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Jacques Lacan
Über Rassismus
Übersetzung
— 1 Kommentar

  1. Hal­lo Herr Nemitz,
    zu­nächst Dan­ke für die wahn­sin­ni­ge Ar­beit, die sie in die­se Sei­te stecken.
    Zum Inhalt:
    Ich fin­de La­can hat vor dem In­ter­view schon­mal prä-zi­ser formuliert(wenn mir das Wort­spiel er­laubt ist)und zwar im Se­mi­nar Buch VII (Die Ethik der Psychoanalyse).
    Dort führt er den Be­griff Le­bens­neid ein – auf deutsch, ohne dass ich mir be­wusst wäre, ei­nen sol­chen Be­griff ge­kannt zu ha­ben. Was er im obi­gen Text zum Ras­sis­mus sagt, kommt mir vor wie eine ab­ge­lei­te­te Aus­sa­ge zu der gen­n­an­ten Stel­le, nur selt­sam verwässert.
    Der An­de­re wird grund­sätz­lich be­nei­det, sagt La­can – aber er stellt dies nur an­satz­wei­se in den Rah­men des Nei­des um Gü­ter, son­dern eher in den Rah­men, dass man ihm sein „ver­meint­li­ches“ Mehr an der Er­fül­lung sei­nes Be­geh­rens un­ter­stellt. Da­mit sind wir, qua­si un­ter der Hand wie­der bei Freund, der vom Pe­nis­neid sprach – wenn das an­de­re „Ge­schlecht“ per se un­er­reich­bar ist (und da hilft die Hilfs­kon­struk­ti­on der Ras­se we­nig), dann kom­men wir vul­gär ge­spro­chen ge­nau dort wie­der an, so mein Ver­dacht. Was ist denn das ers­te Kli­schee (Phan­tas­ma), was ei­nem zum „Ne­ger“ ein­fällt (al­ter­na­tiv kann man den „Ara­ber“ neh­men, der alle blon­den Mä­dels ab­greift – was sonst steht denn hin­ter dem Ge­schwätz über Syl­ves­ter in Köln 2015)? Der hat ei­nen un­glaub­lich lan­gen Pim­mel… (über die Be­gü­ter­ten macht man sich kei­ne sol­chen Kopf – ob Acker­mann und Mid­del­hoff jetzt 10, 15 oder 30cm nach­wei­sen könn­ten, wird nicht gesprochen!)
    Die Kon­struk­tio­nen des Ras­sis­mus lau­fen aber so: Was stört jun­ge ost­deut­sche Män­ner? Die „Ka­na­ken“ neh­men uns un­se­re Mä­dels weg! – da­bei sind die mehr­heit­lich schon seit 20 Jah­ren auf dem Weg nach West­deutsch­land oder Ber­lin. Wo Ras­sis­mus ver­fängt, geht es im­mer nur ums „vö­geln“ – ob bei der Rein­hal­tung deut­schen Blu­tes ge­gen­über den Ju­den bei den Na­zis, dem KKK oder bei un­se­ren neu­en Rech­ten (die gar nicht so neu sind).

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