Der borromäische Knoten

Sinn im Knoten

Borromäischer Knoten mit vier Überschneidungsbereichen KopieLa­cans Dia­gramm ei­nes ge­färb­ten bor­ro­mäi­schen Kno­tens aus drei Rin­gen, aus Se­mi­nar 23, Ver­si­on Mil­ler, S. 72, ge­än­dert

Was meint „Sinn“ in La­cans bor­ro­mäi­schem Kno­ten?

Der geplättete borromäische Dreierknoten

Die Ab­bil­dung oben zeigt La­cans „Plät­tung“ ei­nes bor­ro­mäi­schen Kno­tens aus drei ge­färb­ten Rin­gen, d.h. eine Pro­jek­ti­on des drei­di­men­sio­na­len Kno­tens in die zwei­di­men­sio­na­le Ebe­ne, Ma­the­ma­ti­ker sa­gen: ein Dia­gramm des Kno­tens. Die Rin­ge mit den Be­zeich­nun­gen R, S und I ste­hen für das Rea­le, das Sym­bo­li­sche und das Ima­gi­nä­re. Sie sind bor­ro­mä­isch mit­ein­an­der ver­schlun­gen – wenn man ir­gend­ei­nen öff­net, fal­len die an­de­ren bei­den aus­ein­an­der.

Die Pro­jek­ti­on des drei­di­men­sio­na­len Kno­tens in den zwei­di­men­sio­na­len Raum führt dazu, dass Über­schnei­dungs­be­rei­che an­ge­zeigt wer­den, ähn­lich wie in ei­nem Venn-Dia­gramm. La­can be­zeich­net die­se Fel­der als Sinn (sens), JΦ (phal­li­sches Ge­nie­ßen), JȺ (Ge­nie­ßen des aus­ge­stri­che­nen An­de­ren) und a (Ob­jekt a, Mehr­lust).

Die Be­zeich­nun­gen Sinn, JΦ und JȺ be­zie­hen sich nicht auf die ge­sam­te lin­sen­för­mi­ge Re­gi­on, son­dern auf die Lin­se ab­züg­lich des mit ei­nem a ge­kenn­zeich­ne­ten Be­reichs.1

In Se­mi­nar 17 hat La­can das Feld des Ge­nie­ßens bzw. der Lust ein­mal als das La­can­sche Feld be­zeich­net.2 Die Zu­ord­nung der vier Be­grif­fe zu den Über­schnei­dungs­fel­dern fin­det man zu­erst in Se­mi­nar 22 von 1974/75, RSI. Alle vier Über­schnei­dungs­be­rei­che be­zie­hen sich auf das Ge­nie­ßen, auf die Lust; man wird also sa­gen dür­fen, dass der ge­plät­te­te Kno­ten mit den Über­schnei­dungs­be­rei­chen das La­can­sche Feld dar­stellt. 

Borromäischer Knoten mit vier Überschneidungsbereichen mit markierten Doppelpunken KopieIm drei­di­men­sio­na­len Kno­ten gibt es kei­ne Über­schnei­dungs­be­rei­che. Was ist ihre Ent­spre­chung? In der zwei­di­men­sio­na­len Dar­stel­lung lässt sich je­der Über­schnei­dungs­be­reich durch drei Punk­te cha­rak­te­ri­sie­ren, auf ähn­li­che Wei­se wie ein Drei­eck durch sei­ne drei Eck­punk­te: durch drei „Dop­pel­punk­te“, wie die Ma­the­ma­ti­ker sa­gen, also durch drei Punk­te, an de­nen die Rin­ge sich über­schnei­den, und zwar so, das ei­ner oben liegt und ei­ner un­tern. Im Bild rechts sind die Dop­pel­punk­te des Über­schnei­dungbe­reichs JȺ gelb mar­kiert. Dop­pel­punk­te kön­nen auch im drei­di­men­sio­na­len Kno­ten er­zeugt wer­den, man muss nur da­für sor­gen, dass zwei Rin­ge sich be­rüh­ren. Ei­nem Über­schnei­dungs­be­reich ent­spricht dann im drei­di­men­sio­na­len Kno­ten eine Kon­stel­la­ti­on von drei be­stimm­ten Dop­pel­punk­ten. Im nächs­ten Schritt wird der drei­di­men­sio­na­le Kno­ten so ver­zurrt, dass die drei Dop­pel­punk­te ei­nes Be­reichs sich be­rüh­ren. Der Be­rüh­rungs­punkt von drei be­stimm­ten Dop­pel­punk­ten ist die Ent­spre­chung zu ei­nem Über­schnei­dungs­be­reich im ge­plät­te­ten Kno­ten.3

Sinn

Sinn

Der Sinn, mit dem die Psy­cho­ana­ly­se es zu tun hat, ist nicht der Sinn, der sich bei mir spon­tan ein­stellt, wenn mir bei­spiels­wei­se je­mand sagt „Schö­nes Wet­ter heu­te“. Un­ter be­stimm­ten Um­stän­den fra­ge ich mich al­ler­dings: „War­um sagt er mir das? Was will er da­mit?“ Da­mit bin ich nä­her beim Sinn­be­griff der Psy­cho­ana­ly­se. Der Sinn ist hier das Er­geb­nis ei­ner Ent­zif­fe­rung.

