Phallus

Kastration – Frustration – Privation

riot_hero_s200_mark.olynciwSignet von Riot Hero alias Marc Olynciw

Im vorigen Blogeintrag habe ich das traurige Los der Seite nosubject.com mit dem Begriff der Kastration zusammengebracht. War das unvorsichtig? Handelt es sich nicht eher um eine Frustration? Oder um eine Privation? Worin unterscheiden sich Kastration, Frustration und Privation?

Lacans Tabelle

Wie man sich mit einem Klick auf die Seite nosubject.com leicht hätte überzeugen können, wenn sie nicht vom Schicksal ereilt worden wäre, begreift Lacan Frustration, Privation und Kastration als drei Arten von mangel-erzeugenden Aktionen, die von drei Arten von Akteuren vollzogen werden und drei Arten von fehlenden Objekten hervorbringen.

AGENTMANGELOBJEKT
Realer VaterSymbolische KastrationImaginärer Phallus
Symbolische MutterImaginäre FrustrationReale Brust
Imaginärer VaterReale PrivationSymbolischer Phallus

Die Kastration ist die symbolische Aktion eines realen Akteurs, die sich auf ein imaginäres Fehlobjekt bezieht. Die Frustration ist die imaginäre Aktion eines symbolischen Akteurs im Verhältnis zu einem realen Fehlobjekt. Und die Privation ist die reale Aktion eines imaginären Akteurs in Beziehung zu einem symbolischen Fehlobjekt.1

Lacan stellt diese Unterscheidung in dem Seminar Die Objektbeziehung vor. Kastration, Frustration und Privation sind drei unterschiedliche Objektbeziehungen.

Die Bezugspunkte bei Freud

Die Unterscheidung von Frustration, Privation und Kastration stützt sich auf Freuds Thesen über den Untergang des Ödipuskomplexes.

Eine mögliche Ursache ist

„das Ausbleiben der erhofften Befriedigung, die fortwährende Versagung des gewünschten Kindes.“2

„Versagung“ wird mit frustration ins Englische übersetzt. Freud zufolge spielt beim Untergang des Ödipuskomplexes dieser Umstand nur eine geringe Rolle.

Ein zweite bestimmende Größe ist, im Falle des Jungen, die Kastrationsdrohung, ausgesprochen als Strafe für die Masturbation oder für das Bettnässen; sie wird meist von Frauen vorgebracht, der Mutter oder der Kinderpflegerin, aber häufig dem Vater zugeschrieben.3 Der Junge schenkt dieser Drohung zunächst keinen Glauben und keinen Gehorsam.4

Ein dritter Faktor ist die Beobachtung des weiblichen Genitales.

„Irgend einmal bekommt das auf seinen Penisbesitz stolze Kind die Genitalregion eines kleinen Mädchens zu Gesicht und muß sich von dem Mangel eines Penis bei einem ihm so ähnlichen Wesen überzeugen.“5

Der Mangel eines Penis, das ist, in Lacans Terminologie, die Privation.

Der Untergang des Ödipuskomplexes beruht beim Jungen auf dem Zusammenwirken von Kastrationsdrohung und beobachtetem Penismangel. Freud nimmt zunächst an, dass der Penismangel (die Privation) der entscheidende Faktor ist:

„Damit ist auch der eigene Penisverlust vorstellbar geworden, die Kastrationsdrohung gelangt nachträglich zur Wirkung.“6

Später sieht er es verwickelter: Zunächst wird die Penislosigkeit beobachtet, ohne große Folgen.

„Erst später, wenn eine Kastrationsdrohung auf ihn Einfluß gewonnen hat, wird diese Beobachtung für ihn bedeutungsvoll werden; ihre Erinnerung oder Erneuerung regt einen fürchterlichen Affektsturm in ihm an und unterwirft ihn dem Glauben an die Wirklichkeit der bisher verlachten Androhung.“7

Demnach vollzieht sich der Untergang des Ödipuskomplexes in vier Phasen:
(1) Der Junge beobachtet die Penislosigkeit (die Privation) des Mädchens, ohne Folgen,
(2) er wird zum Zielpunkt der Kastrationsdrohung, ebenfalls ohne Folgen, sie wird von ihm verlacht,
(3) die Kastrationsdrohung bekommt einen gewissen Einfluss auf ihn, ohne dass er sie bereits glaubt,
(4) die Erinnerung an den beobachteten Penismangel wird aktiviert, was dazu führt, dass er der Drohung Glauben schenkt.

