Frage

Lacans Didaktik

Sphinx - Aufriss 2 Gro­ße Sphinx von Gi­zeh, von hier

 „Ich zie­he es vor, wenn der An­fang schwer ist“, sagt La­can ir­gend­wo über sei­ne Vor­le­sun­gen. Ich habe die Stel­le nicht mehr ge­fun­den, da­für dies hier:

 „Je­der Ver­such, den Ge­dan­ken­gang der Vor­le­sung mit­zu­ge­hen, wird da­her auf Hin­der­nis­se sto­ßen. Das ist gut. Das Fra­gen wird da­durch ech­ter. Jede sach­ge­rech­te Fra­ge ist be­reits die Brü­cke zur Ant­wort. We­sent­li­che Ant­wor­ten sind stets nur der letz­te Schritt der Fra­gen. Der aber bleibt un­voll­zieh­bar ohne die lan­ge Rei­he der ers­ten und nächs­ten Schrit­te. Die we­sent­li­che Ant­wort schöpft ihre Trag­kraft aus der In­stän­dig­keit des Fra­gens.“

Das ist nicht von La­can, könn­te es aber sein (bis auf das „ech­ter“). Hei­deg­ger hat es ge­schrie­ben, in „Was ist Me­ta­phy­sik?“1 Dass La­can die­sen Text gut ge­kannt hat, zei­gen die An­spie­lun­gen im Ethik-Se­mi­nar.2 Auch die nächs­ten Sät­ze wür­de La­can si­cher­lich un­ter­schrei­ben:

 „Die we­sent­li­che Ant­wort ist nur der Be­ginn ei­ner Ver­ant­wor­tung. In die­ser er­wacht das Fra­gen ur­sprüng­li­cher. Des­halb wird auch die ech­te Fra­ge durch die ge­fun­de­ne Ant­wort nicht auf­ge­ho­ben.“3

Gibt es bei La­can eine Ent­spre­chung zu Hei­deg­gers Seins­fra­ge? Die Fra­ge nach dem Be­geh­ren? Ist das la cau­se freu­dien­ne, der Freud­sche Streit­fall? Spricht La­can des­halb nicht ein­fach vom „Be­geh­ren“ des Ana­ly­ti­kers, son­dern hart­nä­ckig von der „Fra­ge nach dem Be­geh­ren“ des Ana­ly­ti­kers?

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 Anmerkungen

  1. Klos­ter­mann, Frank­furt am Main, 13. Auf­la­ge 1986, S. 44. 
  2. Vgl. François Bal­mès: Ce que La­can dit de l‘être (1953–1960). Pres­ses Uni­ver­si­taires de Fran­ce, 1999, dar­in Kap. 6, „D’une Cho­se à l’Autre“, S. 179–206.
  3. Was ist Me­ta­phy­sik?, a.a.O., S. 44. 

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