Im Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be mei­ner aus­ge­wähl­ten Schrif­ten (1973) schreibt La­can:

In ge­naue­ren Be­grif­fen ge­sagt lie­fert die Er­fah­rung der Ana­ly­se dem Ana­ly­san­ten […] den Sinn sei­ner Sym­pto­me.„4

Der Sinn im Feld der Psy­cho­ana­ly­se ist der Sinn der Sym­pto­me.

La­can ver­wen­det den Sinn­be­griff wie Freud. Die 17. Vor­le­sung von des­sen Vor­le­sun­gen zur Ein­füh­rung in die Psy­cho­ana­ly­se trägt den Ti­tel Der Sinn der Sym­pto­me; La­can ver­weist hier­auf bei der Er­läu­te­rung sei­nes ei­ge­nen Sinn­be­griffs.5

In ei­nem Vor­trag von 1975 er­läu­tert er den Sinn­be­griff so:

Wie eine Fehl­hand­lung deu­ten? Man wür­de völ­lig im Dun­keln tap­pen, wenn das Sub­jekt hier­zu nicht ein oder zwei klei­ne Sa­chen ge­sagt hät­te, die es er­mög­li­chen, zu ihm zu sa­gen: ‚Aber als Sie Ih­ren Schlüs­sel aus der Ta­sche ge­zo­gen ha­ben, um bei mir, dem Ana­ly­ti­ker, ein­zu­tre­ten, dann hat das schließ­lich durch­aus ei­nen Sinn‘, und je nach­dem, wie weit er vor­an­ge­kom­men ist, wird man ihm den Sinn auf un­ter­schied­li­che Wei­se er­klä­ren, etwa da­mit, dass er glaubt, zu Hau­se zu sein, oder dass er be­gehrt, zu Hau­se zu sein oder so­gar noch wei­ter, dass die Tat­sa­che, den Schlüs­sel ins Schloss zu ste­cken, et­was be­weist, was mit dem Sym­bo­lis­mus des Schlos­ses und des Schlüs­sels zu­sam­men­hängt.“6

Der Be­griff des Sinns ist auf die Deu­tung und die As­so­zia­ti­on zu be­zie­hen. Beim Sinn geht es um die Deu­tung bei­spiels­wei­se ei­ner Fehl­hand­lung. Vor­aus­set­zung für die Sinn­deu­tung durch den Ana­ly­ti­ker ist die „freie As­so­zia­ti­on“ des Ana­ly­san­ten (dass er ein oder zwei klei­ne Sa­chen ge­sagt hat)  und da­mit die Über­tra­gung.

Zu be­ach­ten ist, dass La­can an der zu­letzt zi­tier­ten Stel­le zu ei­nem brei­ten Pu­bli­kum spricht und des­halb ver­ein­facht. Die kor­rek­te Deu­tung voll­zieht sich, ihm zu­fol­ge, nicht durch Mit­tei­lung ei­nes vol­len Sinns, son­dern durch An­deu­tung. Die Deu­tung hat die Form von Zi­ta­ten und Rät­seln, heißt es in Se­mi­nar 17, Die Kehr­sei­te der Psy­cho­ana­ly­se (1969/70)7, an­ders ge­sagt, der Ana­ly­ti­ker wie­der­holt Äu­ße­run­gen des Pa­ti­en­ten (er zi­tiert ihn) und macht ora­kel­haf­te Be­mer­kun­gen. Im Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be der Schrif­ten (1973) wird das so for­mu­liert:

Die Spit­ze an Sinn, man spürt es, ist das Rät­sel.„8

In Se­mi­nar 23, Das Sin­t­hom (1975/76), er­fährt man:

Denn letzt­lich ha­ben wir als Waf­fe ge­gen das Sym­ptom nur dies: die Äqui­vo­ka­tion.„9

Sinn im Dia­gramm

Das Dia­gramm soll zei­gen:
– Der Sinn ent­steht durch die Ver­bin­dung des Sym­bo­li­schen und des Ima­gi­nä­ren.
– Im Sinn wer­den das Sym­bo­li­sche und das Ima­gi­nä­re nicht di­rekt mit­ein­an­der ver­bun­den (die bei­den Rin­ge lie­gen über­ein­an­der, sie sind nicht mit­ein­an­der ver­ket­tet).
Borroämischer Knoten - Ausschnitt Sinn Kopie– Der Sinn be­ruht dar­auf, dass die Rin­ge des Ima­gi­nä­ren und des Sym­bo­li­schen durch den Ring des Rea­len mit­ein­an­der ver­bun­den sind, wo­bei die Ver­bin­dung die Struk­tur ei­nes bor­ro­mäi­schen Kno­tens hat.
– Das Rea­le (der blaue Ring) ist dem Sinn äu­ßer­lich.
– Zu­gleich be­zieht sich der Sinn auf das Rea­le. Der Sinn ant­wor­tet auf das Rea­le, sagt La­can.10
– Das Feld des Sinns steht in Be­zie­hung zum Ob­jekt a. Hier gilt das­sel­be wie für die Be­zie­hung zum Rea­len: das Ob­jekt a ist dem Sinn äu­ßer­lich, das Ob­jekt a ist das vom Sinn aus­ge­schlos­sen, ein durch die Sinn­bil­dung er­zeug­ter Rest. Da­mit ver­weist der Sinn aber zu­gleich auf das Ob­jekt a.

