Lacans Aphorismen

Ein Signifikant ist das, wodurch für einen anderen Signifikanten das Subjekt repräsentiert wird.“

Giorgio de Chirico, I piaceri del poeta, 1912 (zu Jacques Lacan, Signifikant und Subjekt)Gior­gio de Chi­ri­co, I pia­ce­ri del poe­ta (Die Freu­den des Dich­ters), 1912

Zwei­te Fas­sung vom 24. Mai 2016 (die ers­te Fas­sung wur­de am 20. Ja­nu­ar 2014 ver­öf­fent­licht).

Was ist ein Si­gni­fi­kant im Sin­ne von La­can?

Die Definition

In Se­mi­nar 9, Die Iden­ti­fi­zie­rung, trägt La­can erst­mals sei­ne De­fi­ni­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten vor. Am 6. De­zem­ber 1961 sagt er:

Der Si­gni­fi­kant ist, im Ge­gen­satz zum Zei­chen, nicht das, was et­was für je­man­den re­prä­sen­tiert, son­dern das, wo­durch ge­nau das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert wird.“1

In ei­ner spä­te­ren Sit­zung die­ses Se­mi­nars heißt es:

Der Si­gni­fi­kant de­fi­niert sich da­durch, bei ei­nem an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten das Sub­jekt zu re­prä­sen­tie­ren: un­end­li­che Ver­wei­sung des Sinns.„2

Eine der Stoß­rich­tun­gen die­ser De­fi­ni­ti­on ist dem­nach die The­se, dass das Sub­jekt nicht durch ei­nen be­stimm­ten Sinn cha­rak­te­ri­siert ist, son­dern durch die un­end­li­che Ver­wei­sung des Sinns. So ge­se­hen ist eine Psy­cho­ana­ly­se zwangs­läu­fig un­end­lich, und für Psy­cho­ana­ly­ti­ker und Pa­ti­ent stellt sich die Fra­ge, wie sie mit die­ser Un­end­lich­keit um­zu­ge­hen soll­ten.

In dem Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud’schen Un­be­wuss­ten (ge­schrie­ben 19623) wie­der­holt La­can die­se Be­stim­mung. Auf Fran­zö­sisch liest sich das so:

Not­re dé­fi­ni­ti­on du si­gni­fi­ant (il n y a pas d’autre) est : un si­gni­fi­ant, c’est ce qui re­pré­sen­te le su­jet pour un aut­re si­gni­fi­ant.„4

Hans-Die­ter Gon­dek hat das so über­setzt:

Un­se­re De­fi­ni­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten (es gibt kei­ne an­de­re da­für) ist: Ein Si­gni­fi­kant ist das, was das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren re­prä­sen­tiert.„5

Die Über­set­zung ist mehr­deu­tig, man weiß nicht, wer was re­prä­sen­tiert: re­prä­sen­tiert der Si­gni­fi­kant das Sub­jekt oder das Sub­jekt den Si­gni­fi­kan­ten? Die­sel­be Am­bi­gui­tät, et­was schwä­cher aus­ge­prägt, hat die äl­te­re Über­set­zung von Nor­bert Haas:

Un­se­re De­fi­ni­ti­on des Si­gni­fi­kan­ten – es gibt kei­ne an­de­re – lau­tet: Ein Si­gni­fi­kant ist, was für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten das Sub­jekt vor­stellt.„6

Im Fran­zö­si­schen ist die Be­zie­hung ein­deu­tig: Der Si­gni­fi­kant ist das Re­prä­sen­tie­ren­de und das Sub­jekt das Re­prä­sen­tier­te. Also soll­te man bes­ser so über­set­zen:

Ein Si­gni­fi­kant ist das, wo­durch für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird.“

Die Elemente der Definition

Nicht „für je­man­den“

Der Sinn der For­mel er­schließt sich, wenn man sich ver­ge­gen­wär­tigt, wo­ge­gen sie sich rich­tet: ge­gen die klas­si­sche De­fi­ni­ti­on des Zei­chens, die da lau­tet „Ein Zei­chen re­prä­sen­tiert et­was für je­man­den“. Das „Re­prä­sen­tie­ren“ ist beim Zei­chen ein „Re­prä­sen­tie­ren für je­man­den“, es be­zieht sich auf ein Be­wusst­sein. In La­cans For­mel ent­fällt die­ser Be­zug: der Si­gni­fi­kant re­prä­sen­tiert nicht für je­man­den, son­dern für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten – die Re­prä­sen­ta­ti­ons­be­zie­hung, um die es geht, liegt au­ßer­halb des Be­wusst­seins, der Be­griff der Re­prä­sen­ta­ti­on wird da­mit iro­ni­siert und auf sol­che Wei­se pro­ble­ma­ti­siert.

Si­gni­fi­kant

Das, wo­durch das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird, ist ein Si­gni­fi­kant und nicht etwa ein Zei­chen. Zei­chen sind ge­wis­ser­ma­ßen mit ih­rem Sinn fest zu­sam­men­ge­wach­sen; Si­gni­fi­kan­ten hin­ge­gen sind für La­can sprach­ar­tig ver­fass­te Ele­men­te, de­ren Sinn nicht ohne wei­te­res zu­gäng­lich ist, de­ren Si­gni­fi­kat ver­schwun­den ist. Ein Si­gni­fi­kant ist ein Rät­sel, ein Be­deu­tungs­rät­sel (vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel). Ein Si­gni­fi­kant ist bei­spiels­wei­se eine Fehl­leis­tung, also etwa das Ver­ges­sen des Haus­tür­schlüs­sels, wenn man die Woh­nung ver­lässt, wo­durch man sich selbst aus­sperrt. Die­ses Ver­hal­ten ist in­so­fern ein Si­gni­fi­kant, als es eine Be­deu­tung hat (oder, was wahr­schein­li­cher ist, meh­re­re), als die Be­deu­tung un­be­kannt ist und oft­mals, auch ohne Psy­cho­ana­ly­se, ge­sucht wird („War­um ist mir das nur pas­siert?“). Von die­sem Si­gni­fi­kan­ten wird das Sub­jekt re­prä­sen­tiert. Nie ist es dem „Kern sei­nes We­sens“ (wie Freud ge­sagt hät­te) nä­her, als in sol­chen oft pein­li­chen oder lä­cher­li­chern oder selbst­zer­stö­re­ri­schen Ver­hal­tens­wei­sen.

Für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten

Das Sub­jekt wird von die­sem Si­gni­fi­kan­ten für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert. Das heißt im ers­ten Zu­gang: Es ist nie­mals ein ein­zel­nen Si­gni­fi­kant, der das Sub­jekt re­prä­sen­tiert, son­dern im­mer eine Si­gni­fi­kan­ten­be­zie­hung. Es ist nie eine ein­zel­ne Fehl­leis­tung, durch die das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird, son­dern im­mer ein Netz von Si­gni­fi­kan­ten.

