Das skopische Phantasma

Jacques Lacan: Vorlesungen über Las meninas von Velázquez (Übersetzung) – Teil III

Die­go Veláz­quez, Las meni­nas („Die Hof­fräu­lein“), 1656
Öl auf Lein­wand, 318 x 276 cm, Mu­seo del Pra­do, Ma­drid 

Ers­te deut­sche Über­set­zung der Vor­le­sun­gen von La­can über das Bild Las meni­nas von Die­go Veláz­quez. Teil III von vier Tei­len.

Über­blick über die Über­set­zung

Teil I:
Vor­be­mer­kung zur ge­sam­ten Über­set­zung
An­kün­di­gung (27. April 1966, Aus­zug)
Der Punkt des se­hen­den Sub­jekts und der Punkt des bli­cken­den Sub­jekts (4. Mai 1966)
Li­te­ra­tur­ver­zeich­nis

Teil II:
Das bli­cken­de Sub­jekt und das Fens­ter als Ob­jekt a (11. Mai 1966)

Teil III: die­ser Bei­trag
Noch ein­mal, für Fou­cault (18. Mai 1966)

Teil IV:
Die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz (25. Mai 1966)
Ein Kreuz auf zwei Ebe­nen (Nach­trag vom 1. Juni 1966)
Das Ge­heim­nis der nar­ziss­ti­schen Fes­se­lung: der Blick (Nach­trag vom 15. Juni 1966)

Zur No­ta­ti­on
– Zah­len in ge­schweif­ten Klam­mern und grau­er Schrift – {1} usw. – ver­wei­sen auf die Sei­ten­zah­len von Ver­si­on J.L.; in der Rous­san-Edi­ti­on fin­det man die­se Sei­ten­an­ga­ben am Rand.
– Text [in ecki­gen Klam­mern] ist nicht von La­can.
– Wör­ter mit Stern­chen*: im Ori­gi­nal deutsch.
– Der Schräg­strich / ver­bin­det Über­set­zungs­va­ri­an­ten.

Noch einmal, für Foucault (18. Mai 1966)

Ge­schlos­se­ne Sit­zung

Deutsch

La­can: Ich möch­te den un­ter uns an­we­sen­den Mi­chel Fou­cault be­grü­ßen, der mir die gro­ße Ehre er­weist, in die­ses Se­mi­nar zu kom­men. Was mich an­geht, so freue ich mich dar­über, dass ich mich vor ihm we­ni­ger mei­nen ge­wöhn­li­chen Übun­gen hin­ge­ben muss, als viel­mehr ver­su­chen muss, ihm zu zei­gen, wor­in das Haupt­ziel un­se­rer Tref­fen be­steht, das heißt ein Aus­bil­dungs­ziel, was meh­re­re Din­ge un­ter uns im­pli­ziert, zu­nächst, dass die Din­ge nicht die­se Din­ge mit zwei Rän­dern sein müs­sen, ih­rem und mei­nem, und un­mit­tel­bar auf der­sel­ben Ebe­ne ver­or­tet – ohne das, was wür­de es nüt­zen? Das ist eine Un­ter­richts­fik­ti­on.

*

Eben das hat mich dazu ge­bracht, seit drei Tref­fen auf die­sel­be Ebe­ne zu­rück­zu­kom­men, in meh­re­ren Wie­der­auf­nah­men, ge­wis­ser­ma­ßen im Be­mü­hen um wech­sel­sei­ti­ge An­pas­sung. Ich den­ke, dass zwi­schen dem vor­letz­ten und dem letz­ten Mal be­reits ein Schritt voll­zo­gen wor­den ist, und ich hof­fe, dass heu­te ein wei­te­rer ge­tan wird. Um es klar zu sa­gen, ich wer­de heu­te noch auf die wirk­lich be­wun­derns­wer­te Stüt­ze zu­rück­kom­men, die uns |{2} die Meni­nas ge­lie­fert ha­ben. Wo­bei sie na­tür­lich nicht als Haupt­ge­gen­stand in den Vor­der­grund ge­stellt wur­den – wir sind hier nicht in der Éco­le du Lou­vre –, son­dern weil uns schien, dass hier auf be­son­ders be­mer­kens­wer­te Wei­se be­stimm­te Tat­sa­chen ver­an­schau­licht wer­den, die ich her­aus­zu­ar­bei­ten ver­sucht hat­te und auf die ich noch zu­rück­kom­men wer­de, für all die­je­ni­gen, die mir nicht aus­rei­chend ge­folgt sind. Of­fen­sicht­lich han­delt es sich hier um Din­ge, die we­nig üb­lich sind.

Das ge­wöhn­li­che Vor­ge­hen in dem Un­ter­richt, durch den Sie ge­bil­det wor­den sind, sei er uni­ver­si­tär oder se­kun­där, hat zur Fol­ge, dass Ih­nen das, was bei­spiels­wei­se die wirk­lich we­sent­li­che Form der mo­der­nen Geo­me­trie aus­macht, nicht nur un­be­kannt, son­dern auf spe­zi­el­le Wei­se un­durch­schau­bar bleibt. Wo­von ich na­tür­lich die Aus­wir­kung se­hen konn­te, als ich ver­such­te, Ih­nen da­von, durch Fi­gu­ren, sehr ein­fa­che und ex­em­pla­ri­sche Fi­gu­ren, als ich ver­such­te, Ih­nen da­von et­was vor­zu­füh­ren, was Ih­nen die Di­men­si­on die­ser Geo­me­trie na­he­bräch­te.

In die­sem Zu­sam­men­hang wur­den die Meni­nas vor­ge­stellt. Wie es so oft ge­schieht – man muss sich dar­über wun­dern, man hat Un­recht, sich dar­über zu wun­dern –, die Din­ge pas­sen ei­nem wie an­ge­goss­sen. Man ist nicht al­lein mit der Ar­beit in ei­nem be­stimm­ten Feld: Was Herr Fou­cault in sei­nem ers­ten Ka­pi­tel ge­schrie­ben hat, war von ei­ni­gen mei­ner Zu­hö­rer | {3} so­fort als et­was er­fasst wor­den – vor mir, muss ich sa­gen –, was zwi­schen zwei For­schungs­fel­dern ge­wis­ser­ma­ßen ei­nen be­son­ders trif­ti­gen Über­schnei­dungs­punkt bil­den muss. Und so muss man es tat­säch­lich se­hen, und ich möch­te umso mehr sa­gen, dass man sich dem wid­men möge, die­ses er­staun­li­che ers­te Ka­pi­tel wie­der­zu­le­sen, von dem ich hof­fe, dass die­je­ni­gen, die hier sind, mit­be­kom­men ha­ben, dass es et­was wei­ter hin­ten im Buch wie­der auf­ge­grif­fen wird, an dem Schlüs­sel­punkt, an dem Wen­de­punkt, wo sich die Ver­bin­dung die­ses Mo­dus her­stellt, die­ses kon­sti­tu­ti­ven Mo­dus, wenn man so sa­gen kann, in den Be­zie­hun­gen zwi­schen den Wör­tern und den Din­gen, wie er sich in ei­nem Feld durch­ge­setzt hat, das mit dem rei­fen 16. Jahr­hun­dert be­ginnt, um zu die­sem be­son­ders ex­em­pla­ri­schen und in sei­nem Buch be­son­ders gut ar­ti­ku­lier­ten Punkt zu füh­ren, näm­lich zum Den­ken des 18. Jahr­hun­derts. In dem Au­gen­blick, in dem er bei et­was an­kommt, was – für sein Ziel, in sei­ner Per­spek­ti­ve, an dem Punkt, zu dem er uns hin­ge­führt hat – die Ent­ste­hung ei­ner an­de­ren Ar­ti­ku­la­ti­on ist, die­je­ni­ge, die im 19. Jahr­hun­dert auf­kommt, die­je­ni­ge, die es ihm be­reits er­laubt, uns in die Funk­ti­on und zu­gleich in den grund­le­gend mehr­deu­ti­gen und pro­ble­ma­ti­schen Cha­rak­ter des­sen ein­zu­füh­ren, was man die Hu­man­wis­sen­schaf­ten nennt, in die­sem Au­gen­blick hält Herr Fou­cault inne und nimmt er sein Bild der Meni­nas wie­der auf, im Hin­blick auf die Per­son, bei der wir das letz­te Mal un­se­ren ei­ge­nen Dis­kurs in der Schwe­be ge­las­sen hat­ten, näm­lich im Hin­blick auf die Funk­ti­on des Kö­nigs in die­sem Bild.

{4} Sie wer­den se­hen, dass uns das heu­te er­lau­ben wird – falls wir die Zeit da­für ha­ben, falls die Din­ge sich so er­ge­ben, wie ich es hof­fe –, für mich die Ver­bin­dung her­zu­stel­len zwi­schen dem, was ich die letz­ten Male ge­lie­fert habe, in­dem ich die­se Prä­zi­sie­rung ein­brach­te, die – bei dem, was man die Sub­jek­ti­vi­tät des Se­hens nen­nen kann – die pro­jek­ti­ve Geo­me­trie uns vor­zu­neh­men er­lau­ben kann, die Ver­bin­dung also her­zu­stel­len zwi­schen dem und dem, was ich be­reits vor lan­ger Zeit mit dem The­ma des Spie­gel-Nar­ziss­mus ein­ge­bracht habe.

Abb. 1: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Paar im Spie­gel

In die­sem Bild ist der Spie­gel in ei­ner rät­sel­haf­ten Form prä­sent [Abb. 1]. So rät­sel­haft, dass ich beim letz­ten Mal hu­mo­ris­tisch da­mit en­den konn­te zu sa­gen, dass wir hier – da wir nicht wis­sen, was wir da­mit an­fan­gen sol­len – letzt­lich das se­hen könn­ten, was in über­ra­schen­der Wei­se tat­säch­lich et­was zu sein scheint, was un­se­rem Fern­seh­schirm au­ßer­ge­wöhn­lich ähn­lich sieht – aber das ist of­fen­sicht­lich ein Con­cet­to. Sie wer­den heu­te je­doch se­hen – falls wir die Zeit da­für ha­ben, ich wie­der­ho­le es –, dass das Ver­hält­nis zwi­schen dem Bild und dem Spie­gel, das, was bei­de für uns nicht nur ver­an­schau­li­chen oder re­prä­sen­tie­ren, son­dern wirk­lich als Struk­tur der Re­prä­sen­ta­ti­on re­prä­sen­tie­ren, dass es das ist, was ich hof­fe, heu­te ein­füh­ren zu kön­nen.

Aber ich möch­te das nicht tun, ohne hier ei­ni­ge Be­kun­dun­gen der Fra­gen ge­habt zu ha­ben, die sich im An­schluss an mei­ne vor­an­ge­hen­den Dis­kur­se ha­ben stel­len kön­nen. Ich habe Green ge­be­ten, der sich im Üb­ri­gen – da wir in ei­nem ge­schlos­se­nen Se­mi­nar sind – | {5} ge­wis­ser­ma­ßen spon­tan an­ge­bo­ten hat­te, mir die­se Ent­geg­nung zu lie­fern, in­dem er sie mir be­reits au­ßer­halb die­ses Krei­ses ge­ge­ben hat­te. Ich wer­de ihm also das Wort er­tei­len. Ich glau­be, dass Au­douard – ich weiß nicht, ob er hier ist – uns eben­falls ei­ni­ge Ele­men­te der Be­fra­gung lie­fern möch­te, und so­fort da­nach will ich ver­su­chen, in­dem ich ih­nen ant­wor­te, viel­leicht, so hof­fe ich, Herrn Fou­cault dazu zu brin­gen, mir ei­ni­ge Hin­wei­se zu ge­ben. Je­den­falls wer­de ich ge­wiss nicht ver­säu­men, ihn an­zu­spre­chen.

Gut. Ich er­tei­le Ih­nen das Wort, Green.

Mei­ne Stim­me ist heu­te ein we­nig er­schöpft. Ich bin mir nicht si­cher, dass in die­sem Hör­saal – mit des­sen Akus­tik es eben­so schlecht steht wie mit sei­ner Sau­ber­keit, heu­te zu­min­dest –, ich bin mir nicht si­cher, dass man mich bis hin­ten rich­tig gut ver­steht. Doch? Nun denn, das ist für Sie der Au­gen­blick, eine klei­ne Mas­sen­be­we­gung zu ver­an­las­sen und nach vorn zu kom­men. Ich füh­le mich dann si­che­rer.

{6} An­dré Green: Also, wor­um La­can mich ge­be­ten hat, ist im We­sent­li­chen dies, ihm die Ge­le­gen­heit zu ge­ben, auf die Aus­füh­run­gen zu­rück­zu­kom­men, die er das letz­te Mal be­gon­nen hat. Und das geht von ei­ni­gen An­mer­kun­gen aus, die ich für mich selbst wäh­rend sei­nes Kom­men­tars ge­macht hat­te und bei de­nen ich mir die Frei­heit ge­nom­men hat­te, sie ihm zu schrei­ben. Die­se An­mer­kun­gen be­zo­gen sich im We­sent­li­chen auf die Be­din­gun­gen der Pro­jek­ti­on, die mit La­cans Kom­men­tar ganz di­rekt ver­bun­den wa­ren und mit dem Platz, den er selbst wäh­rend des Kom­men­tars ein­nahm, so­wie auf das, was er von dem Punkt aus, wo er war, nicht wahr­neh­men konn­te.

Die Be­din­gun­gen die­ser Pro­jek­ti­on, die, wie Sie wis­sen, un­zu­läng­lich wa­ren, und das Feh­len von hin­rei­chen­der Dun­kel­heit hat­ten das Bild be­trächt­lich ver­un­stal­tet; ins­be­son­de­re wur­den be­stimm­te Ein­zel­hei­ten des Bil­des da­durch völ­lig un­sicht­bar. Das war ins­be­son­de­re bei dem der Fall, was den …

La­can: Green, das ist kei­ne Kri­tik. Wir wer­den es heu­te pro­ji­zie­ren. Heu­te wird es funk­tio­nie­ren. Ich den­ke nicht, dass das un­zu­rei­chen­de Dun­kel­heit war – auch wenn die Dun­kel­heit uns teu­er ist, | {7} dar­um geht es nicht. Ich glau­be, dass es dar­um ging, dass die Lam­pe, ich weiß nicht war­um, schlecht re­gu­liert war oder für eine an­de­re Ver­wen­dung be­stimmt war. Kurz, mein Dia vom letz­ten Mal – ich habe die Éco­le du Lou­vre ver­flucht, ich war im Un­recht und ich habe mich da­für ent­schul­digt –, mein Dia war nicht nur völ­lig aus­rei­chend, son­dern, wie Sie se­hen wer­den, aus­ge­zeich­net. Das war also ein Pro­blem mit der Lam­pe. Na­tür­lich muss man die Vor­hän­ge her­un­ter­las­sen, wenn wir die Pro­jek­ti­on ha­ben wol­len. Also, tun Sie es rasch, das wäre nett. Das wärs. Dan­ke.

Die­go Veláz­quez, Las meni­nas („Die Hof­fräu­lein“), 1656
Öl auf Lein­wand, 318 x 276 cm
Mu­seo del Pra­do, Ma­drid
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Und jetzt sind Sie dran, Glo­ria. Le­gen Sie die Meni­nas ein [Abb. 2].

Green: Also, was hier­bei tat­säch­lich aus­ge­löscht war, war die Per­son von Veláz­quez selbst, der Ma­ler, und au­ßer­dem das Paar. Heu­te kann man es bes­ser se­hen, aber beim letz­ten Mal war das, was aus­ge­löscht war, ge­nau die Per­son des Ma­lers und die­ses Paar, die­ses Paar, das als völ­lig aus­ge­löscht er­schien.

Zu die­sem Aus­lö­schen habe ich mir Fra­gen ge­stellt, und ich habe mich ge­fragt, ob wir es nicht, statt dies ein­fach als eine Un­zu­läng­lich­keit an­zu­se­hen, es so auf­fas­sen könn­ten, dass die­ses Aus­lö­schen selbst für et­was be­deut­sam wäre, als | {8} eine die­ser Pro­duk­tio­nen des Un­be­wuss­ten – wie die Fehl­hand­lung, wie das Ver­ges­sen –, und ob hier nicht ein Schlüs­sel sein könn­te, ein Schlüs­sel, der auf merk­wür­di­ge Wei­se den Ma­ler und die­ses Paar ver­eint, das sich im Halb­schat­ten be­fin­det und sich für die Sze­ne im Üb­ri­gen nicht zu in­ter­es­sie­ren scheint, das zu tu­scheln scheint.

Und aus­ge­hend von die­ser Über­le­gung habe ich mich ge­fragt, ob es hier nicht et­was gibt, was man ver­tie­fen soll­te, be­zo­gen auf die­se Aus­lö­schung, die Aus­lö­schung der Spur in dem Bild, in dem die Ebe­nen des Lichts sehr ge­nau un­ter­schie­den wer­den, so­wohl von La­can wie von Fou­cault, vor al­lem die Licht­ebe­ne des Hin­ter­grunds – des an­de­ren Veláz­quez, dem Veláz­quez des Hin­ter­grunds – und die Licht­ebe­ne, die vom Fens­ter her zu ihm kommt.

In die­sem Zwi­schen, in die­sem Zwi­schen-zwei-Be­leuch­tun­gen gäbe es also viel­leicht et­was, was, hin­sicht­lich der Be­deu­tung die­ses Bil­des, zu ver­tie­fen wäre.

Jetzt könn­te man viel­leicht das Licht wie­der an­ma­chen, wenn Sie wol­len.

Dies also sind die Be­mer­kun­gen, die ich La­can ge­gen­über schrift­lich ge­äu­ßert hat­te, ohne auch nur zu den­ken, dass sie ei­nen an­de­ren Zweck ha­ben könn­ten als den, sein Nach­den­ken wie­der in Gang zu set­zen. Und dann habe ich den Text von Fou­cault wie­der­ge­le­sen, die­ses wirk­lich be­mer­kens­wer­te Ka­pi­tel, und habe da­bei eine Rei­he von Punk­ten be­merkt, die mit dem kon­ver­gie­ren, was ich Ih­nen ge­ra­de ge­sagt habe, | {9} ins­be­son­de­re das, was er selbst über den Ma­ler sagt. Er sagt:

Sei­ne dunk­le Ge­stalt, sein hel­les Ge­sicht bil­den die Mit­te zwi­schen Sicht­ba­rem und Un­sicht­ba­rem.“

Hin­ge­gen scheint mir Fou­cault be­zo­gen auf das Paar, von dem ich eben ge­spro­chen habe, sehr schweig­sam ge­we­sen zu sein. Er spielt üb­ri­gens dar­auf an, er spricht über den Höf­ling, der dort ist, und er spricht über­haupt nicht über die Per­son, die, nach dem, wie es sich dar­stellt, eine Non­ne zu sein scheint, nach dem, was man se­hen kann.

Hier muss ich sa­gen, dass die Re­pro­duk­ti­on in Fou­caults Buch es über­haupt nicht ge­stat­tet, sie zu se­hen, wäh­rend die Re­pro­duk­ti­on, die La­can hier so­eben an­ge­bracht hat, zu den­ken er­laubt, dass es star­ke Grün­de da­für gibt, dass es eine Non­ne ist.

Und ich habe, im Text von Fou­cault na­tür­lich, eine Rei­he von sys­te­ma­ti­schen Ge­gen­sät­zen wie­der­ge­fun­den, die die Struk­tur des Bil­des auf­hel­len. Ei­ni­ge die­ser Ge­gen­sät­ze sind be­reits her­aus­ge­stellt wor­den, und ins­be­son­de­re gibt es bei­spiels­wei­se die mit dem Spie­gel ver­bun­de­nen Op­po­si­tio­nen: der Spie­gel als Trä­ger ei­nes Ge­gen­sat­zes zwi­schen dem Mo­dell und dem Be­trach­ter, der Spie­gel als Ge­gen­satz zum Bild und zur Lein­wand, und ins­be­son­de­re, was die­se Lein­wand be­trifft, eine For­mu­lie­rung von Fou­cault, die uns, glau­be ich, stark an die die Bar­rie­re der Ver­drän­gung er­in­nert:

Sie [die Lein­wand] ver­hin­dert, dass die Be­zie­hung der Bli­cke je­mals fest­stell­bar ist | {10} und de­fi­ni­tiv her­ge­stellt wer­den kann.“

Die­se Art von Un­mög­lich­keit – die der Si­tu­ie­rung der Lein­wand zu­ge­wie­sen wird, ih­rer Rück­sei­te –, die Un­mög­lich­keit zu wis­sen, was dar­auf ein­ge­schrie­ben ist, lässt uns, was uns be­trifft, den­ken, dass es hier eine ganz und gar we­sent­li­che Be­zie­hung gibt.

Aber das, was mir im Ver­hält­nis zu den Über­le­gun­gen von La­can über die Per­spek­ti­ve vor al­lem in­ter­es­sant zu sein schien, ist nicht, wei­te­re Op­po­si­tio­nen wie­der­zu­fin­den – sol­che gibt es und ei­ni­ge da­von habe ich na­tür­lich aus­ge­las­sen –, son­dern vor al­lem zu ver­su­chen, die Ab­fol­ge der ver­schie­de­nen Ebe­nen von der Tie­fe bis zum Vor­der­grund zu ver­ste­hen, in La­cans Per­spek­ti­ve auf die Per­spek­ti­ve.

Nun ja, es ist si­cher­lich nicht gleich­gül­tig, glau­be ich, dass man hier zu­min­dest vier Ebe­nen wie­der­fin­den kann. Vier Ebe­nen, und das sind nach­ein­an­der: die Ebe­ne des an­de­ren Veláz­quez – von dem im Hin­ter­grund –, die Ebe­ne des Paa­res, die Ebe­ne des Ma­lers und dann die Ebe­ne, die durch die In­fan­tin und ihre Hof­fräu­lein ge­bil­det wird so­wie durch die Idio­tin, den Nar­ren und den Hund, die alle vor Veláz­quez sind. Sie sind vor Veláz­quez und ich glau­be, dass man die­se Grup­pe selbst in zwei Un­ter­grup­pen auf­tei­len kann: die Grup­pe, die durch die In­fan­tin ge­bil­det wird, wor­in Fou­cault ei­nes der bei­den Zen­tren des Bil­des sieht – wäh­rend das an­de­re durch den Spie­gel ge­bil­det wird, und ich glau­be, das dies si­cher­lich sehr wich­tig ist –, und dann die an­de­re Un­ter­grup­pe, die durch das Tier und die Miss­ge­bur­ten ge­bil­det wird, also durch die Idio­tin und den | {11} Nar­ren Ni­co­la­si­to Per­cu­sa­to mit dem Hund.

Ich glau­be, dass die­se Auf­tei­lung im Mo­dus von hin­ten nach vorn, zu­sam­men mit die­sen bei­den Grup­pen, uns dazu brin­gen könn­te zu den­ken – und da wage ich mich viel­leicht ein we­nig vor, aber nur, um Ih­ren Kom­men­ta­ren und Kri­ti­ken Stoff zu lie­fern –, als et­was, was aus die­sem Bild si­cher­lich ein Bild über die Re­prä­sen­ta­ti­on macht – die Re­prä­sen­ta­ti­on der klas­si­schen Re­prä­sen­ta­ti­on, wie wir sa­gen –, aber viel­leicht auch der Re­prä­sen­ta­ti­on als Schöp­fung und letzt­lich als die An­ti­no­mie der Schöp­fung zwi­schen, auf der lin­ken Sei­te, zwi­schen, in ab­so­lu­ter Wei­se, die­sem Sein, das im Ver­hält­nis der In­fan­tin zu ih­ren bei­den Er­zeu­gern, die da­hin­ter sind, die Schöp­fung in ih­rer ge­lun­gens­ten, in ih­rer glück­lichs­ten mensch­li­chen Ge­stalt re­prä­sen­tiert, und im Ge­gen­satz hier­zu, auf die an­de­re Sei­te ab­ge­drängt, auf die Sei­te des Fens­ters im Ge­gen­satz zur Lein­wand, die­se Fehl­schlä­ge der Schöp­fung, die­se Mar­kie­run­gen der Kas­tra­ti­on, die die Idio­tin und der Narr re­prä­sen­tie­ren kön­nen.

Der­art, dass in die­sem Mo­ment das Paar, dass im Halb­schat­ten ist, ei­nen ein­zig­ar­ti­gen Wert hät­te, im Ver­hält­nis zu dem an­de­ren Paar, das im Spie­gel re­flek­tiert wird, also dem von Kö­nig und Kö­ni­gin.

Wo­bei die­se Dua­li­tät in die­sem Mo­ment wahr­schein­lich zu sehr auf das Pro­blem der Schöp­fung aus­ge­rich­tet ist, in­so­fern es eben das ist, was | {12} Veláz­quez ge­ra­de malt, und wo wir die­se Dua­li­tät fin­den, wahr­schein­lich zwi­schen dem, was er malt, und dem Bild, das wir be­trach­ten.

Ich glau­be, dass es im Ge­gen­satz zu die­sen Ebe­nen und zu die­sen Per­spek­ti­ven steht, und wahr­schein­lich, die Tat­sa­che, dass es kein Zu­fall ist, was ich nicht wuss­te, wenn die Per­son im Hin­ter­grund –; und Fou­cault schreibt über die­se Per­son im Hin­ter­grund, von der ich nicht wuss­te, dass sie Veláz­quez heißt und über die man sa­gen kann, dass sie der an­de­re Veláz­quez ist, er sagt über sie ei­nen Satz, der mich wirk­lich über­rascht hat:

Viel­leicht wird er in das Zim­mer ein­tre­ten, viel­leicht be­schränkt er sich dar­auf, zu be­trach­ten, was sich im In­ne­ren ab­spielt, und ist zu­frie­den, zu be­ob­ach­ten, ohne be­ob­ach­tet zu wer­den.“

Nun ja, ich glau­be, dass die­se Per­son auf­grund ih­rer Si­tu­ie­rung ge­nau in ei­ner Be­ob­ach­tungs­hal­tung ist, und was be­ob­ach­tet sie? Of­fen­kun­dig al­les, was sich vor ihr ab­spielt, wäh­rend Veláz­quez selbst kei­nes­wegs in der Lage ist, das Paar im Halb­schat­ten zu be­ob­ach­ten, und er nur das be­trach­ten kann, was vor ihm ist, das heißt die bei­den Un­ter­grup­pen, von de­nen ich eben ge­spro­chen habe.

Ich will nicht viel län­ger ma­chen, um La­can das Wort zu über­las­sen, aber ich glau­be, dass es uns nicht mög­lich ist, nicht zu se­hen, wie sehr in all dem und in dem Ver­hält­nis von | {13} Fens­ter und Bild, von dem La­can spricht, nun ja, ich glau­be, dass die fas­zi­nie­ren­de Wir­kung, die die­ses Bild aus­übt – und ich glau­be, dass für uns das Wich­tigs­te dies ist, dass das Bild eine fas­zi­nie­ren­de Wir­kung aus­übt –, un­mit­tel­bar in Ver­bin­dung steht mit dem Phan­tas­ma, von dem wir er­fasst wer­den. Und dass es viel­leicht eben hier eine Be­zie­hung zu den Be­mer­kun­gen gibt, die ich über die Schöp­fung ge­macht habe, an­ders ge­sagt über die Ur­sze­ne.

{14} La­can: Gut. Wir kön­nen Green dan­ken, so­wohl für sei­nen Bei­trag als auch – mein Gott, das hört sich nicht ge­ra­de lie­bens­wür­dig an – für sei­ne Kür­ze, aber zu Be­ginn die­ser Sit­zung ha­ben wir viel Zeit ver­lo­ren. Ich möch­te Au­douard bit­ten, wenn er mag, ei­nen Bei­trag zu hal­ten, bei dem ich nicht be­zweif­le, dass er die­sel­ben Qua­li­tä­ten ha­ben muss.

{15} Xa­vier Au­douard: Nun ja, mir scheint, dass in ei­nem Se­mi­nar wir die­sem hier die­je­ni­gen, die spre­chen, sich nicht auf die be­schrän­ken soll­ten, die be­grif­fen ha­ben, die bril­lan­ten Schü­ler, son­dern die­je­ni­gen, die nicht be­grif­fen ha­ben, und dass die­je­ni­gen, die nicht be­grif­fen ha­ben, es auch sa­gen kön­nen.

Nun, ich möch­te Herrn La­can und Ih­nen selbst sa­gen – wo­bei ich mich im Vor­hin­ein für den ein we­nig un­dank­ba­ren Cha­rak­ter die­ses Bei­trags ent­schul­di­ge –, dass ich vor al­lem das zum Aus­druck brin­gen möch­te, was ich nicht ver­stan­den habe, bei der Dar­stel­lung, die Herr La­can uns ge­ge­ben hat, der To­po­lo­gie, die Herr La­can für uns ent­wi­ckelt hat, wo­bei sich das teil­wei­se auf das Zu­sam­men­tref­fen der Trä­ge­r­ebe­ne und der Ab­bil­dungs­ebe­ne be­zieht.

Zu­nächst, es gibt meh­re­re Ar­ten, nicht zu ver­ste­hen. Eine Art be­steht dar­in, aus dem Se­mi­nar zu ge­hen und sich da­bei zu sa­gen: „Ich habe über­haupt nichts ver­stan­den. Und du mein Lie­ber, hast du et­was ver­stan­den?“ „Ich auch nicht“, sagt der an­de­re. Und da­bei bleibt es dann. Und dann gibt es die an­de­re Art, die ich ein­mal an­ge­nom­men habe, näm­lich mich vor ein Blatt Pa­pier zu set­zen und zu ver­su­chen, mir mei­nen ei­ge­nen klei­nen Gra­phen an­zu­fer­ti­gen, mein ei­ge­nes klei­nes Sche­ma. | {16} Das ging nicht ohne Schwie­rig­kei­ten. So war das vor al­lem heu­te Mor­gen, denn heu­te Mor­gen hat Herr La­can mich an­ge­ru­fen, um mir zu sa­gen, dass ich viel­leicht et­was zu sa­gen hät­te. Dar­auf­hin habe ich mich be­eilt, et­was zu ma­chen, also das ist wirk­lich ge­nau so – im­pro­vi­siert. Al­ler­dings bin ich jetzt et­was in Ver­le­gen­heit, denn die­sen ei­ge­nen klei­nen Gra­phen wür­de ich jetzt gern ir­gend­wo an­brin­gen, und ich sehe, dass das hei­ßen wür­de, die ge­plan­te An­ord­nung der Sit­zung zu zer­stö­ren und …

La­can: Da­für ist das Pa­pier da. Be­die­nen Sie sich.

Au­douard: Vie­len Dank.

Also, was ich tun wer­de, ich wer­de ein­fach, in­dem ich Ih­nen die Art und Wei­se be­schrei­be, in der ich mich ge­nö­tigt sah, die Din­ge für mich selbst aus­zu­drü­cken – ich möch­te Herrn La­can bit­ten, mir zu sa­gen, wor­in ich mich ge­täuscht habe …

La­can: Nur zu, mein Freund, nur zu.

Au­douard: … uns er­lau­ben, bes­ser zu se­hen. Gut.

Abb. 3: Ers­tes Dia­gramm von X. Au­douard

Die Ebe­ne des Blicks [Abb. 3, Pr], in der mein Auge er­fasst ist, wer­de ich durch eine kreis­för­mi­ge Ebe­ne dar­stel­len. Ebe­ne des Blicks, in der mein Auge er­fasst ist, die mein Auge also nicht se­hen kann,

Hier gibt es dann die un­end­li­che Li­nie [α], die zum Ho­ri­zont [h] führt. Hier [A] gibt es dann die pro­jek­ti­ve | {17} Wie­der­ho­lung die­ser Li­nie [h], die dann nicht nur, als gin­ge es um eine me­tri­sche Geo­me­trie, die pro­jek­ti­ve Wie­der­ho­lung die­ser Li­nie ist, son­dern die ei­ner me­tri­schen Geo­me­trie dann die Mög­lich­keit gibt, dass je­der ih­rer Punk­te, na­tür­lich par­al­lel zu die­ser Li­nie [α], dazu ge­langt, pro­ji­ziert zu wer­den und eine par­al­le­le Li­nie zu bil­den. Aber in Wirk­lich­keit ist des­halb für mein Auge [O], das hier im Feld des Blicks lo­ka­li­siert ist, kei­ne die­ser Li­ni­en [αˈ, αˈˈ] mehr par­al­lel son­dern bil­den sie ei­nen Punkt [B], so wie die­sen, in der Per­spek­ti­ve, die sich mei­nem Auge bie­tet.

Gut. Au­ßer­dem steht fest, dass die un­end­li­che Li­nie [α], die aus­ge­hend vom Feld des Blicks zum Ho­ri­zont führt, auf die eine oder and­re Wei­se – und hier ist mei­ne Po­si­ti­on viel­leicht ein klein biss­chen un­si­cher –, auf die eine oder an­de­re Wei­se selbst auf die­se Li­nie [h] pro­ji­ziert wird und letzt­lich also auf die­sen Punkt [B]. Je­der Punkt die­ser Li­nie [α] und je­der Punkt die­ser Li­nie [A] wer­den letzt­lich auf die­sen Punkt [B] pro­ji­ziert.

