Jacques Lacan: Joyce das Symptom I (Übersetzung)

Laszlo Moholy-Nagy - Diagramm zu Finnegans Wake - 1946Laszlo Moho­ly-Nagy, Dia­gramm zu Fin­ne­gans Wake (1946), von hier

Im Fol­gen­den fin­det man mei­ne Über­set­zung von La­cans Vor­trag Joy­ce le Sym­ptô­me I. Es han­delt sich um die ers­te ver­öf­fent­lich­te deut­sche Über­set­zung.

Ei­nen Kom­men­tar zu Joy­ce das Sym­ptom I fin­det man in die­sem Blog hier. Die Über­set­zung der zwei­ten Fas­sung die­ses Tex­tes, Joy­ce das Sym­ptom II, steht hier.

Vorbemerkung zur Übersetzung

Der Vor­trag wur­de von ihm an ei­nem Blooms­day ge­hal­ten, am 16. Juni 1975 zur Er­öff­nung des 5. in­ter­na­tio­na­len Ja­mes-Joy­ce-Sym­po­si­ums in Pa­ris, im gro­ßen Am­phi­thea­ter der Sor­bon­ne. Die schrift­li­che Fas­sung von Joy­ce das Sym­ptom I wur­de von Jac­ques-Alain Mil­ler er­stellt, auf der Grund­la­ge von No­ti­zen von Eric Lau­rent; sie er­schien zu­erst in L’âne, 1982, Nr. 6. Die Zwi­schen­über­schrif­ten sind von Mil­ler.1

Die Über­set­zung be­zieht sich auf den auf der Sei­te der Éco­le la­ca­ni­en­ne de psy­chana­ly­se ver­öf­fent­lich­ten Text; die von Jac­ques-Alain Mil­ler in sei­ner Aus­ga­be von Se­mi­nar 23 ver­öf­fent­lich­te Ver­si­on von Joy­ce le sym­ptô­me I weicht hier­von leicht ab. 

Die rö­mi­sche I ver­weist dar­auf, dass es eine zwei­te Fas­sung gibt: den von La­can für die Ver­öf­fent­li­chung voll­stän­dig neu ge­schrie­be­nen Text Joy­ce das Sym­ptom II. Die bei­den Ver­sio­nen ha­ben kei­nen Satz ge­mein­sam.

Ich brin­ge den Text von Joy­ce das Sym­ptom I hier dop­pelt, zu­nächst nur auf deutsch, da­mit man ihn in der Art le­sen kann, wie man ei­nen Vor­trag hört, dann auf fran­zö­sisch und deutsch, ab­wech­selnd Satz für Satz, mit mei­nen er­läu­tern­den An­mer­kun­gen.

Vor­schlä­ge zur Ver­bes­se­rung der Über­set­zung sind will­kom­men!

Die Über­set­zung ge­hört in den Um­kreis des Se­mi­nar-23-Kom­men­tars, den ich in die­sem Blog zu ver­öf­fent­li­chen be­gon­nen habe (ei­nen Über­blick fin­det man hier), und der sich auf die lau­fen­den Tref­fen der Le­se­grup­pe des Psy­cho­ana­ly­ti­schen Sa­lons Ber­lin zu die­sem Se­mi­nar stützt. 

Beim Über­set­zen ha­ben mir Ger­hard Herr­gott und Eva Ma­ria Jobst sehr ge­hol­fen und Nor­bert Finzsch hat mir un­ver­hofft „fortah­men“ ge­schenkt – herz­li­chen Dank an alle! 

Rolf Nemitz

Jacques Lacan: Joyce das Symptom I

Deutsch

Heu­te bin ich nicht in mei­ner bes­ten Ver­fas­sung, aus al­len mög­li­chen Grün­den.

Mit Ein­ver­ständ­nis von Jac­ques Au­bert, des­sen In­sis­tie­ren es ge­schul­det ist, dass Sie mich hier se­hen – Jac­ques Au­bert, der ein be­deu­ten­der Joy­cia­ner ist und des­sen Dis­ser­ta­ti­on über die Joy­ce­sche Äs­the­tik ein äu­ßerst emp­feh­lens­wer­tes Werk ist –, habe ich Joy­ce das Sym­ptom als Ti­tel ge­wählt.

Sie wer­den mir ver­zei­hen, dar­über Joy­ce ei­nen Mo­ment lang zu pour­sti­cher [pour­suiv­re (fort­set­zen) + pasti­cher (nach­ah­men)], ihn fort­zu­ah­men – das wird nicht dau­ern –, den Joy­ce von Fin­ne­gans Wake, das der Traum ist, der Traum, den er hin­ter­lässt, als ein End­punkt ge­setzt, ein End­punkt wo­für? Das ist das, was ich ver­su­chen möch­te zu sa­gen. Die­ser Traum setzt dem Werk ein Ende, fin, Fin­ne­gans, weil es nicht bes­ser ge­macht wer­den kann.

Ich fan­ge noch­mal an. War­um wol­len, dass die Fäul­nis, die der Mensch pour­spè­re [pourrir (ver­fau­len) + es­pé­rer (er­hof­fen) + pro­s­pé­rer (ge­dei­hen)]  das klingt wie „hof­fend ver­fau­len“ –, war­um wol­len, dass die jour­ni­tu­re [jour­nal (Zei­tung) + four­ni­tu­re (Lie­fe­rung) + nour­ri­tu­re (Nah­rung)], die uns mit Nach­rich­ten en­fourne [en­four­ner (ein­schie­ben, ver­schlin­gen), As­so­nanz mit in­for­mer (in­for­mie­ren)], kor­rekt mei­nen Ti­tel über­mit­telt? Jac­ques La­can, sie wis­sen nicht mal, was das ist, Ju­les La­cue wür­de es auch tun – das ist üb­ri­gens die eng­li­sche Aus­spra­che des­sen, was wir, in un­se­rer Spra­che, den Schwanz nen­nen [La­cue / la queue, der Schwanz]. War­um soll­ten sie Joy­ce das Sym­ptom dru­cken? Jac­ques Au­bert teilt ih­nen das mit, und sie ma­chen dar­aus Jac­ques das Sym­bol. Für sie ist das na­tür­lich Ja­cke wie Hose.

Vom Sym, das ptomt, zum Sym, das bolt, was kann das schon aus­ma­chen an Abra­hams bo­som, wo der Ganz-Ver­faul­te sich wie­der­fin­den wird in sei­ner Na­tur als bon­ne­ri­che [bon­ne (gut) + ri­che (reich)], in alle étour­nité [éter­nité (Ewig­keit) + tour (Run­de) + étour­de­rie (Ge­dan­ken­lo­sig­keit) + étour­di (be­täubt)]?

Ich be­rich­ti­ge je­doch. Ptom, p’titom [pe­tit hom­me, klei­ner Mann], p’titbonhomme [klei­nes Männ­chen] ist noch le­ben­dig in der Spra­che, die sich, ne­ben an­de­ren Spra­chen, ver­pflich­tet glaub­te, die zu­sam­men­kom­men­de Sa­che zu pto­men. Denn das ist es, was das be­deu­tet.

Be­zie­hen Sie sich auf das ety­mo­lo­gi­sche Wör­ter­buch von Bloch und von Wart­burg, das ziem­lich zu­ver­läs­sig ist, Sie le­sen dort, dass das Sym­ptom zu­nächst „sin­t­home“ ge­schrie­ben wur­de.

Joy­ce das sin­t­home bil­det eine Ho­mo­pho­nie mit sain­te­té, der Hei­lig­keit, in be­zug auf die ei­ni­ge hier sich viel­leicht dar­an er­in­nern, dass ich sie te­le­vi­sio­niert habe.

Wenn man die­ser Re­fe­renz im be­sag­ten Bloch und von Wart­burg folgt und ein biss­chen wei­ter­liest, er­fährt man, dass es Ra­belais war, der aus dem sin­t­home das sym­pto­ma­te ge­macht hat. Das ist kei­nes­wegs er­staun­lich, er war Arzt, und in der me­di­zi­ni­schen Spra­che muss­te „Sym­ptom“ be­reits sei­nen Platz ha­ben, aber si­cher ist das nicht. Wenn ich die­se Li­nie wei­ter­ver­fol­ge, wür­de ich sa­gen, dass er et­was sym­pt­rau­ma­ti­siert.

Wor­auf es mir an­kommt, ist nicht, Fin­ne­gans Wake zu imi­tie­ren, die­ser Auf­ga­be wird man nie­mals ge­wach­sen sein, son­dern zu sa­gen, in­wie­fern ich mit der For­mu­lie­rung die­ses Ti­tels, Joy­ce das Sym­ptom, Joy­ce nichts ge­rin­ge­res gebe als sei­nen Ei­gen­na­men, in dem er sich, wie ich an­neh­me, in der Di­men­si­on der Be­nen­nung wie­der­erkannt hät­te.

Das ist eine Ver­mu­tung: er hät­te sich wie­der­erkannt, wenn ich heu­te mit ihm noch spre­chen könn­te. Er wäre ein Hun­dert­jäh­ri­ger, und das ist nicht das Üb­li­che, es ist nicht üb­lich, das Le­ben so lan­ge fort­zu­set­zen, das wäre ein merk­wür­di­ger Zu­satz / eine selt­sa­me Ad­di­ti­on / eine ei­gen­ar­ti­ge Rech­nung.

Begegnung

Aus ei­nem ziem­lich er­bärm­li­chen Mi­lieu kom­mend, ge­nau ge­sagt aus dem Sta­nis­las, ein „Pries­ter­kind“, nicht wahr, wie Joy­ce – aber ein Kind von Pries­tern, die we­ni­ger se­ri­ös wa­ren als die sei­nen, die Je­sui­ten wa­ren, weiß Gott, was er dar­aus zu ma­chen ge­wusst hat –, kurz, aus die­sem er­bärm­li­chen Mi­lieu auf­tau­chend, bin ich mit sieb­zehn Jah­ren, dank der Tat­sa­che, dass ich bei Adri­en­ne Mon­nier ein und aus­ging, Joy­ce be­geg­net. Ge­nau­so wie ich, als ich zwan­zig war, der ers­ten Le­sung der fran­zö­si­schen Über­set­zung, die von Ulys­ses er­schie­nen war, bei­ge­wohnt habe.

Das sind die Zu­fäl­le, die uns hin und her wer­fen und aus de­nen wir – denn wir sind es, die es als sol­ches flech­ten – un­ser Schick­sal ma­chen. Wir ma­chen dar­aus un­ser Schick­sal, weil wir spre­chen. Wir glau­ben, dass wir sa­gen, was wir wol­len, aber es ist das, was die an­de­ren ge­wollt ha­ben, ins­be­son­de­re un­se­re Fa­mi­lie, die uns spricht; ver­ste­hen Sie hier die­ses “uns” als di­rek­tes Ob­jekt. Wir wer­den ge­spro­chen, und da­durch ma­chen wir aus den Zu­fäl­len, die uns zu­sto­ßen, et­was Ver­ket­te­tes, Ge­web­tes. Und tat­säch­lich gibt es ei­nen sich durch­zie­hen­den Fa­den, wir nen­nen das un­ser Schick­sal. So dass es si­cher­lich kein Zu­fall ist – auch wenn es schwie­rig ist, den Ver­bin­dungs­fa­den wie­der­zu­fin­den –, dass ich Ja­mes Joy­ce in Pa­ris be­geg­net bin, als er da war, er blieb ja noch eine Wei­le.

Bit­te ent­schul­di­gen Sie, dass ich mei­ne Ge­schich­te er­zäh­le, aber ich den­ke, ich tue es nur Ja­mes Joy­ce zu Eh­ren.

Universität und Analyse

Ich habe in mei­ner Exis­tenz, die un­stet ist wie die von je­der­mann, im­mer eine un­ge­heu­re Men­ge, ei­nen wirk­lich ho­hen Sta­pel, eine un­ge­heu­re Men­ge von Bü­chern her­um­ge­schleppt, wo­bei der Joy­ce-Sta­pel nicht hö­her ist als so – die an­de­ren, das sind die Bü­cher über Joy­ce. Die­se habe ich im­mer mal wie­der ge­le­sen, ich habe mir je­doch in letz­ter Zeit, Jac­ques Au­bert wird mein Zeu­ge sein, eine gan­ze Men­ge da­von rein­ge­zo­gen.

Ich habe hier mehr se­hen kön­nen als nur Un­ter­schie­de, viel­mehr ein ein­zig­ar­ti­ges Gleich­maß in der Art, wie Joy­ce re­zi­piert wird, was auf der ver­zer­ren­den Per­spek­ti­ve be­ruht, in der er auf­ge­fasst wird.

In Über­ein­stim­mung mit dem, wo­von Joy­ce selbst wuss­te, dass es ihm nach sei­nem Tode zu­sto­ßen wür­de, do­mi­nie­ren da­bei die Uni­ver­si­täts­ge­lehr­ten. Es sind fast aus­schließ­lich Hoch­schul­leh­rer, die sich mit Joy­ce be­schäf­ti­gen.

Das ist völ­lig ver­blüf­fend. Joy­ce sagt: „Was ich schrei­be, wird nicht auf­hö­ren, den Uni­ver­si­täts­leu­ten Ar­beit zu ver­schaf­fen.“ Und er hoff­te nichts we­ni­ger als dies: ih­nen Ar­beit zu ge­ben bis zur Aus­lö­schung der Uni­ver­si­tät. Die­sen Weg ist das tat­säch­lich ge­gan­gen. Und es ist of­fen­kun­dig, dass das nur mög­lich ist, weil der Text von Joy­ce von Pro­ble­men wim­melt, die ab­so­lut fes­selnd sind, fas­zi­nie­rend, so­dass ein Hoch­schul­leh­rer dar­an et­was zu knab­bern hat.

Ich bin kein Uni­ver­si­täts­mensch, auch wenn man mich als Pro­fes­sor, Maît­re und mit wel­chen Scher­zen sonst noch ti­tu­liert. Ich bin ein Ana­ly­ti­ker, ein ana­lys­te. Das bil­det so­gleich eine Ho­mo­pho­nie, nicht wahr, mit den vier Meis­ter-An­na­lis­ten, über die sich Joy­ce in Fin­ne­gans aus­brei­tet, die die Grund­la­gen für die An­na­len Ir­lands ge­legt ha­ben. Ich bin eine an­de­re Art ana­lys­te.

Vom Ana­ly­ti­ker, der da­nach auf­ge­taucht ist, kann man nicht ge­ra­de be­haup­ten, dass Joy­ce in ihn ver­knallt ge­we­sen sei. Ich habe es nur ge­ahnt, aber glaub­wür­di­ge Au­to­ren, die Joy­ce gut kann­ten, die zu sei­nen Freun­den ge­hör­ten, er­klä­ren be­reit­wil­lig, dass, wenn er freu­den­ed hat, wenn er die­ses fre­don­ne­ment, die­ses Ge­summ ge­freu­delt hat, dann mit Ab­nei­gung. Ich neh­me an, dass das stimmt.

