Das Sinthom entziffern

Das Symptom bei Freud und was Lacan vor dem Sinthom-Seminar daraus gemacht hat

Piktogramm mit SymptomenPik­to­gram­me von Sym­pto­men, von Le­re­my Dreamstime.com

La­cans Se­mi­nar 23 han­delt vom Sym­ptom bzw. vom Sin­t­hom. Was ver­steht Freud un­ter dem Sym­ptom und was hat La­can vor Se­mi­nar 23 dar­aus ge­macht?

 SA = Freud, Stu­di­en­aus­ga­be, Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000

(1) Es gibt kei­ne Ver­drän­gung ohne Wie­der­kehr des Ver­dräng­ten.

Der Be­griff „Wie­der­kehr des Ver­dräng­ten“ er­scheint bei Freud be­reits 1896 in Wei­te­re Be­mer­kun­gen über die Ab­wehr-Neu­ro­psy­cho­sen.1

La­can: Die Be­zie­hung des Sym­ptoms zu ei­nem ver­dräng­ten Si­gni­fi­kan­ten ist der Wahr­heits­as­pekt des Sym­ptoms.

Der Si­gni­fi­kant hat nur Sinn durch sei­ne Be­zie­hung zu ei­nem an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten. Auf die­ser Ar­ti­ku­la­ti­on be­ruht die Wahr­heit des Sym­ptoms. Das Sym­ptom hat die Un­be­stimmt­heit be­wahrt, ei­nen Ein­bruch der Wahr­heit dar­zu­stel­len.  Tat­säch­lich ist es Wahr­heit, da es aus dem­sel­ben Holz ge­macht ist, aus der sie ge­macht ist, wenn wir ma­te­ria­lis­tisch an­neh­men, dass die Wahr­heit das ist, was von der Si­gni­fi­kan­ten­ket­te ein­ge­setzt wird.“2

(2) In der Hys­te­rie wird das Sym­ptom zu­gleich durch das Trau­ma und durch die un­be­wuss­te Phan­ta­sie be­stimmt.3

Graf des Begehrens - Linie S(-A) - s(A) rotBei La­can wird dar­aus: Im­mer wird das Sym­ptom zu­gleich durch die trau­ma­ti­sche Kon­fron­ta­ti­on mit dem Be­geh­ren des An­de­ren und durch die un­be­wuss­te Phan­ta­sie be­stimmt. Dies wird im Gra­phen des Be­geh­rens durch den Pfeil dar­ge­stellt, der von S (Ⱥ) über $◊a nach s(A) führt (in der Ab­bil­dung links rot ge­färbt); S(Ⱥ) steht für die trau­ma­ti­sche Kon­fron­ta­ti­on mit dem Be­geh­ren des An­de­ren (Hilf­lo­sig­keit),  $◊a für das Phan­tas­ma und s(A) für das Sym­ptom.4

 

(3) Das Sym­ptom ist ein Er­satz für den ver­dräng­ten Trieb, der sich durch Kom­pro­miss­bil­dung ei­nen Zu­gang zum Be­wusst­sein er­kämpft hat.

Die Sym­pto­me sind (…) die Se­xu­al­be­tä­ti­gung des Kran­ken.“5

Die Sym­pto­me sind „der Er­satz – die Tran­skrip­ti­on gleich­sam – für eine Rei­he von af­fekt­be­setz­ten see­li­schen Vor­gän­gen, Wün­schen und Stre­bun­gen (…), de­nen durch ei­nen be­son­de­ren psy­chi­schen Pro­zess (die Ver­drän­gung) der Zu­gang zur Er­le­di­gung durch be­wusst­seins­fä­hi­ge psy­chi­sche Tä­tig­keit ver­sagt wor­den ist“6.

Sym­pto­me sind „An­zei­chen ei­ner Wie­der­kehr des Ver­dräng­ten“7.

Sym­pto­me sind „Ab­kömm­lin­ge vom Ver­dräng­ten“, das sich durch Kom­pro­miss­bil­dung „ei­nen Zu­gang zum Be­wusst­sein end­lich er­kämpft hat“8.

Ein Sym­ptom ist eine „Er­satz­bil­dung“9.

Bei La­can wird hier­aus: Das Sym­ptom ist eine Me­ta­pher.10

(4) Die Me­cha­nis­men der Sym­ptom­bil­dung sind Ver­schie­bung, Ver­dich­tung und Re­ak­ti­ons­bil­dung.11

(5) Das Sym­ptom ist eine als Un­lust emp­fun­de­ne Er­satz­be­frie­di­gung.

