Lacans Aphorismen

Die Wahrheit lässt sich nur halbsagen.“

Pythia - KopiePy­thia von Del­phi, auf Drei­fuß sit­zend, mit Scha­le und Lor­be­er­zweig in den Hän­den, bei der Be­ant­wor­tung eine An­fra­ge von Kö­nig Ae­ge­as von Athen. At­ti­sche Trink­scha­le, etwa 440/430 v. Chr., An­ti­ken­samm­lung Ber­lin, Ko­pie

Zu den von La­can er­fun­de­nen Neo­lo­gis­men ge­hört der Aus­druck mi-dire, als Sub­stan­tiv und als Verb, zu deutsch: Halb­sa­gen oder halb­sa­gen. Die Wahr­heit kann nur in ei­nem Halb­sa­gen ge­äu­ßert wer­den bzw. die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen – die­se The­se wird von ihm ab Se­mi­nar 17 von 1969/70, Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se, im­mer wie­der vor­ge­bracht.

In Se­mi­nar 17 ver­wen­det er das Sub­stan­tiv: „Die Wahr­heit könn­te nur in ei­nem Halb­sa­gen ge­äu­ßert wer­den“1. In Se­mi­nar 18 be­nutzt er  mi-dire zum ers­ten Mal als Verb: „la vé­rité n’est qu’à mi-dire“, die Wahr­heit ist nur halb­zu­sa­gen.2 Die von mir als Über­schrift ver­wen­de­te For­mu­lie­rung „die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen“ fin­det man zu­erst in Se­mi­nar 19.3

Die Sen­tenz re­kon­stru­iert die Er­fah­rung mit der Deu­tung in ei­ner psy­cho­ana­ly­ti­schen Be­hand­lung und ist zu­gleich eine tech­ni­sche Emp­feh­lung. Letzt­lich geht es um das Ver­hält­nis zwi­schen der Wahr­heit und dem Rea­len.

Der Grundgedanke

Die Wahr­heit des Sub­jekts  ist die Ant­wort auf die Fra­ge „Was bin ich?“. Die Ant­wort er­folgt durch die Deu­tung der Sym­pto­me, durch die Auf­de­ckung ei­nes ver­bor­ge­nen Sinns.

Die Grund­la­ge hier­für ist das Spre­chen in ei­ner Psy­cho­ana­ly­se. die Deu­tung „ent­fes­selt“ die Wahr­heit.4

Die Ent­fes­se­lung der Wahr­heit im Spre­chen stößt auf eine Gren­ze, dar­auf, dass es un­mög­lich ist, die gan­ze Wahr­heit zu sa­gen. Das Rea­le ist das Un­mög­li­che, wie La­can ab Se­mi­nar 9 von 1961/62, Die Iden­tif­zie­rung, im­mer wie­der sagt, das Rea­le, so könn­te man sa­gen, ist die dunk­le Hälf­te des Halb­sa­gens, die ab­ge­wand­te Sei­te der Wahr­heit.

In Se­mi­nar 17 heißt es:

Wenn et­was, was das Un­be­wuss­te heißt, als Sprach­struk­tur halb­ge­sagt wer­den kann, dann des­halb, da­mit uns schließ­lich das Pro­fil die­ses Dis­kurs­ef­fekts er­scheint, der uns bis da­hin als un­mög­lich er­schien, näm­lich die Mehr­lust.5

Die Wahr­heit kann nur halb­ge­sagt wer­den, weil die Si­gni­fi­kan­ten, de­ren Ver­knüp­fung den Sinn er­gibt, auf Ele­men­ten be­ru­hen, die letzt­lich der Er­zeu­gung von Mehr­lust die­nen (zur Mehr­lust vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel). Die­se Ele­men­te be­zeich­net La­can ab der Litu­ra­terre-Vor­le­sung in Se­mi­nar 18 als „Buch­sta­ben“.

Das, was im Halb­sa­gen der Wahr­heit nicht ge­sagt wer­den kann, ist der Zu­sam­men­hang zwi­schen den sinn­lo­sen Grund­la­gen des Sinns und dem Ge­nie­ßen bzw. Ge­nuss­ver­lust.

Den kon­sti­tu­ti­ven Ent­zug der Wahr­heit hat der Ana­ly­ti­ker in sei­nen Deu­tun­gen zu be­rück­sich­ti­gen; die Deu­tung ist des­halb An­deu­tung.