Ab Se­mi­nar 22 wird der Sinn mit der Be­nen­nung ver­bun­den und auf den Na­men-des-Va­ters be­zo­gen.

Das Ei­gen­tüm­li­che des Sinns be­steht dar­in, daß man in ihm et­was be­nennt, was die Di­men­si­on des­sen auf­tau­chen läßt, was man die Din­ge (les cho­ses) heißt, die ihr Fun­da­ment nur vom Rea­len be­zie­hen.“11

La­can be­zieht sich hier­für auf den bi­bli­schen My­thos von der Be­nen­nung der Tie­re durch Adam.12

Sym­bo­li­sches

Den sym­bo­li­schen As­pekt des Sinns er­klärt La­can durch die Me­ta­pher und die Be­nen­nung.

Die Me­ta­pher be­steht dar­in, dass der Sinn durch die Sub­sti­tu­ti­on von Si­gni­fi­kan­ten er­zeugt wird.13

Ab Se­mi­nar 22 von 1974/75, RSI, er­klärt La­can, dass der Sinn durch die Be­nen­nung her­vor­ge­ru­fen wird:

Das Ei­gen­tüm­li­che des Sinns be­steht dar­in, daß man in ihm et­was be­nennt, was die Di­men­si­on des­sen auf­tau­chen läßt, was man die Din­ge (les cho­ses) heißt, die ihr Fun­da­ment nur vom Rea­len be­zie­hen.“14

Nicht: die Din­ge wer­den be­nannt, son­dern: et­was wird be­nannt, und da­durch tau­chen die Din­ge auf, wer­den ab­ge­grenz­te Din­ge de­fi­niert.15

Ima­gi­nä­res

In Se­mi­nar 21 er­fährt man über das Ver­hält­nis zwi­schen dem Sinn und dem Ima­gi­nä­ren:

Das Ima­gi­nä­re ist das, was die Ent­zif­fe­rung zu ei­nem Halt bringt, das ist der Sinn. Wie ich Ih­nen be­reits ge­sagt habe, man muss ja ir­gend­wo auf­hö­ren und so­gar so früh wie mög­lich. Das ist Ima­gi­nä­re, das ist im­mer eine In­tui­ti­on des­sen, was zu sym­bo­li­sie­ren ist; wie ich ge­ra­de ge­sagt habe, et­was zum Kau­en, zum Den­ken, wie man sagt. Und, um es klar zu sa­gen, ein un­deut­li­ches Ge­nie­ßen.“16

In SE­mi­nar 22 er­läu­tert La­can den ima­gi­nä­ren As­pekt des Sinns durch eine ge­raff­te Ar­gu­men­ta­ti­on in drei Schrit­ten17:
– Der Sinn ent­steht durch die Kon­sis­tenz des Sym­bo­li­schen.
– Die Ori­en­tie­rung an der Kon­sis­tenz stützt sich auf das Bild des Krei­ses bzw. auf die „gute Ge­stalt“ im Sin­ne der Ge­stalt­psy­cho­lo­gie, also auf die Ten­denz, al­lem Wahr­ge­nom­me­nen eine ein­fa­che, re­gel­mä­ßi­ge, sym­me­tri­sche, ge­schlos­se­ne Form zu ver­lei­hen.
– Die Psy­cho­ana­ly­se hat ge­zeigt, dass die Ori­en­tie­rung am Kreis, die Her­stel­lung der gu­ten Ge­stalt, auf der ima­gi­nä­ren Be­zie­hung zum Kör­per be­ruht, also auf der Bil­dung des Ichs durch den Be­zug auf die Pro­jek­ti­on des ei­ge­nen Kör­pers.

Ich neh­me an, dass Fol­gen­des ge­meint ist:

Sinn­ver­ste­hen ist Ver­ste­hen der Ein­heit, des Zu­sam­men­hangs. „Das er­gibt kei­nen Sinn“ meint: „Das passt nicht zu­sam­men“, „Das wi­der­spricht sich“ – das ist in­kon­sis­tent.

Yin Yang KopieDie ima­gi­nä­re Ein­heits­vor­stel­lung, die für die Psy­cho­ana­ly­se von be­son­de­rer Be­deu­tung ist, ist die von der Kom­ple­men­ta­ri­tät der Ge­schlech­ter, also die An­nah­me, dass sie zu­sam­men ein Gan­zes bil­den und dass ihre Kör­per im Ge­schlechts­akt mit­ein­an­der ver­schmel­zen: „und sie wer­den ein Fleisch sein“ (1. Mose 2, 24). Be­son­ders an­schau­lich wird die Kom­ple­men­ta­ri­täts­vor­stel­lung durch das Yin-Yang-Sym­bol dar­ge­stellt. Die ima­gi­nä­re Ein­heit stützt sich letzt­lich auf das Kör­per­bild; die­ses be­ruht auf dem Ge­gen­satz von In­nen und Au­ßen, Ge­stalt­psy­cho­lo­gen wür­den sa­gen: von Fi­gur und Hin­ter­grund, in der Spra­che der Sys­tem­theo­rie: von Sys­tem und Um­welt.

