Das Genießen des ausgestrichenen Anderen (JȺ im borromäischen Knoten)

Borromäischer Knoten mit vier Überschneidungsbereichen (zu: Jacques Lacan, Genießen des ausgestrichenen Anderen)Lacans Diagramm eines gefärbten borromäischen Knotens aus drei Ringen, aus Seminar 23, Version Miller, S. 72, geändert

Was meint „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ – oder JȺ – in Lacans borromäischem Knoten?

Der geplättete borromäische Dreierknoten

Die Abbildung oben zeigt Lacans „Plättung“ einer borromäischen Verschlingung aus drei gefärbten Ringen, d.h. eine Projektion der dreidimensionalen Verschlingung in die zweidimensionale Ebene, von Mathematikern als „Diagramm“ bezeichnet. Die Ringe mit den Bezeichnungen R, S und I stehen für das Reale, das Symbolische und das Imaginäre. Sie sind borromäisch miteinander verknüpft – wenn man irgendeinen öffnet, fallen alle auseinander.

Die Projektion des dreidimensionalen Knotens in den zweidimensionalen Raum führt dazu, dass Überschneidungsbereiche angezeigt werden, ähnlich wie in einem Venn-Diagramm. Lacan bezeichnet diese Felder als Sinn (sens), JΦ (phallisches Genießen), JȺ (Genießen des ausgestrichenen Anderen) und a (Objekt a bzw. Mehrlust).

Die Bezeichnungen Sinn, JΦ und JȺ beziehen sich nicht auf die gesamte linsenförmige Region, sondern auf die Linse abzüglich des mit einem a gekennzeichneten Bereichs.1

Borromäischer Knoten mit vier Überschneidungsbereichen mit markierten Doppelpunken (zu: Jacques Lacan, Genießen des ausgestrichenen Anderen)Im dreidimensionalen Knoten selbst gibt es keine Überschneidungsbereiche. Was ist ihre Entsprechung? In der zweidimensionalen Darstellung lässt sich jeder Überschneidungsbereich durch drei Punkte charakterisieren, auf ähnliche Weise wie ein Dreieck durch seine drei Eckpunkte: durch drei „Doppelpunkte“, wie die Mathematiker sagen, also durch drei Punkte, an denen die Ringe sich überschneiden, und zwar so, das einer oben liegt und einer untern. Im Bild rechts sind die Doppelpunkte des Überschneidungbereichs JȺ gelb markiert. Doppelpunkte können auch im dreidimensionalen Knoten erzeugt werden, man muss nur dafür sorgen, dass zwei Ringe sich berühren. Einem Überschneidungsbereich entspricht dann im dreidimensionalen Knoten eine Konstallation von drei bestimmten Doppelpunkten. Im nächsten Schritt wird der dreidimensionale Knoten so verzurrt, dass die drei Doppelpunkte eines Bereichs sich berühren. Der Berührungspunkt von drei bestimmten Doppelpunkten ist die Entsprechung zu einem Überschneidungsbereich im geplätteten Knoten.2

In Seminar 17 hat Lacan das Feld des Genießens einmal als das Lacansche Feld bezeichnet.3 Die Zuordnung der vier Begriffe zu den Überschneidungsfeldern findet man zuerst in dem Vortrag Die Dritte (1. November 1974) und dann in Seminar 22 von 1974/75, RSI. Drei der vier Überschneidungsbereiche beziehen sich auf das Genießen; man wird also sagen dürfen, dass der geplättete Knoten mit den Überschneidungsbereichen das Lacansche Feld darstellt. Das Zusammenwirken des Imaginären, des Symbolischen und des Realen erzeugt, außer dem Sinn drei verschiedene Arten des Genießens, drei Lustarten: phallisches Genießen, Mehrlust und Genießen des ausgestrichenen Anderen.

JȺ: Terminologie

Der Ausdruck „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ (jouissance de l’Autre barré) wirft folgende Fragen auf:
(1) Was ist „Genießen“?
(2) Wie funktioniert hier der Genitiv?
(3) Wer ist der Andere?
(4) Warum wird der Andere von Lacan gelegentlicht mit Gott gleichgesetzt?
(5) In welchem Sinne ist der Andere ausgestrichen?
(6) Wie verhält sich das Symbol JȺ zum Symbol S(Ⱥ)?
(7) Was also meint der Ausdruck insgesamt?

Genießen

Jouissance meint bei Lacan in etwa das, was Freud „Lust“ nennt oder „Lustempfindung“ oder „Lustbefriedigung“ oder „Triebbefriedigung“ oder „Erregung“. Für Freud sind dies die Gegenstände des „ökonomischen Gesichtspunkts“ der psychoanalytischen Theorie, der sich auf die Erregungsquantitäten bezieht.