Frustration

Für Lacan ist der Agent der Frustration ein symbolischer Akteur; er vollzieht eine negierende Aktion in der imaginären Dimension; diese Aktion führt zum Mangel eines realen Objekts – dazu, dass ein realer Gegenstand, der eine Bedürfnisbefriedigung ermöglichen würde, nicht zur Verfügung steht.
– Im Ödipuskomplex ist der Akteur der Frustration die symbolische Mutter, d.h. Mutter, auf die sich das Kind unter dem Gesichtspunkt bezieht, dass sie anwesend oder abwesend ist.
– Die Frustration ist eine imaginäre Aktion, insofern von ihr ein Anspruch auf Bedürfnisbefriedigung und damit auf Liebe zurückgewiesen wird, der keinem Gesetz unterliegt, dass er „maßlos“ ist, wie Freud sagt, und in diesem Sinne imaginär ist.
– Das fehlende Objekt ist die Brust, insofern sie Milch spendet, jedoch unerreichbar ist.

Die Frustration besteht also darin, dass das Kind sich an die Mutter wendet, die es als ein Wesen wahrnimmt, das kommt und geht; dass es Forderungen an sie richtet, die durch kein Gesetz reguliert werden und dass diese Forderungen nicht erfüllt werden; was zur Folge hat, dass ihm zu seiner Bedürfnisbefriedigung ein Objekt fehlt: die Brust.

Im Falle von nosubject.com ist der symbolische Agent der Provider, insofern er als Anspruchsberechtigter interveniert, als Instanz, die darauf besteht, dass ein Vertrag eingehalten wird. Die zurückgewiesene Forderung, die keinem Gesetz unterliegt, ist der Anspruch des Betreibers der Website, der Provider möge ihm Speicherplatz auch ohne Zahlung zur Verfügung stellen: „and so I couldn’t afford/refused to pay them for a few months“. Die Zurückweisung dieses Anspruchs führt zum Fehlen eines realen Objekts, zum Mangel an Webspace, mit der Folge, dass der Speicherplatzbedarf des Betreibers unbefriedigt bleibt.

Privation

Unter der Privation versteht Lacan die negierende Aktion eines imaginären Agenten; diese Handlung vollzieht sich in der realen Dimension, sie reduziert sich nicht auf die Ordnung der Bilder und der Worte; das fehlende Objekt hat im Falle der Privation symbolischen Charakter, es beruht auf der Struktur des Platzes, an dem etwas abwesend oder anwesend sein kann.
– Im Ödipuskomplex ist der privierende Akteur der Vater. Er ist imaginär, insofern er für das Kind der Rivale ist, der, als Träger des Phallus, von der Mutter dem Kind vorgezogen wird. Als solcher wird er zum idealisierten allmächtigen Vater, der gefürchtet und verehrt wird. Auf dieser Grundlage wird sich (in einer Phase, die in der Tabelle nicht dargestellt wird) das Ichideal herausbilden, das dem Jungen sagt, was es heißt, ein Mann zu sein.8
– Der Akt der Privation besteht darin, dass der Mutter (die vom Kind zunächst als phallische Mutter begriffen wird) gewissermaßen der Phallus geraubt wird und sie als penislos aufgefasst wird.
– Das Objekt ist der symbolische Phallus, d.h. der Phallus, insofern er im Schema der Alternative von Abwesenheit und Anwesenheit funktioniert. Bei gelingender Normalisierung kommen beide Geschlechter zu der Auffassung, dass Frauen ihn nicht haben und Männer ihn haben. Der Phallus, um den es hierbei geht, ist insofern symbolisch, als das Reale mit einem Raster von Plätzen überzogen werden muss (an denen etwas da oder weg sein kann), damit der Penis im Schema von Abwesenheit und Anwesenheit funktionieren kann. Diese Platzstruktur fundiert das Symbolische, sie liegt der Sprache zugrunde.