Hier habe ich die Ab­bil­dungs­ebe­ne [Pf], das heißt das, was sich mir dar­bie­tet, das, was sich mei­nem Blick dar­bie­tet, wenn ich mein Feld be­trach­te, mein Feld, in das dann die Ebe­ne, die ich selbst nicht se­hen kann, pro­ji­ziert wird, das heißt die Trä­ge­r­ebe­ne, die Ebe­ne des Blicks, in der mein Auge auf die eine oder an­de­re Wei­se er­fasst ist. Der­art also – wor­auf Herr La­can uns oft auf­merk­sam ge­macht hat –, dass ich eben­so ge­se­hen wer­de wie ich sehe. | {18} Dass heißt, dass die Li­ni­en [αˈ, αˈˈ], die hier die Ebe­ne des Blicks oder Grund­li­nie, über die Herr La­can zu uns ge­spro­chen hat, mit der Ab­bil­dungs­ebe­ne ver­bin­den, dann eben­so um­kehr­bar sind, wenn ich so sa­gen kann, wie dies hier [βˈ, βˈˈ], durch eine ge­nau um­ge­kehr­te Pro­jek­ti­on. Der­art also, dass, wenn ich be­rück­sich­ti­ge, dass die Bli­ckebe­ne in die Ab­bil­dungs­ebe­ne pro­ji­ziert wird, dass die Bli­ckebe­ne mich auf et­was zu­rück­ver­weist, was von der Ab­bil­dungs­ebe­ne kommt, dann gibt es an je­dem Punkt zwi­schen der Bli­ckebe­ne und der un­end­li­chen Li­nie den Flucht­punkt, den Ho­ri­zont­punkt – an je­dem Punkt die­ses Rau­mes gibt es dann eine Dif­fe­renz zwi­schen der Per­spek­ti­ve, je nach­dem ob ich sie ge­wis­ser­ma­ßen wie die­ses oder wie je­nes vek­to­ri­siert auf­fas­se.

Abb. 4: Zwei­tes Dia­gramm von X. Au­douard

Das heißt, dass bei­spiels­wei­se ein Baum, der bei die­sem Vek­tor die­ses Aus­maß hat, bei je­nem Vek­tor je­nes Aus­maß ha­ben wird [Abb. 4]. Es gibt hier dann also ei­nen Ab­stand [a], et­was nicht Ge­se­he­nes, was nur dazu ge­langt, dies aus­zu­drü­cken, dass es bei je­dem Punkt die­ser Ebe­ne [Pr] auch ei­nen Ab­stand ei­nes je­den Punk­tes im Ver­hält­nis zu sich selbst gibt. Das heißt, dass die­ser Raum dann nicht ho­mo­gen ist und dass je­der Punkt im Ver­hält­nis zu sich selbst dann ver­scho­ben ist, in ei­nem nicht ge­se­he­nen, nicht sicht­ba­ren Ab­stand, der je­doch auf merk­wür­di­ge Wei­se je­des der Din­ge kon­sti­tu­iert, die mein Auge in der per­spek­ti­vi­schen Ebe­ne wahr­nimmt. Je­des Ding, das in der per­spek­ti­vi­schen Ebe­ne ge­se­hen wird, wird so durch die Ab­bil­dungs­ebe­ne zu­rück­ge­schickt, in­so­fern | {19} die Bli­ckebe­ne auf die Ab­bil­dungs­ebe­ne pro­ji­ziert wird, je­der die­ser Ab­stän­de kann dann a ge­nannt wer­den und die­ses a ist für den Ab­stand, den je­der Punkt der Bli­ckebe­ne im Ver­hält­nis zu sich selbst ein­nimmt, kon­sti­tu­tiv.

Auf die­se Wei­se wird eine ab­so­lu­te Nicht-Ho­mo­ge­ni­tät die­ser Ebe­ne auf­ge­deckt, und es wird auf­ge­deckt, dass je­der Ge­gen­stand im Ver­hält­nis zu sich selbst ei­nen be­stimm­ten Ab­stand ha­ben kann, eine be­stimm­te Dif­fe­renz im Ver­hält­nis zu sich selbst.

Und es hat mich über­rascht, dass in dem, was Green vor­hin zu uns ge­sagt hat, wenn man tat­säch­lich die­se Art Über­kreu­zung der ver­schie­de­nen Be­leuch­tun­gen der Ebe­nen be­rück­sich­tigt, dass dann die Ab­bil­dun­gen, über die er zu uns ge­spro­chen hat, wie an der Über­schnei­dung ver­or­tet sind, um ge­wis­ser­ma­ßen zu dem zu kom­men, um zu dem zu kom­men, was sich hier über­kreuzt, so wie dies da. Und dass es tat­säch­lich, so kann man auch sa­gen, in der Be­leuch­tung der Ge­sich­ter im Ver­hält­nis zu den Kör­pern ein klei­nes Et­was gibt, das dar­über hin­aus­geht und das uns – in der Art ei­ner ein­fa­chen Il­lus­tra­ti­on, ich be­haup­te nicht, dass ich mehr tue –, das uns ge­nau die­se klei­ne Dif­fe­renz an­zei­gen könn­te, die das Ob­jekt im Ver­hält­nis zu sich selbst ein­nimmt, wenn man die Ebe­ne des Blicks und die Ebe­ne der Ab­bil­dung in den Blick nimmt, wie man jetzt sa­gen muss.

Das ist also die Art und Wei­se, wie ich mir die Din­ge zu­recht­ge­legt habe, und ich über­las­se es Herrn La­can, mir zu sa­gen, dass ich mich schwer ge­täuscht habe oder dass ich ei­nen Teil des­sen ver­kannt habe, was er neu­lich ge­sagt hat.

{20} La­can: Ich dan­ke Ih­nen viel­mals, Au­douard.

Abb. 5: Das Sche­ma über Se­hen und Blick aus Se­mi­nar 11

Nun also. Das ist wirk­lich eine in­ter­es­san­te, weil ex­em­pla­ri­sche Kon­struk­ti­on. Ich kann schwer­lich glau­ben, dass sich für Sie hier nicht der Wunsch hin­ein­ge­mischt hat, ein ers­tes Sche­ma, dass ich in der Zeit ge­ge­ben hat­te, als ich vor zwei Jah­ren über den Schau­t­rieb sprach [Abb. 5], mit dem zu ver­söh­nen, das ich Ih­nen beim letz­ten und beim vor­letz­ten Mal ge­lie­fert habe.

Die­ses Sche­ma, wie Sie es her­stel­len und das we­der der ei­nen noch der an­de­ren mei­ner bei­den Aus­sa­gen ent­spricht, hat alle mög­li­chen Merk­ma­le, de­ren haupt­säch­li­ches dar­in be­steht, bild­lich dar­stel­len zu wol­len – zu­min­dest glau­be ich das, so­fern ich mich nicht über das täu­sche, was Sie sa­gen woll­ten –, kurz, eine be­stimm­te Re­zi­pro­zi­tät dar­stel­len zu wol­len zwi­schen der­je­ni­gen Re­prä­sen­ta­ti­on, die sie „Ab­bil­dung“ ge­nannt ha­ben, und dem, was sich auf der Ebe­ne des Blicks her­stellt, von der Sie aus­ge­gan­gen sind.

Ich den­ke, dass es sich tat­säch­lich um eine Art von strikt re­zi­pro­ker Re­prä­sen­ta­ti­on han­delt, die, wenn man so sa­gen kann, durch das mit der In­ter­sub­jek­ti­vi­tät ver­bun­de­ne be­stän­di­ge Schwin­del­ge­fühl ge­kenn­zeich­net ist. Da­bei füh­ren Sie et­was ein – auf eine Wei­se, die es ver­die­nen wür­de, im Ein­zel­nen kri­ti­siert zu wer­den, was ich nicht tun will, wor­über ich mich nicht breit aus­las­sen will –, | {21} wor­aus sich et­was er­ge­ben wür­de, wo­durch das Ob­jekt, es geht ja um ein Ob­jekt, da sie ei­nen klei­nen Baum an­ge­nom­men ha­ben, das gleich­sam, ich gehe ein biss­chen schnell vor, das sein gan­zes Pro­fil aus dem Nicht-Zu­sam­men­tref­fen der bei­den Per­spek­ti­ven be­zö­ge, in de­nen es er­fasst wird. Was tat­säch­lich in der Art, wie Sie die Din­ge hin­ge­stellt ha­ben, in etwa halt­bar sein dürf­te.

Im Üb­ri­gen glau­be ich, dass es letzt­lich nicht ohne Be­deu­tung ist, dass Sie uns in der Ebe­ne des Blicks zwei Punk­te im Ab­stand von­ein­an­der dar­stel­len, die hier auf ei­gen­tüm­li­che Wei­se, ohne dass ich wis­sen könn­te, ob das Ihre Ab­sicht ist, aber auf ver­blüf­fen­de Wei­se an das bino­ku­la­re Se­hen er­in­nern. Kurz, Sie schei­nen mit die­sem Sche­ma völ­lig in et­was ge­fan­gen zu sein, was si­cher­lich un­klar ist und des­sen Pres­ti­ge da­her rührt, dass es ziem­lich gut das ab­deckt, was die op­ti­sche Phy­sio­lo­gie sich zu er­kun­den be­müht.

Nun – ich gehe na­tür­lich sehr schnell vor­an, es wür­de sich loh­nen, das mit Ih­nen im Ein­zel­nen zu dis­ku­tie­ren, ich den­ke je­doch, dass das heu­ti­ge Se­mi­nar nicht als ei­nes auf­ge­fasst wer­den könn­te, das auf der Li­nie des­sen bleibt, was wir zu sa­gen ha­ben –, kurz, es ist ein­fach, hier die Män­gel Ih­rer Kon­struk­ti­on auf­zu­de­cken, be­züg­lich des­sen, was ich ein­ge­bracht habe. Die Tat­sa­che, dass Sie von et­was aus­ge­gan­gen sind, was Sie, sa­gen wir, die Ebe­ne des | {22} se­hen­den Sub­jekts nen­nen oder die Ebe­ne des Blicks, dass Sie da­von aus­ge­gan­gen sind, ist ein Irr­tum, der völ­lig spür­bar ist und der äu­ßerst be­stim­mend ist für die Ver­le­gen­heit, in die Sie durch die Fol­ge ih­rer Ver­su­che ge­bracht wur­den, das, was ich ge­sagt habe, ab­zu­de­cken. Das gibt mir nur eine Ge­le­gen­heit, dies ein wei­te­res Mal zum Aus­druck zu brin­gen.

Von da aus­zu­ge­hen, in­dem man sagt, dass dies [A], wo­von Sie die ho­ri­zon­ta­le Li­nie ge­zeich­net ha­ben, ohne so­fort zu prä­zi­sie­ren, nicht wahr, was das war – und im Üb­ri­gen et­was, wor­über wir in Ver­le­gen­heit blei­ben, denn das, wo­durch die­se Li­nie be­stimmt ist, ist die Ebe­ne, die ich beim ers­ten Mal als Trä­ge­r­ebe­ne be­zeich­net habe, und die ich da­nach, ein­fa­cher und um ein Bild zu ge­ben, den Grund ge­nannt habe, nicht wahr, die Grun­de­be­ne –, Sie prä­zi­sie­ren es nicht, aber im Ge­gen­satz hier­zu an­zu­neh­men, dass ir­gend­et­was, was auf die­ser Ebe­ne ist, auf die­ser Ebe­ne des Blicks, auf et­was pro­ji­ziert wer­den kann, was Sie zu­nächst ein­ge­führt ha­ben und was die Ho­ri­zont­li­nie ist, nun, das heißt wirk­lich das We­sent­li­che des­sen zu ver­feh­len, was von der Kon­struk­ti­on ge­lie­fert wur­de, die ich Ih­nen neu­lich ein zwei­tes Mal ge­zeigt habe, nach­dem ich sie zu­nächst auf eine Wei­se aus­ge­drückt hat­te, nun ja, die ein­fach durch Buch­sta­ben oder Zif­fern auf der Ta­fel hät­te über­setzt wer­den kön­nen.

Nichts von dem, was in die­ser Bli­ckebe­ne ist – wenn wir sie so de­fi­niert ha­ben, wie ich sie de­fi­niert habe, das heißt als par­al­lel zur | {23} Ab­bil­dungs­ebe­ne be­zie­hungs­wei­se zum Bild, nicht wahr –, wirk­lich nichts kann auf eine Wei­se auf das Bild pro­ji­ziert wer­den, die von Ih­nen re­prä­sen­tier­bar wäre, da dies tat­säch­lich dort­hin pro­ji­ziert wird – da al­les dort­hin pro­ji­ziert wird –, aber es wird dort­hin nicht in Über­ein­stim­mung mit der Ho­ri­zont­li­nie pro­ji­ziert, son­dern in Über­ein­stim­mung mit der un­end­lich ent­fer­nen Li­nie des Bil­des.

Abb. 6: Ers­tes Sche­ma von Au­douard mit Punkt im Un­end­li­chen der Bild­ebe­ne

Die­ser Punkt also da [Abb. 6, X], den ich rot ma­chen wer­de, um ihn von Ih­ren Stri­chen zu un­ter­schei­den, die­ser Punkt also da ist auf der Bild­ebe­ne der Punkt im Un­end­li­chen. Fol­gen sie mir? Das ist leicht zu be­grei­fen, denn wenn wir die Din­ge so wie­der­her­stel­len, wie sie sein sol­len, das heißt, ich zeich­ne hier …

Könn­ten Sie bit­te an­de­re Blät­ter für mich an­brin­gen, Glo­ria?, denn das wird dann doch wirk­lich zu un­über­sicht­lich. Wäh­rend­des­sen wer­de ich je­doch zu sa­gen ver­su­chen, in­wie­fern all dies für uns in­ter­es­sant ist, denn für je­man­den wie Fou­cault, der bei un­se­ren vo­ri­gen Ge­sprä­chen nicht da­bei war, kann das letzt­lich als et­was er­schei­nen, das et­was au­ßer­halb der Gren­zen der Skiz­ze liegt, wie wie man wohl sa­gen muss.

Abb. 7: Hin und Zu­rück des Triebs (Sche­ma aus Se­mi­nar 11)

Aber schließ­lich kann das für mich die Ge­le­gen­heit sein, kann das für mich die Ge­le­gen­heit sein, zu prä­zi­sie­ren, wor­um es geht. Wir sind Psy­cho­ana­ly­ti­ker. Wo­mit ha­ben wir es zu tun? Mit ei­nem Trieb, der Schau­t­rieb ge­nannt wird. Die­ser Trieb –; wenn der Trieb | {24} et­was ist, das so kon­stru­iert ist, wie Freud es für uns auf­schreibt, und wenn wir ver­su­chen, im An­schluss an das, was Freud über den Trieb auf­schreibt, der kein In­stinkt ist, son­dern eine Mon­ta­ge, eine Mon­ta­ge zwi­schen Rea­li­tä­ten, die auf we­sent­lich he­te­ro­ge­nen Ebe­nen lie­gen, wie das, was Drang* ge­nannt wird, et­was, was wir als die Kör­per­öff­nung ein­tra­gen kön­nen, auf die die­ser Drang*, wenn ich so sa­gen kann, sich stützt und wor­aus er – auf eine Wei­se, die sich nur auf strikt to­po­lo­gi­sche Wei­se be­grei­fen lässt – sei­ne Kon­stanz be­zieht. Die­se Kon­stanz des Drangs* kann nur aus­ge­ar­bei­tet wer­den, wenn man an­nimmt, dass sie von ei­ner Flä­che aus­geht, bei der die Tat­sa­che, dass sie sich auf ei­nen kon­stan­ten Rand stützt, letzt­lich, wenn man so sa­gen kann, die vek­to­ri­el­le Kon­stanz des Dran­ges* si­chert [Abb. 7].

Und dann von et­was, was eine Hin-und-zu­rück-Be­we­gung ist – je­der Trieb ent­hält ge­wis­ser­ma­ßen et­was in sich et­was, was nicht sein Re­zi­pro­kes ist, son­dern sei­ne Rück­kehr zum Aus­gangs­punkt. Dies aus­ge­hend von et­was, was wir im Grenz­fall nur er­fas­sen kön­nen, und auf eine Wei­se, von der ich sage, dass sie nicht me­ta­pho­risch ist, son­dern grund­le­gend in die Exis­tenz ein­ge­schrie­ben ist, näm­lich eine Um­dre­hung – er voll­zieht eine Um­dre­hung, er dreht sich um et­was, und das ist et­was, das ich als Ob­jekt a be­zeich­ne.

{25} Das wird voll­kom­men auf be­stän­di­ger Wei­se in der ana­ly­ti­schen Pra­xis ver­an­schau­licht, in­so­fern als das Ob­jekt a, in dem Maße, wie es uns am meis­ten zu­gäng­lich ist, wie es von der ana­ly­ti­schen Er­fah­rung buch­stäb­lich ein­ge­kreist wird, nach ei­ner Sei­te hin das ist, was wir die Brust nen­nen, und wir füh­ren es in hin­rei­chend zahl­rei­chen Kon­tex­ten an, so dass sei­ne Mehr­deu­tig­keit, sein pro­ble­ma­ti­scher Cha­rak­ter je­dem in die Au­gen springt. Dass die Brust Ob­jekt klein a ist, alle mög­li­chen Di­gen sind gut dazu ge­eig­net, um zu zei­gen, dass es hier nicht um das Kör­per­li­che geht, wor­um es sich dann han­delt, wenn wir von der Brust spre­chen, das ist nicht ein­fach das Et­was, wo­ge­gen die Nase des Säug­lings ge­drückt wird, das ist et­was, das, um de­fi­niert zu wer­den – wenn es die Funk­tio­nen er­fül­len soll und auch die Mög­lich­kei­ten der Äqui­va­lenz re­prä­sen­tie­ren soll, die es in der ana­ly­ti­schen Pra­xis be­kun­det –, das ist et­was, was auf ganz an­de­re Wei­se de­fi­niert wer­den muss.

Ich lege die Be­to­nung hier nicht auf die Funk­ti­on, die auch die­sel­ben Pro­ble­me auf­wirft, die, wie im­mer sie es nen­nen wol­len, durch das Sky­ba­lon, den Ab­fall, das Ex­kre­ment ge­bil­det wird. Hier ha­ben wir et­was, das in ge­wis­ser Wei­se völ­lig klar er­fasst ist.

Nun, so­bald wir zum Re­gis­ter des Schau­t­riebs über­ge­hen, der eben der­je­ni­ge ist, den in | {26} die­sem Ar­ti­kel, die­sem Ar­ti­kel, auf den ich mich stüt­ze, nicht ein­fach weil es der hei­li­ge Ar­ti­kel von Freud ist, son­dern weil die­ser Ar­ti­kel ei­nen Gip­fel dar­stellt, wo sich für ihn eben eine Not­wen­dig­keit aus­drückt, die auf dem Weg zu die­ser to­po­lo­gi­schen Prä­zi­sie­rung ist, die ich mich zu ge­ben be­mü­he.1 Wenn er in die­sem Ar­ti­kel be­son­de­ren Wert auf die Funk­ti­on des Hin und Zu­rück beim Schau­t­rieb legt, beim sko­pi­schen Trieb (pul­si­on sco­pi­que), dann im­pli­ziert das, dass wir ver­su­chen, das Ob­jekt a ein­zu­krei­sen, das als Blick be­zeich­net wird. Es geht also um die Struk­tur des sko­pi­schen Sub­jekts und nicht um das Feld des Se­hens. So­fort se­hen wir da, dass es ein Feld gibt, in dem das Sub­jekt auf eine be­mer­kens­wer­te Wei­se ent­hal­ten ist. Denn was uns an­geht – wenn ich „uns“ sage, dann sage ich Ih­nen Mi­chel Fou­cault, Sie und ich, die wir uns für das Ver­hält­nis zwi­schen den Wör­tern und den Din­gen in­ter­es­sie­ren, denn letzt­lich geht es in der Psy­cho­ana­ly­se nur dar­um –, so se­hen wir auch so­fort klar, dass es bei die­sem sko­pi­schen Sub­jekt in emi­nen­ter Wei­se um die Funk­ti­on des Zei­chens geht.

Es geht hier also um et­was, was be­reits jetzt eine ganz an­de­re Di­men­si­on ein­führt als die Di­men­si­on, die wir im ele­men­ta­ren Sin­ne des Wor­tes als phy­sisch qua­li­fi­zie­ren könn­ten und die durch das vi­su­el­le Feld für sich ge­nom­men nicht re­prä­sen­tiert wird.

Wenn wir dar­über et­was ma­chen – Ich weiß nicht, ob Sie die Über­schrift ak­zep­tie­ren wür­den, das müss­ten Sie mir sa­gen –, | {27} wenn wir ver­su­chen, zu ei­nem ge­nau­en Punkt oder un­ter ei­nem be­stimm­ten Blick­win­kel et­was zu ma­chen, was sich „Ge­schich­te der Sub­jek­ti­vi­tät“ nennt, das ist ein Ti­tel, den Sie ak­zep­tie­ren wür­den, nicht als Un­ter­ti­tel, da ich glau­be, dass es be­reits ei­nen gibt, son­dern als Un­ter-Un­ter­ti­tel, nicht wahr – und wenn wir dann ein Feld de­fi­nie­ren wie Sie es für Die Ge­burt der Kli­nik ge­macht ha­ben oder für Wahn­sinn und Ge­sell­schaft oder als ein his­to­ri­schen Feld wie in Ih­rem letz­ten Buch, dann ist ganz klar, dass die Funk­ti­on des Zei­chens hier als das We­sent­li­che er­scheint, als die we­sent­li­che Funk­ti­on, die Sie sich in ei­ner sol­chen Ana­ly­se ge­ben.

Ich habe nicht die Zeit, auf­grund un­se­rer Ver­zö­ge­run­gen, in Ih­rem ers­ten Ka­pi­tel viel­leicht Punkt für Punkt sämt­li­che Ter­mi­ni her­vor­zu­he­ben, nicht etwa, ge­gen die ich et­was ein­zu­wen­den hät­te, son­dern im Ge­gen­teil, die mir buch­stäb­lich in die­sel­be Rich­tung zu ge­hen schei­nen wie die Art der Ana­ly­se, die ich vor­neh­me. Sie sind zu dem Schluss ge­kom­men, dass die­ses Bild ge­wis­ser­ma­ßen die Re­prä­sen­ta­ti­on der Welt der Re­prä­sen­ta­tio­nen ist, da Sie der Auf­fas­sung sind, dass es das ist, wo­von das, ich möch­te sa­gen, un­end­li­che Sys­tem der re­zi­pro­ken An­wen­dung das ent­schei­den­de Merk­mal ei­ner be­stimm­ten Zeit des Den­kens dar­stel­len wür­de.

Sie sind nicht völ­lig ge­gen das, was ich hier sage?

Mi­chel Fou­cault:

{28} La­can: Sie sind ein­ver­stan­den, dan­ke. Denn das be­weist, dass ichs rich­tig ver­stan­den habe. Es ist si­cher, dass nichts uns mehr über die Be­frie­di­gung un­ter­rich­ten könn­te, als das Auf­bre­chen ei­ner sol­chen Kon­tro­ver­se.

Ich den­ke ab­so­lut nicht, ei­nen Ein­wand ge­gen Sie vor­zu­brin­gen, wenn ich sage, dass letzt­lich – das ist nur eine Mar­kie­rung zu­guns­ten ei­nes di­dak­ti­schen Zwecks, näm­lich um für uns die Pro­ble­me zu ar­ti­ku­lie­ren, die eine be­stimm­te Be­schrän­kung im Be­zugs­sys­tem auf­nö­ti­gen wür­de, –, dass es tat­säch­lich wich­tig ist, dass uns eine sol­che Er­fas­sung des­sen vor­ge­legt wird, was, sa­gen wir, im 17. und 18. Jahr­hun­dert das Den­ken ge­we­sen ist.

Wie an­ders vor­ge­hen, wenn wir auch nur an­fan­gen wol­len, Mut­ma­ßun­gen dar­über an­zu­stel­len, un­ter wel­chem Blick­win­kel sich für uns die Pro­ble­me stel­len? Nichts ist über­zeu­gen­der als zu se­hen, als er­fas­sen zu kön­nen, in welch an­de­rer Per­spek­ti­ve – das Wort kann ich sa­gen – sie sich in ei­nem an­de­ren Kon­text stel­len konn­ten, und sei es nur, um die Irr­tü­mer der Lek­tü­re zu ver­mei­den, ich möch­te so­gar sa­gen, um uns ein­fach die Lek­tü­re, wenn wir dazu nicht na­tür­lich dis­po­niert sind, von Au­to­ren wie den­je­ni­gen zu ge­stat­ten, de­ren Auf­bau Sie bei­spiels­wei­se auf glän­zen­de Wei­se dar­le­gen, wie etwa Cu­vier. Ich spre­che na­tür­lich über­haupt nicht von all dem, was Sie au­ßer­dem im Re­gis­ter der Öko­no­mie der Epo­che so­wie ih­rer Sprach­wis­sen­schaft ein­ge­bracht ha­ben.

{29} Ich stel­le Ih­nen die Fra­ge, ob Sie glau­ben, glau­ben Sie nicht, dass letzt­lich, wel­ches auch im­mer der Um­riss, das Zeug­nis sein mag, das wir von den Li­ni­en ha­ben kön­nen, in de­nen sich das Den­ken ei­ner Epo­che ver­ge­wis­sert hat, dass sich dem spre­chen­den We­sen im­mer ge­nau die­sel­ben Pro­ble­me ge­stellt ha­ben – wenn ich „ge­stellt“ sage, mei­ne ich, dass es dar­in war –, und dass des­halb aus­ge­schlos­sen ist, nicht von die­sem Ge­dan­ken aus­zu­ge­hen –, die­sel­ben Pro­ble­me für sie wie für uns, Pro­ble­me, die auf die­sel­be Wei­se struk­tu­riert wa­ren? Ich mei­ne, dass es nicht ein­fach eine Art von Vor­an­nah­me ist, die ge­wis­ser­ma­ßen me­ta­phy­sisch wäre und so­gar, um es ge­nau­er zu sa­gen, hei­deg­ge­ria­nisch, näm­lich dass die Fra­ge nach dem We­sen der Wahr­heit sich im­mer auf die­sel­be Wei­se ge­stellt hat, und dass der gan­ze Un­ter­schied dar­in be­steht, dass man sich ei­ner Rei­he an­de­rer Wei­sen ver­schlos­sen hat. Aber den­noch ist ihre Ge­gen­wart für uns mit den Hän­den zu grei­fen, sage ich – nicht ein­fach wie Hei­deg­ger, in­dem wir zur grie­chi­schen Uran­ti­ke zu­rück­keh­ren, son­dern auf un­mit­tel­ba­re Wei­se.

In der Fol­ge der Ka­pi­tel, die Sie an­ge­ben: Spre­chen, Tau­schen, Re­prä­sen­tie­ren – dazu muss ich üb­ri­gens sa­gen, dass es et­was Er­grei­fen­des hat, sie im In­halts­ver­zeich­nis als Zu­sam­men­fas­sun­gen zu se­hen –, dar­in scheint mir die Tat­sa­che, dass Sie hier nicht das Wort „Zäh­len“ auf­ge­führt ha­ben, et­was recht Be­mer­kens­wer­tes zu sein. | {30} Und wenn ich „Zäh­len“ sage, spre­che ich na­tür­lich nicht nur über Arith­me­tik oder Bow­ling. Ich mei­ne, dass Sie si­cher­lich mit­ten im Den­ken des 17. Jahr­hun­derts et­was ge­se­hen ha­ben, was ver­kannt ge­blie­ben ist, und was so­gar aus­ge­buht wor­den ist – Sie wis­sen so gut wie ich, über wen ich spre­chen möch­te, näm­lich über den­je­ni­gen, der die ge­koch­ten Äp­fel er­hal­ten hat, der sei­ne klei­ne Sa­che zu­rück­ge­nom­men hat und der nichts­des­to­we­ni­ger an­ge­zeigt ge­blie­ben ist als je­mand, der für die Bes­se­ren in stärks­tem Glanz ge­leuch­tet hat – an­ders ge­sagt Gi­rard [!] De­s­ar­gues, und um et­was zu kenn­zeich­nen, was dem ent­geht, so scheint mir, was ich in den ver­schie­de­nen Fel­dern, die Sie uns be­schrei­ben, um die Bi­lanz des 17. und 18. Jahr­hun­derts zu zie­hen, den Zug der In­kon­sis­tenz der re­zi­pro­ken Modi der Re­prä­sen­ta­ti­on nen­nen möch­te.

An­ders aus­ge­drückt, das Bild von Veláz­quez ist nicht, möch­te ich sa­gen, die Re­prä­sen­ta­ti­on al­ler Modi der Re­prä­sen­ta­ti­on, es ist, mit ei­nem Ter­mi­nus, der hier na­tür­lich nur eine Nach­spei­se sein wird, nicht wahr, näm­lich mit dem Ter­mi­nus, auf dem ich in­sis­tie­re, wenn ich ihn Freud ent­leh­ne, es ist näm­lich dies: die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz.

Was be­deu­tet das? Wir mach­ten ge­ra­de, na ja, hat­ten ge­ra­de ein ekla­tan­tes Zeug­nis – ich ent­schul­di­ge mich, Au­douard – für die Schwie­rig­keit, mit der die Be­son­der­heit des­sen ein­her­ge­hen kann, was ich ein­zu­füh­ren ver­sucht habe, bei­spiels­wei­se – zu ei­ner Zeit, in ei­nem Ab­stand, | {31} der kurz ge­nug ist, um dar­auf zu­rück­zu­kom­men, näm­lich seit zwei­en un­se­rer Tref­fen –, bei­spiels­wei­se wenn es um das sko­pi­sche Feld geht.

Das sko­pi­sche Feld wird in die­sem Ver­hält­nis zum We­sen der Wahr­heit schon seit lan­gem ver­wen­det. Hei­deg­ger ist da, um uns dar­an zu er­in­nern – in die­sem Werk, von dem ich über­haupt nicht ver­ste­he, war­um es nicht als Ers­tes über­setzt wor­den ist, als We­sen, nicht als We­sen der Wahr­heit, son­dern als Pla­tons Leh­re von der Wahr­heit, eine Ar­beit, die nicht nur nicht über­setzt wor­den ist, son­dern die au­ßer­dem un­auf­find­bar ist –, Hei­deg­ger ist da, um uns dar­an zu er­in­nern, wie sehr – in der ers­ten Leh­re über das The­ma der Wahr­heit ist das voll­kom­men klar, ma­ni­fest –, dass Pla­ton von et­was Ge­brauch macht, was ich die sko­pi­sche Welt nen­nen wür­de. Er mach­te da­von wie üb­lich ei­nen Ge­brauch, der weit­aus raf­fi­nier­ter und schlau­er ist als man sich vor­stel­len kann, denn letzt­lich ist das ge­sam­te Ma­te­ri­al da, wie ich kürz­lich in Er­in­ne­rung ge­ru­fen habe: das Loch, die Dun­kel­heit, die Höh­le, die­se Sa­che, die so ent­schei­dend ist, näm­lich der Ein­gang – das, was ich vor­hin „das Fens­ter“ ge­nannt habe –, und dann da­hin­ter die Welt, die ich die so­la­re Welt nen­nen wür­de.

Die An­we­sen­heit von all die­sem Zeug er­laubt es Hei­deg­ger, da­von den glän­zen­den Ge­brauch zu ma­chen, den zu­min­dest Sie, Mi­chel Fou­cault, hier ken­nen, denn ich den­ke, dass Sie es ge­le­sen ha­ben – und da die­se Ar­beit un­auf­find­bar ist, | {32} dürf­te es hier We­ni­ge ge­ben, die sie bis­lang ge­le­sen ha­ben –, aber im­mer­hin habe ich ein we­nig dar­über ge­spro­chen, was heißt, zu Pla­ton weit mehr zur Spra­che zu brin­gen, als man für ge­wöhn­lich le­sen kann, und auf je­den Fall den grund­le­gen­den Wert ei­ner Rei­he von Be­we­gun­gen des Sub­jekts zu zei­gen, die ge­nau das sind, wo­durch, wie er her­vor­hebt, die Wahr­heit mit ei­ner be­stimm­ten Bil­dung ver­bun­den wird, mit ei­ner be­stimm­ten pai­deia, das heißt mit die­sen Be­we­gun­gen, die wir gut ken­nen, wo­von je­den­falls die­je­ni­gen, die mei­nem Un­ter­richt fol­gen, den Si­gni­fi­kan­ten­wert gut ken­nen: Be­we­gung von hin und zu­rück, Be­we­gung des­sen, was zu­rück­kehrt und was sich in die­sem Zu­rück­keh­ren er­hal­ten muss.

Da­von bleibt un­be­nom­men, dass der Ver­lauf der Zeit uns zeigt, zu wel­cher Ver­wir­rung ein sol­cher Aus­gangs­punkt bei­tra­gen kann, wenn es uns nicht ge­lingt, in die­sem Feld der sko­pi­schen Welt den Un­ter­schied zwi­schen den Struk­tu­ren klar her­aus­zu­stel­len. Und na­tür­lich heißt es, sum­ma­risch vor­zu­ge­hen, wenn man bei­spiels­wei­se hier ei­nen Ge­gen­satz bil­det, ei­nen Ge­gen­satz, von dem ich aus­ge­hen wer­de.

Der Apo­log der Fa­bel von Pla­ton, wie sie üb­li­cher­wei­se auf­ge­fasst wird, im­pli­ziert nur et­was, was ein Punkt der Aus­strah­lung des Lichts ist, dann ein Ge­gen­stand, den er | {33} den wah­ren Ge­gen­stand nennt, und schließ­lich et­was, was der Schat­ten ist. Dass das, was die Ge­fan­ge­nen der Höh­le se­hen, nur Schat­ten ist, ist hier für ge­wöhn­lich al­les, was von die­ser Leh­re er­fasst wird. Ich habe eben her­vor­ge­ho­ben, wie sehr es Hei­deg­ger ge­lun­gen ist, mehr dar­aus zu zie­hen, in­dem er zeig­te, wor­um es hier tat­säch­lich geht.