Der Akt

Deutung als Andeutung

In den von La­can ver­öf­fent­lich­ten Tex­ten er­scheint der Be­griff des Halb­sa­gens zu­erst 1970 in sei­nem Vor­wort zu Ani­ka Riff­let-Le­mai­res Buch Jac­ques La­can. Der psy­cho­ana­ly­ti­sche Dis­kurs, so heißt es hier, ist

lehr­bar, je­doch aus­ge­hend von ei­nem Halb­sa­gen, näm­lich der Tech­nik, die be­rück­sich­tigt, dass die Wahr­heit im­mer nur zur Hälf­te ge­sagt wird. Dies setzt vor­aus, dass der Psy­cho­ana­ly­ti­ker sich im­mer nur in ei­nem asym­pto­ma­ti­schen Dis­kurs ma­ni­fes­tiert, was ja auch das min­des­te ist, was man da­von er­war­tet.“6

Asym­pto­ma­tisch“ ist Me­di­zi­ner-Spra­che und meint „sym­ptom­frei“. Das könn­te hei­ßen: Das Sym­ptom ent­steht da­durch, dass man die Wahr­heit ganz sa­gen will, und das heißt: durch Iden­ti­fi­zie­rung. Da­ne­ben ist ver­mut­lich auch „asym­pto­tisch“ ge­meint – der Dis­kurs ist asym­pto­tisch, er nä­hert sich der Wahr­heit nur an.

Die An-Deu­tung wird von La­can be­reits in Funk­ti­on und Feld des Spre­chens und der Spra­che in der Psy­cho­ana­ly­se emp­foh­len, ei­nem Vor­trag von 1953, der 1956 ver­öf­fent­licht wur­de.7 Nach ei­ner zu­stim­men­den Be­mer­kung zur Theo­rie der Sym­bo­lik von Er­nest Jo­nes heißt es hier über das Sym­bol:

Da­mit es im Sub­jekt sei­ne Wir­kun­gen her­vor­ruft, ge­nügt es also, dass es et­was zu ver­ste­hen gibt, denn die­se Wir­kun­gen ent­fal­ten sich ohne Wis­sen des Sub­jekts. (…)

Dem­nach ist es si­cher­lich so, dass der Ana­ly­ti­ker mit der Macht des Sym­bols spie­len könn­te, in­dem er die­se Macht durch die se­man­ti­schen Re­so­nan­zen sei­ner Be­mer­kun­gen auf kal­ku­lier­te Wei­se zum Tra­gen bringt.

Das wäre die Rück­kehr zum Ge­brauch sym­bo­li­scher Wir­kun­gen, in ei­ner er­neu­er­ten Tech­nik der In­ter­pre­ta­ti­on.

Indian Aethetics

Pan­dey, In­di­an Ae­thetics, 1995

Wir könn­ten uns hier auf das be­zie­hen, was die hin­du­is­ti­sche Tra­di­ti­on über das dhva­ni lehrt, wo­mit sie die Ei­gen­schaft des Spre­chens kenn­zeich­net, et­was zu ver­ste­hen zu ge­ben, was es nicht sagt.“8

In ei­ner Fuß­no­te er­läu­tert La­can, dass er sich mit dem Be­griff dhva­ni auf die Leh­re des Ab­hi­na­va­gupta aus dem 10. Jahr­hun­dert be­zieht; er ver­weist hier­für auf eine Ar­beit von K. Ch. Pan­dey über in­di­sche Äs­the­tik.9

Noch in Se­mi­nar 23 von 1975/76, Das Sin­t­hom, heißt es:

Denn letzt­lich ha­ben wir als Waf­fe ge­gen das Sym­ptom nur dies: die Äqui­vo­ka­ti­on.“10

Ana­ly­ti­ke­rin­nen soll­ten ihre Deu­tung in Form ei­nes Rät­sels oder ei­nes Zi­tats vor­brin­gen – mit „Zi­tat“ ist  die Wie­der­ho­lung ei­ner For­mu­lie­rung des Pa­ti­en­ten ge­meint.11 Deu­tung ist für La­can An­deu­tung. Im Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be mei­ner aus­ge­wähl­ten Schrif­ten for­mu­liert er es so: „Die Spit­ze an Sinn, man spürt es, ist das Rät­sel.„12

Ein Seitenblick auf Baltasar Gracián

In Gra­ciáns Klu­gem Welt­mann gibt es ei­nen Dia­log zwi­schen dem Dok­tor Juan Fran­cis­co An­drés und dem Au­tor über den gu­ten Zu­hö­rer. Dar­in heißt es

Dok­tor: »Die Wahr­hei­ten, die am meis­ten Be­deu­tung für uns ha­ben, wer­den im­mer nur halb aus­ge­spro­chen.«13

Das anzustrebende Verhältnis des Patienten zur Wahrheit

In den Vor­le­sun­gen und Ge­sprä­chen an nord­ame­ri­ka­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten sagt La­can:

« Ich habe eine be­stimm­te An­zahl von Punk­ten ge­äu­ßert über das, was es mit der Wahr­heit auf sich hat. Es ist halt­bar, zu sa­gen, dass die Wahr­heit die Struk­tur ei­ner Fik­ti­on hat. Das ist das, was man nor­ma­ler­wei­se als My­thos be­zeich­net – vie­le Wahr­hei­ten ha­ben eine my­thi­sche Exis­tenz –, eben dar­an liegt es, dass man sie nicht er­schöp­fen kann, sie nicht ganz sa­gen kann. Ich habe das in die­ser Form ge­äu­ßert: von der Wahr­heit gibt es nur Halb­sa­gen. Die Wahr­heit, man sagt sie wie man kann, das heißt zum Teil. Nur, wie sich das dar­stellt, stellt sich das als ein Gan­zes dar.