Den Be­leg da­für fin­de ich dar­in, dass es in der Kon­stel­la­ti­on des Trau­mes, aus dem es kein Er­wa­chen gibt – trotz des letz­ten Wor­tes, Wake –, dass es im Ge­flecht der Per­so­nen von Fin­ne­gans die­se bei­den Zwil­lin­ge gibt, Shem – Sie wer­den mir er­lau­ben, ihn Sh­emp­tom zu nen­nen – und Shaun. Ich hof­fe, das wird so aus­ge­spro­chen, denn dazu habe ich Jac­ques Au­bert nicht zu Rate ge­zo­gen, der mich, was die Aus­spra­che an­geht, wäh­rend der Her­stel­lung die­ses Ge­bräus phan­tas­tisch un­ter­stützt hat. Es gibt also den Sh­emp­tom und den Shaun. Sie sind ver­kno­tet – nichts Ver­kno­te­te­res als Zwil­lin­ge. Es ist der an­de­re, nicht Shem, den er als the pen­man eti­ket­tiert, als Fe­der­fuch­ser, als Schrei­ber­ling, es ist Shaun, dem Joy­ce den Dok­tor Jo­nes an­hef­tet. Da­bei han­delt es sich um je­nen Ana­ly­ti­ker, dem Freud, der wuss­te, was er tat, die Auf­ga­be über­trug, sei­ne Bio­gra­phie zu ver­fas­sen. Er kann­te ihn gut, d.h. er war sich si­cher, dass Jo­nes hier nicht die ge­rings­te Phan­ta­sie in­ves­tie­ren wür­de, dass er sich nicht er­lau­ben wür­de, un­ter an­de­rem, den Strich an­zu­brin­gen, den Biss zu ver­set­zen, den agen­bi­te of in­wit. Ir­gend­wo im Ulys­ses spricht Ste­phen De­da­lus vom agen­bi­te of in­wit, vom Biss des en­soi, des In­sich, so über­setzt man das ins Fran­zö­si­sche, ich weiß nicht war­um, ob­wohl das eher den wit meint, den in­ne­ren wit, den Biss des Wit­zes, den Biss des Un­be­wuss­ten. Mit Jo­nes war Freud ru­hig, er wuss­te, dass sei­ne Bio­gra­phie eine Ha­gio­gra­phie wer­den wür­de.

Klar, dass Joy­ce be­sag­ten Jo­nes shau­ni­siert, wenn ich so sa­gen kann, gibt uns eine Vor­stel­lung da­von, wie wich­tig es ist, wie mal je­mand ge­sagt hat, Er­nest zu sein. Weit­aus mehr als Joy­ce trug Jo­nes vor sich her – ich sage Ih­nen das, weil ich ihm be­geg­net bin –, dass er Er­nest hieß, aber das war si­cher­lich we­gen des Stücks von Wil­de mit die­sem so er­staun­li­chen Ti­tel, den Jo­nes groß her­aus­stellt. Mehr als ein­mal er­scheint in Fin­ne­gans der Ver­weis dar­auf, wie wich­tig es ist, sich Ernst zu nen­nen.

Das Abonnement auf das Unbewusste gekündigt

All dies dien­te nur dazu, sich dem an­zu­nä­hern, dass es nicht das­sel­be ist, „Joy­ce das Sin­t­hom“ oder „Joy­ce das Sym­bol“ zu sa­gen. Ich sage „Joy­ce das Sym­ptom“ – das heißt, dass das Sym­ptom es ab­schafft, das Sym­bol, wenn ich auf die­ser Li­nie wei­ter­ma­chen darf.

Das ist nicht nur Joy­ce das Sym­ptom, das ist Joy­ce, wenn ich so sa­gen darf, in­so­fern sein Abon­ne­ment auf das Un­be­wuss­ten ge­kün­digt war.

Le­sen Sie Fin­ne­gans Wake, Sie wer­den mit­be­kom­men, dass das et­was ist, was nicht etwa nur in je­der Zei­le, son­dern in je­dem Wort mit dem pun spielt, ei­nem sehr, sehr spe­zi­el­len pun. Le­sen Sie es, es gibt nicht ein ein­zi­ges Wort, das nicht wie die ers­ten ge­macht ist, de­ren Ton ich Ih­nen mit „pour­spè­re“ zu ge­ben ver­sucht habe, aus drei oder vier Wör­tern ge­bil­det, die so ver­wen­det wer­den, dass sie Fun­ken er­zeu­gen, Pail­let­ten. Das ist si­cher­lich fas­zi­nie­rend, ob­gleich in Wahr­heit der Sinn, in dem Sinn, den wir ihm üb­li­cher­wei­se ge­ben, hier ei­nen Ver­lust er­lei­det.

Mon­sieur Cli­ve Hart spricht in Struc­tu­re and mo­tif of Fin­ne­gans Wake von et­was Ent­täu­schen­dem in der Art, wie Joy­ce von die­ser Art pun Ge­brauch macht. Mon­sieur Ather­ton be­zieht das in sei­nem Buch The books at the wake auf the un­fo­re­se­en, auf das Un­vor­her­ge­se­he­ne. Die­ses pun, das ist eher das port­man­te­au, das Kof­fer­wort im Sin­ne von Le­wis Car­roll, wor­in die­ser ein Vor­läu­fer ist, und da er auf ihn zwei­fel­los ziem­lich spät ge­sto­ßen ist, muss­te Joy­ce, so re­sü­miert Ather­ton, sich da­von ein we­nig ge­stört füh­len.

Le­sen Sie ei­ni­ge Sei­ten aus Fin­ne­gans Wake, ohne zu ver­ste­hen zu ver­su­chen – das liest sich. Das liest sich, aber des­halb, wor­auf mich je­mand aus mei­nem Um­feld auf­merk­sam ge­macht hat, weil man spürt, dass das Ge­nie­ßen des­je­ni­gen, der es ge­schrie­ben hat, ge­gen­wär­tig ist. Man fragt sich – zu­min­dest frag­te das die er­wähn­te Per­son –, war­um Joy­ce das ver­öf­fent­licht hat. War­um hat er die­ses work, das sieb­zehn Jah­re lang in pro­gress war, schließ­lich schwarz auf weiß her­aus­ge­bracht?

Ein Glück, dass es da­von nur eine ein­zi­ge Aus­ga­be gibt, da­durch ist es mög­lich, wenn man es zi­tiert, die Zei­le auf der rich­ti­gen Sei­te an­zu­ge­ben, d.h. auf der Sei­te, die im­mer die­sel­be Zahl tra­gen wird. Wenn es nö­tig wäre, dass es, wie die an­de­ren Bü­cher, mit un­ter­schied­li­chen Sei­ten­zäh­lun­gen her­aus­ge­ge­ben wür­de, was müss­te man nicht al­les an­stel­len, um sich hier zu­recht­zu­fin­den! Aber dass er es ver­öf­fent­licht hat, das ist das, wo­mit ich ihn, wenn er da wäre, zu über­zeu­gen hoff­te, dass er Joy­ce das Sym­ptom sein woll­te, in­so­fern er da­von, vom Sym­ptom, den Ap­pa­rat, die Es­senz, die Abs­trak­ti­on lie­fert. Denn wenn et­was die von Cli­ve Hart no­tier­te Tat­sa­che er­klärt, dass man, wenn man sei­nen Schrit­ten folgt, am Ende er­mü­det ist, dann ist es eben dies, dass Ihre ei­ge­nen Sym­pto­me er­wie­se­ner­ma­ßen das ein­zi­ge sind, was bei ei­nem je­den von Ih­nen das In­ter­es­se auf sich lenkt. Das Sym­ptom bei Joy­ce ist ein Sym­ptom, das Sie auf kei­ne Wei­se be­trifft. Es ist in­so­fern das Sym­ptom, als ganz und gar aus­ge­schlos­sen ist, dass es ir­gend­et­was von Ih­rem ei­ge­nen Un­be­wuss­ten fes­selt. Ich glau­be, das ist der Sinn des­sen, was mir die Per­son sag­te, die mich dazu be­fragt hat, war­um er es ver­öf­fent­licht hat.

obwohl nur mit der Sprache spielend

Man soll­te die­se Be­fra­gung des Haupt- und End­wer­kes fort­set­zen, des Wer­kes, dem Joy­ce schließ­lich vor­be­hal­ten hat, als sei­ne Tritt­lei­ter zu fun­gie­ren. Denn sein Aus­gangs­punkt war, dass er je­mand sein woll­te, des­sen Name, und zwar ge­nau der Name, auf im­mer über­le­ben wür­de. „Auf im­mer“ meint, dass er ei­nen his­to­ri­schen Ein­schnitt dar­stellt. Noch nie war Li­te­ra­tur wie die­se ge­macht wor­den. „Li­te­ra­tur“ – um das Ge­wicht die­ses Wor­tes her­vor­zu­he­ben, will ich die Äqui­vo­ka­ti­on nen­nen, mit der Joy­ce oft spielt: let­ter, lit­ter. Der Buch­sta­be ist Ab­fall. Nun, wenn es nicht die­se sehr spe­zi­el­le Art Recht­schrei­bung gäbe, die des Eng­li­schen, drei Vier­tel der Ef­fek­te von Fin­ne­gans wä­ren ver­lo­ren.

Den ex­trems­ten Fall kann ich Ih­nen nen­nen, dank Jac­ques Au­bert üb­ri­gens: Who ails, und da­nach tongue, im Eng­li­schen wie lan­gue ge­schrie­ben, tongue, dann ein rät­sel­haf­tes Wort, cod­deau, „Who ails tongue cod­deau a space of dum­bill­s­il­ly?“ Wenn ich auf die­sen Schrieb ge­sto­ßen wäre, hät­te ich dann das Fol­gen­de wahr­ge­nom­men, ja oder nein: „Où est ton ca­deau, es­pè­ce d’imbécile?“ „Wo ist dein Ge­schenk, du Blöd­mann?“

Das Un­glaub­li­che ist, dass die­se Ho­mo­pho­nie, die hier trans­lin­gu­is­ti­schen Cha­rak­ter hat, nur durch ei­nen Buch­sta­ben ge­stützt wird, der mit der Recht­schrei­bung der eng­li­schen Spra­che kon­form geht. Sie wüss­ten nicht, dass „who“ in „où“ un­ge­wan­delt wer­den kann, wenn Sie nicht wüss­ten, dass „who“ im in­ter­ro­ga­ti­ven Sinn so aus­ge­spro­chen wird. Es gibt et­was Zwei­deu­ti­ges in die­sem pho­ne­ti­schen Sprach­ge­brauch, was ich auch so schrei­ben wür­de: f, a, u, n, e [fau­ne (Faun), ho­mo­phon mit pho­ne]. Das Fau­neske / das Pho­nes­ke der Sa­che be­ruht gänz­lich auf dem Buch­sta­ben, also auf et­was, was für die Spra­che nicht we­sent­lich ist, et­was, was durch die Zu­fäl­le der Ge­schich­te ge­floch­ten wur­de. Dass je­mand ei­nen so un­ge­wöhn­li­chen Ge­brauch da­von macht, ist an sich eine Be­fra­gung des­sen, was es mit der Spra­che auf sich hat.

Ich habe ge­sagt, dass das Un­be­wuss­te struk­tu­riert ist wie eine Spra­che. Es ist merk­wür­dig, dass ich über je­mand, der strikt nur mit der Spra­che spielt, auch sa­gen kann, dass sein Abon­ne­ment auf das Un­be­wuss­te ge­kün­digt war, auch wenn er sich, un­ter an­de­ren Spra­chen, der­je­ni­gen be­dient, die nicht sei­ne ist – denn sei­ne ist ja ge­ra­de eine von der Kar­te aus­ge­lösch­te Spra­che, näm­lich das Gä­li­sche, von dem er ei­ni­ge Bro­cken kann­te, hin­rei­chend, um sich zu ori­en­tie­ren, aber nicht viel mehr –, die also nicht sei­ne ist, son­dern die der Ein­dring­lin­ge, der Un­ter­drü­cker. Joy­ce hat ge­sagt, in Ir­land habe man ei­nen Herrn und eine Her­rin, wo­bei der Herr das bri­ti­sche Em­pi­re ist und die Her­rin die ka­tho­li­sche, apos­to­li­sche und rö­mi­sche Hei­li­ge Kir­che und bei­de zur sel­ben Art von Pla­ge ge­hö­ren. Das lässt sich eben in dem fest­stel­len, was aus Joy­ce das Sym­ptom macht, das rei­ne Sym­ptom des­sen, wor­um es beim Ver­hält­nis zur Spra­che geht, in­so­fern man es auf das Sym­ptom re­du­ziert, näm­lich auf das, was sie zur Wir­kung hat, wenn man die­se Wir­kung nicht ana­ly­siert, ich gehe noch wei­ter, so­fern man es sich ver­sagt, mit ir­gend­ei­ner der Äqui­vo­ka­tio­nen zu spie­len, die bei je­der­mann das Un­be­wuss­te in Be­we­gung ver­set­zen wür­den.

Das Genießen, nicht das Unbewusste

Wenn der Le­ser fas­zi­niert ist, dann des­halb, weil Joy­ce schließ­lich, in Über­ein­stim­mung mit die­sem Na­men, der auf den von Freud ein Echo gibt, ein Ver­hält­nis zur joy hat, zur jouis­sance, zum Ge­nie­ßen, wenn es in lalan­gue, näm­lich in Eng­lisch ge­schrie­ben ist, weil die­ses Ge­lüst, die­ses Ge­nie­ßen das ein­zi­ge ist, was wir von sei­nem Text ein­fan­gen kön­nen. Da ist das Sym­ptom. Das Sym­ptom, in­so­fern nichts es mit dem ver­bin­det, was lalan­gue selbst macht, wo­mit er die­sen Schuss­fa­den, die­se Strei­fen, die­se Ver­flech­tung der Erde und der Luft stützt, wo­mit er Cham­ber mu­sic er­öff­net, sein ers­tes pu­bli­zier­tes Buch, ein Ge­dicht­band. Das Sym­ptom ist rein das, was durch lalan­gue be­dingt wird, aber Joy­ce er­hebt es auf be­stimm­te Wei­se zur Po­tenz der Spra­che, ohne dass des­we­gen ir­gend­et­was da­von ana­ly­sier­bar wäre; das ist das, was ver­blüfft und im wört­li­chen Sin­ne in­ter­dit, „un­ter­sagt“, in dem Sin­ne, in dem man sagt, je res­te in­ter­dit, mir ver­schlägt es die Spra­che.

Dass man das Wort in­ter­dire ver­wen­det, „un­ter­sa­gen“, „ver­bie­ten“, um „ver­blüf­fen“ zu sa­gen, „in sprach­lo­ses Stau­nen ver­set­zen“, hat durch­aus sein Ge­wicht. Das ist das, was die Sub­stanz des­sen bil­det, was Joy­ce bei­steu­ert und wo­durch die Li­te­ra­tur nach ihm in ge­wis­ser Wei­se nicht mehr das sein kann, was sie vor­her war.

Es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass Ulys­ses et­was Ho­me­ri­sches an­saugt, ob­wohl es zwi­schen dem, was im Ulys­ses ge­schieht, und dem, wor­um es in der Odys­see geht, nicht die ge­rings­te Be­zie­hung gibt, auch wenn Joy­ce die Kom­men­ta­to­ren auf die­ses Ge­biet ge­lockt hat. Ste­phen De­da­lus an Te­le­ma­chos an­zu­glei­chen Man zer­bricht sich den Kopf, wenn man das Bün­del der Odys­see-Kom­men­ta­re trägt. Und wie kann man sa­gen, Bloom sei auf ir­gend­ei­ne Wei­se für Ste­phen – der mit ihm nichts zu tun hat, au­ßer dass er von Zeit zu Zeit in Dub­lin sei­nen Weg kreuzt – der Va­ter? Doch nur des­halb, weil be­reits Joy­ce zeigt und durch­aus dar­auf ver­weist, dass die ge­sam­te psy­chi­sche Rea­li­tät, d.h. das Sym­ptom, letzt­lich von ei­ner Struk­tur ab­hängt, in der der Name-des-Va­ters ein un­be­ding­tes Ele­ment ist.

