal, wenn man in ei­ner als lo­gisch be­zeich­ne­ten Be­mü­hung vor­an­schrei­tet, dass er zu­nächst eine Ob­jekt­spra­che de­fi­niert, bei der klar ist, bei der in den Dar­le­gun­gen ei­nes je­den Be­lie­bi­gen die­ser lo­gi­schen Ver­su­che spür­bar ist, dass die­se Ob­jekt­spra­che un­greif­bar ist.21

Il est de la na­tu­re du lan­ga­ge – je ne dis pas de la pa­ro­le, je dis du lan­ga­ge même – que pour ce qui est d’accrocher quoi que ce soit qui si­gni­fie, le ré­fé­rent n’est ja­mais le bon, et c’est ça qui fait un lan­ga­ge.

Es ge­hört zur Na­tur der Spra­che – ich sage nicht des Spre­chens, ich sage der Spra­che selbst –, dass, wenn es dar­um geht, ir­gend­et­was fest­zu­ma­chen, was eine Be­deu­tung hat, dass der Re­fe­rent dann nie­mals der Rich­ti­ge ist, und eben das macht eine Spra­che aus.

Tou­te dé­si­gna­ti­on est mé­ta­pho­ri­que, elle ne peut se fai­re que par l’intermédiaire d’autre cho­se.

Jede Be­zeich­nung ist me­ta­pho­risch, sie kann nur durch Ver­mitt­lung von et­was an­de­rem voll­zo­gen wer­den.22

Même si je dis « ça » [La­can zeigt auf sei­ne Zi­gar­re], « ça » en le dé­si­gnant, eh bien j’implique déjà, de l’avoir ap­pelé « ça », que je choi­sis de n’en fai­re que « ça », alors que ça n’est pas « ça » !

Selbst wenn ich „das“ (ça) sage [La­can zeigt auf sei­ne Zi­gar­re], „das“, wo­bei ich es be­zeich­ne, nun, dann im­pli­zie­re ich be­reits, da ich es „das“ ge­nannt habe, dass ich mich da­für ent­schei­de, dar­aus nur „das“ zu ma­chen, ob­wohl das kei­nes­wegs „das“ ist.

La preuve c’est que, quand je l’allume, c’est aut­re cho­se.

Der Be­weis da­für be­steht dar­in, dass es, wenn ich es an­zün­de, et­was an­de­res ist.

Même au ni­veau du « Ça », ce fa­meux « Ça » qui se­rait le ré­du­it du par­ti­cu­lier, de l’individuel, nous ne pou­vons omett­re que c’est un fait de lan­ga­ge de dire « ça ».

Selbst auf der Ebe­ne des „das“, des be­rühm­ten „das“, wel­ches der Zu­fluchts­ort des Be­son­de­ren, des In­di­vi­du­el­len wäre, kön­nen wir nicht über­ge­hen, dass „das“ zu sa­gen, eine Sprach­t­at­sa­che ist.23

Ce que je vi­ens de dé­si­gner com­me « ça », ça n’est pas mon ci­ga­re, ça l’est quand je le fume, mais quand je le fume, j’en par­le pas

Was ich eben als „das“ be­zeich­net habe, ist nicht mei­ne Zi­gar­re, das ist sie dann, wenn ich sie rau­che; wenn ich sie aber rau­che, spre­che ich nicht dar­über.

Le si­gni­fi­ant à quoi se réfè­re le dis­cours à l’occasion, quand il y a dis­cours – il ap­pa­raît nous ne pou­vons guè­re y éch­ap­per à ce qui est dis­cours – c’est à quoi se réfè­re le dis­cours à pro­pos de quel­que cho­se dont il peut bien, ce si­gni­fi­ant, être le seul | [46] sup­port.

Der Si­gni­fi­kant, auf den der Dis­kurs sich hier­bei be­zieht, wenn es Dis­kurs gibt – es scheint, wir kön­nen dem, was Dis­kurs ist, kaum ent­kom­men –, das ist das, wor­auf der Dis­kurs sich be­zieht, bei et­was, wo­von er, die­ser Si­gni­fi­kant, durch­aus die ein­zi­ge Stüt­ze sein kann.

Il évo­que, de sa na­tu­re, un ré­fé­rent.

Sei­ner Na­tur nach evo­ziert er ei­nen Re­fe­ren­ten.

Seu­le­ment ça ne peut pas être le bon et c’est pour ça que le ré­fé­rent est tou­jours réel, par­ce qu’il est im­pos­si­ble à dé­si­gner.

Nur kann das nicht der Rich­ti­ge sein, und des­halb ist der Re­fe­rent im­mer real, da er un­mög­lich zu be­zeich­nen ist.

Mo­y­ennant quoi, il ne res­te plus qu’à le con­strui­re.

Wes­halb nichts and­res üb­rig bleibt, als ihn zu kon­stru­ie­ren.

Et on le con­struit si on peut.

Und man kon­stru­iert ihn, wenn man kann.

Il n’y a au­cu­ne rai­son que je me pri­ve… en­fin je ne vais pas vous rap­pe­ler tout de même ce que vous savez tous par­ce que vous l’avez lu dans un tas d’ordures oc­cul­ti­s­an­tes dont vous vous ab­reu­vez com­me cha­cun sait, n’est-ce pas …je par­le pas du yang et du yin, com­me tout le mon­de vous savez ça – hein ? – le mâle et la fe­mel­le.

Es gibt kei­nen Grund da­für, mich des­sen zu be­rau­ben –. Wie auch im­mer, ich wer­de Sie den­noch nicht an das er­in­nern, was Sie alle ken­nen, da Sie es in ei­nem Hau­fen von ok­kul­tis­ti­schem Müll ge­le­sen ha­ben, mit dem Sie, wie all­ge­mein be­kannt, Ih­ren Durst lö­schen, nicht wahr, ich spre­che nicht von yang und yin, wie alle ken­nen Sie das, nicht wahr: das Männ­li­che und das Weib­li­che.

Ça se des­si­ne com­me ça.

yang

Das wird so ge­schrie­ben.24

 

Ils forment de très beaux pe­tits ca­rac­tè­res.

Sie bil­den sehr schö­ne klei­ne Schrift­zei­chen.

Voi­là le yang.

Das ist das yang.

Et pour le yin, je vous le fe­rai une aut­re fois.

Und was das yin an­geht, so wer­de ich es Ih­nen ein an­de­res Mal an­schrei­ben.

Je vous le fe­rai une aut­re fois par­ce que, à ce pro­pos je ne vois pas pour­quoi – ces ca­rac­tè­res chi­nois qui sont pour peu d’entre vous quel­que cho­se – j’en ab­u­se­rais.

Ich wer­de Ih­nen das ein an­de­res Mal an­schrei­ben, da ich, was das an­geht, nicht sehe, war­um ich es mit die­sen chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen, die nur we­ni­gen von Ih­nen et­was sa­gen, über­trei­ben soll­te.

Je vais m’en ser­vir quand même.

Den­noch wer­de ich mich ih­rer be­die­nen.

Nous ne som­mes pas non plus là pour fai­re des tours de pas­se-pas­se.

Wir sind auch nicht dazu da, um Kunst­stü­cke vor­zu­füh­ren.

Si je vous en par­le, c’est par­ce qu’il est bien évi­dent que voi­là l’exemple de ré­fér­ents in­trouva­bles.

Wenn ich zu Ih­nen dar­über spre­che, dann des­halb, weil ganz of­fen­kun­dig ist, dass hier das Bei­spiel für un­auf­find­ba­re Re­fe­ren­ten ist.

Ça ne veut pas dire – fout­re – qu’ils ne so­i­ent pas réels.

Das be­deu­tet nicht, ver­dammt, dass sie nicht real wä­ren.

La preuve, c’est que nous en som­mes en­core en­com­brés.

Der Be­weis be­steht dar­in, dass wir da­mit noch be­las­tet sind.

Si je fais un usa­ge mé­ta­pho­ri­que de la lin­gu­is­tique, c’est à par­tir de ceci, c’est que l’inconscient ne peut se… ne peut se con­for­mer à une re­cher­che – je dis la lin­gu­is­tique – qui est in­s­ou­ten­ab­le.

Wenn ich von der Lin­gu­is­tik ei­nen me­ta­pho­ri­schen Ge­brauch ma­che, dann aus­ge­hend da­von, dass das Un­be­wuss­te sich nicht an eine For­schung an­pas­sen kann, ich mei­ne die Lin­gu­is­tik, die un­halt­bar ist.

Ça n’empêche pas de la con­ti­nu­er.

Das hin­dert nicht dar­an, sie fort­zu­set­zen.

Bien sûr c’est une ga­geu­re, mais j’ai déjà fait as­sez d’usage de la ga­geu­re pour sa­voir pour que vous sa­chiez, que vous soupçon­niez que ça peut ser­vir à quel­que cho­se.

Na­tür­lich ist das eine Wet­te / ein aus­sichts­lo­ses Un­ter­fan­gen, aber von der Wet­te habe ich be­reits hin­rei­chend Ge­brauch ge­macht, um zu wis­sen, so dass Sie wis­sen soll­ten, dass Sie ver­mu­ten soll­ten, dass das zu et­was die­nen kann.25

C’est aus­si im­portant de perd­re que de ga­gner.

Es ist ge­nau­so wich­tig zu ver­lie­ren wie zu ge­win­nen.

La lin­gu­is­tique ne peut être qu’une mé­ta­pho­re qui se fa­bri­que pour ne pas mar­cher.

Die Lin­gu­is­tik kann nur eine Me­ta­pher sein, die fa­bri­ziert wird, um nicht zu lau­fen.

Mais en fin de comp­te, ça nous in­téres­se beau­coup, par­ce que vous al­lez le voir – vous al­lez le voir, je vous l’annonce : c’est ça que j’ai à vous dire cet­te an­née – c’est que la psy­chana­ly­se, elle, c’est dans cet­te même mé­ta­pho­re qu’elle se dé­place tou­tes voi­les de­hors.

Aber letzt­lich in­ter­es­siert uns das sehr, denn Sie wer­den es se­hen – Sie wer­den es se­hen, ich kün­di­ge es Ih­nen an, das ist das, was ich Ih­nen in die­sem Jahr zu sa­gen habe –, näm­lich dass es die­sel­be Me­ta­pher ist, in der die Psy­cho­ana­ly­se sich mit vol­len Se­geln fort­be­wegt / ver­schiebt (dé­place).