Und eben da liegt die Schwie­rig­keit, dass man näm­lich den­je­ni­gen, der in Ana­ly­se ist, spü­ren las­sen muss, dass die­se Wahr­heit nicht ganz ist, dass sie nicht für je­der­mann wahr ist, dass sie nicht – das ist eine alte Idee –, dass sie nicht all­ge­mein ist, dass sie nicht für alle gilt.“14

Der­je­ni­ge, der in ei­ner Ana­ly­se ist, muss spü­ren, dass die Wahr­heit nicht ganz ist, und das heißt hier: dass sie sich auf ei­nen sin­gu­lä­ren Fall be­zieht.

Die Wahrheit in der Folge der Deutung

Zu Be­ginn von Se­mi­nar 18 von 1971 er­läu­tert La­can sei­nen Wahr­heits­be­griff. Der Ti­tel die­ses Se­mi­nars ist D’un dis­cours qui ne se­rait du sem­blant, „Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre“.

Schein, was be­deu­tet das in der Aus­sa­ge des Ti­tels mei­nes Se­mi­nars?

Wenn das bei­spiels­wei­se be­deu­tet ‚Schein des Dis­kur­ses‘, dann ist das, wie Sie wis­sen, die Po­si­ti­on des so­ge­nann­ten lo­gi­schen Po­si­ti­vis­mus. Es geht dar­um, ein Si­gni­fi­kat durch et­was zu über­prü­fen, was sich durch Ja oder Nein ent­schei­den lässt. Was ei­ner sol­chen Prü­fung nicht un­ter­zo­gen wer­den kann, da­von wird ge­sagt, dass es nichts be­deu­tet.

Und da­mit glaubt man, eine be­stimm­te Zahl von Fra­gen los­ge­wor­den zu sein, die als me­ta­phy­sisch qua­li­fi­ziert wer­den. Es geht si­cher­lich nicht dar­um, dass ich an die­sen Fra­gen fest­hal­te, aber ich hal­te dar­an fest, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die Po­si­ti­on des lo­gi­schen Po­si­ti­vis­mus un­halt­bar ist, zu­min­dest aus­ge­hend von der ana­ly­ti­schen Er­fah­rung.

Wenn die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung da­mit ver­bun­den ist, ihre Adels­ti­tel vom Ödi­pus­my­thos zu neh­men, dann des­halb, weil sie das Schnei­den­de der Äu­ße­rung des Ora­kels be­wahrt und, so möch­te ich hin­zu­fü­gen, weil die Deu­tung hier im­mer auf der­sel­ben Ebe­ne bleibt. Wahr ist sie nur durch das, was auf sie folgt, ganz wie das Ora­kel. Die Deu­tung wird nicht ei­ner Wahr­heits­prü­fung un­ter­zo­gen, die sich durch Ja oder Nein ent­schei­den lie­ße, viel­mehr ent­fes­selt sie die Wahr­heit als sol­che. Sie ist nur in­so­fern wahr, als ihr wahr­haft et­was folgt.

(…) Der Mo­ment, in dem die Wahr­heit, die ein­zig et­was ist, was ent­fes­selt ist, zu ei­ner Lo­gik über­geht, die ver­su­chen wird, die­ser Wahr­heit ei­nen Kör­per zu ge­ben, ist ge­nau der Mo­ment, wo der Dis­kurs als Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz ver­ab­schie­det wird, dis­qua­li­fi­ziert wird. Aber wenn dies mög­lich ist, so liegt das dar­an, dass er es teil­wei­se im­mer schon ist. Das ist das, was man Ver­drän­gung nennt. Es ist nicht mehr eine Vor­stel­lung, die er re­prä­sen­tiert, es ist die­se Fol­ge des Dis­kur­ses, die als Wahr­heits­ef­fekt cha­rak­te­ri­siert wird.“15

La­can spielt auf den Be­griff des Schein­pro­blems an, der auf Witt­gen­stein zu­rück­geht; das klas­si­sche Werk ist Ru­dolf Car­naps Schrift Schein­pro­ble­me in der Phi­lo­so­phie (1928).