Der borromäische Vater

Der Va­ter als Name und als der­je­ni­ge, der be­nennt, das ist nicht das glei­che. Der Va­ter ist die­ses vier­te Ele­ment – ich be­zie­he mich hier auf et­was, was nur ein Teil mei­ner Zu­hö­rer in Er­wä­gung ge­zo­gen ha­ben kann –, die­ses vier­te Ele­ment, ohne das im Kno­ten des Sym­bo­li­schen, des Ima­gi­nä­ren und des Rea­len nichts mög­lich ist.

Es gibt je­doch noch eine an­de­re Wei­se, das vier­te Ele­ment zu be­nen­nen, und das ist es, was ich heu­te dem Na­men-des-Va­ters auf­set­ze, im Maße, in dem Joy­ce da­von zeugt, das näm­lich, was man das Sin­t­hom nen­nen soll­te. In­so­fern das Un­be­wuss­te ver­kno­tet ist mit dem Sin­t­hom – wel­ches das ist, was es bei je­dem In­di­vi­du­um an Ein­zig­ar­ti­gem gibt –, kann man sa­gen, dass Joy­ce, wie ir­gend­wo ge­schrie­ben wur­de, sich mit dem in­di­vi­du­al iden­ti­fi­ziert. Er ist der­je­ni­ge, der sich da­durch aus­zeich­net, am äu­ßers­ten Punkt ge­we­sen zu sein, um in sich das Sym­ptom zu ver­kör­pern, das, wo­durch er je­dem mög­li­chen Tod ent­geht, da er sich auf eine Struk­tur re­du­ziert hat, die eben die des lom ist, wenn Sie mir er­lau­ben, das ganz ein­fach so zu schrei­ben: l, o, m.

Auf die­se Wei­se zir­ku­liert er als et­was, was für eine ge­wis­se An­zahl von Prak­ti­ken ei­nen Schluss­punkt setzt. Er setzt ei­nen End­punkt. Aber wie soll man den Sinn die­ses „End­punkts“ ver­ste­hen?

Es ist ver­blüf­fend, dass Cli­ve Hart das Zy­kli­sche und das Kreuz her­vor­hebt, als im We­sent­li­chen das, wor­an Joy­ce sich bin­det. Ei­ni­ge un­ter Ih­nen wis­sen, dass ich mit die­sem Kreis und die­sem Kreuz den bor­ro­mäi­schen Kno­ten zeich­ne. Joy­ce dar­über zu be­fra­gen, was die­ser Kno­ten her­vor­bringt, näm­lich die Am­bi­gui­tät von drei und vier, näm­lich das, wor­an er haf­ten blieb, wor­an er ge­bun­den blieb: an die Be­fra­gung von Vico, an schlim­me­re Sa­chen, an das Ge­spräch mit den Geis­tern, das Ather­ton üb­ri­gens un­ter der all­ge­mei­nen Ru­brik des spi­ri­tua­lism ein­ord­net, was mich er­staunt, denn ich habe das bis jetzt spi­ri­tis­me ge­nannt. Es ist si­cher­lich über­ra­schend zu se­hen, dass dies hier­bei in Fin­ne­gans zur Ka­te­go­rie des Sym­ptoms bei­trägt, wie ich an­neh­me.

Das ist nicht al­les, denn es ist schwie­rig, nicht die­se Fik­ti­on zu be­rück­sich­ti­gen, die man un­ter der Ru­brik In­itia­ti­on ein­ord­nen kann. Wor­in be­steht das, was in die­sem Re­gis­ter und un­ter die­sem Aus­druck zir­ku­liert? Wie vie­le Ver­ei­ni­gun­gen, die sich mit Flag­gen be­waff­nen, de­ren Be­deu­tung sie nicht ver­ste­hen! Dass Joy­ce sich an Isis Un­vei­led von Ma­dame Bla­vat­sky er­götzt hat, ist eine Sa­che, die ich von Ather­ton er­fah­re und die mich ver­blüfft. Die Form geis­ti­ger De­bi­li­tät, die jede In­itia­ti­on mit sich bringt, ist das, was mich als ers­tes er­greift und lässt mich das viel­leicht un­ter­schät­zen. Ich muss dazu sa­gen, dass ich, kurz nach der Zeit, als ich, dem Him­mel sei Dank, Joy­ce be­geg­net bin, ei­nen ge­wis­sen Renè Gué­non auf­ge­sucht habe, der nicht mehr wert war als das, was es in Sa­chen In­itia­ti­on an Schlimms­tem gibt. Hi han a pas [il n‘y en a pas (es gibt (da­von) kei­ne) + hi han (I-Ah)], zu schrei­ben wie der Ruf des Esels, auf den Joy­ce an­spielt als zen­tra­len Punkt die­ser vier Ter­me, näm­lich Nor­den, Sü­den, Os­ten und Wes­ten, als Kreu­zungs­punkt des Kreu­zes – es ist ein Esel, der das stützt, Gott weiß, dass Joy­ce in Fin­ne­gans da­von viel Auf­he­bens macht.

Aber gleich­wohl, wie soll man Fin­ne­gans, die­sen Traum, als fini, als ab­ge­schlos­sen be­zeich­nen, wenn schon sein letz­tes Wort nur mit dem ers­ten wie­der ver­bun­den wer­den kann, wo das the, mit dem es en­det, sich mit dem ri­ver­run ver­knüpft, mit dem es be­ginnt, was auf das Zir­ku­lä­re ver­weist –? Um es ganz klar zu sa­gen, wie konn­te Joy­ce der­art das ver­feh­len, was ich ge­gen­wär­tig vom Kno­ten ein­füh­re?

Da­mit füh­re ich et­was Neu­es ein, was nicht nur von der Be­gren­zung des Sym­ptoms Re­chen­schaft ab­legt, son­dern auch von dem, was be­wirkt, dass das Sym­ptom sei­ne Gren­zen da­her hat, dass es mit dem Kör­per ver­kno­tet ist, d.h. mit dem Ima­gi­nä­ren, dass es auch mit dem Rea­len ver­kno­tet ist und als drit­tes mit dem Un­be­wuss­ten. Von ei­nem Kno­ten kann man des­halb spre­chen, weil es auf sei­ne Gren­zen trifft, von ei­nem Kno­ten, der si­cher­lich et­was ist, was zer­knautscht wer­den und die Form ei­nes Knäu­els an­neh­men kann, was aber, wenn es ent­fal­tet wird, sei­ne Form be­wahrt, sei­ne Form als Kno­ten, und da­mit zu­gleich sei­ne Ex-sis­tenz.

Das ist das, was ich mir er­lau­ben wer­de, in mei­nen Par­cours des nächs­ten Jah­res ein­zu­füh­ren, wo­bei ich mich auf Joy­ce stüt­ze, un­ter an­de­ren.

Französisch/deutsch mit erläuternden Anmerkungen

Je ne suis pas dans ma meilleu­re for­me aujourd’hui, pour tou­tes sor­tes de rai­sons.

Heu­te bin ich nicht in mei­ner bes­ten Ver­fas­sung, aus al­len mög­li­chen Grün­den.

Avec l’agrément de Jac­ques Au­bert, à l’insistance du­quel vous de­vez de me voir ici – Jac­ques Au­bert qui est un émi­nent joy­ci­en, et dont la thè­se sur l’esthétique de Joy­ce est un ou­vra­ge émi­nem­ment re­com­man­da­ble –, j’ai pris com­me tit­re – Joy­ce le sym­ptô­me.

Mit Ein­ver­ständ­nis von Jac­ques Au­bert, des­sen In­sis­tie­ren es ge­schul­det ist, dass Sie mich hier se­hen – Jac­ques Au­bert, der ein be­deu­ten­der Joy­cia­ner ist und des­sen Dis­ser­ta­ti­on über die Joy­ce­sche Äs­the­tik ein äu­ßerst emp­feh­lens­wer­tes Werk ist2 –, habe ich Joy­ce das Sym­ptom als Ti­tel ge­wählt.

Là-des­sus, vous al­lez me par­don­ner de pour­sti­cher un mo­ment – cela ne va pas du­rer – Joy­ce, le Joy­ce de Fin­ne­gans Wake, qui est le rêve, le rêve qu’il lègue mis com­me un ter­me – un ter­me à quoi ?

Sie wer­den mir ver­zei­hen, dar­über Joy­ce ei­nen Mo­ment lang zu pour­sti­cher [pour­suiv­re (fort­set­zen) + pasti­cher (nach­ah­men)], ihn fort­zu­ah­men – das wird nicht dau­ern –, den Joy­ce von Fin­ne­gans Wake3, das der Traum ist, der Traum, den er hin­ter­lässt, als ein End­punkt ge­setzt, ein End­punkt wo­für?

C’est ce que je vou­d­rais es­say­er de dire.

Das ist das, was ich ver­su­chen möch­te zu sa­gen.

Ce rêve met, à l’œuvre, fin, Fin­ne­gans, de ne pou­voir mieux fai­re.

Die­ser Traum setzt dem Werk ein Ende, fin, Fin­ne­gans, weil es nicht bes­ser ge­macht wer­den kann.

Je re­prends – pour­quoi vou­loir que la pour­ri­tu­re dont l’homme pour­spè­re – qui son­ne com­me « pourrir en es­pé­rant » – pour­quoi vou­loir que la jour­ni­tu­re qui nous en­fourne de nou­vel­les, trans­mett­re cor­rec­te­ment mon tit­re ?

Ich fan­ge noch­mal an. War­um wol­len, dass die Fäul­nis, die der Mensch pour­spè­re [pourrir (ver­fau­len) + es­pé­rer (er­hof­fen) + pro­s­pé­rer (ge­dei­hen)] – das klingt wie „hof­fend ver­fau­len“ –, war­um wol­len, dass die jour­ni­tu­re [jour­nal (Zei­tung) + four­ni­tu­re (Lie­fe­rung) + nour­ri­tu­re (Nah­rung)], die uns mit Nach­rich­ten en­fourne [en­four­ner (ein­schie­ben, ver­schlin­gen), As­so­nanz mit in­for­mer (in­for­mie­ren)], kor­rekt mei­nen Ti­tel über­mit­telt?

Jac­ques La­can, ils ne savent même pas ce que c’est, Ju­les La­cue ça fe­rait aus­si bien – c’est d’ailleurs la pro­non­cia­ti­on ang­lai­se de ce que nous ap­pe­lons, dans la lan­gue nôt­re, la queue.

Jac­ques La­can, sie wis­sen nicht mal, was das ist, Ju­les La­cue wür­de es auch tun – das ist üb­ri­gens die eng­li­sche Aus­spra­che des­sen, was wir, in un­se­rer Spra­che, den Schwanz nen­nen [La­cue / la queue, der Schwanz].

Pour­quoi im­pri­me­rai­ent-ils Joy­ce le sym­ptô­me ?

War­um soll­ten sie Joy­ce das Sym­ptom dru­cken?

Jac­ques Au­bert le leur com­mu­ni­que, alors ils fou­tent Jac­ques le sym­bo­le.

Jac­ques Au­bert teilt ih­nen das mit, und sie ma­chen dar­aus Jac­ques das Sym­bol.

Tout ça, bien sûr, pour eux, c’est du kif.

Für sie ist das na­tür­lich Ja­cke wie Hose.

Du sym qui ptô­me au sym qui bole, qu’est-ce que ça peut bien fai­re au bo­som d’Abraham, où le tout-pour­ri se re­trou­ve­ra en sa na­tu­re de bon­ne­ri­che pour l’étournité ?

Vom Sym, das ptomt, zum Sym, das bolt, was kann das schon aus­ma­chen an Abra­hams bo­som, wo der Ganz-Ver­faul­te sich wie­der­fin­den wird in sei­ner Na­tur als bon­ne­ri­che [bon­ne (gut) + ri­che (reich)], in alle étour­nité [éter­nité (Ewig­keit) + tour (Run­de) + étour­de­rie (Ge­dan­ken­lo­sig­keit) + étour­di (be­täubt)]?

Je rec­tifie pour­tant –, ptom, p’titom, p’titbonhomme vit en­core, dans la lan­gue, qui s’est crue ob­li­gée, ent­re au­tres lan­gues, de ptô­mer la cho­se coïn­ci­den­te.

Ich be­rich­ti­ge je­doch. Ptom, p’titom [pe­tit hom­me, klei­ner Mann], p’titbonhomme [klei­nes Männ­chen] ist noch le­ben­dig in der Spra­che, die sich, ne­ben an­de­ren Spra­chen, ver­pflich­tet glaub­te, die zu­sam­men­kom­men­de Sa­che zu pto­men.4

Car c’est ce que ça veut dire.

Denn das ist es, was das be­deu­tet.

Ré­fé­rez-vous au Bloch et von Wart­burg, dic­tionn­aire éty­mo­lo­gi­que, qui est d’une as­si­et­te so­li­de, vous y li­sez que le sym­ptô­me s’est d’abord écrit sin­t­home.

Be­zie­hen Sie sich auf das ety­mo­lo­gi­sche Wör­ter­buch von Bloch und von Wart­burg, das ziem­lich zu­ver­läs­sig ist, Sie le­sen dort, dass das Sym­ptom zu­nächst „sin­t­home“ ge­schrie­ben wur­de.5

Joy­ce le sin­t­home fait ho­mo­pho­nie avec la sain­te­té, dont quel­ques per­son­nes ici peut-être se sou­vi­en­nent que je l’ai té­lé­vi­si­onnée.

Joy­ce das sin­t­home bil­det eine Ho­mo­pho­nie mit der sain­te­té, der Hei­lig­keit, in be­zug auf die ei­ni­ge hier sich viel­leicht dar­an er­in­nern, dass ich sie te­le­vi­sio­niert habe.6

Si on pour­su­it un peu la lec­tu­re de cet­te ré­fé­rence dans le Bloch et von Wart­burg en ques­ti­on, on s’aperçoit que c’est Ra­belais qui du sin­t­home fait le sym­pto­ma­te.

Wenn man die­ser Re­fe­renz im be­sag­ten Bloch und von War­burg folgt und ein biss­chen wei­ter­liest, er­fährt man, dass es Ra­belais war, der aus dem sin­t­home das sym­pto­ma­te ge­macht hat.7

Ce n’est pas éton­nant, c’est un mé­de­cin, et sym­ptô­me de­vait avoir déjà sa place dans le lan­ga­ge mé­di­cal, mais ce n’est pas sûr.

Das ist kei­nes­wegs er­staun­lich, er war Arzt, und in der me­di­zi­ni­schen Spra­che muss­te „Sym­ptom“ be­reits sei­nen Platz ha­ben, aber si­cher ist das nicht.

Si je con­ti­nue dans la même vei­ne, je dirai qu’il sym­pt­rau­ma­tise quel­que cho­se.

Wenn ich die­se Li­nie wei­ter­ver­fol­ge, wür­de ich sa­gen, dass er et­was sym­pt­rau­ma­ti­siert.

