Ichideal und Ideal-Ich

Jacques Lacan: Das optische Modell (Übersetzung)

René Mag­rit­te, Le faux mi­ro­ir (Der fal­sche Spie­gel), 1928
Öl auf Lein­wand, 54 x 80,9 cm
Mu­se­um of Mo­dern Art, New York

La­can un­ter­schei­det die Iden­ti­fi­zie­rung mit dem ima­gi­nä­ren an­de­ren von der mit dem sym­bo­li­schen An­de­ren. Das Er­geb­nis der Iden­ti­fi­zie­rung mit dem ima­gi­nä­ren an­de­ren ist das Ide­al-Ich (moi idéal), das Sym­bol hier­für ist i(a). Das Re­sul­tat der Iden­ti­fi­zie­rung mit dem sym­bo­li­schen An­de­ren ist das Ichi­de­al (idéal du moi), es wird mit  I(A) sym­bo­li­siert. La­can er­läu­tert das Ver­hält­nis zwi­schen die­sen bei­den For­men der Iden­ti­fi­zie­rung mit ei­nem op­ti­schen Mo­dell, der „Il­lu­si­on vom um­ge­kehr­ten Blu­men­strauß“. Die um­fas­sends­te Dar­stel­lung die­ses Mo­dells bie­tet sein Auf­satz Re­mar­que sur le rap­port de Da­ni­el Lag­a­che: „Psy­chana­ly­se et struc­tu­re de la per­son­na­lité“ (Écrits. Édi­ti­ons du Seuil, Pa­ris 1966, S. 647–684). Eine deut­sche Über­set­zung die­ses Tex­tes ist bis­lang nicht er­schie­nen.

NACHTRAG vom 11. Ja­nu­ar 2017: Ein voll­stän­di­ge Über­set­zung des Auf­sat­zes fin­det man in­zwi­schen in: J. La­can: Schrif­ten II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 146–191, der Ti­tel ist „An­mer­kung zum Be­richt von Da­ni­el Lag­a­che „Psy­cho­ana­ly­se und Struk­tur der Per­sö­nich­keit“.

Im Fol­gen­den fin­det man eine von mir und Ger­hard Herr­gott an­ge­fer­tig­te Über­set­zung des­je­ni­gen Teils die­ses Auf­sat­zes, in dem das op­ti­sche Mo­dell ent­wi­ckelt wird: Teil III: Des idéaux de la per­son­ne (Écrits, S. 667–683), an­schlie­ßend eine Über­set­zung der Be­schrei­bung des Mo­dells durch Jac­ques-Alain Mil­ler, die im An­hang der Écrits ab­ge­druckt wur­de: Le mo­dè­le op­tique des idéaux de la per­son­ne (Écrits, S. 904 f.).1 Der senk­rech­te Strich mit nach­fol­gen­der Zahl in Klam­mern, z..B. | (668), ver­weist auf die Sei­ten in den Écrits.

Der Auf­satz ist ein Kom­men­tar zu Da­ni­el Lag­a­ches Vor­trag La psy­chana­ly­se et la struc­tu­re de la per­son­na­lité, den die­ser 1958 auf dem Kol­lo­qui­um von Royau­mont ge­hal­ten hat­te; La­can hat­te auf dem­sel­ben Kol­lo­qi­um dar­auf ge­ant­wort und sei­nen Text zu­letzt 1961 über­ar­bei­tet; Lag­a­ches Ar­beit und La­cans Re­plik er­schie­nen 1963  im 6. Jahr­gang der Zeit­schrift La Psy­chana­ly­se.2 Eine Über­set­zung des­je­ni­gen Teils von Lag­a­ches Auf­satz, in dem der Un­ter­schied zwi­schen dem Ide­al-Ich und dem Ichi­de­al ent­wi­ckelt wird, fin­den Sie hier. RN

Jacques Lacan: Ideale der Person (Übersetzung)

Das Ich (Moi), das ist die­ses Auge, wer­den wir sa­gen, um nicht län­ger um den hei­ßen Brei her­um zu re­den, im Ge­gen­satz zu den Ver­wir­run­gen, die Da­ni­el Lag­a­che in sei­nem Text auf be­wun­derns­wer­te Wei­se auf­löst, be­zo­gen auf die­se Au­to­no­mie des Ichs, die er als in­tra­sys­te­misch be­zeich­net, und die sich | (668) nie deut­li­cher ma­ni­fes­tiert als dann, wenn sie das Ge­setz ei­nes an­de­ren be­folgt, in­so­fern sie ihm näm­lich ge­nau dann un­ter­wor­fen ist, wenn sie es ab­wehrt, aus­ge­hend von sei­ner Ver­ken­nung.3

Das ist das La­by­rinth, in dem ich un­se­ren Hö­rern seit je­her durch ei­nen Über­sichts­plan zu hel­fen ver­su­che.

Sa­gen wir, dass ich dem, dank der Vor­schlä­ge von Da­ni­el Lag­a­che, hier et­was hin­zu­ge­fügt ha­ben wer­de.

Denn die (von La­can in die­sem Text zu­vor ent­wi­ckel­te, RN/GH) Un­ter­schei­dung zwi­schen dem Platz, der für das Sub­jekt frei­ge­räumt wor­den ist, ohne dass es ihn be­setzt, und dem Ich, das dort woh­nen wird, führt zur Auf­lö­sung der meis­ten Apo­ri­en, die von Da­ni­el Lag­a­che im Ein­zel­nen dar­ge­legt wor­den sind, und so­gar zur Er­klä­rung be­stimm­ter Äqui­vo­ka­tio­nen: bei­spiels­wei­se der der Fremd­ar­tig­keit, die Da­ni­el Lag­a­che dem Un­be­wuss­ten zu­schreibt und von der er gleich­wohl weiß, dass sie sich nur dann ein­stellt, wenn das Sub­jekt dem nar­ziss­ti­schen Bild be­geg­net; im Lich­te des­sen, was ich so­eben bei­ge­steu­ert habe, möch­te ich hin­zu­fü­gen: Sie ent­steht dann, wenn das Sub­jekt die­sem Bild un­ter Be­din­gun­gen be­geg­net, durch die für es sicht­bar wird, dass die­ses Bild sei­nen Platz usur­piert.

Am Ur­sprung der wahr­haf­ten Wi­der­stän­de, mit de­nen man es zu tun hat bei dem Ge­wirr, das in der Psy­cho­ana­ly­se an Theo­re­ti­schem über das Ich in Blü­te steht, liegt die schlich­te Wei­ge­rung zu­zu­ge­ben, dass das Ich hier zu Recht das ist, als was es sich auch in der Er­fah­rung er­weist: eine Funk­ti­on des Ver­ken­nens.

Die­ser Wi­der­stand stützt sich auf die Tat­sa­che, dass es nö­tig ist, dass wir von der Wirk­lich­keit et­was er­ken­nen, um in ihr zu über­le­ben, und dass es of­fen­kun­dig prak­tisch ist, dass die im Ich, vor al­lem im Vor­be­wuss­ten, ak­ku­mu­lier­te Er­fah­rung uns die­je­ni­gen Be­zugs­punk­te lie­fert, die sich hier­bei als die si­chers­ten er­wei­sen. Man ver­gisst da­bei nur – und muss man sich nicht dar­über wun­dern, dass es Psy­cho­ana­ly­ti­ker sind, die das ver­ges­sen? –, dass die­ses Ar­gu­ment dann schei­tert, wenn es sich han­delt um – die Wir­kun­gen des Un­be­wuss­ten. Das Reich die­ser Wir­kun­gen um­fasst näm­lich auch noch das Ich: und um eben dies aus­drück­lich zu be­kräf­ti­gen, hat Freud sei­ne Theo­rie über die  Be­zie­hun­gen des Ichs zum Es ein­ge­führt: um also das Feld un­se­rer Un­wis­sen­heit zu er­wei­tern, nicht das un­se­res Wis­sens; und die Neu­be­wer­tung der Macht des Ichs, wir er sie da­nach vor­ge­nom­men hat, ant­wor­tet auf eine ganz an­de­re Fra­ge.

Weil und in­so­fern das Ich sei­nen Dienst leis­ten wird an dem Platz, der für das Sub­jekt leer ge­las­sen wur­de, ge­nau des­halb kann es hier nur jene dis­tor­si­on bei­steu­ern – um die für je­den Trieb grund­le­gen­de Ent­stel­lung4 ins Eng­li­sche zu über­set­zen –, die jetzt in un­se­rem Vo­ka­bu­lar zur Stüt­ze ei­nes an­de­ren Irr­tums ge­wor­den ist, näm­lich dem, zu glau­ben, das Pro­blem der Psy­cho­ana­ly­se be­stehe dar­in, ir­gend­ei­ne Ver­krüm­mung des Ichs zu be­gra­di­gen. | (669) Nun hän­gen aber die Ver­for­mun­gen, die uns blo­ckie­ren, nicht von der mehr oder we­ni­ger gro­ßen Stär­ke der Lin­se ab. Man be­nö­tigt ja im­mer eine, weil das nack­te Auge so­wie­so da­mit aus­ge­stat­tet ist. Weil es so ist, dass die Lin­se den Platz ein­nimmt, von dem aus das Sub­jekt schau­en könn­te, und weil sie sich auf dem Ob­jekt­trä­ger nie­der­lässt, der tat­säch­lich dann rich­tig ein­ge­stellt ist, wenn das Sub­jekt von an­ders­wo her schaut, des­halb prägt es sich, zum Leid­we­sen des Gan­zen, dem­je­ni­gen auf, was in die Lage ge­ra­ten kann, hier an­ge­starrt zu wer­den.