In Se­mi­nar 14 von 1966/67, Die Lo­gik des Phan­tas­mas, er­läu­tert La­can das so:

En­ti­tät, Ver­nunft­we­sen – im­mer in­ad­äquat von dem Mo­ment an, wo wir auf kor­rek­te Wei­se die Funk­ti­on des Sub­jekts ins Spiel ein­tre­ten las­sen, als nichts an­de­res als das, was von ei­nem Si­gni­fi­kan­ten bei ei­nem an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert wird. Ein Sub­jekt ist in kei­nem Fall eine au­to­no­me Ein­heit, nur der Ei­gen­na­me kann die Il­lu­si­on da­von ge­ben. Das ‚ich‘ (je) zu sa­gen, es sei su­spekt, ist zu viel ge­sagt. Seit ich zu Ih­nen dar­über spre­che, muss es das nicht mehr sein. Es ist sehr ge­nau nur die­ses Sub­jekt, das von ‚ich‘, als Si­gni­fi­kant, bei­spiels­wei­se für den Si­gni­fi­kan­ten ‚gehe’ re­prä­sen­tiert wird oder für die drei Si­gni­fi­kan­ten ‚kom­me zum Schluss‘ ‚ich kom­me zum Schluss‘.“7

Im Satz „ich gehe“ wird das Sub­jekt durch den Si­gni­fi­kan­ten „ich“ für den Si­gni­fi­kan­ten „gehe“ re­prä­sen­tiert. Ent­schei­dend ist, dass das Sub­jekt nicht der Si­gni­fi­kant „ich“ ist, son­dern von ihm nur re­prä­sen­tiert wird, ähn­lich wie eine Re­gie­rung von ei­nem Bot­schaf­ter re­prä­sen­tiert wird, der ein Ei­gen­le­ben hat; und dass der re­prä­sen­tie­ren­de Si­gni­fi­kant nicht iso­liert ist, son­dern we­sent­lich auf ei­nen an­de­ren oder meh­re­re an­de­re Si­gni­fi­kan­ten be­zo­gen ist (so wie ein Bot­schaf­ter von vorn­her­ein auf an­de­re Po­li­ti­ker be­zo­gen ist und viel­leicht so­gar, ge­heim, im Diens­te ei­ner frem­den Re­gie­rung steht).

Die­ses Bei­spiel scheint au­ßer­halb des Fel­des der Psy­cho­ana­ly­se zu lie­gen; der Sinn der Si­gni­fi­kan­ten „ich“ und „gehe“ drängt sich auf – al­ler­dings nicht im­mer, bei­spiels­wei­se nicht in ei­nem Traum und auch nicht bei ei­ner hys­te­ri­schen Läh­mung der Bein­mus­ku­la­tur.

Der Psy­cho­ana­ly­se nä­her sind das Sym­ptom und die Wie­der­ho­lung. Wenn je­mand ein ein­zi­ges Mal zu spät kommt, wird man nur sel­ten von ei­nem Sym­ptom spre­chen (es sei denn, er, der im­mer pünkt­lich ist, ver­schläft aus­ge­rech­net den Ter­min beim Stan­des­amt, aber auch da wür­de ein Psy­cho­ana­ly­ti­ker viel­leicht fra­gen „Ist Ih­nen schon ein­mal et­was Ähn­li­ches pas­siert?“). Cha­rak­te­ris­tisch für den Sym­ptom­cha­rak­ter des Zu­spät­kom­mens ist, dass es sich wie­der­holt. Re­du­ziert man die Wie­der­ho­lung auf die kleinst­mög­li­che Grö­ße, be­steht sie aus zwei Er­eig­nis­sen. Je­mand kommt ein ers­tes Mal zu spät und weiß nicht war­um, das ist der ers­te Si­gni­fi­kant. Auch das zwei­te Mal ist er nicht pünkt­lich, und wie­der ist es für ihn ein Rät­sel – das ist der zwei­te Si­gni­fi­kant. „Ein Si­gni­fi­kant ist, wo­durch das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert wird“, das heißt in die­sem Fall: Durch das ers­te Zu­spät­kom­men wird das Sub­jekt für das zwei­te Zu­spät­kom­men re­prä­sen­tiert.

Sub­jekt (Freud)

In­wie­fern wird durch die Si­gni­fi­kan­ten­ver­ket­tung – etwa in der Wie­der­ho­lung – das Sub­jekt re­prä­sen­tiert? Was ist hier mit „Sub­jekt“ ge­meint? Mit Freund kann man sa­gen: der un­ter­drück­te Trieb. In der Wie­der­ho­lung ist der un­ter­drück­te Trieb wirk­sam. Das ist zwar nicht ganz streng La­can, aber im­mer­hin ein ers­ter Be­zugs­punkt.

Zu La­cans Sub­jekt­be­griff kommt man, wenn man fragt, was es da­mit auf sich hat, dass das Sub­jekt von ei­nem Si­gni­fi­kan­ten „re­prä­sen­tiert“ wird.

Re­prä­sen­tie­ren

In Se­mi­nar 16 von 1968/69, Von ei­nem An­de­ren zum an­de­ren, heißt es:

Und des­halb geht es jetzt dar­um, sich auf die grund­le­gen­den For­meln zu be­zie­hen, näm­lich auf die­je­ni­ge, die den Si­gni­fi­kan­ten als das de­fi­niert, wo­durch für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten ein Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird. Was be­deu­tet das? Ich bin über­rascht, dass hier­zu noch nie je­mand be­merkt hat, dass als Kor­ro­lar hier­aus folgt, dass ein Si­gni­fi­kant sich nicht selbst re­prä­sen­tie­ren kann. Na­tür­lich ist auch das nicht neu, denn in dem, was ich zur Wie­der­ho­lung ar­ti­ku­liert habe, geht es eben dar­um. Aber da müs­sen wir ei­nen Mo­ment lang in­ne­hal­ten, um es jetzt rich­tig zu er­fas­sen – was kann das hier in die­sem Satz be­deu­ten, die­ses ‚sich selbst‘ des Si­gni­fi­kan­ten? Be­ach­ten Sie dass, wenn ich vom Si­gni­fi­kan­ten spre­che, ich von et­was Un­durch­sich­ti­gem spre­che. Wenn ich sage, dass man den Si­gni­fi­kan­ten als das de­fi­nie­ren muss, was für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten ein Sub­jekt re­prä­sen­tiert, dann be­deu­tet das, dass nie­mand et­was dar­über wis­sen wird au­ßer dem an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten, und der an­de­re Si­gni­fi­kant, das ist et­was, was kei­nen Kopf hat, das ist ein Si­gni­fi­kant.