Das Genießen, sagt Lacan, ist an dan Körper gebunden.4 Das fängt mit Kribbeln an und hört damit auf, dass man, von Benzin übergossen, in Flammen aufgeht, all das ist jouissance, heißt es in Seminar 17, Die Kehrseite der Psychoanalyse5; jouissance ist für Lacan auch die Lust, die sich einstellt, wenn man Gymnastik treibt.6 Auch Tiere genießen – wenn eine Katze schnurrt, sagt Lacan, haben wir den Eindruck, dass sie genießt, dass sie Lust empfindet.7 Er fragt sich sogar, ob das Genießen möglicherweise ein Merkmal des Lebendigen schlechthin ist, das heißt, ob auch Pflanzen genießen.8

Das entscheidende Merkmal des Genießens im Sinne von Lacan besteht darin, dass es nicht vollständig vom Lustprinzip beherrscht wird, also vom Streben nach Unlustvermeidung durch Verminderung der Erregung; er knüpft hierfür an Freuds Arbeit Jenseits des Lustprinzips (1920) an. Jouissance liegt häufig auf der Grenze zur Unlust, zum Schmerz, zum Leid, also zur Nicht-Befriedigung, darauf verweist das Beispiel der Selbstverbrennung. Die Befriedigung, die viele Menschen suchen, wenn sie ein Fitness-Studio aufsuchen, ist ein Genießen am Rande des Lustprinzips: „es darf ruhig ein bisschen weh tun“; sie versuchen den Punkt, an dem das Lustprinzip sich durchsetzt – an dem sie es nicht mehr aushalten –, möglichst weit hinauszuschieben. Dabei geht es nicht um das Realitätsprinzip – um das zeitweilige Erdulden von Unlust auf dem langen Wege zur Lust –, sondern um das Aufsuchen einer Erregung, die auf einer bestimmten Ebene als Unlust erfahren wird, auf einer anderen Ebene jedoch als Lust, als Genießen. Lacan fragt sich, ob es die Nähe des Genießens zum Leid beim Lebendigen schlechthin gibt – „wenn die Pflanze nicht offenkundig leiden würde, wüssten wir nicht, dass sie lebt“, heißt es in einem der Seminare.9 Die Verbindung von Genießen (bzw. Lust) und Unlust greift erst recht auf dem Feld des Unbewussten. Dies zeigt der mit dem Symptom verbundene Wiederholungszwang: eine „Ersatzbefriedigung“, wie Freud sagt, die in der Regel mit Unlust verbunden ist.

Das Feld des Genießens bzw. der Lüste wird also nicht vollständig vom Lustprinzip beherrscht, vom Streben nach Unlustvermeidung; der Hedonismus ist ein philosophischer Mythos.10 Entscheidend für Lacans Begriff der jouissance ist diese Bemerkung von Freud aus Jenseits des Lustprinzips:

„Gelingt es ihnen (den Trieben) dann, was bei den verdrängten Sexualtrieben so leicht geschieht, sich auf Umwegen zu einer direkten oder Ersatzbefriedigung durchzuringen, so wird dieser Erfolg, der sonst eine Lustmöglichkeit gewesen wäre, vom Ich als Unlust empfunden. (…) sicherlich ist alle neurotische Unlust von solcher Art, ist Lust, die nicht als solche empfunden werden kann.“11

Freud fügt hinzu:

„Das Wesentliche ist wohl, daß Lust und Unlust als bewußte Empfindungen an das Ich gebunden sind.“12

Man kann jouissance mit „Lust“ übersetzen, dafür spricht, dass Lacan selbst jouissance mit „Lust“ ins Deutsche bringt. In Seminar 13 (Das Objekt der Psychoanalyse, 1965/66) erläutert er den Begriff jouissance  ausgehend vom englischen Terminus sexual enjoyment und führt hierzu aus, es sei schwierig, „eine Stütze für etwas zu geben, was ein Äquivalent für unser französisches Wort jouissance ist; enjoyment hat nicht dieselben Resonanzen wie jouissance, man müsste es gewissermaßen mit dem Ausdruck Lust* kombinieren, der vielleicht ein bisschen besser wäre“13. Den Ausdruck plus-de-jouir bringt Lacan selbst mit „Mehrlust“ ins Deutsche.14

Das Problem dieser Übersetzung besteht darin, dass das Lustprinzip im Französischen principe de plaisir heißt. Wenn man den Gegensatz von jouissance und (principe de) plaisir ins Deutsche bringen will, und jouissance mit „Lust“ übersetzt, fehlt einem ein Gegenbegriff; aus diesem Grunde wird jouissance meist nicht mit „Lust“ oder „Lustempfindung“ übersetzt, sondern mit „Genießen“ oder „Genuss“. Hierfür kann man sich darauf stützen, dass Freud selbst gelegentlich von „Genuss“ spricht.15

In der französischen Umgangssprache meint jouissance hauptsächlich „Wollust“, „Orgasmus“. Das ist bei Lacan mitgemeint, die zum Orgasmus führende Erregung und der Orgasmus sind Spezialformen von jouissance. Diese Konnotation bleibt bei der Übersetzung von jouissance mit „Genuss“ andeutungsweise erhalten: „Schluss mit Genuss“, sagt der zwölfjährige Alois zu Josefine Mutzenbacher, wenn er zum Höhepunkt kommt.

Eine weitere Bedeutung von jouissance ist „Nießbrauch“, also das Recht, eine Sache zu nutzen, ohne der Eigentümer zu sein, etwa das Nutzungsrecht am Obstgarten eines anderen; Lacan bezieht sich hierauf in Seminar 20.16 In „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ spielt diese Bedeutung, soweit ich sehe, keine Rolle.