Ge­lingt es ih­nen [den Trie­ben] dann, was bei den ver­dräng­ten Se­xu­al­trie­ben so leicht ge­schieht, sich auf Um­we­gen zu ei­ner di­rek­ten oder Er­satz­be­frie­di­gung durch­zu­rin­gen, so wird die­ser Er­folg, der sonst eine Lust­mög­lich­keit ge­we­sen wäre, vom Ich als Un­lust emp­fun­den.“12

La­can be­zeich­net die mit dem Sym­ptom ver­bun­de­ne Be­frie­di­gung jen­seits des Lust­prin­zips, also die po­ten­ti­ell mit Un­lust ver­bun­de­ne Er­re­gung, als jouis­sance, als Ge­nie­ßen.13

In Se­mi­nar 10 von 1962/63, Die Angst, sagt er:

Das Sym­ptom ist in sei­ner Na­tur Ge­nie­ßen, ver­ges­sen Sie das nicht, ein Ge­nie­ßen, das sich zwei­fel­los ver­kro­chen hat, unter[ge]bliebene Be­frie­di­gung*, es braucht Sie nicht wie das ac­ting out, es ist sich ge­nug. Es ge­hört in den Be­reich des­sen, was ich Sie vom Be­geh­ren als das Ge­nie­ßen zu un­ter­schei­den ge­lehrt habe, das heißt das, was selbst in Rich­tung Ding (Cho­se) geht, nach Über­schrei­ten der Bar­rie­re des Gu­ten – eine  Be­zug­nah­me auf mein Se­mi­nar über die Ethik –, das heißt des Lust­prin­zips, und des­halb kann sich die­ses Ge­nie­ßen durch eine Un­lust* aus­drü­cken – für die­je­ni­gen, die es noch nicht ver­stan­den ha­ben, die­ses deut­sche Wort be­deu­tet dé­p­lai­sir.“14

Es ist, als wür­de sich La­can an Freuds Cha­rak­te­ri­sie­rung des Sym­ptoms als Form der Er­satz­be­frie­di­gung schritt­wei­se ab­ar­bei­ten. Zu­nächst stellt er den „Er­satz“ ins Zen­trum; in La­cans Ter­mi­no­lo­gie heißt das: Das Sym­ptom ist eine Me­ta­pher. Spä­ter hebt er die „Be­frie­di­gung“ her­vor, also die mit dem Sym­ptom ver­bun­de­ne jouis­sance. In Freuds Ter­mi­no­lo­gie: der spä­te La­can be­tont den öko­no­mi­schen As­pekt des Sym­ptoms.

(6) Das Sym­ptom hat den Cha­rak­ter ei­nes Zwangs.

Das Sym­ptom stellt „sich im all­ge­mei­nen so dar, daß die Trieb­re­gung zwar trotz der Ver­drän­gung ei­nen Er­satz ge­fun­den hat, aber ei­nen stark ver­küm­mer­ten, ver­scho­be­nen, ge­hemm­ten. Er ist auch als Be­frie­di­gung nicht mehr kennt­lich. Wenn er voll­zo­gen wird, kommt kei­ne Lust­emp­fin­dung zu­stan­de, da­für hat die­ser Voll­zug den Cha­rak­ter des Zwan­ges an­ge­nom­men.“15

La­can über­setzt den Freud­schen Be­griff des Wie­der­ho­lungs­zwangs16 mit „au­to­ma­tis­me de ré­pé­ti­ti­on“17.

(7) Das Sym­ptom ist für das Ich ein Fremd­kör­per.

Das Sym­ptom be­zeugt die Stär­ke des Es und die Ohn­macht des Ichs. „Denn der Vor­gang, der durch die Ver­drän­gung zum Sym­ptom ge­wor­den ist, be­haup­tet nun sei­ne Exis­tenz au­ßer­halb der Ich­or­ga­ni­sa­ti­on und un­ab­hän­gig von ihr. Und nicht er al­lein, auch alle sei­ne Ab­kömm­lin­ge ge­nie­ßen das­sel­be Vor­recht, man möch­te sa­gen: der Ex­ter­ri­to­ria­li­tät, und wo sie mit An­tei­len der Ich­or­ga­ni­sa­ti­on as­so­zia­tiv zu­sam­men­tref­fen, wird es frag­lich, ob sie die­se nicht zu sich her­über­zie­hen und sich mit die­sem Ge­winn auf Kos­ten des Ichs aus­brei­ten wer­den. Ein uns längst ver­trau­ter Ver­gleich be­trach­tet das Sym­ptom als ei­nen Fremd­kör­per, der un­auf­hör­lich Reiz- und Re­ak­ti­ons­er­schei­nun­gen in dem Ge­we­be un­ter­hält, in das er sich ein­ge­bet­tet hat.“18

La­can spricht von der „in­ti­men Ex­te­rio­ri­tät“, der „Ex­ti­mi­tät“ des Dings.19

(8) Das Ich führt, im Diens­te des Über-Ichs, ei­nen se­kun­dä­ren Ab­wehr­kampf ge­gen das Sym­ptom.