Das Sub­jekt ist da so­fort er­stickt, aus­ge­löscht, im sel­ben Mo­ment, in dem es er­schie­nen ist.“8

Der An­fang ist schon be­kannt. Ein Si­gni­fi­kant kann sich nicht selbst re­prä­sen­tie­ren, da­mit dürf­te ge­meint sein: er hat kei­ne Be­deu­tung an sich selbst, er ist kein Zei­chen. Der Si­gni­fi­kant ist et­was Un­durch­sich­ti­ges: ein Rät­sel. Wie die­ses Rät­sel zu lö­sen ist, weiß nie­mand als der an­de­re Si­gni­fi­kant, der aber hat „kei­nen Kopf“, er ist nicht mit ei­ner Vor­stel­lung ver­bun­den, die eine Be­deu­tung er­gä­be.

Im ers­ten Si­gni­fi­kan­ten er­scheint das Sub­jekt für den zwei­ten Si­gni­fi­kan­ten, aber in dem Mo­ment, in dem es er­scheint, ist es be­reits wie­der aus­ge­löscht. Im Sym­ptom des Zu­spät­kom­mens er­scheint für ei­nen Au­gen­blick das Sub­jekt, aber dann ist es so­fort wie­der ver­schwun­den, die pein­li­che Si­tua­ti­on wird durch eine Ent­schul­di­gung ge­glät­tet und das All­tags­le­ben geht sei­nen Gang. (Es sei denn, das Zu­spät­kom­men führt zur Ent­las­sung, die Ent­las­sung zu ei­ner Le­bens­kri­se, die­se bahnt den Weg zum The­ra­peu­ten, und das heißt in man­chen Fäl­len: zum Psy­cho­ana­ly­ti­ker.)

Sub­jekt (La­can)

Und da­mit sind wir bei La­cans Sub­jekt­be­griff. Das Sub­jekt ist ge­spal­ten, zwi­schen der Pro­duk­ti­on von Si­gni­fi­kan­ten, die es nicht ver­steht, die ihm fremd sind – Sym­pto­men, Träu­men, Fehl­hand­lun­gen usw. –, und sinn­haf­ten Pro­duk­tio­nen, die die es zu ve­ste­hen glaubt, zu de­nen es „ich“ sa­gen kann: „ich den­ke das und das“.  La­can nennt die ers­te Ebe­ne énon­cia­ti­on, „Äu­ße­rung“, die zwei­te énon­cé, „Aus­ge­sag­tes“. Das Sub­jekt ist ge­spal­ten zwi­schen der „Äu­ße­rung“, die für es rät­sel­haft ist, und dem „Aus­ge­sag­ten“, mit dem es ei­nen Sinn ver­bin­det.

In Se­mi­nar 18 (Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre, 1971) kom­men­tiert La­can den Be­griff der In­ter­sub­jek­ti­vi­tät. Das la­tei­ni­sche Wort in­ter meint „zwi­schen“, die In­ter­sub­jek­ti­vi­tät ist also die Be­zie­hung zwi­schen Sub­jek­ten. La­can hat­te den Be­griff an­fangs ver­wen­det und spä­ter kri­ti­siert.

In­ter, si­cher, das ist tat­säch­lich das, was ich erst spä­ter äu­ßern konn­te über eine In­ter­si­gni­fi­kanz, die dann in der Fol­ge sub­jek­ti­viert wird, wo­bei der Si­gni­fi­kant das ist, was für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten ein Sub­jekt dort re­prä­sen­tiert, wo es nicht ist. Wo es re­prä­sen­tiert wird, ist das Sub­jekt ab­we­send. Und eben des­halb, weil es gleich­wohl re­prä­sen­tiert wird, ist es auf die­se Wei­se ge­spal­ten.„9

In dem Si­gni­fi­kan­ten, durch den das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird, ist das Sub­jekt ab­we­send – es kann dazu nicht „ich“ sa­gen, es ist ihm bei­spiels­wei­se rät­sel­haft, war­um es all sei­nen Be­mü­hun­gen zum Trotz im­mer wie­der zu spät kommt oder war­um es so ei­gen­ar­ti­ge Sa­chen träumt. Das Sub­jekt wird von Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert, in de­nen es sich nicht wie­der­er­kennt.

Au­ßer­halb der For­mel: die De­ter­mi­na­ti­on des Sub­jekts durch die Si­gni­fi­kan­ten­be­zie­hung

Et­was spä­ter heißt es in der­sel­ben Sit­zung:

[D]as Sub­jekt er­scheint nur dann, wenn ir­gend­wo die Si­gni­fi­kan­ten­ver­bin­dung ein­ge­rich­tet ist. Ein Sub­jekt kann nur das Er­geb­nis der Si­gni­fi­kan­ten­ver­knüp­fung sein. Ein Sub­jekt als sol­ches be­herrscht nie­mals, in kei­nem Fall, die­se Ver­knüp­fung, son­dern wird von ihr im ei­gent­li­chen Sin­ne de­ter­mi­niert.“10

Das Sub­jekt er­scheint dann, wenn eine Si­gni­fi­kan­ten­ver­bin­dung ein­ge­rich­tet ist; es ist das Pro­dukt die­ser Ver­knüp­fung. Es kann die­se Ver­bin­dung nicht be­herr­schen, viel­mehr wird es von ihr de­ter­mi­niert. Es ist ist ge­spal­ten zwi­schen, ei­ner­seits, dem Si­gni­fi­kan­ten, der es für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert – al­ler­dings ent­frem­det: dort, wo es nicht ist –, und, an­de­rer­seits, dem, was in die­ser Re­prä­sen­ta­ti­ons­be­zie­hung ab­we­send ist, was in ihr nicht re­prä­sen­tiert wird.