Lacan unterscheidet jouissance von désir, Genießen von Begehren. Begehren verhält sich zu Genießen ähnlich wie Bedürfnis zu Bedürfnisbefriedigung. Das Begehren ist eine Form der Intentionalität, ein Streben-nach-etwas, ein Scharfsein-auf-etwas, eine Quest, wie es in den Heldenepen heißt, eine Suche nach dem, was einem fehlt. Genießen ist keine Suche nach etwas Fehlendem, sondern der aktuelle Vollzug einer Befriedigung, unter teilweiser Aussetzung des Lustprinzips. Allerdings werden Begehren und Genießen von Lacan in den frühen Seminaren (bis einschließlich Seminar 7) nicht immer klar unterschieden, und das Begehren im Sinne von Lacan zielt nur scheinbar auf Befriedigung, tatsächlich aber auf Selbstreproduktion.

Wenn ich zwar keinen Hunger habe, wohl aber einen „Jieper“, wie man in Hamburg sagt, eine kleine Gier, ist das auf Lacanesisch ein Begehren. Das Begehren treibt mich an, etwas zu suchen, beispielweise eine Currywurstbude, obwohl die Ernährungsberaterin es mir verboten hat. Von Lacan und Brecht kann man lernen: nicht obwohl, sondern weil. Wenn ich mir den Bauch so vollgeschlagen habe, dass er mir wehtut, ist das jouissance. Aber auch das Schuldgefühl auf dem Weg an den verbotenen Ort war bereits jouissance, diejenige jouissance, die möglicherweise zur Folge hat, dass ich das Abenteuer wiederhole.

Die verschiedenen Genuss-Arten

Lacan unterscheidet auf dem Feld der Psychoanalyse drei Arten von Lustempfindungen:
– das phallische Genießen,
– die Mehrlust (plus-de-jouir), wobei der Platz der Mehrlust vom Objekt a besetzt wird,
– das Genießen des Anderen.

Mit dem phallischen Genießen ist, annäherungsweise, die sexuelle Lust gemeint. Der Ausdruck „phallisch“ verweist hierbei auf den Kastrationskomplex; das phallische Genießen ist die sexuelle Lust, insofern sie durch den Kastrationskomplex strukturiert ist. Den Terminus „phallisches Genießen“ verwendet Lacan erstmals in Seminar 17 (Die Kehrseite der Psychoanalyse, 1969/70)17, vgl. diesen Blogartikel. In Seminar 18 (Über einen Diskurs, der nicht vom Schein wäre, 1971) spricht Lacan stattdessen von jouissance sexuelle, vom „sexuelles Genießen“ bzw. von der „sexuellen Lust“18. In Seminar 19 (… oder schlimmer, 1971/72) erklärt Lacan zunächst, man könne das „sexuelle Genießen“ provisorisch mit der „phallischen Funktion“ gleichsetzen.19 In einer späteren Sitzung heißt es dann, das „phallische Genießen“ sei keineswegs das „sexuelle Genießen“, da es nicht durch die (biologische) sexuelle Polarität spezifiziert sei.20 Anders gesagt, das „phallische Genießen“ ist das sexuelle Genießen, die sexuelle Lust, wobei zu berücksichtigen, dass die sogenannte sexuelle Lust sich nicht auf das biologische Gegengeschlecht bezieht und in diesem Sinne nicht „sexuell“ ist, dass sie vielmehr durch den Kastrationskomplex strukturiert ist.

Die Mehrlust ist die mit den Partialtrieben verbundene Form der Lust,  die Befriedigung der oralen, analen, exhibitionistisch/voyeuristischen und sado-masochistischen Lüste. Diese Formen der Lustbefriedigung haben die Form der Wiederholung, und die Wiederholung beruht darauf, dass die Befriedigung einen Genussverlust erzeugt. Diesen Genussverlust nennt Lacan „Mehrlust“. Er führt diesenBegriff in Seminar 16 von 1968/1969 ein, Von einem anderen zum Anderen, vgl. diesen Blogartikel. Den Platz dieser Mehrlust nehmen die vier Objekte Brust, Kot, Blick und Stimme ein, von Lacan „Objekte a“ genannt.

Das „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ ist also eine Lust, die sich, in der Konstruktion des borromäischen Knotens, vom phallischen Genießen und von der Mehrlust unterscheidet.

Genießen des ausgestrichenen Anderen: Genitivus objectivus

Der Ausdruck „Genießen des Anderen“ verwendet Lacan erstmals in Seminar 10., Die Angst (1962/63), dort für das Genießen auf der Seite des Anderen in der masochistischen Beziehung, das der Masochist, wie er meint, zu befriedigen sucht.21 Wie ist der Genitiv bezogen auf das „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ im Knoten aufzufassen, subjektiv oder objektiv? Geht es um das Genießen auf der Seite des Anderen (Genitivus subjectivus) oder um das Genießen, bei dem der Andere genossen wird, bei dem er das Lustobjekt ist (Genitivus objectivus)?