Abb. 8: Licht, Ge­gen­stand und Schat­ten

Nichts­des­to­we­ni­ger, die­se Art, von der Zen­tra­li­tät des Lichts aus­zu­ge­hen, in Rich­tung auf et­was, was nicht ein­fach die Struk­tur wer­den wird, die es ist, das heißt der Ge­gen­stand und sein Schat­ten, son­dern eine Art Ab­schat­tung der Rea­li­tät, die ge­wis­ser­ma­ßen ins In­ne­re von al­lem, was er­scheint – von al­lem, was schei­nen* ist, um et­was auf­zu­grei­fen, was in Hei­deg­gers Text ist –, eine Art My­tho­lo­gie ein­füh­ren wird, die­je­ni­ge näm­lich, auf der die Idee der Idee be­ruht, das heißt die Idee des Gu­ten: die­je­ni­ge, wo die In­ten­si­tät der Rea­li­tät, der Kon­sis­tenz ist, wo sie sich be­fin­det, und aus der ge­wis­ser­ma­ßen all die Hül­len her­vor­ge­hen, die letzt­lich nur Hül­len wach­sen­der Il­lu­sio­nen sein wer­den, Re­prä­sen­ta­tio­nen im­mer wie­der von Re­prä­sen­ta­tio­nen. Das ist üb­ri­gens ge­nau das – wenn Sie mir ge­stat­ten, Sie dar­an zu er­in­nern, ich weiß schließ­lich nicht, ob Sie alle ein gu­tes Ge­dächt­nis ha­ben –, was ich am 19. Ja­nu­ar hier ver­an­schau­licht habe, als ich von der hier an­we­sen­den Frau Pa­risot zwei Tex­te von Dan­te kom­men­tie­ren ließ, die bei­den | {34} ein­zi­gen, in de­nen er vom Spie­gel des Nar­ziss ge­spro­chen hat.

Nun, was uns un­se­re Er­fah­rung lie­fert, die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung, das dreht sich um das Phä­no­men des Schirms. Weit da­von ent­fernt, dass die in­au­gu­ra­le Grund­la­ge der Di­men­si­on der Ana­ly­se et­was wäre, wo an ir­gend­ei­nem Punkt die Ur­sprüng­lich­keit des Lichts von sich aus al­les auf­tau­chen lie­ße, was Fins­ter­nis ist, in Ge­stalt des­sen, was exis­tiert, ha­ben wir es viel­mehr pri­mär mit dem pro­ble­ma­ti­schen Ver­hält­nis zu tun, das vom Schirm re­prä­sen­tiert wird. Der Schirm ist nicht nur das, wo­durch das Rea­le ver­bor­gen wird – das ist er si­cher­lich –, aber zu­gleich weist er dar­auf hin. Wel­che Struk­tu­ren trägt die­ser Auf­bau des Schirms, auf eine Wei­se, durch die er strikt in die Exis­tenz des Sub­jekts in­te­griert ist? Das ist hier der Wen­de­punkt, von dem aus wir, wenn wir uns über die ge­rings­ten Ter­mi­ni klar wer­den wol­len, die in un­se­re Er­fah­rung ein­grei­fen und mit dem Aus­druck „sko­pisch“ kon­no­tiert sind, und da ha­ben wir na­tür­lich nicht nur mit der „De­cker­in­ne­rung“ (sou­ve­nir écran [wört­lich „Schir­mer­in­ne­rung“]) zu tun, wir ha­ben es mit dem zu tun, was Phan­tas­ma ge­nannt wird, wir ha­ben es mit dem Aus­druck zu tun, der bei Freud nicht Vor­stel­lung, son­dern Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz heißt, wir ha­ben es mit meh­re­ren Rei­hen von Ter­mi­ni zu tun, von de­nen wir wis­sen müs­sen, ob sie syn­onym sind oder nicht. Des­halb neh­men wir wahr, dass die sko­pi­sche Welt, um die es geht, nicht ein­fach | {35} in den Ka­te­go­ri­en der La­ter­na ma­gi­ca zu den­ken ist, dass sie in ei­ner Struk­tur zu den­ken ist, die uns glück­li­cher­wei­se ge­lie­fert wird. Sie wird uns ge­lie­fert – ich muss sa­gen, dass sie im­mer­hin im Ver­lauf der Jahr­hun­der­te ge­gen­wär­tig ist, sie ist ganz in dem Maße ge­gen­wär­tig, wie sie von ver­schie­de­nen Sei­ten ver­fehlt wor­den ist.

Es gibt ei­nen be­stimm­ten Satz von Pap­pus, der auf über­ra­schen­de Wei­se ge­nau in den Sät­zen von Pas­cal und von Bri­an­chon ent­hal­ten ist, den­je­ni­gen über die Ge­rad­li­nig­keit der Kol­li­nea­ri­tät der Eck­punk­te ei­nes be­stimm­ten Sechs­ecks, in­so­fern die­ses Sechs­eck ei­nem Ke­gel­schnitt ein­be­schrie­ben ist. Pap­pus hat­te ei­nen Son­der­fall da­von ge­fun­den, der ge­nau dar­in be­steht, dass das Sechs­eck nicht dem, was wir ge­mein­hin als Ke­gel­schnitt be­zeich­nen, ein­be­schrie­ben ist, son­dern ein­fach zwei sich schnei­den­den Ge­ra­den, was, muss ich sa­gen –; bis zu ei­ner be­stimm­ten Zeit, näm­lich der von Kep­ler, hat­te man nicht ge­se­hen, dass die bei­den Li­ni­en, die sich schnei­den, ein Ke­gel­schnitt sind. Eben des­halb hat­te Pap­pus sei­ne Sa­che nicht ver­all­ge­mei­nert.

Aber dass man eine Rei­he von In­ter­punk­tio­nen vor­neh­men kann, die nach­wei­sen, dass das, was sich be­reits pro­jek­ti­ve Geo­me­trie nann­te, in kei­ner Epo­che ver­kannt war, ge­nügt be­reits, um für uns si­cher­zu­stel­len, dass ein be­stimm­ter Mo­dus des Ver­hält­nis­ses zur sko­pi­schen Welt ge­gen­wär­tig war, von dem ich jetzt zu sa­gen ver­su­chen wer­de, wel­ches sei­ne struk­tu­rel­len Ef­fek­te sind, und das in der Hast, | {36} in der wir hier im­mer sind um zu ar­bei­ten.

Was su­chen wir? Wenn wir die Mög­lich­keit ei­nes Ver­hält­nis­ses, sa­gen wir, zum Rea­len er­klä­ren wol­len – ich sage nicht zur Welt –, ei­nes Ver­hält­nis­ses, wel­ches so ist, dass sich dar­in, wenn es her­ge­stellt ist, die Struk­tur des Phan­tas­mas ma­ni­fes­tiert, dann müs­sen wir in die­sem Fall et­was ha­ben, wo­durch uns die An­we­sen­heit des Ob­jekts a kon­no­tiert wird, des Ob­jekts a, in­so­fern es das Ge­stell ei­ner Wir­kung ist. Nicht nur darf ich nicht sa­gen, dass wir sie gut ken­nen, wir ken­nen sie ge­ra­de nicht; wir müs­sen von der pri­mä­ren, von der ge­ge­be­nen Wir­kung Re­chen­schaft ab­le­gen, von der wir in der Psy­cho­ana­ly­se aus­ge­hen, näm­lich von der Spal­tung des Sub­jekts. Näm­lich dass es, wäh­rend Sie – ich weiß, dass Sie es aus gu­ten Grün­den tun – die Un­ter­schei­dung zwi­schen dem Co­gi­to und dem Un­ge­dach­ten auf­recht­erhal­ten, dass es für uns kein Un­ge­dach­tes gibt. Was die Psy­cho­ana­ly­se an­geht, be­steht ihre Neu­ar­tig­keit dar­in, dass es da, wo Sie – ich spre­che von ei­nem be­stimm­ten Punkt ih­rer Aus­füh­run­gen – das Un­ge­dach­te in sei­nem Ver­hält­nis zum Co­gi­to be­zeich­nen –, dass es da, wo es die­ses Un­ge­dach­te gibt, dass es da denkt. Und das ist hier das grund­le­gen­de Ver­hält­nis, des­sen Pro­ble­ma­tik Sie im Üb­ri­gen ganz stark spü­ren, da Sie an­schlie­ßend, wenn Sie von der Psy­cho­ana­ly­se spre­chen, dar­auf hin­wei­sen, dass es das ist, wor­in die Psy­cho­ana­ly­se al­les, was Hu­man­wis­sen­schaft ist, ra­di­kal in Fra­ge stellt.

{37} Ich de­for­mie­re nicht, was Sie sa­gen?

Fou­cault:

La­can: Was?

Fou­cault: Sie re­for­mie­ren.

La­can: Selbst­ver­ständ­lich. Und au­ßer­dem na­tür­lich, au­ßer­dem auf eine Wei­se, die weit­aus mehr Durch­brü­che und Etap­pen not­wen­dig ma­chen wür­de.

Also, es geht um eine Geo­me­trie, die es uns nicht nur ge­stat­tet, auf ei­ner Ab­bil­dungs­ebe­ne Re­prä­sen­ta­ti­on des­sen zu sein, was auf ei­ner Trä­ge­r­ebe­ne ist, son­dern dass dar­in die­ser drit­te Ter­mi­nus ein­ge­schrie­ben ist, der Sub­jekt ge­nannt wird und der für ihre Kon­struk­ti­on not­wen­dig ist. Eben des­halb habe ich die Kon­struk­ti­on ge­macht, die ich ge­zwun­gen bin, wie­der auf­zu­neh­men, die im Üb­ri­gen nichts Ori­gi­nel­les hat, die von den gän­gi­gen Bü­chern über Per­spek­ti­ve oft über­nom­men wird, vor­aus­ge­setzt, dass sie durch die Desargues’sche Geo­me­trie auf­ge­klärt sind so­wie durch all die Ent­wick­lun­gen, die die­se seit­her durch­lau­fen hat, auch im 19. Jahr­hun­dert, aber De­s­ar­gues ist ge­nau dazu da, um zu zei­gen, dass be­reits mit­ten in die­sem 17. Jahr­hun­dert die­se gan­ze Geo­me­trie, die er voll­kom­men er­fasst hat­te, die grund­le­gen­de Exis­tenz bei­spiels­wei­se ei­nes Prin­zips wie dem Dua­li­täts­prin­zip, das an sich im We­sent­li­chen nur be­sagt, dass die geo­me­tri­schen Ob­jek­te auf ein Spiel der sym­bo­li­schen Äqui­va­lenz ver­wie­sen sind –.

Abb. 9: Sub­jekt­punkt S mit Ab­bil­dungs­ebe­ne P und Trä­ge­r­ebe­ne Q

Nun ja, ein­fach mit Hil­fe der ein­fachs­ten Ver­wen­dung der Stüt­zen der Per­spek­ti­ve stel­len wir fest, dass | {38} ich, in­so­fern die­ser Sub­jekt­punkt [Abb. 9: S], die­se Ab­bil­dungs­ebe­ne [P] und die Trä­ge­r­ebe­ne [Q] un­ter­schie­den wer­den müs­sen – na­tür­lich bin ich ge­zwun­gen, sie durch et­was zu re­prä­sen­tie­ren, ver­ste­hen Sie, dass sich alle na­tür­lich ins Un­end­li­che er­stre­cken –, nun ja, auf dop­pel­te Wei­se ist et­was aus­mach­bar, wo­durch das Sub­jekt in die­se Ab­bil­dungs­ebe­ne ein­ge­schrie­ben ist, die von da­her nicht ein­fach Hül­le ist, ab­ge­ho­be­ne Il­lu­si­on des­sen, wenn man so sa­gen kann, was re­prä­sen­tiert wer­den soll, son­dern die an sich selbst eine Struk­tur kon­sti­tu­iert, die der Re­prä­sen­tant der Re­prä­sen­ta­ti­on ist.

Abb. 10: Ho­ri­zont­li­nie h

Ich mei­ne da­mit, dass die Ho­ri­zont­li­nie [Abb. 10: h], in­so­fern sie un­mit­tel­bar durch die­sen Punkt [S] be­stimmt wird, den man nicht Au­gen­punkt nen­nen soll­te, son­dern Sub­jekt­punkt, Sub­jekt­punkt, wenn man das in Klam­mern sa­gen kann, ich mei­ne da­mit, Sub­jekt, das für die Kon­struk­ti­on not­wen­dig ist, und was nicht das Sub­jekt ist, denn das Sub­jekt ist in das Aben­teu­er der Ab­bil­dung ver­wi­ckelt, und dass es not­wen­dig ist, dass sich hier et­was her­stellt, das zu­gleich an­zeigt, dass das Sub­jekt ir­gend­wo not­wen­di­ger­wei­se an ei­nem Punkt ist, dass aber sein an­de­rer Punkt – ob­gleich er not­wen­dig ist, ob­gleich er an­we­send ist – gleich­sam aus­ge­löscht ist.

Abb. 11: Flucht­punkt O

Das ist das, was wir er­hal­ten, wenn wir be­mer­ken, ich er­in­ne­re dar­an – mir fehlt die Zeit, um den Be­weis da­für noch ein­mal auf ar­ti­ku­lier­te Wei­se vor­zu­füh­ren –, dass, wenn die­se Ho­ri­zont­li­nie ein­fach durch eine Par­al­le­le de­ter­mi­niert ist, eine par­al­le­le Ebe­ne, | {39} die durch den Sub­jekt­punkt geht, eine Ebe­ne, die par­al­lel zur Grun­de­be­ne ver­läuft, das wis­sen alle, aber dass die­se Art Ho­ri­zont bei der Ein­rich­tung ei­ner Per­spek­ti­ve über­dies die Wahl ei­nes Punk­tes [Abb. 11: O] auf der Ho­ri­zont­li­nie im­pli­ziert, und dass es dies ist, was man, wie je­der weiß, den Flucht­punkt nennt, und dass also die ers­te An­we­sen­heit des Sub­jekt­punk­tes in der Ab­bil­dungs­ebe­ne ir­gend­ein Punkt der Ho­ri­zont­li­nie ist, sa­gen wir, ein be­lie­bi­ger Punkt, ich hebe das noch ein­mal her­vor, im Prin­zip muss es hier ei­nen da­von ge­ben.

Wenn es meh­re­re da­von gibt, liegt dies dar­an, dass es vor­kommt, dass die Ma­ler sich das her­aus­neh­men. Wenn es meh­re­re da­von gibt, dient das be­stimm­ten Zwe­cken, eben­so wie es be­stimm­ten Zwe­cken dient, wenn wir meh­re­re Ide­al-Ich ha­ben – oder Ide­al-Ichs, bei­des wird ge­sagt. Aber dass es –, aber das ist na­tür­lich eine der Not­wen­dig­kei­ten der Per­spek­ti­ve, dass es all die gibt, die hier­bei die Grün­der sind, näm­lich Al­ber­ti und Pè­le­rin, an­ders ge­sagt Via­tor, aber auch Al­brecht Dü­rer, die es das an­de­re Auge nen­nen. Ich wie­der­ho­le es, das trägt zur Ver­wir­rung bei, denn es geht hier kei­nes­falls um das Bino­ku­lar­se­hen – die Per­spek­ti­ve hat nichts mit dem zu tun, was man sieht und nichts mit der plas­ti­schen Wir­kung.

Im Ge­gen­satz zu dem, was man sich vor­stellt, ist die Per­spek­ti­ve der Mo­dus – zu ei­ner be­stimm­ten Zeit, in ei­ner be­stimm­ten Epo­che, wie Sie sa­gen wür­den –, durch den der Ma­ler sich als Sub­jekt ins Bild bringt, ge­nau wie die | {40} Ma­ler der un­an­ge­mes­sen­er­wei­se als pri­mi­tiv be­zeich­ne­ten Epo­che sich als Stif­ter ins Bild brach­ten. In der Welt, in der es dar­um ging, dass das Bild ihr Re­prä­sen­tant sei, zur Zeit der an­geb­lich Pri­mi­ti­ven, war der Ma­ler im Bild an sei­nem Platz.

Zu Zei­ten von Veláz­quez scheint er sich dort un­ter­zu­brin­gen, aber man muss ihn nur be­trach­ten, um zu se­hen – Sie ha­ben das sehr gut her­vor­ge­ho­ben –, wie sehr er hier im Zu­stand der Ab­we­sen­heit ist.

Abb. 12: Ebe­ne S und die bei­den un­end­lich fer­nen Li­ni­en Δp und Δq

Er ist hier an ei­nem be­stimm­ten Punkt, den ich eben da­mit be­schrei­be, dass man an die Spur des Punk­tes rührt, von dem er her­kommt, des Punk­tes – für Sie, nur für Sie, denn für die an­de­ren habe ich das be­reits hin­rei­chend aus­ge­führt –, des Punk­tes, den ich bis­her nicht nä­her be­zeich­net habe, und bei dem es sich um den an­de­ren An­we­sen­heits­punkt han­delt, den an­de­ren Sub­jekt­punkt im Feld des Bil­des, um den Punkt, der nicht so be­stimmt wird, wie man es Ih­nen vor­hin ge­sagt hat, son­dern da­durch, dass man ge­nau dies be­rück­sich­tigt, dass es eine Ebe­ne gibt und nur eine ein­zi­ge [Abb. 12: S], par­al­lel zur Bild­ebe­ne, die in das Bild auf kei­ner­lei Wei­se ein­ge­schrie­ben wer­den kann. Und das lässt be­reits in die Au­gen sprin­gen, wie sehr die ers­te An­we­sen­heit des Punk­tes S auf der Ho­ri­zont­li­nie pro­ble­ma­tisch ist, in Ge­stalt ei­nes be­lie­bi­gen Punk­tes. Die­ser be­lie­bi­ge Punkt, in sei­ner Ge­stalt als Punkt der In­dif­fe­renz, ist wirk­lich et­was, was dazu an­ge­tan ist, uns in Be­zug auf das, | {41} was man sei­nen Pri­mat nen­nen könn­te, zu über­ra­schen.

Abb. 13: ent­steht aus der vor­her­ge­hen­den Ab­bil­dung durch Dre­hung um 90 Grad im Uhr­zei­ger­sinn

Wenn man hin­ge­gen be­rück­sich­tigt, dass die­se Li­nie [Abb. 13: b] – die wir als Li­nie der Über­schnei­dung der Ebe­ne [S] be­stim­men, der Ebe­ne, die durch den zu Be­ginn an­ge­nom­me­nen Punkt S führt, der Über­schnei­dung mit der Trä­ge­r­ebe­ne –, dass die­se Li­nie auf der Ab­bil­dungs­ebe­ne eine Über­set­zung [Δp] hat, die leicht zu er­fas­sen ist, da es ein­fach ge­nügt, das um­zu­dre­hen, was zu ak­zep­tie­ren uns ganz na­tür­lich er­schie­nen ist, be­zo­gen auf das Ver­hält­nis des Ho­ri­zonts [h] zur un­end­lich fer­nen Li­nie auf der Trä­ge­r­ebe­ne [Δq]. Dort, in der an­de­ren An­ord­nung, zeigt sich so­fort, dass dies [b], wenn Sie wol­len, eine Ho­ri­zont­li­nie bil­det, im Ver­hält­nis zu der die un­end­lich fer­ne Li­nie der Ab­bil­dungs­ebe­ne [Δp] dann die um­ge­kehr­te Rol­le spielt, und dass von da­her der zwei­te Pol des Sub­jekts [Sˈ] hier ver­or­tet ist, näm­lich an der Über­schnei­dung der Grund­li­nie [λ] – das heißt des Punk­tes, an dem das Bild die Trä­ge­r­ebe­ne schnei­det –, an der Über­schnei­dung die­ser Grund­li­nie [b] mit die­ser un­end­lich fer­nen Li­nie, also an ei­nem Punkt im Un­end­li­chen.

Es ist die­ser Pol, von dem aus Veláz­quez zu­rück­kehrt, nach­dem er sei­ne klei­ne Men­schen­an­samm­lung ge­spal­ten hat, und die Spal­tungs­li­nie, die sich dar­in ab­zeich­net, nicht wahr, von ih­rem Durch­ge­hen ge­wis­ser­ma­ßen durch das, was sei­ne Mo­dell­grup­pe bil­det, weist uns ge­nü­gend dar­auf hin, dass er hier ir­gend­wo von au­ßer­halb des Bil­des auf­tau­chen wird.

{42} Dies, ich be­dau­re es, lässt mich die Din­ge vom theo­re­tischs­ten und abs­trak­tes­ten Punkt aus an­ge­hen. Und die Zeit schrei­tet vor­an. Ich wer­de die Din­ge heu­te also nicht bis zu dem Punkt füh­ren kön­nen, an den ich sie füh­ren woll­te. Nichts­des­to­we­ni­ger, die Form des­sen, was mir vor­hin als Fra­ge ge­lie­fert wur­de, mach­te es nö­tig, dass ich dies wie­der in den Vor­der­grund stel­le. Nichts­des­to­we­ni­ger, falls nach die­ser zwei­stün­di­gen Stun­de ei­ni­ge von Ih­nen noch ei­ni­ge Mi­nu­ten op­fern kön­nen, wer­de ich je­doch wei­ter­ge­hen, das heißt – in­dem ich die Din­ge auf der Ebe­ne der, muss ich sa­gen, fas­zi­nie­ren­den Be­schrei­bung neh­me, die Sie vom Bild der Meni­nas ge­ge­ben ha­ben – Ih­nen zei­gen, in­wie­fern die­se Über­le­gun­gen auch auf der Ebe­ne der Be­schrei­bung kon­kret von In­ter­es­se sind.

Es ist klar, dass Kri­ti­ker wie Be­trach­ter von die­sem Bild im­mer schon ab­so­lut fas­zi­niert sind, be­un­ru­higt sind. An dem Tag, an dem je­mand – ich will Ih­nen sei­nen Na­men nicht sa­gen, auch wenn ich hier die gan­ze Li­te­ra­tur habe – die Ent­de­ckung ge­macht hat, dass das groß­ar­tig sei, die­ser klei­ne Kö­nig und die­se klei­ne Kö­ni­gin, die man im Hin­ter­grund sieht, dass dies hier si­cher­lich der Schlüs­sel zu der An­ge­le­gen­heit sei, da ha­ben alle ihm zu­ge­stimmt. Als ob es wirk­lich groß­ar­tig und in­tel­li­gent wäre, das ge­se­hen zu ha­ben, was of­fen­sicht­lich ist, was sich, man kann nicht sa­gen bis zum Vor­der­grund er­streckt, da es im Hin­ter­grund ist, was aber doch | {43} nicht zu se­hen un­mög­lich ist. Schließ­lich ist man vor­an­ge­schrit­ten, von he­roi­schen Ent­de­ckun­gen zu an­de­ren Ent­de­ckun­gen, die un­ter­schied­lich sen­sa­tio­nell wa­ren, aber es gibt eins, was man über­haupt nicht er­klärt hat, näm­lich in­wie­weit die­se Sa­che – wenn es nur das war: Hal­lo, der Kö­nig und die Kö­ni­gin sind im Bild! –, in­wie­weit das ge­nüg­te, um die Sa­che in­ter­es­sant zu ma­chen.

Im Licht – wenn man so sa­gen kann, denn wir ar­bei­ten hier nicht auf der pho­to­pi­schen Ebe­ne, wir ha­ben es nicht mit der Far­be zu tun, das re­ser­vie­re ich fürs nächs­te Jahr, falls es die­ses nächs­te Jahr ge­ben soll­te, tat­säch­lich ar­bei­ten wir im sko­to­pi­schen Feld, im Halb­schat­ten, so wie hier.

Abb. 14: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Bild im Bild

Wich­tig und in­ter­es­sant ist das, was sich zwi­schen dem Punkt S er­eig­net – ei­nem ri­tu­el­len Punkt, denn er dient nur zur Kon­struk­ti­on, al­les, was für uns wich­tig ist, ist das, was es im Ab­bild gibt, aber er spielt den­noch sei­ne Rol­le –, das ist das, was sich zwi­schen die­sem Punkt hier, in dem In­ter­vall, zwi­schen ihm und dem Schirm er­eig­net. Nun, wenn es et­was gibt, was die­ses Bild uns auf­drängt, dann auf­grund ei­nes Kunst­griffs, der üb­ri­gens der­je­ni­ge ist, von dem Sie – ich möch­te Ih­nen mein Kom­pli­ment da­für aus­spre­chen –, von dem Sie aus­ge­gan­gen sind, näm­lich dass die ers­te Sa­che, die Sie ge­sagt ha­ben, die ist, dass es im Bild ein Bild gibt [Abb. 14]. Und ich den­ke, dass Sie nicht mehr dar­an zwei­feln, nicht mehr als ich, dass die­ses Bild, das im | {44} Bild ist, das Bild selbst ist, das­je­ni­ge, das wir se­hen, auch wenn Sie viel­leicht An­lass dazu ge­ben, dass die Deu­tung ver­übt wird, die­ses Bild sei das Bild, auf dem er das Por­trät des Kö­nigs und der Kö­ni­gin an­fer­tigt. Ist Ih­nen das klar? Er hät­te eben die­ses Bild von drei Me­ter acht­zehn mit eben die­sem Ge­stell ge­nom­men, nur um den Kö­nig und die Kö­ni­gin zu ma­len, die­se bei­den ar­men klei­nen Trot­tel, die da im Hin­ter­grund sind. Nun, ge­nau von der An­we­sen­heit die­ses Bil­des her, das die ein­zi­ge Re­prä­sen­ta­ti­on ist, die im Bild ist, sät­tigt die­se Re­prä­sen­ta­ti­on ge­wis­ser­ma­ßen das Bild als Rea­li­tät. Aber das Bild ist et­was an­de­res, weil – , ich wer­de Ih­nen das heu­te nicht de­mons­trie­ren, ich hof­fe, dass Sie in acht Ta­gen wie­der­kom­men, denn ich den­ke, dass man über die­ses Bild et­was sa­gen kann, das über die­se Be­mer­kung, die wirk­lich et­was er­öff­net, hin­aus­geht, näm­lich was die­ses Bild wahr­haft ist.

Das letz­te Mal habe ich hin­rei­chend die Schwie­rig­kei­ten her­vor­ge­ho­ben, die sämt­li­che In­ter­pre­ta­tio­nen, die ge­ge­ben wor­den sind, auf­wer­fen, aber of­fen­kun­dig muss man von der Idee aus­ge­hen, dass das, was uns ver­bor­gen ist und des­sen Funk­ti­on Sie so gut zur Gel­tung brin­gen, von et­was, was ver­bor­gen ist, von ver­deck­ter Kar­te, um Sie zu zwin­gen, | {45} ihre ei­ge­nen auf­zu­de­cken –. Und Gott weiß, ob die Kri­ti­ker nicht tat­säch­lich ver­säumt ha­ben, sie auf­zu­de­cken, ihre ei­ge­nen Kar­ten, und zwar, um eine Rei­he von Din­gen zu sa­gen, die ex­tra­va­gant sind – aber so sehr nun auch wie­der nicht. Es hat ge­nügt, sie ne­ben­ein­an­der­zu­stel­len, um im­mer­hin da­hin zu kom­men, den Grund ih­rer Ex­tra­va­ganz zu ver­ste­hen, wo­von eine bei­spiels­wei­se die ist, dass der Ma­ler vor ei­nem Spie­gel malt, der an un­se­rem Platz stün­de. Das ist eine ele­gan­te Lö­sung, un­glück­li­cher­wei­se geht sie völ­lig ge­gen die­se Ge­schich­te von dem Kö­nig und der Kö­ni­gin, die im Hin­ter­grund sind, weil es dann auch so sein müss­te, dass sie am Platz des Spie­gels sind. Man muss wäh­len. Kurz, es tau­chen alle mög­li­chen Schwie­rig­kei­ten auf, wo wir doch ein­fach fest­hal­ten kön­nen, dass das Bild als Re­prä­sen­ta­ti­on des Bild-Ge­gen­stan­des im Bild ist. Nun, die­se Pro­ble­ma­tik der Di­stanz zwi­schen dem Punkt S und der Bild­ebe­ne bil­det streng­ge­nom­men die Grund­la­ge für die fes­seln­de Wir­kung des Wer­kes.

In­so­fern, als dies nicht ein Werk mit ei­ner ge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ve ist, ist es eine Art ver­rück­ter Ver­such, der üb­ri­gens nicht das Vor­recht von Veláz­quez ist. Ich ken­ne, Gott sei Dank, ge­nü­gend Ma­ler und ins­be­son­de­re den ei­nen, von dem ich Ih­nen et­was zei­gen las­sen wer­de, um Ih­nen, ein­fach so, ei­nen klei­nen Le­cker­bis­sen zu ge­ben, am Ende die­ses Vor­trags, bei dem ich be­dau­re, dass ich ge­nö­tigt bin, be­stän­dig auf die­sel­ben Ebe­nen zu­rück­zu­kom­men, die | {46} all­zu tro­cken sind, ein Ma­ler, von dem ich Ih­nen hier, in­dem ich Sie ver­las­se, ein Werk zei­gen möch­te, dass Sie sich üb­ri­gens alle dort, wo es aus­ge­stellt ist, an­schau­en kön­nen, ein Werk, das zeigt, dass das Pro­blem des Ma­lers dar­in be­steht – und dies, be­zie­hen Sie sich auf mei­ne ers­ten Dia­lek­ti­ken, als ich den Schau­t­rieb ein­ge­führt habe, näm­lich dass das Bild eine Blick­fal­le ist –, den­je­ni­gen, der da­vor steht, in die Fal­le zu lo­cken. Und was wäre ge­eig­ne­ter, ihn in die Fal­le zu lo­cken, als das Feld der Bild­gren­zen, der Per­spek­ti­ve aus­zu­wei­ten, bis hin zur Ebe­ne des­sen, was da ist, auf der Ebe­ne von die­sem Punkt S, und was ich eben als das be­zeich­ne, was im­mer ver­schwin­det, das, was das Ele­ment des Stur­zes ist.

Abb. 15: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Fens­ter

Der ein­zi­ge Sturz in die­ser Dar­stel­lung oder in die­ser Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz, die das Bild an sich ist, das ist die­ses Ob­jekt a. Und das Ob­jekt a ist das, was wir nie­mals fas­sen kön­nen, ins­be­son­de­re nicht im Spie­gel, aus dem Grun­de, dass es das Fens­ter ist, dass wir selbst da­durch bil­den, dass wir ein­fach die Au­gen öff­nen. All die Be­mü­hung des Bil­des, die­se ver­schwin­den­de Ebe­ne ein­zu­fan­gen, die ei­gent­lich das ist, was wir dazu bei­steu­ern, wir alle, die wir um­her­schlen­dern, wir sind da in ei­ner Aus­stel­lung in dem Glau­ben, dass uns, wenn wir vor ei­nem Bild ste­hen, nichts zu­stößt; wir ge­hen ihm auf den Leim wie eine Flie­ge, wir sen­ken den Blick (bais­sons le re­gard), wie man die Ho­sen run­ter­lässt (baisse cu­lot­te), und für den Ma­ler geht es dar­um, wenn ich so sa­gen kann, uns dazu zu brin­gen, in das Bild ein­zu­tre­ten.

Abb. 16: In­ter­vall δ

{47} Ge­nau des­halb, weil es die­ses In­ter­vall gibt zwi­schen die­ser ho­hen Lein­wand, die von hin­ten ab­ge­bil­det ist, und et­was, das den Rah­men des Bil­des nach vor­ne bringt, ver­spü­ren wir die­ses Un­be­ha­gen. Das ist eine streng struk­tu­rel­le und strikt sko­pi­sche Deu­tung. Falls Sie wie­der­kom­men, um mich das nächs­te Mal zu hö­ren, wer­de ich Ih­nen sa­gen, war­um das so ist, denn heu­te blei­be ich hier tat­säch­lich in den Gren­zen der Ana­ly­se der Struk­tur, der Struk­tur, so wie Sie sie be­han­delt ha­ben, der Struk­tur des­sen, was man auf dem Bild sieht. Sie ha­ben hier nichts an Dia­log ein­ge­führt, wenn ich so sa­gen kann, an Dia­log, den es zwi­schen was und was na­he­legt? Glau­ben Sie nicht, dass ich Ih­nen, wie Au­douard, wie­der mit der Re­zi­pro­zi­tät kom­men wer­de, also dass wir ge­be­ten wer­den, mit Veláz­quez in ei­nen Dia­log zu tre­ten. Ich habe seit lan­gem ge­nü­gend oft ge­sagt, dass die Be­zie­hun­gen des Sub­jekts zum An­de­ren nicht re­zi­prok sind, um heu­te nicht in die­se Fal­le zu ge­hen. Wer ist das, der da vorn spricht? Wer ist das, der fragt? Wer ist das, der viel­mehr schreit und fleht und Ve­laz­quez bit­tet: „Lass se­hen!“? Das ist hier der Punkt, von dem man aus­ge­hen muss – ich habe Sie das letz­te Mal dar­auf hin­ge­wie­sen –, um tat­säch­lich zu wis­sen, wer das ist, der hier im Bild ist.