Weil es zum ty­pi­schen Schick­sal der Sche­ma­ta, in­so­fern sie, sa­gen wir: geo­me­trisch sind, ge­hört, dass sie An­lass zu den In­tui­tio­nen des­je­ni­gen Irr­tums ge­ben, der, im prä­zi­sen Sin­ne, ich­haft ist, des­halb ge­hen wir von dem aus, was auf un­aus­rott­ba­re Wei­se ge­stützt wird durch die un­klu­ge Ver­an­schau­li­chung der Be­zie­hun­gen des Ichs zum Es, die von Freud ge­lehrt wur­de: der­je­ni­gen, die wir „das Au­gen­ei“ nen­nen wer­den.5 Eine Ab­bil­dung, die so be­rühmt ist, dass sie die Schä­del voll­stopft, wo sie des­halb mit Gunst emp­fan­gen wird, weil sie in ei­nem Si­gni­fi­kan­ten, des­sen Sug­ges­ti­ons­kraft von wer weiß wel­chem le­ci­t­hi­ni­schem Er­näh­rungs­do­ping her­rührt, die Me­ta­pher des em­bryo­na­len Flecks ver­dich­tet, in ei­ner Beu­le, die hier die, wie man sich freut, „ober­fläch­li­che“ Dif­fe­ren­zie­rung dar­stel­len soll, die von der äu­ße­ren Welt bei­ge­steu­ert wird. Wo­durch ei­nem Ge­ne­tis­mus ge­schmei­chelt wird – auf den über­ra­schen­den We­gen (über­ra­schend in je­der Be­deu­tung des Wor­tes, wie sie dem Un­be­wuss­ten ei­gen ist6) –, wor­in die an­ti­ken Trug­bil­der von der Lie­bes­er­kennt­nis fort­ge­setzt wer­den, für den Ge­brauch von Pri­ma­ten.

Es ist nun nicht so, dass wir auf die­se Trug­bil­der spu­cken müss­ten, wie we­nig sie auch im Rah­men ei­ner stren­gen Wis­sen­schaft halt­bar sein mö­gen. Auf der Ebe­ne des Hand­werks und der Folk­lo­re, wenn man so sa­gen darf, be­hal­ten sie im­mer­hin ih­ren Wert. So­gar im Bett kön­nen sie eine durch­aus schät­zens­wer­te Hil­fe leis­ten. Es be­darf hier gleich­wohl ei­ner Fo­kus­sie­rung, de­ren Tech­nik we­nig er­hof­fen lässt von ei­nem Zu­gang, der für sie na­tür­lich wäre: die Schä­fer­dich­tung von Lon­gus7 kann uns ein Stück da­von zei­gen, ge­nau­so wie die Lehr­ver­hält­nis­se im all­ge­mei­nen, in de­nen sich die be­rühm­ten ha­bi­tus der scho­las­ti­schen Psy­cho­lo­gie her­aus­bil­den.

Rech­nen wir gleich­wohl mit dem Zy­klo­pen­au­ge ab. Es ist nur eine Mu­schel, bei der der Dop­pel­strich, der von ih­rer Kur­ve ab­zweigt, hin­rei­chend auf die Lee­re ver­weist, mit dem Bild ei­nes Schlit­zes, durch das es dem Spar­schwein äh­nelt, mit dem wir es wei­ter oben gleich­ge­setzt ha­ben. Was die Lupe an­geht, die an die La­va­ter­sche Tu­me­s­zenz er­in­nert, wol­len wir sa­gen, dass sie meist auf der In­nen­sei­te spa­zie­ren geht | (670) und da­bei als Glo­cke dient – nicht ohne die Mög­lich­keit ei­ner mu­si­ka­li­schen Ver­wen­dung an­zu­bie­ten –, was all­ge­mein il­lus­triert wird durch die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der li­te­ra­ri­schen und der wis­sen­schaft­li­chen Psy­cho­lo­gie. Es fehlt hier nur noch ein Ge­stell und ein biss­chen Flit­ter­kram, und wir ha­ben hier die Klap­per der ver­ei­dig­ten Nar­ren, das An­ti­dot des Hu­ma­nis­mus und seit Eras­mus als das be­kannt, was dem Hu­ma­nis­mus sei­ne Wür­ze gibt.

In un­se­rem Un­ter­richt ge­hört es zur Rou­ti­ne, eine Un­ter­schei­dung zu tref­fen zwi­schen dem, was der Welt durch die Funk­ti­on des Ichs mit sei­nen ima­gi­nä­ren Pro­jek­tio­nen auf­ge­nö­tigt wird, und den Ab­wehr­ef­fek­ten, die von die­sen Pro­jek­tio­nen ver­wen­det wer­den, um den Platz aus­zu­fül­len, an dem das Ur­teil her­vor­ge­bracht wird.

Und schließ­lich, ist all das nicht seit je­her be­kannt und wie­der­ge­käut wor­den? Und war­um ist es nö­tig, dass Freud sei­nem Hin­weis dies hin­zu­fügt, dass ein Ur­teil an den Platz der Ver­drän­gung kom­men muss, wenn nicht des­halb, weil die Ver­drän­gung be­reits am Platz des Ur­teils ist? Und wenn man die Funk­ti­on des­sen be­strei­tet, was wir nach Freud als Ver­wer­fung8 be­zeich­nen, glaubt man etwa, uns da­durch wi­der­le­gen zu kön­nen, dass man fest­stellt, dass das Verb, um des­sen no­mi­na­le Form es sich hier han­delt, in mehr als ei­nem Text auf das Ur­teil be­zo­gen wird? Nur der struk­tu­rel­le Ort, an dem sich der Aus­schluss ei­nes Si­gni­fi­kan­ten her­stellt, va­ri­iert zwi­schen die­sen Ver­fah­ren ei­ner Ur­teils­kraft, die durch die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung ver­ein­heit­licht ist. Hier ist es die Sym­phy­se des Codes mit dem Ort des An­de­ren, wor­in der Man­gel der Exis­tenz be­steht, ein Man­gel, den sämt­li­che Rea­li­täts­ur­tei­le, in de­nen die Psy­cho­se sich ent­wi­ckelt, nie­mals wer­den zu­schüt­ten kön­nen.

Nut­zen wir hier die Ge­le­gen­heit der Re­vi­si­on, die Da­ni­el Lag­a­che an den Be­zie­hun­gen des Un­be­wuss­ten zum Vor­be­wuss­ten vor­nimmt, um dar­auf hin­zu­wei­sen – nur für die­je­ni­gen, die be­haup­ten, da­durch Ein­wän­de ge­gen uns vor­brin­gen zu kön­nen, dass sie sich auf das Band be­zie­hen, das Freud zwi­schen dem vor­be­wuss­ten Sys­tem und den Worter­in­ne­run­gen her­stellt –, dass man die Er­in­ne­rung an das Aus­ge­sag­te (énon­cé) nicht ver­men­gen darf mit den Struk­tu­ren des Äu­ße­rungs­akts (énon­cia­ti­on), nicht die Ver­bin­dun­gen der Ge­stalt9, selbst wenn sie auf­ge­frischt sind, mit dem Ge­rüst der Er­in­ne­rung; und schließ­lich, dass, wenn die Be­din­gun­gen der Dar­stell­bar­keit das Un­be­wuss­te ge­mäß ih­ren ima­gi­nä­ren For­men ab­len­ken, eine ge­mein­sa­me Struk­tur nö­tig ist, da­mit ein Sym­bo­lis­mus, so pri­mi­tiv auch im­mer man ihn im Un­be­wuss­ten vor­aus­setzt, über­setzt wer­den kann – dies ist sein we­sent­li­ches Merk­mal – in ei­nen vor­be­wuss­ten Dis­kurs (vgl. Brief 52 von Freud an Fließ, an den wir im­mer wie­der er­in­nert ha­ben10). | (671)

Wir müs­sen un­se­re Be­mer­kun­gen end­lich auf die meis­ter­haf­te Un­ter­schei­dung kon­zen­trie­ren, die von Da­ni­el Lag­a­che ein­ge­führt wird, die zwi­schen den Funk­tio­nen des Ide­al-Ichs (Moi Idéal) und des Ichi­de­als (Idéal du Moi).11 Ist das nicht der Punkt, wo be­ur­teilt wer­den muss, wie be­grün­det die The­se ist, die dazu führt, dass sei­ne Stu­die ei­nen per­so­na­lis­ti­schen Weg ein­schlägt?

Wenn die Psy­cho­ana­ly­se tat­säch­lich zum Pro­blem der Per­son nichts bei­ge­steu­ert hat, was zu ei­ner Ver­än­de­rung ge­führt hät­te, war­um soll­te man dann ver­su­chen, die hier­zu vor­lie­gen­den Da­ten in ei­ner Per­spek­ti­ve an­zu­ord­nen, die sich in die­sem Jahr­hun­dert schließ­lich kaum be­währt hat?

Dar­an zu er­in­nern, dass die per­so­na eine Mas­ke ist, ist nicht ein­fach ein Spiel der Ety­mo­lo­gie; man ver­weist da­mit auf die Zwei­deu­tig­keit des Pro­zes­ses, in des­sen Ver­lauf es dazu ge­kom­men ist, dass der Be­griff der Per­son den Wert an­ge­nom­men hat, eine Ein­heit zu ver­kör­pern, die sich an­geb­lich im Sein be­stä­tigt.

Nun ist aber das ers­te Da­tum un­se­rer Er­fah­rung dies, dass sie uns zeigt, dass die Ge­stalt der Mas­ke, wenn auch hal­biert, nicht sym­me­trisch ist – um es in ei­nem Bild zu sa­gen: dass sie zwei Pro­fi­le ver­eint, de­ren Ein­heit nur da­durch ge­stützt wird, dass die Mas­ke ge­schlos­sen bleibt, wo­bei ihre Dis­kor­danz je­doch dar­auf hin­deu­tet, sie zu öff­nen. Aber was ist mit dem Sein, wenn es da­hin­ter nichts gibt? Und wenn es nur ein Ge­sicht gibt, was ist dann mit der per­so­na?