Eine schö­ne Il­lus­tra­ti­on für die Ver­bin­dung von Sinn und Kreis ist die Rede vom her­me­neu­ti­schen Zir­kel, zu deutsch: vom Kreis des Ver­ste­hens (der Teil wird vom Gan­zen aus ver­stan­den und das Gan­ze aus­ge­hend von den Tei­len). Hei­deg­ger be­tont, dass die­se Kreis­struk­tur nicht nur für das kunst­mä­ßi­ge Ver­ste­hen gilt, son­dern zur exis­ten­ti­el­len Ver­fas­sung des mensch­li­chen Da­seins ge­hört:

Der ‚Zir­kel‘ im Ver­ste­hen ge­hört zur Struk­tur des Sinns, wel­ches Phä­no­men in der exis­ten­tia­len Ver­fas­sung des Da­seins, im aus­le­gen­den Ver­ste­hen ver­wur­zelt ist.“18

Wenn man et­was nicht ver­steht, sagt man „Ich kann mir kei­nen Reim dar­auf ma­chen“. An­ders ge­sagt: Ich kann das, was ich ge­hört oder ge­le­sen habe, nicht in eine ein­fa­che, re­gel­mä­ßi­ge, sym­me­tri­sche, ge­schlos­se­ne Ge­stalt ver­wan­deln.

Die Ver­bin­dung von Ima­gi­nä­rem und Sym­bo­li­schem

Die The­se, dass der Sinn durch die Ver­bin­dung des Sym­bo­li­schen und des Ima­gi­nä­ren ent­steht, wird be­reits vom so­ge­nann­ten Gra­phen des Be­geh­rens dar­ge­stellt, den La­can in den Se­mi­na­ren 5 und 6 so­wie in Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud­schen Un­be­wuss­ten ent­wi­ckelt hat­te.19

Graph des Begehrens - s(A) gelb

Graph des Be­geh­rens, aus: Sub­ver­si­on des Sub­jekts (1960/66)

Das Si­gni­fi­kat hat hier sei­nen Platz am Kreu­zungs­punkt un­ten links, s(A), si­gni­fié de l’Autre, „Si­gni­fi­kat des An­de­ren“, im Sin­ne von: das vom An­de­ren kom­men­de Si­gni­fi­kat. In die­sem Punkt kreu­zen sich zwei zum sym­bo­li­schen ge­hö­ren­de Li­ni­en und eine Li­nie des Ima­gi­nä­ren.

Die ers­te sym­bo­li­sche Li­nie ist die von „Si­gni­fi­kant“ nach „Stim­me“ füh­ren­de Li­nie; sie steht für be­wuss­ten An­spruch, für eine be­wuss­te ar­ti­ku­lier­te For­de­rung als Si­gni­fi­kan­ten­ket­te (z.B. die Wort­fol­ge „Gib mir Brot“).

Die zwei­te sym­bo­li­sche Li­nie geht von A aus, zweigt nach oben links ab und führt auf kur­zem Weg zu s(A); durch sie wird re­prä­sen­tiert, dass das Si­gni­fi­kat – die Be­dürf­nis­be­frie­di­gung – durch den am Ort des An­de­ren ver­sam­mel­ten Wort­schatz be­stimmt wird, bei­spiels­wei­se durch das Wort „Brot“ im Un­ter­schied zu „Sup­pe“, „Bröt­chen“ usw.

Die ima­gi­nä­re Li­nie führt von A nach un­ten und über i(a) und m wie­der hoch zu s(A). Die Zei­chen­fol­ge i(a) steht für image de l’autre, „Bild des an­de­ren“. Der Buch­sta­be m be­zieht sich auf das moi, das „Ich“. Die Ver­bin­dung mi(a) stellt dar, dass das Ich durch die Be­zie­hung zu ei­nem an­de­ren ent­steht, zu ei­nem an­de­ren, der die Funk­ti­on des Ide­als und des Ri­va­len hat. Von der ima­gi­nä­ren Li­nie mi(a)  geht ein Pfeil hoch zu s(A), und das soll hei­ßen: Das Si­gni­fi­kat wird auch durch die ima­gi­nä­re Kon­sti­tu­ie­rung des Ichs durch die Be­zie­hung zum Bild des an­de­ren be­stimmt. Bei­spiels­wei­se wird Brot vom Kind des­halb ge­for­dert, weil ein an­de­res Kind – ein Ri­va­le – Brot be­kom­men hat.

Rea­les

Das Rea­le ist das, was aus dem Sinn aus­ge­schlos­sen ist. Das Rea­le ist das Un­mög­li­che – das, was we­der ima­gi­när noch sym­bo­lisch er­fasst wer­den kann. Die Be­zie­hung zwi­schen dem Sinn und dem Rea­len ist die der Ex-sis­tenz, wie La­can in Se­mi­nar 22 sagt, der Äu­ßer­lich­keit.