In der Formel „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ ist der Genitiv ein Genitivus objectivus. Das Symbol JȺ bezieht sich auf das Den-Anderen-Genießen und nicht auf das Genießen, das sich auf der Seite des Anderen ereignet. In einer Bemerkung zum oben abgebildeten Schema sagt Lacan in Seminar 22, RSI:

„Was ich tatsächlich zeigen muß, ist dies, daß es kein Genießen des Anderen, Genitivus objectivus, gibt, und wie sollte mir das gelingen, wenn ich auf Anhieb so genau zuschlage, daß der Sinn getroffen wird und dadurch das Genießen ins Mitschwingen gerät, das den verdammten Phallus ins Spiel bringt (= die Ex-sistenz selbst des Realen, also, um mein Register zu verwenden: R in zweiter Potenz), oder auch das, was die Philosophie zu zelebrieren erstrebt.“22

Im selben Seminar heißt es später:

„Wenn das, was es mit dem Unbewussten auf sich hat, am Ort des Anderen lokalisiert ist, und wenn ich hier die Bemerkung gemacht habe, dass es keinen Anderen des Anderen gibt, d.h. dass das, was in meinem kleinen bildlichen Schema des borromäischen Knotens charakterisiert ist durch eine besondere Betonung des Lochs in dem, was konfrontiert ist, wenn ich so sagen kann, was mit dem Symbolischen konfrontiert ist, und das ich gezeigt habe, denke ich das letzte Mal, indem ich hier ein J eingefügt habe, gefolgt von einem großen A (JA), was ich übersetzt habe, was ich zu äußern versucht habe als das Genießen des Anderen bezeichnend, Genitivus nicht subjectivus, sondern objectivus23.

Und hier ein weitere Verwendung von „Genießen des Körpers des Anderen“, diesmal doppeldeutig:

Lacan bezieht sich auf die Schöpfungsgeschichte der hebräischen Bibel, in der es heißt, dass Gott dem Menschen (Adam) einen Partner gibt, der ihm fehlt.

„Der ihm wie fehlt? – dadurch, daß er behaphtet (aphligé) ist, so zu schreiben, realerweise behaphtet mit einem Phallus, der ihm das Genießen des Körpers des Anderen versperrt (barre).24

Dadurch, dass Adam mit einem Phallus geschlagen (affligé) ist, hat er keinen Zugang zum Genießen des  Körpers des Anderen. Die Stelle kann doppelt gelesen werden: (a) Das Genießen, das sich auf der Seite des Anderen ereignet, ist Adam nicht zugänglich. (b) Adam hat keine Möglichkeit, den Körper des Anderen zu genießen.

Der Andere: der Körper des anderen Geschlechts

Mit dem Anderen ist hier der Körper des anderen Geschlechts gemeint und keineswegs der Andere als Versammlungsort der Signifikanten. Im RSI-Seminar heißt es:

„Das ist nicht so wie bei mir, der ich nur bezeugen kann, dass ich irre, ich irre umher in diesen Intervallen, die ich versuche, für Sie zu situieren, des Sinns, des phallischen Genießens, und eben des dritten Terms, den ich nicht aufgeklärt habe, weil er es ist, der uns den Schlüssel zum Loch gibt, zum Loch, so wie ich es bezeichne. Es ist das Genießen, das nicht den Anderen des Signifikanten anginge, sondern den Anderen des Körpers, den Anderen vom anderen Geschlecht.“25

Der Andere: Gott

Der Begriff des Anderen wird von Lacan aber auch mit „Gott“ übersetzt:

„Das heißt, dass es etwas gibt, das wir nicht genießen können. Nennen wir es das Genießen Gottes, mit dem darin enthaltenen Sinn des sexuellen Genießens.“26

Gott ist derjenige, an den man glaubt27, der andere des anderen Geschlechts ist für mich dann Gott, wenn ich an ihn glaube.

Lacan rekonstruiert hier Freuds These über die Spaltung der Objektbeziehung in Lieben und Begehren: „Wo sie lieben, begehren sie nicht, und wo sie begehren, können sie nicht lieben.“28 Man hat das später den Heilige-Hure-Komplex oder Madonna-Hure-Komplex genannt. Freud kommt zu dem Ergebnis: „Es klingt wenig anmutend und überdies paradox, aber es muß doch gesagt werden, daß, wer im Liebesleben wirklich frei und damit auch glücklich werden soll, den Respekt vor dem Weibe überwunden, sich mit der Vorstellung des Inzests mit Mutter oder Schwester befreundet haben muß.“29

Ausstreichung des Anderen

Mit der Ausstreichung ist gemeint: „Es gibt nicht“. In der Beziehung zum Körper des anderen Geschlechts (A) gibt es etwas nicht (Ⱥ); was es hier nicht gibt, ist ein bestimmtes Genießen (J), nämlich ein Genießen auf Seiten des Subjekts, das darauf beruht, dass sich das Subjekt auf einen Körper des anderen Geschlechts bezieht.