In sei­ner Kri­tik knüpft La­can an die Wahr­heits­kon­zep­ti­on an, die Freud in Kon­struk­tio­nen in der Ana­ly­se (1937) skiz­ziert hat­te. Wel­che Ga­ran­tie gibt es da­für, fragt Freud, dass die Kon­struk­tio­nen des Ana­ly­ti­kers wahr sind? Das Ja oder Nein des Pa­ti­en­ten er­mög­licht kei­ne Ent­schei­dung. Der ein­zi­ge An­halts­punkt ist das, was auf die Mit­tei­lung der Kon­struk­ti­on folgt: Er­in­ne­run­gen, die zur Kon­struk­ti­on pas­sen, sie er­gän­zen und er­wei­tern, Be­mer­kun­gen wie „Dar­an hät­te ich nie ge­dacht“, Fehl­leis­tun­gen, die in die Rich­tung der Kon­struk­ti­on ge­hen, aber auch, etwa bei star­kem Schuld­be­wusst­sein, die Ver­schlim­me­rung der Sym­pto­me und des All­ge­mein­be­fin­dens. Freud schreibt:

Zu­sam­men­fas­send wer­den wir fest­stel­len, wir ver­die­nen nicht den Vor­wurf, daß wir die Stel­lung­nah­me des Ana­ly­sier­ten zu un­se­ren Kon­struk­tio­nen ge­ring­schät­zig zur Sei­te drän­gen. wir ach­ten auf sie und ent­neh­men ihr oft wert­vol­le An­halts­punk­te. Aber die­se Re­ak­tio­nen des Pa­ti­en­ten sind zu­meist viel­deu­tig und ge­stat­ten kei­ne end­gül­ti­ge Ent­schei­dung. Nur die Fort­set­zung der Ana­ly­se kann die Ent­schei­dung über Rich­tig­keit oder Un­brauch­bar­keit un­se­rer Kon­struk­ti­on brin­gen. wir ge­ben die ein­zel­ne Kon­struk­ti­on für nichts an­de­res aus als für eine Ver­mu­tung, die auf Prü­fung, Be­stä­ti­gung oder Ver­wer­fung war­tet. Wir be­an­spru­chen kei­ne Au­to­ri­tät für sie, for­dern vom Pa­ti­en­ten kei­ne un­mit­tel­ba­re Zu­stim­mung, dis­ku­tie­ren nicht mit ihm, wenn er ihr zu­nächst wi­der­spricht. Kurz, wir be­neh­men uns nach dem Vor­bild ei­ner be­kann­ten Nes­troy­schen Fi­gur, des Haus­knechts16, der für alle Fra­gen und Ein­wen­dun­gen die ein­zi­ge Ant­wort be­reit hat: ‚im Lau­fe der Be­ge­ben­hei­ten wird al­les klar wer­den.‘“17

Die Struktur

Signifikant des Mangels im Anderen

Da­für, dass die Wahr­heit sich nur halb­sa­gen lässt, gibt es bei La­can seit Se­mi­nar 6 ein Sym­bol (Das Be­geh­ren und sei­ne Deu­tung, 1968/69), die Zei­chen­fol­ge S(Ⱥ). In Se­mi­nar 20 von 1972/73, En­core, wird die­ser Zu­sam­men­hang aus­drück­lich her­ge­tellt:

Auf der an­de­ren Sei­te, S(Ⱥ), was ist das an­de­res als die Un­mög­lich­keit,
das gan­ze Wah­re zu sa­gen, wo­von ich vor­hin sprach?“18

Der Aus­druck S(Ⱥ) wur­de bei sei­ner Ein­füh­rung in Se­mi­nar 6  von La­can so er­klärt: der An­de­re im Sin­ne des Sprach­sys­tems hat ei­nen Man­gel; hier­für steht das Sym­bol Ⱥ. Der Man­gel im An­de­ren be­steht dar­in, dass ihm ein be­stimm­ter Si­gni­fi­kant fehlt; das S vor der Klam­mer re­prä­sen­tiert den Si­gni­fi­kan­ten, der dem An­de­ren fehlt. Der Si­gni­fi­kant, der dem An­de­ren fehlt, ist der­je­ni­ge Si­gni­fi­kant, der die Wahr­heit ga­ran­tie­ren wür­de (vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel).

Sinnlose (axiomatische, mythische) Grundlage von Sinn und Wahrheit

Das Dik­tum „Die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen“ knüpft an eine The­se an, die La­can zum ers­ten Mal im Jahr 1957 vor­ge­tra­gen hat­te: Die Wahr­heit hat die Struk­tur ei­ner Fik­ti­on, an­ders ge­sagt: sie hat die Struk­tur ei­nes My­thos, so wie Freud sich auf den Ödi­pus­my­thos be­zog und den My­thos vom Ur­va­ter­mord er­dich­te­te. Vgl. hier­zu die­sen Blog­ar­ti­kel.

In Se­mi­nar 21 for­mu­liert er die­sen Ge­dan­ken so:

Ich sage, und da­mit lie­ge ich Ih­nen in den Oh­ren: die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen. Das soll hei­ßen, ich be­kräf­ti­ge da­mit, dass es Wahr­heit nur als ma­the­ma­ti­sier­te gibt, das heißt als ge­schrie­be­ne. Das heißt, dass sie als Wahr­heit nur von Axio­men ab­hän­gig ge­macht wer­den kann. Das heißt, dass es Wahr­heit nur von dem her gibt, was kei­nen Sinn (sens) hat, das heißt von dem her, wor­aus die wei­te­ren Kon­se­quen­zen nur in des­sen Re­gis­ter zu zie­hen sind, in die­sem Fall im Re­gis­ter der ma­the­ma­ti­schen De­duk­ti­on.