Und dass die­ses In­ter­vall [Abb. 16: δ], die­ses In­ter­vall zwi­schen den bei­den Ebe­nen, der Ebe­ne des Bil­des und der Ebe­ne des Punk­tes S, dass die­ses | {48} In­ter­vall, in dem die Trä­ge­r­ebe­ne in zwei Par­al­le­len ge­schnit­ten wird und durch das, was im Vo­ka­bu­lar von De­s­ar­gues „Ach­se“ heißt – denn es gibt da noch eine wei­te­re Sa­che, die da­für sorgt, dass man ein biss­chen schlech­ter ge­se­hen wird: ein Vo­ka­bu­lar, das nicht so war wie das von je­der­mann2 –, in be­sag­ter Ach­se, was ge­schieht da? Si­cher­lich nicht das, was wir heu­te sa­gen.

Abb. 17: Las meni­nas, Aus­schnitt: Der Ab­stand des Ma­lers vom Bild

Und dass das Bild dazu da ist, um uns die­ses In­ter­vall spü­ren zu las­sen, wird auf zwei­er­lei Wei­se an­ge­zeigt, ei­ner­seits da­durch, dass wir zu die­sem Bild in ei­nem Ver­hält­nis des Er­wischt­wer­dens ste­hen, und au­ßer­dem da­durch, dass Veláz­quez im Bild of­fen­kun­dig so plat­ziert ist, dass er uns die Wich­tig­keit die­ser Di­stanz mar­kiert, dass es nicht, bit­te be­ach­ten Sie das – Sie ha­ben es be­mer­ken müs­sen, aber sie ha­ben es nicht ge­sagt –, dass es nicht in sei­ner Reich­wei­te ist, die­ses Bild zu be­rüh­ren, auch nicht mit der Ver­län­ge­rung des Pin­sels [Abb. 17]. Na­tür­lich sagt man, er ist zu­rück­ge­tre­ten, um bes­ser zu se­hen. Ja, si­cher­lich. Aber schließ­lich ist die of­fen­kun­di­ge Tat­sa­che, dass das Bild nicht in sei­ner Reich­wei­te ist, hier der ab­so­lut ent­schei­den­de Punkt. Näm­lich, dass die bei­den Flucht­punk­te die­ses Bil­des nicht ein­fach das sind, was ei­ner­seits eben­falls zu ei­nem Fens­ter flieht, zu ei­ner Kluft, ins Au­ßen, das dort wie in Par­al­le­le zur vor­an­ge­hen­den Kluft hin­ge­stellt ist, und an­de­rer­seits Veláz­quez, | {49} von dem zu wis­sen, was er uns sagt, hier der we­sent­li­che Punkt ist. Ich wer­de ihn spre­chen las­sen, um zu schlie­ßen – nicht um zu schlie­ßen, denn ich möch­te ja noch, dass Sie das Bild von Bal­thus se­hen –, um die Din­ge in ei­ner Lacan’schen Spra­che zu sa­gen, da ich an sei­ner Stel­le spre­che, war­um nicht?

Er sagt uns als Ant­wort auf das „lass se­hen“: „Du siehst mich nicht von wo aus ich dich er­bli­cke.“ Das ist eine grund­le­gen­de For­mel, um zu ver­deut­li­chen, was uns an je­der Blick­be­zie­hung in­ter­es­siert. Es geht um den Schau­t­rieb und zwar ge­nau im Ex­hi­bi­tio­nis­mus wie im Voy­eu­ris­mus, aber wir sind nicht da, um zu se­hen, ob man sich im Bild kit­zelt und auch nicht, ob et­was pas­siert. Wir sind da, um zu se­hen, wie die­ses Bild für uns die Struk­tur der Blick­be­zie­hun­gen in das ein­schreibt, was Phan­tas­ma ge­nannt wird, in­so­fern es kon­sti­tu­tiv ist.

Beim Wort „Phan­tas­ma“ gibt es be­trächt­li­che Mehr­deu­tig­kei­ten. Un­be­wuss­tes Phan­tas­ma, gut, das ist ein Ob­jekt. Zu­nächst ist das ein Ob­jekt, bei dem wir im­mer ei­nes der drei Stü­cke ver­lie­ren, die es dar­in gibt, näm­lich zwei Sub­jek­te und ein a. Denn glau­ben Sie nur nicht, dass ich die Il­lu­si­on habe, dass ich Ih­nen das un­be­wuss­te Phan­tas­ma wie ein Ob­jekt lie­fern wer­de. Ohne das wür­de der Trieb des Phan­tas­mas an­ders­wo wie­der­erste­hen. Was aber ver­wirrt, ist dies, dass man je­des Mal, wenn man vom un­be­wuss­ten Phan­tas­ma spricht, auch | {50} im­pli­zit von dem Phan­tas­ma spricht, es zu se­hen. Das heißt, dass die Hoff­nung – da man hin­ter­her­läuft – hier­bei viel Ver­wir­rung stif­tet. Was mich an­geht, so ver­su­che ich im Au­gen­blick, Ih­nen streng­ge­nom­men das zu ge­ben, was man ei­nen Auf­bau (bâti) nennt. Und ein Auf­bau ist kei­ne Me­ta­pher, denn das un­be­wuss­te Phan­tas­ma be­ruht auf ei­nem Auf­bau, und es ist die­ser Auf­bau, bei dem ich die Hoff­nung nicht auf­ge­be, ihn den­je­ni­gen, die mir zu­hö­ren, nicht nur ver­traut zu ma­chen, son­dern ihn Ih­nen un­ter die Haut ge­hen zu las­sen. Das ist mein Ziel, und es ist ein ab­so­lut heik­les Un­ter­fan­gen – das ei­ni­gen als lä­cher­lich er­scheint –, dem ich hier nach­ge­he und von dem Sie nur fer­ne Echos hö­ren.

*

Abb. 18: Bal­thus, La rue, Ers­te Fas­sung, 1933
Öl auf Lein­wand, 194 x 240 cm
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Ich wer­de jetzt, mit Glo­ri­as Hil­fe, das Bild von Herrn Bal­thus un­ter Ih­nen durch­ge­hen las­sen [Abb. 18].

Es läuft ge­ra­de eine Bal­thus-Aus­stel­lung. Sie ist im Pa­vil­lon de Mar­son, un­ent­gelt­li­che Aus­kunft. Für eine ge­rin­ge Sum­me wer­den Sie alle die­ses Bild be­wun­dern kön­nen.

Nun ja, das ist eine klei­ne Haus­auf­ga­be, die ich ei­ni­gen stel­le. Da­für gebe ich ih­nen die gan­zen Fe­ri­en. Se­hen wir zu. Be­trach­ten Sie die­ses Bild, nach­dem Sie sich, hof­fe ich, ei­ni­ge Re­pro­duk­tio­nen be­sorgt ha­ben. Das ist nicht ganz ein­fach; die­ses hier ver­dan­ke ich Frau Hen­ri­et­te Gomès, die es, wie sich her­aus­stell­te – das war für sie üb­ri­gens wirk­lich | {51} eine Über­ra­schung –, die es, wie sich her­aus­stell­te, in ih­rer Kar­tei hat­te. Hier also.

Abb. 19: Bal­thus, La rue, zwei­te Fas­sung, 1935
Öl auf Lein­wand, 194 x 240 cm
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Es gibt ei­nen leich­ten Un­ter­schied in dem Bild, das Sie se­hen wer­den; se­hen Sie – im Ge­gen­satz zu dem, was bei Veláz­quez pas­siert, da es of­fen­kun­dig Fra­gen der Epo­chen gibt – hier, in die­sem Bild hier, da kit­zelt man sich ein biss­chen, und die­se Hand ist zur Be­ru­hi­gung des au­gen­blick­li­chen Be­sit­zers vom Au­tor ein biss­chen ab­ge­kratzt wor­den [Abb. 19].

Ich habe es ihm ges­tern Abend wie­der­ge­zeigt, ich muss sa­gen, dass er mir ge­sagt hat, dass dies al­ler­dings weit­aus bes­ser kom­po­niert war als das da. Er be­dau­er­te, eine Kon­zes­si­on ge­macht zu ha­ben, die er glaub­te, ma­chen zu müs­sen – das war eine Art Ge­gen-Kon­zes­si­on. Er hat­te ge­sagt: „schließ­lich ma­che ich das viel­leicht, um die Leu­te zu är­gern, also war­um es nicht sein las­sen?“, aber das stimmt nicht. Er hat­te das da hin­ge­malt, weil es da sein muss­te. Schließ­lich müs­sen all die an­de­ren Sa­chen, die da sind, eben­falls da sein. Und letzt­lich, als ich die­ses Bild sah – ich hat­te es frü­her schon ein­mal ge­se­hen, und ich er­in­ner­te mich nicht mehr dar­an –, aber als ich es dies­mal sah, in die­sem Kon­text – Sie wer­den das ich weiß nicht wem zu­schrei­ben, mei­nem Scharf­blick oder mei­nem Wahn, das müs­sen Sie ent­schei­den –, da habe ich ge­sagt: „Das sind die Meni­nas!“

War­um sind das die Meni­nas? So ist also die klei­ne Fe­ri­en­auf­ga­be, die ich den Bes­ten un­ter Ih­nen stel­len  möch­te.

#

Französisch/deutsch mit Anmerkungen und Links

#

{1} La­can : Je vou­d­rais sa­lu­er par­mi nous la pré­sence de Mi­chel Fou­cault qui me fait le grand hon­neur de ve­nir à ce sé­min­aire.

La­can: Ich möch­te den un­ter uns an­we­sen­den Mi­chel Fou­cault be­grü­ßen, der mir die gro­ße Ehre er­weist, in die­ses Se­mi­nar zu kom­men.

#

Quant à moi je, me ré­jou­is d’avoir mo­ins à me li­v­rer de­vant lui à mes ha­bi­tu­els ex­er­ci­ces que d’essayer de lui mon­trer ce qui fait le but princi­pal de nos ré­uni­ons, c’est-à-dire un but de for­ma­ti­on, ce qui im­pli­que plu­sieurs cho­ses ent­re nous : d’abord que les cho­ses ne doiv­ent pas être ces cho­ses des deux bords, du vôt­re et du mien, et im­mé­dia­te­ment re­pé­rées au même ni­veau – sans ça, à quoi bon ?

Was mich an­geht, so freue ich mich dar­über, dass ich mich vor ihm we­ni­ger mei­nen ge­wöhn­li­chen Übun­gen hin­ge­ben muss, als viel­mehr ver­su­chen muss, ihm zu zei­gen, wor­in das Haupt­ziel un­se­rer Tref­fen be­steht, das heißt ein Aus­bil­dungs­ziel, was meh­re­re Din­ge un­ter uns im­pli­ziert, zu­nächst, dass die Din­ge nicht die­se Din­ge mit zwei Rän­dern sein müs­sen, ih­rem und mei­nem, und un­mit­tel­bar auf der­sel­ben Ebe­ne ver­or­tet – ohne das, was wür­de es nüt­zen?

#

C’est une fic­tion d’enseignement.

Das ist eine Un­ter­richts­fik­ti­on.

#

C’est bien pour cela que, de­puis trois de nos ren­con­tres, je suis amené à re­ve­nir sur le même plan, à plu­sieurs re­pri­ses, par une sor­te d’effort d’accommodation ré­ci­pro­que.

Eben das hat mich dazu ge­bracht, seit drei Tref­fen auf die­sel­be Ebe­ne zu­rück­zu­kom­men, in meh­re­ren Wie­der­auf­nah­men, ge­wis­ser­ma­ßen im Be­mü­hen um wech­sel­sei­ti­ge An­pas­sung.

#

Je pen­se que déjà, ent­re l’avant-dernière fois et la der­niè­re, il s’est pro­du­it un pas et j’espère qu’il s’en fera un aut­re aujourd’hui.

Ich den­ke, dass zwi­schen dem vor­letz­ten und dem letz­ten Mal be­reits ein Schritt voll­zo­gen wor­den ist, und ich hof­fe, dass heu­te ein wei­te­rer ge­tan wird.

#

Pour tout dire, je re­vi­en­drai aujourd’hui en­core sur ce sup­port tout à fait ad­mi­ra­ble que nous ont don­né | {2} Les Mé­ni­nes.

Um es klar zu sa­gen, ich wer­de heu­te noch auf die wirk­lich be­wun­derns­wer­te Stüt­ze zu­rück­kom­men, die uns die Meni­nas ge­lie­fert ha­ben.

#

Non pas qu’elles ai­ent été amen­ées au pre­mier plan com­me l’objet princi­pal, bien sûr – nous ne som­mes pas ici à l’École du Lou­vre –, mais par­ce que, il nous a sem­blé que s’y il­lus­trai­ent d’une fa­çon par­ti­cu­liè­re­ment re­mar­quable cer­ta­ins faits, que j’avais es­sayé de mett­re en évi­dence et sur les­quels je re­vi­en­drai en­core, pour qui­con­que ne m’aura pas suf­fi­sam­ment sui­vi.

Wo­bei sie na­tür­lich nicht als Haupt­ge­gen­stand in den Vor­der­grund ge­stellt wur­den – wir sind hier nicht in der Éco­le du Lou­vre –, son­dern weil uns schien, dass hier auf be­son­ders be­mer­kens­wer­te Wei­se be­stimm­te Tat­sa­chen ver­an­schau­licht wer­den, die ich her­aus­zu­ar­bei­ten ver­sucht hat­te und auf die ich noch zu­rück­kom­men wer­de, für all die­je­ni­gen, die mir nicht aus­rei­chend ge­folgt sind.

#

Il s’agit là évi­dem­ment de cho­ses peu ha­bi­tu­el­les.

Of­fen­sicht­lich han­delt es sich hier um Din­ge, die we­nig üb­lich sind.

#

L’e’mploi or­dinaire de l’enseignement – qu’il soit uni­ver­si­taire ou se­con­d­ai­re – par le­quel vous avez été for­mé, fait que ce qui con­sti­tue par ex­emp­le la for­me vrai­ment es­sen­ti­el­le de la géo­mé­trie mo­der­ne vous res­te non seu­le­ment igno­rée mais spé­cia­le­ment opa­que.

Das ge­wöhn­li­che Vor­ge­hen in dem Un­ter­richt, durch den Sie ge­bil­det wor­den sind, sei er uni­ver­si­tär oder se­kun­där3, hat zur Fol­ge, dass Ih­nen das, was bei­spiels­wei­se die wirk­lich we­sent­li­che Form der mo­der­nen Geo­me­trie aus­macht, nicht nur un­be­kannt, son­dern auf spe­zi­el­le Wei­se un­durch­schau­bar bleibt.

#

Ce dont j’ai pu, bien sûr, voir l’effet quand j’ai es­sayé de vous en amener – par des fi­gu­res, des fi­gu­res très simp­les et ex­em­p­lai­res –, es­sayé de vous en amener quel­que cho­se qui en sus­citât pour vous la di­men­si­on.

Wo­von ich na­tür­lich die Aus­wir­kung se­hen konn­te, als ich ver­such­te, Ih­nen da­von, durch Fi­gu­ren, sehr ein­fa­che und ex­em­pla­ri­sche Fi­gu­ren, als ich ver­such­te, Ih­nen da­von et­was vor­zu­füh­ren, was Ih­nen die Di­men­si­on die­ser Geo­me­trie na­he­bräch­te.

#

Là-des­sus Les Mé­ni­nes se sont pré­sen­tées.

In die­sem Zu­sam­men­hang wur­den die Meni­nas vor­ge­stellt.

#

Com­me il ar­ri­ve sou­ven… il faut bien s’émerveiller – on a tort de s’émerveiller …les cho­ses vous vi­en­nent com­me ba­gue au doigt.

Wie es so oft ge­schieht – man muss sich dar­über wun­dern, man hat Un­recht, sich dar­über zu wun­dern –, die Din­ge pas­sen ei­nem wie an­ge­goss­sen.

#

On n’est pas seul à tra­vail­ler dans le même champ : ce que Mon­sieur Mi­chel Fou­cault avait écrit dans son pre­mier cha­pit­re a été tout de sui­te re­mar­qué par cer­ta­ins de mes | {3} au­di­teurs – je dois dire avant moi – com­me de­vant con­sti­tu­er une sor­te de point d’intersection par­ti­cu­liè­re­ment per­ti­nent ent­re deux champs de re­cher­che.

Man ist nicht al­lein mit der Ar­beit in ei­nem be­stimm­ten Feld: Was Herr Fou­cault in sei­nem ers­ten Ka­pi­tel ge­schrie­ben hat, war von ei­ni­gen mei­ner Zu­hö­rer so­fort als et­was er­fasst wor­den – vor mir, muss ich sa­gen –, was zwi­schen zwei For­schungs­fel­dern ge­wis­ser­ma­ßen ei­nen be­son­ders trif­ti­gen Über­schnei­dungs­punkt bil­den muss.

#

Et c’est bien en ef­fet ain­si qu’il faut le voir, et je dirai d’autant plus qu’on s’applique à re­li­re cet éton­nant pre­mier cha­pit­re… dont j’espère que ceux qui sont ici se sont aper­çus qu’il est re­pris un peu plus loin dans le li­v­re : au point-clé, au point-tour­nant, à ce­lui où se fait la jonc­tion de ce mode, de ce mode con­sti­tu­tif, si l’on peut dire, des rap­ports ent­re les mots et les cho­ses tel qu’il s’est éta­b­li dans un champ qui com­mence à la ma­tu­ra­ti­on du XVIème siè­cle pour abou­tir à ce point par­ti­cu­liè­re­ment ex­em­p­lai­re – et par­ti­cu­liè­re­ment bien ar­ti­cu­lé dans son li­v­re – qui est ce­lui de la pen­sée du XVIIIème.

Und so muss man es tat­säch­lich se­hen, und ich möch­te umso mehr sa­gen, dass man sich dem wid­men möge, die­ses er­staun­li­che ers­te Ka­pi­tel wie­der­zu­le­sen4, von dem ich hof­fe, dass die­je­ni­gen, die hier sind, mit­be­kom­men ha­ben, dass es et­was wei­ter hin­ten im Buch wie­der auf­ge­grif­fen wird, an dem Schlüs­sel­punkt, an dem Wen­de­punkt, wo sich die Ver­bin­dung die­ses Mo­dus her­stellt, die­ses kon­sti­tu­ti­ven Mo­dus, wenn man so sa­gen kann, in den Be­zie­hun­gen zwi­schen den Wör­tern und den Din­gen, wie er sich in ei­nem Feld durch­ge­setzt hat, das mit dem rei­fen 16. Jahr­hun­dert be­ginnt, um zu die­sem be­son­ders ex­em­pla­ri­schen und in sei­nem Buch be­son­ders gut ar­ti­ku­lier­ten Punkt zu füh­ren, näm­lich zum Den­ken des 18. Jahr­hun­derts.

#

Au mo­ment d’arriver à ce qui fait… à son but, dans sa per­spec­tive…
au point où il nous a amené, la nais­sance d’une aut­re ar­ti­cu­la­ti­on, cel­le qui naît au XIXème siè­cle, cel­le qui lui per­met déjà de nous in­tro­du­i­re à la fois la fonc­tion et le ca­rac­tè­re pro­fon­dé­ment am­bi­gu et pro­blé­ma­tique de ce qu’on ap­pel­le les sci­en­ces hu­mai­nes,
… ici Mon­sieur Mi­chel Fou­cault s’arrête et re­prend son ta­bleau des Mé­ni­nes, au­tour du per­son­na­ge à pro­pos du­quel nous avons lais­sé la der­niè­re fois nous-même sus­pen­du not­re dis­cours, à sa­voir, dans le ta­bleau, la fonc­tion du roi.

In dem Au­gen­blick, in dem er bei et­was an­kommt, was – für sein Ziel, in sei­ner Per­spek­ti­ve, an dem Punkt, zu dem er uns hin­ge­führt hat – die Ent­ste­hung ei­ner an­de­ren Ar­ti­ku­la­ti­on ist, die­je­ni­ge, die im 19. Jahr­hun­dert auf­kommt, die­je­ni­ge, die es ihm be­reits er­laubt, uns in die Funk­ti­on und zu­gleich in den grund­le­gend mehr­deu­ti­gen und pro­ble­ma­ti­schen Cha­rak­ter des­sen ein­zu­füh­ren, was man die Hu­man­wis­sen­schaf­ten nennt, in die­sem Au­gen­blick hält Herr Fou­cault inne und nimmt er sein Bild der Meni­nas wie­der auf, im Hin­blick auf die Per­son, bei der wir das letz­te Mal un­se­ren ei­ge­nen Dis­kurs in der Schwe­be ge­las­sen hat­ten, näm­lich im Hin­blick auf die Funk­ti­on des Kö­nigs in die­sem Bild.5

#

{4} Vous ver­rez que c’est ce qui nous per­met­t­ra aujourd’hui – si nous en avons le temps, si les cho­ses s’établissent com­me je l’espère –, d’établir pour moi la jonc­tion ent­re ce que je vi­ens d’amener…
en ap­portant cet­te pré­ci­si­on que la géo­mé­trie pro­jec­tive peut nous per­mett­re de mett­re dans ce qu’on peut ap­pe­ler la sub­jec­tivité de la vi­si­on,
… de fai­re la jonc­tion de ceci, avec ce que j’ai ap­por­té déjà dès long­temps sous le thè­me du nar­cis­sis­me du mi­ro­ir.

Sie wer­den se­hen, dass uns das heu­te er­lau­ben wird – falls wir die Zeit da­für ha­ben, falls die Din­ge sich so er­ge­ben, wie ich es hof­fe –, für mich die Ver­bin­dung her­zu­stel­len zwi­schen dem, was ich die letz­ten Male ge­lie­fert habe, in­dem ich die­se Prä­zi­sie­rung ein­brach­te, die – bei dem, was man die Sub­jek­ti­vi­tät des Se­hens nen­nen kann – die pro­jek­ti­ve Geo­me­trie uns vor­zu­neh­men er­lau­ben kann, die Ver­bin­dung also her­zu­stel­len zwi­schen dem und dem, was ich be­reits vor lan­ger Zeit mit dem The­ma des Spie­gel-Nar­ziss­mus ein­ge­bracht habe.6

#

Abb. 1: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Paar im Spie­gel

Le mi­ro­ir est pré­sent dans ce ta­bleau sous une for­me énig­ma­tique [Abb. 1].

In die­sem Bild ist der Spie­gel in ei­ner rät­sel­haf­ten Form prä­sent [Abb. 1].

#

Si énig­ma­tique qu’humoristiquement, la der­niè­re fois, j’ai pu ter­mi­ner en disant qu’après tout, fau­te de sa­voir qu’en fai­re, nous pour­ri­ons y voir ce qui ap­pa­raît être, d’une fa­çon sur­pren­an­te, en ef­fet, quel­que cho­se qui res­sem­ble sin­gu­liè­re­ment à not­re écran de té­lé­vi­si­on – mais ceci est évi­dem­ment un con­cet­to.

So rät­sel­haft, dass ich beim letz­ten Mal hu­mo­ris­tisch da­mit en­den konn­te zu sa­gen, dass wir hier – da wir nicht wis­sen, was wir da­mit an­fan­gen sol­len – letzt­lich das se­hen könn­ten, was in über­ra­schen­der Wei­se tat­säch­lich et­was zu sein scheint, was un­se­rem Fern­seh­schirm au­ßer­ge­wöhn­lich ähn­lich sieht – aber das ist of­fen­sicht­lich ein Con­cet­to.

#

Mais vous al­lez le voir aujourd’hui – si nous en avons le temps, je le ré­pè­te –, que ce rap­port ent­re le ta­bleau et le mi­ro­ir, ce que l’un et l’autre, non pas seu­le­ment nous il­lus­trent ni ne nous re­pré­sen­tent, mais vrai­ment re­pré­sen­tent com­me struc­tu­re de la re­pré­sen­ta­ti­on, c’est ce que j’espère pou­voir in­tro­du­i­re aujourd’hui.

Sie wer­den heu­te je­doch se­hen – falls wir die Zeit da­für ha­ben, ich wie­der­ho­le es –, dass das Ver­hält­nis zwi­schen dem Bild und dem Spie­gel, das, was bei­de für uns nicht nur ver­an­schau­li­chen oder re­prä­sen­tie­ren, son­dern wirk­lich als Struk­tur der Re­prä­sen­ta­ti­on re­prä­sen­tie­ren, dass es das ist, was ich hof­fe, heu­te ein­füh­ren zu kön­nen.

#

Mais je ne veux pas le fai­re sans avoir eu ici quel­ques té­moi­gna­ges des ques­ti­ons qui ont pu se po­ser à la sui­te de mes pré­cé­dents dis­cours.

Aber ich möch­te das nicht tun, ohne hier ei­ni­ge Be­kun­dun­gen der Fra­gen ge­habt zu ha­ben, die sich im An­schluss an mei­ne vor­an­ge­hen­den Dis­kur­se ha­ben stel­len kön­nen.

#

J’ai de­man­dé à Green, qui d’ailleurs – puis­que nous som­mes en un sé­min­aire fer­mé – | {5} s’était of­fert, en quel­que sor­te spon­ta­né­ment, à m’apporter cet­te ré­pli­que en m’en ap­portant en de­hors de ce cer­cle.

Ich habe Green ge­be­ten, der sich im Üb­ri­gen – da wir in ei­nem ge­schlos­se­nen Se­mi­nar sind – ge­wis­ser­ma­ßen spon­tan an­ge­bo­ten hat­te, mir die­se Ent­geg­nung zu lie­fern, in­dem er sie mir be­reits au­ßer­halb die­ses Krei­ses ge­ge­ben hat­te.7

#

Je vais donc lui don­ner la pa­ro­le.

Ich wer­de ihm also das Wort er­tei­len.

#

Je crois qu’Audouard – je ne sais pas s’il est ici – vou­dra bien aus­si nous ap­por­ter cer­ta­ins élé­ments d’interrogation et tout de sui­te après, j’essaierai, en leur répondant, peut-être, j’espère… d’amener Mon­sieur Mi­chel Fou­cault à me don­ner quel­ques re­mar­ques.

Ich glau­be, dass Au­douard – ich weiß nicht, ob er hier ist – uns eben­falls ei­ni­ge Ele­men­te der Be­fra­gung lie­fern möch­te, und so­fort da­nach will ich ver­su­chen, in­dem ich ih­nen ant­wor­te, viel­leicht, so hof­fe ich, Herrn Fou­cault dazu zu brin­gen, mir ei­ni­ge Hin­wei­se zu ge­ben.

#

En tout cas, je ne man­quer­ai cer­tai­ne­ment pas de l’interpeller.

Je­den­falls wer­de ich ge­wiss nicht ver­säu­men, ihn an­zu­spre­chen.

#

Bien. Je vous don­ne la pa­ro­le, Green.

Gut. Ich er­tei­le Ih­nen das Wort, Green.

#

Je suis un peu fa­ti­gué de la voix aujourd’hui.

Mei­ne Stim­me ist heu­te ein we­nig er­schöpft.

#

Je ne suis pas sûr que dans cet­te salle, dont l’acoustique est aus­si mau­vai­se que la pro­pre­té, aujourd’hui tout au mo­ins, je ne suis pas sûr que… on m’entende très bien jusqu’au fond.

Ich bin mir nicht si­cher, dass in die­sem Hör­saal – mit des­sen Akus­tik es eben­so schlecht steht wie mit sei­ner Sau­ber­keit, heu­te zu­min­dest –, ich bin mir nicht si­cher, dass man mich bis hin­ten rich­tig gut ver­steht.

#

Si ?

Doch?

#

En­fin, c’est le mo­ment de fai­re un pe­tit mou­ve­ment de foule et de vous rappro­cher.

Nun denn, das ist für Sie der Au­gen­blick, eine klei­ne Mas­sen­be­we­gung zu ver­an­las­sen und nach vorn zu kom­men.

#

Je me sen­ti­rai plus sûr.

Ich füh­le mich dann si­che­rer.

#

{6} An­dré Green : En fait, ce que La­can m’a de­man­dé, c’est es­sen­ti­el­le­ment de lui don­ner l’occasion de re­par­tir sur le dé­ve­lop­pe­ment qu’il avait com­men­cé la der­niè­re fois.

An­dré Green: Also, wor­um La­can mich ge­be­ten hat, ist im We­sent­li­chen dies, ihm die Ge­le­gen­heit zu ge­ben, auf die Aus­füh­run­gen zu­rück­zu­kom­men, die er das letz­te Mal be­gon­nen hat.

##

Et c’est à par­tir de cer­tai­nes re­mar­ques, que je m’étais fai­tes moi-même au mo­ment de son com­men­taire, que j’avais pris la li­ber­té de lui écri­re.

Und das geht von ei­ni­gen An­mer­kun­gen aus, die ich für mich selbst wäh­rend sei­nes Kom­men­tars ge­macht hat­te und bei de­nen ich mir die Frei­heit ge­nom­men hat­te, sie ihm zu schrei­ben.

#

Ces re­mar­ques te­n­ai­ent es­sen­ti­el­le­ment aux con­di­ti­ons de pro­jec­tion qui étai­ent très di­rec­te­ment liées au com­men­taire de La­can et à sa prop­re place, oc­cup­ée par lui, dans le com­men­taire, et de ce qu’il n’y pou­vait aper­ce­voir du point où il était.

Die­se An­mer­kun­gen be­zo­gen sich im We­sent­li­chen auf die Be­din­gun­gen der Pro­jek­ti­on, die mit La­cans Kom­men­tar ganz di­rekt ver­bun­den wa­ren und mit dem Platz, den er selbst wäh­rend des Kom­men­tars ein­nahm, so­wie auf das, was er von dem Punkt aus, wo er war, nicht wahr­neh­men konn­te.

#

Les con­di­ti­ons de cet­te pro­jec­tion ayant été, com­me vous le savez, dé­fec­tu­eu­ses, et l’absence d’une suf­fi­san­te ob­scu­rité ont con­s­idé­ra­ble­ment dé­na­tu­rées le ta­bleau, et no­tam­ment cer­ta­ins dé­tails de ce ta­bleau sont de­ve­nus to­ta­le­ment in­vi­si­bles.

Die Be­din­gun­gen die­ser Pro­jek­ti­on, die, wie Sie wis­sen, un­zu­läng­lich wa­ren, und das Feh­len von hin­rei­chen­der Dun­kel­heit hat­ten das Bild be­trächt­lich ver­un­stal­tet; ins­be­son­de­re wur­den be­stimm­te Ein­zel­hei­ten des Bil­des da­durch völ­lig un­sicht­bar.

#

C’était en par­ti­cu­lier le cas pour ce qui con­cer­nait…

Das war ins­be­son­de­re bei dem der Fall, was den …

#

La­can : Green, ce n’est pas une cri­tique…

La­can: Green, das ist kei­ne Kri­tik.

#

On va le pro­je­ter aujourd’hui.

Wir wer­den es heu­te pro­ji­zie­ren.

#

Aujourd’hui, ça va mar­cher.

Heu­te wird es funk­tio­nie­ren.

#

Je ne pen­se pas que c’ait été l’insuffisante ob­scu­rité – en­core que l’obscurité nous soit chè­re –, | {7} ce n’est pas de ça qu’il s’agit.

Ich den­ke nicht, dass das un­zu­rei­chen­de Dun­kel­heit war – auch wenn die Dun­kel­heit uns teu­er ist, dar­um geht es nicht.

#

Je crois que c’est que la lam­pe était, je ne sais pas pour­quoi, mal ré­glée ou fai­te pour un aut­re em­ploi.

Ich glau­be, dass es dar­um ging, dass die Lam­pe, ich weiß nicht war­um, schlecht re­gu­liert war oder für eine an­de­re Ver­wen­dung be­stimmt war.

#

Bref, mon cli­ché la der­niè­re fois… j’ai mau­dit l’École du Lou­vre, j’ai eu tort et je suis allé m’en ex­cu­ser – mon cli­ché était non seu­le­ment très suf­fi­sant mais vous al­lez le voir, ex­cel­lent.

Kurz, mein Dia vom letz­ten Mal – ich habe die Éco­le du Lou­vre ver­flucht, ich war im Un­recht und ich habe mich da­für ent­schul­digt –, mein Dia war nicht nur völ­lig aus­rei­chend, son­dern, wie Sie se­hen wer­den, aus­ge­zeich­net.

#

C’est donc une ques­ti­on de lam­pe.

Das war also ein Pro­blem mit der Lam­pe.

#

Na­tu­rel­le­ment, il faut baisser ces rideaux si nous vou­lons avoir la pro­jec­tion.

Na­tür­lich muss man die Vor­hän­ge her­un­ter­las­sen, wenn wir die Pro­jek­ti­on ha­ben wol­len.

#

Alors, fai­tes-le vite, vous se­rez gen­tils. Voi­là. Mer­ci.

Also, tun Sie es rasch, das wäre nett. Das wärs. Dan­ke.

#

Alors, vous y al­lez Glo­ria.

Und jetzt sind Sie dran, Glo­ria.

#

Abb. 2: Veláz­quez, Las meni­nas, 1656
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Vous met­tez Les Mé­ni­nes [Abb. 2].

Le­gen Sie die Meni­nas ein [Abb. 2].

#

Green : … En fait, ce qui était ef­fa­cé en cet­te oc­ca­si­on, c’était le per­son­na­ge de Veláz­quez lui-même, le peint­re et le coup­le….

Green: … Also, was hier­bei tat­säch­lich aus­ge­löscht war, war die Per­son von Veláz­quez selbst, der Ma­ler, und au­ßer­dem das Paar.

#

Aujourd’hui, on peut mieux le voir, mais la der­niè­re fois, jus­tement, ce qui était ef­fa­cé, c’était le per­son­na­ge du peint­re et ce coup­le, ce coup­le qui était ap­pa­ru com­me to­ta­le­ment ef­fa­cé.

Heu­te kann man es bes­ser se­hen, aber beim letz­ten Mal war das, was aus­ge­löscht war, ge­nau die Per­son des Ma­lers und die­ses Paar, die­ses Paar, das als völ­lig aus­ge­löscht er­schien.