Das un­ter­schei­det den „Sinn“ von der „Be­deu­tung“ (La­can über­nimmt Fre­ges Ter­mi­no­lo­gie, ver­wen­det also zur Er­läu­te­rung die deut­schen Aus­drü­cke): die Be­deu­tung ist die Be­zie­hung zum Rea­len. Die Be­deu­tung des Phal­lus ist nicht der Sinn des Phal­lus.20

Zu­gleich be­zieht sich der Sinn auf das Rea­le, das Rea­le ist so­gar kon­sti­tu­tiv für den Sinn: ein­zig der Ring des Rea­len hält die Rin­ge des Ima­gi­nä­ren und des Sym­bo­li­schen so zu­sam­men, dass sie den Be­reich des Sinns er­zeu­gen. Das, was aus dem Sinn aus­ge­schlos­sen ist, er­mög­licht den Sinn.

Ge­nie­ß0en, Lust (jouis­sance, plai­sir)

In der be­reits zi­tier­ten Pas­sa­ge aus Se­mi­nar 21 über das Ver­hält­nis zwi­schen dem Ima­gi­nä­ren und dem Sinn sagt La­can, dass es beim Sinn­ver­ste­hen „ein un­deut­li­ches Ge­nie­ßen“ gibt.21

In Se­mi­nar 23 heißt es in der Sit­zung vom 10. Fe­bru­ar 1976:

Bei Freud – das ist of­fen­kun­dig, auf die­se Art hat er sich so­gar ori­en­tiert – be­rei­tet das Wah­re Lust (plai­sir), und eben dies un­ter­schei­det es vom Rea­len – bei Freud zu­min­dest –, näm­lich dass das Rea­le nicht zwangs­läu­fig Lust ver­schafft.“ (84)

Die­se Auf­fas­sung wird von La­can in der­sel­ben Sit­zung nicht nur re­fe­riert, son­dern über­nom­men:

Bei ei­ner be­stimm­ten Zahl von klei­nen Fä­den fin­de ich mich zu­recht, si­cher­lich; sei­ne Ge­schich­ten mit Nora, da­von ma­che ich mir eine be­stimm­te Vor­stel­lung, aus­ge­hend von mei­ner Pra­xis, ich mei­ne, aus­ge­hend von den Ver­trau­lich­kei­ten, die ich er­hal­te, da ich mit Leu­ten zu tun habe, die ich dazu ab­rich­te, dass sie Lust (plai­sir) dar­an ha­ben, das Wah­re zu sa­gen.“ (87)

Das Sa­gen des Wah­ren – das sich im Feld des Sinns er­eig­net – ist mit Lust (plai­sir) ver­bun­den, mit ei­nem Ge­nie­ßen, das un­ter der Herr­schaft des Lust­prin­zips steht.

Die vier Über­schnei­dungs­be­rei­che des „ge­plät­te­ten“ bor­ro­mäi­schen Kno­tens be­zie­hen sich also auf vier Ar­ten von Er­re­gun­gen, von Ge­nie­ßen (jouis­sance) im wei­ten Sin­ne des Wor­tes.

– Ge­nie­ßen des aus­ge­stri­che­nen An­de­ren, JȺ: das Ge­nie­ßen des Part­ners des an­de­ren Ge­schlechts als an­de­res Ge­schlecht, was un­mög­lich ist, da es kein se­xu­el­les Ver­hält­nis gibt), sie­he hier
– phal­li­sches Ge­nie­ßen, JΦ: das durch den Be­zug auf den Phal­lus-Si­gni­fi­kan­ten ver­än­der­te se­xu­el­le Ge­nie­ßen
– Ob­jekt a: die „Mehr­lust“ (plus-de-jouir), der durch die Spra­che her­vor­ge­ru­fe­ne Ver­lust an Ge­nie­ßen, der durch die Par­ti­al­ob­jek­te sym­bo­li­siert wird
– Sinn: die mit dem Sinn ver­bun­de­ne Lust (plai­sir), die vom Lust­prin­zip be­herrscht wird.

Das Ver­hält­nis des Sinns zum Ob­jekt a

Wie kann die Deu­tung – also der Sinn – auf das Rea­le ein­wir­ken? Durch Ver­mitt­lung des Ob­jekts a. In Se­mi­nar 23 von 1975/76, Das Sin­t­hom, heißt es:

Da­mit aber die­ses Sa­gen, da­mit es re­so­nie­re, Re­so­nanz gebe, da­mit es kon­so­nie­re, um ein wei­te­res Wort des Sin­t­ho­mas­vo­n­aquin zu ver­wen­den, da­mit es kon­so­nie­re, da­für ist es nö­tig, dass der Kör­per sen­si­bel da­für ist, und dass er es ist, das ist eine Tat­sa­che. Weil der Kör­per ei­ni­ge Öff­nun­gen hat, de­ren wich­tigs­te, weil es nicht ver­stopft, ge­schlos­sen wer­den kann, de­ren wich­tigs­te das Ohr ist, weil es nicht ver­schlos­sen, nicht zu­ge­macht wer­den kann, aus die­sem Grund ant­wor­tet im Kör­per das, was ich die Stim­me ge­nannt habe.22

Das Ob­jekt a, durch das der Sinn im Rea­len eine Re­so­nanz er­zeugt, ist die Stim­me.