In Se­mi­nar 21 von 1974/75, Les non-du­pes er­rent, sagt La­can:

[D]as Un­be­wuss­te ist ein Wis­sen, in dem das Sub­jekt sich ent­zif­fern kann. Das ist die De­fi­ni­ti­on des Sub­jekts, die ich hier gebe, des Sub­jekts, wie es durch das Un­be­wuss­te kon­sti­tu­iert wird. Es ent­zif­fert es, da es als Spre­chen­des in der Po­si­ti­on ist, die­se Ope­ra­ti­on vor­an­zu­trei­ben, die hier so­gar bis zu ei­nem be­stimm­ten Punkt er­zwun­gen ist, bis zu dem, wo es ei­nen Sinn er­reicht. Und da hört es auf, weil – weil man wohl auf­hö­ren muss.“11

Das Un­be­wuss­te ist ein Wis­sen, d.h. eine Be­zie­hung zwi­schen Si­gni­fi­kan­ten. Die Mi­ni­mal­form die­ses Wis­sen ist die Si­gni­fi­kan­ten­dif­fe­renz; seit Se­mi­nar 16 wird sie von La­can mit S2 sym­bo­li­siert. Das Sub­jekt tritt hier dop­pelt auf. Es ist ers­tens das, was in die­sem Wis­sen ent­zif­fert wird: das Ent­zif­fer­te. Es ist zwei­tens die­je­ni­ge In­stanz, die die Ent­zif­fe­rungs­ope­ra­ti­on voll­zieht: das Ent­zif­fe­ren­de. An die Stel­le des Selbst­be­wusst­seins tritt der Pro­zess der Ent­zif­fe­rung des Un­be­wuss­ten. Die Ent­zif­fe­rung des Sub­jekts durch das Sub­jekt in den Si­gni­fi­kan­ten des Un­be­wuss­ten zielt auf den Sinn. Sie kommt zum Halt, wenn ein Sinn er­reicht ist.

Im sel­ben Se­mi­nar er­fährt man eine Sit­zung spä­ter:

Die Be­zie­hung des Men­schen zur Spra­che kann nur auf der fol­gen­den Grund­la­ge an­ge­gan­gen wer­den: dass der Si­gni­fi­kant ein Zei­chen ist, das sich nur an ein an­de­res Zei­chen wen­det, dass der Si­gni­fi­kant das ist, was ei­nem Zei­chen Zei­chen gibt, und dass er des­we­gen Si­gni­fi­kant ist. Das hat nichts mit der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ei­nem an­de­ren zu tun. Das de­ter­mi­niert ein Sub­jekt, das hat ein Sub­jekt zur Wir­kung. Und das Sub­jekt, es ge­nügt, dass es hier­durch als Sub­jekt de­ter­mi­niert ist, näm­lich dass es aus et­was her­vor­geht, das sei­ne Recht­fer­ti­gung nur an­ders­wo ha­ben kann.“12

Das Sub­jekt wird durch die Be­zie­hung ei­nes Si­gni­fi­kan­ten zu ei­nem an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten nicht ein­fach re­prä­sen­tiert son­dern de­ter­mi­niert, her­vor­ge­bracht.

Der unäre und der binäre Signifikant, Sinn und Nicht-Sinn (Seminar 11)

Man kann die Sen­tenz auch spe­zi­fi­scher deu­ten. Sie be­zieht sich auf eine Funk­tio­nen­tei­lung – der eine Si­gni­fi­kant re­prä­sen­tiert das Sub­jekt, und zwar für den an­de­ren. In La­cans Bei­spiel „ich gehe“ ist der re­prä­sen­tie­ren­de Si­gni­fi­kant das Per­so­nal­pro­no­men der ers­ten Per­son Sin­gu­lar, „ich“. Der­je­ni­ge Si­gni­fi­kant, für den „ich“ das Sub­jekt re­prä­sen­tiert, ist das Verb „gehe“.

Lässt sich die­ser funk­tio­na­len Dif­fe­ren­zie­rung eine psy­cho­ana­ly­ti­sche Deu­tung ge­ben? Gibt es spe­zi­el­le Si­gni­fi­kan­ten, die das Sub­jekt re­prä­sen­tie­ren, und an­de­re Spe­zi­al­si­gni­fi­kan­ten, für die es re­prä­sen­tiert wird? Hier­zu äu­ßert sich La­can in Se­mi­nar 11 von 1964, Die vier Grund­be­grif­fe der Psy­cho­ana­ly­se. Aus­gangs­punkt ist Freuds Be­griff der Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz des Trie­bes. Des­halb zu­nächst eine kur­ze Ab­schwei­fung.

Freud: Trieb­re­prä­sen­tanz und Ur­ver­drän­gung

In Die Ver­drän­gung (1915) hat­te Freud ge­schrie­ben:

Wir ha­ben also Grund, eine Ur­ver­drän­gung an­zu­neh­men, eine ers­te Pha­se der Ver­drän­gung, die dar­in be­steht, das der psy­chi­schen (Vorstellungs-)Repräsentanz des Trie­bes die Über­nah­me ins Be­wuß­te ver­sagt wird. Mit die­ser ist eine Fi­xie­rung ge­ge­ben; die be­tref­fen­de Re­prä­sen­tanz bleibt von da an un­ver­än­der­lich be­stehen und der Trieb an sie ge­bun­den.„13

Freud bringt hier drei Grö­ßen und ins Spiel und be­schreibt de­ren Dy­na­mik. Die Grö­ßen sind der Trieb, eine Vor­stel­lung und das Be­wuß­te.  Die Dy­na­mik ent­wi­ckelt sich in vier Schrit­ten. 1. Der Trieb wird durch eine Vor­stel­lung psy­chisch re­prä­sen­tiert. 2. Die­ser Trieb­re­prä­sen­tanz wird die Über­nah­me ins Be­wusst­sein ver­sagt. 3. Das hat zur Fol­ge, dass die un­be­wuss­te Vor­stel­lung un­ver­än­der­lich be­stehen bleibt. 4. Au­ßer­dem bleibt der Trieb hier­durch an die­se Vor­stel­lung dau­er­haft ge­bun­den. Die bei­den letz­ten Ef­fek­te nennt Freud „Fi­xie­rung“, die also dar­in be­steht, dass der Trieb dau­er­haft durch eine un­ver­än­der­lich un­be­wuss­te Vor­stel­lung re­prä­sen­tiert wird. Der Ge­samt­zu­sam­men­hang ist die Ur­ver­drän­gung.

Das Ur­ver­dräng­te ist das, was auf kei­ne Wei­se er­in­nert wer­den kann. In Se­mi­nar 23 von 1975/76, Das Sint­hom) sagt La­can:

Es gibt kei­ner­lei ra­di­ka­le Re­duk­ti­on des vier­ten Terms [im bor­ro­mä­i­schen Vie­rer­kno­tens, also kein voll­stän­di­ge Re­duk­ti­on des Sym­ptoms], das heißt, dass selbst die Ana­ly­se, da Freud – man weiß nicht, auf wel­chem Weg er dazu ge­langt ist – in der Lage war, es aus­zu­spre­chen: Es gibt eine Ur­ver­drän­gung*, es gibt eine Ver­drän­gung, die nie­mals auf­ge­ho­ben wird.„14

Das Ur­ver­dräng­te ma­ni­fes­tiert sich in dem, was Freud den „Na­bel des Traums“ nennt15, ei­nem un­ent­wirr­ba­ren Knäu­el von Traum­ge­dan­ken.