Hal­ten wir fest, dass Da­ni­el Lag­a­che, um das Ide­al-Ich vom Ichi­de­al zu un­ter­schei­den, der Funk­ti­on nach, wenn nicht gar der Struk­tur nach, den Weg ein­schlägt, den er zu­nächst ver­mie­den hat­te, den ei­ner Be­schrei­bung „des­sen, was sich di­rekt be­ob­ach­ten lässt“, den ei­ner kli­ni­schen Ana­ly­se. Wir glau­ben, dass wir dem Buch­sta­ben die­ses Tex­tes von äu­ßerst fes­seln­der Raf­fi­nes­se treu blei­ben, wenn wir ihn so pa­ra­phra­sie­ren: dass in der Be­zie­hung des Sub­jekts zum an­de­ren der Au­to­ri­tät das Ichi­de­al, in­dem es dem Ge­setz des Ge­fal­lens folgt, das Sub­jekt dazu bringt, sich zu miss­fal­len, ab­hän­gig vom Ge­bot; und dass das Ide­al-Ich, an­ge­sichts des Ri­si­kos des Miss­fal­lens, nur da­durch tri­um­phiert, dass es dem Be­fehl zum Trotz ge­fällt.

Hier er­war­tet man von Da­ni­el Lag­a­che, dass er auf sein Vor­ha­ben ei­ner Struk­tur „in ge­wis­sem Ab­stand zur Er­fah­rung“ zu­rück­kommt. Denn wenn man sich an die Phä­no­me­ne hält, ist das Ri­si­ko nir­gend­wo grö­ßer, dass man sich auf Trug­bil­der ver­lässt, denn man kann sa­gen, dass die­se In­stan­zen sich, zu­min­dest un­ter be­stimm­tem As­pekt, als sol­che im Er­le­ben dar­stel­len, das Ichi­de­al | (672) als Vor­bild, das Ide­al-Ich als Stre­ben (und wie sehr!), um nicht zu sa­gen als Traum. Und das ist wohl die Ge­le­gen­heit, das her­an­zu­zie­hen, was die ana­ly­ti­sche For­schung uns als Me­ta­psy­cho­lo­gie zu kon­stru­ie­ren er­laubt.

Die Tat­sa­che, dass Freud die bei­den Ter­mi­ni ganz ge­wiss un­ter­schei­det – da es sich um eine Ver­tau­schung han­delt, die in ein und dem­sel­ben Text voll­zo­gen wird – und dass es gleich­wohl nicht ge­lingt, in die­sem Text ihre Ver­wen­dung zu un­ter­schei­den, müss­te ei­nen eher be­un­ru­hi­gen – im Ge­brauch von Si­gni­fi­kan­ten war Freud be­kannt­lich nie­mals schlud­rig, nicht mal ein biss­chen.12 Oder muss man es so ver­ste­hen, dass sei­ne To­pik nicht per­so­na­lis­tisch ist?

Ich über­ge­he das, was die Über­bli­cke von Nun­berg ei­ner­seits und Fromm an­de­rer­seits an mehr oder we­ni­ger Struk­tu­ra­lem oder Per­so­na­lis­ti­schem ha­ben, wie auch den Schieds­spruch von Fe­ni­chel, der dar­in, wie in die­sen De­bat­ten üb­lich, viel Lo­cker­heit fin­det, für mei­nen Ge­schmack be­kannt­lich zu viel.

Und ich wer­de mich ex­po­nie­ren, in­dem ich mei­ne ei­ge­ne Un­zu­läng­lich­keit zei­ge, in­dem ich näm­lich Da­ni­el Lag­a­che von et­was un­ter­rich­te, was ihm auf­grund des Über­ma­ßes un­se­rer Ar­beits­auf­ga­ben nicht be­kannt ist, näm­lich über das „Mo­dell“ im ei­gent­li­chen Sin­ne des Wor­tes, mit dem ich im ers­ten Jahr mei­nes Se­mi­nars in Sain­te-Anne13 ver­sucht habe, die Be­zie­hun­gen des Ide­al-Ichs zum Ichi­de­al ih­rer Struk­tur nach funk­tio­nie­ren zu las­sen.

Es han­delt sich um ein op­ti­sches Mo­dell, zu dem mich das Bei­spiel von Freud si­cher­lich au­to­ri­siert, wo­bei ich zu­sätz­lich mo­ti­viert bin durch eine Af­fi­ni­tät zu den Bre­chungs­wir­kun­gen, die durch die Kluft zwi­schen dem Sym­bo­li­schen und dem Ima­gi­nä­ren be­dingt sind.

Stel­len wir also zu­nächst den et­was kom­pli­zier­ten Ap­pa­rat vor, des­sen Ge­brauchs­wert als Mo­dell, wie in der­ar­ti­gen Fäl­len üb­lich, auf ei­ner Ana­lo­gie be­ru­hen wird.

Es ist be­kannt, dass ein sphä­ri­scher Spie­gel in der Lage ist, von ei­nem Ob­jekt, das ge­nau im Zen­trum sei­ner Krüm­mung plat­ziert ist, ein Bild zu er­zeu­gen, das zu die­sem Ob­jekt sym­me­trisch ist, des­sen Be­deu­tung aber dar­in be­steht, dass es sich um ein re­el­les Bild han­delt. Un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen – wie bei je­nen Ex­pe­ri­men­ten, de­ren ein­zi­ger Wert in ei­nem noch un­schul­di­gen In­ter­es­se am Be­herr­schen des Phä­no­mens be­stand und die jetzt in den Be­reich der un­ter­halt­sa­men Phy­sik ab­ge­scho­ben wor­den sind – kann die­ses Bild vom Auge in sei­ner Rea­li­tät er­fasst wer­den, auch ohne das hier­zu ge­wöhn­lich ver­wen­de­te Me­di­um ei­nes Schirms. Das ist der Fall bei der Il­lu­si­on des so­ge­nann­ten „um­ge­kehr­ten Blu­men­strau­ßes“, von der man, um eine se­riö­se Re­fe­renz an­zu­ge­ben, eine Be­schrei­bung fin­den kann in der Op­tique et | (673) pho­to­me­trie: di­tes géo­me­tri­ques, also „So­ge­nann­te geo­me­tri­sche Op­tik und Pho­to­me­trie“ (hier also wie­der un­se­re Geo­me­trie) von (Hen­ri) Bouas­se, ei­ner im üb­ri­gen denk­wür­di­gen Ge­stalt in der Ge­schich­te des Un­ter­richts, in ei­nem Werk, das man für un­se­ren Ge­gen­stand auf Sei­te 86 her­an­zu­zie­hen hat, wo­bei ich an­de­ren die Spie­le­rei­en über­las­se, die, wenn auch we­ni­ger tri­vi­al, für das Den­ken eben so güns­tig sein kön­nen (4. Aufl., De­la­gra­ve, (Pa­ris) 1947 (1. Auf­la­ge 1934). Un­ten fin­det man das Bild von Sei­te 87 re­pro­du­ziert, zu dem wir als Kom­men­tar nur be­mer­ken wol­len, dass der rea­le Blu­men­strauß, der im Kas­ten S ver­steckt ist, um, wie Bouas­se schreibt, „ei­nen Über­ra­schungs­ef­fekt bei­zu­steu­ern“, dem Auge, das auf die auf dem Kas­ten ste­hen­de Vase V ein­ge­stellt ist, dass der Strauß dem Auge ge­nau im Hals A’ der Vase auf­zu­tau­chen scheint, wo sich deut­lich das Bild B‘ rea­li­siert, trotz ei­ner ge­wis­sen De­for­ma­ti­on, die durch die un­re­gel­mä­ßi­ge Form des Ob­jekts ei­ni­ger­ma­ßen er­träg­lich ge­macht wer­den soll.

Optisches Modell 1Man muss da­bei je­doch fest­hal­ten, dass es er­for­der­lich ist, da­mit die Il­lu­si­on sich ein­stellt, dass das Auge im In­ne­ren des Ke­gels βB′γ plat­ziert ist, der durch ei­nen Ge­ne­ra­tor ge­bil­det wird, der je­den der Punk­te des Bil­des B′ mit der Um­ran­dung des Hohl­spie­gels ver­bin­det, und dass der Ke­gel der kon­ver­gie­ren­den Strah­len, der vom Auge er­fasst wird, für je­den Bild­punkt sehr klein ist, wor­aus sich er­gibt, dass das Bild in sei­ner Po­si­ti­on um so deut­li­cher lo­ka­li­siert ist, je mehr sein Ab­stand zum Auge zu­nimmt, denn die­ser Ab­stand gibt dem Auge ein grö­ße­res Feld für die li­nea­re Ver­schie­bung, was es ihm, mehr noch als die Ak­ko­mo­da­ti­on, er­mög­licht, die­se Po­si­ti­on aus­zu­ma­chen, vor­aus­ge­setzt, dass das Bild bei der Ver­schie­bung nicht all­zu sehr wa­ckelt.

Die Aus­führ­lich­keit, mit der wir uns der Dar­stel­lung die­ses Ap­pa­rats wid­men, hat den Zweck, der Mon­ta­ge Kon­sis­tenz zu ver­lei­hen, mit der wir den Ap­pa­rat ver­voll­stän­di­gen | (674) wer­den, so dass er als theo­re­ti­sches Mo­dell fun­gie­ren kann.

Mit die­sem Mo­dell fol­gen wir le­dig­lich dem Freud­schen Bei­spiel, bis hin zum op­ti­schen Cha­rak­ter des Mo­dells, nur dass es bei uns kei­ner­lei Ma­te­rie an­bie­tet, wo­mit ver­mie­den wer­den soll, dass es mit ei­ner sche­ma­ti­schen Dar­stel­lung des Wegs der ana­to­mi­schen Lei­tung ver­wech­selt wird.