L’important n’est pas pour moi de pasti­cher Fin­ne­gans Wake – on sera tou­jours en des­sous de la tâche –, c’est de dire en quoi, je don­ne à Joy­ce, en for­mu­lant ce tit­re, Joy­ce le sym­ptô­me, rien de mo­ins que son nom prop­re, ce­lui où je crois qu’il se se­rait re­con­nu dans la di­men­si­on de la no­mi­na­ti­on.

Wor­auf es mir an­kommt, ist nicht, Fin­ne­gans Wake zu imi­tie­ren, die­ser Auf­ga­be wird man nie­mals ge­wach­sen sein, son­dern zu sa­gen, in­wie­fern ich mit der For­mu­lie­rung die­ses Ti­tels, Joy­ce das Sym­ptom, Joy­ce nichts ge­rin­ge­res gebe als sei­nen Ei­gen­na­men, in dem er sich, wie ich an­neh­me, in der Di­men­si­on der Be­nen­nung wie­der­erkannt hät­te.8

C’est une sup­po­si­ti­on – il se se­rait re­con­nu si je pou­vais aujourd’hui lui par­ler en­core.

Das ist eine Ver­mu­tung: er hät­te sich wie­der­erkannt, wenn ich heu­te mit ihm noch spre­chen könn­te.

Il se­rait cen­ten­aire, et ce n’est pas l’usage – ce n’est pas l’usage de pour­suiv­re la vie aus­si long­temps, ce se­rait une drô­le d’addition.

Er wäre ein Hun­dert­jäh­ri­ger, und das ist nicht das Üb­li­che, es ist nicht üb­lich, das Le­ben so lan­ge fort­zu­set­zen, das wäre ein merk­wür­di­ger Zu­satz / eine selt­sa­me Ad­di­ti­on / eine ei­gen­ar­ti­ge Rech­nung.

Rencontre

Be­geg­nung

Sortant d’un mi­lieu as­sez sord­i­de, Sta­nis­las pour le nom­mer – en­fant de curé, quoi, com­me Joy­ce, mais de cu­rés mo­ins sé­rieux que les si­ens, qui étai­ent des jé­sui­tes, et dieu sait ce qu’il a su en fai­re – bref, émer­geant de ce mi­lieu sord­i­de, il se trouve qu’à dix-sept ans, grâce au fait que je fréquen­ta­is chez Adri­en­ne Mon­nier, j’ai ren­con­tré Joy­ce.

Aus ei­nem ziem­lich er­bärm­li­chen Mi­lieu kom­mend, ge­nau ge­sagt aus dem Sta­nis­las9, ein „Pries­ter­kind“, nicht wahr, wie Joy­ce10 – aber ein Kind von Pries­tern, die we­ni­ger se­ri­ös wa­ren als die sei­nen, die Je­sui­ten wa­ren, weiß Gott, was er dar­aus zu ma­chen ge­wusst hat –, kurz, aus die­sem er­bärm­li­chen Mi­lieu auf­tau­chend, bin ich mit sieb­zehn Jah­ren, dank der Tat­sa­che, dass ich bei Adri­en­ne Mon­nier11 ein und aus­ging, Joy­ce be­geg­net.

De même que j’ai as­sis­té, quand j’avais vingt ans, à la pre­miè­re lec­tu­re de la tra­duc­tion françai­se qui était sor­tie d’Ulysse.

Ge­nau­so wie ich, als ich zwan­zig war, der ers­ten Le­sung der fran­zö­si­schen Über­set­zung, die von Ulys­ses er­schie­nen war, bei­ge­wohnt habe.12

Ce sont les ha­sards qui nous pous­sent à droi­te et à gau­che, et dont nous fai­sons – car c’est nous qui le tres­sons com­me tel – not­re de­s­tin.

Das sind die Zu­fäl­le, die uns hin und her wer­fen und aus de­nen wir – denn wir sind es, die es als sol­ches flech­ten – un­ser Schick­sal ma­chen.

Nous en fai­sons not­re de­s­tin, par­ce que nous par­lons.

Wir ma­chen dar­aus un­ser Schick­sal, weil wir spre­chen.

Nous cro­yons que nous di­sons ce que nous vou­lons, mais c’est ce qu’ont vou­lu les au­tres, plus par­ti­cu­liè­re­ment not­re fa­mil­le, qui nous par­le.

Wir glau­ben, dass wir sa­gen, was wir wol­len, aber es ist das, was die an­de­ren ge­wollt ha­ben, ins­be­son­de­re un­se­re Fa­mi­lie, die uns spricht;

En­ten­dez-là ce nous com­me un com­plé­ment di­rect.

ver­ste­hen Sie hier die­ses „uns“ als di­rek­tes Ob­jekt.13

Nous som­mes par­lés, et à cau­se de ça, nous fai­sons, des ha­sards qui nous pous­sent, quel­que cho­se de tra­mé.

Wir wer­den ge­spro­chen, und da­durch ma­chen wir aus den Zu­fäl­len, die uns zu­sto­ßen, et­was Ein­ge­fä­del­tes.

Et en ef­fet, il y a une tra­me – nous ap­pe­lons ça not­re de­s­tin.

Und tat­säch­lich gibt es ei­nen sich durch­zie­hen­den Fa­den, wir nen­nen das un­ser Schick­sal.

De sor­te que ce n’est sû­re­ment pas par ha­sard, quoiqu’il soit dif­fi­ci­le d’en re­trou­ver le fil, que j’ai ren­con­tré Ja­mes Joy­ce à Pa­ris, alors qu’il y était, pour un bout de temps en­core.

So dass es si­cher­lich kein Zu­fall ist – auch wenn es schwie­rig ist, den Ver­bin­dungs­fa­den wie­der­zu­fin­den –, dass ich Ja­mes Joy­ce in Pa­ris be­geg­net bin, als er da war, er blieb ja noch eine Wei­le.14

Je m’excuse de ra­con­ter mon his­toire.

Bit­te ent­schul­di­gen Sie, dass ich mei­ne Ge­schich­te er­zäh­le,

Mais je pen­se que je ne le fais qu’en hom­mage à Ja­mes Joy­ce.

aber ich den­ke, ich tue es nur Ja­mes Joy­ce zu Eh­ren.

Université et Analyse

Uni­ver­si­tät und Ana­ly­se

J’ai tou­jours trim­balé dans mon exis­tence, er­ran­te com­me cel­le de tout le mon­de, une quan­tité énor­me – il y en a haut com­me ça – une quan­tité énor­me de li­v­res dans les­quels ceux de Joy­ce ne vont pas plus haut que ça – les au­tres ce sont ceux sur Joy­ce.

Ich habe in mei­ner Exis­tenz, die un­stet ist wie die von je­der­mann, im­mer eine un­ge­heu­re Men­ge, ei­nen wirk­lich ho­hen Sta­pel, eine un­ge­heu­re Men­ge von Bü­chern her­um­ge­schleppt, wo­bei der Joy­ce-Sta­pel nicht hö­her ist als so – die an­de­ren, das sind die Bü­cher über Joy­ce.

Ceux-là, je les li­sais de temps en temps, mais je m’en suis ap­p­li­qué, Jac­ques Au­bert en sera le té­moin, une tri­po­tée tous ces temps-ci.

Die­se habe ich im­mer mal wie­der ge­le­sen, ich habe mir je­doch in letz­ter Zeit, Jac­ques Au­bert wird mein Zeu­ge sein, eine gan­ze Men­ge da­von rein­ge­zo­gen.

J’ai pu y voir plus que des dif­fe­ren­ces – un ba­lan­ce­ment sin­gu­lier dans la fa­çon dont Joy­ce est reçu, et qui part du bi­ais dont il est pris.

Ich habe hier mehr se­hen kön­nen als nur Un­ter­schie­de, viel­mehr ein ein­zig­ar­ti­ges Gleich­maß in der Art, wie Joy­ce re­zi­piert wird, was auf der ver­zer­ren­den Per­spek­ti­ve be­ruht, in der er auf­ge­fasst wird.

Con­for­mé­ment à ce que Joy­ce lui-même sa­vait qu’il lui ar­ri­ver­ait dans le post­hu­me, c’est l’universitaire qui do­mi­ne.

In Über­ein­stim­mung mit dem, wo­von Joy­ce selbst wuss­te, dass es ihm nach sei­nem Tode zu­sto­ßen wür­de, do­mi­nie­ren da­bei die Uni­ver­si­täts­ge­lehr­ten.

C’est à peu près ex­clu­si­ve­ment l’universitaire qui s’occupe de Joy­ce.

Es sind fast aus­schließ­lich Hoch­schul­leh­rer, die sich mit Joy­ce be­schäf­ti­gen.

C’est tout à fait frap­pant.

Das ist völ­lig ver­blüf­fend.

Joy­ce dit : « Ce que j’écris ne ces­se­ra pas de don­ner du tra­vail aux uni­ver­si­taires. »

Joy­ce sagt: „Was ich schrei­be, wird nicht auf­hö­ren, den Uni­ver­si­täts­leu­ten Ar­beit zu ver­schaf­fen.“15

Et il n’espérait rien de mo­ins que de leur don­ner de l’occupation jusqu’à l’extinction de l’université.

Und er hoff­te nichts we­ni­ger als dies: ih­nen Ar­beit zu ge­ben bis zur Aus­lö­schung der Uni­ver­si­tät.

Ça en prend bien le che­min.

Die­sen Weg ist das tat­säch­lich ge­gan­gen.

Et il est évi­dent que cela ne peut se fai­re que par­ce que le tex­te de Joy­ce foi­son­ne de pro­blè­mes tout à fait cap­tiv­ants, fa­scinants, à se mett­re sous la dent pour l’universitaire.

Und es ist of­fen­kun­dig, dass das nur mög­lich ist, weil der Text von Joy­ce von Pro­ble­men wim­melt, die ab­so­lut fes­selnd sind, fas­zi­nie­rend, so­dass ein Hoch­schul­leh­rer dar­an et­was zu knab­bern hat.

Je ne suis pas un uni­ver­si­taire, con­trai­re­ment à ce qu’on me don­ne du pro­fes­seur, du maît­re, et au­tres ba­di­na­ges.

Ich bin kein Uni­ver­si­täts­mensch, auch wenn man mich als Pro­fes­sor, Maît­re und mit wel­chen Scher­zen sonst noch ti­tu­liert.

Je suis un ana­lys­te.

Ich bin ein Ana­ly­ti­ker, ein ana­lys­te.

Cela fait tout de sui­te ho­mo­pho­nie, n’est-ce pas, avec les quat­re maî­tres an­na­lis­tes, dont Joy­ce dans Fin­ne­gans fait grand état, et qui ont fon­dé les ba­ses des an­na­les de l’Irlande.

Das bil­det so­gleich eine Ho­mo­pho­nie, nicht wahr, mit den vier Meis­ter-An­na­lis­ten, über die sich Joy­ce in Fin­ne­gans aus­brei­tet, die die Grund­la­gen für die An­na­len Ir­lands ge­legt ha­ben.16

Je suis une aut­re es­pè­ce d’analyste.

Ich bin eine an­de­re Art ana­lys­te.

De l’analyste qui, de­puis, a émer­gé, on ne peut pas dire que Joy­ce ait été mor­du.

Vom Ana­ly­ti­ker, der da­nach auf­ge­taucht ist17, kann man nicht ge­ra­de be­haup­ten, dass Joy­ce in ihn ver­knallt ge­we­sen sei.

Des au­teurs di­gnes de foi, qui con­nais­sai­ent bien Joy­ce – moi, je l’ai ent­re­vue, qui étai­ent de ses amis, avan­cent vo­lon­tiers que s’il a « freu­den­ed », s’il a freu­den­edé ce fre­don­ne­ment, c’était avec aver­si­on.

Ich habe es nur ge­ahnt, aber glaub­wür­di­ge Au­to­ren, die Joy­ce gut kann­ten, die zu sei­nen Freun­den ge­hör­ten, er­klä­ren be­reit­wil­lig, dass, wenn er freu­den­ed hat, wenn er die­ses fre­don­ne­ment, die­ses Ge­summ ge­freu­delt hat, dann mit Ab­nei­gung.

Je crois que c’est vrai.

Ich neh­me an, dass das stimmt.

J’en trou­ver­ai le té­moi­gna­ge dans le fait que dans la con­stel­la­ti­on du rêve dont il n’y a pas d’éveil, mal­gré le der­nier mot, Wake, dans la tra­me des per­son­na­ges de Fin­ne­gans, il y a ces deux ju­me­aux – Shem, vous me per­mett­rez de l’appeler Sh­emp­tô­me – et Shaun.

Den Be­leg da­für fin­de ich dar­in, dass es in der Kon­stel­la­ti­on des Trau­mes, aus dem es kein Er­wa­chen gibt – trotz des letz­ten Wor­tes, Wake –, dass es im Ge­flecht der Per­so­nen von Fin­ne­gans die­se bei­den Zwil­lin­ge gibt, Shem – Sie wer­den mir er­lau­ben, ihn Sh­emp­tom zu nen­nen – und Shaun.

C’est com­me ça, j’espère, que ça se pro­non­ce, par­ce que je n’ai pas con­sul­té là-des­sus Jac­ques Au­bert, qui, pour la pro­non­cia­ti­on, m’a ru­de­ment bien sou­te­nu pen­dant ce bras­sa­ge.

Ich hof­fe, das wird so aus­ge­spro­chen, denn dazu habe ich Jac­ques Au­bert nicht zu Rate ge­zo­gen, der mich, was die Aus­spra­che an­geht, wäh­rend der Her­stel­lung die­ses Ge­bräus phan­tas­tisch un­ter­stützt hat.

Il y a donc le Sh­emp­tô­me et le Shaum.

Es gibt also den Sh­emp­tom und den Shaun.

Ils sont noués – rien de plus noués que des ju­me­aux.

Sie sind ver­kno­tet – nichts Ver­kno­te­te­res als Zwil­lin­ge.

C’est à l’autre – pas à Shem, qu’il ap­pel­le, en lui ad­di­ti­on­nant un épin­g­la­ge, the pen­man, le plu­mi­tif – c’est à Shaun que Joy­ce éping­le le doc­teur Jo­nes.

Es ist der an­de­re, nicht Shem, den er als the pen­man eti­ket­tiert, als Fe­der­fuch­ser, als Schrei­ber­ling, es ist Shaun, dem Joy­ce den Dok­tor Jo­nes an­hef­tet.18

Il s’agit de cet ana­lys­te au­quel Freud, qui sa­vait ce qu’il fai­sait, a don­né la char­ge de fai­re sa bio­gra­phie.

Da­bei han­delt es sich um je­nen Ana­ly­ti­ker, dem Freud, der wuss­te, was er tat, die Auf­ga­be über­trug, sei­ne Bio­gra­phie zu ver­fas­sen.19

Il le con­nais­sait bien, c’est-à-dire qu’il était sûr que Jo­nes n’y met­trait pas la moind­re fan­ta­i­sie, qu’il ne se per­met­trait pas, ent­re au­tres, de mett­re la tou­che, la mor­su­re, l’agen­bi­te of in­wit.