Spä­ter heißt es in Se­mi­nar 23:

Das Rea­le fin­det sich in den Wirr­nis­sen des Wah­ren. Und eben das hat mich zu der Idee des Kno­tens ge­führt, die von da aus­geht, dass das Wah­re sich au­t­o­per­fo­riert, auf­grund der Tat­sa­che, dass sein Ge­brauch den Sinn ganz und gar er­schafft, und zwar da­durch, dass er glei­tet, da­durch, dass er an­ge­saugt wird vom Bild des Kör­per­lochs, aus dem er aus­ge­sandt wird, näm­lich dem Mund, in­so­fern er saugt.“23

Der Sinn wird an­ge­saugt vom Bild des Kör­per­lochs, aus dem er an­ge­saugt wird, also vom Bild des Mun­des. Im bor­ro­mäi­schen Kno­ten steht das Loch des ima­gi­nä­ren Rings für die Kör­per­öff­nun­gen24, also auch für den Mund. Der Über­schnei­dungs­be­reich „Sinn“ ist Teil des Lochs im Ring des Ima­gi­nä­ren und dies ver­an­schau­licht u. a. das An­ge­zo­gen­wer­den des Wah­ren (das zum Sym­bo­li­schen ge­hört) durch das Bild des Mun­des.

Der sau­gen­de Mund ver­weist auf den Oral­t­rieb und auf die Brust als Ob­jekt a. Der Sinn – als Be­zie­hung zwi­schen dem Ima­gi­nä­ren und dem Sym­bo­li­schen – wird zu­sam­men­ge­hal­ten durch die In­ter­ven­ti­on des Rea­len, des Ge­nie­ßens un­ter an­de­rem in Form des Spre­chens als ei­ner ora­len Er­satz­be­frie­di­gung.

Sinn in früheren Diagrammen

Optisches Modell - Seminar 1

Op­ti­sches Mo­dell

Im op­ti­schen Mo­dell von 1953 re­prä­sen­tiert der Blu­men­strauß das Rea­le (wie es zu die­sem Zeit­punkt ver­stan­den wird), die ge­spie­gel­te Vase das Ima­gi­nä­re und der ebe­ne Spie­gel in der Mit­te der Zeich­nung das Sym­bo­li­sche. Die Be­grif­fe „Si­gni­fi­kat“ oder „Sinn“ ha­ben hier kei­nen Ort.

Schema L - Seminar 2, S. 310, dort eingeführt

Sche­ma L

In Sche­ma L von 1955 er­scheint das Ima­gi­nä­re als Be­zie­hung zwi­schen dem Ich und dem an­de­ren, das Sym­bo­li­sche als An­de­rer mit gro­ßem A, das Rea­le als „(Es)S“, Sub­jekt S als Es. Das Ima­gi­nä­re – die Be­zie­hung zwi­schen dem Ich und dem an­de­ren – fun­giert hier als Sper­re, die den Zu­gang des Sub­jekts, des Es, zum Sym­bo­li­schen (zum An­de­ren) blo­ckiert und zu­gleich ver­mit­telt. Auch in die­sem Sche­ma fin­det man nicht die Be­grif­fe „Sinn“ oder „Si­gni­fi­kat“.

Im Gra­fen des Be­geh­rens von 1957/58 wird das Si­gni­fi­kat (der Sinn) erst­mals als Ef­fekt des Zu­sam­men­wir­kens des Ima­gi­nä­ren und des Sym­bo­li­schen und dar­ge­stellt.

Graf des Begehrens - s(A) als Zusammentreffen von symbolischen und imaginären LinienAm Punkt s(A), „Si­gni­fi­kat des An­de­ren“ lau­fen drei Li­ni­en zu­sam­men:
– die (hier rot ge­färb­te) Li­nie des Sym­bo­li­schen, die von „Si­gni­fi­kant“ nach „Stim­me“ füh­ren­de Li­nie des An­spruchs auf Be­dürf­nis­be­frie­di­gung
– die (grün ge­färb­te) Li­nie, die durch die Ein­wir­kung des Ima­gi­nä­ren ent­steht, also die von A über i(a) und m nach s(A) füh­ren­de Li­nie,
–  die (blau ge­färb­te) Li­nie des Be­dürf­nis­ses; das Be­dürf­nis fun­giert hier ge­wis­ser­ma­ßen als Stell­ver­tre­ter für das Rea­le.
Das Si­gni­fi­kat ent­steht also durch das Zu­sam­men­spiel des Sym­bo­li­schen, des Ima­gi­nä­ren und des Be­dürf­nis­ses.