Denn die­se Ver­bin­dun­gen, die hier auf ana­lo­ge Wei­se er­schei­nen wer­den, be­zie­hen sich, wie wir se­hen wer­den, ganz klar auf (intra-)subjektive Struk­tu­ren als sol­che; sie re­prä­sen­tie­ren hier die Be­zie­hung zum an­de­ren und er­mög­li­chen es, die bei­den Ein­wir­kun­gen zu un­ter­schei­den, die des Ima­gi­nä­ren und die des Sym­bo­li­schen. Eine Un­ter­schei­dung, de­ren Wich­tig­keit für die Kon­struk­ti­on des Sub­jekts von uns ge­lehrt wird, so­bald wir das Sub­jekt als das­je­ni­ge Sub­jekt den­ken müs­sen, wo es spre­chen kann (où ça peut par­ler), ohne dass es da­von et­was weiß (und wor­über man so­gar sa­gen muss, dass es in­so­fern da­von nichts weiß, als es spricht).

Optisches Modell 2Da­für muss man sich, wie in Ab­bil­dung 2, vor­stel­len, ers­tens, dass sich im In­ne­ren des Kas­tens die Vase be­fin­det und dass ihr re­el­les Bild mit ih­rem Hals den Blu­men­strauß um­fasst, der dar­über be­reits an­ge­bracht ist – er hat für ein mög­li­ches Auge die Funk­ti­on, die Ak­ko­mo­da­ti­on zu un­ter­stüt­zen, von der wir be­reits ge­sagt ha­ben, dass sie not­wen­dig ist | (675) da­mit die Il­lu­si­on sich her­stellt, die wir jetzt als die der um­ge­kehr­ten Vase be­zeich­nen wol­len; man muss sich zwei­tens vor­stel­len, dass ein Be­ob­ach­ter, der ir­gend­wo in die­ser Ap­pa­ra­tur plat­ziert ist, sa­gen wir zwi­schen den Blu­men oder, aus Grün­den der Klar­heit der Dar­stel­lung, am Ran­de des Hohl­spie­gels, auf je­den Fall aber so, dass es ihm nicht mög­lich ist, das re­el­le Bild zu er­fas­sen (wes­we­gen es in Ab­bil­dung 2 nicht dar­ge­stellt wird), dass die­ser Be­ob­ach­ter ver­sucht, die Il­lu­si­on des re­el­len Bil­des her­zu­stel­len, und zwar in dem vir­tu­el­len Bild, den ein Plan­spie­gel, der in A plat­ziert ist, vom re­el­len Bild ge­ben kann – was denk­bar ist, ohne den Ge­set­zen der Op­tik da­mit Ge­walt an­zu­tun.

Da­mit das Sub­jekt $ die­ses Bild im Spie­gel A sieht, ge­nügt es, dass sein ei­ge­nes Bild (in dem vir­tu­el­len Raum, den der Spie­gel er­zeugt, und ohne dass es im üb­ri­gen nö­tig ist, dass es sein Bild im Spie­gel sieht, so­fern es sich näm­lich au­ßer­halb ei­nes Fel­des be­fin­det, das zur Ober­flä­che des Spie­gels im rech­ten Win­kel steht; vgl. in Ab­bil­dung 2 die ge­stri­chel­te Li­nie $-S), dass sein ei­ge­nes Bild da­hin ge­langt, im rea­len Raum (dem der vir­tu­el­le Raum, der durch ei­nen Plan­spie­gel er­zeugt wird, Punkt für Punkt ent­spricht) im In­ne­ren des Ke­gels si­tu­iert zu wer­den, der die Mög­lich­keit der Il­lu­si­on be­grenzt (Feld x′y′ in Ab­bil­dung 2).

Das Spiel die­ses Mo­dells deckt zum Teil die Funk­ti­on der Ver­ken­nung ab, die un­se­re Kon­zep­ti­on des Spie­gel­sta­di­ums an den An­fang der Ich­bil­dung setzt. Es er­laubt es, die­se Funk­ti­on in ei­ner Form dar­zu­stel­len, die man ver­all­ge­mei­nert nen­nen kann, in­so­fern sie die Wir­kun­gen der Auf­nah­me des Spie­gel­bil­des bes­ser mit der Struk­tur ver­bin­det, so wie wir glaub­ten, die­se Wir­kun­gen in­ter­pre­tie­ren zu kön­nen, in dem ju­bi­la­to­ri­schen Mo­ment, in dem sich die­se Auf­nah­me ins­be­son­de­re vom sechs­ten bis zum acht­zehn­ten Mo­nat be­ob­ach­ten lässt, wo­bei wir sie mit der Früh­rei­fe der Wahr­neh­mung be­grün­det ha­ben, die mit ei­ner Dis­kor­danz der neu­ro­lo­gi­schen Ent­wick­lung ver­knüpft ist.14

Die Be­zie­hun­gen zwi­schen den Bil­dern i′(a) und i(a) sind in un­se­rem Mo­dell nicht wört­lich als op­ti­sche Sub­or­di­na­ti­on zu neh­men, son­dern als das, was eine ana­lo­ge ima­gi­nä­re Sub­or­di­na­ti­on un­ter­stützt.

In i′(a) gibt es näm­lich nicht nur das, was vom Sub­jekt die­ses Mo­dells er­war­tet wird, son­dern durch­aus be­reits eine Ge­stalt des an­de­ren, die ein­ge­führt wird durch ihre Prä­gnanz wie auch durch das Spiel der sich hier­an knüp­fen­den Be­zie­hun­gen des be­ein­dru­cken­den Auf­tre­tens, ein­ge­führt als ein Prin­zip der fal­schen Be­herr­schung und der grund­le­gen­den Ent­frem­dung in ei­ner Syn­the­se, die eine ganz an­de­re Ad­äqua­ti­on er­for­dert.

Um de­ren Be­din­gun­gen in ih­rer prin­zi­pi­el­len Vor­gän­gig­keit zu re­prä­sen­tie­ren, ha­ben wir die Il­lu­si­on des Bil­des i(a) an den An­fang un­se­res Mo­dells ge­setzt.

Wenn die­ses Bild tat­säch­lich in den Be­reich ei­ner Sub­jek­ti­vie­rung ge­hört, dann zu­nächst | (676) auf den We­gen der Au­to­kon­duk­ti­on, die im Mo­dell dar­ge­stellt wird durch die Re­fle­xi­on im sphä­ri­schen Spie­gel (den man im Gro­ßen und Gan­zen als Ver­bild­li­chung ei­ner glo­ba­len Funk­ti­on des Cor­tex auf­fas­sen kann). Und das, wor­auf das Mo­dell eben­falls hin­weist, mit der im Kas­ten ver­steck­ten Vase, das ist das We­ni­ge, was das Sub­jekt an Zu­gang zur Rea­li­tät die­ses Kör­pers hat, den es in sei­nem In­ne­ren ver­liert, an der Gren­ze, wo es sich den Kör­per – der ge­fal­tet ist aus Blät­tern, die an sei­ner Hül­le zu­sam­men­wach­sen und sich um die Öff­nungs­rin­ge her­um ver­nä­hen –, wo es sich den Kör­per vor­stellt als ei­nen Hand­schuh, der sich um­stül­pen lässt. Es gibt Kör­per­tech­ni­ken, mit de­nen das Sub­jekt eine Kon­fi­gu­ra­ti­on die­ser dunk­len In­ner­lich­keit in sei­nem Be­wusst­sein wach­zu­ru­fen sucht. Weit da­von ent­fernt, da­mit zu­recht­zu­kom­men, skan­diert der ana­ly­ti­sche Pro­zess den li­bi­di­nö­sen Fort­schritt be­kannt­lich durch Ak­zen­te, die sich auf den Kör­per als Be­häl­ter und auf sei­ne Öff­nun­gen be­zie­hen.

Au­ßer­dem ver­bin­det die heu­ti­ge Ana­ly­se die Rei­fung die­ses Fort­schritts spe­zi­el­ler noch mit dem, was sie als Ob­jekt­be­zie­hung be­zeich­net, und die­se ist es, de­ren füh­ren­de Funk­ti­on wir da­durch un­ter­strei­chen, dass wir sie in un­se­rem Mo­dell durch die Blu­men a re­prä­sen­tie­ren, näm­lich durch eben jene Ob­jek­te, auf die sich die Ak­ko­mo­da­ti­on stützt, durch die es dem Sub­jekt mög­lich ist, das Bild i(a) wahr­zu­neh­men.

Aber ein sol­ches Mo­dell sorgt auch da­für, dass wir vor den Vor­ur­tei­len ge­schützt wer­den, zu de­nen die ge­läu­figs­ten Kon­zep­tio­nen die­ser Be­zie­hung nei­gen. Denn wenn das Mo­dell uns als Pa­ra­bel dient, er­mög­licht uns dies, dar­auf hin­zu­wei­sen, wie we­nig Na­tür­li­ches im Spiel ist, wenn ein Va­sen­hals, der über­dies ima­gi­när ist, die Ele­men­te um­fasst, die Stän­gel, de­ren Bün­del völ­lig un­be­stimmt ist, nicht nur hin­sicht­lich ih­rer Ver­bin­dung, son­dern auch hin­sicht­lich ih­rer Ver­schie­den­heit.

Au­ßer­dem scheint uns der Be­griff des Par­ti­al­ob­jekts et­was zu sein, was die Ana­ly­se hier völ­lig zu recht ent­deckt hat, al­ler­dings um den Preis des Pos­tu­lats ei­ner idea­len To­ta­li­sie­rung die­ses Ob­jekts, wo­durch der Nut­zen die­ser Ent­de­ckung sich wie­der ver­flüch­tigt.