C’est bien là ce qui m’a sug­gé­ré ce re­tour, com­me ça – après tout, on sait ce que c’est ! – à mon vieux pe­tit ac­quis de chi­nois.

Das ist et­was, was mir na­he­ge­legt wur­de durch die­se Rück­kehr – ein­fach so, schließ­lich weiß man, was das ist – zu mei­ner al­ten klei­nen Kennt­nis des Chi­ne­si­schen.

Après tout, pour­quoi ne l’aurais-je pas en­ten­du pas trop mal, en­fin quand j’ai appris ça avec mon cher maît­re De­mié­vil­le?

Schließ­lich, war­um habe ich das gar nicht so schlecht ver­stan­den, ich mei­ne, als ich das bei mei­nem lie­ben Leh­rer De­mié­vil­le ge­lernt habe?

J’étais déjà psy­chana­lys­te.

Ich war be­reits Psy­cho­ana­ly­ti­ker.

[47] Alors, qu’il y ait une lan­gue quand même dans laquel­le ceci : je l’écris plus ou mo­ins bien avec la craie, bon en­fin c’est quand même as­sez clair.

Also, dass es im­mer­hin eine Spra­che (lan­gue) gibt, in der das Fol­gen­de, ich schrei­be es mehr oder we­ni­ger gut mit Krei­de, gut, im­mer­hin ist das ei­ni­ger­ma­ßen klar.

Je vais le re­fai­re.

Ich schrei­be es noch­mal.

Ap­pre­nez à le fai­re ça vous ai­de­ra [Ge­läch­ter]

Ler­nen Sie, das zu schrei­ben, das wird Ih­nen hel­fen. [Ge­läch­ter]

Ça se lit wei et ça fonc­tion­ne à la fois dans la for­mu­le wu wei, qui veut dire non-agir, donc ça [wei] veut dire agir.

wei

Das wird wei ge­le­sen26, und das funk­tio­niert zu­gleich in der For­mel wu wei,  was „nicht-han­deln“ be­deu­tet, also be­deu­tet dies [wei] „han­deln“.

Et pour un rien vous voy­ez wei em­ployé com­me « com­me », ça veut dire « com­me ».

Und dann se­hen Sie auch ohne Wei­te­res, dass wei als „wie“ ver­wen­det wird, es be­deu­tet „wie“.

C’est-à-dire que ça sert de con­jonc­tion pour fai­re mé­ta­pho­re, ou bien en­core ça veut dire « en tant que ça se réfè­re à tel­le cho­se » qui est en­core plus dans la mé­ta­pho­re.

Das heißt, dass es als Kon­junk­ti­on dient, um eine Me­ta­pher zu bil­den, oder bes­ser, es be­deu­tet „in­so­fern es sich auf et­was Der­ar­ti­ges be­zieht“, was noch mehr in der Me­ta­pher ist.

« En tant que ça se réfè­re à tel­le cho­se  », c’est-à-dire jus­tement que ça n’en est pas, puis­que c’est bien for­cé de s’y ré­fé­rer.

In­so­fern es sich auf et­was Der­ar­ti­ges be­zieht“, das heißt ge­nau, dass es das nicht ist, da es ja ge­zwun­gen ist, sich dar­auf zu be­zie­hen.

Quand une cho­se se réfè­re à une aut­re, la plus gran­de lar­geur, la plus gran­de sou­ples­se est don­née à l’usage éven­tu­el de ce ter­me wei, qui veut néan­mo­ins dire « agir ».

Wenn eine Sa­che sich auf eine an­de­re be­zieht, wird der mög­li­chen Ver­wen­dung die­ses Aus­drucks wie die größ­te Aus­deh­nung ge­ge­ben, die größ­te Fle­xi­bi­li­tät, wo­bei der Aus­druck den­noch „han­deln“ be­deu­tet.

C’est pas mal une lan­gue com­me ça, une lan­gue où les ver­bes – et les plus-ver­bes : agir, qu’est-ce qu’il y a de plus ver­be, qu’est-ce qu’il y a de plus ver­be ac­tif ? – se trans­forment en me­nues con­jonc­tions.

Das ist nicht schlecht, eine sol­che Spra­che, eine Spra­che, in der die Ver­ben – und die Mehr-Ver­ben (les plus-ver­bes), „han­deln“, was wäre mehr Verb, was wäre mehr ak­ti­ves Verb? – sich in win­zi­ge Kon­junk­tio­nen ver­wan­deln.

Ça, c’est cou­rant.

Und das ist üb­lich.

 

Ça m’a beau­coup aidé quand même à gé­né­ra­li­ser la fonc­tion du si­gni­fi­ant, même si ça fait mal aux en­tourn­u­res à quel­ques lin­gu­is­tes qui ne savent pas le chi­nois.

Das hat mir je­doch viel ge­hol­fen, um die Funk­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten zu ver­all­ge­mei­nern, auch wenn das bei ei­ni­gen Lin­gu­is­ten, die kein Chi­ne­sisch kön­nen, Be­klem­mun­gen her­vor­ruft.

Moi je vou­d­rais bien de­man­der à un cer­tain par ex­emp­le : com­ment pour lui la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on dont il a plein la bou­che de­puis des an­nées – en­fin quand même la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on, on en crè­ve – la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on, qu’est-ce qu’il en est en chi­nois ? Hein ?

Ich wür­de eine ge­wis­se Per­son bei­spiels­wei­se gern fra­gen, wie für sie die zwei­fa­che Glie­de­rung, von der sie seit Jah­ren be­stän­dig spricht – denn die zwei­fa­che Glie­de­rung, die bringt uns noch um –, die zwei­fa­che Glie­de­rung, was ist da­mit im Chi­ne­si­schen? Nun?27

En chi­nois, ben voy­ez-vous, c’est la pre­miè­re qui est tou­te seu­le, et puis qui se trouve com­me ça pro­du­i­re un sens qui de temps en temps fait que, com­me tous les mots sont mo­no­syl­la­bi­ques, on ne va pas dire : qu’il y a le phonè­me qui ne veut rien dire et puis les mots qui veu­lent dire quel­que cho­se, deux ar­ti­cu­la­ti­ons, deux ni­veaux.

Im Chi­ne­si­schen, nun, se­hen Sie, da ist die ers­te Glie­de­rung ganz al­lein, und es er­gibt sich, dass sie ein­fach so ei­nen Sinn her­vor­bringt, was im­mer wie­der dazu führt – da alle Wör­ter Ein­sil­ber sind –, dass man nicht sa­gen kann, dass es das Pho­nem gibt, wel­ches nichts be­deu­tet, und dann die Wör­ter, die et­was be­deu­ten – zwei Glie­de­run­gen, zwei Ebe­nen.

Eh bien oui, même au ni­veau du phonè­me, ça veut dire quel­que cho­se.

Ja, selbst auf der Ebe­ne des Phon­ems be­deu­tet das et­was.

Ça n’empêche pas que quand vous met­tez plu­sieurs phonè­mes, qui veu­lent déjà dire quel­que cho­se, en­sem­ble ça fait un grand mot de plu­sieurs syl­la­bes, tout à fait com­me chez nous, mais qui a un sens qui n’a au­cun rap­port avec ce que veut dire cha­cun des phonè­mes.

Das schließt kei­nes­wegs aus, dass, wenn sie meh­re­re Pho­neme zu­sam­men­fü­gen, die be­reits et­was be­deu­ten, dass das zu­sam­men, ganz wie bei uns, ein lan­ges Wort aus meh­re­ren Sil­ben er­gibt, das aber ei­nen Sinn hat, der in kei­ner Be­zie­hung zu dem steht, was je­des ein­zel­ne Pho­nem be­deu­tet.

Alors, la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on, elle est mar­ran­te là !

Also, die zwei­fa­che Glie­de­rung, die ist doch zum La­chen!

C’est drô­le qu’on ne se sou­vi­en­ne pas qu’il y a une lan­gue com­me ça, quand on énon­ce com­me gé­né­ra­le une fonc­tion de la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on com­me ca­rac­té­ris­tique du lan­ga­ge.

Es ist ko­misch, dass man sich nicht dar­an er­in­nert, dass es eine der­ar­ti­ge Spra­che gibt, wenn man eine Funk­ti­on der zwei­fa­chen Glie­de­rung als et­was All­ge­mei­nes be­haup­tet, als et­was, was für die Spra­che kenn­zeich­nend ist.

Je veux bien que tout ce que je dis soit une | [48] con­ne­rie, mais qu’on m’explique !

Ich will gern zu­ge­ben, dass al­les, was ich sage, eine Dumm­heit ist, aber man möge es mir er­klä­ren!

Qu’il y ait un lin­gu­is­te ici qui vi­en­ne me dire en quoi la dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on ti­ent en chi­nois.

Gäbe es hier doch ei­nen Lin­gu­is­ten, der mir sa­gen wür­de, wor­in im Chi­ne­si­schen die zwei­fa­che Glie­de­rung be­steht!28.

Alors, ce wei, com­me ça, pour vous ha­bi­tu­er je vous l’introduis, com­me on dit, mais tout douce­ment. [Ge­läch­ter]

Nun also, die­ses wei, so, um Sie dar­an zu ge­wöh­nen, füh­re ich es bei Ih­nen ein, wie man sagt, aber ganz sach­te. [Ge­läch­ter]

Je vous en ap­por­te­rai un mi­ni­mum d’autres, mais en­fin qui puis­sent ser­vir à quel­que cho­se.

Ich wer­de Ih­nen noch ein Mi­ni­mum von wei­te­ren <chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen> lie­fern, die aber schließ­lich zu et­was die­nen kön­nen.

Ça al­lège bien les cho­ses d’ailleurs, que ce ver­be soit à la fois « agir » et la con­jonc­tion de la mé­ta­pho­re.

Es er­leich­tert die Din­ge üb­ri­gens un­ge­mein, dass die­ses Verb zu­gleich „han­deln“ ist und die Kon­junk­ti­on der Me­ta­pher.

Peut-être que l’« Im An­fang war die Tat », com­me il dit l’autre là, que l’agir était tout au com­men­ce­ment, c’est peut-être ex­ac­te­ment la même cho­se que de dire : « έν αρχῆ [en ar­chē] …», « au com­men­ce­ment était le ver­be ».