Die Ver­drän­gung geht vom Ich aus, das, even­tu­ell im Auf­tra­ge des Über-Ichs, eine im Es an­ge­reg­te Trieb­be­set­zung nicht mit­ma­chen will.“20

Der „Kampf ge­gen die Trieb­re­gung fin­det sei­ne Fort­set­zung in dem Kampf ge­gen das Sym­ptom“21, dies ist der „se­kun­dä­re Ab­wehr­kampf“22.

 (9) Das Sym­ptom steht zu­gleich im Diens­te des Es, des Ichs und des Über-Ichs, es ist eine „Gar­ni­son mit ge­misch­ter Be­set­zung“.

Ein klas­si­sches Bei­spiel da­für (für die se­kun­dä­re An­pas­sung des Ichs an das Sym­ptom) sind jene hys­te­ri­schen Sym­pto­me, die uns als Kom­pro­miß zwi­schen Be­frie­di­gungs- und Straf­be­dürf­nis durch­sich­tig ge­wor­den sind. Als Er­fül­lun­gen ei­ner For­de­rung des Über-Ichs ha­ben sol­che Sym­pto­me von vorn­her­ein An­teil am Ich, wäh­rend sie and­rer­seits Po­si­tio­nen des Ver­dräng­ten und Ein­bruchs­stel­len des­sel­ben in die Ich­or­ga­ni­sa­ti­on be­deu­ten; sie sind so­zu­sa­gen Grenz­sta­tio­nen mit ge­misch­ter Be­set­zung. Ob alle pri­mä­ren hys­te­ri­schen Sym­pto­me so ge­baut sind, ver­dien­te eine sorg­fäl­ti­ge Un­ter­su­chung. Im wei­te­ren Ver­lau­fe be­nimmt sich das Ich so, als ob es von der Er­wä­gung ge­lei­tet wür­de: das Sym­ptom ist ein­mal da und kann nicht be­sei­tigt wer­den; nun heißt es sich mit die­ser Si­tua­ti­on be­freun­den und den größt­mög­li­chen Vor­teil aus ihr zie­hen. Es fin­det eine An­pas­sung an das ich­frem­de Stück der In­nen­welt statt, das durch das Sym­ptom re­prä­sen­tiert wird, wie sie das Ich sonst nor­ma­ler­wei­se ge­gen die rea­le Au­ßen­welt zu­stan­de bringt. An An­läs­sen hier­zu fehlt es nie. Die Exis­tenz des Sym­ptoms mag eine ge­wis­se Be­hin­de­rung der Leis­tung mit sich brin­gen, mit der man eine An­for­de­rung des Über-Ichs be­schwich­ti­gen oder ei­nen An­spruch der Au­ßen­welt zu­rück­wei­sen kann. So wird das Sym­ptom all­mäh­lich mit der Ver­tre­tung wich­ti­ger In­ter­es­sen be­traut, es er­hält ei­nen Wert für die Selbst­be­haup­tung, ver­wächst im­mer in­ni­ger mit dem Ich, wird ihm im­mer un­ent­behr­li­cher. Nur in ganz sel­te­nen Fäl­len kann der Pro­zeß der Ein­hei­lung ei­nes Fremd­kör­pers et­was ähn­li­ches wie­der­ho­len. Man kann die Be­deu­tung der se­kun­dä­ren An­pas­sung an das Sym­ptom auch über­trei­ben, in­dem man aus­sagt, das Ich habe sich das Sym­ptom über­haupt nur an­ge­schafft, um des­sen Vor­tei­le zu ge­nie­ßen.“23