Im Auf­satz über Er­nest Jo­nes schreibt La­can:

Von da­her möch­ten wir über die­se Ma­gnet­punk­te der Be­deu­tung, die sei­ne [Jo­nes’] Be­mer­kung na­he­legt, sa­gen, sie sind die Verna­be­lungs­punk­te des Sub­jekts in den Schnit­ten des Si­gni­fi­kan­ten, wo­bei der grund­le­gends­te die Ur­ver­drän­gung* ist, auf der Freud im­mer be­stan­den hat, näm­lich die vom Dis­kurs her­vor­ge­ru­fe­ne Re­du­pli­ka­ti­on des Sub­jekts, wenn sie ver­schlei­ert bleibt durch das Wu­chern des­sen, was er als Sei­en­des evo­ziert.“16

Im Na­bel des Traums ist das grund­le­gen­de Ele­ment die Ur­ver­drän­gung. In Se­mi­nar 2 hat­te es ge­hei­ßen, der Na­bel des Traums ste­he in Be­zie­hung zum Rea­len jen­seits al­ler Ver­mitt­lun­gen ima­gi­nä­rer und sym­bo­li­scher Art.17 Der Na­bel des Traums ver­weist auf die Ur­ver­drän­gung und da­mit also auf das Rea­le, auf das, was sich nicht sym­bo­li­sie­ren und nicht ima­gi­nie­ren lässt.

La­can: Sinn und ur­ver­dräng­te Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz

Wel­che Funk­tio­nen ge­nau las­sen sich den bei­den Si­gni­fi­kan­ten zu­wei­sen: dem Si­gni­fi­kan­ten, der das Sub­jekt re­prä­sen­tiert, und dem Si­gni­fi­kan­ten, für den es re­prä­sen­tiert wird?

Im Se­mi­nar über die vier Grund­be­grif­fe heißt es:

Wir kön­nen sie, die­se Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz*, in un­se­rem Sche­ma der Ur­sprungs­me­cha­nis­men der Ent­frem­dung in die­ser ers­ten Si­gni­fi­kan­ten­kopp­lung ver­or­ten, die es uns er­mög­licht, zu be­grei­fen, dass das Sub­jekt zu­nächst da­durch im An­de­ren er­scheint, dass der ers­te Si­gni­fi­kant, der unä­re Si­gni­fi­kant, auf dem Feld des An­de­ren auf­taucht, und er das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert, wo­bei die­ser an­de­re Si­gni­fi­kant die Apha­ni­sis des Sub­jekts zur Wir­kung hat. Von da­her die Spal­tung des Sub­jekts – wenn das Sub­jekt ir­gend­wo als Sinn er­scheint, ma­ni­fes­tiert es sich an­ders­wo als Fa­ding, als Ver­schwin­den. Es geht also, wenn man so sa­gen kann, auf Le­ben und Tod zwi­schen dem unä­ren Si­gni­fi­kan­ten und dem Sub­jekt als bi­nä­rem Si­gni­fi­kan­ten, der Ur­sa­che sei­nes Ver­schwin­dens. Die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz ist der bi­nä­re Si­gni­fi­kant.

Die­ser Si­gni­fi­kant bil­det dann den zen­tra­len Punkt der Ur­ver­drän­gung, des­sen, was, nach­dem es ins Un­be­wuss­te über­ge­gan­gen ist, der An­zie­hungs*punkt sein wird – wor­auf Freud in sei­ner Theo­rie hin­weist –, durch den alle an­de­ren Ver­drän­gun­gen mög­lich sein wer­den, alle an­de­ren ähn­li­chen Über­gän­ge an den Ort des Un­ter­drück­ten*, des­sen, was als Si­gni­fi­kant nach un­ten ge­gan­gen ist. Dar­um geht es beim Ter­mi­nus ‚Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz‘.“18

Es gibt zwei Si­gni­fi­kan­ten.

Der eine Si­gni­fi­kant re­prä­sen­tiert das Sub­jekt. Er rea­li­siert die­se Funk­ti­on da­durch, dass er das Sub­jekt als Sinn er­schei­nen lässt. Die­ser das Sub­jekt durch den Sinn re­prä­sen­tie­ren­de Si­gni­fi­kant wird von La­can als „unä­rer Si­gni­fi­kant“ be­zeich­net.

Der unä­re Si­gni­fi­kant re­prä­sen­tiert das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten.

Der an­de­re Si­gni­fi­kant wird von La­can „bi­nä­rer Si­gni­fi­kant ge­nannt. Der an­de­re, bi­nä­re Si­gni­fi­kant ist, in Freuds Be­griff­lich­keit, die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz des Trie­bes, an die der Trieb dau­er­haft ge­bun­den bleibt und die nicht be­wusst wer­den kann.

Der bi­nä­re Si­gni­fi­kant hat die Funk­ti­on, dass er das Ver­schwin­den des Sub­jekts be­wirkt, sei­ne Apha­ni­sis, sein Fa­ding.

Der bi­nä­re Si­gni­fi­kant ist der zen­tra­le Punkt der Ur­ver­drän­gung. Die Ur­ver­drän­gung wird hier also mit dem bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten zu­sam­men­ge­bracht (und nicht mit dem Sym­bol $, wie in Se­mi­nar 6, in dem die Be­grif­fe „Apha­ni­sis“ und „Fa­ding“ ein­ge­führt wer­den, so­wie im Auf­satz Die Len­kung der Kur).

Kurz: Der unä­re Si­gni­fi­kant re­prä­sen­tiert das Sub­jekt als Sinn für den bi­nä­ren Sin­gi­fi­kan­ten, näm­lich für die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz, durch die Apha­ni­sis des Sub­jekts her­vor­ge­ru­fen wird, für zen­tra­len Punkt der Ur­ver­drän­gung.

Wenn man den unä­ren Si­gni­fi­kan­ten mit S1 sym­bo­li­siert und den bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten mit S2 (was La­can an die­ser Stel­le nicht tut), er­hält man: Durch S1 wird $ für S2 re­prä­sen­tiert. (Die­se Zu­ord­nung un­ter­schei­det sich von der auf S. 208 der Aus­ga­be Miller/Haas von Se­mi­nar 11, dort re­prä­sen­tiert S2 das Sub­jekt für S1.)

Die bei­den Si­gni­fi­kan­ten er­klä­ren die Sub­jekt­spal­tung. Das Sub­jekt ist ge­spal­ten zwi­schen dem Sinn (unä­rer Si­gni­fi­kant) und der ur­ver­dräng­ten Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz des Trie­bes (bi­nä­rer Si­gni­fi­kant), durch die das Sub­jekt ver­schwin­det. Aus Freuds Be­griff des Be­wusst­seins (oder des Be­wuss­ten) wird bei La­can der Sinn, aus dem Un­be­wuss­ten wer­den ur­ver­dräng­te Si­gni­fi­kan­ten, die sich im Nicht-Sinn des Sym­ptoms ma­ni­fes­tie­ren.