Viel­leicht ist ja das „Im An­fang war die Tat“, wie mal je­mand ge­sagt hat29, viel­leicht ist das ge­nau das­sel­be, wie zu sa­gen, „en ar­chē …“,  „am An­fang war das Wort30.

Il n’y a peut-être pas d’autre agir que ce­lui-là.

Viel­leicht gibt es kein an­de­res Han­deln als die­ses.

Ce qu’il y a de ter­ri­ble – hein ? – c’est que je peux vous me­ner com­me ça long­temps avec la mé­ta­pho­re et que plus loin j’irai, plus loin vous se­rez four­voy­és par­ce que jus­tement, le prop­re de la mé­ta­pho­re c’est de ne pas être tou­te seu­le.

Das Schreck­li­che, nicht wahr, ist dies, dass ich Sie mit der Me­ta­pher lan­ge so her­um­füh­ren kann und dass Sie, je wei­ter ich gehe, des­to mehr in die Irre ge­führt wer­den, da die Ei­gen­art der Me­ta­pher eben dar­in be­steht, nicht ganz al­lein zu sein.

Il y a aus­si la mé­to­ny­mie qui fonc­tion­ne pen­dant ce temps-là et même pen­dant que je vous par­le.

Es gibt auch die Me­to­ny­mie, die wäh­rend die­ser Zeit funk­tio­niert, so­gar wäh­rend ich zu Ih­nen spre­che.

Par­ce que quand même31 la mé­ta­pho­re, com­me di­sent ces gens très com­pé­tents, très sym­pa­thi­ques qui s’appellent les lin­gu­is­tes.

Da es je­doch die Me­ta­pher <ist>, wie die­se sehr kom­pe­ten­ten, sehr sym­pa­thi­schen Leu­te sa­gen, die sich Lin­gu­is­ten nen­nen –.

Ils sont même si com­pé­tents qu’ils ont été for­cés d’inventer la no­ti­on de com­pé­tence. [Ge­läch­ter]

Sie sind so­gar so kom­pe­tent, dass sie ge­nö­tigt wa­ren, den Be­griff der Kom­pe­tenz zu er­fin­den.32 [Ge­läch­ter]

La lan­gue, c’est la com­pé­tence en elle-même.

Die Spra­che (lan­gue), das ist die Kom­pe­tenz an sich.

En plus, c’est vrai, on est com­pé­tent en rien d’autre.

Und au­ßer­dem, das stimmt, ist man in nichts an­de­rem kom­pe­tent.

Seu­le­ment – com­me ils s’en sont aper­çus aus­si – il n’y a qu’une fa­çon de le prou­ver, c’est la per­for­mance.

Al­ler­dings gibt es – wie auch die Lin­gu­is­ten mit­be­kom­men ha­ben – nur eine Art, das zu be­wei­sen, und das ist die Per­form­anz.

C’est eux qui ap­pel­lent ça com­me ça : la per­for­mance, moi pas, je n’en ai pas be­soin.

Das sind die Lin­gu­is­ten, die das so nen­nen, „Per­form­anz“, ich nicht, ich habe da­für kei­nen Be­darf.

Je suis en train de la fai­re, la per­for­mance.

Ich bin da­bei, sie zu voll­zie­hen, die Per­form­anz.

Et en faisant la per­for­mance de vous par­ler de la mé­ta­pho­re, na­tu­rel­le­ment je vous floue, par­ce que la seu­le cho­se in­téres­san­te, c’est ce qui se pas­se dans la per­for­mance, c’est la pro­duc­tion du plus-de-jouir, du vôt­re et de ce­lui que vous m’imputez quand vous réflé­chis­sez.

Und in­dem ich die Per­form­anz er­brin­ge, zu Ih­nen über die Me­ta­pher zu spre­chen, füh­re ich Sie da­mit na­tür­lich in die Irre, denn das ein­zig In­ter­es­san­te ist das, was sich bei der Per­form­anz er­eig­net, näm­lich die Pro­duk­ti­on von Mehr­lust, die Ihre und die­je­ni­ge, die Sie mir zu­schrei­ben, wenn Sie nach­den­ken.

Ça vous ar­ri­ve.

Das pas­siert Ih­nen.

Ça vous ar­ri­ve sur­tout pour vous de­man­der ce que je fous là.

Das pas­siert Ih­nen vor al­lem, um sich zu fra­gen, was ich hier bloß an­stel­le.

Il faut bien cro­i­re que ça doit me 33 fai­re plai­sir au ni­veau de ce plus-de-jouir qui vous pres­se.

Man muss wohl glau­ben, dass mir das Lust ver­schaf­fen muss, auf der Ebe­ne die­ser Mehr­lust, die Sie drängt.34

Com­me je vous l’ai déjà ex­pli­qué : c’est à ce ni­veau-là que se fait l’opération de la mé­to­ny­mie, grâce à quoi vous pou­vez à peu près être em­me­nés n’importe où, con­du­its par le bout du nez, na­tu­rel­le­ment pas sim­ple­ment à vous dé­pla­cer dans le cou­loir.

Wie ich Ih­nen be­reits er­klärt habe, ist dies die Ebe­ne, auf der sich die Ope­ra­ti­on der Me­to­ny­mie voll­zieht, dank de­rer Sie fast über­all­hin ge­bracht wer­den kön­nen, an der Nase her­um­ge­führt wer­den kön­nen, na­tür­lich nicht ein­fach, um Sie in den Kor­ri­dor zu füh­ren.

[49] Mais ce n’est pas ça qui est in­téres­sant, de vous em­me­ner dans le cou­loir, ni même de vous batt­re sur la place pu­bli­que.

Aber das ist nicht das, was in­ter­es­sant ist, Sie in den Kor­ri­dor zu brin­gen, und nicht ein­mal, Sie auf dem öf­fent­li­chen Platz zu schla­gen.

L’intéressant, c’est de vous gar­der là, bien ran­gés, bien ser­rés, bien pres­sés les uns cont­re les au­tres.

Das In­ter­es­san­te ist, Sie hier zu hal­ten, wohl­ge­ord­net, ziem­lich eng, dicht an­ein­an­der­ge­drängt.

Pen­dant que vous êtes là, vous ne nui­sez à per­son­ne ! [All­ge­mei­ne Hei­ter­keit]

So­lan­ge Sie hier sind, fü­gen Sie nie­man­dem Scha­den zu. [All­ge­mei­ne Hei­ter­keit]

Ça nous mè­ne­ra, ça nous mè­ne­ra as­sez loin ce pe­tit ba­di­na­ge, par­ce que c’est tout de même à par­tir de là que nous es­saye­rons d’articuler la fonc­tion du li. 35

Das wird uns füh­ren, das wird uns ziem­lich weit füh­ren, die­se klei­nen Spä­ße, denn wir wer­den im­mer­hin ver­su­chen, von hier aus die Funk­ti­on des li zu ar­ti­ku­lie­ren.

Vous com­pre­nez, je vous rap­pel­le cet­te his­toire de plus-de-jouir, je vous la rap­pel­le… en­fin com­me je peux !

Sie ver­ste­hen, ich er­in­ne­re Sie an die­se Ge­schich­te der Mehr­lust, ich er­in­ne­re Sie so dar­an, wie ichs halt kann.

Il est bien cer­tain qu’il n’a été dé­fi­nis­sa­ble, et par moi, qu’à par­tir – de quoi ? – d’une sé­ri­eu­se édi­fi­ca­ti­on : cel­le de la re­la­ti­on d’objet tel­le qu’elle se dé­ga­ge de l’expérience dite freu­dien­ne.

Es ist ziem­lich si­cher, dass sie nur de­fi­nier­bar ge­we­sen ist, durch mich, aus­ge­hend von was?, von ei­ner se­riö­sen Kon­struk­ti­on aus, der­je­ni­gen der Ob­jekt­be­zie­hung, wie sie in der als freu­dia­nisch be­zeich­ne­ten Er­fah­rung zu­ta­ge tritt.36

Ça suf­fit pas. Ça suf­fit pas ! Ça suf­fit pas : il a fal­lu que cet­te re­la­ti­on je la coule, je lui fas­se go­det de la plus-va­lue, de la plus-va­lue de Marx, ce que per­son­ne n’avait son­gé pour cet usa­ge.

Das ge­nügt nicht. Das ge­nügt nicht! Das ge­nügt nicht, es war nö­tig, dass ich die­se Be­zie­hung gie­ße, dass ich ihr den Napf des Mehr­werts ma­che, des Mehr­werts von Marx, eine Ver­wen­dung, an die nie­mand ge­dacht hat­te.

La plus-va­lue de Marx, ça s’imagine pas com­me ça.

Den Marx’schen Mehr­wert, dar­auf kommt man nicht ein­fach so.

Si ça s’invente, c’est au sens où le mot « in­ven­ti­on » veut dire qu’on trouve une bon­ne cho­se déjà bien in­stal­lée dans un pe­tit coin, au­tre­ment dit qu’on fait une trou­vail­le.

Wenn das er­fun­den wird, dann in dem Sin­ne, in dem das Wort „Er­fin­dung“ be­deu­tet, dass man eine gute Sa­che fin­det, die in ei­ner klei­nen Ecke be­reits rich­tig in­stal­liert ist, an­ders ge­sagt, dass man ei­nen glück­li­chen Fund macht.

Pour fai­re une trou­vail­le, ben fal­lait que ça soit déjà as­sez bien poli, rodé – par quoi ? – par un dis­cours.

Um ei­nen glück­li­chen Fund zu ma­chen, nun ja, dazu war nö­tig, dass das be­reits ziem­lich gut po­liert ist, ein­ge­schlif­fen ist – und wo­durch?, durch ei­nen Dis­kurs.

Alors, le plus-de-jouir com­me la plus-va­lue ne sont dé­tec­ta­bles que dans un dis­cours dé­ve­lop­pé, dont il n’est pas ques­ti­on de dis­cu­ter qu’on puis­se le dé­fi­nir com­me le dis­cours du ca­pi­ta­lis­te.