Und wie kann die Psy­cho­ana­ly­se sich dem­nach vor­stel­len, von der Wahr­heit aus­zu­ge­hen? Das ist hier nur eine Wir­kung, si­cher­lich eine not­wen­di­ge Wir­kung, auch wenn die­se Not­wen­dig­keit sich na­tür­lich au­ßer­halb mei­nes Am­tes nir­gend­wo ma­ni­fes­tiert, des Am­tes, dem ich ge­ra­de die­ne, nicht wahr. Das ist hier nur eine Wir­kung, die­se Art von Wahr­heits­ge­ruch in der Ana­ly­se, nur eine Wir­kung des­sen, dass sie kein an­de­res Mit­tel ver­wen­det als das Spre­chen. Strikt nichts an­de­res.“19

Was für die Ma­the­ma­tik gilt, trifft auch auf die Psy­cho­ana­ly­se zu: die Auf­de­ckung des Sinns, die Wahr­heit, be­ruht auf Axio­men, auf Fik­tio­nen, die kei­nen Sinn ha­ben. Be­zo­gen auf die­se Axio­me, die­se Fik­tio­nen lässt sich nicht sa­gen, dass sie wahr sind – es sind My­then. Die Wahr­heit ist nicht der Aus­gangs­punkt der Psy­cho­ana­ly­se, son­dern ihre Wir­kung: ein Ef­fekt des­sen, dass sie sich im Spre­chen voll­zieht.

Heideggers Wahrheitsbegriff

Der Ana­ly­ti­ker soll be­rück­sich­ti­gen, dass die Wahr­heit, wenn er sie äu­ßert, sich zu­gleich ent­zieht. Da jede Wahr­heit mit ei­nem Wahr­heits­ent­zug ver­bun­den ist, muss er eine Wahl tref­fen.20

Im Hin­ter­grund steht Hei­deg­gers Ver­ständ­nis von Wahr­heit als Ein­heit von Ent­ber­gen und Ver­ber­gen: die Of­fen­ba­rung ei­nes Sei­en­den (das im­mer be­grenzt ist) ist zu­gleich die Ver­ber­gung des Sei­en­den im Gan­zen, des Seins.21 In Se­mi­nar 12 von 1965/66 (Schlüs­sel­pro­ble­me für die Psy­cho­ana­lye) heißt es:

Ich ver­ste­he das Wort ‚Wahr­heit‘ hier ganz im Hei­deg­ger­schen Sin­ne: die Mehr­deu­tig­keit des­sen, was sich ent­hüllt, da es noch halb ver­bor­gen bleibt.“22

Genießen als Grenze

In Se­mi­nar 18 heißt es:

Wer nicht sieht, dass die Öko­no­mie – selbst die so­ge­nann­te Öko­no­mie der Na­tur – im­mer eine Dis­kur­s­tat­sa­che ist, der kann nicht be­grei­fen, dass dies dar­auf ver­weist, dass es sich hier um das Ge­nie­ßen nur in­so­fern han­deln kann, als es selbst nicht nur ein Fakt (fait), son­dern auch ein Ef­fekt (ef­fet) des Dis­kur­ses ist.

Wenn et­was, was als das Un­be­wuss­te be­zeich­net wird, als sprach­li­che Struk­tur halb­ge­sagt wer­den kann, dann des­halb, da­mit uns schließ­lich das Pro­fil die­ser Dis­kurs­wir­kung er­scheint, die uns bis da­hin un­mög­lich zu sein schien, näm­lich die Mehr­lust.“23

Jen­seits des­sen, was im Halb­sa­gen ge­sagt wer­den kann, liegt der Ge­nuss­ver­lust als Dis­kurs­ef­fekt, die Mehr­lust. Die­ser Ge­nuss­ver­lust kann nur vom Schein aus auf­ge­ru­fen wer­den, durch die Ob­jek­te a.

In Se­mi­nar 20 heißt es über das Halb­sa­gen der Wahr­heit:

Die Wahr­heit, sa­gen wir, um im Le­ben­di­gen zu schnei­den, ist von Ur­sprung alet­heia, Aus­druck, über den Hei­deg­ger so viel spe­ku­liert hat. Emet, der he­bräi­sche Aus­druck, hat, wie jede Be­nut­zung des Aus­drucks Wahr­heit, ju­ris­ti­schen Ur­sprung. In un­se­ren Ta­gen noch ist der Zeu­ge ge­be­ten, die Wahr­heit zu sa­gen, nichts als die Wahr­heit, und was mehr ist, die gan­ze, wenn er kann – aber könn­te er? Man ver­langt von ihm die gan­ze Wahr­heit über das, was er weiß. Aber, tat­säch­lich, was ge­sucht ist, und mehr als in je­dem an­de­ren im ju­ri­di­schen Zeug­nis, das ist, wo­mit be­ur­teilt wer­den kann, was ist mit sei­nem Ge­nie­ßen. Das Ziel, das ist, daß das Ge­nie­ßen sich ein­ge­steht und zwar just dar­in, daß es un­ein­ge­steh­bar sein kann. Die ge­such­te Wahr­heit ist eben die, in An­be­tracht des Ge­set­zes, das den Genuß re­gelt.“24

