Franz Kaltenbeck: Geschlecht und Symptom

Franz-Kaltenbeck 149 x 149 pxFranz Kal­ten­beck sieht die Ge­fahr, dass das Gen­der-Kon­zept die von La­can ent­wi­ckel­te Lo­gik der Se­xu­ie­rung ver­drängt und das heißt vor al­lem: die Ab­grün­de die­ses Pro­zes­ses. Das Sub­jekt schreibt sich das Ge­schlecht meist selbst zu; die Wahl des Ge­schlechts geht kaum je­mals ohne Sym­ptom­bil­dung von­stat­ten. Ur­sa­che der Sym­pto­me ist nicht die Se­xua­li­tät, son­dern de­ren fal­sche Ver­knüp­fung mit den von La­can her­aus­ge­ar­bei­te­ten Be­zugs­grö­ßen: dem An­de­ren, der Spra­che, der Wahr­heit, dem Wis­sen und dem Ge­nie­ßen.
Der Au­tor er­läu­tert eine sol­che Ver­knüp­fung am Bei­spiel von Kaf­ka. Die­ser ver­dank­te es der Lie­be zu ei­ner Frau, dass er das Fan­tas­ma über­schrei­ten und auf sub­li­me Wei­se vom Trieb spre­chen konn­te, von ei­nem mys­ti­schen Ge­nie­ßen. Eine Frau kam für ihn an den Platz der Wahr­heit.

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Geneviève Morel: Das Gender zwischen Anrufung und Klassifizierung

genevieve morel 149 x 149 pxGe­ne­viè­ve Mo­rel zu­fol­ge hat die Psy­cho­ana­ly­se es dann mit dem Gen­der zu tun, wenn die Ana­ly­san­ten in ei­ner Sit­zung die (meist ver­let­zen­den) Na­men an­füh­ren, mit de­nen sie im Hin­blick auf ihre Ge­schlecht­lich­keit be­zeich­net wor­den sind: „Mem­me“, „Zi­cke“, „Schwuch­tel“ usw. Sie be­greift die­se Be­nen­nun­gen als An­ru­fun­gen im Sin­ne der Ideo­lo­gie­theo­rie von Lou­is Al­thus­ser. Wie die­se An­ru­fun­gen funk­tio­nie­ren, zeigt sie am Bei­spiel des Films Les gar­çons et Guil­lau­me, à ta­ble! (im Deut­schen: Ma­man und Ich).

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Es gibt kein sexuelles Verhältnis.“

La­can be­haup­tet: Il n’y a pas de rap­port se­xu­el, „Es gibt kein Ge­schlechts­ver­hält­nis“ oder „Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“. Rap­port se­xu­el heißt „Ge­schlechts­ver­kehr“, aber die Sen­tenz, so liest man in der Se­kun­där­li­te­ra­tur, hat mit Ko­itus nichts zu tun. Hat sie doch, und auch mit dem frot­ti-frot­ta.

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