So scheint es uns nicht selbst­ver­ständ­lich zu sein, dass die Zer­stü­cke­lung der Be­zie­hungs­funk­tio­nen, die wir als das dem Spie­gel­sta­di­um zu­grun­de Lie­gen­de ar­ti­ku­liert ha­ben, die Ga­ran­tie da­für ab­gibt, dass es die Syn­the­se ist, die in der Ent­wick­lung der Stre­bun­gen zu­nimmt. Die Fa­bel des Me­nen­i­us Agrip­pa – was auch im­mer der Er­folg die­ses Ge­säu­sels ge­we­sen sein mag – schien uns im­mer schon ein Zeug­nis da­für zu sein, dass die an­geb­li­che or­ga­ni­sche Har­mo­nie in der Ord­nung der Be­gier­den im­mer ei­nen ge­wis­sen An­klang ge­fun­den hat. Und wir glau­ben nicht, dass Freud un­se­re An­sich­ten über die Se­xua­li­tät und ihre Zwe­cke des­we­gen ins Freie ge­bracht hat, da­mit die Ana­ly­se den sä­ku­la­ren Be­mü­hun­gen | (677) der Mo­ra­lis­ten, die Be­gier­den des Men­schen auf die Nor­men sei­ner Be­dürf­nis­se zu­rück­zu­len­ken, ihre ei­ge­nen Kin­de­rei­en hin­zu­fügt.

Wie auch im­mer, die An­ti­no­mie der Bil­der i(a) und i′(a), die dar­in be­steht, dass sie sich im Ima­gi­nä­ren an die Stel­le des Sub­jekts set­zen, läuft auf ei­nen per­ma­nen­ten Tran­si­ti­vis­mus hin­aus. Auf die­se Wei­se stellt sich die­ses Ich-Ide­al-Ich (Moi-Idéal-Moi) her, des­sen Gren­zen (in dem Sin­ne, in dem Fe­dern sie auf­fasst) so zu ver­ste­hen sind, dass sie die Un­ge­wiss­heit stüt­zen und die Be­rich­ti­gung er­mög­li­chen, dass sie die Mehr­deu­tig­keit der un­ter­schied­li­chen Be­zir­ke in ih­rem je­wei­li­gen Sta­tus per­p­etu­ie­ren und dass sie in ih­rem Kom­plex so­gar freie Zo­nen und ein­ge­schlos­se­ne Lehns­gü­ter zu­las­sen.

Was uns hier be­schäf­tigt, ist dies, dass eine Psy­cho­ana­ly­se, die sich im Sym­bo­li­schen ab­spielt – was nicht be­streit­bar ist, wenn ihr Ver­fah­ren in der Er­obe­rung des Un­be­wuss­ten be­steht, in der An­kunft der Ge­schich­te und in der Re­kon­struk­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten, wenn man nicht ein­fach leug­net, dass ihr Mit­tel das des Spre­chens ist –, dass eine Psy­cho­ana­ly­se in der Lage ist, ein Ich um­zu­ge­stal­ten, das in sei­nem ima­gi­nä­ren Sta­tus so kon­sti­tu­iert ist.

Wenn uns hier das Phä­no­men des Ver­schwin­dens – wir wer­den sa­gen: des fa­ding –, mit dem Lag­a­che das Sub­jekt-Ich aus­stat­tet, tat­säch­lich be­mer­kens­wert zu sein scheint, dann nicht, um uns mit ihm da­mit zu be­gnü­gen, hier die Rich­tung ei­ner abs­trak­ten Noe­sis wie­der­zu­fin­den, son­dern um die­ses Phä­no­men mit der struk­tu­rel­len Wir­kung zu kon­no­tie­ren, mit der wir ver­su­chen, den Platz des Sub­jekts durch eine Eli­si­on des Si­gni­fi­kan­ten zu kon­sti­tu­ie­ren.

Das Ichi­de­al ist eine Bil­dung, die an die­sen sym­bo­li­schen Platz kommt. Und dar­um hält es sich an die un­be­wuss­ten Ko­or­di­na­ten des Ichs. Um das zu sa­gen, hat Freud sei­ne zwei­te To­pik ge­schrie­ben, und da er es ge­sagt hat – wie völ­lig klar ist, wenn man ihn liest –, ist nicht we­ni­ger klar, dass er es nicht des­we­gen ge­tan hat, um der Wie­der­kehr des au­to­no­men Ichs den Weg zu bah­nen.

Denn die Fra­ge, die er in Mas­sen­psy­cho­lo­gie und Ich-Ana­ly­se auf­wirft, lau­tet, wie ein Ob­jekt, das auf sei­ne stu­pi­des­te Rea­li­tät re­du­ziert ist, das aber von ei­ner ge­wis­sen An­zahl von Sub­jek­ten in die Funk­ti­on des ge­mein­sa­men Nen­ners ge­bracht wird – wo­durch das, was wir über sei­ne Funk­ti­on als In­si­gnie sa­gen wer­den, be­stä­tigt wird –, wie ein sol­ches Ob­jekt dazu in der Lage ist, die Iden­ti­fi­zie­rung des Ide­al-Ichs zu for­cie­ren, bis hin zu die­ser blöd­sin­ni­gen Un­glücks­macht, als das es sich in sei­nem Grun­de ent­hüllt. Muss man, um die Reich­wei­te der Fra­ge ver­ständ­lich zu ma­chen, an die Ge­stalt des Füh­rers15 er­in­nern und an die Kol­lek­tiv­phä­no­me­ne, die die­sem Text die Be­deu­tung ei­nes hell­se­he­ri­schen Blicks in das Herz der Kul­tur ge­ge­ben ha­ben? Ja, zwei­fel­los, denn auf­grund ei­ner ko­mö­di­en­haf­ten Wie­der­kehr des­sen, was Freud zur Ab­hil­fe die­ses Un­be­ha­gens bei­steu­ern woll­te, | (678) wird von der Ge­mein­schaft, der er da­für die Sor­ge über­trug, als Lo­sungs­wort die Syn­the­se ei­nes star­ken Ichs aus­ge­ge­ben, im Zen­trum ei­ner Tech­nik, in der der Prak­ti­ker sich als je­mand be­greift, der da­durch wirk­sam ist, dass er selbst die­ses Ide­al ver­kör­pert.

Wie auch im­mer, die­se bei­den Bei­spie­le sind nicht dazu ge­schaf­fen, um die Funk­ti­on des Spre­chens aus­zu­schlie­ßen aus den De­ter­mi­nan­ten, die wir für die ent­schei­den­de Trieb­fe­der der Sub­jek­ti­vie­rung su­chen.

Wie be­kannt, be­zeich­nen wir in un­se­rer To­po­lo­gie die­sen Be­reich des Spre­chens als An­de­ren, kon­no­tiert durch ein gro­ßes A, und die­sem Ort ent­spricht in un­se­rem Mo­dell der rea­le Raum, dem sich hier die vir­tu­el­len Bil­dern „hin­ter dem Spie­gel“ A über­la­gern (ein Spie­gel, den un­se­re Kon­ven­ti­on dem Sub­jekt da­durch zu­gäng­lich macht, dass er frei ver­stellt wer­den kann oder, falls es sich um ei­nen Ein­weg­spie­gel han­delt, der also für sei­nen Blick durch­sich­tig ist, da­durch, dass das Sub­jekt sei­ne Po­si­ti­on hier an ir­gend­ein I an­passt).

Man wäre im Un­recht, wenn man an­näh­me, dass der gro­ße An­de­re des Dis­kur­ses ab­we­send sein könn­te, wenn das Sub­jekt in der Be­zie­hung zum an­de­ren ir­gend­ei­nen Ab­stand her­stellt, zu dem­je­ni­gen an­de­ren, der sich dem gro­ßen An­de­ren als der klei­ne an­de­re ent­ge­gen­setzt, zum an­de­ren der ima­gi­nä­ren Dya­de. Und die per­so­na­lis­ti­sche Über­set­zung, die Da­ni­el Lag­a­che für Freuds zwei­te To­pik lie­fern will, und die un­se­res Er­ach­tens oh­ne­hin nicht er­schöp­fend sein kann, ist hier des­we­gen be­son­ders un­ge­eig­net, weil sie sich mit der Di­stanz zwi­schen zwei re­zi­pro­ken Ter­mi­ni be­gnügt, als Me­di­um der In­ter­sub­jek­ti­vi­tät, die von ihr zum Prin­zip er­ho­ben wird.

Denn der An­de­re, in dem der Dis­kurs sei­nen Ort fin­det und der in der Tri­an­gu­lie­rung, durch die die­se Di­stanz ab­ge­si­chert wird, im­mer la­tent vor­han­den ist, ist dann nicht la­tent, wenn er sich bis in die Spie­gel­be­zie­hung hin­ein er­streckt, bis in de­ren reins­ten Mo­ment: in der Ges­te, mit der das Kind vor dem Spie­gel sich zu dem­je­ni­gen, der es hält, um­dreht und ihn mit dem Blick zum Zeu­gen auf­ruft, der die An­er­ken­nung des Bil­des, in­dem er sie ve­ri­fi­ziert, von der ju­beln­den An­nah­me schei­det, in der sie na­tür­lich schon ent­hal­ten war.

Aber die­ses „schon“ darf uns in be­zug auf die Struk­tur der Prä­senz, die hier als der Drit­te her­auf­be­schwo­ren wird, nicht täu­schen: nichts schul­det sie der An­ek­do­te der Per­sön­lich­keit, die ihn ver­kör­pert.