„Es ist klar, wenn es nicht Genießen des Anderen als solchen gibt, d.h. wenn es keinen Garanten gibt, dem man im Genießen des Körpers des Anderen begegnen könnte und der bewirken würde, dass das Genießen des Anderen als solchen existiert – hier ist das offenkundigste Beispiel für das Loch, für das, was nur durch das Objekt a gestützt wird, aber durch ein Missverständnis (maldonne), durch Verwirrung.“30

Wenn man den Körper des Anderen genießt – wenn man beim Sex mit einem Menschen des anderen Geschlechts in Erregung gerät –, gibt es nichts, was beweisen könnte, dass das Genießen sich tatsächlich insofern auf den Anderen bezieht, als er oder sie zum anderen Geschlecht gehört. Lacans Formel hierfür ist: „Es gibt kein sexelles Verhältnis„.

Nach der bereits weiter oben zitierten zweite Bemerkung über den Genitivus objectivus fährt Lacan fort:

„ich habe unterstrichen, dass da ganz speziell das verortet ist, was – ich glaube legitimerweise, gesunderweise -, den Begriff korrigiert, den Freud vom Eros hat, als einer Verschmelzung, als einer Vereinigung. In dieser Hinsicht habe ich gelegentlich den Akzent darauf gesetzt, mehr oder weniger bevor ich diesen borromäischen Knoten herausgebracht habe, ich habe den Akzent darauf gesetzt, dass es sehr schwierig ist, dass zwei Körper miteinander verschmelzen. Es ist nicht nur sehr schwierig, sondern es ist ein Hindernis der gängigen Erfahrung.31

Verhältnis zwischen S(Ⱥ) und JȺ

Graf des Begehrens mit S(A) GELB - Sem 6 (zu: Jacques Lacan, Genießen des ausgestrichenen Anderen)Das Symbol JȺ bezieht sich auf ein unzugängliches Genießen, also wäre zu erwarten, dass Lacan das J durchstreicht. Tatsächlich streicht er das A durch, warum? Ich nehme an, um damit an die Formel S(Ⱥ) zu erinnern, für „Signifikant des ausgestrichenen Anderen“, von Lacan eingeführt in Seminar 6 von 1958/59, Das Begehren und seine Deutung.

Im Grafen des Begehrens hat S(Ⱥ) seinen Platz am oberen linken Schnittpunkt.32 S(Ⱥ) meint: Es gibt keinen Signifikanten, der die Wahrheit des Anderen garantieren könnte. In Seminar 6 hatte Lacan das Symbol S(Ⱥ) auch so erläutert: „es gibt keinen Anderen des Anderen“33, im Sinne von : Es gibt niemanden, der das letzte Urteil über die Wahrheit des Anderen sprechen könnte. Vgl. hierzu diesen Blogartikel.

Wie verhält sich S(Ⱥ) zu JȺ? Lacan stellt die Verbindung so her:

„Es ist klar, wenn es kein Genießen des Anderen als solchen gibt, d.h. wenn es keinen Garanten gibt, der im Genießen des Körpers des Anderen anzutreffend wäre und der bewirken würde, dass den Anderen zu genießen existiert – hier ist das manifesteste Beispiel für das Loch, nämlich für das, was nur durch das Objekt a selbst gestützt wird, aber immer durch Vergeben (maldonne) (der Karten), durch Verwirrung.“ (76, 21. Januar 1975, meine Übersetzung)

Die Verbindung zwischen S(Ⱥ) und JȺ wird durch den Begriff des Garanten hergestellt. S(Ⱥ) meint: Es gibt keinen Garanten für die Wahrheit des Anderen. JȺ besagt: Es gibt im Genießen, das in der Beziehung zu einem Körper des anderen Geschlecht empfunden wird, keinen Garanten dafür, dass es tatsächlich das andere Geschlecht ist, das genossen wird.

Ich nehme an, das im Hintergrund folgende Überlegung steht. Die Funktion des Garanten wird durch Gott realisiert. Nun gilt aber: Es gibt aber keinen Garanten, in theologischer Terminologie: Gott existiert nicht. Dass es keinen Garanten gibt, keinen Gott, zeigt sich auf zwei Weisen, im Symbolischen darin, dass es keinen Wahrheitsgaranten gibt, auf der Ebene des Genießens darin, dass es kein Genießen des Körpers des Anderen als Körper des anderen Geschlechts gibt.

Insgesamt

„Genießen des ausgestrichenen Anderen“ meint also: Dem Menschen ist eine bestimmte Form der Lust nicht zugänglich: diejenige Lust, die durch die instinkthafte (durch Bilder gesteuerte) Beziehung zum Partner des anderen Geschlechts entstehen würde. Diese Lust ist für den Menschen deshalb unmöglich, weil er spricht; das Sprechen zerstört die natürliche, instinkthafte Beziehung zum Gegengeschlecht und die damit verbundene Lust. Heterosexualität ist so wenig natürlich wie Homosexualität.