Die Mehr­lust und der Mehr­wert kön­nen also nur in ei­nem ent­wi­ckel­ten Dis­kurs ent­deckt wer­den, bei dem es nicht dar­um geht, dar­über zu dis­ku­tie­ren, ob man ihn als den Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten de­fi­nie­ren kann.37

Vous n’êtes pas bien cu­rieux, et puis sur­tout peu in­ter­ven­ti­on­nis­tes, de sor­te que l’année der­niè­re, quand je vous ai par­lé du dis­cours du maît­re, per­son­ne n’est venu me cha­touil­ler pour me de­man­der com­ment ça se si­tuait là-dedans, le dis­cours du ca­pi­ta­lis­te.

Sie sind nicht wirk­lich neu­gie­rig und dann vor al­lem we­nig in­ter­ven­tio­nis­tisch, der­art, dass im letz­ten Jahr, als ich zu Ih­nen über den Dis­kurs des Herrn sprach, nie­mand es fer­tig ge­bracht hat, mich zu kit­zeln, um mich zu fra­gen, wie dar­in der Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten zu ver­or­ten wäre.

Moi j’attandais ças. Je ne de­man­de qu’à vous l’expliquer38, sur­tout que c’est simp­le com­me tout : un tout pe­tit truc qui tourne et vot­re dis­cours du maît­re se mont­re tout ce qu’il y a de plus trans­form­a­ble dans le dis­cours du ca­pi­ta­lis­te :

Was mich an­geht, so hat­te ich das er­war­tet. Ich ver­lan­ge nur, es Ih­nen zu er­klä­ren, ins­be­son­de­re da es ein­fach ist wie al­les – eine ganz klei­ne Sa­che, die sich dreht, und an Ih­rem Dis­kurs des Herrn zeigt sich als all das, was dar­über hin­aus in den Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten um­ge­wan­delt wer­den kann.39

L’important n’est pas ça, la ré­fé­rence à Marx était suf­fi­san­te pour mon­trer que ça avait le plus pro­fond rap­port avec ce dis­cours du maît­re.

Das Wich­ti­ge ist nicht dies; der Be­zug auf Marx war hin­rei­chend, um zu zei­gen, dass das in engs­ter Be­zie­hung zu die­sem Dis­kurs des Herrn stand.

Ce à quoi je veux en ve­nir c’est ceci : c’est que pour at­tra­per quel­que cho­se d’aussi es­sen­tiel que ce qui est là, di­sons le sup­port – le sup­port, cha­cun sait que je ne vous en ab­reuve pas, c’est bien la cho­se du mon­de dont je me mé­fie le plus, par­ce que c’est avec ça bien sûr qu’on fait les pi­res ex­tra­po­la­ti­ons, c’est avec ça pour tout dire qu’on fait la psy­cho­lo­gie, la psy­cho­lo­gie, c’est ce qui nous est bien né­ces­saire pour pou­voir ar­ri­ver à pen­ser la fonc­tion du lan­ga­ge – alors quand je réa­li­se que du plus-de-jouir le sup­port c’est la mé­to­ny­mie, c’est bien que là je suis en­t­iè­re­ment ju­s­ti­fié, | [50] c’est ce qui fait que vous me sui­viez, par le fait que ce plus-de-jouir est es­sen­ti­el­le­ment un ob­jet glis­sant – im­pos­si­ble d’arrêter ce glis­se­ment en au­cun point de la phra­se.

Wor­auf ich da­mit hin­aus­will, ist dies40: Um et­was zu er­fas­sen, was so we­sent­lich ist wie das, was hier, sa­gen wir, die Stüt­ze ist – die Stüt­ze, je­der weiß, dass ich Sie da­mit nicht ge­ra­de über­schüt­te, das ist die Sa­che, der ich am meis­ten miss­traue, weil man da­mit na­tür­lich die schlimms­ten Ex­tra­po­la­tio­nen vor­nimmt, da­mit macht man, um es deut­lich zu sa­gen, Psy­cho­lo­gie, Psy­cho­lo­gie, das ist das, was für uns wohl not­wen­dig ist, um er­rei­chen zu kön­nen, sich die Funk­ti­on der Spra­che aus­zu­den­ken41 –, also, wenn ich­mir klar­ma­che, dass die Me­to­ny­mie die Stüt­ze der Mehr­lust ist, dann heißt das, dass ich da gänz­lich ge­recht­fer­tigt bin, das ist das, was be­wirkt, dass Sie mir fol­gen, des­we­gen näm­lich, weil die­se Mehr­lust we­sent­lich ein glei­ten­des Ob­jekt ist, un­mög­lich, die­ses Glei­ten an ir­gend­ei­nem Punkt des Sat­zes an­zu­hal­ten.

Néan­mo­ins, pour­quoi nous re­fu­ser à nous aper­ce­voir que le fait qu’il soit uti­li­sable dans un dis­cours – lin­gu­is­tique ou pas, je vous l’ai déjà dit : ça m’est égal – dans un dis­cours qui est le mien, et qu’il ne le soit qu’à s’emprunter non au dis­cours, mais à la lo­gi­que du ca­pi­ta­lis­te, est quel­que cho­se qui nous in­tro­du­it, plu­tôt nous ramè­ne à ce que j’ai ap­por­té la der­niè­re fois et qui a lais­sé cer­ta­ins un tout pe­tit peu per­ple­xes.

Nichts­des­to­we­ni­ger, war­um soll­ten wir es uns ver­sa­gen, wahr­zu­neh­men, dass die Tat­sa­che, dass sie in ei­nem Dis­kurs ver­wend­bar ist – ob lin­gu­is­tisch oder nicht, ich habs Ih­nen be­reits ge­sagt, das ist mir egal –, in ei­nem Dis­kurs, der der mei­ne ist, und dass sie es nur ist, in­dem er sich nicht beim Dis­kurs, son­dern bei der Lo­gik des Ka­pi­ta­lis­ten et­was aus­leiht, das ist et­was, was uns ein­führt, viel­mehr was uns zu dem hin­führt, was ich hier das letz­te Mal ein­ge­bracht habe und was ei­ni­ge ein ganz klein biss­chen per­plex zu­rück­ge­las­sen hat.

Cha­cun sait que je fi­nis tou­jours ce que j’ai à vous ra­con­ter dans un pe­tit ga­lop, par­ce que peut-être j’ai trop traî­né, musar­dé avant, cer­ta­ins me le di­sent.

Je­der weiß, dass ich das, was ich Ih­nen zu er­zäh­len habe, im­mer mit ei­nem klei­nen Ga­lopp be­en­de, viel­leicht, weil ich vor­her zu sehr ge­bum­melt, ge­trö­delt habe, wie ei­ni­ge mir sa­gen.

Que vou­lez-vous : cha­cun son ryth­me !

Was wol­len Sie, je­dem sei­nen Rhyth­mus!

C’est com­me ça que je fais l’amour.

So ist das eben, wenn ich Lie­be ma­che.

Je vous ai par­lé d’une lo­gi­que sous-dé­ve­lop­pée.

Ich habe zu Ih­nen über eine un­ter­ent­wi­ckel­te Lo­gik ge­spro­chen.

Ça a lais­sé cer­ta­ins à se grat­ter la tête.

Das hat ei­ni­ge dazu ge­bracht, sich den Kopf zu krat­zen.

Qu’est-ce que ça va être cet­te lo­gi­que sous-dé­ve­lop­pée ?

Was soll das sein, die­se un­ter­ent­wi­ckel­te Lo­gik?

Par­tons de ceci : j’avais au­pa­ra­vant bien mar­qué que ce que véhi­cu­le l’extension du ca­pi­ta­lis­me, c’est le sous-dé­ve­lop­pe­ment.

Ge­hen wir von Fol­gen­dem aus. Ich hat­te zu­vor deut­lich ge­macht, das, was durch die Aus­wei­tung des Ka­pi­ta­lis­mus be­för­dert wird, ist die Un­ter­ent­wick­lung.

En­fin je vais le dire main­ten­ant par­ce que quelqu’un que j’ai ren­con­tré à la sor­tie  et à qui j’ai fait une con­fi­dence, je lui ai dit :

Nun ja, ich wer­de es jetzt sa­gen, denn je­man­dem, den ich am Aus­gang ge­trof­fen hat­te und dem ich et­was an­ver­traut hat­te, dem hat­te ich ge­sagt:

« J’aurais vou­lu il­lus­trer la cho­se en disant que Ni­xon c’est en fait Hou­phouët-Boi­gny en per­son­ne. »

Ei­gent­lich woll­te ich die Sa­che da­mit il­lus­trie­ren, dass ich sag­te, dass Ni­xon tat­säch­lich Hou­phouët-Boi­gny in Per­son ist.“42

« Oh ! – il m’a dit – vous au­riez dû le dire ! » [Ge­läch­ter]

Oh“, hat er mir ge­sagt, „das hät­ten Sie sa­gen sol­len!“ [Ge­läch­ter]

Eh bien je le dis.

Nun, ich sage es.

La seu­le dif­fé­rence ent­re les deux, c’est que M. Ni­xon a été psy­chana­ly­sé, dit-on. [Ge­läch­ter]

Der ein­zi­ge Un­ter­schied zwi­schen den bei­den be­steht dar­in, dass Herr Ni­xon, wie es heißt, psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist.43 [Ge­läch­ter]

Vous voy­ez le ré­sul­tat ! [Ge­läch­ter]

Das Er­geb­nis se­hen Sie ja! [Ge­läch­ter]

Quand quelqu’un a été psy­chana­ly­sé d’une cer­tai­ne fa­çon – et ça c’est tou­jours vrai, dans tous les cas – quand il a été psy­chana­ly­sé d’une cer­tai­ne fa­çon, dans un cer­tain champ, dans une cer­tai­ne éco­le, par des gens qu’on peut nom­mer, eh bien c’est in­cura­ble. [Ge­läch­ter]

Wenn je­mand auf be­stimm­te Wei­se psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist – und das gilt im­mer, in al­len Fäl­len –, wenn er auf eine be­stimm­te Wei­se psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist, in ei­nem be­stimm­ten Feld, in ei­ner be­stimm­ten Schu­le, durch Leu­te, die man be­nen­nen kann, nun, dann ist das un­heil­bar. [Ge­läch­ter]

Il faut tout de même dire les cho­ses com­me el­les sont. [Ge­läch­ter]

Man muss die Din­ge doch sa­gen wie sie sind. [Ge­läch­ter]

C’est in­cura­ble, ça va même très loin.