Da­mit kann man das Dik­tum „Ein Si­gni­fi­kant ist das, wo­durch das Sub­jekt für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert wird“ so über­set­zen: Durch den unä­ren Si­gni­fi­kan­ten (als der Quel­le des Sinns) wird das Sub­jekt für ei­nen bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten re­prä­sen­tiert (als dem An­zie­hungs­punkt des Un­be­wuss­ten). Die For­mel be­zieht sich da­mit auf die Sub­jekt­spal­tung, die dar­in be­steht, dass Si­gni­fi­kan­ten auf zwei un­ter­schied­li­che Wei­sen funk­tio­nie­ren – die ei­nen er­zeu­gen den Sin­n­ef­fekt, die an­de­ren be­wir­ken die Ver­drän­gung und ma­ni­fes­tie­ren sich im Sym­ptom, im Nicht-Sinn.

Freud zu­fol­ge wird die Ver­drän­gung von zwei Sei­ten aus be­trie­ben: von Sei­ten der ab­weh­ren­den In­stan­zen, etwa des Ichs, und von Sei­ten des Ur­ver­dräng­ten. Der unä­re Si­gni­fi­kant, der den Sin­n­ef­fekt her­vor­ruft, ist die eine Quel­le der Ver­drän­gung, der bi­nä­re Si­gni­fi­kant, die ur­ver­dräng­te Trieb­re­prä­sen­tanz, die an­de­re Kraft der Ver­drän­gung.

Alienation - Seminar 11, Miller 222 - Le non-sens freigestellt (zu Jacques Lacan, Signifikant und Subjekt)

Se­mi­nar 11, Ver­si­on Mil­ler

La­can zu­fol­ge ma­ni­fes­tiert sich das Ur­ver­dräng­te als Nicht-Sinn, d.h. in den rät­sel­haf­ten Si­gni­fi­kan­ten des Sym­ptoms. Es steht im Ge­gen­satz zum Sinn. In Se­mi­nar 11 hat La­can die Be­zie­hung zwi­schen dem Nicht-Sinn und dem Sinn durch das ne­ben­ste­hen­de Venn-Dia­gramm dar­ge­stellt.19

An der Zu­ord­nung zwi­schen dem Ur­ver­dräng­ten und dem Nicht-Sinn hält La­can fest. In Se­mi­nar 22 von 1974/75, RSI, sagt er:

Im Sym­bo­li­schen ist in der Tat et­was ur­ver­drängt*, et­was, dem wir nie Sinn ge­ben, ob­gleich wir fä­hig sind zu sa­gen, alle Men­schen sind sterb­lich. (…) Was das/den An­de­re be­trifft, lie­fert uns Freud dies – es gibt das An­de­re nur, wenn man es sagt, aber es ist un­mög­lich, es voll­stän­dig zu sa­gen. Es gibt ein Ur­ver­dräng­tes*. ein ir­re­du­zi­bles Un­be­wuß­tes, das Sa­gen de­fi­niert sich nicht nur als un­mög­lich, son­dern führt die Ka­te­go­rie des Un­mög­li­chen als sol­che ein.“20

Im Auf­satz Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud­schen Un­be­wuss­ten wird sie wie­der­holt: das Ich (Je) (im Sin­ne des Sub­jekts in sei­ner Be­zie­hung zur Spra­che) „un­ter­liegt in­so­fern der Ur­ver­drän­gung, als es nur im fa­ding des Äu­ße­rungs­vor­gangs an­ge­zeigt wer­den kann„21.

Zur Se­kun­där­li­te­ra­tur Soler, Venndiagramm (zu Jacques Lacan, Signifikant und Subjekt)

Die Er­läu­te­rung der oben zi­tier­ten Pas­sa­ge aus Se­mi­nar 11 durch Colet­te So­ler und Éric Lau­rent in Rea­ding Se­mi­nar XI ist nicht halt­bar. Bei­de ord­nen den bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten, also S2, dem Sinn zu, vgl. Colers ne­ben­ste­hen­des Dia­gramm.22 Die­se Zu­ord­nung geht auf Jac­ques-Alain Mil­ler zu­rück.23 La­can sagt in Se­mi­nar 11 das Ge­gen­teil: Es ist der unä­re Si­gni­fi­kant, der das Sub­jekt als Sinn auf­tau­chen lässt. In den rech­ten Kreis, über „Mea­ning“ (Sinn) muss S1 ein­ge­tra­gen wer­den, in den Über­schnei­dungs­be­reich S2.

Wie hängt der unä­re Si­gni­fi­kant mit dem Sinn zu­sam­men und der bi­nä­re Si­gni­fi­kant mit dem Nicht-Sinn?

Unä­rer Cha­rak­ter und Sinn

Der unä­re Cha­rak­ter des ver­drän­gen­den Si­gni­fi­kan­ten be­steht im ein­zel­nen Zug (trait un­ai­re), dem Merk­mal des Ichi­de­als. Das Kon­zept des trait un­ai­re, des ein­zel­nen Zugs, des Ein­zel­strichs, wird von La­can in Se­mi­nar 9 von 1961/62, Die Iden­ti­fi­zie­rung, aus­führ­lich ent­wi­ckelt24; in Se­mi­nar 11 be­zeich­net er den trait un­ai­re ex­pli­zit als Si­gni­fi­kan­ten25; also ist der ein­zel­ne Zug ein unä­rer Si­gni­fi­kant. La­can knüpft an Freuds Rede von der Iden­ti­fi­zie­rung mit ei­nem „ein­zi­gen Zug“ an, deu­tet den Be­griff aber als „ein­zel­ner Zug“; vgl. hier­zu die­sen Blog­ein­trag.

Die Ide­al­bil­dung ist, Freud zu­fol­ge, die Haupt­quel­le der Ver­drän­gung.

Also kann man die For­mel auch so über­set­zen:

Der ein­zel­ne Zug (das Ichi­de­al) ist, was für den ur­ver­dräng­ten bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten das Sub­jekt re­prä­sen­tiert.