#

Je me suis in­ter­ro­gé sur cet ef­fa­ce­ment et je me suis de­man­dé si, au lieu de le con­s­idé­rer sim­ple­ment com­me une in­suf­fi­sance, nous ne pou­vi­ons pas con­s­idé­rer que cet ef­fa­ce­ment était lui-même si­gni­fi­ca­tif de quel­que cho­se com­me | {8} une de ces pro­duc­tions de l’inconscient – com­me l’acte man­qué, com­me l’oubli – et s’il n’y avait pas là une clé, une clé qui unit étran­ge­ment le peint­re et ce coup­le qui se trouve être dans la pé­nom­bre, qui pa­rait du res­te se dés­in­téres­ser de la scè­ne et qui pa­rait chu­cho­ter.

Zu die­sem Aus­lö­schen habe ich mir Fra­gen ge­stellt, und ich habe mich ge­fragt, ob wir es nicht, statt dies ein­fach als eine Un­zu­läng­lich­keit an­zu­se­hen, es so auf­fas­sen könn­ten, dass die­ses Aus­lö­schen selbst für et­was be­deut­sam wäre, als eine die­ser Pro­duk­tio­nen des Un­be­wuss­ten – wie die Fehl­hand­lung, wie das Ver­ges­sen –, und ob hier nicht ein Schlüs­sel sein könn­te, ein Schlüs­sel, der auf merk­wür­di­ge Wei­se den Ma­ler und die­ses Paar ver­eint, das sich im Halb­schat­ten be­fin­det und sich für die Sze­ne im Üb­ri­gen nicht zu in­ter­es­sie­ren scheint, das zu tu­scheln scheint.

#

Et c’est à par­tir de cet­te réfle­xi­on que je me suis de­man­dé s’il n’y avait pas là quel­que cho­se à creu­ser à pro­pos de cet ef­fa­ce­ment, et ef­fa­ce­ment de trace dans le ta­bleau, où les plans de lu­miè­re sont dis­tin­gués de fa­çon très pré­cise, aus­si bien par La­can que par Fou­cault avec, no­tam­ment le plan de lu­miè­re du fond, de l’autre Veláz­quez, le Veláz­quez du fond, et le plan de lu­miè­re qui lui vi­ent de la fenêt­re.

Und aus­ge­hend von die­ser Über­le­gung habe ich mich ge­fragt, ob es hier nicht et­was gibt, was man ver­tie­fen soll­te, be­zo­gen auf die­se Aus­lö­schung, die Aus­lö­schung der Spur in dem Bild, in dem die Ebe­nen des Lichts sehr ge­nau un­ter­schie­den wer­den, so­wohl von La­can wie von Fou­cault, vor al­lem die Licht­ebe­ne des Hin­ter­grunds – des an­de­ren Veláz­quez, dem Veláz­quez des Hin­ter­grunds – und die Licht­ebe­ne, die vom Fens­ter her zu ihm kommt.

#

Ce se­rait donc dans cet ent­re-deux, dans cet ent­re-deux lu­miè­res que, peut-être, il y au­rait là quel­que cho­se à creu­ser sur la si­gni­fi­ca­ti­on de ce ta­bleau.

In die­sem Zwi­schen, in die­sem Zwi­schen-zwei-Be­leuch­tun­gen gäbe es also viel­leicht et­was, was, hin­sicht­lich der Be­deu­tung die­ses Bil­des, zu ver­tie­fen wäre.

#

Main­ten­ant, on pour­rait peut-être ral­lu­mer si vous vou­lez.

Jetzt könn­te man viel­leicht das Licht wie­der an­ma­chen, wenn Sie wol­len.

#

Ceci, ce sont donc les re­mar­ques que j’avais fai­tes à La­can par écrit, sans du tout pen­ser qu’elles n’avaient un but dif­fé­rent que de re­lan­cer sa réfle­xi­on.

Dies also sind die Be­mer­kun­gen, die ich La­can ge­gen­über schrift­lich ge­äu­ßert hat­te, ohne auch nur zu den­ken, dass sie ei­nen an­de­ren Zweck ha­ben könn­ten als den, sein Nach­den­ken wie­der in Gang zu set­zen.

#

Et puis, j’ai re­pris le tex­te de Fou­cault, ce cha­pit­re tel­le­ment re­mar­quable, pour y con­sta­ter un cer­tain nom­bre de points de con­ver­gence avec ce que je ve­nais de vous dire, | {9} et no­tam­ment ce qu’il dit lui-même du peint­re.

Und dann habe ich den Text von Fou­cault wie­der­ge­le­sen, die­ses wirk­lich be­mer­kens­wer­te Ka­pi­tel, und habe da­bei eine Rei­he von Punk­ten be­merkt, die mit dem kon­ver­gie­ren, was ich Ih­nen ge­ra­de ge­sagt habe, ins­be­son­de­re das, was er selbst über den Ma­ler sagt.

#

Il dit : « Sa tail­le som­bre et son vi­sa­ge clair sont mit­oy­ens du vi­si­ble et de l’invisible. »

Er sagt: „Sei­ne dunk­le Ge­stalt, sein hel­les Ge­sicht bil­den die Mit­te zwi­schen Sicht­ba­rem und Un­sicht­ba­rem.“8

#

Par cont­re, Fou­cault me pa­rait avoir été très si­len­cieux sur le coup­le dont je vi­ens de par­ler.

Hin­ge­gen scheint mir Fou­cault be­zo­gen auf das Paar, von dem ich eben ge­spro­chen habe, sehr schweig­sam ge­we­sen zu sein

#

Il y fait al­lu­si­on, du res­te, il par­le de cour­ti­san qui est là et il ne par­le pas du tout du per­son­na­ge qui, à ce qu’il pa­rait, sem­ble être une re­li­gieu­se, à ce qu’on peut voir.

Er spielt üb­ri­gens dar­auf an, er spricht über den Höf­ling, der dort ist, und er spricht über­haupt nicht über die Per­son, die, nach dem, wie es sich dar­stellt, eine Non­ne zu sein scheint, nach dem, was man se­hen kann.

#

Là, je dois dire que la re­pro­duc­tion qui est dans le li­v­re de Fou­cault ne per­met ab­so­lu­ment pas de la voir, alors que la re­pro­duc­tion que vi­ent d’épingler La­can ici, per­met de pen­ser qu’il y a de for­tes rai­sons pour que ce soit une re­li­gieu­se.

Hier muss ich sa­gen, dass die Re­pro­duk­ti­on in Fou­caults Buch es über­haupt nicht ge­stat­tet, sie zu se­hen, wäh­rend die Re­pro­duk­ti­on, die La­can hier so­eben an­ge­bracht hat, zu den­ken er­laubt, dass es star­ke Grün­de da­für gibt, dass es eine Non­ne ist.

#

Et j’ai re­trou­vé, évi­dem­ment dans le tex­te de Fou­cault, un cer­tain nom­bre d’oppositions sys­té­ma­ti­ques qui éc­lai­rent la struc­tu­re du ta­bleau.

Und ich habe, im Text von Fou­cault na­tür­lich, eine Rei­he von sys­te­ma­ti­schen Ge­gen­sät­zen wie­der­ge­fun­den, die die Struk­tur des Bil­des auf­hel­len.

#

Cer­tai­nes de ces op­po­si­ti­ons ont déjà été mi­ses en lu­miè­re et no­tam­ment, par ex­emp­le il y a l’opposition du mi­ro­ir : le mi­ro­ir com­me sup­port d’une op­po­si­ti­on ent­re le mo­dè­le et le spec­ta­teur ; le mi­ro­ir com­me op­po­si­ti­on au ta­bleau et à la toi­le, et no­tam­ment, en ce qui con­cer­ne cet­te toi­le, une for­mu­la­ti­on de Fou­cault qui nous rap­pel­le, je crois, beau­coup, la bar­riè­re du re­fou­le­ment.

Ei­ni­ge die­ser Ge­gen­sät­ze sind be­reits her­aus­ge­stellt wor­den, und ins­be­son­de­re gibt es bei­spiels­wei­se die mit dem Spie­gel ver­bun­de­nen Op­po­si­tio­nen: der Spie­gel als Trä­ger ei­nes Ge­gen­sat­zes zwi­schen dem Mo­dell und dem Be­trach­ter, der Spie­gel als Ge­gen­satz zum Bild und zur Lein­wand, und ins­be­son­de­re, was die­se Lein­wand be­trifft, eine For­mu­lie­rung von Fou­cault, die uns, glau­be ich, stark an die die Bar­rie­re der Ver­drän­gung er­in­nert:

##

« Elle em­pêche que soit ja­mais re­pé­ra­ble ni dé­fi­ni­ti­ve­ment | {10} éta­b­li le rap­port des re­gards. »

Sie [die Lein­wand] ver­hin­dert, dass die Be­zie­hung der Bli­cke je­mals fest­stell­bar ist und de­fi­ni­tiv her­ge­stellt wer­den kann.“9

#

Cet­te es­pè­ce d’impossibilité – con­fé­rée à la si­tua­ti­on de la toi­le, à son en­vers – de sa­voir ce qui y est in­scrit, nous fait pen­ser, à nous, qu’il y a là un rap­port tout à fait es­sen­tiel.

Die­se Art von Un­mög­lich­keit – die der Si­tu­ie­rung der Lein­wand zu­ge­wie­sen wird, ih­rer Rück­sei­te –, die Un­mög­lich­keit zu wis­sen, was dar­auf ein­ge­schrie­ben ist, lässt uns, was uns be­trifft, den­ken, dass es hier eine ganz und gar we­sent­li­che Be­zie­hung gibt.

#

Mais sur­tout, par rap­port aux réfle­xi­ons de La­can sur la per­spec­tive, ce qui m’a paru in­téres­sant c’est, non pas de re­trou­ver d’autres op­po­si­ti­ons – il y en a et j’en ou­b­lie bien en­ten­du –, mais sur­tout d’essayer de com­prend­re la suc­ces­si­on des dif­fér­ents plans du fond vers la sur­face, jus­tement, dans la per­spec­tive de La­can sur la per­spec­tive.

Aber das, was mir im Ver­hält­nis zu den Über­le­gun­gen von La­can über die Per­spek­ti­ve vor al­lem in­ter­es­sant zu sein schien, ist nicht, wei­te­re Op­po­si­tio­nen wie­der­zu­fin­den – sol­che gibt es und ei­ni­ge da­von habe ich na­tür­lich aus­ge­las­sen –, son­dern vor al­lem zu ver­su­chen, die Ab­fol­ge der ver­schie­de­nen Ebe­nen von der Tie­fe bis zum Vor­der­grund zu ver­ste­hen, in La­cans Per­spek­ti­ve auf die Per­spek­ti­ve.

#

Eh bien, il n’est cer­tes pas in­dif­fé­rent, je crois, qu’on puis­se y re­trou­ver au mo­ins quat­re plans.

Nun ja, es ist si­cher­lich nicht gleich­gül­tig, glau­be ich, dass man hier zu­min­dest vier Ebe­nen wie­der­fin­den kann.

#

Quat­re plans qui sont suc­ces­si­ve­ment : le plan de l’autre Veláz­quez, ce­lui du fond, le plan du coup­le, le plan du peint­re, et le plan con­sti­tué par l’Infante et ses sui­v­an­tes, l’idiote, le bouf­fon et le chi­en qui sont tous en avant de Veláz­quez.

Vier Ebe­nen, und das sind nach­ein­an­der: die Ebe­ne des an­de­ren Veláz­quez – von dem im Hin­ter­grund –, die Ebe­ne des Paa­res, die Ebe­ne des Ma­lers und dann die Ebe­ne, die durch die In­fan­tin und ihre Hof­fräu­lein ge­bil­det wird so­wie durch die Idio­tin, den Nar­ren und den Hund, die alle vor Veláz­quez sind.

#

Ils sont en avant de Veláz­quez et je crois qu’on peut di­vi­ser ce grou­pe lui-même en deux sous-grou­pes : le grou­pe con­sti­tué par l’Infante…
où Fou­cault voit un des deux cen­tres du ta­bleau, l’autre étant le mi­ro­ir – et je crois que ceci est évi­dem­ment très im­portant
…et l’autre sous-grou­pe con­sti­tué par l’animal et les mons­tres, c’est-à-dire l’idiote et le | {11} bouf­fon Ni­co­la­si­to Per­cu­sa­to avec le chi­en.

Sie sind vor Veláz­quez und ich glau­be, dass man die­se Grup­pe selbst in zwei Un­ter­grup­pen auf­tei­len kann: die Grup­pe, die durch die In­fan­tin ge­bil­det wird, wor­in Fou­cault ei­nes der bei­den Zen­tren des Bil­des sieht – wäh­rend das an­de­re durch den Spie­gel ge­bil­det wird, und ich glau­be, das dies si­cher­lich sehr wich­tig ist –, und dann die an­de­re Un­ter­grup­pe, die durch das Tier und die Miss­ge­bur­ten ge­bil­det wird, also durch die Idio­tin und den Nar­ren Ni­co­la­si­to Per­cu­sa­to mit dem Hund.

#

Je crois que cet­te di­vi­si­on, sur le mode d’arrière en avant, avec ces deux grou­pes, pour­rait nous fai­re pen­ser…
et là peut-être que je m’avance un peu, mais c’est uni­que­ment pour don­ner une ma­tiè­re à vos com­men­taires et à vos cri­ti­ques
…com­me quel­que cho­se qui fait de ce ta­bleau, bien sûr un ta­bleau sur la re­pré­sen­ta­ti­on – la re­pré­sen­ta­ti­on de la re­pré­sen­ta­ti­on clas­si­que, com­me nous di­sons – mais aus­si peut-être de la re­pré­sen­ta­ti­on com­me créa­ti­on et com­me, fi­na­le­ment, cet­te an­ti­no­mie de la créa­ti­on ent­re, sur la par­tie gau­che, ent­re cet être, ab­so­lu­ment, qui – dans le rap­port de l’Infante à ses deux géni­teurs qui sont der­riè­re – re­pré­sen­te la créa­ti­on sous sa for­me hu­mai­ne la plus réus­sie, la plus heu­re­u­se, et au con­trai­re, dé­por­té de l’autre côté – du côté de la fenêt­re, par op­po­si­ti­on à la toi­le – ces ra­tés de la créa­ti­on, ces mar­ques de la cas­tra­ti­on que peu­vent re­pré­sen­ter l’idiote et le bouf­fon.

Ich glau­be, dass die­se Auf­tei­lung im Mo­dus von hin­ten nach vorn, zu­sam­men mit die­sen bei­den Grup­pen, uns dazu brin­gen könn­te zu den­ken – und da wage ich mich viel­leicht ein we­nig vor, aber nur, um Ih­ren Kom­men­ta­ren und Kri­ti­ken Stoff zu lie­fern –, als et­was, was aus die­sem Bild si­cher­lich ein Bild über die Re­prä­sen­ta­ti­on macht – die Re­prä­sen­ta­ti­on der klas­si­schen Re­prä­sen­ta­ti­on, wie wir sa­gen –, aber viel­leicht auch der Re­prä­sen­ta­ti­on als Schöp­fung und letzt­lich als die An­ti­no­mie der Schöp­fung zwi­schen, auf der lin­ken Sei­te, zwi­schen, in ab­so­lu­ter Wei­se, die­sem Sein, das im Ver­hält­nis der In­fan­tin zu ih­ren bei­den Er­zeu­gern, die da­hin­ter sind, die Schöp­fung in ih­rer ge­lun­gens­ten, in ih­rer glück­lichs­ten mensch­li­chen Ge­stalt re­prä­sen­tiert, und im Ge­gen­satz hier­zu, auf die an­de­re Sei­te ab­ge­drängt, auf die Sei­te des Fens­ters im Ge­gen­satz zur Lein­wand, die­se Fehl­schlä­ge der Schöp­fung, die­se Mar­kie­run­gen der Kas­tra­ti­on, die die Idio­tin und der Narr re­prä­sen­tie­ren kön­nen.

#

Si bien qu’à ce mo­ment-là, ce coup­le qui se­rait dans la pé­nom­bre au­rait une sin­gu­liè­re val­eur par rap­port à l’autre coup­le re­flé­té dans le mi­ro­ir, qui est ce­lui du roi et de la rei­ne.

Der­art, dass in die­sem Mo­ment das Paar, dass im Halb­schat­ten ist, ei­nen ein­zig­ar­ti­gen Wert hät­te, im Ver­hält­nis zu dem an­de­ren Paar, das im Spie­gel re­flek­tiert wird, also dem von Kö­nig und Kö­ni­gin.

#

Cet­te dua­lité étant pro­bable­ment trop por­tée, à ce mo­ment-là sur le pro­blè­me de la créa­ti­on en tant que jus­tement c’est ce que | {12} Veláz­quez est en train de peind­re, et où nous trou­vons cet­te dua­lité, pro­bable­ment ent­re ce qu’il peint et le ta­bleau que nous re­gar­dons.

Wo­bei die­se Dua­li­tät in die­sem Mo­ment wahr­schein­lich zu sehr auf das Pro­blem der Schöp­fung aus­ge­rich­tet ist, in­so­fern es eben das ist, was Veláz­quez ge­ra­de malt, und wo wir die­se Dua­li­tät fin­den, wahr­schein­lich zwi­schen dem, was er malt, und dem Bild, das wir be­trach­ten.

#

Je crois que c’est par op­po­si­ti­on à ces plans et à ces per­spec­tives, et pro­bable­ment le fait que ce n’est pas un ha­sard – ce que je ne sa­vais pas – si le per­son­na­ge du fond… et Fou­cault écrit à pro­pos de ce per­son­na­ge du fond…
dont je ne sa­vais pas qu’il s’appelait Veláz­quez et dont on peut dire qu’il est l’autre Veláz­quez
…il dit de lui une phra­se qui m’a beau­coup frap­pée :

Ich glau­be, dass es im Ge­gen­satz zu die­sen Ebe­nen und zu die­sen Per­spek­ti­ven steht, und wahr­schein­lich, die Tat­sa­che, dass es kein Zu­fall ist, was ich nicht wuss­te, wenn die Per­son im Hin­ter­grund –; und Fou­cault schreibt über die­se Per­son im Hin­ter­grund, von der ich nicht wuss­te, dass sie Veláz­quez heißt und über die man sa­gen kann, dass sie der an­de­re Veláz­quez ist, er sagt über sie ei­nen Satz, der mich wirk­lich über­rascht hat:

#

« Peut-être va-t-il entrer dans la piè­ce ; peut-être se bor­ne-t-il à épier ce qui se pas­se à l’intérieur, con­tent de sur­prend­re sans être ob­ser­vé. »

Viel­leicht wird er in das Zim­mer ein­tre­ten, viel­leicht be­schränkt er sich dar­auf, zu be­trach­ten, was sich im In­ne­ren ab­spielt, und ist zu­frie­den, zu be­ob­ach­ten, ohne be­ob­ach­tet zu wer­den.“10

#

Eh bien je crois que, jus­tement, ce per­son­na­ge, de par sa si­tua­ti­on, est jus­tement en pos­tu­re d’observer et il ob­ser­ve quoi ?

Nun ja, ich glau­be, dass die­se Per­son auf­grund ih­rer Si­tu­ie­rung ge­nau in ei­ner Be­ob­ach­tungs­hal­tung ist, und was be­ob­ach­tet sie?

#

Évi­dem­ment tout ce qui se dé­roule de­vant lui, alors que Veláz­quez, lui, n’est ab­so­lu­ment pas en me­s­u­re d’observer ce coup­le qui est dans la pé­nom­bre et ne peut que re­gar­der ce qui est en avant de lui, c’est-à-dire ces deux sous-grou­pes dont je vi­ens de par­ler.

Of­fen­kun­dig al­les, was sich vor ihr ab­spielt, wäh­rend Veláz­quez selbst kei­nes­wegs in der Lage ist, das Paar im Halb­schat­ten zu be­ob­ach­ten, und er nur das be­trach­ten kann, was vor ihm ist, das heißt die bei­den Un­ter­grup­pen, von de­nen ich eben ge­spro­chen habe.

#

Je ne veux pas être beau­coup plus long, pour lais­ser la pa­ro­le à La­can, mais je crois que nous ne pou­vons pas ne pas voir à quel point, dans tout cela et dans le rap­port de | {13} la fenêt­re et du ta­bleau dont par­le La­can, eh bien je crois que l’effet de fa­sci­na­ti­on pro­du­it par ce ta­bleau…
et je crois que c’est ça qui est le plus im­portant pour nous, c’est que ce ta­bleau pro­du­it un ef­fet de fa­sci­na­ti­on
…est di­rec­te­ment en rap­port avec le fan­tas­me dans le­quel nous som­mes pris.

Ich will nicht viel län­ger ma­chen, um La­can das Wort zu über­las­sen, aber ich glau­be, dass es uns nicht mög­lich ist, nicht zu se­hen, wie sehr in all dem und in dem Ver­hält­nis von Fens­ter und Bild, von dem La­can spricht, nun ja, ich glau­be, dass die fas­zi­nie­ren­de Wir­kung, die die­ses Bild aus­übt – und ich glau­be, dass für uns das Wich­tigs­te dies ist, dass das Bild eine fas­zi­nie­ren­de Wir­kung aus­übt –, un­mit­tel­bar in Ver­bin­dung steht mit dem Phan­tas­ma, von dem wir er­fasst wer­den.

#

Et peut-être que, jus­tement là, y a-t-il quel­que rap­port avec ces quel­ques re­mar­ques que je fai­sais con­cer­nant la créa­ti­on, au­tre­ment dit la scè­ne pri­mi­ti­ve.

Und dass es viel­leicht eben hier eine Be­zie­hung zu den Be­mer­kun­gen gibt, die ich über die Schöp­fung ge­macht habe, an­ders ge­sagt über die Ur­sze­ne.11

#

{14} La­can : Bien. Nous pou­vons re­mer­cier Green à la fois de son in­ter­ven­ti­on et – mon dieu, ça n’a pas l’air très ai­m­a­ble –, de sa briè­ve­té – mais nous avons per­du beau­coup de temps au dé­but de cet­te séan­ce.

La­can: Gut. Wir kön­nen Green dan­ken, so­wohl für sei­nen Bei­trag als auch – mein Gott, das hört sich nicht ge­ra­de lie­bens­wür­dig an – für sei­ne Kür­ze, aber zu Be­ginn die­ser Sit­zung ha­ben wir viel Zeit ver­lo­ren.

#

Je de­man­de­rai à Au­douard, s’il veut, de fai­re une in­ter­ven­ti­on dont je ne dou­te pas qu’elle doi­ve avoir les mê­mes qua­lités.

Ich möch­te Au­douard bit­ten, wenn er mag, ei­nen Bei­trag zu hal­ten, bei dem ich nicht be­zweif­le, dass er die­sel­ben Qua­li­tä­ten ha­ben muss.

#

{15} Xa­vier Au­douard : Jus­tement il me sem­ble que, dans un sé­min­aire com­me ce­lui-ci, ne doiv­ent pas se bor­ner à par­ler ceux qui ont com­pris, les élè­ves bril­lants, , mais ceux qui n’ont pas com­pris et que ceux qui n’ont pas com­pris aus­si puis­sent le dire.

Xa­vier Au­douard: Nun ja, mir scheint, dass in ei­nem Se­mi­nar wir die­sem hier die­je­ni­gen, die spre­chen, sich nicht auf die be­schrän­ken soll­ten, die be­grif­fen ha­ben, die bril­lan­ten Schü­ler, son­dern die­je­ni­gen, die nicht be­grif­fen ha­ben, und dass die­je­ni­gen, die nicht be­grif­fen ha­ben, es auch sa­gen kön­nen.

#

Alors, je vou­d­rais dire à Mon­sieur La­can et à vous-même, en m’excusant d’avance du ca­rac­tè­re un peu ing­rat de cet­te in­ter­ven­ti­on, que ce que je vou­d­rais ex­pri­mer, c’est sur­tout ce que je n’ai pas com­pris – dans la pré­sen­ta­ti­on que M. La­can nous a fai­te, de la to­po­lo­gie que M. La­can nous a fai­te – en par­tie, dans la ren­cont­re du plan-sup­port et du plan-fi­gu­re.

Nun, ich möch­te Herrn La­can und Ih­nen selbst sa­gen – wo­bei ich mich im Vor­hin­ein für den ein we­nig un­dank­ba­ren Cha­rak­ter die­ses Bei­trags ent­schul­di­ge –, dass ich vor al­lem das zum Aus­druck brin­gen möch­te, was ich nicht ver­stan­den habe, bei der Dar­stel­lung, die Herr La­can uns ge­ge­ben hat, der To­po­lo­gie, die Herr La­can für uns ent­wi­ckelt hat, wo­bei sich das teil­wei­se auf das Zu­sam­men­tref­fen der Trä­ge­r­ebe­ne und der Ab­bil­dungs­ebe­ne be­zieht.

#

D’abord, il y a plu­sieurs ma­niè­res de ne pas com­prend­re.

Zu­nächst, es gibt meh­re­re Ar­ten, nicht zu ver­ste­hen.

#

Il y a une ma­niè­re qui est de sor­tir du sé­min­aire en se disant :

Eine Art be­steht dar­in, aus dem Se­mi­nar zu ge­hen und sich da­bei zu sa­gen:

#

« Je n’ai rien com­pris du tout.

Ich habe über­haupt nichts ver­stan­den.

#

Mon vieux, toi, tu as com­pris quel­que cho­se ? » –

Und du mein Lie­ber, hast du et­was ver­stan­den?“

#

« Moi non plus » dit l’autre.

Ich auch nicht“, sagt der an­de­re.

#

Et puis on en res­te là.

Und da­bei bleibt es dann.

#

Et puis, il y a l’autre ma­niè­re que pour une fois j’ai ad­op­tée c’est de me mett­re de­vant une feuil­le de pa­pier et es­say­er de me fai­re mon pe­tit gra­phe à moi, mon pe­tit sché­ma à moi.

Und dann gibt es die an­de­re Art, die ich ein­mal an­ge­nom­men habe, näm­lich mich vor ein Blatt Pa­pier zu set­zen und zu ver­su­chen, mir mei­nen ei­ge­nen klei­nen Gra­phen an­zu­fer­ti­gen, mein ei­ge­nes klei­nes Sche­ma.

#

{16} Ça n’a pas été sans mal.

Das ging nicht ohne Schwie­rig­kei­ten.

#

C’était sur­tout ce ma­tin, par­ce que c’est ce ma­tin que Mon­sieur La­can m’a té­lé­pho­né pour me dire que j’aurais peut-être quel­que cho­se à dire.

So war das vor al­lem heu­te Mor­gen, denn heu­te Mor­gen hat Herr La­can mich an­ge­ru­fen, um mir zu sa­gen, dass ich viel­leicht et­was zu sa­gen hät­te.

#

Alors je me suis dé­pê­ché à fai­re quel­que cho­se, alors c’est vrai­ment tout à fait com­me ça… im­promp­tu.

Dar­auf­hin habe ich mich be­eilt, et­was zu ma­chen, also das ist wirk­lich ge­nau so – im­pro­vi­siert.

#

Seu­le­ment, je suis bien gêné car mon pe­tit gra­phe à moi, j’aurais bien vou­lu le mett­re quel­que part, et je m’aperçois que ce se­rait dé­trui­re l’ordonnancement de la séan­ce et…

Al­ler­dings bin ich jetzt et­was in Ver­le­gen­heit, denn die­sen ei­ge­nen klei­nen Gra­phen wür­de ich jetzt gern ir­gend­wo an­brin­gen, und ich sehe, dass das hei­ßen wür­de, die ge­plan­te An­ord­nung der Sit­zung zu zer­stö­ren und …

#

La­can : Le pa­pier est pour ça.

La­can: Da­für ist das Pa­pier da.

#

Ser­vez-vous de ça.

Be­die­nen Sie sich.

#

Au­douard : Mer­ci beau­coup.

Au­douard: Vie­len Dank.

#

Alors ce que je vais fai­re, je vais, sim­ple­ment en vous disant la ma­niè­re dont je me suis vu ob­li­gé de m’exprimer à moi-même les cho­ses, je de­man­de­rai à M. La­can de me dire en quoi je me suis trom­pé…

Also, was ich tun wer­de, ich wer­de ein­fach, in­dem ich Ih­nen die Art und Wei­se be­schrei­be, in der ich mich ge­nö­tigt sah, die Din­ge für mich selbst aus­zu­drü­cken – ich möch­te Herrn La­can bit­ten, mir zu sa­gen, wor­in ich mich ge­täuscht habe …

#

La­can : Al­lez-y mon vieux, al­lez-y…

La­can: Nur zu, mein Freund, nur zu.

#

Au­douard : …nous per­met­t­ront de mieux voir. Bon.

Au­douard: … uns er­lau­ben, bes­ser zu se­hen. Gut.

#

Abb. 3: Ers­tes Dia­gramm von X. Au­douard

Je vais fi­gu­rer par un plan cir­cu­lai­re, ce plan du re­gard [Abb. 3, Pr] dans le­quel mon œil est pris.

Die Ebe­ne des Blicks [Abb. 3, Pr], in der mein Auge er­fasst ist, wer­de ich durch eine kreis­för­mi­ge Ebe­ne dar­stel­len.

#

Plan du re­gard dans le­quel mon œil et pris, donc que mon œil ne peut pas voir.

Ebe­ne des Blicks, in der mein Auge er­fasst ist, die mein Auge also nicht se­hen kann,

#

Ici, il va y avoir la li­gne in­fi­nie [α] qui va con­du­i­re à l’horizon [h].

Hier gibt es dann die un­end­li­che Li­nie [α], die zum Ho­ri­zont [h] führt.

#

Ici [A], il va y avoir la ré­pé­ti­ti­on | {17} pro­jec­tive de cet­te li­gne [h] qui ne sera pas seu­le­ment la ré­pé­ti­ti­on pro­jec­tive de cet­te li­gne, com­me s’il s’agissait d’une géo­mé­trie mé­tri­que, mais qui va être la pos­si­bi­lité, pour une géo­mé­trie mé­tri­que, que cha­cun de ses points, bien sûr par­al­lè­les à cet­te li­gne [α], vi­en­ne à s’y pro­je­ter et con­sti­tu­er une li­gne par­al­lè­le.

Hier [A] gibt es dann die pro­jek­ti­ve Wie­der­ho­lung die­ser Li­nie [h], die dann nicht nur, als gin­ge es um eine me­tri­sche Geo­me­trie, die pro­jek­ti­ve Wie­der­ho­lung die­ser Li­nie ist, son­dern die ei­ner me­tri­schen Geo­me­trie dann die Mög­lich­keit gibt, dass je­der ih­rer Punk­te, na­tür­lich par­al­lel zu die­ser Li­nie [α], dazu ge­langt, pro­ji­ziert zu wer­den und eine par­al­le­le Li­nie zu bil­den.

#

Mais en réa­lité, pour mon œil si­tué ici [O] dans le champ du re­gard, cha­cu­ne de ces li­gnes [αˈ, αˈˈ] n’est donc plus par­al­lè­le mais vi­en­dra con­sti­tu­er un point [B], com­me ceci, dans la per­spec­tive of­fer­te à mon œil.

Aber in Wirk­lich­keit ist des­halb für mein Auge [O], das hier im Feld des Blicks lo­ka­li­siert ist, kei­ne die­ser Li­ni­en [αˈ, αˈˈ] mehr par­al­lel son­dern bil­den sie ei­nen Punkt [B], so wie die­sen, in der Per­spek­ti­ve, die sich mei­nem Auge bie­tet.

#

Bon. Il est aus­si cer­tain que la li­gne in­fi­nie [α] qui se trace de­puis le champ du re­gard jusqu’à l’horizon sera elle-même, d’une ma­niè­re ou d’une aut­re –, et c’est là queb peut-être, ma po­si­ti­on est un pe­tit peu in­cer­tai­ne – d’une ma­niè­re ou d’une aut­re pro­je­tée sur cet­te li­gne [h] et donc en fin de comp­te, sur ce point [B].

Gut. Au­ßer­dem steht fest, dass die un­end­li­che Li­nie [α], die aus­ge­hend vom Feld des Blicks zum Ho­ri­zont führt, auf die eine oder and­re Wei­se – und hier ist mei­ne Po­si­ti­on viel­leicht ein klein biss­chen un­si­cher –, auf die eine oder an­de­re Wei­se selbst auf die­se Li­nie [h] pro­ji­ziert wird und letzt­lich also auf die­sen Punkt [B].

#

Chaque point de cet­te li­gne [α] et chaque point de cet­te li­gne [A] se­ront en fin de comp­te pro­je­tés sur ce point [B].

Je­der Punkt die­ser Li­nie [α] und je­der Punkt die­ser Li­nie [A] wer­den letzt­lich auf die­sen Punkt [B] pro­ji­ziert.

#

Ici j’ai le plan-fi­gu­re [Pf], c’est-à-dire ce qui s’offre à moi : ce qui s’offre à mon re­gard lorsque je re­gar­de : mon champ, mon champ dans le­quel le plan que je ne puis pas voir, moi– c’est-à-dire le plan-sup­port, le plan du re­gard dans le­quel mon œil est pris –, d’une ma­niè­re ou d’une aut­re, va se pro­je­ter.

Hier habe ich die Ab­bil­dungs­ebe­ne [Pf], das heißt das, was sich mir dar­bie­tet, das, was sich mei­nem Blick dar­bie­tet, wenn ich mein Feld be­trach­te, mein Feld, in das dann die Ebe­ne, die ich selbst nicht se­hen kann, pro­ji­ziert wird, das heißt die Trä­ge­r­ebe­ne, die Ebe­ne des Blicks, in der mein Auge auf die eine oder an­de­re Wei­se er­fasst ist.