Im Seminar über die Identifizierung (Seminar 9 von 1961/62) hatte Lacan es so formuliert:

„Der einzige reale Andere – denn es gibt keinen Anderen des Anderen, nichts, was die Wahrheit des Gesetzes garantieren würde –, der einzige reale Andere ist derjenige, dessen man ohne das Gesetz genießen könnte. Diese Virtualität definiert den Anderen als Ort: das Ding, das insgesamt ausgelöscht ist, auf seinen Ort reduziert, dies ist der Andere mit großem A.“34

Der reale Andere ist derjenige, dessen man ohne Gesetz genießen könnte, und eben dies ist unmöglich. Eine frühere Version des Begriffs „Genießen des ausgestrichenen Anderen“ ist der Begriff des Dings, den Lacan im Ethik-Seminar eingeführt hatte (Seminar 7 von 1959/60).

Die Position von JȺ im Knoten

Borromäischer Knoten - nur J-A Kopie (zu: Jacques Lacan, Genießen des ausgestrichenen Anderen)Das Knotendiagramm zeigt, dass das Genießen des ausgestrichenen Anderen durch die Überlagerung des Realen und des Imaginären gebildet wird, wobei diese beiden Ringe vom Ring des Symbolischen zusammengehalten werden. Das Diagramm stellt außerdem dar, dass das Genießen des ausgestrichenen Anderen an das Objekt a angrenzt (oder dass das Objekt a ein Teil davon ist – die Zuordnung ist unklar).

Reales

Der Ring des Realen wird von Lacan in Seminar 22 (wie alle Ringe) unter drei Aspekten beschrieben: Konsistenz (d.h. Zusammenhalt des Rings in sich), Ex-sistenz (d.h. das Einander-Äußerlich-Sein der Ringe, ihre Nicht-Durchdringung) und Loch (das Loch eines Rings ist das, wodurch man die Hand stecken kann). Das Loch des Realen steht dafür, dass es kein kein sexuelles Verhältnis gibt. Damit ist gemeint, dass die sexuelle Beziehung zu einer Partner des Gegegengeschlechts keine Instinktgrundlage hat und dass auch die unbewusste Beziehung zu ihm nicht darauf beruht, dass der andere ein Mann oder eine Frau ist (vgl. diesen Blogbeitrag).

Im Vorwort von 1974 zu Frank Wedekinds Frühlingserwachen schreibt Lacan:

„Freud hat herausgefunden, dass das, was er Sexualität nennt, im Realen Loch macht.“35

In Seminar 21 bringt er das Loch im Realen mit der Formel zusammen, dass es keine sexuelle Beziehung gibt:

„Aber wir wissen alles, weil alles – wir erfinden ein Dingsda, einen Trick, um das Loch im Realen zu stopfen. Da, wo es keine sexuelle Beziehung gibt, ruft das ein Trauma hervor. Man erfindet. Man erfindet natürlich, was man kann.“36

Der Überschneidungsbereich JȺ gehört, wie das Diagramm zeigt, zum Loch im Realen. Anders gesagt: dass es kein Genießen des Anderen gibt, beruht darauf, dass es kein sexuelles Verhältnis gibt.

Imaginäres

Die imaginäre Seite ist die Vorstellung von der Verschmelzung, der Vereinigung der beiden Geschlechter, wie sie etwa Freud mit dem Begriff des Eros verbindet.37 Es gibt kein Genießen des Anderen meint auch: in der sexuellen Begegnung mit einem Menschen vom anderen Geschlecht wird keine Einheit hergestellt.

□ Ist überdies gemeint: „Bei dieser Begegnung spielt die Einheitsvorstellung jedoch eine entscheidende Rolle.“ ? Vermutlich.

Symbolisches

Der Bezug zum Symbolischen besteht darin, dass das Genießen des Anderen genau dadurch unmöglich ist, dass der Mensch ein sprechendes Wesen ist: die instinktgesteuerte Koordination mit dem Gegengeschlecht wird hierdurch zerstört.

Objekt a

Es gibt kein Genießen des Anderen meint: der Andere die Funktion des Objekts a, anders gesagt: die Beziehung zu ihm ist pervers38; im Diagramm des borromäischen Dreierknotens wird dies durch den zentralen Überschneidungsbereich dargestellt, der mit a gekennzeichnet ist.

Das ist die von Freud zuerst in den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie dargelegte Auffassung: die Grundlage der Sexualität ist polymorph-pervers. Freuds These, dass die polymorph-perverse Sexualität durch das Genitalprimat überformt und zentriert wird, wird von Lacan nicht übernommen. Für Lacan gibt es ein Primat des Phallus-Signifikanten, und das meint gerade nicht ein Genitalprimat, nicht eine durch das Unbewusste ermöglichte Anpassung des Erregungsablaufs an einen Partner des Gegengeschlechts.