Der unä­re ver­drän­gen­de Si­gni­fi­kant lässt das Sub­jekt in­so­fern als Sinn auf­tau­chen, als die Sub­sti­tu­ti­on ei­nes Si­gni­fi­kan­ten durch ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten dazu führt, dass neu­er Sinn ent­steht. La­can be­zeich­net die Sinn­erzeu­gung durch Si­gni­fi­kan­ten­er­set­zung als Me­ta­pher. Sei­ne For­mel der Me­ta­pher sieht so aus26:

{f} \left( \frac {\text S'}{\text S} \right){\text S} \cong {\text S (+) s}

Der Aus­druck in der Klam­mer auf der lin­ken Sei­te die­ser Qua­si-Glei­chung stellt den Er­set­zungs­vor­gang dar: Die Funk­ti­on der Me­ta­pher be­steht dar­in, dass in ei­ner Si­gni­fi­kan­ten­ket­te S-S ein Si­gni­fi­kant durch ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten (Sꞌ) er­setzt wird; der er­setz­te Si­gni­fi­kant S steht un­ter dem „Bal­ken“ (bar­re), un­ter der Sper­re, die die Ver­drän­gung an­zeigt. Dies ent­spricht dem, was auf der rech­ten Sei­te zu le­sen ist: ein Si­gni­fi­kant (S) wird mit ei­ner neu­en (+) Be­deu­tung (s) ver­se­hen.

Bi­nä­rer Si­gni­fi­kant und Nicht-Sinn

In Se­mi­nar 11 setzt La­can die Ur­ver­drän­gung  gleich mit dem „not­wen­di­gen Sturz je­nes ers­ten Si­gni­fi­kan­ten“, der je­doch nicht be­stehen kann,

denn es bräuch­te dazu die Re­prä­sen­ta­ti­on ei­nes Si­gni­fi­kan­ten für ei­nen an­de­ren, wäh­rend hier ja nur ei­ner ist, der ers­te.“27

Der ur­ver­dräng­te Si­gni­fi­kant ist dem­nach nur ein Si­gni­fi­kant. Wor­in be­steht der bi­nä­re Cha­rak­ter die­ses ei­nen Si­gni­fi­kan­ten?

Der die Ur­ver­drän­gung re­prä­sen­tie­ren­de ur­ver­dräng­te Si­gni­fi­kant ist, so neh­me ich an, der symbo­li­sche Phal­lus.

(W)as von die­sem Sein im Ur­ver­dräng­ten* le­ben­dig ist, fin­det sei­nen Si­gni­fi­kan­ten, in­dem es vom Phal­lus das Kenn­zei­chen der Ver­drän­gung* er­hält (wo­durch das Unbewuss­te Spra­che ist).“28

Der ur­ver­dräng­te Phal­lus-Si­gni­fi­kant hat bi­nä­ren Cha­rak­ter: er ist der rei­ne Ge­gen­satz von Ab­we­sen­heit und An­we­sen­heit, von Plus und Mi­nus29; vgl. hier­zu den Blog­ar­ti­kel Der Phal­lus: bi­nä­rer Si­gni­fi­kant der Ur­ver­drän­gung.

In Se­mi­nar 10 von 1962/63, Die Angst, wird das Ur­ver­dräng­te als „lee­rer Platz“ be­schrie­ben.30 In Se­mi­nar 11 be­zeich­net La­can den bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten als  tenant lieu, als Platz­hal­ter.

Eine mög­li­che Deu­tung des Apho­ris­mus ist dem­nach:

Der (ver­drän­gen­de) unä­re Si­gni­fi­kant (der ein­zel­ne Zug, das Ichi­de­al)  ist das, wo­durch für den (ur­ver­dräng­ten) bi­nä­ren Si­gni­fi­kan­ten (für den sym­bo­li­schen Phal­lus) das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird.

Die­se Struk­tur lässt sich durch das Bild von de Chi­ri­co zu Be­ginn die­ses Ar­ti­kels ver­an­schau­li­chen. Haupt­the­ma ist ein lee­rer Platz. Auf ihm steht eine ein­zel­ne wei­ße Fi­gur, die na­he­zu auf ei­nen Strich re­du­ziert ist. Der lee­re Platz ist der Phal­lus als Si­gni­fi­kant der Ur­ver­drän­gung; der Strich re­prä­sen­tiert für den lee­ren Platz das Sub­jekt.

Die Struktur des Diskurses (Seminar 17)

In Se­mi­nar 17, Die Kehr­sei­te des Dis­kur­ses (1969/70) wird die For­mel zur Grund­la­ge für die Kon­struk­ti­on der vier Dis­kur­se: Dis­kurs des Herrn, Dis­kurs der Uni­ver­si­tät, Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers, Dis­kurs der Hys­te­ri­ke­rin.

Dis­kurs des Herrn:

\frac {\text S_1}{\text {\$}} \:^\rightarrow \, \frac {\text S_2}{a}

Dis­kurs der Uni­ver­si­tät:

\frac {\text S_2}{\text S_1} \:^\rightarrow \, \frac {a}{\text {\$}}

Dis­kurs des Ana­ly­ti­kers:

\frac {a}{\text S_2} \:^\rightarrow \, \frac {\$}{\text S_1}

Dis­kurs der Hys­te­ri­ke­rin:

\frac {\$}{a} \,^\rightarrow \: \frac {\text S_1}{\text S_2}

Ein Dis­kurs be­steht aus vier Plät­zen, auf de­nen vier Ter­me ro­tie­ren. Da die Rei­hen­fol­ge der Ter­me fest­ge­legt ist, er­ge­ben sich ge­nau vier Dis­kur­se. Die Ter­me sind:
S1: Her­ren­si­gni­fi­kant,
S2: Wis­sen,
a: Mehr­lust,
$: Sub­jekt.
Der Her­ren­si­gni­fi­kant ent­spricht dem Ichi­de­al (vgl. die­sen Blog­ar­ti­kel), das Wis­sen dem Un­be­wuss­ten (vgl. die­sen Ar­ti­kel). Ei­nen Über­blick über die vier Ter­me und ein An­wen­dungs­bei­spiel fin­det man in die­sem Bei­trag.

Aus­gangs­punkt für die Kon­struk­ti­on der Dis­kur­se ist der Her­ren­dis­kurs:

\frac {\text S_1}{\text {\$}} \:^\rightarrow \, \frac {\text S_2}{a}

Lässt man den Platz un­ten rechts au­ßer Acht, ist dies eine for­ma­le Dar­stel­lung der Sen­tenz „Ein Si­gni­fi­kant ist das, wo­durch für ei­nen an­de­ren Si­gni­fi­kan­ten das Sub­jekt re­prä­sen­tiert wird“: Der Her­ren­si­gni­fi­kant (S1) ist der­je­ni­ge Si­gni­fi­kant, durch den das ge­spal­te­ne Sub­jekt ($) für das Wis­sen (für S2) re­prä­sen­tiert wird. An­ders ge­sagt: Das Ichi­de­al ist der­je­ni­ge Si­gni­fi­kant, durch den das Sub­jekt für das Un­be­wuss­te re­prä­sen­tiert wird. Das Ichi­de­al ist ein Haupt­quel­le der Ver­drän­gung; es re­prä­sen­tiert in­so­fern das ge­spal­te­ne Sub­jekt, als es sich, ver­drän­gend, auf das Ver­dräng­te be­zieht, auf das Un­be­wuss­te.