Er kann­te ihn gut, d.h. er war sich si­cher, dass Jo­nes hier nicht die ge­rings­te Phan­ta­sie in­ves­tie­ren wür­de, dass er sich nicht er­lau­ben wür­de, un­ter an­de­rem, den Strich an­zu­brin­gen, den Biss zu ver­set­zen, den agen­bi­te of in­wit.20

Quel­que part dans Ulys­se, Ste­phen De­da­lus par­le d’agen­bi­te of in­wit, de la mor­su­re – on tra­du­it ça en français, je ne sais pas pour­quoi – de l’ensoi, alors que ça veut plu­tôt dire le wit, le wit in­té­ri­eur, la mor­su­re du mot d’esprit, la mor­su­re de l’inconscient.

Ir­gend­wo im Ulys­ses spricht Ste­phen De­da­lus vom agen­bi­te of in­wit, vom Biss des en­soi, des In­sich, so über­setzt man das ins Fran­zö­si­sche, ich weiß nicht war­um, ob­wohl das eher den wit meint, den in­ne­ren wit, den Biss des Wit­zes, den Biss des Un­be­wuss­ten.21

Avec Jo­nes, Freud était tran­quil­le – il sa­vait que sa bio­gra­phie se­rait une ha­gio­gra­phie.

Mit Jo­nes war Freud ru­hig, er wuss­te, dass sei­ne Bio­gra­phie eine Ha­gio­gra­phie wer­den wür­de.

Évi­dem­ment, que Joy­ce Shau­ni­se, si je puis dire, le Jo­nes en ques­ti­on, c’est ce qui nous don­ne l’idée de l’importance, com­me dit l’autre, d’être Er­nest.

Klar, dass Joy­ce be­sag­ten Jo­nes shau­ni­siert, wenn ich so sa­gen kann, gibt uns eine Vor­stel­lung da­von, wie wich­tig es ist, wie mal je­mand ge­sagt hat, Er­nest zu sein.

Beau­coup plus que Joy­ce, Jo­nes – je vous le dis par­ce que je l’ai ren­con­tré – fai­sait la pe­ti­te bou­che sur le fait de s’appeler Er­nest.

Weit­aus mehr als Joy­ce trug Jo­nes vor sich her – ich sage Ih­nen das, weil ich ihm be­geg­net bin22 –, dass er Er­nest hieß.

Mais c’était sans dou­te à cau­se de la piè­ce de ce tit­re, si éton­nan­te, de Wil­de, dont Jo­nes fait grand état.

aber das war si­cher­lich we­gen des Stücks von Wil­de mit die­sem so er­staun­li­chen Ti­tel, den Jo­nes groß her­aus­stellt.23

Plus d’une fois dans Fin­ne­gans sur­git cet­te ré­fé­rence à l’importance de s’appeler Er­nest.

Mehr als ein­mal er­scheint in Fin­ne­gans der Ver­weis dar­auf, wie wich­tig es ist, sich Ernst zu nen­nen.

Désabonné à l’inconscient…

Das Abon­ne­ment auf das Un­be­wuss­te ge­kün­digt

Tout cela n’a por­té que d’approcher ceci, que ce n’est pas la même cho­se de dire Joy­ce le sin­t­home ou bien Joy­ce le sym­bo­le.

All dies dien­te nur dazu, sich dem an­zu­nä­hern, dass es nicht das­sel­be ist, „Joy­ce das Sin­t­hom“ oder „Joy­ce das Sym­bol“ zu sa­gen.

Je dis Joy­ce le sym­ptom – c’est que, le sym­ptô­me, le sym­bo­le, il l’abolit, si je puis con­ti­nu­er dans cet­te vei­ne.

Ich sage „Joy­ce das Sym­ptom“ – das heißt, dass das Sym­ptom es ab­schafft, das Sym­bol, wenn ich auf die­ser Li­nie wei­ter­ma­chen darf.24

Ce n’est pas seu­le­ment Joy­ce le sym­ptô­me, c’est Joy­ce en tant que, si je puis dire, dés­abon­né à l’inconscient.

Das ist nicht nur Joy­ce das Sym­ptom, das ist Joy­ce, wenn ich so sa­gen darf, in­so­fern sein Abon­ne­ment auf das Un­be­wuss­ten ge­kün­digt war.25

Li­sez Fin­ne­gans Wake.

Le­sen Sie Fin­ne­gans Wake,

Vous vous aper­ce­v­rez que c’est quel­que cho­se qui joue, pas à chaque li­gne, mais à chaque mot, sur le pun, un pun très, très par­ti­cu­lier.

Sie wer­den mit­be­kom­men, dass das et­was ist, was nicht etwa nur in je­der Zei­le, son­dern in je­dem Wort mit dem pun26 spielt, ei­nem sehr, sehr spe­zi­el­len pun.

Li­sez-le, il n’y a pas un seul mot qui ne soit fait com­me les pre­miers dont j’ai es­sayé de vous don­ner le ton avec « pour­spè­re », fait de trois ou quat­re mots qui se trou­vent, par leur usa­ge, fai­re étin­cel­le, pail­let­te.

Le­sen Sie es, es gibt nicht ein ein­zi­ges Wort, das nicht wie die ers­ten ge­macht ist, de­ren Ton ich Ih­nen mit „pour­spè­re“ zu ge­ben ver­sucht habe, aus drei oder vier Wör­tern ge­bil­det, die so ver­wen­det wer­den, dass sie Fun­ken er­zeu­gen, Pail­let­ten.

C’est sans dou­te fa­scinant, quoiqu’à la vé­rité, le sens, au sens que nous lui don­nons d’habitude, y perd.

Das ist si­cher­lich fas­zi­nie­rend, ob­gleich in Wahr­heit der Sinn, in dem Sinn, den wir ihm üb­li­cher­wei­se ge­ben, hier ei­nen Ver­lust er­lei­det.27

M. Cli­ve Hart, dans Struc­tu­re and Mo­tif of Fin­ne­gans Wake, par­le de je ne sais quoi de dé­ce­vant dans l’usage que Joy­ce fait de ce type de pun.

Mon­sieur Cli­ve Hart spricht in Struc­tu­re and mo­tif of Fin­ne­gans Wake von et­was Ent­täu­schen­dem in der Art, wie Joy­ce von die­ser Art pun Ge­brauch macht.28

M. Ather­ton, dans son li­v­re The Books at the wake, réfè­re ça à the un­fo­re­se­en, l’imprévu.

Mon­sieur Ather­ton be­zieht das in sei­nem Buch The books at the wake auf the un­fo­re­se­en, auf das Un­vor­her­ge­se­he­ne.29

Ce pun, c’est plu­tôt le por­te-man­te­au au sens de Le­wis Car­roll, en quoi ce­lui-ci est un pré­cur­seur – et pour l’avoir sans dou­te ren­con­tré as­sez tard, Joy­ce a dû, ré­su­me Ather­ton, s’en trou­ver quel­que peu im­por­tu­né.

Die­ses pun, das ist eher das port­man­te­au, das Kof­fer­wort im Sin­ne von Le­wis Car­roll, wor­in die­ser ein Vor­läu­fer ist, und da er auf ihn zwei­fel­los ziem­lich spät ge­sto­ßen ist, muss­te Joy­ce, so re­sü­miert Athe­ron, sich da­von ein we­nig ge­stört füh­len.30

Li­sez des pa­ges de Fin­ne­gans Wake, sans cher­cher à com­prend­re – ça se lit.

Le­sen Sie ei­ni­ge Sei­ten aus Fin­ne­gans Wake, ohne zu ver­ste­hen zu ver­su­chen – das liest sich.

Ça se lit, mais com­me me le fai­sait re­mar­quer quelqu’un de mon voi­si­na­ge, c’est par­ce qu’on sent pré­sen­te la jouis­sance de ce­lui qui a écrit ça.

Das liest sich, aber des­halb, wor­auf mich je­mand aus mei­nem Um­feld auf­merk­sam ge­macht hat, weil man spürt, dass das Ge­nie­ßen des­je­ni­gen, der es ge­schrie­ben hat, ge­gen­wär­tig ist.

Ce qu’on se de­man­de – tout au mo­ins ce que de­man­dait la per­son­ne en ques­ti­on –, c’est pour­quoi Joy­ce a pu­blié. [Mil­ler-Ver­si­on in Se­mi­nar 23: l’a pu­blié]

Man fragt sich – zu­min­dest frag­te das die er­wähn­te Per­son –, war­um Joy­ce das ver­öf­fent­licht hat.

Pour­quoi ce Work qui a été dix sept ans in pro­gress, l’a- t-il en­fin sor­ti noir sur blanc ?

War­um hat er die­ses work, das sieb­zehn Jah­re lang in pro­gress war, schließ­lich schwarz auf weiß her­aus­ge­bracht?31

C’est une chan­ce qu’il y en ait une seu­le édi­ti­on, ce qui per­met de dé­si­gner, quand on le cite, la li­gne à la bon­ne page, c’est-à-dire à la page qui ne por­te­ra ja­mais que le même nu­mé­ro.

Ein Glück, dass es da­von nur eine ein­zi­ge Aus­ga­be gibt, da­durch ist es mög­lich, wenn man es zi­tiert, die Zei­le auf der rich­ti­gen Sei­te an­zu­ge­ben, d.h. auf der Sei­te, die im­mer die­sel­be Zahl tra­gen wird.

S’il fal­lait que, com­me les au­tres li­v­res, ce soit édité sous des pa­gi­na­ti­ons di­ver­ses, où irait-on pour s’y re­trou­ver !

Wenn es nö­tig wäre, dass es, wie die an­de­ren Bü­cher, mit un­ter­schied­li­chen Sei­ten­zäh­lun­gen her­aus­ge­ge­ben wür­de, was müss­te man nicht al­les an­stel­len, um sich hier zu­recht­zu­fin­den!

Mais qu’il l’ait pu­blié, c’est ce dont j’espérerais, s’il était là, le con­vain­c­re qu’il vou­lait être Joy­ce le sym­ptô­me, en tant que, le sym­ptô­me, il en don­ne l’appareil, l’essence, l’abstraction.

Aber dass er es ver­öf­fent­licht hat, das ist das, wo­mit ich ihn, wenn er da wäre, zu über­zeu­gen hoff­te, dass er Joy­ce das Sym­ptom sein woll­te, in­so­fern er da­von, vom Sym­ptom, den Ap­pa­rat, die Es­senz, die Abs­trak­ti­on lie­fert.

Car si quel­que cho­se rend comp­te du fait noté par Cli­ve Hart, qu’à suiv­re ses pas, on s’en trouve à la fin, fa­ti­gué, c’est bien ceci qui prouve que vos sym­ptô­mes à vous, c’est la seu­le cho­se qui chez cha­cun por­te l’intérêt.

Denn wenn et­was die von Cli­ve Hart no­tier­te Tat­sa­che er­klärt, dass man, wenn man sei­nen Schrit­ten folgt, am Ende er­mü­det ist, dann ist es eben dies, dass Ihre ei­ge­nen Sym­pto­me er­wie­se­ner­ma­ßen das ein­zi­ge sind, was bei ei­nem je­den von Ih­nen das In­ter­es­se auf sich lenkt.

Le sym­ptô­me chez Joy­ce est un sym­ptô­me qui ne vous con­cer­ne en rien.

Das Sym­ptom bei Joy­ce ist ein Sym­ptom, das Sie auf kei­ne Wei­se be­trifft.

C’est le sym­ptô­me en tant qu’il n’y a au­cu­ne chan­ce qu’il ac­cro­che quel­que cho­se de vot­re in­con­sci­ent à vous.

Es ist in­so­fern das Sym­ptom, als ganz und gar aus­ge­schlos­sen ist, dass es ir­gend­et­was von Ih­rem ei­ge­nen Un­be­wuss­ten fes­selt.

Je crois que c’est là le sens de ce que me di­sait la per­son­ne qui m’interrogeait sur pour­quoi il l’avait pu­blié.

Ich glau­be, das ist der Sinn des­sen, was mir die Per­son sag­te, die mich dazu be­fragt hat, war­um er es ver­öf­fent­licht hat.

… bien que ne jouant que sur le langage

ob­wohl nur mit der Spra­che spie­lend

Esacbeaux

Es­ca­beau, Larous­se Uni­ver­sel 1922

Il faud­rait con­ti­nu­er ce ques­ti­on­ne­ment de l’œuvre ma­jeu­re et ter­mi­na­le, de l’œuvre à quoi en som­me Joy­ce a ré­ser­vé la fonc­tion d’être son es­ca­beau.

Man soll­te die­se Be­fra­gung des Haupt- und End­wer­kes fort­set­zen, des Wer­kes, dem Joy­ce schließ­lich vor­be­hal­ten hat, als sei­ne Lei­ter zu fun­gie­ren.32

Car de dé­part, il a vou­lu être quelqu’un dont le nom, très pré­cis­é­ment le nom, sur­vivrait à ja­mais.

Denn sein Aus­gangs­punkt war, dass er je­mand sein woll­te, des­sen Name, und zwar ge­nau der Name, auf im­mer über­le­ben wür­de.

À ja­mais veut dire qu’il mar­que une date.

Auf im­mer“ meint, dass er ei­nen his­to­ri­schen Ein­schnitt dar­stellt.

On avait ja­mais fait de lit­té­ra­tu­re com­me ça.

Noch nie war Li­te­ra­tur wie die­se ge­macht wor­den.

Et pour, ce mot lit­té­ra­tu­re, en sou­li­gner le po­ids, je dirai l’équivoque sur quoi sou­vent Joy­ce joue – let­ter, lit­ter.

Li­te­ra­tur“ – um das Ge­wicht die­ses Wor­tes her­vor­zu­he­ben, will ich die Äqui­vo­ka­ti­on nen­nen, mit der Joy­ce oft spielt: let­ter33, lit­ter34.

La lett­re est dé­chet.

Der Buch­sta­be ist Ab­fall.

Or, s’il n’y avait pas ce type d’orthographe si spé­cia­le qui est ce­lui de la lan­gue ang­lai­se, les trois quarts des ef­fets de Fin­ne­gans se­rai­ent per­dus.

Nun, wenn es nicht die­se sehr spe­zi­el­le Art Recht­schrei­bung gäbe, die des Eng­li­schen, drei Vier­tel der Ef­fek­te von Fin­ne­gans wä­ren ver­lo­ren.

Le plus ex­trê­me, je peux vous le dire – le de­vant d’ailleurs à Jac­ques Au­bert – Who ails, après ça tongue, écrit com­me lan­gue en ang­lais, tongue, un mot en­sui­te, énig­ma­tique, cod­deau – « Who ails tongue cod­deau a space of dum­bill­s­il­ly ? » Si j’avais ren­con­tré cet écrit, au­rais-je ou non per­çu – « Où est ton ca­deau, es­pè­ce d’imbécile ? »

Den ex­trems­ten Fall kann ich Ih­nen nen­nen, dank Jac­ques Au­bert üb­ri­gens: Who ails, und da­nach tongue, im Eng­li­schen wie lan­gue ge­schrie­ben, tongue, dann ein rät­sel­haf­tes Wort, cod­deau, „Who ails tongue cod­deau a space of dum­bill­s­il­ly?“ Wenn ich auf die­sen Schrieb ge­sto­ßen wäre, hät­te ich dann das Fol­gen­de wahr­ge­nom­men, ja oder nein: „Où est ton ca­deau, es­pè­ce d’imbécile?“ [„Wo ist dein Ge­schenk, du Blöd­mann?“]35

L’inouï, c’est que cet­te ho­mo­pho­nie en l’occasion trans­lin­gu­is­tique ne se sup­por­te que d’une lett­re con­for­me à l’orthographe de la lan­gue ang­lai­se.

