Aus aktuellem Anlass

Redaktion „Savoirs et clinique“: Zu den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015

Der fol­gen­de Text ist ein Vor­spann zum nächs­ten Heft von Sa­voirs  et cli­ni­que. Re­vue de psy­chana­ly­se. Der Her­aus­ge­ber, Franz Kal­ten­beck, hat ihn mir heu­te zu­ge­schickt und mich ge­be­ten, ihn zu über­set­zen und an die­ser Stel­le zu ver­öf­fent­li­chen. Rolf Nemitz

——————————————————————————————————-

Gott, wer darf sa­gen: Schlim­mer kann’s nicht wer­den?
’s ist schlim­mer nun als je. (…)
Und kann noch schlim­mer gehn; ’s ist nicht das Schlimms­te,
So­lang’ man sa­gen kann: ‚Dies ist das Schlimms­te.‘

O gods! Who is’t can say, I am at the worst?
I am worse than e’er I was. (…)
And worse I may be yet; the worst is not
So long as we can say, ‚This is the worst‘.

Wil­liam Shake­speare, Kö­nig Lear, 4. Auf­zug, 1. Sze­ne

Wir wa­ren da­bei, die­ses Heft 20 von Sa­voirs et cli­ni­que. Re­vue de psy­chana­ly­se fer­tig­zu­stel­len, als wir von den At­ten­ta­ten er­fuh­ren, die am Abend des 13. No­vem­ber 2015 ver­übt wur­den. Frank­reich hat da­mit ei­nen neu­en An­griff durch Mör­der im Diens­te der Ter­ror­grup­pe Is­la­mi­scher Staat er­lit­ten – eine Wie­der­ho­lung der Ja­nu­ar-At­ten­ta­te in schlimms­ter Form (vgl. die an­schlie­ßen­de Vor­be­mer­kung). 129 Tote, 352 Ver­wun­de­te! Nie­mand weiß, wo die­se Se­rie von Mas­sa­kern zu ei­nem Ende kom­men wird. Die Mör­der, Hö­ri­ge des To­des, ha­ben ihre Ka­lasch­ni­kows auf eine Pa­ri­ser Ju­gend ge­rich­tet, de­ren Le­bens­freu­de sie hass­ten. Die Men­schen, die von ih­nen ver­nich­tet wur­den, kön­nen nicht er­setzt wer­den. Ihre An­ge­hö­ri­gen und Freun­de wer­den sie nie ver­ges­sen. Das Land trau­ert. Um den ver­wun­de­ten Op­fern und den Über­le­ben­den zu hel­fen, ihre Trau­ma­ta zu über­win­den, muss das Recht zur Gel­tung ge­bracht wer­den. Die noch le­ben­den Ak­teu­re und die An­stif­ter des Blut­ba­des müs­sen ver­folgt wer­den; die­je­ni­gen, die da­bei sind, an­de­re, noch schreck­li­che­re Ta­ten vor­zu­be­rei­ten, müs­sen un­schäd­lich ge­macht wer­den. Den An­ge­hö­ri­gen und Freun­den der Op­fer spre­chen wir un­ser Bei­leid aus und ver­si­chern sie un­se­rer So­li­da­ri­tät; den Ver­wun­de­ten wün­schen wir gute Bes­se­rung. In Ge­dan­ken sind wir bei den Über­le­ben­den. Un­se­re An­er­ken­nung gilt all je­nen, die den Mut und die Kraft ge­habt ha­ben, Le­ben zu ret­ten.

Die Re­dak­ti­on von Sa­voirs et cli­ni­que. Re­vue de psy­chana­ly­se

Verwandte Beiträge


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.