Nar­ziss­ti­sche Be­frie­di­gung durch das Sym­ptom.- „An­de­re Sym­ptom­ge­stal­tun­gen, die der Zwangs­neu­ro­se und der Pa­ra­noia, be­kom­men ei­nen ho­hen Wert für das Ich nicht weil sie ihm Vor­tei­le, son­dern weil sie ihm eine sonst ent­behr­te nar­ziß­ti­sche Be­frie­di­gung brin­gen. Die Sys­tem­bil­dun­gen der Zwangs­neu­ro­ti­ker schmei­cheln ih­rer Ei­gen­lie­be durch die Vor­spie­ge­lung, sie sei­en als be­son­ders rein­li­che oder ge­wis­sen­haf­te Men­schen bes­ser als an­de­re; die Wahn­bil­dun­gen der Pa­ra­noia er­öff­nen dem Scharf­sinn und der Phan­ta­sie die­ser Kran­ken ein Feld zur Be­tä­ti­gung, das ih­nen nicht leicht er­setzt wer­den kann.“24

Stützt sich die The­se, dass das Sym­ptom die Rin­ge des Rea­len, des Sym­bo­li­schen und des Ima­gi­nä­ren zu­sam­men­hält, auf Freuds Ge­dan­ken, dass das Sym­ptom eine Art Gar­ni­son mit ge­misch­ter Be­set­zung ist, eine For­ma­ti­on, die im Diens­te des Es, des Ichs und des Über-Ichs steht?

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Anmerkungen

  1. Vgl. An­mer­kung der Her­aus­ge­ber zu: Freud, Die Ver­drän­gung, SA 3, S. 115 Fn. 1.
  2. La­can, Du su­jet en­fin en ques­ti­on (1966), in: Écrits, S. 235.
  3. Vgl. S. Freud: Hys­te­ri­sche Phan­ta­si­en und ihre Be­zie­hun­gen zur Bi­se­xua­li­tät (1908). SA 6, S. 187–195.
  4. Vgl. Graph des Be­geh­rens in Se­mi­nar 5, Se­mi­nar 6 und im Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens (in Schrif­ten II). Die Zuor­dung des Schnitt­punkts s(A) zum Sym­ptom fin­det man in Se­mi­nar 5, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 547. Vgl. auch Se­mi­nar 6, Ver­si­on Mil­ler 2013, S. 54.
  5. Freud, Drei Ab­hand­lun­gen zur Se­xu­al­theo­rie (1905), SA 5, S. 72.
  6. Freud, Drei Ab­hand­lun­gen, a.a.O., S. 72 f.
  7. Freud, Die Ver­drän­gung (1915), SA 3, S. 115.
  8. Freud, Die Ver­drän­gung, a.a.O., S. 110 f.
  9. Freud, Die Ver­drän­gung, a.a.O., S. 114.
  10. La­can, Das Drän­gen des Buch­sta­bens im Un­be­wuss­ten, in: Schrif­ten II, S. 45.

    La­can stützt sich hier auf Ro­man Ja­kobson, der in Two as­pects of lan­guage and two ty­pes of apha­sic dis­tur­ban­ces (1956) den Be­griff der Me­ta­pher auf die Funk­ti­ons­wei­se des Un­be­wuss­ten be­zieht:

    A com­pe­ti­ti­on bet­ween both de­vices, me­to­ny­mic and me­ta­pho­ric, is ma­ni­fest in any sym­bo­lic pro­cess, eit­her in­tra­per­so­nal or so­ci­al. Thus in an in­qui­ry into the struc­tu­re of dreams, the de­cisi­ve ques­ti­on is, whe­ther the sym­bols and the tem­po­ral se­quen­ces used are ba­sed on con­ti­gui­ty (Freud’s me­to­ny­mic ‚dis­pla­ce­ment‘ and syn­ec­dochic ‚con­den­sa­ti­on‘) or on si­mi­la­ri­ty (Freud’s ‚iden­ti­fi­ca­ti­on and sym­bo­lism‘).” (In: Ders. und Mor­ris Hal­le: Fun­da­men­tals of lan­guage. Mou­ton & Co, ’s-Gra­ven­ha­ge (Den Haag) 1956, dar­in Teil II, S. 53–82, hier: S. 80 f.)

    Die ver­öf­fent­lich­te deut­sche Über­set­zung die­ser Pas­sa­ge ent­hält ei­nen Feh­ler: „dis­pla­ce­ment“ wird hier mit „Ver­drän­gung“ ins Deut­sche ge­bracht, statt, wie es rich­tig wäre, mit „Ver­schie­bung“ („Ver­drän­gung“ wäre re­pres­si­on). Man liest hier:

    Eine ge­wis­se Ri­va­li­tät zwi­schen den me­to­ny­mi­schen und me­ta­pho­ri­schen Dar­stel­lungs­wei­sen kommt bei je­dem sym­bo­li­schen Pro­zeß, gleich­gül­tig ob es sich um ei­nen in­tra­per­so­nel­len oder um ei­nen so­zia­len han­delt, zum Vor­schein.