#

Tant et si bien que, com­me Mon­sieur La­can nous l’a sou­vent fait re­mar­quer, je suis vu au­tant que je vois.

Der­art also – wor­auf Herr La­can uns oft auf­merk­sam ge­macht hat –, dass ich eben­so ge­se­hen wer­de wie ich sehe.

#

C’est-à-dire que les li­gnes [αˈ, αˈˈ] qui vi­en­nent ici re­joind­re le plan du re­gard – ou cet­te li­gne fon­da­men­ta­le dont nous a par­lé Mon­sieur La­can – à ce plan-fi­gu­re, se­ront aus­si bien in­ver­sables, si je puis dire, com­me ceci [βˈ, βˈˈ], par une pro­jec­tion ex­ac­te­ment in­ver­se.

{18} Dass heißt, dass die Li­ni­en [αˈ, αˈˈ], die hier die Ebe­ne des Blicks oder Grund­li­nie, über die Herr La­can zu uns ge­spro­chen hat, mit der Ab­bil­dungs­ebe­ne ver­bin­den, dann eben­so um­kehr­bar sind, wenn ich so sa­gen kann, wie dies hier [βˈ, βˈˈ], durch eine ge­nau um­ge­kehr­te Pro­jek­ti­on.

#

Tant et si bien que si je con­s­idè­re que dans le plan-fi­gu­re se pro­jet­te le plan-re­gard ; que le plan-re­gard me ren­vo­ie quel­que cho­se qui ve­nait du plan-fi­gu­re, il y aura à chaque point in­ter­mé­diai­re ent­re le plan du re­gard et la li­gne in­fi­nie – le point de fui­te, le point d’horizon –, il y aura, à chaque point de cet es­pace, une dif­fé­rence ent­re la per­spec­tive, si je la con­s­idè­re com­me vec­to­ria­li­sée pour ain­si dire com­me ceci ou vec­to­ria­li­sée com­me cela.

Der­art also, dass, wenn ich be­rück­sich­ti­ge, dass die Bli­ckebe­ne in die Ab­bil­dungs­ebe­ne pro­ji­ziert wird, dass die Bli­ckebe­ne mich auf et­was zu­rück­ver­weist, was von der Ab­bil­dungs­ebe­ne kommt, dann gibt es an je­dem Punkt zwi­schen der Bli­ckebe­ne und der un­end­li­chen Li­nie den Flucht­punkt, den Ho­ri­zont­punkt – an je­dem Punkt die­ses Rau­mes gibt es dann eine Dif­fe­renz zwi­schen der Per­spek­ti­ve, je nach­dem ob ich sie ge­wis­ser­ma­ßen wie die­ses oder wie je­nes vek­to­ri­siert auf­fas­se.

#

Abb. 4: Zwei­tes Dia­gramm von X. Au­douard

C’est-à-dire que, par ex­emp­le, un arb­re qui aura cet­te di­men­si­on dans ce vec­teur, aura cet­te di­men­si­on dans ce vec­teur [Abb. 4].

Das heißt, dass bei­spiels­wei­se ein Baum, der bei die­sem Vek­tor die­ses Aus­maß hat, bei je­nem Vek­tor je­nes Aus­maß ha­ben wird [Abb. 4].

#

Il y aura donc ici un écart [a], quel­que cho­se de non vu qui ne vi­ent qu’exprimer que, à chaque point de ce plan [Pr], il y a aus­si, un écart de chaque point par rap­port, à lui-même.

Es gibt hier dann also ei­nen Ab­stand [a], et­was nicht Ge­se­he­nes, was nur dazu ge­langt, dies aus­zu­drü­cken, dass es bei je­dem Punkt die­ser Ebe­ne [Pr] auch ei­nen Ab­stand ei­nes je­den Punk­tes im Ver­hält­nis zu sich selbst gibt.

#

C’est-à-dire que cet es­pace ne sera pas ho­mo­gè­ne et que chaque point sera dé­calé par rap­port à lui-même en un écart non vu, non vi­si­ble qui ce­pen­dant vi­ent con­sti­tu­er étran­ge­ment cha­cu­ne des cho­ses que mon œil per­çoit dans le plan per­spec­tif.

Das heißt, dass die­ser Raum dann nicht ho­mo­gen ist und dass je­der Punkt im Ver­hält­nis zu sich selbst dann ver­scho­ben ist, in ei­nem nicht ge­se­he­nen, nicht sicht­ba­ren Ab­stand, der je­doch auf merk­wür­di­ge Wei­se je­des der Din­ge kon­sti­tu­iert, die mein Auge in der per­spek­ti­vi­schen Ebe­ne wahr­nimmt.

#

Cha­cu­ne de ces cho­ses, vues dans le plan per­spec­tif étant ren­voy­ée par le plan-fi­gu­re en tant | {19} que dans ce plan-fi­gu­re, le plan du re­gard se pro­jet­te, cha­cun de ces écarts pour­ra être ap­pelé [a] et ce [a] est con­sti­tu­tif de l’écart que chaque point du plan-re­gard prend par rap­port à lui-même.

Je­des Ding, das in der per­spek­ti­vi­schen Ebe­ne ge­se­hen wird, wird so durch die Ab­bil­dungs­ebe­ne zu­rück­ge­schickt, in­so­fern die Bli­ckebe­ne auf die Ab­bil­dungs­ebe­ne pro­ji­ziert wird, je­der die­ser Ab­stän­de kann dann a ge­nannt wer­den und die­ses a ist für den Ab­stand, den je­der Punkt der Bli­ckebe­ne im Ver­hält­nis zu sich selbst ein­nimmt, kon­sti­tu­tiv.

#

Une non-ho­mo­gé­néité ab­so­lue de ce plan se dé­cou­vre ain­si et chaque ob­jet se dé­cou­vre com­me pou­vant avoir une cer­tai­ne di­stan­ce par rap­port à lui-même, une cer­tai­ne dif­fé­rence par rap­port à lui-même.

Auf die­se Wei­se wird eine ab­so­lu­te Nicht-Ho­mo­ge­ni­tät die­ser Ebe­ne auf­ge­deckt, und es wird auf­ge­deckt, dass je­der Ge­gen­stand im Ver­hält­nis zu sich selbst ei­nen be­stimm­ten Ab­stand ha­ben kann, eine be­stimm­te Dif­fe­renz im Ver­hält­nis zu sich selbst.

#

Et je suis frap­pé que, dans ce que vi­ent de nous dire Green, si l’on con­s­idè­re en ef­fet cet­te sor­te d’entrecroisement des éc­lai­ra­ges du plan, les fi­gu­res dont il nous a par­lé se si­tu­ent com­me à l’intersection pour re­joind­re, en quel­que sor­te, pour re­joind­re ce qui se croi­se ici com­me cela.

Und es hat mich über­rascht, dass in dem, was Green vor­hin zu uns ge­sagt hat, wenn man tat­säch­lich die­se Art Über­kreu­zung der ver­schie­de­nen Be­leuch­tun­gen der Ebe­nen be­rück­sich­tigt, dass dann die Ab­bil­dun­gen, über die er zu uns ge­spro­chen hat, wie an der Über­schnei­dung ver­or­tet sind, um ge­wis­ser­ma­ßen zu dem zu kom­men, um zu dem zu kom­men, was sich hier über­kreuzt, so wie dies da.

#

Et qu’en ef­fet il y a, peut-on dire aus­si, dans l’éclairement des vi­sa­ges par rap­port aux corps un pe­tit quel­que cho­se qui dé­pas­se et qui pour­rait…
en ma­niè­re d’illustration simp­le, je ne pré­tends pas fai­re plus
…qui pour­rait nous in­di­quer cet­te pe­ti­te dif­fé­rence jus­tement que prend l’objet par rap­port à lui–même quand on met en re­gard, c’est le mo­ment de le dire, le plan du re­gard et le plan de la fi­gu­re.

Und dass es tat­säch­lich, so kann man auch sa­gen, in der Be­leuch­tung der Ge­sich­ter im Ver­hält­nis zu den Kör­pern ein klei­nes Et­was gibt, das dar­über hin­aus­geht und das uns – in der Art ei­ner ein­fa­chen Il­lus­tra­ti­on, ich be­haup­te nicht, dass ich mehr tue –, das uns ge­nau die­se klei­ne Dif­fe­renz an­zei­gen könn­te, die das Ob­jekt im Ver­hält­nis zu sich selbst ein­nimmt, wenn man die Ebe­ne des Blicks und die Ebe­ne der Ab­bil­dung in den Blick nimmt, wie man jetzt sa­gen muss.

#

Voi­là la ma­niè­re dont je me suis ex­pri­mé les cho­ses et je lais­se à Mon­sieur La­can le soin de me dire que je me suis lour­de­ment trom­pé ou que j’ai mé­con­nu une par­tie de ce qu’il a dit l’autre jour.

Das ist also die Art und Wei­se, wie ich mir die Din­ge zu­recht­ge­legt habe, und ich über­las­se es Herrn La­can, mir zu sa­gen, dass ich mich schwer ge­täuscht habe oder dass ich ei­nen Teil des­sen ver­kannt habe, was er neu­lich ge­sagt hat.

#

{20} La­can : Je vous re­mer­cie beau­coup Au­douard.

La­can: Ich dan­ke Ih­nen viel­mals, Au­douard.

#

Voi­là. C’est vrai­ment une con­struc­tion in­téres­san­te par­ce qu’exemplaire.

Nun also. Das ist wirk­lich eine in­ter­es­san­te, weil ex­em­pla­ri­sche Kon­struk­ti­on.

#

Abb. 5: Das Sche­ma über Se­hen und Blick aus Se­mi­nar 11

Je peux dif­fi­ci­le­ment cro­i­re qu’il ne s’y soit pas mêlé pour vous le dé­sir de con­ci­lier un pre­mier sché­ma que j’avais don­né, au mo­ment où je par­lais de la pul­si­on sco­pi­que, il y a deux ans [Abb. 5] avec ce que je vi­ens de vous ap­por­ter la der­niè­re fois et l’avant-dernière.

Ich kann schwer­lich glau­ben, dass sich für Sie hier nicht der Wunsch hin­ein­ge­mischt hat, ein ers­tes Sche­ma, dass ich zu der Zeit ge­ge­ben hat­te, als ich vor zwei Jah­ren über den Schau­t­rieb sprach [Abb. 5], mit dem zu ver­söh­nen, das ich Ih­nen beim letz­ten und beim vor­letz­ten Mal ge­lie­fert habe.12

#

Ce sché­ma, tel que vous le pro­dui­sez et qui ne cor­re­spond ni à l’un, ni à l’autre de ces deux énon­cés de ma part, a tou­tes sor­tes de ca­rac­té­ris­ti­ques dont la princi­pa­le est de vou­loir fi­gu­rer – du mo­ins je le crois, si je ne me trom­pe pas moi-même sur ce que vous avez vou­lu dire – en som­me, une cer­tai­ne ré­cipro­cité de la re­pré­sen­ta­ti­on, que vous avez ap­pelée la fi­gu­re, avec ce qui se pro­du­it dans le plan du re­gard d’où vous êtes par­ti.

Die­ses Sche­ma, wie Sie es her­stel­len und das we­der der ei­nen noch der an­de­ren mei­ner bei­den Aus­sa­gen ent­spricht, hat alle mög­li­chen Merk­ma­le, de­ren haupt­säch­li­ches dar­in be­steht, bild­lich dar­stel­len zu wol­len – zu­min­dest glau­be ich das, so­fern ich mich nicht über das täu­sche, was Sie sa­gen woll­ten –, kurz, eine be­stimm­te Re­zi­pro­zi­tät dar­stel­len zu wol­len zwi­schen der­je­ni­gen Re­prä­sen­ta­ti­on, die sie „Ab­bil­dung“ ge­nannt ha­ben, und dem, was sich auf der Ebe­ne des Blicks her­stellt, von der Sie aus­ge­gan­gen sind.

#

Je pen­se, c’est bien en ef­fet d’une es­pè­ce de re­pré­sen­ta­ti­on stric­te­ment ré­ci­pro­que qu’il s’agit et où se mar­que, si l’on peut dire, le ver­ti­ge per­ma­nent de l’intersubjectivité.

Ich den­ke, dass es sich tat­säch­lich um eine Art von strikt re­zi­pro­ker Re­prä­sen­ta­ti­on han­delt, die, wenn man so sa­gen kann, durch das mit der In­ter­sub­jek­ti­vi­tät ver­bun­de­ne be­stän­di­ge Schwin­del­ge­fühl ge­kenn­zeich­net ist.13

#

Là-des­sus vous in­tro­dui­sez, d’une fa­çon qui mé­ri­te­rait d’être cri­ti­quée dans le dé­tail, je ne sais quoi que je ne veux pas… dans le­quel je ne veux pas m’appesantir, | {21} où il ré­sul­te­rait quel­que cho­se par quoi l’objet – c’est bien d’un ob­jet qu’il s’agit puis­que vous avez sup­po­sé un pe­tit arb­re – qui ti­re­rait en quel­que sor­te – je vais un peu vite – qui ti­re­rait tout son re­li­ef, de la non-coïn­ci­dence des deux per­spec­tives qui le sai­sis­sent.

Da­bei füh­ren Sie et­was ein – auf eine Wei­se, die es ver­die­nen wür­de, im Ein­zel­nen kri­ti­siert zu wer­den, was ich nicht tun will, wor­über ich mich nicht breit aus­las­sen will –, wor­aus sich et­was er­ge­ben wür­de, wo­durch das Ob­jekt, es geht ja um ein Ob­jekt, da sie ei­nen klei­nen Baum an­ge­nom­men ha­ben, das gleich­sam, ich gehe ein biss­chen schnell vor, das sein gan­zes Pro­fil aus dem Nicht-Zu­sam­men­tref­fen der bei­den Per­spek­ti­ven be­zö­ge, in de­nen es er­fasst wird.

#

Ce qui, en ef­fet, doit être à peu près sou­ten­ab­le de la fa­çon dont vous avez posé les cho­ses.

Was tat­säch­lich in der Art, wie Sie die Din­ge hin­ge­stellt ha­ben, in etwa halt­bar sein dürf­te.

#

Et d’ailleurs je crois que, à la fin, ce n’est pas pour rien que vous nous pré­sen­tez, dans le plan du re­gard, deux points écar­tés l’un de l’autre et qui vi­en­nent là, sin­gu­liè­re­ment, sans que je ne sa­che si c’est vot­re in­ten­ti­on, mais d’une fa­çon frap­pan­te, évo­quer la vi­si­on bi­no­cu­lai­re.

Im Üb­ri­gen glau­be ich, dass es letzt­lich nicht ohne Be­deu­tung ist, dass Sie uns in der Ebe­ne des Blicks zwei Punk­te im Ab­stand von­ein­an­der dar­stel­len, die hier auf ei­gen­tüm­li­che Wei­se, ohne dass ich wis­sen könn­te, ob das Ihre Ab­sicht ist, aber auf ver­blüf­fen­de Wei­se an das bino­ku­la­re Se­hen er­in­nern.

#

Bref, vous pa­rais­sez, avec ce sché­ma, être tout à fait pr­i­son­nier de quel­que cho­se d’assurément con­fus et qui prend son pres­ti­ge de re­cou­vrir as­sez bien ce que s’efforce d’explorer la phy­sio­lo­gie pro­pre­ment op­tique.

Kurz, Sie schei­nen mit die­sem Sche­ma völ­lig in et­was ge­fan­gen zu sein, was si­cher­lich un­klar ist und des­sen Pres­ti­ge da­her rührt, dass es ziem­lich gut das ab­deckt, was die op­ti­sche Phy­sio­lo­gie sich zu er­kun­den be­müht.

#

Or…
je vais na­tu­rel­le­ment très vite, ça vaud­rait la pei­ne d’être dis­cu­té en dé­tail avec vous, mais alors je pen­se que le sé­min­aire d’aujourd’hui ne pour­rait pas être con­s­idé­ré com­me restant dans l’axe de ce que nous avons à dire
… bref, il est fa­ci­le de re­pé­rer là les dé­fauts de vot­re con­struc­tion par rap­port à ce que j’ai ap­por­té.

Nun – ich gehe na­tür­lich sehr schnell vor­an, es wür­de sich loh­nen, das mit Ih­nen im Ein­zel­nen zu dis­ku­tie­ren, ich den­ke je­doch, dass das heu­ti­ge Se­mi­nar nicht als ei­nes auf­ge­fasst wer­den könn­te, das auf der Li­nie des­sen bleibt, was wir zu sa­gen ha­ben –, kurz, es ist ein­fach, hier die Män­gel Ih­rer Kon­struk­ti­on auf­zu­de­cken, be­züg­lich des­sen, was ich ein­ge­bracht habe.

#

Le fait que vous soy­ez par­ti de quel­que cho­se que, di­sons, vous ap­pe­lez le plan du | {22} su­jet voyant, ou le plan du re­gard ; que vous soy­ez par­ti de là est une err­eur tout à fait sen­si­ble et ex­trê­me­ment dé­ter­mi­nan­te dans l’embarras que vous a don­né la sui­te de vot­re ten­ta­ti­ve de re­cou­vrir ce que j’ai dit.

Die Tat­sa­che, dass Sie von et­was aus­ge­gan­gen sind, was Sie, sa­gen wir, die Ebe­ne des se­hen­den Sub­jekts nen­nen oder die Ebe­ne des Blicks, dass Sie da­von aus­ge­gan­gen sind, ist ein Irr­tum, der völ­lig spür­bar ist und der äu­ßerst be­stim­mend ist für die Ver­le­gen­heit, in die Sie durch die Fol­ge ih­rer Ver­su­che ge­bracht wur­den, das, was ich ge­sagt habe, ab­zu­de­cken.

#

Ça ne me don­ne­ra qu’une oc­ca­si­on de l’exprimer une fois de plus.

Das gibt mir nur eine Ge­le­gen­heit, dies ein wei­te­res Mal zum Aus­druck zu brin­gen.

#

Par­tir de là en disant que ceci [A], dont vous avez tra­cé la li­gne ho­ri­zon­ta­le sans pré­ciser tout de sui­te, n’est-ce pas, ce que c’était…
et d’ailleurs ce sur quoi nous res­tons dans l’embarras, par­ce que, cet­te li­gne, ce par quoi elle est dé­ter­mi­née : elle est dé­ter­mi­née par ce plan que j’ai ap­pelé la pre­miè­re fois le plan-sup­port, que j’ai ap­pelé plus sim­ple­ment et pour fai­re image, en­sui­te, le sol n’est-ce pas, le plan sol
…vous ne le pré­cis­ez pas mais par cont­re, sup­po­ser que quoi que ce soit qui est dans ce plan, dans ce plan du re­gard, peut al­ler se pro­je­ter à ce quel­que cho­se que vous avez in­tro­du­it d’abord et qui est la li­gne d’horizon, c’est vrai­ment man­quer, vrai­ment, l’essentiel de ce qu’apportait la con­struc­tion que je vous ai mon­trée l’autre jour en se­cond temps, après l’avoir d’abord ex­pri­mée d’une fa­çon, en­fin, qui au­rait pu se tra­du­i­re sim­ple­ment par des lettres ou des chif­fres au ta­bleau.

Von da aus­zu­ge­hen, in­dem man sagt, dass dies [A], wo­von Sie die ho­ri­zon­ta­le Li­nie ge­zeich­net ha­ben, ohne so­fort zu prä­zi­sie­ren, nicht wahr, was das war – und im Üb­ri­gen et­was, wor­über wir in Ver­le­gen­heit blei­ben, denn das, wo­durch die­se Li­nie be­stimmt ist, ist die Ebe­ne, die ich beim ers­ten Mal als Trä­ge­r­ebe­ne be­zeich­net habe, und die ich da­nach, ein­fa­cher und um ein Bild zu ge­ben, den Grund ge­nannt habe, nicht wahr, die Grun­de­be­ne –, Sie prä­zi­sie­ren es nicht, aber im Ge­gen­satz hier­zu an­zu­neh­men, dass ir­gend­et­was, was auf die­ser Ebe­ne ist, auf die­ser Ebe­ne des Blicks, auf et­was pro­ji­ziert wer­den kann, was Sie zu­nächst ein­ge­führt ha­ben und was die Ho­ri­zont­li­nie ist, nun, das heißt wirk­lich das We­sent­li­che des­sen zu ver­feh­len, was von der Kon­struk­ti­on ge­lie­fert wur­de, die ich Ih­nen neu­lich ein zwei­tes Mal ge­zeigt habe14, nach­dem ich sie zu­nächst15 auf eine Wei­se aus­ge­drückt hat­te, nun ja, die ein­fach durch Buch­sta­ben oder Zif­fern auf der Ta­fel hät­te über­setzt wer­den kön­nen.

#

Rien de ce qui est dans ce plan du re­gard, si nous l’avons dé­fi­ni com­me je l’ai dé­fi­ni, c’est-à-dire com­me par­al­lè­le au | {23} plan-fi­gu­re ou en­core au ta­bleau, n’est-ce pas – rien très pré­cis­é­ment ne peut al­ler s’y pro­je­ter dans le ta­bleau d’une fa­çon qui soit par vous re­pré­sen­ta­ble puis­que cela va en ef­fet s’y pro­je­ter – puis­que tout s’y pro­jet­te –, mais cela va s’y pro­je­ter se­lon, non pas la li­gne d’horizon mais la li­gne à l’infini du ta­bleau.

Nichts von dem, was in die­ser Bli­ckebe­ne ist – wenn wir sie so de­fi­niert ha­ben, wie ich sie de­fi­niert habe, das heißt als par­al­lel zur Ab­bil­dungs­ebe­ne be­zie­hungs­wei­se zum Bild, nicht wahr –, wirk­lich nichts kann auf eine Wei­se auf das Bild pro­ji­ziert wer­den, die von Ih­nen re­prä­sen­tier­bar wäre, da dies tat­säch­lich dort­hin pro­ji­ziert wird – da al­les dort­hin pro­ji­ziert wird –, aber es wird dort­hin nicht in Über­ein­stim­mung mit der Ho­ri­zont­li­nie pro­ji­ziert, son­dern in Über­ein­stim­mung mit der un­end­lich ent­fer­nen Li­nie des Bil­des.

#

Abb. 6: Ers­tes Sche­ma von Au­douard mit Punkt im Un­end­li­chen der Bild­ebe­ne

Ce point-là [Abb. 6, X] donc, que je vais fai­re en rouge pour le dis­tin­guer de vos traits, ce point-là, donc, est le point à l’infini du plan du ta­bleau.

Die­ser Punkt also da [Abb. 6, X], den ich rot ma­chen wer­de, um ihn von Ih­ren Stri­chen zu un­ter­schei­den, die­ser Punkt also da ist auf der Bild­ebe­ne der Punkt im Un­end­li­chen.

#

Vous y êtes ?

Fol­gen sie mir?

#

Ceci est fa­ci­le à con­ce­voir puis­que, si nous ré­ta­b­lis­sons les cho­ses com­me el­les doiv­ent être, à sa­voir, je des­si­ne ici…

Das ist leicht zu be­grei­fen, denn wenn wir die Din­ge so wie­der­her­stel­len, wie sie sein sol­len, das heißt, ich zeich­ne hier …

#

Vou­lez-vous me mett­re d’autres feuilles de pa­pier, Glo­ria s’il vous plaît par­ce que, ce sera vrai­ment trop con­fus…

Könn­ten Sie bit­te an­de­re Blät­ter für mich an­brin­gen, Glo­ria?, denn das wird dann doch wirk­lich zu un­über­sicht­lich.16

#

Pen­dant ce temps-là je vais, tout de même, es­say­er de dire en quoi tout ceci nous in­téres­se, par­ce que, après tout, pour quelqu’un com­me Fou­cault qui n’a pas as­sis­té à nos pré­cé­dents ent­re­ti­ens, cela peut pa­raît­re un peu en-de­hors des li­mi­tes de l’épure, c’est le cas de le dire.

Wäh­rend­des­sen wer­de ich je­doch zu sa­gen ver­su­chen, in­wie­fern all dies für uns in­ter­es­sant ist, denn für je­man­den wie Fou­cault, der bei un­se­ren vo­ri­gen Ge­sprä­chen nicht da­bei war, kann das letzt­lich als et­was er­schei­nen, das et­was au­ßer­halb der Gren­zen der Skiz­ze liegt, wie wie man wohl sa­gen muss.

#

Mais en­fin, ça peut m’être l’occasion, ça peut m’être l’occasion de pré­ciser ce dont il s’agit.

Aber schließ­lich kann das für mich die Ge­le­gen­heit sein, kann das für mich die Ge­le­gen­heit sein, zu prä­zi­sie­ren, wor­um es geht.

#

Nous som­mes des psy­chana­lys­tes.

Wir sind Psy­cho­ana­ly­ti­ker.

#

À quoi avons-nous af­fai­re ?

Wo­mit ha­ben wir es zu tun?

#

À une pul­si­on qui s’appelle la pul­si­on sco­pi­que.

Mit ei­nem Trieb, der Schau­t­rieb ge­nannt wird.

#

Cet­te pul­si­on, si la pul­si­on | {24} est une cho­se con­strui­te com­me Freud nous l’inscrit, et si nous es­say­ons, à la sui­te de ce qu’inscrit Freud con­cer­nant la pul­si­on, qui n’est pas un in­stinct mais un mon­ta­ge, un mon­ta­ge ent­re des réa­lités de ni­veau es­sen­ti­el­le­ment hé­té­ro­gè­nes, com­me ce qui s’appelle la pous­sée, le Drang, quel­que cho­se que nous pou­vons in­scri­re com­me étant l’orifice du corps où ce Drang, si je puis dire, prend son ap­pui et d’où il tire, d’une fa­çon qui n’est con­cev­a­ble que d’une fa­çon stric­te­ment to­po­lo­gi­que, sa con­s­tan­ce.

Die­ser Trieb –; wenn der Trieb et­was ist, das so kon­stru­iert ist, wie Freud es für uns auf­schreibt, und wenn wir ver­su­chen, im An­schluss an das, was Freud über den Trieb auf­schreibt, der kein In­stinkt ist, son­dern eine Mon­ta­ge, eine Mon­ta­ge zwi­schen Rea­li­tä­ten, die auf we­sent­lich he­te­ro­ge­nen Ebe­nen lie­gen, wie das, was Drang* ge­nannt wird, et­was, was wir als die Kör­per­öff­nung ein­tra­gen kön­nen, auf die die­ser Drang*, wenn ich so sa­gen kann, sich stützt und wor­aus er – auf eine Wei­se, die sich nur auf strikt to­po­lo­gi­sche Wei­se be­grei­fen lässt – sei­ne Kon­stanz be­zieht.17

#

Abb. 7: Hin und Zu­rück des Triebs (Sche­ma aus Se­mi­nar 11)

Cet­te con­s­tan­ce du Drang ne peut s’élaborer qu’en la sup­po­sant éma­ner d’une sur­face dont le fait qu’elle s’appuie sur un bord con­stant, as­su­re fi­na­le­ment, si l’on peut dire, la con­s­tan­ce vec­to­ri­el­le du Drang [Abb. 7].

Die­se Kon­stanz des Drangs* kann nur aus­ge­ar­bei­tet wer­den, wenn man an­nimmt, dass sie von ei­ner Flä­che aus­geht, bei der die Tat­sa­che, dass sie sich auf ei­nen kon­stan­ten Rand stützt, letzt­lich, wenn man so sa­gen kann, die vek­to­ri­el­le Kon­stanz des Dran­ges* si­chert [Abb. 7].18

#

De quel­que cho­se en­sui­te, qui est un mou­ve­ment d’aller et de re­tour : tou­te pul­si­on in­clut en quel­que sor­te en elle-même, quel­que cho­se qui est, non pas sa ré­ci­pro­que, mais son re­tour sur sa base.

Und dann von et­was, was eine Hin-und-zu­rück-Be­we­gung ist – je­der Trieb ent­hält ge­wis­ser­ma­ßen et­was in sich et­was, was nicht sein Re­zi­pro­kes ist, son­dern sei­ne Rück­kehr zum Aus­gangs­punkt.

#

Ceci à par­tir de quel­que cho­se que nous ne pou­vons con­ce­voir, à la li­mi­te, et d’une fa­çon, je dis, non pas mé­ta­pho­ri­que, mais fon­ciè­re­ment in­scri­te dans l’existence, à sa­voir un tour : elle fait le tour, elle con­tourne quel­que cho­se et c’est quel­que cho­se que j’appelle l’objet a.

Dies aus­ge­hend von et­was, was wir im Grenz­fall nur er­fas­sen kön­nen, und auf eine Wei­se, von der ich sage, dass sie nicht me­ta­pho­risch ist, son­dern grund­le­gend in die Exis­tenz ein­ge­schrie­ben ist, näm­lich eine Um­dre­hung – er voll­zieht eine Um­dre­hung, er dreht sich um et­was, und das ist et­was, das ich als Ob­jekt a be­zeich­ne.

#

{25} Ceci est par­fai­te­ment il­lus­tré, d’une fa­çon con­stan­te, dans la pra­tique ana­ly­tique, en ceci que l’objet a, dans la me­s­u­re où il nous est le plus ac­ces­si­ble, où il est lit­té­ra­le­ment cer­né par l’expérience ana­ly­tique, est, d’une part, ce que nous ap­pe­lons le sein – et nous l’appelons dans des con­tex­tes suf­fi­sam­ment nom­breux pour que son am­bi­guïté, son ca­rac­tè­re pro­blé­ma­tique, sau­te aux yeux de cha­cun.

Das wird voll­kom­men auf be­stän­di­ger Wei­se in der ana­ly­ti­schen Pra­xis ver­an­schau­licht, in­so­fern als das Ob­jekt a, in dem Maße, wie es uns am meis­ten zu­gäng­lich ist, wie es von der ana­ly­ti­schen Er­fah­rung buch­stäb­lich ein­ge­kreist wird, nach ei­ner Sei­te hin das ist, was wir die Brust nen­nen, und wir füh­ren es in hin­rei­chend zahl­rei­chen Kon­tex­ten an, so dass sei­ne Mehr­deu­tig­keit, sein pro­ble­ma­ti­scher Cha­rak­ter je­dem in die Au­gen springt.

#

Que le sein soit ob­jet pe­tit a, tou­tes sor­tes de cho­ses sont bien fai­tes pour mon­trer qu’il ne s’agit pas là, de ce quel­que cho­se de charnel dont il s’agit quand nous par­lons du sein ; ce n’est pas sim­ple­ment ce quel­que cho­se sur quoi le nez du nour­ris­son s’écrase., c’est quel­que cho­se qui, pour être dé­fi­ni…
s’il doit rem­plir les fonc­tions et aus­si bien re­pré­sen­ter les pos­si­bi­lités d’équivalence qu’il ma­ni­fes­te dans la pra­tique ana­ly­tique
…c’est quel­que cho­se qui doit être dé­fi­ni d’une bien aut­re fa­çon.

Dass die Brust Ob­jekt klein a ist, alle mög­li­chen Di­gen sind gut dazu ge­eig­net, um zu zei­gen, dass es hier nicht um das Kör­per­li­che geht, wor­um es sich dann han­delt, wenn wir von der Brust spre­chen, das ist nicht ein­fach das Et­was, wo­ge­gen die Nase des Säug­lings ge­drückt wird, das ist et­was, das, um de­fi­niert zu wer­den – wenn es die Funk­tio­nen er­fül­len soll und auch die Mög­lich­kei­ten der Äqui­va­lenz re­prä­sen­tie­ren soll, die es in der ana­ly­ti­schen Pra­xis be­kun­det –, das ist et­was, was auf ganz an­de­re Wei­se de­fi­niert wer­den muss.

#

Je ne mets pas l’accent ici sur la fonc­tion, qui pré­sen­te aus­si les mê­mes pro­blè­mes, que con­sti­tue, de quel­que fa­çon que vous l’appeliez, le scy­balum, le dé­chet, l’excrément.

Ich lege die Be­to­nung hier nicht auf die Funk­ti­on, die auch die­sel­ben Pro­ble­me auf­wirft, die, wie im­mer sie es nen­nen wol­len, durch das Sky­ba­lon, den Ab­fall, das Ex­kre­ment ge­bil­det wird.

##

Ici nous avons quel­que cho­se qui est en quel­que sor­te tout à fait clair et cer­né.

Hier ha­ben wir et­was, das in ge­wis­ser Wei­se völ­lig klar er­fasst ist.

#

Or, dès que nous pas­sons dans le re­gist­re de la pul­si­on sco­pi­que, qui est pré­cis­é­ment cel­le que, dans | {26} cet ar­ti­cle, cet ar­ti­cle sur le­quel je m’appuie, pas sim­ple­ment par­ce que c’est l’article sa­cré de Freud, par­ce que c’est un ar­ti­cle cul­men où vi­ent, pour lui, s’exprimer jus­tement quel­que né­ces­sité qui est sur la voie de cet­te pré­ci­si­on to­po­lo­gi­que que je m’efforce de don­ner.

Nun, so­bald wir zum Re­gis­ter des Schau­t­riebs über­ge­hen, der eben der­je­ni­ge ist, den in die­sem Ar­ti­kel, die­sem Ar­ti­kel, auf den ich mich stüt­ze, nicht ein­fach weil es der hei­li­ge Ar­ti­kel von Freud ist, son­dern weil die­ser Ar­ti­kel ei­nen Gip­fel dar­stellt, wo sich für ihn eben eine Not­wen­dig­keit aus­drückt, die auf dem Weg zu die­ser to­po­lo­gi­schen Prä­zi­sie­rung ist, die ich mich zu ge­ben be­mü­he.19

#

Si, dans cet ar­ti­cle, il met par­ti­cu­liè­re­ment en val­eur cet­te fonc­tion d’aller et de re­tour dans la pul­si­on sco­pi­que, ceci im­pli­que que nous es­say­ions de cer­ner cet ob­jet a qui s’appelle le re­gard.