Das ist un­heil­bar, das geht so­gar sehr weit.

Il est par ex­emp­le ma­ni­fes­te qu’il est ex­clu que quelqu’un qui a été psy­chana­ly­sé quel­que part, dans un cer­tain endroit, par cer­tai­nes per­son­nes, nom­m­a­bles, pas par n’importe les­quel­les, eh ben il ne peut rien com­prend­re à ce que je dis.

Bei­spiels­wei­se ist of­fen­kun­dig, dass es aus­ge­schlos­sen ist, dass je­mand, der ir­gend­wo psy­cho­ana­ly­siert wor­den ist, an ei­nem be­stimm­ten Ort, durch be­stimm­te Per­so­nen, die ge­nannt wer­den kön­nen, nicht durch ir­gend­wel­che, nun, er kann von dem, was ich sage, nichts ver­ste­hen.

Ça s’est vu et il y a des preu­ves. [Ge­läch­ter]

Das ist vor­ge­kom­men und da­für gibts Be­wei­se. [Ge­läch­ter]

Il sort même tous les jours des bou­quins pour le prou­ver.

Es er­schei­nen so­gar tag­täg­lich Bü­cher, um das zu be­wei­sen.

À soi tout seul, ça sou­lè­ve tout de même des ques­ti­ons sur ce qu’il en est des pos­si­bi­lités de la per­for­mance, à sa­voir de fonc­tion­ner dans un cer­tain dis­cours.

Al­lein das wirft je­doch be­reits Fra­gen dar­über auf, wie es mit den Mög­lich­kei­ten der Per­form­anz steht, also da­mit, in ei­nem be­stimm­ten Dis­kurs zu funk­tio­nie­ren.44

Donc, si le dis­cours est suf­fi­sam­ment dé­ve­lop­pé, il y a quel­que cho­se – ne di­sons rien de plus – ce quel­que cho­se il se trouve que c’est vous45, mais ça c’est un pur ac­ci­dent, per­son­ne ne sait vot­re rap­port à ce quel­que cho­se, c’est un quel­que cho­se qui vous in­téres­se quand même.

Also, wenn der Dis­kurs hin­rei­chend ent­wi­ckelt ist, gibt es et­was, sa­gen wir nicht mehr dar­über; die­ses Et­was, es stellt sich her­aus, dass es Sie sind – aber das ist rei­ner Zu­fall, nie­mand kennt Ihr Ver­hält­nis zu die­sem Et­was –, das ist ein Et­was, das Sie den­noch be­trifft.

Voi­là c’est com­me ça que ça s’écrit.

xing

Das also schreibt sich so.

[51] Ça se lit, dans une tran­scrip­ti­on clas­si­que françai­se « sìng ».

Ge­le­sen wird das, in klas­si­scher fran­zö­si­scher Tran­skrip­ti­on, als sing.

Si vous met­tez un h de­vant « sing » c’est la tran­scrip­ti­on ang­lai­se.

Wenn sie vor sing ein h set­zen, ist das die eng­li­sche Tran­skrip­ti­on.

Et la plus ré­cen­te tran­scrip­ti­on chi­noi­se, si je ne m’y trom­pe pas, par­ce qu’après tout c’est pu­re­ment con­ven­ti­on­nel, s’écrit com­me ça xing, bien sûr, ça ne se pro­non­ce pas xing, ça se pro­non­ce sing.

Und die neu­es­te chi­ne­si­sche Tran­skrip­ti­on, wenn ich mich nicht irre, denn letzt­lich ist das rein kon­ven­tio­nell, wird so ge­schrie­ben: xing; na­tür­lich wird das nicht xing aus­ge­spro­chen, son­dern sing.

C’est la na­tu­re.

Das heißt „die Na­tur“.

C’est cet­te na­tu­re quand même dont vous avez pu voir que je suis loin de l’exclure dans l’affaire.

Das ist im­mer­hin die­se Na­tur, von der Sie ha­ben se­hen könn­ten, dass ich sie aus der Sa­che nicht aus­schlie­ße, weit da­von ent­fernt.

Si vous n’êtes pas com­plè­te­ment sour­din­gues, vous avez pu quand même re­mar­quer que la pre­miè­re cho­se qui va­lait la pei­ne d’être re­te­nue dans ce que je vous ai dit dans not­re pre­mier ent­re­ti­en, c’est que le si­gni­fi­ant – j’ai bien in­sis­té – il ca­va­le par­tout dans la na­tu­re.

Falls Sie nicht völ­lig taub sind, ha­ben Sie im­mer­hin fest­stel­len kön­nen, dass die ers­te Sa­che, die der Mühe wert war, fest­ge­hal­ten zu wer­den, von dem, was ich Ih­nen bei un­se­rem ers­ten Ge­spräch ge­sagt habe, die war, dass sich der Si­gni­fi­kant – dar­auf  habe ich be­stan­den – über­all in der Na­tur her­um­treibt.

Je vous ai par­lé des étoi­les, des con­stel­la­ti­ons plus ex­ac­te­ment, puisqu’il y a étoi­le et étoi­le.

Ich habe zu Ih­nen über die Ster­ne ge­spro­chen, ge­nau­er: über die Kon­stel­la­tio­nen, denn es gibt Stern und Stern.46

Pen­dant des siè­cles quand même, le ciel c’est ça :

Seit Jahr­hun­der­ten im­mer­hin ist der Him­mel dies:

C’est le pre­mier trait, ce­lui qui est au-des­sus, qui est im­portant.

Wich­tig ist der ers­te Strich, der­je­ni­ge, der oben ist.47

C’est un pla­teau, un ta­bleau noir.

Das ist eine Plat­te, eine Wand­ta­fel.

Puisqu’on me repro­che de me ser­vir du ta­bleau noir.

Denn man wirft mir vor, dass ich mich der Wand­ta­fel be­die­ne.

C’est tout ce qui nous res­te com­me ciel, mes bons amis, c’est pour ça que je m’en sers, pour mett­re des­sus ce qui doit être vos con­stel­la­ti­ons.

Das ist al­les, was uns als Him­mel bleibt, mei­ne lie­ben Freun­de, und dar­um be­die­ne ich mich ih­rer, um dar­auf das zu schrei­ben, was Ihre Kon­stel­la­tio­nen sein müs­sen.

Alors un dis­cours suf­fi­sam­ment dé­ve­lop­pé, de ce dis­cours il ré­sul­te que tous tant que vous êtes – et que vous soy­ez ici ou aux U.S.A. c’est le même ta­bac, et de même ail­leurs – vous êtes sous-dé­ve­lop­pés par rap­port à ce dis­cours.

Nun also, ein hin­rei­chend ent­wi­ckel­ter Dis­kurs, aus die­sem Dis­kurs er­gibt sich, dass Sie alle – und ob Sie hier sind oder in den USA, ist das­sel­be, und ge­nau­so an­ders­wo –, dass Sie im Ver­hält­nis zu die­sem Dis­kurs un­ter­ent­wi­ckelt sind.

Je par­le de ce quel­que cho­se, ce quel­que cho­se à quoi il s’agit de s’intéresser mais qui est cer­tai­ne­ment ce dont on par­le quand on par­le de vot­re sous-dé­ve­lop­pe­ment.

Ich spre­che von die­sem Et­was, von die­sem Et­was, für das man sich in­ter­es­sie­ren soll­te, was aber si­cher­lich das ist, wo­von man spricht, wenn man von Ih­rer Un­ter­ent­wick­lung spricht.

Où le si­tu­er ex­ac­te­ment ?

Wo ge­nau soll man es ver­or­ten?

Qu’en dire ?

Was dar­über sa­gen?

Ce n’est pas fai­re de la phi­lo­so­phie de de­man­der, de ce qui ar­ri­ve, quel­le est la sub­s­tan­ce.

Man be­treibt kei­ne Phi­lo­so­phie, wenn man fragt, was von dem, was ge­schieht, die Sub­stanz ist.

Il y a des cho­ses dans ce cher Meng-Tzu.

Es gibt <hier­zu> Din­ge bei die­sem lie­ben Meng­zi.

Je ne vois après tout pas de rai­sons de vous fai­re dro­guer, je n’ai vé­ri­ta­ble­ment au­cun es­poir que vous fas­siez l’effort d’y fout­re le nez, je vais donc al­ler – aus­si bien, pour­quoi pas ? – à ce que je de­v­rais mé­na­ger de trois éta­ges d’échelons, sur­tout qu’il nous a dit des cho­ses ex­tra­or­dinaire­ment in­téres­san­tes.

Ich sehe schließ­lich kei­nen Grund, Sie auf die Fol­ter zu span­nen, ich habe wirk­lich kei­ne Hoff­nung, dass Sie sich die Mühe ma­chen wer­den, die Nase da hin­ein zu ste­cken, ich wer­de also – ge­nau­so gut, war­um nicht? – zu dem über­ge­hen, was ich in drei ab­ge­stuf­ten Ebe­nen be­han­deln soll­te, vor al­lem, da er uns au­ßer­ge­wöhn­lich in­ter­es­san­te Din­ge ge­sagt hat.

Il y a un truc, on ne sait pas com­ment ça sort d’ailleurs, par­ce que c’est fait Dieu sait com­ment, c’est un col­la­ge ce li­v­re de Meng-Tzu, les cho­ses se suiv­ent, com­me on dit, et ne se res­sem­blent pas.

Es gibt da et­was, man weiß üb­ri­gens nicht, wie das auf­taucht, weil das Gott weiß wie ge­macht ist, das ist eine Col­la­ge, die­ses Buch von Meng­zi, die Din­ge fol­gen auf­ein­an­der und äh­neln sich nicht, wie man so sagt.48

En­fin bref, à | [52] côté de cet­te no­ti­on du xìng, de la « na­tu­re », sort tout d’un coup cel­le du mìng, du « dé­cret du ciel ».

ming

Also kurz, ne­ben die­sem Be­griff des xing, der „Na­tur“, taucht plötz­lich der des ming auf, des „De­krets des Him­mels“.

 

Évi­dem­ment je pour­rais très bien m’en tenir au mìng, au dé­cret du ciel, c’est à sa­voir con­ti­nu­er mon dis­cours, ce qui veut dire en som­me : c’est com­me ça par­ce que c’est com­me ça.