    So ist es auch bei der Un­ter­su­chung von Traum­struk­tu­ren eine ent­schei­den­de Fra­ge, ob die Sym­bo­le und die zeit­li­che Rei­hen­fol­ge auf Kon­ti­gui­tät (Freuds me­to­ny­mi­sche ‚Ver­drän­gung‘ und syn­ek­doch­ei­sche ‚Ver­dich­tung‘) oder auf Si­mi­la­ri­tät (Freuds ‚Iden­ti­fi­zie­rung‘ und ‚Sym­bo­lis­mus‘) be­ru­hen.“ (R. Ja­kobson: Zwei Sei­ten der Spra­che und zwei Ty­pen apha­ti­scher Stö­run­gen (1956). Über­setzt von Ge­org Fried­rich Mei­er, Über­ar­bei­tung der Über­set­zung durch Wolf­gang Raible. In: R. Ja­kobson: Auf­sät­ze zur Lin­gu­is­tik und Poe­tik. Hg. v. Wolf­gang Raible. Ull­stein, Frank­furt am Main u.a. 1979, S.117–141, im In­ter­net hier; der zi­tier­te Satz fin­det sich auf S. 137 f. Die­se Über­set­zung be­ruht auf der Über­set­zung von Fun­da­men­tals of lan­guage durch Ge­org Fried­rich Mei­er, die, un­ter dem Ti­tel Grund­la­gen der Spra­che, 1960 im Aka­de­mie-Ver­lag er­schien.)

    Mei­ne Über­set­zung:

    Eine Ri­va­li­tät zwi­schen den bei­den Me­cha­nis­men, me­to­ny­mi­schen und me­ta­pho­ri­schen, ma­ni­fes­tiert sich in je­dem sym­bo­li­schen Pro­zess, sei er in­tra­per­so­nal oder so­zi­al. So lau­tet bei der Er­for­schung der Struk­tur der Träu­me die ent­schei­den­de Fra­ge, ob die Sym­bo­le und die ver­wen­de­ten zeit­li­chen Se­quen­zen auf Kon­ti­gui­tät be­ru­hen (Freuds me­to­ny­mi­sche ‚Ver­schie­bung‘ und syn­ek­doch­ei­sche ‚Ver­dich­tung‘) oder auf Ähn­lich­keit (Freuds ‚Iden­ti­fi­zie­rung und Sym­bo­lik‘).“

  11. Freud, Die Ver­drän­gung, a.a.O., S. 115–117.
  12. Freud, Jen­seits des Lust­prin­zips (1920), SA 3, S. 220.– Vgl. auch: S. Freud: Die „kul­tu­rel­le“ Se­xu­al­mo­ral und die mo­der­ne Ner­vo­si­tät (1908). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 9–32, hier:  S.17.– S. Freud: Das Un­be­ha­gen in der Kul­tur. In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 9. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag Frank­furt am Main 2000, S. 191–270, hier: 237.
  13. La­can, Se­mi­nar 7, Ver­si­on Miller/Haas, S. 224.
  14. Se­mi­nar 10, Sit­zung vom 23. Ja­nu­ar 1963; Ver­si­on Miller/Gondek, S. 158.
  15. S. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst (1926), SA 6, S. 240.
  16. Freud, Jen­seits des Lust­prin­zips, a.a.O., S. 229.
  17. So schon in Se­mi­nar 1, Ver­si­on Mil­ler, S. 266.– Die üb­li­che fran­zö­si­sche Über­set­zung ist com­pul­si­on de ré­pé­ti­ti­on oder con­train­te de ré­pé­ti­ti­on; vgl. J. La­plan­che, J.-B. Pon­ta­lis: Vo­ka­bu­lar der Psy­cho­ana­ly­se. Suhr­kamp Ver­lag, Frank­furt am Main 1975, S. 627; Eli­sa­beth Rou­di­nes­co, Mi­chel Plon: Wör­ter­buch der Psy­cho­ana­ly­se. Sprin­ger, Wien u.a. 2004, S. 1136.
  18. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst, a.a.O., S. 242 f.
  19. Se­mi­nar 7, Ver­si­on Miller/Haas, S. 171.
  20. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst, a.a.O., S. 237.
  21. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst, a.a.O., S. 243.
  22. Ebd., S. 243.
  23. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst, a.a.O., S. 243 f.
  24. Freud, Hem­mung, Sym­ptom und Angst, a.a.O., S. 244.

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