„Warum hat Freud den Eros als das Eine qualifiziert, indem er sich dem Mythos des Körpers anvertraute, des vereinten Körpers, des Körpers mit zwei Rücken, des völlig runden Körpers, indem er es wagte, sich auf diese Platonsche Ungeheuerlichkeit zu beziehen. Ist es nicht eine Tatsache, das wir einen anderen Körper, welchen auch immer, noch so sehr umschlingen mögen, das ist nichts anderes ist als das Zeichen der äußersten Verlegenheit (embarras)? Es kommt vor, dass wir, dank einer Tatsache, die von Freud offenkundig so verzeichnet wird, wie sie sich aufdrängt, nämlich der Regression, dass wir ihn überall lutschen. Was kann das aber bewirken? Abgesehen davon, ihn in Stücke zu zerlegen, ist nicht wirklich zu sehen, was man mit einem anderen Körper machen kann, ich meine mit einem anderen menschlich genannten Körper?39

In Jenseits des Lustprinzips stellt Freud den Gegensatz zwischen zwei Triebgruppen auf, zwischen Eros (oder Lebenstrieben) und Todestrieben. Der Eros, der die Sexualtriebe und die Selbsterhaltungstriebe umfasst, hat die Tendenz, immer größere Einheiten zu bilden. Hierfür bezieht Freud sich zustimmend auf den Mythos von der Entstehung der Zweigeschlechtlichkeit durch Halbierung eines Kugelmenschen, den Aristophanes in Platons Symposion erzählt.40

Wenn wir uns auf einen anderen Körper beziehen, sind die Partialtriebe am Werk. Lacan führt zwei Beispiele an: der Oraltrieb befriedigt sich darin, dass wir den anderen Körper lecken, der sadistische Trieb im Extremfall darin, dass wir den anderen Körper zerstückeln. Freud bezeichnet das als „Regression“. Anstelle des „Genießen des Anderen“ gibt es das polymorph-perverse Genießen, das, in Freuds Theoretisierung, auf Regression beruht; in Lacans Konzeptualisierung: das Objekts a.

Phallisches Genießen

In Seminar 20 heißt es:

„Die Lust, insofern sie sexuell ist, ist phallisch, d.h. sie bezieht sich nicht auf den Anderen als solchen.“41

Die phallische Lust, das phallische Genießen, bezieht sich auf den Körper des anderen nicht insofern, als dieser andere Körper ein Körper vom anderen Geschlecht ist.

Snn

Das phallische Genießen wiederum beruht auf dem Sinn.