Of­fen­kun­dig könn­te ich mich sehr gut an das ming hal­ten, an das De­kret des Him­mels, das heißt, mei­nen Dis­kurs fort­set­zen, was al­les in al­lem be­sagt „das ist so, weil es so ist“.

Un jour la sci­ence pous­sa sur not­re ter­rain.

Ei­nes Ta­ges dräng­te die Wis­sen­schaft auf un­ser Ter­rain.

En même temps le ca­pi­ta­lis­me fai­sait des si­en­nes.

Zur sel­ben Zeit mach­te der Ka­pi­ta­lis­mus Dumm­hei­ten.

Et puis mon Dieu, il y a un type – Dieu sait pour­quoi : dé­cret du ciel – il y a Marx, qui a en som­me as­su­ré au ca­pi­ta­lis­me une as­sez longue sur­vie.

Und dann, mein Gott, gibt es ei­nen Typ – Gott weiß war­um, De­kret des Him­mels –, gibt es Marx, der, aufs Gan­ze ge­se­hen, dem Ka­pi­ta­lis­mus ein ziem­lich lan­ges Über­le­ben ge­si­chert hat.

Et puis il y a Freud qui a tout à coup été in­quiet de quel­que cho­se qui ma­ni­fes­tement de­ve­nait le seul élé­ment d’intérêt qui eut en­core quel­que rap­port avec cet­te cho­se qu’on avait aut­re­fois rêvée et qui s’appelait la con­nais­sance.

Und dann gibt es Freud, der plötz­lich von et­was be­un­ru­higt war, das of­fen­kun­dig zum ein­zi­gen Ele­ment von In­ter­es­se wur­de und das noch in ei­ner ge­wis­sen Be­zie­hung zu die­ser Sa­che stand, die man frü­her ge­träumt hat und die sich „Er­kennt­nis“ nann­te.

À une épo­que où il n’y avait plus la moind­re trace de quel­que cho­se qui ait un sens de cet­te es­pè­ce, il s’est aper­çu que il y avait le sym­ptô­me.

Zu ei­ner Zeit, in der es nicht mehr die ge­rings­te Spur von et­was gab, was ei­nen Sinn von die­ser Art hat, ihm ist klar­ge­wor­den, dass es das Sym­ptom gab.

C’est là que nous en som­mes.

Und da sind wir.

Le sym­ptô­me, c’est au­tour de quoi tourne tout ce dont nous pou­vons – com­me on dit : si le mot avait en­core un sens – avoir idée.

Das Sym­ptom, das ist das, wor­um sich al­les dreht, wo­von wir, wie man sagt, wenn das Wort noch ei­nen Sinn hät­te, eine Idee ha­ben kön­nen.

Le sym­ptô­me, c’est là-des­sus que vous vous ori­en­tez, tous au­tant que vous êtes.

Das Sym­ptom ist das, wor­an Sie sich ori­en­tie­ren, Sie alle, die Sie hier sind.

La seu­le cho­se qui vous in­téres­se, et qui ne tom­be pas à plat, qui ne soit pas sim­ple­ment in­ep­te com­me in­for­ma­ti­on, c’est des cho­ses qui ont l’apparence de sym­ptô­me, c’est-à-dire en princi­pe des cho­ses qui vous font si­gne, mais à quoi on ne com­prend rien.

Das Ein­zi­ge, was Sie in­ter­es­siert und was nicht flach­fällt, was als In­for­ma­ti­on nicht ein­fach un­brauch­bar ist, das sind Din­ge, die als Sym­ptom er­schei­nen, das heißt im Prin­zip Din­ge, die Ih­nen Zei­chen ge­ben, bei de­nen man aber nichts be­greift.

C’est la seu­le cho­se sûre, c’est qu’il y a des cho­ses qui vous font si­gne à quoi on ne com­prend rien.

Das ist die ein­zig si­che­re Sa­che, näm­lich dass es Din­ge gibt, die Ih­nen Zei­chen ge­ben, bei de­nen man nichts be­greift.

Je vous dirai com­ment l’homme – c’est in­tra­du­i­si­ble, c’est com­me ça, c’est le type, c’est le type bien – fait de très cu­rieux pe­tits tours de jong­le­rie et d’échange ent­re le xing et le mìng.

Ich möch­te Ih­nen sa­gen, wie der Mensch – das ist un­über­setz­bar, so ist das, das ist der Typ, das ist der rich­ti­ge Typ – ganz ei­gen­ar­ti­ge klei­ne Dre­hun­gen des Jon­glie­rens und des Aus­tauschs voll­zieht, zwi­schen dem xing und dem ming.

C’est évi­dem­ment beau­coup trop calé pour que je vous en par­le aujourd’hui, mais je le mets à l’horizon, à la poin­te pour vous dire que c’est là qu’il fau­dra en ve­nir, par­ce que de tou­te fa­çon, ce xìng, c’est quel­que cho­se qui ne va pas, qui est sous-dé­ve­lop­pé, il faut bien sa­voir où le mett­re.

Das ist of­fen­kun­dig zu schwie­rig, als dass ich heu­te zu Ih­nen dar­über spre­chen könn­te, ich stel­le es je­doch an den Ho­ri­zont, an die Spit­ze, um Ih­nen zu sa­gen, dass wir dort hin­kom­men müs­sen, denn die­ses xing ist je­den­falls et­was, was nicht geht, was un­ter­ent­wi­ckelt ist, und man muss sich dar­über im Kla­ren sein, wo man es hin­stel­len soll.

Qu’il puis­se vou­loir dire « la na­tu­re », ça a quel­que cho­se de pas très sa­tis­faisant vu l’état où en sont les cho­ses pour ce qui est de l’histoire natu- | [53] rel­le.

Dass es „Na­tur“ be­deu­ten kann, hat et­was nicht be­son­ders  Be­frie­di­gen­des, an­ge­sichts des Zu­stan­des, in dem die Din­ge hin­sicht­lich der Na­tur­ge­schich­te sind.

Ce xing, il n’y a au­cu­ne es­pè­ce de chan­ce que nous le trou­vi­ons dans ce truc ru­de­ment calé à ob­tenir, à ser­rer de près, qui s’appelle le plus-de-jouir.

Die­ses xing, es gibt kei­ner­lei Chan­ce, dass wir es in die­ser Sa­che fin­den, die enorm schwer zu er­lan­gen ist, fest­zu­ma­chen ist, und die Mehr­lust heißt.

Si c’est si glis­sant, ça ne rend pas fa­ci­le de mett­re la main des­sus.

Wenn das so glei­tend ist, ist es nicht leicht, die Hand dar­auf zu le­gen.

C’est tout de même pas – cer­tai­ne­ment pas – à ça que nous nous ré­fé­rons quand nous par­lons de sous-dé­ve­lop­pe­ment.

Es ist je­doch nicht dies, si­cher­lich nicht, wor­auf wir uns be­zie­hen, wenn wir von Un­ter­ent­wick­lung spre­chen.

Je sais bien qu’à ter­mi­ner main­ten­ant, par­ce que – mon Dieu – l’heure s’avance, je vais vous lais­ser peut-être un pe­tit peu trop en halei­ne.

Ich weiß durch­aus: Wenn ich jetzt Schluss ma­che – da die Stun­de, mein Gott, vor­an­ge­schrit­ten ist –, wer­de ich Sie viel­leicht ein klein we­nig zu sehr in Atem hal­ten.

Tout de même, je vais re­ve­nir en ar­riè­re, sur le plan de l’agir mé­ta­pho­ri­que et pour vous dire en quoi, puis­que aujourd’hui ça a été mon pi­vot, la lin­gu­is­tique – con­ven­ab­le­ment fil­trée, cri­ti­quée, fo­ca­li­sée en­fin pour tout dire à con­di­ti­on que nous en fas­si­ons ex­ac­te­ment ce que nous vou­lons –, et ce que font les lin­gu­is­tes, mon Dieu, pour­quoi ne pas en ti­rer pro­fit ?

Ich will je­doch auf die Ebe­ne des me­ta­pho­ri­schen Han­delns zu­rück­kom­men, um Ih­nen zu sa­gen, da dies heu­te mein An­gel­punkt war, wie die Lin­gu­is­tik – an­ge­mes­sen fil­triert, kri­ti­siert, fo­kus­siert, kurz, um es deut­lich zu sa­gen, un­ter der Be­din­gung, dass wir da­mit ge­nau das ma­chen, was wir wol­len; und das, was die Lin­gu­is­ten ma­chen, mein Gott, war­um soll­te man dar­aus kei­nen Nut­zen zie­hen?

Il peut ar­ri­ver qu’ils fas­sent quel­que cho­se d’utile.

Es kann vor­kom­men, dass sie et­was Brauch­ba­res ma­chen.

Si la lin­gu­is­tique est ce que je di­sais tout à l’heure, une mé­ta­pho­re qui se fa­bri­que ex­près pour ne pas mar­cher, ça peut peut-être vous don­ner des idées pour ce qui pour­rait bien, nous, être not­re but, d’où nous nous te­nons avec Meng-Tzu et puis quel­ques au­tres à son épo­que qui sa­vai­ent ce qu’ils di­sai­ent.

Wenn die Lin­gu­is­tik das ist, was ich vor­hin ge­sagt habe, eine Me­ta­pher, die aus­drück­lich dazu her­ge­stellt wird, um nicht zu lau­fen, dann kann das Ih­nen viel­leicht Ide­en dazu ein­ge­ben, was denn un­ser Ziel sein könn­te, von wo­her wir es mit Meng­zi hal­ten und dann mit ei­ni­gen an­de­ren sei­ner Zeit, die wuss­ten, was sie sag­ten.

Par­ce que faud­rait pas con­fond­re quand même le sous-dé­ve­lop­pe­ment avec le re­tour à un état ar­chaïque, c’est pas par­ce que Meng-Tzu vi­vait au troi­siè­me siè­cle avant Jé­sus-Christ que je vous le pré­sen­te com­me une men­ta­lité pri­mi­ti­ve.

Denn man darf die Un­ter­ent­wick­lung kei­nes­falls mit der Rück­kehr zu ei­nem ar­chai­schen Zu­stand ver­wech­seln; es ist nicht so, dass ich Ih­nen Meng­zi, da er im drit­ten Jahr­hun­dert vor Chris­tus leb­te, als eine pri­mi­ti­ve Men­ta­li­tät dar­stel­le.49

Je vous le pré­sen­te com­me quelqu’un, qui dans ce qu’il di­sait, sa­vait pro­bable­ment une part des cho­ses que nous ne sa­vons pas quand nous di­sons la même cho­se.