Die Privation vollzieht sich also derart, dass der Vater in die Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind eingreift, als Rivale, der von der Mutter vorgezogen wird; er interveniert auf eine Weise, die zur Folge hat, dass die Mutter den Phallus verliert, den das Kind ihr zugeschrieben hatte; hierdurch entsteht der symbolische Phallus, d.h. der Penis, der unter dem Gesichtspunkt von Anwesenheit und Abwesenheit funktioniert: die Mutter wird zu derjenigen, die ihn nicht hat, der Vater zu demjenigen, der ihn hat. Beim Jungen wie beim Mädchen, beruht die Übernahme der Position, den Phallus zu haben bzw. nicht zu haben, auf dem Verhältnis zum imaginären Vater, zum Vater als Ichideal.

Bedingung für die Übernahme der Position, den Phallus zu haben oder nicht zu haben, ist die Kastration: auch für den Jungen muss es, um den Phallus zu haben, einen Moment gegeben haben, in dem er ihn nicht hatte.

Im Falle von nosubject.com ist der imaginäre Akteur der Provider, insofern sich der Betreiber der Website mit ihm in einen Kampf verwickelt, bei dem es darum geht, wer der Stärkere ist. Die reale Aktion des Providers besteht darin, dass er die Dateien der Website – leider! – physisch zum Verschwinden bringt. Das symbolische Objekt ist eine Leerstelle: das Lacan-Wörterbuch ist nicht da, es fehlt an seinem Platz. Auf das abwesende Objekt verweist an der Leerstelle ein Stellvertreter: „I’m sorry that the site has been down for a few months …“

Kastration

Die Kastration ist für Lacan die negierende Aktion eines realen Agenten; diese Aktion ist insofern symbolisch, als sie eine Strafe für die Übertretung des Gesetzes ist und eine Schuld erzeugt. Das fehlende Objekt ist imaginär, es fungiert vor dem Hintergrund des Körperbilds.
– Im Ödipuskomplex ist der Agent der Kastration der reale Vater. Damit ist zunächst gemeint, dass die Kastration keine bloße Phantasievorstellung ist; sie beruht auf dem Handeln eines bestimmten Individuums; dieser Eingriff kann ausfallen, was neurotisierende Folgen hat.9 Mit dem „realen Vater“ ist darüber hinaus der Vater gemeint, insofern er in der Lage ist, die Mutter sexuell zu befriedigen und ihr ein Kind zu machen.10

Die Kastrationsdrohung wird häufiger von der Mutter oder der Kinderpflegerin ausgesprochen als vom Vater; dem realen Vater wird sie vom Kind zugeschrieben, seine Agentenschaft ist eine Attributionsleistung des Kindes.
– Seine Aktion spielt sich im symbolischen Register ab, es handelt sich bei ihr um eine (angekündigte) Strafe, um die Sanktion für das Übertreten des Gesetzes, des Masturbationsverbots, letztlich aber des Inzestverbots.11 Diese Strafe bezieht sich auf eine Schuld.
– Die Kastration führt zum Fehlen des Penis qua imaginärer Phallus. Der abgeschnittene Penis ist eine bloße Vorstellung. Die Abwesenheit des Penis wird als Verstümmelung aufgefasst, das Fehlen wird vor dem Hintergrund des vollständgen Körperbildes gedeutet. Beim Jungen hat die Angst um diesen Körperteil narzisstischen Charakter, wie Freud sagt12; für das Mädchen ist die Penislosigkeit, mit Freud gesprochen, eine „narzißtische Wunde“.13

Bei der Kastration geht es also darum, dass dem Vater, insofern er mit der Mutter schläft, eine bestimmte Drohung zugeschrieben wird; diese Drohung kündigt eine Strafe an, für die Übertretung eines Gesetzes, das sich auf das Verhältnis zur Mutter bezieht; die Strafe besteht, dieser Vorstellung zufolge, in einer körperlichen Verstümmelung, in der Entfernung des Penis.