Von oben – von S(Ⱥ) aus­ge­hend – führt eine Pfeil­li­nie zum Schnitt­punkt s(A). Die­se Li­nie führt an der For­mel des Phan­tas­mas vor­bei, $◊a. Das klei­ne a in der For­mel wird von La­can ab Se­mi­nar 10 von 1962/63, Die Angst, als Par­ti­al­ob­jekt ge­deu­tet. Die von oben kom­men­de Pfeil­li­nie ver­bin­det dann den Sinn mit dem Ob­jekt a.

s(A) meint „das vom An­de­ren kom­men­de Si­gni­fi­kat“, der vom An­de­ren kom­men­de Sinn. Dass der Sinn vom An­de­ren kommt, wird im bor­ro­mäi­schen Kno­ten durch die Ver­bin­dung des Sinns mit dem Ring des Sym­bo­li­schen dar­ge­stellt. Ver­gli­chen mit dem Gra­fen des Be­geh­rens be­steht die Neue­rung der Dar­stel­lung des Sinns im bor­ro­mäi­schen Kno­tens dar­in,
– dass das Be­dürf­nis durch das Rea­le aus­ge­tauscht wird,
– dass der Sinn nicht mehr all­ge­mein auf das Phan­tas­ma mit dem Ob­jekt a be­zo­gen wird, son­dern spe­zi­ell auf das Ob­jekt a.

Alienation - Seminar 11, Miller 222 - meine Übersetzung

Ent­frem­dung

In Se­mi­nar 11 wird Sinn als Kom­po­nen­te der Ent­frem­dung dar­ge­stellt. Zwei Krei­se über­schnei­den sich: das Sein des Sub­jekts und der vom An­de­ren kom­men­de Sinn; hier­durch ent­steht ein Über­schnei­dungs­be­reich: der Nicht-Sinn.25 Aus dem vom An­de­ren kom­men­den Si­gni­fi­kat des Gra­fen des Be­geh­rens, s(A), wird hier der auf der Sei­te des An­de­ren ver­or­te­te Sinn. Das Sein des Sub­jekts kann si­cher­lich nicht um­stands­los mit dem Rea­len gleich­ge­setzt wer­den, aber si­cher­lich kann man sa­gen, dass bei­de Be­grif­fe ver­wandt sind. Die Be­zie­hung zwi­schen dem Sinn und dem Sein im Sche­ma der Ent­frem­dung ent­spricht also ver­mut­lich grob der Be­zie­hung zwi­schen dem Sinn und dem Rea­len im bor­ro­mäi­schen Kno­ten. Die Funk­ti­on des Ima­gi­nä­ren bei der Er­zeu­gung des Sinns wird im Sche­ma der Ent­frem­dung nicht be­rück­sich­tigt

Das Sche­ma ist so zu le­sen: das le­ben­di­ge Sein des Sub­jekts (lin­ker Kreis) wird er­fasst vom An­de­ren als Ort der Spra­che, von den Si­gni­fi­kan­ten (rech­ter Kreis). Die Ver­bin­dung der Si­gni­fi­kan­ten in Form von Me­ta­phern er­gibt den Sin­n­ef­fekt (rech­te Mond­si­chel). Der Sinn be­ruht auf der Iden­ti­fi­zie­rung, auf der Über­nah­me des „ein­zel­nen Zugs“, des unä­ren Si­gni­fi­kan­ten, wie La­can in Se­mi­nar 11 sagt. Hier­durch geht das Sein des Sub­jekts ver­lo­ren, das Sub­jekt wird zum Seins­man­gel, dar­ge­stellt durch den lin­ken Kreis. Im Sym­bo­li­schen ma­ni­fes­tiert sich der Seins­man­gel als Nicht-Sinn, als „Na­bel des Traums“, wie Freud sagt, in ei­nem Knäu­el un­ent­wirr­ba­rer Traum­ge­dan­ken; die­ser Nicht-Sinn ist der ur­ver­dräng­te bi­nä­re Signifikant(zur Zu­ord­nung von S1 und S2 zum Sche­ma vgl. die­sen Blog­bei­trag). Der rech­te Kreis zeigt also die Spal­tung des Un­be­wuss­ten in das Ur­ver­dräng­te (Nicht-Sinn) und das se­kun­där Ver­dräng­te (Sinn).

Auf die Ent­frem­dung folgt in Se­mi­nar 11 eine zwei­te Ope­ra­ti­on, die Tren­nung; hier­bei wird, wenn ich’s recht ver­stan­den habe, der Über­schnei­dungs­be­reich zum Ob­jekt a. In der Ver­öf­fent­li­chung von Se­mi­nar 11 gibt es kein Dia­gramm zur Tren­nung. Wenn man in den Über­schnei­dungs­be­reich a ein­setzt, ist man dicht bei der Dar­stel­lung des Sinns in Se­mi­nar 22, in dem das Ob­jekt a als Teil des Sinns dar­ge­stellt wird.