Ich stel­le ihn für Sie als je­man­den dar, der bei dem, was er sag­te, wahr­schein­lich ei­nen Teil der Din­ge wuss­te, die wir nicht wis­sen, wenn wir das­sel­be sa­gen.

Alors c’est ça qui peut nous ser­vir à ap­prend­re avec lui à sou­ten­ir une mé­ta­pho­re, non pas fa­bri­quée pour ne pas mar­cher, mais dont nous sus­pen­di­ons l’action.

Dies ist also das, was uns dazu die­nen kann, um mit ihm zu ler­nen, eine Me­ta­pher zu stüt­zen, die nicht dazu fa­bri­ziert ist, um nicht zu lau­fen, son­dern de­ren Ak­ti­on wir sus­pen­die­ren.

C’est là peut-être où nous es­saye­rons de mon­trer la voie né­ces­saire.

Hier wer­den wir viel­leicht ver­su­chen, den not­wen­di­gen Weg zu zei­gen.

J’en res­ter­ai là aujourd’hui pour un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant.

Und da­mit las­se ich es für heu­te ge­nug sein – im Hin­blick auf ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre.

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Anmerkungen

  1. Das Er­stel­lungs­da­tum ei­ner PDF-Da­tei fin­det man im Ado­be Acro­bat Re­ader DC Ver­si­on 2015 un­ter Da­tei > Ei­gen­schaf­ten > Be­schrei­bung > Er­stellt am.
  2. An­ders ge­sagt: Ich hal­te, trotz des Streiks, die­se Se­mi­nar­sit­zung ab.
  3. La­can be­zieht sich auf: Ge­or­ge Mou­nin: Quel­ques traits du style de Jac­ques La­can. In: La Nou­vel­le Re­vue Françai­se, Nr. 193, 1969, S. 84–92.
    Mou­nin ist Schü­ler von An­dré Mar­ti­net, auf des­sen Kon­zept der dop­pel­ten Ar­ti­ku­la­ti­on La­can sich spä­ter in die­ser Sit­zung be­zie­hen wird.
  4. Ge­meint ist die Éco­le nor­ma­le su­pé­ri­eur de Pa­ris.
  5. La­can hat­te über die­sen Ar­ti­kel in Se­mi­nar 16 ge­spro­chen, in der Sit­zung vom 8. Ja­nu­ar 1969.
  6. La­can hielt sei­ne Vor­le­sung da­mals zwar in ei­nem Hör­saal der Éco­le nor­ma­le su­pé­ri­eur de Pa­ris, je­doch mit ei­nem Lehr­auf­trag („Char­gé de con­fé­ren­ces“) der Éco­le pra­tique des hau­tes étu­des, 6. Sek­ti­on (vgl. Eli­sa­beth Rou­di­nes­co: Jac­ques La­can. Be­richt über ein Le­ben, Ge­schich­te ei­nes Denk­sys­tems. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Kie­pen­heu­er und Witsch, Köln 1996, S. 451; Jac­ques-Alain Mil­ler: De la na­tu­re des sem­blants. Cours 1991/92, Sit­zung vom 27. No­vem­ber 1991, im In­ter­net hier.).
  7. In Ver­si­on Sta­fer­la fin­det man an die­ser Stel­le ei­nen Hin­weis auf den fol­gen­den Text: An­dré Mar­ti­net, In­ter­view durch Bri­git­te De­vis­mes. In: VH 101. Re­vue tri­mestri­el­le, Heft 2, „La théo­rie“, Es­se­lier, Pa­ris 1970, S. 67–75.
    Cor­mag Gal­lag­her ver­weist in sei­ner Über­set­zung auf ein In­ter­view mit An­dré Mar­ti­net in Le Mon­de vom 5. Ja­nu­ar 1971.
  8. In der Lin­gu­is­tik ver­steht man un­ter Funk­to­na­lis­mus die Er­klä­rung der Gram­ma­tik durch durch den Ge­brauch der Spra­che für die Zwe­cke der Kom­mu­ni­ka­ti­on.
  9. Die For­mu­lie­rung „du mo­ins je trouve“ fin­det man auch in Ver­si­on Chol­let. Ver­si­on Mil­ler: „du mo­ins on le prouve“. Die Ton­auf­nah­me auf der Web­site von Pa­trick Valas er­mög­licht kei­ne Ent­schei­dung.
  10. In der Lo­gik ver­steht man un­ter Hy­po­the­sen die Prä­mis­sen, aus de­nen eine Kon­klu­si­on ge­zo­gen wird. Die Ver­bin­dung von Prä­mis­sen und Kon­klu­si­on heißt „Schluss“ (oder „Ar­gu­ment“).
  11. Ein lo­gi­scher Schluss wird als Im­pli­ka­ti­on ge­deu­tet, d.h. als eine Satz­ver­knüp­fung vom Typ „Wenn A, dann B“. In der Im­pli­ka­ti­on wird der Vor­der­satz (also A) als „Protasis“ oder „An­te­ze­dens“ be­zeich­net, der Hin­ter­satz (B) als „Apo­dosis“ oder „Kon­se­quenz“. Die Hy­po­the­sen bzw. die Prä­mis­sen ent­spre­chen dem Vor­der­satz (bzw. den Vor­der­sät­zen), die Schluss­fol­ge­rung bil­det den Hin­ter­satz.
    „Kon­di­tio­nal“ ist in der Lo­gik nor­ma­ler­wei­se ein Syn­onym für die Im­pli­ka­ti­on, also für die Ver­bin­dung von Vor­der­satz und Hin­ter­satz; La­can scheint sich hier mit „Kon­di­tio­nal“ nur auf den Vor­der­satz zu be­zie­hen.
    Die Wahr­heit des Vor­der­sat­zes wird im­mer nur lo­gisch ar­ti­ku­liert , da­mit könn­te ge­meint sein, dass die Wahr­heit des Vor­der­sat­zes hy­po­the­ti­schen Cha­rak­ter hat: „Falls A wahr ist (ist auch B wahr)“.
  12. Ge­meint ist ver­mut­lich: Bei ei­ner Im­pli­ka­ti­on ist der Nach­satz (die Apo­dosis, die Kon­se­quenz, die Kon­klu­si­on) un­ab­hän­gig vom Vor­der­satz (von den Hy­po­the­sen, von den Prä­mis­sen) ve­ri­fi­zier­bar, d.h. über sei­ne Wahr­heit oder Falsch­heit kann un­ab­hän­gig von den Hy­po­the­sen ent­schie­den wer­den.
  13. Aus der Wahr­heit des Nach­sat­zes (der Kon­se­quenz, der Apo­dosis, der Kon­klu­si­on) folgt nicht die Wahr­heit des Vor­der­sat­zes (der Hy­po­the­sen, der Prä­mis­sen). Die ge­sam­te Im­pli­ka­ti­on – die Satz­ver­knüp­fung vom Typ „wenn A, dann B“ –  ist auch dann wahr, wenn der Teil­satz A falsch ist und Teil­satz B wahr ist.
  14. Po­si­tiv for­mu­liert: Aus ei­ner fal­schen Prä­mis­se kann eine wah­re Kon­klu­si­on ge­zo­gen wer­den. Die Im­pli­ka­ti­on „Wenn A, dann B“ ist ins­ge­samt auch dann wahr, wenn die Prä­mis­se A falsch ist und die Kon­klu­si­on B wahr ist.
  15. Die Zu­stim­mung der­je­ni­gen, die au­to­ri­siert sind, ent­spricht in der For­mel des Uni­ver­si­täts­dis­kur­ses der Her­ren­si­gni­fi­kant S1 am Platz der Wahr­heit (un­ten links).
  16. In den Dis­kurs­for­meln wird die un­be­wuss­te Sei­te ei­nes Dis­kur­ses durch die bei­den un­te­ren Plät­zen re­prä­sen­tiert.
  17. An­spie­lung auf So­kra­tes’ Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ oder bes­ser „Ich weiß, dass ich nicht weiß“ in Pla­tons Apo­lo­gie. Ge­nau­er liest man dort: „Die­ser meint ir­gend­et­was zu wis­sen, ob­wohl er es nicht weiß, aber ich, wie ich es nun nicht weiß, glau­be es auch nicht.“ (21d–22a) (Schlei­er­ma­cher-Über­set­zung, be­ar­bei­tet von Heinz Hof­mann, Wis­sen­schaft­li­che Buch­ge­sell­schaft, Darm­stadt 2006.
  18. Das ist mög­li­cher­wei­se die Hy­po­the­se, durch die La­can ei­nem be­stim­ten Feld eine Ord­nung ver­lieht.
  19. Mit „un­ter­hal­ten“ ver­su­che ich La­cans Wort­spiel mit cau­ser wie­der­zu­ge­ben: a) plau­dern, b) ver­ur­sa­chen.
  20. Die For­mu­lie­rung „drô­le de sau­ce“ fin­det man auch in Ver­si­on Mil­ler. In Ver­si­on Chol­let heißt es: „drô­le de cho­se“. Auf der Ton­auf­nah­me ist „sau­ce“ gut zu hö­ren.
  21. Zum Be­griff der Met­a­spra­che vgl. die Fuß­no­te in: Se­mi­nar 18, Über­set­zung der Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971 in die­sem Blog.
  22. Die frü­hes­te For­mu­lie­rung die­ser The­se fin­det man Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se (Vor­trag von 1953, ver­öf­fent­licht 1956); dort heißt es, das Sym­bol ma­ni­fes­tie­re sich als „Mord am Ding“ (vgl. die­sen Blog­bei­trag).
  23. La­can be­zieht sich auf das klas­si­sche Pro­blem der Lin­gu­is­tik, ob die Be­deu­tung durch das Zei­gen fun­diert wer­den kann, ver­bun­den mit ei­nem hin­wei­sen­den (deik­ti­schen, in­de­xi­ka­li­schen) Aus­druck; vgl. hier­zu be­reits Se­mi­nar 1, Sit­zung vom 23. Juni 1954.
  24. Auf chi­ne­si­sche Schrift­zei­chen hat­te La­can sich be­reits in ei­nem frü­he­ren Se­mi­nar be­zo­gen, Se­mi­nar 9 von 1961/62, Die Iden­ti­fi­zie­rung (Sit­zun­gen vom 6. De­zem­ber 1961 und vom 24. Ja­nu­ar 1962).