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Anmerkungen

  1. In Seminar 22 heißt es in der Sitzung vom 11. Februar 1975: „Auf meinem kleinen Schema befindet sich der Sinneffekt in der Verbindung des Symbolischen und des Imaginären. Mit dem konsistenten Kreis des Realen steht er im Prinzip nur in einem Verhältnis von Äußerlichkeit. Ich sage im Prinzip, weil diese Äußerlichkeit den geplätteten Knoten unterstellt. Er ist geplättet, weil wir nur platt denken – man kann ihn aber ebensogut anders darstellen.“ Kleiner-Übersetzung, S. 29.
  2. Vgl. Seminar 22, RSI, Sitzung vom 18. März 1975; Kleiner-Übersetzung S. 49 und 53.
  3. Vgl. Seminar 17 von 1969/70, L’envers de la psychanalyse, Version Miller, S. 93.
  4. In Seminar 13 (Das Objekt der Psychoanalyse, 1965/66) heißt es, „das Genießen kann für uns nur identisch sein mit jeder Gegenwart des Körpers, das Genießen lässt sich nur vom Körper her erfassen“ (Sitzung vom 27. April 1966, meine Übersetzung nach Version Staferla).
  5. Seminar 17, Sitzung vom 11. Februar 1970, Version Miller, S. 83.
  6. Vgl. Seminar 21, Sitzung vom 11. Juni 1974.
  7. In den Vortrag Die Dritte (1974) heißt es, dass „das Schnurren ohne jeden Zweifel das Genießen (jouissance) der Katze ist. Ob das durch ihren Kehlkopf geht oder wodurch sonst, darüber weiß ich nichts: wenn ich sie streichle, wirkt es, als käme es aus dem ganzen Körper“ (meine Übersetzung in diesem Blog hier, nach der von Patrick Valas und anderen erstellten Transkription, veröffentlicht am 21. September 2015 auf der Website von Patrick Valas (valas.fr);  eine frühere Transkription von Die Dritte erschien in: Lettres de l’École freudienne. Bulletin intérieur de l’École Freudienne de Paris, Nr. 16, 1975, S. 177–203, eine Kopie dieser ersten Transkription gibt es im Internet hier, eine Abschrift bietet die Website der École lacanienne de Paris hier, in dieser älteren Transkription findet man die zitierte Stelle auf S. 179).
  8. „Die Frage wird von dem Moment an interessant, wenn man sie erweitert und wenn man sich im Namen des Lebens fragt, ob die Pflanze genießt. Das ist durchaus etwas, was einen Sinn hat, denn das ist ja immerhin etwas, was man uns angedreht hat, man hat uns die Lilien auf dem Felde angedreht. Sie weben nicht und sie spinnen nicht, hat man hinzugefügt. Es ist jedoch sicher, dass wir uns jetzt damit nicht mehr zufriedengeben können, aus dem guten Grund, dass es eben doch ihre Sache ist, zu weben und zu spinnen. Für uns, die wir das unter dem Mikroskop betrachten, gibt es kein offenkundigeres Beispiel für etwas Gesponnenes als dieses. Also ist es vielleicht das, was sie genießen: zu weben und zu spinnen. Das lässt die Sache insgesamt jedoch ganz und gar in der Schwebe. Über die Frage, ob Leben mit Genießen einhergeht, muss noch entschieden werden.“ (Die Dritte, a.a.O., S. 192)
  9. J. Lacan: Seminar 18, Über einen Diskurs, der nicht vom Schein wäre (1971), Sitzung vom 17. März 1971, meine Übersetzung nach Version Staferla.
  10. Vgl. Lacan, Seminar 18, Sitzung vom 13. Januar 1971, Version Miller, S. 19.
  11. S. Freud: Jenseits des Lustprinzips (1920). In: ders.: Studienausgabe, Bd. 3. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. S. 220.
  12. A.a.O., S. 220, Fußnote 2, Zusatz von 1925.
  13. Sitzung vom 27. April 1966, meine Übersetzung nach Version Staferla, „Lust“ im Original deutsch.
  14. Vgl. Seminar 16, Version Miller, S. 41.
  15. Den Ausdruck „Genuss“ findet man mehrfach im Unbehagen in der Kultur (1930).
  16. Seminar 20, Version Miller/Haas u.a., S. 8.
  17. Vgl. Seminar 17, Sitzung vom 11. Februar 1970, Version Miller S. 85, und Sitzung vom  11. Februar 1970, Version Miller s. 110.
  18. Vgl. Seminar 18, Sitzung vom 20. Januar 1971, Version Miller S. 33 f.; Sitzung vom 17. März 1971, Verison Miller S. 107 f.; Sitzung vom 9. Juni 1971, Version Miller S. 146, 148 f.; Sitzung vom 16. Juni 1971, Version Miller S. 168, 170.
  19. Vgl. Sitzung vom 12. Januar 1972, Version Miller S. 46.
  20. Vgl. Seminar 19, Sitzung vom 3. Februar 1971, Version Miller S. 70.
  21. Vgl. Seminar 10, Version Miller/Gondek, S. 69, 75, 79, 191, 204 f., 221, 239, 336, 383
  22. Lacans Vorbemerkung zur Vorlesung vom 17. Dezember 1974 von Seminar 22, RSI, Übersetzung durch Max Kleiner, S. 9, Einfügung in Klammern von Lacan (die Kleiner-Übersetzung beruht auf der vorläufigen Miller-Ausgabe dieses Seminars).
  23. Seminar 22, Sitzung vom 11. Februar 1975, Version Staferla, meine Übersetzung; in der Kleiner-Übersetzung ist diese Passage nicht enthalten.
  24. Seminar 22, Sitzung vom 11. März 1975, Kleiner-Übersetzung S. 47.
  25. Seminar 22, Sitzung vom 17. Dezember 1974, Kleiner-Übersetzung S. 14.
  26. Seminar 23, Version Miller, S. 61, meine Übersetzung.
  27. Vgl. zum Unterschied zwischen „an jemanden glauben“ und „jemandem glauben“ Seminar 22, Sitzung vom 21. Januar 1975, Klei ner-Übersetzung S. 25.
  28. Über die allgemeinste Erniedrigung des Liebeslebens (1912). In: Ders.: Studienausgabe, Bd. 5, S. 202.
  29. A.a.O., S. 205.
  30. Seminar 22, Sitzung vom 21. Januar 1975, Version Staferla, meine Übersetzung, Kleiner-Übersetzung S. 24.
  31. Seminar 22,11. Februar 1975, Version Staferla, S. 82.
  32. Abbildung aus: Seminar 6, Version Miller, S. 337.
  33. Seminar 6, Version Miller, S. 353, meine Übersetzung.
  34. Seminar 9, Sitzung vom 4. April 1962; meine Übersetzung nach Version Staferla.
  35. Lacan: Préface à L’Éveil du printemps. In: Ders.: Autres écrits. Seuil, Paris 2001, S. 562, meine Übersetzung.
  36. Seminar 21 von 1973/74, Les non-dupes errent, Sitzung vom 19. Februar 1974, meine Übersetzung nach Version Staferla.
  37. Lacans oben zitierte Freud-Kritik bezieht sich auf Freuds Konzeption des Eros bzw. der Lebenstriebe in Jenseits des Lustprinzips, Teil VI,  und in Das Ich und das Es, Kapitel IV, „Die beiden Triebarten“.
  38. Im Encore-Seminare heißt es: „Es gibt kein Geschlechtsverhältnis, weil der Genuß des Anderen, aufgefaßt als Körper, stets inadäquat ist — pervers auf der einen Seite, sofern der Andere sich reduziert auf das Objekt a — und auf der anderen, ich würde sagen, verrückt, rätselhaft.“ Seminar 20, Version Miller/Haas u.a., S. 157.
  39. Seminar 22, Sitzung vo 17. Dezember 1974, Version Staferla 22.8.2009, S. 39 f., meine Übersetzung.
  40. Vgl. S. Freud: Jenseits des Lustprinzips (1920). In: Ders.: Studienausgabe, Bd. 3. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 266 f.
  41. Sitzung vom 21. November 1972, meine Übersetzung; Haas u.a. übersetzen: „Der Genuß, als geschlechtlicher, ist phallisch, das heißt daß er sich nicht zum Anderen als solchen verhält.“ Seminar 20, Version Miller/Haas u.a., S. 13.

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