Mangel im Anderen

Die Leere Gottes

Wettinger Jesuskind - zu: Mangel im Anderen

War­um ver­bie­tet Jah­we den Is­rae­li­ten, von Gott ein Bild zu ma­chen? Weil die Bil­der trü­gen, sagt La­can.

Und war­um? Neh­men wir nur den ein­fachs­ten Fall. Wenn es schö­ne Bil­der sind (…), dann über­sieht man, daß sie stets hohl sind.“1

Der täu­schen­de Cha­rak­ter des Bil­des be­steht dar­in,

daß man im Bild, im Jen­seits der Be­stri­ckung durch das Bild, die Lee­re Got­tes über­sieht, die zu ent­de­cken wäre. (…) Da­bei be­steht die Macht Got­tes ge­ra­de dar­in, sich in die­ser Lee­re fort­zu­be­we­gen.“2

Das Wet­tin­ger Je­sus­kind machts ei­nem leicht mit der Lee­re. Das Holz­ge­mä­de, das um 1450 für das Klos­ter Wet­tin­gen im Kan­ton Aar­gau in der Schweiz ge­schaf­fen wur­de, zeigt ne­ben der lin­ken Arm­beu­ge ei­nen dunk­len Dop­pel­fleck, etwa auf der Höhe des Her­zens. Die Stel­le ist ein Glut­loch: Er­geb­nis ei­nes Klos­ter­bran­des im Jah­re 1502. Die­ses Loch, so be­lehrt uns der Wi­ki­pe­dia-Ar­ti­kel zu die­sem Hei­li­gen­bild, ist das Herz Jesu.

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Anmerkungen

  1. Se­mi­nar 7, Ver­si­on Miller/Haas, S. 237.
  2. Ebd., S. 237 f.

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