Die Wahr­heit nicht halb zu sa­gen, son­dern ganz zu sa­gen, die­se For­de­rung ist ju­ris­ti­schen Ur­sprungs. Die For­de­rung, die gan­ze Wahr­heit zu sa­gen, zielt letzt­lich dar­auf, dass das Ge­nie­ßen ein­ge­stan­den wird. Das Ge­nie­ßen je­doch ist un­ein­ge­steh­bar. Das Un­ein­ge­steh­ba­re soll ein­ge­stan­den wer­den, und das ist eine Un­mög­lich­keit – das Rea­le ist das Un­mög­li­che, hier: das un­mög­lich Ein­zu­ge­ste­hen­de.

Ich über­sprin­ge ei­ni­ge Sät­ze.

An­de­res noch bin­det uns hin­sicht­lich des­sen, was ist mit der Wahr­heit, das ist, daß das Ge­nie­ßen eine Gren­ze ist. Das hängt an der Struk­tur selbst, die zu der Zeit, als ich sie für Sie kon­stru­ier­te, mei­ne Qua­dru­peden auf­rie­fen — das Ge­nie­ßen läßt sich in­ter­pel­lie­ren, auf­ru­fen, her­aus­trei­ben, er­ar­bei­ten nur aus­ge­hend von ei­nem Schein.“25

Das Ge­nie­ßen bil­det für die Wahr­heit eine Gren­ze. Die Wahr­heit über das Ge­nie­ßen kann nicht ge­sagt wer­den. Mit Freud: „Der Kran­ke kann von dem in ihm Ver­dräng­ten nicht al­les er­in­nern, viel­leicht ge­ra­de das We­sent­li­che nicht, und er­wirbt so kei­ne Über­zeu­gung von der Rich­tig­keit der ihm mit­ge­teil­ten Kon­struk­ti­on. Er ist viel­mehr ge­nö­tigt, das Ver­dräng­te als ge­gen­wär­ti­ges Er­leb­nis zu wie­der­ho­len, an­statt es, wie der Arzt es lie­ber sähe, als ein Stück der Ver­gan­gen­heit zu er­in­nern. Die mit un­er­wünsch­ter Treue auf­tre­ten­de Re­pro­duk­ti­on hat im­mer ein Stück des in­fan­ti­len Se­xu­al­le­bens, also des Ödi­pus­kom­ple­xes und sei­ner Aus­läu­fer, zum In­halt und spielt sich re­gel­mä­ßig auf dem Ge­bie­te der Über­tra­gung, das heißt der Be­zie­hung zum Arzt ab.“26 Das, was nicht ge­sagt wer­den kann, zeigt sich in der Wie­der­ho­lung, und die Wie­der­ho­lung be­zieht sich auf das Ge­nie­ßen, auf den ver­dräng­ten Trieb.

Dies be­ruht auf der Struk­tur des Dis­kur­ses, die La­can in Se­mi­nar 17 durch  „Qua­dru­peden“ dar­ge­stell­te hat­te, Vier­füß­ler, vier­glied­ri­ge Sche­ma­ta. In die­sen For­meln ist der Platz oben links der des Scheins, wie La­can zu Be­ginn von Se­mi­nar 18 er­läu­tert hat­te.27 Im Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers ist am Platz des Scheins die Mehr­lust, eine be­stimm­te Form des Ge­nie­ßens.

We­ni­ge Sät­ze spä­ter sagt La­can über sei­ne qua­si-al­ge­brai­sche No­ta­ti­on mit den Sym­bo­len $, A, Φ usw.:

Ihre Schrift selbst bil­det eine Stüt­ze, die über das Spre­chen hin­aus­geht, ohne her­aus­zu­tre­ten selbst aus den Ef­fek­ten selbst der Spra­che. Dies hat den Wert, das Sym­bo­li­sche zu zen­trie­ren, un­ter der Be­din­gung, sich sei­ner zu be­die­nen zu wis­sen, für was? – da­für, eine ge­mä­ße Wahr­heit zu er­hal­ten, nicht die Wahr­heit, die von sich vor­gibt, die gan­ze zu sein, son­dern die des Halb-Sa­gens, die, die sich be­wahr­hei­tet, in­dem sie sich da­vor hü­tet, bis zum Ge­ständ­nis zu ge­hen, was das Schlimms­te wäre, die Wahr­heit, die sich hü­tet ab der Ur­sa­che des Be­geh­rens.“28