Wenn er in die­sem Ar­ti­kel be­son­de­ren Wert auf die Funk­ti­on des Hin und Zu­rück beim Schau­t­rieb legt, beim sko­pi­schen Trieb (pul­si­on sco­pi­que), dann im­pli­ziert das, dass wir ver­su­chen, das Ob­jekt a ein­zu­krei­sen, das als Blick be­zeich­net wird.

#

Donc c’est de la struc­tu­re du su­jet sco­pi­que qu’il s’agit et non pas du champ de la vi­si­on.

Es geht also um die Struk­tur des sko­pi­schen Sub­jekts und nicht um das Feld des Se­hens.

#

Tout de sui­te, nous vo­y­ons là qu’il y a un champ où le su­jet est im­pli­qué d’une fa­çon émi­nen­te.

So­fort se­hen wir da, dass es ein Feld gibt, in dem das Sub­jekt auf eine be­mer­kens­wer­te Wei­se ent­hal­ten ist.

#

Car pour nous… quand je dis nous, je vous dis vous et moi, Mi­chel Fou­cault, qui nous in­téres­sons au rap­port des mots et des cho­ses, car en fin de comp­te il ne s’agit que de ça dans la psy­chana­ly­se, nous vo­y­ons bien tout de sui­te aus­si que ce su­jet sco­pi­que in­téres­se émi­nem­ment la fonc­tion du si­gne.

Denn was uns an­geht – wenn ich „uns“ sage, dann sage ich Ih­nen Mi­chel Fou­cault, Sie und ich, die wir uns für das Ver­hält­nis zwi­schen den Wör­tern und den Din­gen in­ter­es­sie­ren, denn letzt­lich geht es in der Psy­cho­ana­ly­se nur dar­um –, so se­hen wir auch so­fort klar, dass es bei die­sem sko­pi­schen Sub­jekt in emi­nen­ter Wei­se um die Funk­ti­on des Zei­chens geht.20

#

Il s’agit donc de quel­que cho­se qui, d’ores et déjà, in­tro­du­it une tou­te aut­re di­men­si­on que la di­men­si­on que nous pour­rons qua­li­fier, au sens élé­men­taire du mot, de phy­si­que, que re­pré­sen­te le champ vi­su­el en soi-même.

Es geht hier also um et­was, was be­reits jetzt eine ganz an­de­re Di­men­si­on ein­führt als die Di­men­si­on, die wir im ele­men­ta­ren Sin­ne des Wor­tes als phy­sisch qua­li­fi­zie­ren könn­ten und die durch das vi­su­el­le Feld für sich ge­nom­men nicht re­prä­sen­tiert wird.

#

Là-des­sus, si nous fai­sons quel­que cho­se dont – je ne sais pas si vous ac­cep­te­rez l’intitulé, à vous de me le dire –,| {27} si nous es­say­ons de fai­re, sur quel­que point pré­cis ou par quel­que bi­ais, quel­que cho­se qui s’appelle his­toire de la sub­jec­tivité , c’est un tit­re que vous ac­cep­te­riez, non pas en sous-tit­re par­ce que je crois qu’il y en a déjà un, mais en sous-sous-tit­re, n’est-ce pas, et que nous dé­fi­nis­si­ons soit un champ, com­me vous l’avez fait pour La nais­sance de la cli­ni­que, ou pour L’histoire de la fo­lie.ou un champ his­to­ri­que com­me dans vot­re der­nier ou­vra­ge, il est bien clair que la fonc­tion du si­gne y ap­pa­raît ce quel­que cho­se d’essentiel, cet­te fonc­tion es­sen­ti­el­le que vous vous don­nez dans une tel­le ana­ly­se.

Wenn wir dar­über et­was ma­chen – Ich weiß nicht, ob Sie die Über­schrift ak­zep­tie­ren wür­den, das müss­ten Sie mir sa­gen –, wenn wir ver­su­chen, zu ei­nem ge­nau­en Punkt oder un­ter ei­nem be­stimm­ten Blick­win­kel et­was zu ma­chen, was sich „Ge­schich­te der Sub­jek­ti­vi­tät“ nennt, das ist ein Ti­tel, den Sie ak­zep­tie­ren wür­den, nicht als Un­ter­ti­tel, da ich glau­be, dass es be­reits ei­nen gibt21, son­dern als Un­ter-Un­ter­ti­tel, nicht wahr – und wenn wir dann ein Feld de­fi­nie­ren wie Sie es für Die Ge­burt der Kli­nik ge­macht ha­ben oder für Wahn­sinn und Ge­sell­schaft oder als ein his­to­ri­schen Feld wie in Ih­rem letz­ten Buch, dann ist ganz klar, dass die Funk­ti­on des Zei­chens hier als das We­sent­li­che er­scheint, als die we­sent­li­che Funk­ti­on, die Sie sich in ei­ner sol­chen Ana­ly­se ge­ben.

#

Je n’ai pas le temps, grâce à ces re­tards que nous avons pris, peut-être de sou­le­ver point par point, dans vot­re pre­mier cha­pit­re tous les ter­mes, non pas du tout où j’aurai en quoi que ce soit à ob­jec­ter mais bien au con­trai­re qui me pa­rais­sent lit­té­ra­le­ment con­ver­ger vers la sor­te d’analyse que je fais.

Ich habe nicht die Zeit, auf­grund un­se­rer Ver­zö­ge­run­gen, in Ih­rem ers­ten Ka­pi­tel viel­leicht Punkt für Punkt sämt­li­che Ter­mi­ni her­vor­zu­he­ben, nicht etwa, ge­gen die ich et­was ein­zu­wen­den hät­te, son­dern im Ge­gen­teil, die mir buch­stäb­lich in die­sel­be Rich­tung zu ge­hen schei­nen wie die Art der Ana­ly­se, die ich vor­neh­me.

#

Vous abou­tis­sez à la con­clu­si­on que ce ta­bleau se­rait, en quel­que sor­te, la re­pré­sen­ta­ti­on du mon­de des re­pré­sen­ta­ti­ons, com­me vous con­s­idé­rez que c’est ce dont le sys­tè­me, je dirais, in­fi­ni d’application ré­ci­pro­que con­sti­tu­er­ait la ca­rac­té­ris­tique d’un cer­tain temps de la pen­sée.

Sie sind zu dem Schluss ge­kom­men, dass die­ses Bild ge­wis­ser­ma­ßen die Re­prä­sen­ta­ti­on der Welt der Re­prä­sen­ta­tio­nen ist, da Sie der Auf­fas­sung sind, dass es das ist, wo­von das, ich möch­te sa­gen, un­end­li­che Sys­tem der re­zi­pro­ken An­wen­dung das ent­schei­den­de Merk­mal ei­ner be­stimm­ten Zeit des Den­kens dar­stel­len wür­de.

#

Vous n’êtes pas tout à fait cont­re ce que je dis là ?

Sie sind nicht völ­lig ge­gen das, was ich hier sage?

#

Mi­chel Fou­cault :

Mi­chel Fou­cault:

#

{28} La­can : Vous êtes d’accord, mer­ci.

La­can: Sie sind ein­ver­stan­den, dan­ke.

#

Par­ce que ça prouve que j’ai bien com­pris.

Denn das be­weist, dass ichs rich­tig ver­stan­den habe.

#

Il est cer­tain que rien ne sau­rait plus nous in­strui­re, de la sa­tis­fac­tion que nous don­ne son éclat, qu’une tel­le con­tro­ver­se.

Es ist si­cher, dass nichts uns mehr über die Be­frie­di­gung un­ter­rich­ten könn­te, als das Auf­bre­chen ei­ner sol­chen Kon­tro­ver­se.

#

Je ne pen­se ab­so­lu­ment pas vous ap­por­ter une ob­jec­tion en disant qu’en fin de comp­te, ce n’est que en fa­veur d’une fin di­dac­tique, à sa­voir de po­ser pour nous les pro­blè­mes qu’imposerait une cer­tai­ne li­mi­ta­ti­on dans le sys­tè­me re­pè­re, qu’il est en ef­fet im­portant qu’une tel­le sai­sie de ce qu’a été, di­sons, la pen­sée pen­dant le XVIIème et le XVIIIème siè­cles, nous soit pro­po­sée.

Ich den­ke ab­so­lut nicht, ei­nen Ein­wand ge­gen Sie vor­zu­brin­gen, wenn ich sage, dass letzt­lich – das ist nur eine Mar­kie­rung zu­guns­ten ei­nes di­dak­ti­schen Zwecks, näm­lich um für uns die Pro­ble­me zu ar­ti­ku­lie­ren, die eine be­stimm­te Be­schrän­kung im Be­zugs­sys­tem auf­nö­ti­gen wür­de, –, dass es tat­säch­lich wich­tig ist, dass uns eine sol­che Er­fas­sung des­sen vor­ge­legt wird, was, sa­gen wir, im 17. und 18. Jahr­hun­dert das Den­ken ge­we­sen ist.

#

Com­ment pro­cé­der au­tre­ment si nous vou­lons même com­men­cer à soupçon­ner sous quel bi­ais les pro­blè­mes, à nous, se pro­po­sent ?

Wie an­ders vor­ge­hen, wenn wir auch nur an­fan­gen wol­len, Mut­ma­ßun­gen dar­über an­zu­stel­len, un­ter wel­chem Blick­win­kel sich für uns die Pro­ble­me stel­len?

#

Rien n’est plus éc­lai­rant que de voir, de pou­voir sai­sir dans quel­le – je peux dire le mot – per­spec­tive dif­fé­ren­te, ils pou­vai­ent se pro­po­ser dans un aut­re con­tex­te, ne se­rait-ce que pour évi­ter les err­eurs de lec­tu­re, je dirais même plus, sim­ple­ment pour nous per­mett­re la lec­tu­re, quand nous n’y som­mes pas na­tu­rel­le­ment dis­po­sés, d’auteurs com­me ceux dont vous met­tez par ex­emp­le, d’une fa­çon éblouis­san­te, en avant la fac­tu­re, com­me Cu­vier par ex­emp­le.

Nichts ist über­zeu­gen­der als zu se­hen, als er­fas­sen zu kön­nen, in welch an­de­rer Per­spek­ti­ve – das Wort kann ich sa­gen – sie sich in ei­nem an­de­ren Kon­text stel­len konn­ten, und sei es nur, um die Irr­tü­mer der Lek­tü­re zu ver­mei­den, ich möch­te so­gar sa­gen, um uns ein­fach die Lek­tü­re, wenn wir dazu nicht na­tür­lich dis­po­niert sind, von Au­to­ren wie den­je­ni­gen zu ge­stat­ten, de­ren Auf­bau Sie bei­spiels­wei­se auf glän­zen­de Wei­se dar­le­gen, wie etwa Cu­vier.

#

Je ne par­le pas, bien sûr, de tout ce que vous avez ap­por­té aus­si dans le re­gist­re de l’économie de l’époque et aus­si de sa lin­gu­is­tique.

Ich spre­che na­tür­lich über­haupt nicht von all dem, was Sie au­ßer­dem im Re­gis­ter der Öko­no­mie der Epo­che so­wie ih­rer Sprach­wis­sen­schaft ein­ge­bracht ha­ben.

#

{29} Je vous pose la ques­ti­on : est-ce que vous croy­ez… vous ne croy­ez pas qu’en fin de comp­te, quel que soit le tra­cé, le té­moi­gna­ge, que nous pou­vons avoir des li­gnes où s’est as­su­rée la pen­sée d’une épo­que, il s’est tou­jours posé à l’être par­lant – quand je dis posé, je veux dire qu’il était dedans – et que, de ce fait, nous ne pou­vons pas ne pas par­tir de la pen­sée que, ex­ac­te­ment les mê­mes pro­blè­mes, struc­tu­rés de la même fa­çon, se po­sai­ent pour eux com­me pour nous.

Ich stel­le Ih­nen die Fra­ge, ob Sie glau­ben, glau­ben Sie nicht, dass letzt­lich, wel­ches auch im­mer der Um­riss, das Zeug­nis sein mag, das wir von den Li­ni­en ha­ben kön­nen, in de­nen sich das Den­ken ei­ner Epo­che ver­ge­wis­sert hat, dass sich dem spre­chen­den We­sen im­mer ge­nau die­sel­ben Pro­ble­me ge­stellt ha­ben – wenn ich „ge­stellt“ sage, mei­ne ich, dass es dar­in war –, und dass des­halb aus­ge­schlos­sen ist, nicht von die­sem Ge­dan­ken aus­zu­ge­hen –, die­sel­ben Pro­ble­me für sie wie für uns, Pro­ble­me, die auf die­sel­be Wei­se struk­tu­riert wa­ren?

#

Je veux dire que ce n’est pas là une es­pè­ce sim­ple­ment de pré­sup­po­sé, en quel­que sor­te mé­ta­phy­si­que et même pour le dire plus pré­cis­é­ment, hei­deg­ge­ri­en, à sa­voir que la ques­ti­on de l’essence de la vé­rité s’est tou­jours po­sée de la même fa­çon – et que, on s’y est re­fu­sé d’un cer­tain nom­bre de fa­çons dif­fé­ren­tes, c’est tou­te la dif­fé­rence.

Ich mei­ne, dass es nicht ein­fach eine Art von Vor­an­nah­me ist, die ge­wis­ser­ma­ßen me­ta­phy­sisch wäre und so­gar, um es ge­nau­er zu sa­gen, hei­deg­ge­ria­nisch, näm­lich dass die Fra­ge nach dem We­sen der Wahr­heit sich im­mer auf die­sel­be Wei­se ge­stellt hat, und dass der gan­ze Un­ter­schied dar­in be­steht, dass man sich ei­ner Rei­he an­de­rer Wei­sen ver­schlos­sen hat.

#

Mais tout de même, nous pou­vons tou­cher du doigt sa pré­sence, je dis, non pas sim­ple­ment com­me Hei­deg­ger en re­mon­tant à l’archi-antiquité grec­que mais d’une fa­çon di­rec­te.

Aber den­noch ist ihre Ge­gen­wart für uns mit den Hän­den zu grei­fen, sage ich – nicht ein­fach wie Hei­deg­ger, in­dem wir zur grie­chi­schen Uran­ti­ke zu­rück­keh­ren, son­dern auf un­mit­tel­ba­re Wei­se.

#

Dans la suc­ces­si­on de cha­pi­tres que vous don­nez : par­ler, éch­an­ger, re­pré­sen­ter – je dois dire d’ailleurs que, à cet égard, les voir ré­su­mer dans la ta­ble des ma­tiè­res, a quel­que cho­se de sai­sis­sant – il me sem­ble que le fait que vous n’y ayez pas fait fi­gu­rer le mot comp­ter a quel­que cho­se d’assez re­mar­quable.

In der Fol­ge der Ka­pi­tel, die Sie an­ge­ben: Spre­chen, Tau­schen, Re­prä­sen­tie­ren – dazu muss ich üb­ri­gens sa­gen, dass es et­was Er­grei­fen­des hat, sie im In­halts­ver­zeich­nis als Zu­sam­men­fas­sun­gen zu se­hen –, dar­in scheint mir die Tat­sa­che, dass Sie hier nicht das Wort „Zäh­len“ auf­ge­führt ha­ben, et­was recht Be­mer­kens­wer­tes zu sein.

#

{30} Et quand je dis comp­ter, bien sûr je ne par­le pas seu­le­ment d’arithmétique ni de bow­ling.

Und wenn ich „Zäh­len“ sage, spre­che ich na­tür­lich nicht nur über Arith­me­tik oder Bow­ling.

#

Je veux dire que vous avez vu que, en plein cœur de la pen­sée du XVIIème siè­cle, quel­que cho­se cer­tai­ne­ment qui est res­té mé­con­nu et qui même a été hué – vous savez aus­si bien que moi de qui je vais par­ler, à sa­voir ce­lui qui a reçu les pom­mes cui­tes, qui a ren­tré sa pe­ti­te af­fai­re et qui, néan­mo­ins, est res­té in­di­qué com­me ayant, pour les meilleurs, bril­lé du plus vif éclat – au­tre­ment dit Gi­rard [!] De­s­ar­gues – et pour mar­quer quel­que cho­se qui éch­ap­pe, me sem­ble-t-il, à ce que j’appellerais le trait d’inconsistance des mo­des ré­ci­pro­ques des re­pré­sen­ta­ti­ons, dans les dif­fér­ents champs que vous nous dé­cri­vez pour fai­re le bi­lan du XVIIème et du XVIIIème.

Ich mei­ne, dass Sie si­cher­lich mit­ten im Den­ken des 17. Jahr­hun­derts et­was ge­se­hen ha­ben, was ver­kannt ge­blie­ben ist, und was so­gar aus­ge­buht wor­den ist – Sie wis­sen so gut wie ich, über wen ich spre­chen möch­te, näm­lich über den­je­ni­gen, der die ge­koch­ten Äp­fel er­hal­ten hat, der sei­ne klei­ne Sa­che zu­rück­ge­nom­men hat und der nichts­des­to­we­ni­ger an­ge­zeigt ge­blie­ben ist als je­mand, der für die Bes­se­ren in stärks­tem Glanz ge­leuch­tet hat – an­ders ge­sagt Gi­rard [!] De­s­ar­gues22, und um et­was zu kenn­zeich­nen, was dem ent­geht, so scheint mir, was ich in den ver­schie­de­nen Fel­dern, die Sie uns be­schrei­ben, um die Bi­lanz des 17. und 18. Jahr­hun­derts zu zie­hen, den Zug der In­kon­sis­tenz der re­zi­pro­ken Modi der Re­prä­sen­ta­ti­on nen­nen möch­te.

#

En d’autres ter­mes, le ta­bleau de Veláz­quez n’est pas la re­pré­sen­ta­ti­on de, je dirais, tous les mo­des de la re­pré­sen­ta­ti­on, il est, se­lon un ter­me qui va, bien sûr, n’être là que com­me un des­sert n’est-ce pas, et qui est le ter­me sur quoi j’insiste quand je l’emprunte à Freud, à sa­voir le re­pré­sen­tant de la re­pré­sen­ta­ti­on.

An­ders aus­ge­drückt, das Bild von Veláz­quez ist nicht, möch­te ich sa­gen, die Re­prä­sen­ta­ti­on al­ler Modi der Re­prä­sen­ta­ti­on, es ist, mit ei­nem Ter­mi­nus, der hier na­tür­lich nur eine Nach­spei­se sein wird, nicht wahr, näm­lich mit dem Ter­mi­nus, auf dem ich in­sis­tie­re, wenn ich ihn Freud ent­leh­ne, es ist näm­lich dies: die Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz.23

#

Qu’est-ce que ça veut dire ?

Was be­deu­tet das?

#

Nous venons de fai­re… en­fin d’avoir un té­moi­gna­ge écla­tant – je m’excuse Au­douard – de la dif­fi­cul­té avec laquel­le peut pas­ser le spé­ci­fi­que de ce que j’ai es­sayé d’introduire, par ex­emp­le, dans un temps, in­ter­val­le | {31} as­sez court à re­mon­ter, c’est-à-dire de­puis deux de nos ré­uni­ons, quand il s’agit du champ sco­pi­que.

Wir mach­ten ge­ra­de, na ja, hat­ten ge­ra­de ein ekla­tan­tes Zeug­nis – ich ent­schul­di­ge mich, Au­douard – für die Schwie­rig­keit, mit der die Be­son­der­heit des­sen ein­her­ge­hen kann, was ich ein­zu­füh­ren ver­sucht habe, bei­spiels­wei­se – zu ei­ner Zeit, in ei­nem Ab­stand, der kurz ge­nug ist, um dar­auf zu­rück­zu­kom­men, näm­lich seit zwei­en un­se­rer Tref­fen –, bei­spiels­wei­se wenn es um das sko­pi­sche Feld geht.

#

Le champ sco­pi­que, il y a long­temps qu’il sert, dans cet­te re­la­ti­on à l’essence de la vé­rité.

Das sko­pi­sche Feld wird in die­sem Ver­hält­nis zum We­sen der Wahr­heit schon seit lan­gem ver­wen­det.

#

Hei­deg­ger est là pour nous rap­pe­ler, dans cet ou­vra­ge dont je ne conçois même pas pour­quoi il n’a pas été tra­du­it le pre­mier, com­me We­sen, non pas com­me We­sen der Wahr­heit, mais de la Leh­re de Pla­ton sur la vé­rité, ou­vra­ge qui non seu­le­ment n’est pas tra­du­it mais en plus, est in­trouva­ble , est là pour nous rap­pe­ler com­bi­en, dans le pre­mier ens­eig­ne­ment, il est ab­so­lu­ment clair, ma­ni­fes­te, sur ce su­jet de la vé­rité, que Pla­ton a fait usa­ge de ce que j’appellerais ce mon­de sco­pi­que.

Hei­deg­ger ist da, um uns dar­an zu er­in­nern – in die­sem Werk, von dem ich über­haupt nicht ver­ste­he, war­um es nicht als Ers­tes über­setzt wor­den ist, als We­sen, nicht als We­sen der Wahr­heit, son­dern als Pla­tons Leh­re von der Wahr­heit, eine Ar­beit, die nicht nur nicht über­setzt wor­den ist, son­dern die au­ßer­dem un­auf­find­bar ist –, Hei­deg­ger ist da, um uns dar­an zu er­in­nern, wie sehr – in der ers­ten Leh­re über das The­ma der Wahr­heit ist das voll­kom­men klar, ma­ni­fest –, dass Pla­ton von et­was Ge­brauch macht, was ich die sko­pi­sche Welt nen­nen wür­de.24

#

Il en a fait un usa­ge, com­me d’habitude, beau­coup plus as­tu­cieux et rusé qu’on ne peut l’imaginer car, en fin de comp­te, tout le ma­té­ri­el y est, com­me je l’ai rap­pelé ré­cem­ment : le trou, l’obscurité, la ca­ver­ne, cet­te cho­se qui est si ca­pi­ta­le, à sa­voir l’entrée, ce que je vais ap­pe­ler tout à l’heure la fenêt­re, et puis der­riè­re, le mon­de que j’appellerais le mon­de so­lai­re.

Er mach­te da­von wie üb­lich ei­nen Ge­brauch, der weit­aus raf­fi­nier­ter und schlau­er ist als man sich vor­stel­len kann, denn letzt­lich ist das ge­sam­te Ma­te­ri­al da, wie ich kürz­lich in Er­in­ne­rung ge­ru­fen habe: das Loch, die Dun­kel­heit, die Höh­le, die­se Sa­che, die so ent­schei­dend ist, näm­lich der Ein­gang – das, was ich vor­hin „das Fens­ter“ ge­nannt habe –, und dann da­hin­ter die Welt, die ich die so­la­re Welt nen­nen wür­de.25

#

C’est bien l’entière pré­sence de tout le bata­clan qui per­met à Hei­deg­ger d’en fai­re l’usage éblouis­sant que vous au mo­ins Mi­chel Fou­cault, ici, vous savez par­ce que je pen­se que vous l’avez lu – et com­me cet ou­vra­ge est in­trouva­ble | {32} il doit y en avoir peu qui l’aient lu jusqu’ici, ici – mais j’en ai tout de même quel­que peu par­lé, c’est-à-dire de fai­re dire à Pla­ton beau­coup plus qu’on n’y lit or­dinaire­ment et de mon­trer, en tout cas, la val­eur fon­da­men­ta­le d’un cer­tain nom­bre de mou­ve­ments du su­jet qui sont très ex­ac­te­ment quel­que cho­se qui, com­me il le sou­li­gne, lie la vé­rité à une cer­tai­ne for­ma­ti­on, une cer­tai­ne pai­deia, à sa­voir à ces mou­ve­ments que nous con­nais­sons bien, en tout cas dont ceux qui suiv­ent mon ens­eig­ne­ment, con­nais­sent bien la val­eur de si­gni­fi­ant : mou­ve­ment de tour et de re­tour ; mou­ve­ment de ce­lui qui se re­tourne et qui doit se main­tenir dans ce re­tour­ne­ment.

Die An­we­sen­heit von all die­sem Zeug er­laubt es Hei­deg­ger, da­von den glän­zen­den Ge­brauch zu ma­chen, den zu­min­dest Sie, Mi­chel Fou­cault, hier ken­nen, denn ich den­ke, dass Sie es ge­le­sen ha­ben – und da die­se Ar­beit un­auf­find­bar ist, dürf­te es hier We­ni­ge ge­ben, die sie bis­lang ge­le­sen ha­ben –, aber im­mer­hin habe ich ein we­nig dar­über ge­spro­chen, was heißt, zu Pla­ton weit mehr zur Spra­che zu brin­gen, als man für ge­wöhn­lich le­sen kann, und auf je­den Fall den grund­le­gen­den Wert ei­ner Rei­he von Be­we­gun­gen des Sub­jekts zu zei­gen, die ge­nau das sind, wo­durch, wie er her­vor­hebt, die Wahr­heit mit ei­ner be­stimm­ten Bil­dung ver­bun­den wird, mit ei­ner be­stimm­ten pai­deia, das heißt mit die­sen Be­we­gun­gen, die wir gut ken­nen, wo­von je­den­falls die­je­ni­gen, die mei­nem Un­ter­richt fol­gen, den Si­gni­fi­kan­ten­wert gut ken­nen: Be­we­gung von hin und zu­rück, Be­we­gung des­sen, was zu­rück­kehrt und was sich in die­sem Zu­rück­keh­ren er­hal­ten muss.

#

Il n’en res­te pas mo­ins que la sui­te même des temps nous mont­re à quel­le con­fu­si­on peut prêter un tel dé­part, si nous ne sa­vons pas sé­vè­re­ment iso­ler, dans ce champ du mon­de sco­pi­que, la dif­fé­rence des struc­tures.

Da­von bleibt un­be­nom­men, dass der Ver­lauf der Zeit uns zeigt, zu wel­cher Ver­wir­rung ein sol­cher Aus­gangs­punkt bei­tra­gen kann, wenn es uns nicht ge­lingt, in die­sem Feld der sko­pi­schen Welt den Un­ter­schied zwi­schen den Struk­tu­ren klar her­aus­zu­stel­len.

#

Et bien sûr, c’est al­ler som­mai­re­ment que, par ex­emp­le, y fai­re une op­po­si­ti­on, une op­po­si­ti­on d’où je vais par­tir.

Und na­tür­lich heißt es, sum­ma­risch vor­zu­ge­hen, wenn man bei­spiels­wei­se hier ei­nen Ge­gen­satz bil­det, ei­nen Ge­gen­satz, von dem ich aus­ge­hen wer­de.

#

L’apologue de la fab­le de Pla­ton, tel­le qu’elle est d’habitude reçue n’implique que quel­que cho­se qui est un point d’irradiation de la lu­miè­re, un ob­jet qu’il ap­pel­le | {33} l’objet vé­ri­ta­ble et quel­que cho­se qui est l’ombre.

Der Apo­log der Fa­bel von Pla­ton, wie sie üb­li­cher­wei­se auf­ge­fasst wird, im­pli­ziert nur et­was, was ein Punkt der Aus­strah­lung des Lichts ist, dann ein Ge­gen­stand, den er den wah­ren Ge­gen­stand nennt, und schließ­lich et­was, was der Schat­ten ist.26

#

Que ce que vo­i­ent ceux qui sont les pr­i­son­niers de la ca­ver­ne ne soit qu’ombre, c’est là, d’habitude, tout ce qui est reçu de cet ens­eig­ne­ment.

Dass das, was die Ge­fan­ge­nen der Höh­le se­hen, nur Schat­ten ist, ist hier für ge­wöhn­lich al­les, was von die­ser Leh­re er­fasst wird.

#

J’ai tout à l’heure mar­qué com­bi­en Hei­deg­ger ar­ri­vait à en ti­rer plus, en mon­trant ce qui y est en ef­fet.

Ich habe eben her­vor­ge­ho­ben, wie sehr es Hei­deg­ger ge­lun­gen ist, mehr dar­aus zu zie­hen, in­dem er zeig­te, wor­um es hier tat­säch­lich geht.

#

Abb. 8: Licht, Ge­gen­stand und Schat­ten

Néan­mo­ins, cet­te fa­çon de par­tir de cet­te cen­tra­lité de la lu­miè­re vers quel­que cho­se qui va de­ve­nir, non pas sim­ple­ment la struc­tu­re qu’elle est, à sa­voir l’objet et son om­bre [Abb. 8], mais une sor­te de dé­gra­dé de réa­lité qui va en quel­que sor­te in­tro­du­i­re au cœur même de tout ce qui ap­pa­raît – de tout ce qui est schei­nen, pour re­prend­re ce qui est dans le tex­te de Hei­deg­ger – une sor­te de my­tho­lo­gie qui est jus­tement cel­le sur laquel­le repo­se l’idée même de l’Idée, qui est l’Idée du bien, cel­le où est, où se trouve l’intensité même de la réa­lité, de la con­si­s­tan­ce, et d’où, en quel­que sor­te, éma­nent tou­tes les en­ve­lop­pes qui ne se­ront plus en fin de comp­te qu’enveloppes d’illusions crois­san­tes, de re­pré­sen­ta­ti­ons tou­jours de re­pré­sen­ta­ti­ons.

Nichts­des­to­we­ni­ger, die­se Art, von der Zen­tra­li­tät des Lichts aus­zu­ge­hen, in Rich­tung auf et­was, was nicht ein­fach die Struk­tur wer­den wird, die es ist, das heißt der Ge­gen­stand und sein Schat­ten [Abb. 827, son­dern eine Art Ab­schat­tung der Rea­li­tät, die ge­wis­ser­ma­ßen ins In­ne­re von al­lem, was er­scheint – von al­lem, was schei­nen* ist, um et­was auf­zu­grei­fen, was in Hei­deg­gers Text ist –, eine Art My­tho­lo­gie ein­füh­ren wird,  die­je­ni­ge näm­lich, auf der die Idee der Idee be­ruht, das heißt die Idee des Gu­ten: die­je­ni­ge, wo die In­ten­si­tät der Rea­li­tät, der Kon­sis­tenz ist, wo sie sich be­fin­det, und aus der ge­wis­ser­ma­ßen all die Hül­len her­vor­ge­hen, die letzt­lich nur Hül­len wach­sen­der Il­lu­sio­nen sein wer­den, Re­prä­sen­ta­tio­nen im­mer wie­der von Re­prä­sen­ta­tio­nen.

#

C’est cela d’ailleurs pré­cis­é­ment, si vous me per­met­tez de vous le rap­pe­ler, je ne sais pas, après tout, si vous avez tous une bon­ne mé­moi­re, que le 19 Jan­vier j’ai il­lus­tré ici, en faisant com­men­ter par Mme Pa­risot, ici pré­sen­te, deux tex­tes de Dan­te, les deux | {34} seuls où il ait par­lé du « mi­ro­ir de Nar­cis­se ».

Das ist üb­ri­gens ge­nau das – wenn Sie mir ge­stat­ten, Sie dar­an zu er­in­nern, ich weiß schließ­lich nicht, ob Sie alle ein gu­tes Ge­dächt­nis ha­ben –, was ich am 19. Ja­nu­ar hier ver­an­schau­licht habe, als ich von der hier an­we­sen­den Frau Pa­risot zwei Tex­te von Dan­te kom­men­tie­ren ließ, die bei­den ein­zi­gen, in de­nen er vom Spie­gel des Nar­ziss ge­spro­chen hat.28

#

Or, ce que nous ap­por­te not­re ex­pé­ri­ence, l’expérience ana­ly­tique, est cen­tré sur le phé­nomè­ne de l’écran.

Nun, was uns un­se­re Er­fah­rung lie­fert, die ana­ly­ti­sche Er­fah­rung, das dreht sich um das Phä­no­men des Schirms.

#

Loin que le fon­de­ment in­au­gu­ral de ce qui est la di­men­si­on de l’analyse soit quel­que cho­se où, com­me en un point quel­con­que, la pri­mi­ti­vité de la lu­miè­re, de par elle-même, fait sur­gir tout ce qui est ténèb­res sous la for­me de ce qui exis­te, nous avons, et d’abord, af­fai­re à cet­te re­la­ti­on pro­blé­ma­tique qui est re­pré­sen­té par l’écran.

Weit da­von ent­fernt, dass die in­au­gu­ra­le Grund­la­ge der Di­men­si­on der Ana­ly­se et­was wäre, wo an ir­gend­ei­nem Punkt die Ur­sprüng­lich­keit des Lichts von sich aus al­les auf­tau­chen lie­ße, was Fins­ter­nis ist, in Ge­stalt des­sen, was exis­tiert, ha­ben wir es viel­mehr pri­mär mit dem pro­ble­ma­ti­schen Ver­hält­nis zu tun, das vom Schirm re­prä­sen­tiert wird.

#

L’écran n’est pas seu­le­ment ce qui cache le réel – il l’est sû­re­ment, mais en même temps il l’indique.

Der Schirm ist nicht nur das, wo­durch das Rea­le ver­bor­gen wird – das ist er si­cher­lich –, aber zu­gleich weist er dar­auf hin.

#

Quel­les struc­tures por­te ce bâti de l’écran, d’une fa­çon qui l’intègre stric­te­ment à l’existence du su­jet ?

Wel­che Struk­tu­ren trägt die­ser Auf­bau des Schirms, auf eine Wei­se, durch die er strikt in die Exis­tenz des Sub­jekts in­te­griert ist?