Es ver­harrt hier nur die­ses Sein, des­sen An­kunft nur dar­in er­fasst wird, nicht mehr zu sein. So trifft es auf die zwei­deu­tigs­te Zeit der Mo­pho­lo­gie des Verbs im Fran­zö­si­schen, die­je­ni­ge, die man als Im­per­fekt be­zeich­net. Il était là (er war da) ent­hält die­sel­be Du­pli­zi­tät, wie die, in wel­cher un in­stant plus tard, la bom­be ex­plo­dait (ei­nen Mo­ment spä­ter soll­te die Bom­be ex­plo­die­ren) in der Schwe­be bleibt, wo man, man­gels ei­nes Kon­texts, nicht er­schlie­ßen kann, ob das Er­eig­nis ein­ge­trof­fen ist oder nicht. |  (679)

Die­ses Sein wird gleich­wohl ge­setzt – mit der ein­ge­schränk­ten Vor­gän­gig­keit, die ihm der Dis­kurs zu­si­chert –,  in die­sem Vor­rat an At­tri­bu­ten16, in dem das Sub­jekt, wie wir sa­gen, sich ei­nen Platz ver­schaf­fen muss.

Wenn un­se­re Ana­ly­ti­ker von heu­te mit die­ser Di­men­si­on zu­gleich die Er­fah­rung ver­ken­nen, die sie von Freud ge­erbt ha­ben, bis hin zu dem Punkt, dass sie dar­in nur ei­nen Vor­wand se­hen, um ei­nen Ge­ne­tis­mus zu er­neu­ern, der, weil er ein Irr­tum ist, im­mer nur der­sel­be sein kann, so of­fen­bart sich ihr Feh­ler be­reits dar­in, dass in ih­ren Theo­ri­en die al­ten Stig­ma­ta wie­der auf­tau­chen, wie die all­zu be­rühm­te Kön­äs­the­sie, wor­in das Feh­len die­ses drit­ten Punk­tes durch et­was an­ge­zeigt wird, was letzt­lich im­mer nur ein hin­ken­der Re­kurs auf die Noe­sis ist. Aber of­fen­bar sind sie un­be­lehr­bar, wenn sie nicht ein­mal ge­gen den Schlag pro­tes­tie­ren, den ihre Ent­wick­lungs­idee von den Fak­ten des so­ge­nann­ten Hos­pi­ta­lis­mus emp­fan­gen hat, bei dem die Maß­nah­men der Säug­lings­pfle­ge kei­nen an­de­ren Man­gel ent­hül­len als den der An­ony­mi­tät, in der sie zu­ge­teilt wer­den.

Aber das ur­sprüng­li­che Sub­jekt, wie fän­de es sei­nen Platz wie­der in der Eli­si­on, durch die die­ser Platz als Ab­we­sen­heit kon­sti­tu­iert wird? Wie könn­te es die­se Lee­re als Das Ding (la Cho­se) er­ken­nen, das ihm am nächs­ten ist, selbst wenn sie im In­ne­ren des An­de­ren von Neu­em aus­ge­höhlt wird, da­mit sein Schrei dort Re­so­nanz fin­det? Eher wird es sich da­mit be­gnü­gen, hier die Mar­kie­run­gen der Ant­wor­ten wie­der­zu­fin­den, die die Macht hat­ten, sei­nen Schrei in ei­nen Ap­pell zu ver­wan­deln. So blei­ben in der Rea­li­tät die­se Mar­kie­run­gen, in die sich das Al­les­kön­nen der Ant­wort ein­schreibt17, vom Merk­mal, vom Zug des Si­gni­fi­kan­ten kon­tu­riert. Nicht grund­los wer­den die­se Rea­li­tä­ten als „In­si­gni­en“ be­zeich­net. Die­ser Ter­mi­nus be­zieht sich hier auf das No­men. Es ist die Kon­stel­la­ti­on die­ser In­si­gni­en, die für das Sub­jekt das Ichi­de­al kon­sti­tu­ie­ren.

Un­ser Mo­dell zeigt, dass das Sub­jekt, in­dem es sich hier in I ver­or­tet, den Spie­gel A dre­hen kann, um, ne­ben an­de­ren Ef­fek­ten, ein Trug­bild des Ide­al-Ichs zu er­hal­ten.

Dies ist ge­nau die Art und Wei­se, wie der Neu­ro­ti­ker mit dem An­de­ren um­geht, um be­stän­dig die skiz­zen­haf­te Iden­ti­fi­zie­rung zu er­neu­ern, in der wil­den Über­tra­gung, die un­se­ren Ge­brauch des Ter­mi­nus der Über­tra­gungs­neu­ro­sen recht­fer­tigt.

Das ist je­doch nicht – und wir wer­den sa­gen war­um – die ge­sam­te sub­jek­ti­ve Trieb­kraft des Neu­ro­ti­kers. Un­ser Mo­dell hat je­doch den Vor­teil, dass wir es dazu be­fra­gen kön­nen, was in der Psy­cho­ana­ly­se selbst aus die­ser Art des Um­gangs mit dem An­de­ren wird.

Ohne uns Il­lu­sio­nen zu ma­chen über die Reich­wei­te ei­ner Übung, die ihr Ge­wicht nur er­hält durch eine gro­be Ana­lo­gie zu den Phä­no­me­nen, die sie in Er­in­ne­rung zu ru­fen er­laubt, | (680) möch­ten wir in Ab­bil­dung 3 eine Vor­stel­lung da­von ge­ben, was da­durch ge­schieht, dass der An­de­re hier der Ana­ly­ti­ker ist, da­durch, dass das Sub­jekt aus ihm den Ort sei­nes Spre­chens macht.

Da die Ana­ly­se aus dem be­steht, was das Sub­jekt ge­winnt, in­dem es sei­nen un­be­wuss­ten Dis­kurs als den sei­ni­gen ak­zep­tiert, wird sich die­ser Vor­gang im Mo­dell als seit­li­che Ver­schie­bung des $ hin zu den Si­gni­fi­kan­ten des Raums „hin­ter dem Spie­gel“ dar­stel­len. Die Funk­ti­on des Mo­dells be­steht dem­nach dar­in, zu ver­bild­li­chen, wie die Spie­gel­be­zie­hun­gen, also die ima­gi­nä­re Be­zie­hung zum an­de­ren und die Fes­se­lung durch das Ide­al-Ich, dazu die­nen, das Sub­jekt in das Feld hin­über­zu­zie­hen, in dem es sich im Ichi­de­al hy­post­asiert.

Ohne sich all­zu weit in ei­nen Punkt zu ver­tie­fen, der dann als über­stra­pa­ziert er­schei­nen könn­te, kann man sa­gen, dass der An­de­re, um sich zu­neh­mend aus­zu­lö­schen, bis hin zu ei­ner Po­si­ti­on, die 90° von sei­nem Aus­gangs­punkt ent­fernt ist, dass der An­de­re als Spie­gel in A das Sub­jekt von $1 durch eine na­he­zu dop­pel­te Ro­ta­ti­on dazu brin­gen kann, die Po­si­ti­on $2 in I zu be­set­zen, von wo aus ihm die Il­lu­si­on der um­ge­kehr­ten Vase in Ab­bil­dung 2 nur vir­tu­ell ge­lang; dass im Durch­lau­fen die­ses We­ges die Il­lu­si­on sich ab­schwä­chen muss, zu­sam­men mit der Su­che, die sie an­lei­tet: wo­mit sich be­stä­tigt, dass die Ef­fek­te der De­per­so­na­li­sie­rung, die in der Ana­ly­se un­ter mehr oder we­ni­ger un­ter­schied­li­chen As­pek­ten fest­ge­stellt wor­den sind, we­ni­ger als Zei­chen der Gren­ze denn als Zei­chen des Über­schrei­tens auf­ge­fasst wer­den müs­sen.  Optisches Modell 3

| (681) Denn das Mo­dell zeigt au­ßer­dem, dass das Auge $, so­bald es die Po­si­ti­on I er­reicht hat, von der aus es die Il­lu­si­on der um­ge­kehr­ten Vase di­rekt wahr­nimmt, dass das Auge im Spie­gel A, der jetzt ho­ri­zon­tal steht, gleich­falls se­hen wird, wie von eben die­ser Vase wie­der ein vir­tu­el­les Bild i′(a) er­zeugt wird, wor­in, so kann man sa­gen, das re­el­le Bild von Neu­em um­ge­kehrt wird und sich ihm ent­ge­gen­setzt, so wie der Baum durch den Re­flex in ei­nem ste­hen­den oder flie­ßen­den Ge­wäs­ser Traum­wur­zeln er­hält.

Spiel des Ufers mit der Wel­le, hal­ten wir das fest, ein Spiel, von dem der prä­k­las­si­sche Ma­nie­ris­mus von Tris­tan dem Her­mi­ten bis hin zu Cy­ra­no ver­zau­bert war, nicht ohne un­be­wuss­te Mo­ti­va­ti­on, da die Poe­sie hier der Re­vo­lu­ti­on des Sub­jekts nur zu­vor­kam, ei­ner Re­vo­lu­ti­on, die in der Phi­lo­so­phie da­mit kon­no­tiert wird, dass die Exis­tenz hier die Funk­ti­on des ers­ten At­tri­buts er­hält, nicht ohne ihre Wir­kun­gen aus ei­ner neu­en Wis­sen­schaft, ei­ner neu­en Po­li­tik und ei­ner neu­en Ge­sell­schaft zu be­zie­hen.