Das Un­glaub­li­che ist, dass die­se Ho­mo­pho­nie, die hier trans­lin­gu­is­ti­schen Cha­rak­ter hat, nur durch ei­nen Buch­sta­ben ge­stützt wird, der mit der Recht­schrei­bung der eng­li­schen Spra­che kon­form geht.

Vous ne sau­ri­ez pas que Who peut se trans­for­mer en si vous ne sa­viez que Who au sens in­ter­ro­ga­tif se pro­non­ce ain­si.

Sie wüss­ten nicht, dass „who“ in „où“ un­ge­wan­delt wer­den kann, wenn Sie nicht wüss­ten, dass „who“ im in­ter­ro­ga­ti­ven Sinn so aus­ge­spro­chen wird.

Il y a je ne sais quoi d’ambigu dans cet usa­ge pho­né­tique, que j’écrirais aus­si bien f.a.u.n.e.

Es gibt et­was Zwei­deu­ti­ges in die­sem pho­ne­ti­schen Sprach­ge­brauch, was ich auch so schrei­ben wür­de: f, a, u, n, e [fau­ne (Faun), ho­mo­phon mit pho­ne].

Le fau­nesque de la cho­se repo­se tout en­t­ier sur la lett­re, à sa­voir sur quel­que cho­se qui n’est pas es­sen­tiel à la lan­gue, qui est quel­que cho­se de tres­sé par les ac­ci­dents de l’histoire.

Das Fau­neske / das Pho­nes­ke der Sa­che be­ruht gänz­lich auf dem Buch­sta­ben, also auf et­was, was für die Spra­che nicht we­sent­lich ist, et­was, was durch die Zu­fäl­le der Ge­schich­te ge­floch­ten wur­de.

Que quelqu’un en fas­se un usa­ge pro­di­gieux, in­ter­ro­ge en soi ce qu’il en est du lan­ga­ge.

Dass je­mand ei­nen so un­ge­wöhn­li­chen Ge­brauch da­von macht, ist an sich eine Be­fra­gung des­sen, was es mit der Spra­che auf sich hat.

J’ai dit que l’inconscient est struc­tu­ré com­me un lan­ga­ge.

Ich habe ge­sagt, dass das Un­be­wuss­te struk­tu­riert ist wie eine Spra­che.

Il est étran­ge que je puis­se dire aus­si dés­abon­né de l’inconscient quelqu’un qui ne joue stric­te­ment que sur le lan­ga­ge – quoiqu’il se ser­ve de la lan­gue ent­re au­tres qui est, non pas la si­en­ne – car la si­en­ne est jus­tement une lan­gue ef­fa­cée de la car­te, à sa­voir le gaé­li­que, dont il sa­vait quel­ques pe­tits bouts, as­sez pour s’orienter, mais pas beau­coup plus – non pas la si­en­ne donc, mais cel­le des en­va­his­seurs, des oppres­seurs.

Es ist merk­wür­dig, dass ich über je­mand, der strikt nur mit der Spra­che spielt, auch sa­gen kann, dass sein Abon­ne­ment auf das Un­be­wuss­te ge­kün­digt war, auch wenn er sich, un­ter an­de­ren Spre­chen, der­je­ni­gen be­dient, die nicht sei­ne ist – denn sei­ne ist ja ge­ra­de eine von der Kar­te aus­ge­lösch­te Spra­che, näm­lich das Gä­li­sche, von dem er ei­ni­ge Bro­cken kann­te, hin­rei­chend, um sich zu ori­en­tie­ren, aber nicht viel mehr –, die also nicht sei­ne ist, son­dern die der Ein­dring­lin­ge, der Un­ter­drü­cker.

Joy­ce a dit qu’en Ir­lan­de on avait un maît­re et une maî­tres­se, le maît­re étant l’Empire bri­tan­ni­que, et la maî­tres­se la Sain­te Ég­li­se ca­tho­li­que, apos­to­li­que et ro­mai­ne, les deux étant du même gen­re de fléau.

Joy­ce hat ge­sagt, in Ir­land habe man ei­nen Herrn und eine Her­rin, wo­bei der Herr das bri­ti­sche Em­pi­re ist und die Her­rin die ka­tho­li­sche, apos­to­li­sche und rö­mi­sche Hei­li­ge Kir­che und bei­de zur sel­ben Art von Pla­ge ge­hö­ren.

C’est bien ce qui se con­sta­te dans ce qui fait de Joy­ce le sym­ptô­me, le sym­ptô­me pur de ce qu’il en est du rap­port au lan­ga­ge, en tant qu’on le ré­du­it au sym­ptô­me – à sa­voir, à ce qu’il a pour ef­fet, quand cet ef­fet on ne l’analyse pas – je dirai plus, qu’on s’interdit de jou­er d’aucune des équi­vo­ques qui émou­vrai­ent l’inconscient chez qui­con­que.

Das lässt sich eben in dem fest­stel­len, was aus Joy­ce das Sym­ptom macht, das rei­ne Sym­ptom des­sen, wor­um es beim Ver­hält­nis zur Spra­che geht, in­so­fern man es auf das Sym­ptom re­du­ziert, näm­lich auf das, was sie zur Wir­kung hat, wenn man die­se Wir­kung nicht ana­ly­siert, ich gehe noch wei­ter, so­fern man es sich ver­sagt, mit ir­gend­ei­ner der Äqui­vo­ka­tio­nen zu spie­len, die bei je­der­mann das Un­be­wuss­te in Be­we­gung ver­set­zen wür­den.

La jouissance, non l’inconscient

Das Ge­nie­ßen, nicht das Un­be­wuss­te

Si le lec­teur est fa­sci­né, c’est de ceci que, con­for­mé­ment à ce nom qui fait écho à ce­lui de Freud, après tout, Joy­ce a un rap­port à joy, la jouis­sance, s’il est écrit dans lalan­gue qui est l’anglaise – que cet­te jouas­se, cet­te jouis­sance est la seu­le cho­se que de son tex­te nous puis­si­ons at­tra­per.

Wenn der Le­ser fas­zi­niert ist, dann des­halb, weil Joy­ce schließ­lich, in Über­ein­stim­mung mit die­sem Na­men, der auf den von Freud ein Echo gibt36, ein Ver­hält­nis zur joy hat, zur jouis­sance, zum Ge­nie­ßen, wenn es in lalan­gue, näm­lich in Eng­lisch ge­schrie­ben ist, weil die­ses Ge­lüst37, die­ses Ge­nie­ßen das ein­zi­ge ist, was wir von sei­nem Text ein­fan­gen kön­nen.38

Là est le sym­ptô­me.

Da ist das Sym­ptom.

Le sym­ptô­me en tant que rien ne le rat­ta­che à ce qui fait lalan­gue elle-même dont il sup­por­te cet­te tra­me, ces stries, ce tressa­ge de terre et d’air dont il ou­vre Cham­ber mu­sic, son pre­mier li­v­re pu­blié, li­v­re de poè­mes.

Das Sym­ptom, in­so­fern nichts es mit dem ver­bin­det, was lalan­gue selbst macht, wo­mit er die­sen Schuss­fa­den, die­se Strei­fen, die­se Ver­flech­tung der Erde und der Luft stützt, wo­mit er Cham­ber mu­sic er­öff­net, sein ers­tes pu­bli­zier­tes Buch, ein Ge­dicht­band.39

Le sym­ptô­me est pu­re­ment ce que con­di­ti­on­ne lalan­gue, mais d’une cer­tai­ne fa­çon, Joy­ce le por­te à la puis­sance du lan­ga­ge, sans que pour au­tant rien n’en soit ana­lys­able, c’est ce qui frap­pe, et lit­té­ra­le­ment in­ter­dit – au sens où l’on dit – je res­te in­ter­dit.

Das Sym­ptom ist rein das, was durch lalan­gue be­dingt wird, aber Joy­ce er­hebt es auf be­stimm­te Wei­se zur Po­tenz der Spra­che, ohne dass des­we­gen ir­gend­et­was da­von ana­ly­sier­bar wäre; das ist das, was ver­blüfft und im wört­li­chen Sin­ne in­ter­dit, „un­ter­sagt“, in dem Sin­ne, in dem man sagt, je res­te in­ter­dit, mir ver­schlägt es die Spra­che.

Qu’on em­plo­ie le mot in­ter­dire pour dire stu­pé­fai­re a tou­te sa por­tée.

Dass man das Wort in­ter­dire ver­wen­det, „un­ter­sa­gen“, „ver­bie­ten“, um „ver­blüf­fen“ zu sa­gen, „in sprach­lo­ses Stau­nen ver­set­zen“, hat durch­aus sein Ge­wicht.

C’est là ce qui fait la sub­s­tan­ce de ce que Joy­ce ap­por­te, et par quoi d’une cer­tai­ne fa­çon, la lit­té­ra­tu­re ne peut plus être après lui ce qu’elle était avant.

Das ist das, was die Sub­stanz des­sen bil­det, was Joy­ce bei­steu­ert und wo­durch die Li­te­ra­tur nach ihm in ge­wis­ser Wei­se nicht mehr das sein kann, was sie vor­her war.

Ce n’est pas pour rien que Ulys­se aspi­re, aspi­re un quel­que cho­se d’homérique, bien qu’il n’y ait pas le moind­re rap­port, quoi­que Joy­ce ait lan­cé les com­men­ta­teurs sur ce ter­rain, ent­re ce qui se pas­se dans Ulys­se et ce qu’il en est de l’Odyssée.

Es ist nicht ohne Be­deu­tung, dass Ulys­ses et­was Ho­me­ri­sches an­saugt, ob­wohl es zwi­schen dem, was im Ulys­ses ge­schieht, und dem, wor­um es in der Odys­see geht, nicht die ge­rings­te Be­zie­hung gibt, auch wenn Joy­ce die Kom­men­ta­to­ren auf die­ses Ge­biet ge­lockt hat.

As­si­mi­ler Ste­phen De­da­lus à Té­lé­ma­que…

Ste­phen De­da­lus an Te­le­ma­chos an­zu­glei­chen

On se cas­se la tête à por­ter le fais­ceau du com­men­taire sur l’Odyssée.

Man zer­bricht sich den Kopf, wenn man das Bün­del der Odys­see-Kom­men­ta­re trägt.

Et com­ment dire que Bloom soit en quoi que ce soit, pour Ste­phen, qui n’a rien à fai­re avec lui, sauf de le croi­ser de temps en temps dans Dub­lin, son père ? –

Und wie kann man sa­gen, Bloom sei auf ir­gend­ei­ne Wei­se für Ste­phen – der mit ihm nichts zu tun hat, au­ßer dass er von Zeit zu Zeit in Dub­lin sei­nen Weg kreuzt – der Va­ter?

Si ce n’est que déjà Joy­ce poin­te, et se trouve dé­no­ter que tou­te la réa­lité psychi­que, c’est-à-dire le sym­ptô­me, dé­pen­de, au der­nier ter­me, d’une struc­tu­re où le Nom-du-Père est un élé­ment in­con­di­ti­on­né.

Doch nur des­halb, weil be­reits Joy­ce zeigt und durch­aus dar­auf ver­weist, dass die ge­sam­te psy­chi­sche Rea­li­tät, d.h. das Sym­ptom, letzt­lich von ei­ner Struk­tur ab­hängt, in der der Name-des-Va­ters ein un­be­ding­tes Ele­ment ist.

Le Père borroméen

Der bor­ro­mäi­sche Va­ter

Le père com­me nom et com­me ce­lui qui nom­me, ce n’est pas pareil.

Der Va­ter als Name und als der­je­ni­ge, der be­nennt, das ist nicht das glei­che.

Le père est cet élé­ment quart – j’évoque là quel­que cho­se dont seu­le­ment une par­tie de mes au­di­teurs peu­vent avoir le dé­li­bé­ré – cet élé­ment quart sans le­quel rien n’est pos­si­ble dans le nœud du sym­bo­li­que, de l’imaginaire et du réel.

Der Va­ter ist die­ses vier­te Ele­ment – ich be­zie­he mich hier auf et­was, was nur ein Teil mei­ner Zu­hö­rer in Er­wä­gung ge­zo­gen ha­ben kann –, die­ses vier­te Ele­ment, ohne das im Kno­ten des Sym­bo­li­schen, des Ima­gi­nä­ren und des Rea­len nichts mög­lich ist.40

Mais il y a une aut­re fa­çon de l’appeler, et c’est là que je coif­fe aujourd’hui ce qu’il en est du Nom-du-Père au de­gré où Joy­ce en té­moi­g­ne – de ce qu’il con­vi­ent d’appeler le sin­t­home.

Es gibt je­doch noch eine an­de­re Wei­se, das vier­te Ele­ment zu be­nen­nen, und das ist es, was ich heu­te dem Na­men-des-Va­ters auf­set­ze, im Maße, in dem Joy­ce da­von zeugt, das näm­lich, was man das Sin­t­hom nen­nen soll­te.

C’est en tant que l’inconscient se noue au sin­t­home, qui est ce qu’il y a de sin­gu­lier chez chaque in­di­vi­du, qu’on peut dire que Joy­ce, com­me il est écrit quel­que part, s’identifie à l’individual.

In­so­fern das Un­be­wuss­te ver­kno­tet ist mit dem Sin­t­hom – wel­ches das ist, was es bei je­dem In­di­vi­du­um an Ein­zig­ar­ti­gem gibt –, kann man sa­gen, dass Joy­ce, wie ir­gend­wo ge­schrie­ben wur­de, sich mit dem in­di­vi­du­al41 iden­ti­fi­ziert.

Il est ce­lui qui se pri­vilé­gie d’avoir été au point ex­trê­me pour in­car­ner en lui le sym­ptô­me, ce par quoi il éch­ap­pe à tou­te mort pos­si­ble, de s’être ré­du­it à une struc­tu­re qui est cel­le même de lom, si vous me per­met­tez de l’écrire tout sim­ple­ment d’un l.o.m.

Er ist der­je­ni­ge, der sich da­durch aus­zeich­net, am äu­ßers­ten Punkt ge­we­sen zu sein, um in sich das Sym­ptom zu ver­kör­pern, das, wo­durch er je­dem mög­li­chen Tod ent­geht, da er sich auf eine Struk­tur re­du­ziert hat, die eben die des lom ist, wenn Sie mir er­lau­ben, das ganz ein­fach so zu schrei­ben: l, o, m.42

C’est ain­si qu’il se véhi­cu­le, com­me quel­que cho­se qui met un point fi­nal à un cer­tain nom­bre d’exercices.

Auf die­se Wei­se zir­ku­liert er als et­was, was für eine ge­wis­se An­zahl von Prak­ti­ken ei­nen Schluss­punkt setzt.

Il met un ter­me.

Er setzt ei­nen End­punkt.

Mais com­ment en­tendre le sens de ce « ter­me » ?

Aber wie soll man den Sinn die­ses „End­punkts“ ver­ste­hen?

Il est frap­pant que Cli­ve Hart met­te l’accent sur le cy­cli­que et sur la croix com­me étant sub­stan­ti­el­le­ment ce à quoi Joy­ce se rat­ta­che.

Es ist ver­blüf­fend, dass Cli­ve Hart das Zy­kli­sche und das Kreuz her­vor­hebt, als im We­sent­li­chen das, wor­an Joy­ce sich bin­det.