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Anmerkungen

  1. In Se­mi­nar 22 heißt es in der Sit­zung vom 11. Fe­bru­ar 1975: „Auf mei­nem klei­nen Sche­ma be­fin­det sich der Sin­n­ef­fekt in der Ver­bin­dung des Sym­bo­li­schen und des Ima­gi­nä­ren. Mit dem kon­sis­ten­ten Kreis des Rea­len steht er im Prin­zip nur in ei­nem Ver­hält­nis von Äu­ßer­lich­keit. Ich sage im Prin­zip, weil die­se Äu­ßer­lich­keit den ge­plät­te­ten Kno­ten un­ter­stellt. Er ist ge­plät­tet, weil wir nur platt den­ken – man kann ihn aber eben­so­gut an­ders dar­stel­len.“ Klei­ner-Über­set­zung, S. 29.
  2. Vgl. Se­mi­nar 17 von 1969/70, L’envers de la psy­chana­ly­se, Ver­si­on Mil­ler, S. 93.
  3. Vgl. Se­mi­nar 22, RSI, Sit­zung vom 18. März 1975; Klei­ner-Über­set­zung S. 49 und 53.
  4. J. La­can: Vor­wort zur deut­schen Aus­ga­be mei­ner aus­ge­wähl­ten Schrif­ten (1973). Über­setzt von Nor­bert Haas und Chan­tal Creu­sot. In: J.L.: Schrif­ten II. Hg. v. Nor­bert Haas. Wal­ter-Ver­lag, Ol­ten u.a. 1975, S. 7–14, hier: S. 11. 
  5. Vgl. Con­fé­rence à Genè­ve sur le sym­ptô­me (4. Ok­to­ber 1975). In: Pas-tout La­can, S. 1676.
  6. Con­fé­rence à Genè­ve sur le sym­ptô­me, a.a.O., S. 1675, mei­ne Über­set­zung.
  7. Vgl. Se­mi­nar 17, Sit­zung vom 17. De­zem­ber 1969; Ver­si­on Mil­ler, S. 39–41.
  8. A.a.O., S. 7.
  9. Se­mi­nar 23, Sit­zung vom 18. No­vem­ber 1975; über­setzt nach Ver­si­on Sta­fer­la; Ver­si­on Mil­ler, S. 17; Klei­ner-Über­set­zung, S. 9.
  10. Vgl. Se­mi­nar 22 von 1974/75, RSI, 21. Ja­nu­ar 1975, Ver­si­on Sta­fer­la, An­fang, nicht in der Klei­ner-Über­set­zung.
  11. Se­mi­nar 22, RSI, Sit­zung vom 11. März 1975, Klei­ner-Über­set­zung S. 39.
  12. Se­mi­nar 22, Sit­zung vom 11. März 1975, Klei­ner-Über­set­zung S. 39; Se­mi­nar 23, Sit­zung vom 18. No­vem­ber 1975, Ver­si­on Mil­ler, S. 13. In Se­mi­nar 22 schreibt er die Be­nen­nung der Tie­re irr­tüm­lich Gott zu, der in der he­bräi­schen Bi­bel an­geb­lich „Va­ter“ ge­nannt wird; in Se­mi­nar 23 kor­ri­giert er das.
  13. Die Kon­zep­ti­on der Me­ta­pher fin­det man zu­erst in dem Auf­satz Das Drän­gen des Buch­sta­bens im Un­be­wuss­ten oder die Ver­nunft seit Freud, ver­fasst und ver­öf­fent­licht 1957, in: Schrif­ten II, sie wird er­läu­tert in Se­mi­nar 5 von 1957/58, Die Bil­dun­gen des Un­be­wuss­ten.
  14. Se­mi­nar 22, Sit­zung vom 11. März 1975, Klei­ner-Über­set­zung S. 39.
  15. Die­sen Ge­dan­ken von der schöp­fe­ri­schen Funk­ti­on des Spre­chens fin­det man be­reits in Se­mi­nar 1 von 1953/54, Sit­zung vom 16. Juni 1954.
  16. Se­mi­nar 21 von 1973/74, Les non-du­pes er­rent, Sit­zung vom 13. No­vem­ber 1973, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  17. Vgl. Se­mi­nar 22, 21. Ja­nu­ar 1975, Klei­ner-Über­set­zung S. 21.
  18. M. Hei­deg­ger: Sein und Zeit. Nie­mey­er, Tü­bin­gen 1979, S. 153.
  19. Die fol­gen­de Ab­bil­dung ist aus: J. La­can: Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud­schen Un­be­wuss­ten. In: Ders.: Schrif­ten II. Wal­ter-Ver­lag, Ol­ten und Frei­burg i. Br. 1975, S. 193. Der Auf­satz be­ruht auf ei­nem Vor­trag von 1960 und wur­de 1966 ver­öf­fent­licht.
  20. Vgl. Con­fé­rence à Genè­ve sur le sym­ptô­me (4. Ok­to­ber 1975), in: Pas-tout La­can, S. 1678.
  21. Vgl. Se­mi­nar 21 von 1973/74, Les non-du­pes er­rent, Sit­zung vom 13. No­vem­ber 1973, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  22. Se­mi­nar 23, Sit­zung vom 18. No­vem­ber 1975, Ver­si­on Mil­ler S. 17, über­setzt nach Ver­si­on Sta­fer­la, vgl. den Kom­men­tar zu Se­mi­nar 23 hier.
  23. Sit­zung vom 10. Fe­bru­ar 1976; Ver­si­on Mil­ler, S. 85.
  24. Vgl. Se­mi­nar 22, RSI, Sit­zung vom 14. Ja­nu­ar 1975.
  25. Ab­bil­dung aus Se­mi­nar 11, Ver­si­on Miller/Haas, S. 222, von mir ge­än­dert nach Se­mi­nar 11, Ver­si­on Mil­ler, S. 192.

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