Die Ge­fäl­lig­kei­ten der bil­den­den Kunst, mit de­nen der Ma­nie­ris­mus ein­her­geht, er­klä­ren sie sich nicht durch den Wert, der in der­sel­ben Epo­che den Kunst­grif­fen der Ana­mor­pho­se bei­ge­mes­sen wird? Durch die exis­ten­ti­el­le Tren­nung, bei wel­cher der Kör­per in der Räum­lich­keit ver­schwin­det, die­se Kunst­grif­fe, die aus­ge­rech­net in der Per­spek­ti­ve die Stüt­ze fin­den, um ein ver­bor­ge­nes Bild zu in­stal­lie­ren, mit dem sie wie­der an die Sub­stanz er­in­nern, die hier ver­lo­ren ge­gan­gen ist. Auf die­sel­be Wei­se könn­ten wir uns bei un­se­rem Mo­dell, wenn es rea­li­sier­bar wäre, dar­über amü­sie­ren, dass der rea­le Topf in sei­nem Kas­ten (an des­sen Stel­le der Re­flex des Spie­gels A kom­men wird) die ima­gi­nä­ren Blu­men a′ ent­hält, wäh­rend es die Il­lu­si­on des um­ge­kehr­ten Top­fes ist (da aus ei­nem re­el­le­ren Bild ge­macht), die die wah­ren Blu­men a ent­hält.

Das, was das Mo­dell auf sol­che Wei­se ver­bild­licht, ist eben der Zu­stand, den Mi­cha­el Bal­int als nar­ziss­ti­schen Ge­fühls­aus­bruch be­schreibt, und der, ihm zu­fol­ge, das Ende der Ana­ly­se si­gna­li­siert. Sei­ne Be­schrei­bung wäre tat­säch­lich bes­ser, wenn er hier eine ana­lo­ge Über­kreu­zung be­mer­ken wür­de, wo die spie­gel­bild­li­che Ge­gen­wart des In­di­vi­du­ums ge­gen­über dem an­de­ren, auch wenn sie des­sen Rea­li­tät ab­deckt, sei­ne ich­haf­te Il­lu­si­on auf­deckt, die sich auf das Kör­per­be­wusst­sein be­zieht, wel­ches er­starrt ist, wo­hin­ge­gen die Macht des Ob­jekts a, auf die das Be­wusst­sein am Ende der ge­sam­ten Ma­chi­na­ti­on aus­ge­rich­tet ist, dazu führt, dass sein Re­flex in den Ob­jek­ten a‘ der om­ni­va­len­ten Kon­kur­renz auf den Sta­tus ei­ner Ein­bil­dung zu­rück­ge­führt wird.

Der Pa­ti­ent, im Zu­stand des hier­aus ent­sprin­gen­den Ge­fühls­aus­bruchs, glaubt, Mi­cha­el Bal­int zu­fol­ge, dass er sein Ich ge­gen das des Ana­ly­ti­kers aus­ge­tauscht hat. Wün­schen wir ihm, dass dem nicht so sei.

Denn selbst wenn die Ana­ly­se hier an ih­rem End­punkt ist, so ist dies nicht ihr Zweck (fin), und selbst wenn man hier das Ende (fin) der Mit­tel sieht, die von der Ana­ly­se ein­ge­setzt wur­den, sind dies nicht die Mit­tel, um ih­ren Zweck zu er­rei­chen. | (682)

Da­mit ist ge­sagt, dass un­ser Mo­dell auf eine vor­be­rei­ten­de Pha­se un­se­res Un­ter­richts zu­rück­geht, in der wir vor der Auf­ga­be stan­den, das Ima­gi­nä­re als et­was frei­zu­le­gen, das in der Tech­nik über­be­wer­tet wur­de. In die­ser Pha­se sind wir nicht mehr.

Wir wen­den die Auf­merk­sam­keit jetzt wie­der dem Be­geh­ren zu, von dem man ver­gisst, dass es – sehr viel au­then­ti­scher als ir­gend­ei­ne Su­che nach dem Ide­al – die Si­gni­fi­kan­ten­wie­der­ho­lung des Neu­ro­ti­kers als Me­to­ny­mie sei­nes Be­geh­rens re­gu­liert. Hier ist nicht der Ort, um aus­zu­füh­ren, wie er die­ses Be­geh­ren stüt­zen muss, als un­be­frie­digt (näm­lich beim Hys­te­ri­ker), als un­mög­lich (beim Zwangs­neu­ro­ti­ker).

Denn die Po­si­ti­on des Ob­jekts a wird durch un­ser Mo­dell nicht wei­ter auf­ge­hellt. Da es die Auf­ga­be hat­te, ein Spiel der Bil­der zu ver­bild­li­chen, konn­te es nicht be­schrei­ben, wel­che Funk­ti­on die­ses Ob­jekt vom Sym­bo­li­schen her emp­fängt.

Eben jene Funk­ti­on, durch die es sei­ne Ver­wen­dung er­hält als Waf­fe auf dem pho­bi­schen Vor­pos­ten, ge­gen die Dro­hung des Ver­schwin­dens des Be­geh­rens; als Fe­tisch in der per­ver­sen Struk­tur, als ab­so­lu­te Be­din­gung des Be­geh­rens.

An dem Aus­gangs­punkt, an dem un­ser Mo­dell es lo­ka­li­siert, ist a, das Ob­jekt des Be­geh­rens, seit es dar­in funk­tio­niert – das Ob­jekt des Be­geh­rens. Das soll hei­ßen, dass es Par­ti­al­ob­jekt ist nicht nur als Teil oder ab­ge­lös­tes Stück der Ap­pa­ra­tur, die hier der Kör­per ima­gi­niert, son­dern von An­fang an als Ele­ment der Struk­tur, dass es, wenn man so sa­gen darf, in der Par­tie, die ge­spielt wird, be­reits zu Be­ginn aus­ge­ge­ben wor­den ist. In­so­fern es aus den An­hän­gen des Kör­pers als In­diz des Be­geh­rens aus­ge­wählt wird, ist es be­reits der Ex­po­nent ei­ner Funk­ti­on, durch die es, noch be­vor es sie aus­übt, sub­li­miert wird, der Funk­ti­on des In­dex, des Zei­ger­fin­gers, der er­ho­ben ist in Rich­tung auf eine Ab­we­sen­heit, wor­über das est-ce (das Ist-das18) nichts zu sa­gen hat, au­ßer dass sie von dort her kommt, wo es spricht.

Und eben des­halb lie­fert es, wenn es im Spie­gel re­flek­tiert wird, nicht nur a‘, das Maß des Tau­sches, das Geld, durch wel­ches das Be­geh­ren des an­de­ren in den Kreis­lauf des Tran­si­ti­vis­mus des Ide­al-Ichs ein­tritt. Es wird dem Feld des An­de­ren zu­rück­er­stat­tet, in sei­ner Funk­ti­on als Ex­po­nent des Be­geh­rens im An­de­ren.

Das wird es ihm er­lau­ben, am wah­ren Schluss­punkt der Ana­ly­se sei­nen be­son­de­ren Wert an­zu­neh­men, näm­lich im Fan­tas­ma dem Ge­stalt zu ver­lei­hen, an­ge­sichts des­sen das Sub­jekt sieht, wie es sich dann ab­schafft, wenn es sich als Be­geh­ren ver­wirk­licht.

Da­mit das Sub­jekt an die­sen Punkt ge­langt, jen­seits der Re­duk­ti­on der Idea­le der Per­son, ist es auf­ge­ru­fen, als Ob­jekt a des Be­geh­rens, als das, was es für den An­de­ren in sei­ner Auf­rich­tung als Le­ben­di­ges ge­we­sen ist, bei sei­nem Zur-Welt-Kom­men wan­ted oder un­wan­ted, ist das Sub­jekt auf­ge­ru­fen, von Neu­em ge­bo­ren zu wer­den, um zu wis­sen, ob es das, was es be­gehrt, will Das ist die Art von Wahr­heit, die Freud mit der Er­fin­dung der Ana­ly­se ans Licht ge­bracht hat. | (683)

Das ist ein Feld, auf dem das Sub­jekt, mit sei­ner Per­son, vor al­lem das Lö­se­geld für sein Be­geh­ren zu zah­len hat. Und dar­um for­dert die Ana­ly­se eine Re­vi­si­on der Ethik.

Es ist je­doch sicht­bar, dass man hier dazu be­reit ist, al­les auf­zu­ge­ben, um vor die­ser Auf­ga­be zu flie­hen, selbst dazu, dass man die Pro­ble­me bei der An­nah­me des Ge­schlechts mit der Ka­te­go­rie der Rol­le an­geht, wie wir es jetzt in Freu­dia­ni­schen Krei­sen se­hen.

Die Funk­ti­on Ф des ver­lo­re­nen Si­gni­fi­kan­ten, für den das Sub­jekt sei­nen Phal­lus op­fert, die Form Ф(a) des männ­li­chen Be­geh­rens, Ⱥ(φ) des Be­geh­rens der Frau, füh­ren uns zu die­sem Ende der Ana­ly­se, des­sen Apo­rie uns Freud mit der Kas­tra­ti­on hin­ter­las­sen hat.

Dass Da­ni­el Lag­a­che de­ren Wir­kung au­ßer­halb sei­nes Fel­des lässt, ge­nügt, um uns die Gren­zen des­sen zu zei­gen, was vom Sub­jekt des Un­be­wuss­ten in per­so­na­lis­ti­schen Ka­te­go­ri­en be­grif­fen wer­den kann. (Vgl. La­can: Po­si­ti­on de l’inconscient. In: Ders.: Ecrits. Edi­ti­ons du Seuil, Pa­ris 1966, S. 830)

Jacques-Alain Miller: Optisches Modell der Ideale der Person (Übersetzung)

Aus: Ders.: Ta­ble com­men­tée des re­pré­sen­ta­ti­ons gra­phi­ques. In: La­can: Écrits. Édi­ti­ons du Seuil 1966, S. 903–908, hier: S. 904 f.

Ab­bil­dung 1: „Il­lu­si­on des um­ge­kehr­ten Blu­men­strau­ßes“ bei Bouas­se

Die Il­lu­si­on be­steht dar­in, dass, mit­tels ei­nes sphä­ri­schen Spie­gels, das re­el­le (um­ge­kehr­te und sym­me­tri­sche) Bild ei­nes ver­bor­ge­nen Blu­men­strau­ßes er­zeugt wird, wel­ches im Hals ei­ner rea­len Vase plat­ziert wird, die der Ak­ko­mo­da­ti­on als Stüt­ze dient.