Die Wahr­heit der Psy­cho­ana­ly­se muss sich vom ju­ris­ti­schen Wahr­heits­be­griff lö­sen. Die Wahr­heit der Psy­cho­ana­ly­se darf nicht die des Ge­ständ­nis­ses sein. Die Wahr­heit der Psy­cho­ana­ly­se hat ihre Gren­ze und der Ana­ly­ti­ker muss sich da­vor hü­ten, den Pa­ti­en­ten zu ei­nem Ge­ständ­nis brin­gen zu wol­len. Die Gren­ze der Wahr­heit wird ge­bil­det durch die Ur­sa­che des Be­geh­rens, durch das Ob­jekt a.

Das Reale ist das Unmögliche

Eine Ver­si­on von „Die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen“ ist das Dik­tum „Das Rea­le ist das Un­mög­li­che“. Das Rea­le ist das, was we­der sym­bo­lisch noch ima­gi­när re­prä­sen­tier­bar ist (vgl. die­sen Blo­g­ar­ti­kel), es ist das Un­mög­li­che, d.h. das, was nicht auf­hört nicht ge­schrie­ben zu wer­den.29 Zum Rea­len gibt es je­doch auf dem Weg über das Sym­bo­li­sche ei­nen Zu­gang, im Ge­schrie­be­nen als das lo­gisch Un­mög­li­che, als Wi­der­spruch: zu­gleich p und non-p, also im Rah­men ei­ner Lo­gik der Un­ent­scheid­bar­keit.

Wahrheit im Diskurs und der Pfeil der Unmöglichkeit

Dass die Wahr­heit sich nur halb­sa­gen lässt, wird in Se­mi­nar 17 in der For­mel für den Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers so dar­ge­stellt, dass hier am Platz der Wahr­heit (un­ten links) das Sym­bol für das Wis­sen ver­or­tet ist: S2.

\frac {a}{\text S_2} \:^\rightarrow \, \frac {\$}{\text S_1}

Das Wis­sen am Platz der Wahr­heit hat die Form des Zi­tats und des Rät­sels – der  Ana­ly­ti­ker wie­der­holt eine Äu­ße­rung des Pa­ti­en­ten oder er macht eine ora­kel­haf­te Be­mer­kung.30

Der in der obe­ren Zei­le von a nach $ füh­ren­de Pfeil steht für die Un­mög­lich­keit, d.h. für das Rea­le. In Ra­dio­pho­nie wird die For­mel für den Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers so ge­schrie­ben31:

Diskurs des Analytikers in Radiophonie - mit UnmöglichkeitDie Un­mög­lich­keit geht vom Punkt a aus, also da­von, dass der Ana­ly­ti­ker für den Pa­ti­en­ten die Mehr­lust bzw. das Ob­jekt a ver­kör­pert. Es gibt hier et­was, was nicht ge­sagt wer­den kann, was nicht als Wahr­heit er­scheint, als ent­hüll­ter Sinn, und as be­zieht sich auf die Mehr­lust.

In der For­mel für den Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers wird das Dik­tum „Die Wahr­heit lässt sich nur halb­sa­gen“ also re­prä­sen­tiert durch das Zu­sam­men­spiel zwi­schen dem Wis­sen am Platz der Wahr­heit (S2 un­ten links) und dem Pfeil der Un­mög­lich­keit in Be­zug auf das Phan­tas­ma ($ ◊ a), also den Pfeil zwi­schen Mehr­lust und Sub­jekt (a und $) in der obe­ren Zei­le.