  25. C’est une ga­geu­re“, wört­lich „das ist eine Wet­te“, ist eine Re­de­wen­dung mit der Be­deu­tung „das ist ein aus­sichts­lo­ses Un­ter­fan­gen“. Wenn La­can von der Wet­te spricht, von der er be­reits hin­rei­chend Ge­brauch ge­macht habe, meint er da­mit ver­mut­licht die Pascal’sche Wet­te, mit der er sich aus­führ­lich in Se­mi­nar 13 be­fasst hat­te (Das Ob­jekt der Psy­cho­ana­ly­se, 1965/66) und auf die er be­reits frü­her im lau­fen­den Se­mi­nar ver­wie­sen hat­te (Sit­zung om 13. Ja­nu­ar 1971; Ver­si­on Mil­ler, S. 16).
  26. Auf der Ton­auf­nah­me hört man, dass La­can wei wie das eng­li­sche Wort way aus­spricht.
  27. Das Kon­zept der zwei­fa­chen Glie­de­rung stammt von dem fran­zö­si­schen Lin­gu­is­ten An­dré Mar­ti­net (vgl. A. Mar­ti­net: Grund­zü­ge der all­ge­mei­nen Sprach­wis­sen­schaft (1960). Kohl­ham­mer, Stutt­gart 1963). Die bei­den Sei­ten der dop­pel­ten Glie­de­rung sind ei­ner­seits die be­deu­tungs­tra­gen­den Ein­hei­ten, die Mor­phe­me (von Mar­ti­net „Mo­neme“ ge­nannt) und an­de­rer­seits die be­deu­tungs­dif­fe­ren­zie­ren­den Ein­hei­ten, die Pho­neme. Auf der Ebe­ne der Schrift sind dies in der Al­pha­bet­schrift, stark ver­ein­facht ge­sagt, die „Wor­te“ und die Buch­sta­ben.
  28. Ich kann La­cans Ein­wand nicht nach­voll­zie­hen. Wenn alle Wör­ter Ein­sil­ber sind, dann heißt das, dass sie sich aus Kon­so­nan­ten und Vo­ka­len zu­sam­men­set­zen, also aus Pho­ne­men, die kei­ne Be­deu­tung ha­ben. Die­se Pho­neme wer­den in der Schrift of­fen­bar nicht re­prä­sen­tiert. Ver­wech­selt La­can hier die Ebe­ne der ge­spro­che­ne Spra­che mit der der ge­schrie­be­nen Spra­che?
    François Sé­bas­tian­off hat zu zei­gen ver­sucht, dass die chi­ne­si­sche Schrift die­sel­be Struk­tur der zwei­fa­chen Glie­de­rung hat wie die Al­pha­bet­schrift. Vgl. F.S.: La dou­ble ar­ti­cu­la­ti­on gra­phi­que dans l’écriture du chi­nois. In: La Lin­gu­is­tique, 31. Jg. (1995), Heft 2, S. 103–115; Ders.: Le syl­la­bo­gram­me dans l’écriture du chi­nois. In: La Lin­gu­is­tique, 35. Jg.(1999) Heft 1, S. 51–63.
    Er ar­gu­men­tiert, dass die chi­ne­si­schen Schrift­zei­chen sich aus be­deu­tungs­lo­sen „Gra­phe­men“ zu­sam­men­set­zen, die wie­der­um aus gra­phi­schen dis­tink­ti­ven Merk­ma­len be­stehen (sie­he hier).
  29. Faust sagt das in: Goe­thes Faust I, Stu­dier­zim­mer-Sze­ne.
  30. Jo­han­nes 1, 1. Die griechich­schen Wör­ter „en ar­chē“ be­deu­ten „am An­fang“ (das Jo­han­nes-Evan­ge­li­um ist im Ori­gi­nal ein grie­chi­scher Text). 
  31. Die For­mu­lie­rung „par­ce que quand même“ fin­det man auch in Ver­si­on Chol­let. Ver­si­on Mil­ler: „par­ce que c’est quand même“. Die Ton­auf­nah­me er­mög­licht kei­ne Ent­schei­dung.
  32. An­spie­lung auf die von Noam Chom­sky in die Lin­gu­is­tik ein­ge­führ­te Be­griffs­op­po­si­ti­on von Kom­pe­tenz und Per­form­anz. Vgl. N. Chom­sky: As­pek­te der Syn­tax-Theo­rie (1965). Über­setzt von Ewald Lang u.a. Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1969.
    Un­ter „Kom­pe­tenz“ ver­steht Chom­sky das idea­li­sier­te Sprach­sys­tem, das es ei­nem Spre­cher er­mög­licht, eine un­end­li­che An­zahl von Sät­zen zu er­zeu­gen und gram­ma­tisch wohl­ge­form­te von un­gram­ma­ti­schen Sät­zen zu un­ter­schei­den. Die „Per­form­anz“ ist der tat­säch­li­che Sprach­ge­brauch, im dem auf­grund von Fak­to­ren wie Mü­dig­keit, Auf­merk­sam­keit usw. gram­ma­ti­sche Feh­ler ge­macht wer­den. Die Un­ter­schei­dung hat das Ziel, eine Theo­rie der Gram­ma­tik un­ab­hän­gig vom be­ob­acht­ba­ren Sprach­ver­hal­ten zu ent­wi­ckeln.
    In der Sit­zung vom 9. Juni 1971 wird La­can die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Be­griffs­paar Kompetenz/Performanz fort­set­zen.
  33. Das „me“ fin­det man auch in Ver­si­on Chol­let. Ver­si­on Mil­ler: „vous“. Auf der Ton­auf­nah­me ist „me“ zu hö­ren.
  34. La­can kommt hier auf sei­ne Be­mer­kung in der ers­ten Sit­zung des Se­mi­nars zu­rück, dass  die Teil­neh­mer für ihn die Funk­ti­on der plus-de-jouir pres­sé ha­ben, der ge­press­ten, ge­dräng­ten Mehr­lust.
  35. Ver­si­on Chol­let: „hi“. Ver­si­on Mil­ler: „yin“. Die Ton­auf­nah­me er­mög­licht kei­ne Ent­schei­dung.
  36. Bei „se­ri­ös“ muss man woh auch „se­ri­ell“ mit­hö­ren – die Ob­jekt­be­zie­hung hat den Cha­rak­ter ei­ner Se­rie, und der O jekt­wech­sel ist eine Form der Me­to­ny­mie.
  37. Auf den „Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten“ hat­te La­can sich be­reits in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung vom 20. Ja­nu­ar 1971 be­zo­gen; zur Er­läu­te­rung vgl. dort die aus­führ­li­che An­mer­kung.
  38. Ich über­neh­me hier Ver­si­on Chol­let. Ver­si­on Mil­ler: „Moi j’attandais ça, je ne de­man­de qu’à vous l’expliquer“. Ver­si­on Sta­fer­la: „Moi j’attendais ça, je de­man­de qu’à vous l’expliquer“. Die Ton­auf­nah­me er­mög­licht kei­ne Ent­schei­dung.
  39. Der Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten ent­steht aus dem Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten da­durch, dass die Ter­me an den Plät­zen links oben und links un­ten ver­tauscht sind. Das Sym­bol S1 ist im Dis­kurs des Herrn am Platz links oben, im Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten am Platz links un­ten; das Sym­bol $ fin­det man im Dis­kurs des Herrn links oben und im Dis­kurs des Ka­pi­ta­lis­ten links un­ten.
    Die der Kon­struk­ti­on der vier Dis­kur­se zu­grun­de lie­gen­de Re­gel, dass die Rei­hen­fol­ge der Ter­me nicht ver­än­dert darf, wird hier also fal­len­ge­las­sen.
  40. Vgl. in der vor­an­ge­hen­den Sit­zung die­ses Se­mi­nars La­cans Kom­men­tar zur Fra­ge von Teil­neh­mern, wor­auf er da­mit hin­aus­will.
  41. Viel­leicht eine An­spie­lung auf den zu Be­ginn des Se­mi­nars er­wähn­ten Lin­gu­is­ten, der sag­te, er sei nicht Struk­tu­ra­list, son­dern Funk­tio­na­list. Wel­che Funk­ti­on ist ge­meint? Die der Kom­mu­ni­ka­ti­on?
  42. Ri­chard Ni­xon war zu die­sem Zeit­punkt Prä­si­dent der USA und Fe­lix Hou­phouët-Boi­gny Staats­prä­si­dent der El­fen­bein­küs­te.
  43. Ni­xon war bei dem Psych­ia­ter und Psy­cho­the­ra­peu­ten Ar­nold Hut­schne­cker in Be­hand­lung, wie 1968 be­kannt wur­de.
  44. Mög­li­cher­wei­se spielt La­can auch hier auf die Op­po­si­ti­on Struk­tu­ra­lis­mus ver­sus Funk­tio­na­lis­mus an.
  45. Die For­mu­lie­rung „que c’est vous“ fin­det man auch in Ver­si­on Chol­let. Ver­si­on Mil­ler: „que ce quel­que cho­se vous in­téres­se“. Auf der Ton­auf­nah­me ist die Stel­le un­ver­ständ­lich.
  46. Un­ter ei­ner Kon­stel­la­ti­on (von la­tei­nisch con, „mit“, und stel­la, „Stern“) ver­steht man in der As­tro­no­mie die schein­ba­re Stel­lung von Him­mels­kör­pern zu­ein­an­der, ver­ein­facht ge­sagt: das Stern­bild.
  47. Ist hier ein Strich im Schrift­zei­chen xing ge­meint?
  48. An­spie­lung auf das Sprich­wort „Les jours se suiv­ent, et ne se res­sem­blent pas.“ (Die Tage fol­gen auf­ein­an­der und äh­neln sich nicht).
  49. Men­ta­lité pri­mi­ti­ve ist ein Be­griff, den Lu­ci­en Lévy-Bruhl ge­prägt hat (L L.–B.: La men­ta­lité pri­mi­ti­ve, Al­can, Pa­ris 1922).

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