Der Provider interveniert als realer Agent, insofern er den Zugang zu einer Reihe von Servern physisch kontrolliert. Das Löschen der Daten ist eine Sanktion für das Nichtbegleichen der von ihm ausgestellten Rechnung und damit eine Aktion im symbolischen Raum des Tauschs, der Reziprozität von Gabe und Gegengabe, wobei der Tausch hier die Form des Kaufens und Verkaufens angenommen hat, genauer: des Mietens und Vermietens.14

Drei Agenten also:
– der reale Akteur agiert als Körper, der in der Lage ist, sexuell zu befriedigen und Kinder zu zeugen,
– der symbolische Agent interveniert als jemand, der anwesend oder abwesend ist oder als Inhaber von Rechten,
– der imaginäre Agent ist der Rivale, der stärker oder schwächer ist als sein Gegner.
Die Unterscheidungen sind funktional, ein und dasselbe Individuum kann alle drei Funktionen realisieren.

Drei Handlungsarten, die einen Mangel herbeiführen:
– die (reale) Privation: die Herbeiführung eines Fehlens in bezug auf den Körper,
– die (symbolische) Kastration: Bestrafung wegen Übertretung eines Gesetzes und damit die Etablierung einer Schuld,
– die (imaginäre) Frustration: die Nicht-Befriedigung einer Forderung jenseits des Gesetzes.

Drei Arten von fehlenden Objekten:
– das reale Fehlobjekt: ein Objekt, das der Bedürfnisbefriedigung dient, jedoch fehlt,
– das symbolische Fehlobjekt: ein Objekt, das an einer bestimmten Stelle abwesend oder anwesend sein kann und bei einer bestimmten Personengruppe fehlt,
– das imaginäre Fehlobjekt: eine phantasierte Verstümmelung vor der Hintergrund der Ganzheitlichkeit des Körperbildes.

Gibt es im Falle von nosubject.com eine Entsprechung zum fehlenden imaginären Objekt, zum Phallus? Man müsste wissen, welches Bild der Betreiber der Seite von sich hat, wie er sich selbst auf der ikonischen Ebene erscheint, im Register der Bilder des eigenen Körpers. Auf den Seiten academia.edu und Facebook wird man fündig. Man erfährt hier, dass Riot Hero, der Betreiber von ehemals nosubject.com, im bürgerlichen Leben Mark Olynciw heißt. Und man bekommt ein Körperbild; auf diesen Seiten präsentiert er sich in folgender Gestalt:riot_hero_s200_mark.olynciw

Das Signet erfreut den Betrachter dem Bild einer kulturell etablierte Potenz-Ikone, mit einem imaginären Phallus.

riot_hero_ausschnitt_penistascheFalls man sich traut, genauer hinzuschauen, erblickt man außerdem einen Penis, genauer, eine Schlauch- oder Penistasche: das ist das kleine schwarze Dreieck, dem gewissermaßen zwei Hörner aufgesetzt sind, so dass sich eine Art Antilopenkopf ergibt, der an Höhlenzeichnungen erinnert.

– Ein Pferdepenis sieht für mich anders aus, SEHR VIEL GRÖSSER, der soll da drin sein? sagt S.

Das Penisfutteral dient hier als „Schleier“, wie Lacan es nennt, als Hülle, in Bezug auf die man sich fragt, ob der Phallus sich dahinter verbirgt oder nicht; er fungiert damit als Schirm, auf den das Bild des ausgefahrenen und erigierten Organs projiziert wird und zugleich die Möglichkeit seines Fehlens.15

Also ein Doppelphallus.