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Anmerkungen

  1. La vé­rité (…) ne sau­rait s’énoncer que d’un mi-dire“, Se­mi­nar 17, Sit­zung vom 11. März 1970, Ver­si­on Mil­ler, S. 118; das Sub­stan­tiv „mi-dire“ fin­det man hier auch auf den Sei­ten 40, 58 f., 119, 121, 125–127, 132 und 140
  2. Se­mi­nar 18 von 1971, D’un dis­cours qui ne se­rait pas du sem­blant, Ver­si­on Mil­ler, S. 12.
  3. la vé­rité ne peut que se mi-dire“, Se­mi­nar 19 von 1971/72, … ou pire, Sit­zung vom 10. Mai 1972, Ver­si­on Mil­ler, S. 186.
  4. Vgl. Se­mi­nar 18, Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971, Über­set­zung in die­sem Blog hier.
  5. Se­mi­nar 18, Sit­zung vo 20. Ja­nu­ar, Ver­si­on Mil­ler, S. 21.“
  6. La­can: Au­tres écrits. Seuil, Pa­ris 2001, S. 394.
  7. Bei­spie­le für die the­ra­peu­ti­sche Ver­wen­dung von Me­ta­phern au­ßer­halb der Psy­cho­ana­ly­se fin­det man in: Elie­zer Wirt­z­tum, Onno van der Hart, Bar­ba­ra Fried­man: The use of me­ta­phors in psy­cho­the­ra­py. In: Jour­nal of Con­tem­pora­ry Psy­cho­the­ra­py, 1988, im In­ter­net hier.
  8. Schrif­ten I, S. 137 f., Über­set­zung ge­än­dert.
  9. Kan­ti Chan­dra Pan­dey: Com­pa­ra­ti­ve Ae­s­thetics. Vo­lu­me I: In­di­an Ae­s­thetics. Chowk­ham­ba Sans­krit Se­ries Of­fice, Va­ra­na­si (=Ber­n­a­res) 1950 (= Chowk­ham­ba Sans­krit Stu­dies Vo­lu­me II); eine zwei­te Auf­la­ge er­schien 1959, eine wei­te­re Auf­la­ge (sie­he Ab­bil­dung) 1995.
  10. Se­mi­nar 23, Ver­si­on Mil­ler 2005, S. 6.
  11. Vgl. Se­mi­nar 17, Ver­si­on Mil­ler, S. 40.
  12. J. La­can: Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be mei­ner aus­ge­wähl­ten Schrif­ten (ge­schrie­ben 7.10.1973). In: Ders.: Schrif­ten II, S. 7–14, hier: S. 7.
  13. Bal­ta­sar Gra­cián: Der klu­ge Welt­mann (Il Dis­cre­to, 1646). Über­setzt von Se­bas­ti­an Neu­meis­ter. Ver­lag Neue Kri­tik, Frank­furt am Main 1996, S. 49. 
  14. Jac­ques La­can: Le sym­ptome. Vor­trag an der Co­lum­bia Uni­ver­sity, Au­di­to­rium School of In­ter­na­tio­nal Af­fairs, 1. De­zem­ber 1975: In: Con­fé­ran­ces et ent­re­ti­ens dans des uni­ver­sités nord-amé­ri­cai­nes, Sci­li­cet 6/7, Pa­ris 1976, S. 42–45, hier: S. 43 f., mei­ne Über­set­zung.
  15. Se­mi­nar 18, Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971; Ver­si­on Mil­ler, S. 13 f., mei­ne Über­set­zung, RN.
  16. In Der Zer­ris­se­ne.
  17. S. Freud: Kon­struk­tio­nen in der Ana­ly­se (1937). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Er­gän­zungs­band. Schrif­ten zur Be­hand­lungs­tech­nik. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 402.
  18. Se­mi­nar 20, Ver­si­on Miller/Haas, S. 102.
  19. Se­mi­nar 21, Sit­zung vom 11. De­zem­ber 1973, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  20. Vgl. Se­mi­nar 17, Ver­si­on Mil­ler, S. 125.
  21. Vgl. Mar­tin Hei­deg­ger: Vom We­sen der Wahr­heit (1943).  Klos­ter­mann, Frank­furt am Main 1986, v.a. S. 25.
  22. Se­mi­nar 12, 12. Mai 1965, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  23. Se­mi­nar 18 von 1971, Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971; Ver­si­on Mil­ler, S. 21.
  24. Se­mi­nar 20 von 1973/74, En­core; Ver­si­on Miller/Haas u.a., S. 99.
  25. Se­mi­nar 20, Ver­si­on Miller/Haas u.a., S. 100.
  26. S. Freud: Jen­seits des Lust­prin­zips (1920). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 228.
  27. Vgl. Se­mi­nar 18, Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971; Über­set­zung in die­sem Blog hier.
  28. Se­mi­nar 20, Ver­si­on Miller/Haas u.a., S. 101.
  29. Die The­se, dass das Rea­le das Un­mög­li­che ist wird von La­can zu­erst in Se­mi­nar 9 vor­ge­stellt, in den Sit­zun­gen vom 14. März und vom 21. März 1962; er kommt in je­dem der fol­gen­den Se­mi­nare dar­auf zu­rück, bis ein­schließ­lich Se­mi­nar 24. Die ge­naue For­mu­lie­rung „le réel c’est l’impossible“ ver­wen­det er erst­mals in Se­mi­nar 12, in der Sit­zung vom 16. Juni 1965. Die De­fi­ni­tion „Das Rea­le ist das, was nicht auf­hört, nicht ge­schrie­ben zu wer­den“, trägt La­can erst­mals in Se­mi­nar 20 vor, in der Sit­zung vom 13. Fe­bruar 1973, Ver­sion Miller/Haas u. a., S. 65.
  30. Vgl. Se­mi­nar 17, Sit­zung vom 17. De­zem­ber 1969; Ver­si­on Mil­ler, S. 38 f.
  31. J. L.: Ra­dio­pho­nie (1970). Über­setzt von Jut­ta Pras­se und Hin­rich Lüh­mann. In: Ders.: Ra­dio­pho­nie. Te­le­vi­si­on. Qua­dri­ga, Ber­lin 1988 S. S.5–54, hier: 49.

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