Cer­ta­ins d’entre vous savent qu’avec ce cer­cle et cet­te croix, je des­si­ne le nœud bor­ro­méen.

Ei­ni­ge un­ter Ih­nen wis­sen, dass ich mit die­sem Kreis und die­sem Kreuz den bor­ro­mäi­schen Kno­ten zeich­ne.

In­ter­ro­ger Joy­ce sur ceci, que ce nœud pro­du­it, à sa­voir l’ambiguïté du 3 et du 4, à sa­voir ce à quoi il re­stait col­lé, at­ta­ché, à l’interrogation de Vico, à des cho­ses pi­res, à la con­ver­sa­ti­on avec les es­prits, qu’Atherton ran­ge d’ailleurs sous le tit­re gé­né­ral de spi­ri­tua­lism, ce qui m’étonne, car j’avais ap­pelé ça jusqu’à pré­sent spi­ri­tis­me.

Joy­ce dar­über zu be­fra­gen, was die­ser Kno­ten her­vor­bringt, näm­lich die Am­bi­gui­tät von drei und vier, näm­lich das, wor­an er haf­ten blieb, wor­an er ge­bun­den blieb: an die Be­fra­gung von Vico, an schlim­me­re Sa­chen, an das Ge­spräch mit den Geis­tern, das Ather­ton üb­ri­gens un­ter der all­ge­mei­nen Ru­brik des spi­ri­tua­lism ein­ord­net, was mich er­staunt, denn ich habe das bis jetzt spi­ri­tis­me ge­nannt.43

Il est as­su­ré­ment sur­pren­ant de voir qu’à l’occasion, cela con­tri­bue dans Fin­ne­gans au tit­re du sym­ptô­me, je crois.

Es ist si­cher­lich über­ra­schend zu se­hen, dass dies hier­bei in Fin­ne­gans zur Ka­te­go­rie des Sym­ptoms bei­trägt, wie ich an­neh­me.

Ce n’est pas tout, car il est dif­fi­ci­le de ne pas tenir comp­te de cet­te fic­tion qu’on peut mett­re sous la ru­bri­que de l’initiation.

Das ist nicht al­les, denn es ist schwie­rig, nicht die­se Fik­ti­on zu be­rück­sich­ti­gen, die man un­ter der Ru­brik In­itia­ti­on ein­ord­nen kann.

En quoi con­sis­te ce qui se véhi­cu­le sous ce re­gist­re et sous ce ter­me ?

Wor­in be­steht das, was in die­sem Re­gis­ter und un­ter die­sem Aus­druck zir­ku­liert?

Com­bi­en d’associations qui se font arme de dra­peaux dont ils ne com­pren­nent pas le sens ?

Wie vie­le Ver­ei­ni­gun­gen, die sich mit Flag­gen be­waff­nen, de­ren Be­deu­tung sie nicht ver­ste­hen!

Que Joy­ce se soit délec­té à Isis Un­vei­led de Mme Bla­vat­ski est une cho­se que j’apprends d’Atherton, et qui me si­dè­re.

Dass Joy­ce sich an Isis Un­vei­led von Ma­dame Bla­vat­sky44 er­götzt hat, ist eine Sa­che, die ich von Ather­ton er­fah­re und die mich ver­blüfft.

La for­me de dé­bi­lité men­ta­le que com­por­te tou­te in­itia­ti­on est ce qui, moi, me sai­sit d’abord, et me la fait peut-être sous-esti­mer.

Die Form geis­ti­ger De­bi­li­tät, die jede In­itia­ti­on mit sich bringt, ist das, was mich als ers­tes er­greift und lässt mich das viel­leicht un­ter­schät­zen.

Il faut dire que, peu après le temps où j’avais fait, grâce au ciel, la ren­cont­re de Joy­ce, j’allais trou­ver un nom­mé René Gué­non qui ne va­lait pas plus cher que ce qu’il y a de pire en fait d’initiation.

Ich muss dazu sa­gen, dass ich, kurz nach der Zeit, als ich, dem Him­mel sei Dank, Joy­ce be­geg­net bin, ei­nen ge­wis­sen Renè Gué­non auf­ge­sucht habe, der nicht mehr wert war als das, was es in Sa­chen In­itia­ti­on an Schlimms­tem gibt.45

Hi han a pas, à écri­re com­me ce­lui de l’âne à quoi Joy­ce fait al­lu­si­on com­me au point cen­tral de ces quat­re ter­mes qui sont le Nord, le Sud, l’Est et l’Ouest, com­me au point de croi­sée de la croix – c’est un âne qui le sup­por­te, Dieu sait que Joy­ce en fait état dans Fin­ne­gans.

Hi han a pas [il n‘y en a pas (es gibt (da­von) kei­ne) + hi han (I-Ah)], zu schrei­ben wie der Ruf des Esels, auf den Joy­ce an­spielt als zen­tra­len Punkt die­ser vier Ter­me, näm­lich Nor­den, Sü­den, Os­ten und Wes­ten, als Kreu­zungs­punkt des Kreu­zes – es ist ein Esel, der das stützt, Gott weiß, dass Joy­ce in Fin­ne­gans da­von viel Auf­he­bens macht.

Mais quand même Fin­ne­gans, ce rêve, com­ment le dire fini, puis­que déjà son der­nier mot ne peut se re­joind­re qu’au pre­mier, le the sur le­quel il se ter­mi­ne se rac­co­lant au ri­ver­run dont il se dé­bu­te, ce qui in­di­que le cir­cu­lai­re ?

Aber gleich­wohl, wie soll man Fin­ne­gans, die­sen Traum, als fini, als ab­ge­schlos­sen be­zeich­nen, wenn schon sein letz­tes Wort nur mit dem ers­ten wie­der ver­bun­den wer­den kann, wo das the, mit dem es en­det, sich mit dem ri­ver­run ver­knüpft, mit dem es be­ginnt, was auf das Zir­ku­lä­re ver­weist – ?

Pour tout dire, com­ment Joy­ce a-t-il pu man­quer à ce point ce qu’actuellement j’introduis du nœud ?

Um es ganz klar zu sa­gen, wie konn­te Joy­ce der­art das ver­feh­len, was ich ge­gen­wär­tig vom Kno­ten ein­füh­re?

Ce faisant j’introduis quel­que cho­se de nou­veau, qui rend comp­te non seu­le­ment de la li­mi­ta­ti­on du sym­ptô­me, mais de ce qui fait que c’est de se nou­er au corps, c’est-à-dire à l’imaginaire, de se nou­er aus­si au réel, et com­me tiers à l’inconscient, que le sym­ptô­me a ses li­mi­tes.

Da­mit füh­re ich et­was Neu­es ein, was nicht nur von der Be­gren­zung des Sym­ptoms Re­chen­schaft ab­legt, son­dern auch von dem, was be­wirkt, dass das Sym­ptom sei­ne Gren­zen da­her hat, dass es mit dem Kör­per ver­kno­tet ist, d.h. mit dem Ima­gi­nä­ren, dass es auch mit dem Rea­len ver­kno­tet ist und als drit­tes mit dem Un­be­wuss­ten.

C’est par­ce qu’il ren­cont­re ses li­mi­tes qu’on peut par­ler du nœud, qui est quel­que cho­se qui as­su­ré­ment se chif­fon­ne, peut prend­re la for­me d’un pe­lo­ton, mais qui, une fois dé­plié, gar­de sa for­me – sa for­me de nœud – et du même coup son ex-sis­tence.

Von ei­nem Kno­ten kann man des­halb spre­chen, weil es auf sei­ne Gren­zen trifft, von ei­nem Kno­ten, der si­cher­lich et­was ist, was zer­knautscht wer­den und die Form ei­nes Knäu­els an­neh­men kann, was aber, wenn es ent­fal­tet wird, sei­ne Form be­wahrt, sei­ne Form als Kno­ten, und da­mit zu­gleich sei­ne Ex-sis­tenz.46

C’est ce que je me per­met­trai d’introduire dans mon che­mi­ne­ment de l’année pro­chai­ne, en pren­ant ap­pui sur Joy­ce, ent­re au­tres.

Das ist das, was ich mir er­lau­ben wer­de, in mei­nen Par­cours des nächs­ten Jah­res ein­zu­füh­ren, wo­bei ich mich auf Joy­ce stüt­ze, un­ter an­de­ren.47

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Anmerkungen

  1. Joy­ce le sym­ptô­me I er­schien au­ßer­dem in:
    Jac­ques Au­bert (Hg.): Joy­ce avec La­can. Na­va­rin, Pa­ris 1987, S. 21–30,
    – Jac­ques La­can: Se­mi­nar 23, Ver­si­on Mil­ler 2005, S. 161–169 (ohne den Zu­satz „I“ im Ti­tel).
    Im In­ter­net auf der Sei­te der Éco­le la­ca­ni­en­ne de psy­chana­ly­se hier.
    – Eine eng­li­sche Über­set­zung von Joy­ce le sym­ptô­me I durch Aa­ron Ben­anav fin­det man hier und hier.
  2. J. Au­bert: In­tro­duc­tion à l’esthétique de Ja­mes Joy­ce. Di­dier, Pa­ris 1973
  3. 1923 bis 1939 in Pa­ris ge­schrie­ben, Ar­beits­ti­tel Work in Pro­gress, 1939 bei Fa­ber & Fa­ber in Lon­don ver­öf­fent­licht.
  4. Das grie­chi­sche Wort sym­ptôm be­steht aus sym, „zu­sam­men“ und ptô­ma, „Fall“, meint also das, was zu­sam­men­fällt, was zu­sam­men auf­tritt.
  5. Os­car Bloch, Walt­her von Wart­burg: Dic­tionn­aire étymologique de la lan­gue française. Pres­ses Uni­ver­si­taires de Fran­ce, Pa­ris; die 1. Auf­la­ge er­schien 1932, die 7. Auf­la­ge 1975,  die neu­es­te Ta­schen­buch­aus­ga­be ist von 2008.
  6. Vgl. J. La­can: Te­le­vi­si­on (1973). In: Ders.: Ra­dio­pho­nie. Te­le­vi­si­on. Qua­dri­ga, Wein­heim u.a. 1988, S. 55–95, zum Hei­li­gen: S. 70–72.
  7. Ra­belais hat den Wech­sel zum am Grie­chi­schen ori­en­tier­ten Spach­ge­brauch – „Sym­ptom“ – voll­zo­gen.
  8. Die Di­men­si­on der Be­nen­nung ist ver­mut­lich die Iden­ti­fi­zie­rung.
  9. Ge­meint ist die von La­can be­such­te ka­tho­li­sche Pri­vat­schu­le, das von Ma­ria­nis­ten ge­lei­te­te Col­lège Sta­nis­las.
  10. Ein von Pries­tern er­zo­ge­nes Kind.
  11. Pa­ri­ser Buch­händ­le­rin und Ver­le­ge­rin, in de­ren Buch­hand­lung öf­fent­li­che Le­sun­gen statt­fan­den.
  12. Ulys­ses er­schien zu­erst 1922 auf eng­lisch bei Syl­via Be­ach in Pa­ris. Die ers­te fran­zö­si­sche Über­set­zung (von Au­gus­te Mo­rel) wur­de 1924 be­gon­nen und als Buch 1929 im Ver­lag von Adri­en­ne Mon­nier ver­öf­fent­licht.
  13. Com­plé­ment di­rect oder com­plé­ment d’objet di­rect ist ein Be­griff der Gram­ma­tik. Das com­plé­ment di­rect ist von ei­nem di­rek­ten tran­si­ti­ven Verb ab­hän­gig. Ge­meint ist: par­ler soll tran­si­tiv auf­ge­fasst wer­den, das nous in qui nous par­le steht im Ak­ku­sa­tiv.
  14. Joy­ce leb­te von 1920 bis 1940 in Pa­ris. Der Ti­tel des Kon­gress­ban­des – also ver­mut­lich auch be­reits des Kon­gres­ses – be­zieht sich dar­auf: Jac­ques Au­bert, Ma­ria Jo­las (Hg.): Joy­ce & Pa­ris. 1902 1920–1940 1975. Ac­tes du 5. Sym­po­si­um In­ter­na­tio­nal Ja­mes Joy­ce, Pa­ris 16 – 20 juin 1975. Pu­bli­ca­ti­ons de l’Université de Lil­le, Édi­ti­ons du C.N.R.S., Pa­ris 1979.
  15. Joy­ce in ei­nem In­ter­view: „‚War­um ha­ben Sie das Buch ((Fin­ne­gans Wake)) ge­ra­de so ge­schrie­ben?‘ woll­te je­mand an­de­res wis­sen. ‚Um die Kri­ti­ker drei­hun­dert Jah­re lang zu be­schäf­ti­gen.‘“ (Ri­chard Ell­mann: Ja­mes Joy­ce. Ver­mut­lich: Re­vi­dier­te und er­gänz­te Aus­ga­be, Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1996 (?), S. 1033) – und zum fran­zö­si­schen Über­set­zer des Ulys­ses, der den Plan des Bu­ches ha­ben woll­te, sag­te Joy­ce: „Wenn ich al­les so­fort preis­gä­be, wür­de ich mei­ne Un­sterb­lich­keit ver­lie­ren. Ich habe so vie­le Rät­sel und Ge­heim­nis­se hin­ein­ge­steckt, dass es die Pro­fes­so­ren jahr­hun­der­te­lang in Streit dar­über hal­ten wird, was ich wohl ge­meint habe, und nur so si­chert man sich sei­ne Un­sterb­lich­keit.“ (Ell­mann, S. 773) 
  16. An­na­lis­ten sind die­je­ni­gen, die die An­na­len schrei­ben, also Ge­schichts­schrei­ber.
  17. Ge­meint ist der Psy­cho­ana­ly­ti­ker.
  18. Shem das Sh­emp­tom steht also für Joy­ce den Schrei­ber, für Joy­ce das Sym­ptom; Shaun ent­spricht Jo­nes und da­mit ver­mut­lich dem Sym­bol.
    Vgl. Ge­ne­viè­ve Mo­rels Er­läu­te­rung von Joy­ce das Sym­ptom I in: Dies.: La loi de la mère. Es­sai sur le sin­t­home se­xu­el. Eco­no­mi­ca, An­thro­pos, Pa­ris 2008, S. 84–86.

    Die Ver­bin­dung zwi­schen Jo­nes und dem Sym­bol wird duch des­sen Theo­rie der Sym­bo­lik na­he­ge­legt, auf die sich La­can in Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che zu­stim­mend be­zieht (vgl. E. Jo­nes: Die Theo­rie der Sym­bo­lik (1916). In: Ders.: Die Theo­rie der Sym­bo­lik und an­de­re Auf­sät­ze. Ull­stein, Frank­furt am Main u.a. 1978, S. 50–114. Hier­zu J. La­can: Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se (Vor­trag von 1953, ver­öf­fent­licht 1956, über­ar­bei­tet 1966). In: Schrif­ten II, S. 137 f.) und auf die er 1960 kri­tisch zu­rück­kommt (vgl. J. La­can: À la mé­moi­re d’Ernest Jo­nes: Sur sa théo­rie du sym­bo­lis­me (1960). In: Ders.: Écrits. Seuil, Pa­ris 1966, S. 697–717).