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Anmerkungen

  1. Vgl. Lacan, Seminar 4, Version Miller/Gondek, S. 67, 235, 317 (auf dieser Seite findet man die im Artikel wiedergegebene Tabelle); Seminar 5, Version Miller/Gondek, S. 200.
  2. S. Freud: Der Untergang des Ödipuskomplexes (1924). In: Ders.: Studienausgabe, Bd. 5. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 245.
  3. Freud: „So wird (vom Mädchen) z.B. später einmal die Tatsache der Kastration als Strafe für die onanistische Betätigung aufgefaßt, deren Ausführung aber dem Vater zugeschoben, was beides gewiß nicht ursprünglich sein kann. Auch der Knabe befürchtet die Kastration regelmäßig von seiten des Vaters, obwohl auch bei ihm die Drohung zumeist von der Mutter ausgeht.“ (Über die weibliche Sexualität (1931). In: Ders.: Studienausgabe, Bd. 5. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 283.)
  4. Der Untergang des Ödipuskomplexes, a.a.O., S. 246 f.
  5. Der Untergang des Ödipuskomplexes, a.a.O., S. 247.
  6. Der Untergang des Ödipuskomplexes, a.a.O., S. 247.
  7. S. Freud: Einige psychische Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschieds (1925). In: Ders.: Studienausgabe, Bd. 5. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 260 f.
  8. Vgl. Seminar 5, Version Miller/Gondek, S. 201, 227 f.
  9. Vgl. Seminar 4, Version Miller/Gondek, S. 261 f.
    Die Gleichsetzung des realen Vaters mit dem Vater als tatsächlich Handelndem findet man in Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse, Schriften I, S. 119.
  10. Für diese Deutung des Begriffs „realer Vater“ stütze ich mich auf folgende Bemerkungen Lacans:
    In Seminar 3 charakterisiert er den realen Vater, in Abgrenzung vom imaginären und vom symbolischen Vater, durch „die reale Funktion des Vaters bei der Fortpflanzung“, Version Miller/Turnheim, S. 252.
    In Seminar 4 heißt es: „In genau diesem Stadium kommt es ((im Fall der jungen Homosexuellen)), wenn man das so sagen kann, zu dem schicksalhaften Augenblick, in dem der Vater im Realen interveniert, um der Mutter ein Kind zu geben“ (Seminar 4, Version Miller/Gondek, S. 155).
    Und außerdem: „Die dritte Zeit ((des Ödipuskomplexes)) ist dieses – der Vater kann der Mutter das geben, was sie begehrt, und kann es ihr geben, weil er es hat ((nämlich den Phallus)). Hier kommt also die Tatsache der Potenz im genitalen Sinne des Wortes herein – sagen wir, daß der Vater ein potenter Vater ist. Deswegen geht die Beziehung der Mutter zum Vater wieder auf die reale Ebene über.“ (Seminar 5, Version Miller/Gondek, S. 227) Die reale Ebene ist demnach die Ebene der Begegnung der Körper im Koitus.–
  11. Freud: „Wir nehmen an, daß diese Onanie (des Kindes) am Ödipuskomplex hängt und die Abfuhr seiner Sexualerregung bedeutet. Ob sie von Anfang an diese Beziehung hat oder nicht vielmehr spontan als Organbetätigung auftritt und erst später den Anschluß an den Ödipuskomplex gewinnt, ist unsicher; die letztere Möglichkeit ist die weitaus wahrscheinlichere.“ Einige psychische Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschieds, a.a.O., S. 259.
  12. Freud: „Wenn die Liebesbefriedigung auf dem Boden des Ödipuskomplexes den Penis kosten soll, so muß es zum Konflikt zwischen dem narzißtischen Interesse an diesem Körperteile und der libidinösen Besetzung der elterlichen Objekte kommen. In diesem Konflikt siegt normalerweise die erstere Macht; das Ich des Kindes wendet sich vom Ödipuskomplex ab.“ Der Untergang des Ödipuskomplexes, a.a.O., S. 248.
  13. Einige psychische Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschieds, a.a.O.,S. 261.
  14. Der Tausch ist insofern eine symbolische Struktur, als er auf einer Buchhaltung beruht: das Objekt, das gegeben wird, wird durch dieses Abwesendmachen für den Gebenden nicht vollständig getilgt – es ist kein Geschenk –, seine Abwesenheit begründet vielmehr ein Anrecht auf die Anwesenheit einer Gegengabe.
  15. Zur Funktion des Schleiers oder Vorhangs vgl. Seminar 4, Sitzung vom 30. Januar 1957.

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