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Anmerkungen

  1. Mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  2. Se­mi­nar 9, Sit­zung vom 21. März 1962, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  3. Vgl. den Hin­weis von Jac­ques-Alain Mil­ler in sei­ner Aus­ga­be von Se­mi­nar 5 von 1957/58, Die Bil­dun­gen des Un­be­wuss­ten, Ver­si­on Miller/Gondek, S. 602.
  4. J. La­can: Sub­ver­si­on du su­jet et dialec­tique du dé­sir dans l’inconscient freu­di­en. In: Ders.: Écrits. Seuil, Pa­ris 1966, S. 793–827, hier: S. 819. Der Text be­ruht auf ei­nem Vor­trag von 1960 und wur­de 1966 ver­öf­fent­licht.
  5. Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud’schen Un­be­wuss­ten. In: J.L.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien 2015, S. 325–368, hier: S. 357.
  6. Sub­ver­si­on des Sub­jekts und Dia­lek­tik des Be­geh­rens im Freud­schen Un­be­wuß­ten. Über­setzt von Nor­bert Haas. In: J.L.: Schrif­ten II. Hg. v. Nor­bert Haas. Wal­ter, Ol­ten u.a. 1975, S. 165–204, hier: S. 195.
  7. Se­mi­nar 14, Sit­zung vom 24. Mai 1967; mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  8. Se­mi­nar 16, Sit­zung vom 13. No­vem­ber 1968, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la; Ver­si­on Mil­ler, S. 20 f.
  9. Se­mi­nar 18, Sit­zung vom 13. Ja­nu­ar 1971; Ver­si­on Mil­ler, S. 10, mei­ne Über­set­zung.
  10. A.a.O, Ver­si­on Mil­ler, S. 18.
  11. Se­mi­nar 21, Sit­zung vom 13. No­vem­ber 1974; mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  12. Se­mi­nar 21, Sit­zung vom 20. No­vem­ber 1973, mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la.
  13. S. Freud: Die Ver­drän­gung. In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 103–118, hier: S. 109.
  14. Sit­zung vom 9. De­zem­ber 1975; mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Sta­fer­la; vgl. Ver­si­on Mil­ler, S. 41.
  15. Je­der Traum hat min­des­tens eine Stel­le, an wel­cher er un­er­gründ­lich ist, gleich­sam ei­nen Na­bel, durch den er mit dem Un­er­kann­ten zu­sam­men­hängt.“ (S. Freud: Die Traum­deu­tung (1900). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 2. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 130 Fn. 2) Und: „In den best­ge­deu­te­ten Träu­men muss man oft eine Stel­le im Dun­kel las­sen, weil man bei der Deu­tung merkt, dass dort ein Knäu­el von Traum­ge­dan­ken an­hebt, der sich nicht ent­wir­ren will, aber auch zum Traum­in­halt kei­ne wei­te­ren Bei­trä­ge ge­lie­fert hat. Dies ist dann der Na­bel des Traums, die Stel­le, an der er dem Un­er­kann­ten auf­sitzt.“ (A.a.O., S. 503)
  16. J.L.: À la mé­moi­re d’Ernest Jo­nes. Sur sa théo­rie du sym­bo­li­que. In: Écrits, S.  710, mei­ne Über­set­zung; der Auf­satz wur­de Ja­nu­ar bis März 1959 ge­schrie­ben und 1960 ver­öf­fent­licht. Vgl. J.L.: Zum Ge­den­ken an Er­nest Jo­nes: Über sei­ne Theo­rie der Sym­bo­lik. In: Ders.: Schrif­ten. Band II. Voll­stän­di­ger Text. Über­setzt von Hans-Die­ter Gon­dek. Tu­ria und Kant, Wien u.a. 2015, S. 205–229, hier: S. 220 f.
  17. Vgl. Se­mi­nar 2, Ver­si­on Miller/Metzger, S. 225.
  18. Se­mi­nar 11, Sit­zung vom 3. Juni 1964; mei­ne Über­set­zung nach Ver­si­on Mil­ler, S. 199; vgl. Ver­si­on Miller/Haas, S. 229 f.
  19. Das Dia­gramm ist aus Se­mi­nar 11, Ver­si­on Mil­ler, S. 192 mei­ne Über­set­zung; in der deut­schen Über­set­zung des Se­mi­nars (S. 222) feh­len die Klam­mern um „Das An­de­re“.
  20. Se­mi­nar 22, 17. De­zem­ber 1974, Über­set­zung von Max Klei­ner, S. 13.
  21. Schrif­ten II, S. 192, Über­set­zung ge­än­dert.
  22. Vgl. Colet­te So­ler: The Sub­ject and the Other (II). In: Ri­chard Feld­stein, Bru­ce Fink, Mai­re Jaa­nus (Hg.): Rea­ding Se­mi­nar XI. Lacan’s Four Fun­da­men­tal Con­cepts of Psy­cho­ana­ly­sis. Sta­te Uni­ver­si­ty of New York Press, Al­ba­ny 1995, S. 45–53, dar­in die drei Dia­gram­me S. 47–49, das ab­ge­bil­de­te Dia­gramm ist von S. 47.– Éric Lau­rent: Alie­na­ti­on and Se­pa­ra­ti­on (II), in: Rea­ding Se­mi­nar XI, a.a.O., S. 29–38, dar­in das Dia­gramm S. 30.
  23. Vgl. Lau­rents Hin­weis, a.a.O., S. 30.
  24. Zu­erst in der Sit­zung vom 6. De­zem­ber 1961.
  25. Vgl. Se­mi­nar 11, Sit­zung vom 22. April 1964; Ver­si­on Miller/Haas, S. 148.
  26. Vgl. Das Drän­gen des Buch­sta­ben im Un­be­wuss­ten oder die Ver­nunft seit Freud, Schrif­ten II, S. 41.
  27. Se­mi­nar 11, a.a.O., S. 264.
  28. La­can: Die Be­deu­tung des Phal­lus, Schrif­ten II, S. 129, Ein­fü­gung in Klam­mern von La­can, Über­set­zung ge­än­dert.
  29. Vgl. Se­mi­nar 4 von 1956/57, Die Ob­jekt­be­zie­hung, Sit­zung vom 16. Ja­nu­ar 1957; Ver­si­on Miller/Gondek, S. 144.
  30. Se­mi­nar 10, Sit­zung vom 16. Ja­nu­ar 1963; Ver­si­on Miller/Gondek, S. 138.

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