  19. Er­nest Jo­nes (1879–1958), Au­tor von: Sig­mund Freud, Life and Work. 3 Bde. Ho­garth, Lon­don 1953–1957. Voll­stän­di­ge deut­sche Über­set­zung: Das Le­ben und Werk von Sig­mund Freud. 3 Bde. Übers. v. Ka­the­ri­ne Jo­nes und Ger­trud Mei­li-Do­retz­ki. Hu­ber, Bern 1960–1962. Ein Nach­druck die­ser Über­set­zung er­schien 1984 bei dtv, Mün­chen, mit ver­än­der­tem Ti­tel: Sig­mund Freud. Le­ben und Werk.
  20. Mo­rel ver­mu­tet, dass ge­meint ist, Jo­nes wür­de es sich nicht er­lau­ben, mit dem Äqui­vok zu spie­len (Wit­ze zu ma­chen) und das Un­be­wuss­te in Be­we­gung zu ver­set­zen. Vgl. Mo­rel, a.a.O. Es könn­te aber auch ge­meint sein, dass Jo­nes nicht wa­gen wür­de, Freud zu kri­ti­sie­ren, ihm ein schlech­tes Ge­wis­sen zu­ma­chen.
  21. agen­bi­te of un­wit“: Ulys­ses, Pen­gu­in Mo­dern Clas­sics 2000, S. 313. Der mit­tel­eng­li­sche Aus­druck „ay­en­bi­te of in­wit“ meint „again-bi­ting of in­ner wit“, den Ge­wis­sens­biss; sie­he die­sen Ar­ti­kel in der eng­li­schen Wi­ki­pe­dia. Woll­schlä­ger über­setzt mit „Ge­wis­sens­bis­se“. J. Joy­ce: Ulys­ses. Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1979, S. 338.
  22. La­can ver­weist in sei­nem Auf­satz über Er­nest Jo­nes auf zwei per­sön­li­che Be­geg­nun­gen und ei­nen Brief von Jo­nes an La­can.
    1936 traf La­can Jo­nes auf dem 14. Kon­gress der In­ter­na­tio­na­len Psy­cho­ana­ly­ti­schen Ver­ei­ni­gung in Ma­ri­en­bad, wo La­can eine ers­te Fas­sung sei­ner Dar­stel­lung des Spie­gel­sta­di­ums vor­trug. La­can zu­fol­ge un­ter­brach Jo­nes, da­mals Prä­si­dent der IPV und als sol­cher der Kon­gress­lei­ter, La­cans Vor­trag nach zehn Mi­nu­ten. Vgl. Eli­sa­beth Rou­di­nes­co: Jac­ques La­can. Kie­pen­heu­er & Witsch, Köln 1996, S. 181 f.
    La­can er­in­nert sich au­ßer­dem an ei­nen Be­such bei Jo­nes in Elsted, ein Dorf in West Sus­sex, wäh­rend der Zeit, als Jo­nes am ers­ten Band der Freud-Bio­gra­phie ar­bei­te­te. Der ers­te Band er­schien 1953, viel­leicht be­zieht La­can sich auf sei­nen Eng­land-Auf­ent­halt im Jahr 1945.
    Schließ­lich ver­weist er auf ei­nen Brief von Jo­nes an La­can aus dem Jahr 1957, in Jo­nes sich da­für ent­schul­dig­te, eine Ein­la­dung in La­cans Land­haus nicht an­neh­men zu kön­nen. (Vgl. Écrits, S. 697) 
  23. Os­car Wil­de, The Im­por­t­an­ce of Being Ear­nest, Thea­ter­stück, Ur­auf­füh­rung 1895.

    Über die Ernst­haf­tig­keit von Jo­nes schreibt La­can in sei­nem Jo­nes-Auf­satz: „Wenn er [Jo­nes] ver­fehlt, hier sei­nen Weg zu fin­den, so ist das in zwei Schrit­ten / zu zwei Zei­ten ganz of­fen­kun­dig, wo der Feh­ler sei­nes Aus­gangs­punkts un­se­res Er­ach­tens in die­ser sehr ver­fäng­li­chen Um­keh­rung in sei­nem Den­ken be­steht, durch die sein Be­dürf­nis nach Ernst­haf­tem für die Ana­ly­se sich, ohne dass er das ana­ly­siert, das Ernst­haf­te des Be­dürf­nis­ses zu­nut­ze macht (par quoi son be­soin de sé­rieux pour l’analyse s’y prévaut, sans qu’il l’analyse, du sé­rieux du be­soin).
    Da­von da­von zeugt die­ser Satz sei­ner Kon­tro­ver­se mit Sil­be­rer:
    ‚Wenn es in der Psy­cho­ana­ly­se, oder ganz ein­fach in ei­ner ge­ne­ti­schen Psy­cho­lo­gie, wel­cher auch im­mer, ir­gend­ei­ne Wahr­heit gibt, dann müs­sen die pri­mä­ren Kom­ple­xe, die sich im Sym­bo­lis­mus ma­ni­fes­tie­ren, die bei­den be­stän­di­gen Quel­len des geis­ti­gen Le­bens sein [Anm. La­can: must be, Her­vor­he­bung von uns] und das ge­ra­de Ge­gen­teil rei­ner Stil­fi­gu­ren.‘ Eine Be­mer­kung, die auf eine be­stimm­te Kon­tin­genz ab­zielt, die Sil­be­rer in der An­wen­dung von Sym­bo­len wie auch in den Wie­der­ho­lun­gen, de­nen sie Kon­sis­tenz ge­ben, ganz rich­tig fest­stellt [Anm. La­can: Jo­nes geht so weit, die Waf­fe der Ana­ly­se zu ver­wen­den, in­dem er den Ge­brauch des Aus­drucks ‚ephe­mer‘ als Sym­ptom ent­hüllt, ob­wohl er in die­sem Kon­text von Sil­be­rer lo­gisch ge­recht­fer­tigt ist.], um ihr die Kon­stanz pri­mä­ren Be­dürf­nis­se in der Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­set­zen (bei­spiels­wei­se ora­ler Be­dürf­nis­se, de­ren zu­neh­men­de För­de­rung Jo­nes un­ter­stüt­zen wird).“ (À la mé­moi­re d’Ernest Jo­nes. Sur sa théo­rie du sym­bo­lis­me. In: Écrits, S. 703 f., mei­ne Über­set­zung)

    Die Ernst­haf­tig­keit von Er­nest Jo­nes be­steht also dar­in, dass er, um der Psy­cho­ana­ly­se eine so­li­de Grund­la­ge zu ver­schaf­fen, die Be­dürf­nis­se zum Fun­da­ment er­klärt und die Si­gni­fi­kan­ten­be­zie­hun­gen zu blo­ßen Stil­fi­gu­ren ab­wer­tet.

  24. An­ders ge­sagt: das Joy­ce­sche Sym­ptom ist – an­ders als ein Sym­bol – nicht deut­bar.
  25. Die­se The­se ist zu­erst von C. G. Jung vor­ge­bracht wor­den, der über Ulys­ses schreibt, „je­der Satz ist eine Poin­te“, „es ist kein Traum und kei­ne Of­fen­ba­rung des Un­be­wuss­ten“. Carl Gus­tav Jung: Ulys­ses. Ein Mo­no­log. In: Ders.: Wirk­lich­keit der See­le. Ra­scher, Zü­rich 1934, S. 132–169, hier: S. 136 und 156 (auch in: C. G. Jung: Über das Phä­no­men des Geis­tes in Kunst und Wis­sen­schaft. Ge­sam­mel­te Wer­ke, Bd. 15. Wal­ter-Ver­lag, Ol­ten 1971, S. 121–149). Nach: Mi­cha­el Turn­heim: La­cans sin­t­home. In: Ders.: Mit der Ver­nunft schla­fen. dia­pha­nes, Zü­rich und Ber­lin 2009, S. 55–75, hier: S. 62 Fn. 15.
  26. Eng­lisch für „Wort­spiel“.
  27. Die Wort­spie­le kön­nen nicht, wie es in der Psy­cho­ana­ly­se üb­lich ist, auf ei­nen un­be­wuss­ten Sinn be­zo­gen wer­den. Hier­durch „ent­gleist“ die Wahr­heit, wie es in Se­mi­nar 23 heißt (Ver­si­on Mil­ler 2005, S. 23): es ist nicht mög­lich, das Ver­dräng­te zu ent­hül­len.
  28. Cli­ve Hart: Struc­tu­re and mo­tif of Fin­ne­gans Wake. Fa­ber & Fa­ber, Lon­don 1962.
  29. Ja­mes S. Ather­ton: The books at the wake. A stu­dy of li­tera­ry al­lu­si­ons in Ja­mes Joyce’s Fin­ne­gans Wake. Fa­ber & Fa­ber, Lon­don 1959.
  30. Port­man­te­au ist ein im Eng­li­schen ge­bräuch­li­ches Wort für Rei­se­kof­fer. Mit port­man­te­au be­zeich­net Le­wis Car­roll Wör­ter, die aus meh­re­ren Wör­tern zu­sam­men­ge­setzt sind. Man fin­det das zu­erst in Through the Loo­king-Glass (1871), wo Hum­pty Dum­pty Ali­ce er­klärt, das Wort „slithy“ be­deu­te „li­the (bieg­sam) and sli­my (schlei­mig)“. “You see it’s like a portmanteau—there are two me­a­nings pa­cked up into one word.” Die deut­sche Über­set­zung ist “Kof­fer­wort”.
  31. Work in Pro­gress war Joy­ces Ar­beits­ti­tel für Fin­ne­gans Wake.
  32. In Joy­ce das Sym­ptom II be­zieht La­can sich aus­führ­lich auf das es­ca­beau, das S.K.beau, den Si­gni­fi­kan­ten des Schö­nen.
    Es­ca­beau ist der Sche­mel, die Tritt­lei­ter, die Steh­lei­ter. In der Bal­la­de Finnegan’s Wake, auf die Joy­ces Fin­ne­gans Wake an­spielt, fällt Tim Fin­ne­gan be­trun­ken von ei­ner Lei­ter (lad­der) und stirbt; sein Leich­nam wird zur To­ten­wa­che (wake) auf­ge­bahrt. We­gen die­ser Ver­bin­dung über­set­ze ich es­ca­beau mit „Lei­ter“ statt mit „Sche­mel“. Für die Lei­ter wählt La­can nicht échel­le, son­dern es­ca­beau, da in es­ca­beau das Wort beau ent­hal­ten ist, „schön“.
  33. Buch­sta­be.
  34. Ab­fall.
  35. Vgl. hier­zu Thel­ma Sow­ley, La lett­re dans l’œuvre de Joy­ce.
  36. Freud – Freu­de – joyJoyce.
  37. Jouas­se: Slang­aus­druck für „äu­ßers­tes Glück“, von jou­er, spie­len.
  38. Lalan­gue: Neo­lo­gis­mus von La­can für die Mut­ter­spra­che im Sin­ne von: das Spre­chen der Mut­ter, mit dem das Kind kon­fron­tiert ist, ge­zeich­net durch Äqui­vo­ka­tio­nen und die enge Ver­bin­dung zum Ge­nie­ßen (der Er­re­gung). La­can ver­wen­det den Aus­druck „lalan­gue“ zum ers­ten Mal am 4. No­vem­ber 1971, im ers­ten Vor­trag ei­ner Vor­trags­rei­he mit dem Ti­tel Le sa­voir de l’analyste (Das Wis­sen des Ana­ly­ti­kers). Vgl. J.Lacan: Ich spre­che zu den Wän­den. Tu­ria + Kant, Wien u.a. 2013, S. 18.
  39. Cham­ber mu­sic, 1907, dt. Kam­mer­mu­sik. Das ers­te Ge­dicht be­ginnt so: „Strings in the earth and air / Make mu­sic sweet; / Strings by the ri­ver whe­re / The wil­lows meet.“
  40. Der Va­ter ist der vier­te Ring in ei­nem bor­ro­mäi­schen Vie­rer­kno­ten. Ein bor­ro­mäi­scher Kno­ten (Ma­the­ma­ti­ker sa­gen: ein bor­ro­mäi­scher Ring) ist ein Kno­ten aus Rin­gen, die so zu­sam­men­ge­fügt sind, dass beim Auf­tren­nen ei­nes be­lie­bi­gen Rings alle Rin­ge aus­ein­an­der­fal­len. Von bor­ro­mäi­schen Kno­ten spricht La­can zum ers­ten Mal in Se­mi­nar 19 von 1971/72, … oder noch schlim­mer. Der Va­ter als vier­ter Ring in ei­nem bor­ro­mäi­schen Vie­rer­kno­ten ist ein The­ma von Se­mi­nar 22 von 1974/75, RSI.
  41. Eng­lisch für „der/das Ein­zel­ne“.
  42. Wird lom als Wort aus­ge­spro­chen, hört man das fran­zö­si­sche Wort l’homme, „der Mensch“, „der Mann“, buch­sta­biert man, hört man den jü­di­schen Got­tes­na­men Elo­him.
  43. Glau­be an Geis­ter heißt im Eng­li­schen spi­ri­tua­lism, im Fran­zö­si­schen spi­ri­tis­me. Der fran­zö­si­sche Aus­druck spi­ri­tua­lis­me meint et­was an­de­res, näm­lich „Phi­lo­so­phie des Geis­tes“.
  44. He­le­na Pe­trov­na Bla­vat­sky: Isis un­vei­led : A Mas­ter-Key to the Mys­te­ries of An­ci­ent and Mo­dern Sci­ence and Theo­lo­gy. New York 1877, Schlüs­sel­werk der Theo­so­phie.
  45. René Gué­non, 1886–1951; in Wi­ki­pe­dia wird er als „Me­ta­phy­si­ker“ be­zeich­net (aber was heißt das?), auch als „Eso­te­ri­ker“, sie­he den deut­schen Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel hier, den fran­zö­si­schen hier.
  46. Un­ter Ex-sis­tenz ver­steht La­can, wie er in Se­mi­nar 22, RSI, er­läu­tert, die Äu­ßer­lich­keit der Rin­ge des bor­ro­mäi­schen Kno­tens im Ver­hält­nis zu­ein­an­der: dass sie nicht ver­schmol­zen sind, son­dern sich an­ein­an­der sto­ßen und dass sie nicht wie die Glie­der ei­ner Ket­te di­rekt mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Durch das Zer­knäu­len des Kno­tens kommt es nicht zu ei­ner Ver­schmel­zung der Rin­ge.
  47. La­can be­zieht sich auf Se­mi­nar 23 von 1975/76, Le sin­t­home, Das Sin­t­hom.

Kommentare

Jacques Lacan: Joyce das Symptom I (Übersetzung) — 2 Kommentare

  1. … und noch ein Kom­men­tar zu FN 45: Hei­deg­ger be­schreibt die Me­ta­phy­sik als das „Si­ch­ent­zie­hen […] des Phi­lo­so­phie­rens als des mensch­li­chen Tuns in das Dun­kel des We­sens des Men­schen“. Ich fin­de das im Zu­sam­men­hang mit René Gué­non eine ziem­lich pas­sen­de Be­schrei­bung.

  2. An­mer­kung zu Fuß­no­te 9: Sta­nis­laus ist ja auch der Name sei­nes Va­ters, sei­ne père-ver­si­on, also kommt er auch aus dem „stanislas„des Va­ters. Im Üb­ri­gen kann ich Ih­nen zu der meis­ter­haf­ten Über­set­zung nur gra­tu­lie­ren!

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