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Notiz zum Subjekt als Möbiusband — 1 Kommentar

  1. Hal­lo Herr Nemitz,

    ich ver­wei­se mal auf ein Netz­fund­stück, wel­ches mich heu­te übber­rasch­te:

    https://www.spektrum.de/news/moebiusbaender-trotzen-der-unendlichkeit/1626352 (hof­fe das Ver­lin­ken ist okay und funk­tio­niert)…

    Sie fra­gen sich sicher­lich, war­um ich dar­auf hin­wei­se — und ich ant­wor­te ger­ne: Wenn ich den Inhalt des Arti­kels in Rela­ti­on zu Lacan letz­ten Arbei­ten hinischt­lich der Kno­ten­theo­rie vor­al­lem — setz­te, dann erwächst für mich dar­aus ein völ­lig neu­es Bild der poli­ti­schen Impli­ka­tio­nen von Lacans Aus­sa­ge, dass es kei­ne Meta­spra­che gäbe — und damit auch Klar­heit hin­sicht­lich der Wirk­mög­lich­kei­ten der psy­cho­ana­ly­thi­schen The­ra­pie.
    Sie schrie­ben: „Die Spal­tung des Sub­jekts ist dem­nach die in Bewuss­tes und Unbe­wuss­tes, und das Möbi­us­band soll zei­gen, dass die Kom­po­nen­ten die­ser Spal­tung letzt­lich auf der­sel­ben Sei­te lie­gen.“ — mit Bezug auf den Arti­kel wird dar­aus aber deut­lich mehr und zwar auf dem Wege, dass weni­ger dar­aus wird! Inhalt­lich wird damit der „Sprach­raum“ — ich über­neh­me den Begriff von Peter Röd­ler (der unmit­tel­bar vor ihnen eine Ver­tre­tungs­pro­fes­sur an der Goe­the-Uni für Behin­der­ten­päd­ago­gik hat­te und sich auch auf Lacan bezog) ein­ge­grenzt… Mei­ne Den­ke: Wenn es einen unbe­grenz­ten Sprach­raum gibt, dann wird druch den Hin­weis in dem Arti­kel eine Gren­ze für Sub­jek­te (also „möbi­us­band­ori­en­tier­te Men­schen“ ein­ge­zo­gen) her­ge­stellt, die sicher­stel­len könn­te, dass Spra­che sich nicht in der psy­cho­ti­schen Belie­big­keit ala Baby­lon auf­löst — ein­fach weil in einem unend­li­chen Raum nicht Platz genug ist, für unend­lich vie­le Möbi­us­bän­der!
    Was sich erst­mal als Beschnei­dung liest, könn­te somit ein­fach nur einen Schnitt dar­stel­len (den Arti­kel von Pro­ge habe ich gele­sen), der sicher­stellt, dass „Sinn“ sich über­haupt rea­li­sie­ren lässt — und damit eine „Ana­ly­se“

    Die schrei­ben: „Gesucht ist eine Alter­na­ti­ve zu Freuds ver­ba­ler und zeich­ne­ri­scher Dar­stel­lung des Ver­hält­nis­ses von Ich und Es, eine Alter­na­ti­ve im Bereich der mathe­ma­ti­schen Topo­lo­gie. Gesucht ist eine topo­lo­gi­sche Flä­che mit einer Spal­tung in Vor­der­sei­te und Rück­sei­te, die aber zwi­schen den bei­den Sei­ten kei­ne schar­fe Gren­ze auf­weist und bei der es kei­nen Gegen­satz von Innen und Außen gibt.“
    Ggf. suchen wir die­se Alter­na­ti­ve nicht wirk­lich — son­dern ver­su­chen den „Raum“ zu begren­zen? Sie beschrei­ben das Glei­ten des Signi­fi­kan­ten, aber für jede Bewe­gung muss auch ein „Raum“ dasein, sonst droht Belie­big­keit!
    Die Schnit­te, die Herr Por­ge beschreibt, fin­de ich sehr anschlau­lich in Domi­nik Finkelde’s „Exzes­si­ve Sub­jek­ti­vi­tät“ beschrie­ben…

    VG
    M. Gün­ter

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