Ihre Deu­tung er­hält die­se Il­lu­si­on rück­wir­kend von der zwei­ten Ab­bil­dung her (Ecrits, S. 675 f.): Das re­el­le Bild, das von nun an mit i(a) be­zeich­net wird, re­prä­sen­tiert das Spie­gel­bild des Sub­jekts, wäh­rend das rea­le Ob­jekt a die Funk­ti­on des Par­ti­al­ob­jekts stützt, das die Kör­per­bil­dung be­schleu­nigt. Man hat hier eine Pha­se, die (der lo­gi­schen Ab­hän­gig­keit nach) dem Spie­gel­sta­di­um vor­aus­geht – das die Ge­gen­wart des rea­len An­de­ren vor­aus­setzt (Ecrits, S. 678).

Ab­bil­dung 2: Va­ria­ti­on der vo­ri­gen

In der zwei­ten Ab­bil­dung tau­schen der Blu­men­strauß und die Vase ihre Rol­len, wäh­rend durch die Lo­ka­li­sie­rung des Be­ob­ach­ters im In­ne­ren des sphä­ri­schen Spie­gels und durch die Ein­fü­gung des Plan­spie­gels A ein vir­tu­el­les Bild er­zeugt wird.

Die­ser Auf­bau muss fol­gen­der­ma­ßen ge­deu­tet wer­den: | (905)

1) Die Rea­li­tät der Vase und ihr rea­les Bild i(a), die für den Be­ob­ach­ter un­sicht­bar sind (und in der Ab­bil­dung feh­len), stel­len die Rea­li­tät des Kör­pers und sein re­el­les Bild dar, die der Wahr­neh­mung des Sub­jekts un­zu­gäng­lich sind.

2) Ein­zig das vir­tu­el­le Bild i′(a) der Il­lu­si­on ist ihm zu­gäng­lich, ein ima­gi­nä­rer Re­flex, in dem die Ent­wick­lung sei­nes Kör­pers in ei­ner de­fi­ni­ti­ven Ent­frem­dung an­ti­zi­piert wird. Es ist an­zu­mer­ken, dass das re­el­le und das vir­tu­el­le Bild bei­de dem ima­gi­nä­ren Re­gis­ter zu­ge­hö­ren, dass aber das zwei­te (die durch die Be­zie­hung zum An­de­ren ver­mit­tel­te Wahr­neh­mung) die Il­lu­si­on des ers­ten (die „un­mit­tel­ba­re“ Wahr­neh­mung – die als sol­che fik­tiv ist) ver­dop­pelt.

3) Schließ­lich ist es der Punkt I (der Punkt des Ichi­de­als, wo der ein­zi­ge Zug zu ver­or­ten ist), der für das Sub­jekt das Selbst­bild steu­ert.

Ab­bil­dung 3: Trans­for­ma­ti­on der vo­ri­gen

Ab­bil­dung 3 er­hält man aus­ge­hend von der vo­ri­gen durch Ro­ta­ti­on des Plan­spie­gels  um 90 Grad und durch Ver­schie­bung des Sub­jekts bis zum Punkt I. Sie zielt dar­auf ab, den­je­ni­gen Mo­ment der Kur dar­zu­stel­len, in dem der Ana­ly­ti­ker (des­sen Po­si­ti­on durch den Spie­gel an­ge­ge­ben wird) als ima­gi­nä­rer an­de­rer sich neu­tra­li­siert und er hier­durch die Wir­kun­gen des Trug­bil­des, die vom Sub­jekt er­zeugt wer­den, an­nul­liert, und in dem das Sub­jekt die dua­le Be­zie­hung und das lee­re Spre­chen über­win­det, um sein re­el­les Bild wahr­zu­neh­men: es ge­winnt Zu­gang zur Spra­che sei­nes Be­geh­rens. Das Ver­schwin­den des vir­tu­el­len Bil­des ist zu deu­ten als Auf­lö­sung des nar­ziss­ti­schen Bil­des, wo­durch das Sub­jekt wie­der in die Po­si­ti­on der ers­ten Ab­bil­dung ge­bracht wird, mit dem Un­ter­schied, dass es hier­her erst durch die Aus­schal­tung des Plan­spie­gels zu­rück­ge­bracht wor­den ist (also durch des­sen Ver­mitt­lung), und man soll­te nicht ver­nach­läs­si­gen, dass die­se Ope­ra­ti­on et­was zu­rück­lässt: das neue vir­tu­el­le Bild, dass sich im ho­ri­zon­ta­len Spie­gel neu for­miert und das si­gna­li­siert, dass die un­mit­tel­ba­re Wahr­neh­mung fik­tiv ist.

So kommt es, „dass eine Psy­cho­ana­ly­se, die sich im Sym­bo­li­schen ab­spielt (…) in der Lage ist, ein Ich um­zu­ge­stal­ten, das in sei­nem ima­gi­nä­ren Sta­tus der­art kon­sti­tu­iert ist.“  (Ecrits, S. 677)

Die­ses Mo­dell, das die ima­gi­nä­ren und rea­len Funk­tio­nen des Ob­jekts a an­gibt, sagt nichts über des­sen sym­bo­li­sche Funk­ti­on aus (Ecrits, S. 682).

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Anmerkungen

  1. Hilf­reich war die von Bruce Fink her­ge­stell­te eng­li­sche Über­set­zung von La­cans Lag­a­che-Auf­satz: La­can: Écrits. The first com­ple­te edi­ti­on in English. Über­setzt von Bruce Fink in Zu­sam­men­ar­beit mit Hé­loï­se Fink und Rus­sell Grigg. Nor­ton, New York, Lon­don 2006, S. 543–574. Das La­can-Ar­chiv Bre­genz ver­weist auf eine un­ver­öf­fent­li­che deut­sche Über­set­zung des Auf­sat­zes durch Ger­hard Schmitz, die uns lei­der nicht zu­gäng­lich war.
  2. Den Auf­satz von Lag­a­che fin­det man dort S. 5–54; ei­nen Nach­druck in: Der­sel­be: Oeu­vres, Bd. 4: 1956–1962. Agres­si­vité, struc­tu­re de la per­son­na­lité et au­tres travaux. Pres­ses uni­ver­si­taires de Fran­ce, Pa­ris 1982, S. 191–238.
  3. An­mer­kung der Über­set­zer: Die Sei­ten­zah­len in ecki­gen Klam­mern ver­wei­sen auf die Ecrits, der Schräg­strich steht für ei­nen Sei­ten­wech­sel.
  4. Im Ori­gi­nal deutsch
  5. A.d.Ü.: Das be­zieht sich auf Freuds zeich­ne­ri­sche Dar­stel­lung der so­ge­nann­ten zwei­ten To­pik in Das Ich und das Es (1923); vgl. Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. S. Fi­scher, Frank­furt am Main 2000, S. 293
  6. A.d.Ü.: Über­ra­schung meint (a) den Akt des un­er­war­te­ten Auf­de­ckens, (b) das Ge­fühl des Er­stau­nens; vgl. La­can: Das Se­mi­nar, Buch IV. Die Ob­jekt­be­zie­hung. 1956–57. Hg. v. Jac­ques-Alain Mil­ler, über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria + Kant, Wien 2011, S. 320 f.
  7. A.d.Ü.: Daph­nis und Chloe
  8. Im Ori­gi­nal deutsch
  9. Im Ori­gi­nal deutsch
  10. A.d.Ü.: In der neue­ren Aus­ga­be die­ser Brief­samm­lung ist dies der Brief Num­mer 112 vom 6.12.1896: Sig­mund Freud: Brie­fe an Wil­helm Fliess 1887–1904. Un­ge­kürz­te Aus­ga­be. Hg. von Jef­frey Mous­sai­eff Mas­son. S. Fi­scher, Frank­furt am Main 1986, S. 217–226.
  11. (…) die An­ti­no­mie zwi­schen dem Ide­al-Ich und dem Über-Ich – Ichi­de­al, zwi­schen der nar­ziss­ti­schen Iden­ti­fi­zie­rung mit der All­macht und der Un­ter­wer­fung un­ter die All­macht (…)“. La psy­chana­ly­se et la struc­tu­re de la per­son­na­lité. In: La Psy­chana­ly­se, 6. Jg. (1963), S. 46.
  12. A.d.Ü.: Dies be­zieht sich auf Freuds Auf­satz Zur Ein­füh­rung des Nar­ziss­mus (1914), in dem in ei­nem Ab­satz so­wohl der Aus­druck „Ideal-Ich“als auch der Aus­druck „Ichi­de­al“ ver­wen­det wird, vgl. Freud, Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3, S. 60 f.
  13. A.d.Ü.: Se­mi­nar 1 von 1953–54, Freuds tech­ni­sche Schrif­ten
  14. A.d.Ü.: Vgl. La­can: Das Spie­gel­sta­di­um als Bild­ner der Ich­funk­ti­on, wie sie uns in der psy­cho­ana­ly­ti­schen Er­fah­rung er­scheint. In: Ders.: Schrif­ten I. Hg. v. Nor­bert Haas. Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1975, S. 61–70.
  15. Im Ori­gnal deutsch
  16. A.d.Ü.: An­spie­lung auf ei­nen von Lag­a­che ver­wen­de­ten Ter­mi­nus.
  17. A.d.Ü.: Im Ori­gi­nal im Plu­ral s’inscrivent.
  18. Est-ce („ist das)“ ist gleich­klin­gend mit dem deut­schen „Es“ und mit dem la­tei­ni­schen „esse“ (sein bzw. Sein).

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