#

C’est là le point tour­nant à par­tir du­quel nous avons, si nous vou­lons rend­re comp­te des moind­res ter­mes qui in­ter­vi­en­nent dans not­re ex­pé­ri­ence com­me con­no­tés du ter­me « sco­pi­que », dt là bien sûr nous n’avons pas af­fai­re qu’au « sou­ve­nir écran », nous avons af­fai­re à ce quel­que cho­se qui s’appelle le fan­tas­me ; nous avons af­fai­re à ce ter­me que Freud ap­pel­le non pas re­pré­sen­ta­ti­on mais re­pré­sen­tant de la re­pré­sen­ta­ti­on ; nous avons af­fai­re à plu­sieurs sé­ries de ter­mes dont nous avons à sa­voir s’ils sont ou non syn­ony­mes.

Das ist hier der Wen­de­punkt, von dem aus wir, wenn wir uns über die ge­rings­ten Ter­mi­ni klar wer­den wol­len, die in un­se­re Er­fah­rung ein­grei­fen und mit dem Aus­druck „sko­pisch“ kon­no­tiert sind, und da ha­ben wir na­tür­lich nicht nur mit der „De­cker­in­ne­rung“ (sou­ve­nir écran [wört­lich „Schir­mer­in­ne­rung“]) zu tun29, wir ha­ben es mit dem zu tun, was Phan­tas­ma ge­nannt wird, wir ha­ben es mit dem Aus­druck zu tun, der bei Freud nicht Vor­stel­lung, son­dern Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz heißt, wir ha­ben es mit meh­re­ren Rei­hen von Ter­mi­ni zu tun, von de­nen wir wis­sen müs­sen, ob sie syn­onym sind oder nicht.

#

C’est pour cela que nous nous aper­ce­vons que ce mon­de sco­pi­que dont il s’agit n’est pas sim­ple­ment à pen­ser dans les ter­mes de la lan­ter­ne ma­gi­que ; qu’il est à pen­ser dans une struc­tu­re qui, heu­re­u­se­ment, nous est four­nie.

Des­halb neh­men wir wahr, dass die sko­pi­sche Welt, um die es geht, nicht ein­fach in den Ka­te­go­ri­en der La­ter­na ma­gi­ca zu den­ken ist, dass sie in ei­ner Struk­tur zu den­ken ist, die uns glück­li­cher­wei­se ge­lie­fert wird.30

#

Elle nous est four­nie… je dois dire, qu’elle est pré­sen­te quand même au long des siè­cles ; elle est pré­sen­te dans tou­te la me­s­u­re où tels et tels l’ont man­quée.

Sie wird uns ge­lie­fert – ich muss sa­gen, dass sie im­mer­hin im Ver­lauf der Jahr­hun­der­te ge­gen­wär­tig ist, sie ist ganz in dem Maße ge­gen­wär­tig, wie sie von ver­schie­de­nen Sei­ten ver­fehlt wor­den ist.

#

Il y a un cer­tain thé­orè­me de Pap­pus qui se trouve d’une fa­çon sur­pren­an­te être ex­ac­te­ment in­scrit dans les thé­orè­mes de Pas­cal et de Bri­an­chon, ceux sur la rec­tili­néa­rité de la co­li­néa­rité des points de ren­cont­re d’un cer­tain he­xa­go­ne en tant que cet he­xa­go­ne est in­scrit dans une co­ni­que.

Es gibt ei­nen be­stimm­ten Satz von Pap­pus, der auf über­ra­schen­de Wei­se ge­nau in den Sät­zen von Pas­cal und von Bri­an­chon ent­hal­ten ist, den­je­ni­gen über die Ge­rad­li­nig­keit der Kol­li­nea­ri­tät der Eck­punk­te ei­nes be­stimm­ten Sechs­ecks, in­so­fern die­ses Sechs­eck ei­nem Ke­gel­schnitt ein­be­schrie­ben ist.31

#

Pap­pus en avait trou­vé un cas par­ti­cu­lier qui est très ex­ac­te­ment ce­lui où cet he­xa­go­ne n’est pas in­scrit dans ce que nous ap­pe­lons couram­ment une co­ni­que mais sim­ple­ment dans deux droi­tes se croi­sant, ce qui je dois dire… jusqu’à une épo­que qui était cel­le de Kep­ler, on ne s’était pas aper­çu que deux li­gnes qui se croi­sent c’est une co­ni­que.

Pap­pus hat­te ei­nen Son­der­fall da­von ge­fun­den, der ge­nau dar­in be­steht, dass das Sechs­eck nicht dem, was wir ge­mein­hin als Ke­gel­schnitt be­zeich­nen, ein­be­schrie­ben ist, son­dern ein­fach zwei sich schnei­den­den Ge­ra­den, was, muss ich sa­gen –; bis zu ei­ner be­stimm­ten Zeit, näm­lich der von Kep­ler, hat­te man nicht ge­se­hen, dass die bei­den Li­ni­en, die sich schnei­den, ein Ke­gel­schnitt sind.

#

C’est bien pour ça que Pap­pus n’a pas gé­né­ra­li­sé son truc.

Eben des­halb hat­te Pap­pus sei­ne Sa­che nicht ver­all­ge­mei­nert.32

#

Mais qu’on puis­se fai­re une sé­rie de ponc­tua­ti­ons qui prou­vent qu’à chaque épo­que, cet­te cho­se qui s’appelle déjà géo­mé­trie pro­jec­tive n’a pas été mé­con­nue, c’est déjà suf­fi­sam­ment nous as­su­rer qu’était pré­sen­te un cer­tain mode de re­la­ti­on au mon­de sco­pi­que dont je vais es­say­er de dire main­ten­ant, et dans la hâte où nous som­mes tou­jours | {36} ici pour tra­vail­ler, quels sont les ef­fets struc­turaux. |

Aber dass man eine Rei­he von In­ter­punk­tio­nen vor­neh­men kann, die nach­wei­sen, dass das, was sich be­reits pro­jek­ti­ve Geo­me­trie nann­te, in kei­ner Epo­che ver­kannt war, ge­nügt be­reits, um für uns si­cher­zu­stel­len, dass ein be­stimm­ter Mo­dus des Ver­hält­nis­ses zur sko­pi­schen Welt ge­gen­wär­tig war, von dem ich jetzt zu sa­gen ver­su­chen wer­de, wel­ches sei­ne struk­tu­rel­len Ef­fek­te sind, und das in der Hast, in der wir hier im­mer sind um zu ar­bei­ten.

#

Qu’est-ce que nous cher­chons ?

Was su­chen wir?

#

Si nous vou­lons rend­re comp­te de la pos­si­bi­lité d’un rap­port, di­sons, au réel – je ne dis pas au mon­de – qui soit tel, qu’instituée s’y ma­ni­fes­te la struc­tu­re du fan­tas­me, nous de­vons, dans ce cas, avoir quel­que cho­se qui nous con­no­te la pré­sence de l’objet a, de l’objet a en tant qu’il est la mon­ture d’un ef­fet.

Wenn wir die Mög­lich­keit ei­nes Ver­hält­nis­ses, sa­gen wir, zum Rea­len er­klä­ren wol­len – ich sage nicht zur Welt –, ei­nes Ver­hält­nis­ses, wel­ches so ist, dass sich dar­in, wenn es her­ge­stellt ist, die Struk­tur des Phan­tas­mas ma­ni­fes­tiert, dann müs­sen wir in die­sem Fall et­was ha­ben, wo­durch uns die An­we­sen­heit des Ob­jekts a kon­no­tiert wird, des Ob­jekts a, in­so­fern es das Ge­stell ei­ner Wir­kung ist.

#

Non seu­le­ment je n’ai pas à dire, ce que nous con­nais­sons bien, nous ne le con­nais­sons pas jus­tement : nous avons à en rend­re comp­te, de cet ef­fet pre­mier, don­né, d’où nous par­tons dans la psy­chana­ly­se qui est la di­vi­si­on du su­jet.

Nicht nur darf ich nicht sa­gen, dass wir sie gut ken­nen, wir ken­nen sie ge­ra­de nicht; wir müs­sen von der pri­mä­ren, von der ge­ge­be­nen Wir­kung Re­chen­schaft ab­le­gen, von der wir in der Psy­cho­ana­ly­se aus­ge­hen, näm­lich von der Spal­tung des Sub­jekts.

#

À sa­voir que dans tou­te la me­s­u­re – je sais que vous la fai­tes à bon esci­ent – où vous main­te­nez la dis­tinc­tion du co­gi­to et de l’impensé, pour nous, il n’y a pas d’impensé.

Näm­lich dass es, wäh­rend Sie – ich weiß, dass Sie es aus gu­ten Grün­den tun – die Un­ter­schei­dung zwi­schen dem Co­gi­to und dem Un­ge­dach­ten auf­recht­erhal­ten, dass es für uns kein Un­ge­dach­tes gibt.33

#

La nou­veau­té pour la psy­chana­ly­se, c’est que là où vous dé­si­gnez – je par­le, en un cer­tain point de vot­re dé­ve­lop­pe­ment : l’impensé dans son rap­port au co­gi­to – là où il y a cet im­pen­sé, ça pen­se.

Was die Psy­cho­ana­ly­se an­geht, be­steht ihre Neu­ar­tig­keit dar­in, dass es da, wo Sie – ich spre­che von ei­nem be­stimm­ten Punkt ih­rer Aus­füh­run­gen – das Un­ge­dach­te in sei­nem Ver­hält­nis zum Co­gi­to be­zeich­nen –, dass es da, wo es die­ses Un­ge­dach­te gibt, dass es da denkt.

#

Et c’est là le rap­port fon­da­men­tal – d’ailleurs dont vous sen­tez fort bien quel­le est la pro­blé­ma­tique puis­que vous in­di­quez en­sui­te, quand vous par­lez de la psy­chana­ly­se, que c’est en cela que la psy­chana­ly­se se trouve ra­di­ca­le­ment mett­re en ques­ti­on tout ce qui est sci­en­ces hu­mai­nes.

Und das ist hier das grund­le­gen­de Ver­hält­nis, des­sen Pro­ble­ma­tik Sie im Üb­ri­gen ganz stark spü­ren, da Sie an­schlie­ßend, wenn Sie von der Psy­cho­ana­ly­se spre­chen, dar­auf hin­wei­sen, dass es das ist, wor­in die Psy­cho­ana­ly­se al­les, was Hu­man­wis­sen­schaft ist, ra­di­kal in Fra­ge stellt.34

#

{37} Je ne dé­for­me pas ce que vous di­tes ?

Ich de­for­mie­re nicht, was Sie sa­gen?

#

Fou­cault :

Fou­cault:

#

La­can : Quoi ?

La­can: Was?

#

Fou­cault : Vous re­for­mez.

Fou­cault: Sie re­for­mie­ren.

#

La­can : Bien sûr !

La­can: Selbst­ver­ständ­lich.

#

Et en plus, na­tu­rel­le­ment, en plus, d’une fa­çon qui né­ces­si­te­rait beau­coup plus de fran­chis­se­ment et d’étapes.

Und au­ßer­dem na­tür­lich, au­ßer­dem auf eine Wei­se, die weit­aus mehr Durch­brü­che und Etap­pen not­wen­dig ma­chen wür­de.

#

Alors, ce dont il s’agit c’est d’une géo­mé­trie qui nous per­met­te, non seu­le­ment d’être re­pré­sen­ta­ti­on, dans un plan-fi­gu­re, de ce qui est dans un plan sup­port, mais que s’y in­scri­ve ce tiers-ter­me qui s’appelle le su­jet et qui est né­ces­saire à sa con­struc­tion.

Also, es geht um eine Geo­me­trie, die es uns nicht nur ge­stat­tet, auf ei­ner Ab­bil­dungs­ebe­ne Re­prä­sen­ta­ti­on des­sen zu sein, was auf ei­ner Trä­ge­r­ebe­ne ist, son­dern dass darn die­ser drit­te Ter­mi­nus ein­ge­schrie­ben ist, der Sub­jekt ge­nannt wird und der für ihre Kon­struk­ti­on not­wen­dig ist.

#

C’est très pré­cis­é­ment pour­quoi j’ai fait la con­struc­tion que je suis for­cé de re­prend­re, qui d’ailleurs n’a rien d’originale, qui est sou­vent em­pr­un­tée aux li­v­res les plus com­muns sur la per­spec­tive, à con­di­ti­on qu’on les éc­lai­re par la géo­mé­trie de­s­ar­gui­en­ne et par tous les dé­ve­lop­pe­ments qu’elle en a fait de­puis, aus­si bien au XIXème siè­cle, mais jus­tement De­s­ar­gues est là pour poin­ter qu’au cœur de ce XVIIème siè­cle déjà, tou­te cet­te géo­mé­trie qu’il a par­fai­te­ment sai­sie, cet­te exis­tence fon­da­men­ta­le, par ex­emp­le, d’un princi­pe com­me le princi­pe de dua­lité, qui ne veut dire es­sen­ti­el­le­ment par soi-même que : les ob­jets géo­mé­tri­ques sont ren­voy­és à un jeu d’équivalence sym­bo­li­que.

Eben des­halb habe ich die Kon­struk­ti­on ge­macht, die ich ge­zwun­gen bin, wie­der auf­zu­neh­men, die im Üb­ri­gen nichts Ori­gi­nel­les hat, die von den gän­gi­gen Bü­chern über Per­spek­ti­ve oft über­nom­men wird, vor­aus­ge­setzt, dass sie durch die Desargues’sche Geo­me­trie auf­ge­klärt sind so­wie durch all die Ent­wick­lun­gen, die die­se seit­her durch­lau­fen hat, auch im 19. Jahr­hun­dert, aber De­s­ar­gues ist ge­nau dazu da, um zu zei­gen, dass be­reits mit­ten in die­sem 17. Jahr­hun­dert die­se gan­ze Geo­me­trie, die er voll­kom­men er­fasst hat­te, die grund­le­gen­de Exis­tenz bei­spiels­wei­se ei­nes Prin­zips wie dem Dua­li­täts­prin­zip, das an sich im We­sent­li­chen nur be­sagt, dass die geo­me­tri­schen Ob­jek­te auf ein Spiel der sym­bo­li­schen Äqui­va­lenz ver­wie­sen sind –.

#

Abb. 9: Sub­jekt­punkt S mit Ab­bil­dungs­ebe­ne P und Trä­ge­r­ebe­ne Q

Eh bien, à l’aide sim­ple­ment du plus simp­le usa­ge des mon­tants de la per­spec­tive, nous trou­vons ceci que | {38} pour au­tant qu’il fail­le dis­tin­guer ce point-su­jet [Abb. 9 : S], ce plan-fi­gu­re [P], le plan-sup­port [Q] – bien sûr, je suis bien for­cé de les re­pré­sen­ter par quel­que cho­se, en­ten­dez que tous s’étendent à l’infini, bien sûr – eh bien, quel­que cho­se est re­pé­ra­ble d’une fa­çon dou­ble qui in­scrit le su­jet dans ce plan-fi­gu­re qui, de ce fait, n’est pas sim­ple­ment en­ve­lop­pe, il­lu­si­on déta­chée si l’on peut dire, de ce qu’il s’agit de re­pré­sen­ter mais en lui-même con­sti­tue une struc­tu­re qui, de la re­pré­sen­ta­ti­on, est le re­pré­sen­tant.

Nun ja, ein­fach mit Hil­fe der ein­fachs­ten Ver­wen­dung der Stüt­zen der Per­spek­ti­ve stel­len wir fest, dass ich, in­so­fern die­ser Sub­jekt­punkt [Abb. 9: S], die­se Ab­bil­dungs­ebe­ne [P] und die Trä­ge­r­ebe­ne [Q] un­ter­schie­den wer­den müs­sen – na­tür­lich bin ich ge­zwun­gen, sie durch et­was zu re­prä­sen­tie­ren, ver­ste­hen Sie, dass sich alle na­tür­lich ins Un­end­li­che er­stre­cken –, nun ja, auf dop­pel­te Wei­se ist et­was aus­mach­bar, wo­durch das Sub­jekt in die­se Ab­bil­dungs­ebe­ne ein­ge­schrie­ben ist, die von da­her nicht ein­fach Hül­le ist, ab­ge­ho­be­ne Il­lu­si­on des­sen, wenn man so sa­gen kann, was re­prä­sen­tiert wer­den soll, son­dern die an sich selbst eine Struk­tur kon­sti­tu­iert, die der Re­prä­sen­tant der Re­prä­sen­ta­ti­on ist.

#

Abb. 10: Ho­ri­zont­li­nie h

Je veux dire que la li­gne d’horizon [Abb. 10 : h], pour au­tant qu’elle est di­rec­te­ment dé­ter­mi­née par ce point [S] qu’il ne faut pas ap­pe­ler point-œil mais point-su­jet – point-su­jet, si on peut dire, ent­re par­en­t­hè­ses, je veux dire su­jet né­ces­saire à la con­struc­tion, et qui n’est pas le su­jet puis­que, le su­jet, il est en­ga­gé dans l’aventure de la fi­gu­re et qu’il est né­ces­saire que là se pro­dui­se quel­que cho­se qui, à la fois in­di­que qu’il est quel­que part en un point né­ces­saire­ment, mais que son aut­re point, en­core qu’il soit né­ces­saire qu’il soit pré­sent, soit en quel­que sor­te éli­dé.

Ich mei­ne da­mit, dass die Ho­ri­zont­li­nie [Abb. 10: h], in­so­fern sie un­mit­tel­bar durch die­sen Punkt [S] be­stimmt wird, den man nicht Au­gen­punkt nen­nen soll­te, son­dern Sub­jekt­punkt, Sub­jekt­punkt, wenn man das in Klam­mern sa­gen kann, ich mei­ne da­mit, Sub­jekt, das für die Kon­struk­ti­on not­wen­dig ist, und was nicht das Sub­jekt ist, denn das Sub­jekt ist in das Aben­teu­er der Ab­bil­dung ver­wi­ckelt, und dass es not­wen­dig ist, dass sich hier et­was her­stellt, das zu­gleich an­zeigt, dass das Sub­jekt ir­gend­wo not­wen­di­ger­wei­se an ei­nem Punkt ist, dass aber sein an­de­rer Punkt – ob­gleich er not­wen­dig ist, ob­gleich er an­we­send ist – gleich­sam aus­ge­löscht ist.

#

Abb. 11: Flucht­punkt O

C’est ce que nous ob­te­nons en re­mar­quant, je le rap­pel­le – le temps me man­que pour en re­fai­re d’une fa­çon aus­si ar­ti­cu­lée la dé­mons­tra­ti­on – que si cet­te li­gne d’horizon est dé­ter­mi­née par sim­ple­ment une par­al­lè­le, un plan par­al­lè­le | {39} qui pas­se par le point su­jet, plan par­al­lè­le au plan du sol, ceci, tout le mon­de le sait, mais que ce type d’horizon d’ailleurs, dans l’établissement d’une per­spec­tive quel­con­que, im­pli­que le choix d’un point [Abb. 11 : O] sur cet­te li­gne d’horizon et que – cha­cun sait ça – c’est ce qu’on ap­pel­le le point de fui­te et que donc, la pre­miè­re pré­sence du point-su­jet dans le plan-fi­gu­re, c’est un point quel­con­que de la li­gne d’horizon, di­sons, n’importe quel point – je sou­li­gne en­core –, il doit y en avoir en princi­pe un.

Das ist das, was wir er­hal­ten, wenn wir be­mer­ken, ich er­in­ne­re dar­an – mir fehlt die Zeit, um den Be­weis da­für noch ein­mal auf ar­ti­ku­lier­te Wei­se vor­zu­füh­ren –, dass, wenn die­se Ho­ri­zont­li­nie ein­fach durch eine Par­al­le­le de­ter­mi­niert ist, eine par­al­le­le Ebe­ne, die durch den Sub­jekt­punkt geht, eine Ebe­ne, die par­al­lel zur Grun­de­be­ne ver­läuft, das wis­sen alle, aber dass die­se Art Ho­ri­zont bei der Ein­rich­tung ei­ner Per­spek­ti­ve über­dies die Wahl ei­nes Punk­tes [Abb. 11: O] auf der Ho­ri­zont­li­nie im­pli­ziert, und dass es dies ist, was man, wie je­der weiß, den Flucht­punkt nennt, und dass also die ers­te An­we­sen­heit des Sub­jekt­punk­tes in der Ab­bil­dungs­ebe­ne ir­gend­ein Punkt der Ho­ri­zont­li­nie ist, sa­gen wir, ein be­lie­bi­ger Punkt, ich hebe das noch ein­mal her­vor, im Prin­zip muss es hier ei­nen da­von ge­ben.

####

Quand il y en a plu­sieurs, c’est quand il ar­ri­ve que les pein­tres se per­met­tent la li­cence.

Wenn es meh­re­re da­von gibt, liegt dies dar­an, dass es vor­kommt, dass die Ma­ler sich das her­aus­neh­men.35

#

Je le ré­pè­te, ceci prête à con­fu­si­on car il ne s’agit en au­cun cas de vi­si­on bi­no­cu­lai­re ; la per­spec­tive n’a rien à fai­re avec ce qu’on voit et le re­li­ef.

Ich wie­der­ho­le es, das trägt zur Ver­wir­rung bei, denn es geht hier kei­nes­falls um das Bino­ku­lar­se­hen – die Per­spek­ti­ve hat nichts mit dem zu tun, was man sieht und nichts mit der plas­ti­schen Wir­kung.

#

Con­trai­re­ment à ce qu’on s’imagine, la per­spec­tive c’est le mode, en un cer­tain temps, en une cer­tai­ne épo­que, com­me vous di­riez, par le­quel le peint­re, com­me su­jet se met dans le ta­bleau, ex­ac­te­ment com­me les | {40} pein­tres de l’époque im­pro­pre­ment ap­pelés pri­mi­tifs se met­t­ai­ent dans le ta­bleau com­me do­na­teur.

Im Ge­gen­satz zu dem, was man sich vor­stellt, ist die Per­spek­ti­ve der Mo­dus – zu ei­ner be­stimm­ten Zeit, in ei­ner be­stimm­ten Epo­che, wie Sie sa­gen wür­den –, durch den der Ma­ler sich als Sub­jekt ins Bild bringt, ge­nau wie die Ma­ler der un­an­ge­mes­sen­er­wei­se als pri­mi­tiv be­zeich­ne­ten Epo­che sich als Stif­ter ins Bild brach­ten.36

#

Dans le mon­de dont il s’agissait que le ta­bleau soit le re­pré­sen­tant, au temps des pré­ten­dus pri­mi­tifs, le peint­re était à sa place dans le ta­bleau.

In der Welt, in der es dar­um ging, dass das Bild ihr Re­prä­sen­tant sei, zur Zeit der an­geb­lich Pri­mi­ti­ven, war der Ma­ler im Bild an sei­nem Platz.

#

Au temps de Veláz­quez, il a l’air de s’y mett­re mais il n’y a qu’à le re­gar­der pour voir – vous l’avez fort bien sou­li­gné – à quel point c’est à l’état d’absence qu’il y est.

Zu Zei­ten von Veláz­quez scheint er sich dort un­ter­zu­brin­gen, aber man muss ihn nur be­trach­ten, um zu se­hen – Sie ha­ben das sehr gut her­vor­ge­ho­ben –, wie sehr er hier im Zu­stand der Ab­we­sen­heit ist.37

#

Abb. 12: Ebe­ne S und die bei­den un­end­lich fer­nen Li­ni­en Δp und Δq

Il y est en un cer­tain point que je dé­cris pré­cis­é­ment en ceci qu’on tou­che la trace du point d’où il vi­ent, de ce point – pour vous, pour vous seu­le­ment car je l’ai déjà as­sez dit pour les au­tres –, de ce point que je n’ai pas jusqu’à pré­sent qua­li­fié, qui est l’autre point de pré­sence, l’autre point-su­jet dans le champ du ta­bleau, qui est ce point qui se dé­ter­mi­ne, non pas de la fa­çon dont on vous l’a dit tout à l’heure mais en ten­ant comp­te pré­cis­é­ment de ceci qu’il y a un plan et un seul [Abb. 12: S], par­al­lè­le au plan du ta­bleau, qui ne sau­rait au­cu­ne­ment s’inscrire dans le ta­bleau.

Er ist hier an ei­nem be­stimm­ten Punkt, den ich eben da­mit be­schrei­be, dass man an die Spur des Punk­tes rührt, von dem er her­kommt, des Punk­tes – für Sie, nur für Sie, denn für die an­de­ren habe ich das be­reits hin­rei­chend aus­ge­führt –, des Punk­tes, den ich bis­her nicht nä­her be­zeich­net habe, und bei dem es sich um den an­de­ren An­we­sen­heits­punkt han­delt, den an­de­ren Sub­jekt­punkt im Feld des Bil­des, um den Punkt, der nicht so be­stimmt wird, wie man es Ih­nen vor­hin ge­sagt hat, son­dern da­durch, dass man ge­nau dies be­rück­sich­tigt, dass es eine Ebe­ne gibt und nur eine ein­zi­ge [Abb. 12: S], par­al­lel zur Bild­ebe­ne, die in das Bild auf kei­ner­lei Wei­se ein­ge­schrie­ben wer­den kann.

 

Et c’est bien ce qui fait déjà sau­ter aux yeux à quel point est pro­blé­ma­tique la pre­miè­re pré­sence du point S sur la li­gne d’horizon sous la for­me d’un point quel­con­que.

Und das lässt be­reits in die Au­gen sprin­gen, wie sehr die ers­te An­we­sen­heit des Punk­tes S in Ge­stalt ei­nes be­lie­bi­gen Punk­tes auf der Ho­ri­zont­li­nie pro­ble­ma­tisch ist.

#

Ce point quel­con­que sous sa for­me de point d’indifférence, est bien jus­tement ce qui est de na­tu­re à nous sur­prend­re sur ce | {41} qu’on pour­rait ap­pe­ler sa primau­té.

Die­ser be­lie­bi­ge Punkt, in sei­ner Ge­stalt als Punkt der In­dif­fe­renz, ist wirk­lich et­was, was dazu an­ge­tan ist, uns in Be­zug auf das, was man sei­nen Pri­mat nen­nen könn­te, zu über­ra­schen.

#

Abb. 13 (ent­steht aus der vor­her­ge­hen­den Ab­bil­dung durch Dre­hung um 90 Grad im Uhr­zei­ger­sinn)

Par cont­re, en ten­ant comp­te de ceci que cet­te li­gne [Abb. 13: b], que nous dé­ter­mi­nons com­me la li­gne d’intersection du plan [S] qui pas­se par le point S sup­po­sé de dé­part, d’intersection avec le plan sup­port ;que cet­te li­gne, sur le plan-fi­gu­re a une tra­duc­tion [Δp] qu’il est fa­ci­le de sai­sir, par­ce qu’il suf­fit sim­ple­ment de ren­ver­ser ce qu’il nous a paru tout na­tu­rel d’admettre, con­cer­nant la re­la­ti­on de l’horizon [h] avec la li­gne in­fi­nie sur le plan sup­port [Δq].

Wenn man hin­ge­gen be­rück­sich­tigt, dass die­se Li­nie [Abb. 13: b] – die wir als Li­nie der Über­schnei­dung der Ebe­ne [S] be­stim­men, der Ebe­ne, die durch den zu Be­ginn an­ge­nom­me­nen Punkt S führt, der Über­schnei­dung mit der Trä­ge­r­ebe­ne –, dass die­se Li­nie auf der Ab­bil­dungs­ebe­ne eine Über­set­zung [Δp] hat, die leicht zu er­fas­sen ist, da es ein­fach ge­nügt, das um­zu­dre­hen, was zu ak­zep­tie­ren uns ganz na­tür­lich er­schie­nen ist, be­zo­gen auf das Ver­hält­nis des Ho­ri­zonts [h] zur un­end­lich fer­nen Li­nie auf der Trä­ge­r­ebe­ne [Δq].

#

Là, dans l’autre dis­po­si­ti­on, il ap­pa­raît tout de sui­te que ceci [b], si vous vou­lez, con­sti­tue une li­gne d’horizon par rap­port à quoi la li­gne à l’infini du plan-fi­gu­re [Δp] jou­e­ra la fonc­tion in­ver­se et que, dès lors, c’est à l’intersection de la li­gne fon­da­men­ta­le [λ], c’est-à-dire du point où le ta­bleau cou­pe le plan-sup­port, à l’intersection de cet­te li­gne fon­da­men­ta­le avec cet­te li­gne [b] à l’infini, c’est-à-dire en un point à l’infini, que se place le se­cond pôle [S’] du su­jet.

Dort, in der an­de­ren An­ord­nung, zeigt sich so­fort, dass dies [b], wenn Sie wol­len, eine Ho­ri­zont­li­nie bil­det, im Ver­hält­nis zu der die un­end­lich fer­ne Li­nie der Ab­bil­dungs­ebe­ne [Δp] dann die um­ge­kehr­te Rol­le spielt, und dass von da­her der zwei­te Pol des Sub­jekts [Sˈ] hier ver­or­tet ist, näm­lich an der Über­schnei­dung der Grund­li­nie [λ] – das heißt des Punk­tes, an dem das Bild die Trä­ge­r­ebe­ne schnei­det –, an der Über­schnei­dung die­ser Grund­li­nie [b] mit die­ser un­end­lich fer­nen Li­nie, also an ei­nem Punkt im Un­end­li­chen.

#

C’est de ce pôle que re­vi­ent Veláz­quez après avoir fen­du sa pe­ti­te foule et la li­gne de scis­si­on qui s’y mar­que, n’est-ce pas, de son pas­sa­ge, en quel­que sor­te de ce qui for­me son grou­pe mo­dè­le, nous in­di­que as­sez que c’est de quel­que part, hors du ta­bleau qu’il vi­ent ici sur­gir.

Es ist die­ser Pol, von dem aus Veláz­quez zu­rück­kehrt, nach­dem er sei­ne klei­ne Men­schen­an­samm­lung ge­spal­ten hat, und die Spal­tungs­li­nie, die sich dar­in ab­zeich­net, nicht wahr, von ih­rem Durch­ge­hen ge­wis­ser­ma­ßen durch das, was sei­ne Mo­dell­grup­pe bil­det, weist uns ge­nü­gend dar­auf hin, dass er hier ir­gend­wo von au­ßer­halb des Bil­des auf­tau­chen wird.

#

{42} Ceci, je le re­g­ret­te, me fait prend­re les cho­ses du point le plus thé­o­ri­que et le plus abs­trait.

Dies, ich be­dau­re es, lässt mich die Din­ge vom theo­re­tischs­ten und abs­trak­tes­ten Punkt aus an­ge­hen.

#

Et l’heure s’avance.

Und die Zeit schrei­tet vor­an.

#

Je ne pour­rai donc pas me­ner les cho­ses aujourd’hui jusqu’au point où je vou­lais les me­ner.

Ich wer­de die Din­ge heu­te also nicht bis zu dem Punkt füh­ren kön­nen, an den ich sie füh­ren woll­te.

#

Néan­mo­ins la for­me même de ce qui m’a été ap­por­té tout à l’heure com­me in­ter­ro­ga­ti­on né­ces­si­tait que je re­met­te ceci au pre­mier plan.

Nichts­des­to­we­ni­ger, die Form des­sen, was mir vor­hin als Fra­ge ge­lie­fert wur­de, mach­te es nö­tig, dass ich dies wie­der in den Vor­der­grund stel­le.

#

Néan­mo­ins, si quel­ques-uns d’entre vous peu­vent fai­re en­core le sa­cri­fice de quel­ques mi­nu­tes après cet­te heu­re de deux heu­res, je vais tout de même pas­ser, c’est à dire en pren­ant les cho­ses au ni­veau de la de­scrip­ti­on, je dois dire, fa­scinan­te que vous avez fai­te du ta­bleau des Mé­ni­nes, vous mon­trer l’intérêt con­cret que pren­nent ces con­s­idé­ra­ti­ons dans le plan de la de­scrip­ti­on même.

Nichts­des­to­we­ni­ger, falls nach die­ser zwei­stün­di­gen Stun­de ei­ni­ge von Ih­nen noch ei­ni­ge Mi­nu­ten op­fern kön­nen, wer­de ich je­doch wei­ter­ge­hen, das heißt – in­dem ich die Din­ge auf der Ebe­ne der, muss ich sa­gen, fas­zi­nie­ren­den Be­schrei­bung neh­me, die Sie vom Bild der Meni­nas ge­ge­ben ha­ben – Ih­nen zei­gen, in­wie­fern die­se Über­le­gun­gen auch auf der Ebe­ne der Be­schrei­bung kon­kret von In­ter­es­se sind.

#

Il est clair que, de­puis tou­jours, cri­ti­ques au­tant que spec­ta­teurs sont ab­so­lu­ment fa­sci­nés, in­quié­tés par ce ta­bleau.

Es ist klar, dass Kri­ti­ker wie Be­trach­ter von die­sem Bild im­mer schon ab­so­lut fas­zi­niert sind, be­un­ru­higt sind.

#

Le jour où quelqu’un – je ne veux pas vous dire son nom, en­core que j’aie là tou­te la lit­té­ra­tu­re – a fait la dé­cou­ver­te que c’était for­mi­da­ble ces pe­tits roi et rei­ne qu’on voy­ait dans le fond ; que c’était sû­re­ment là la clé de l’affaire, tout le mon­de l’a ac­cla­mé.

An dem Tag, an dem je­mand – ich will Ih­nen sei­nen Na­men nicht sa­gen, auch wenn ich hier die gan­ze Li­te­ra­tur habe – die Ent­de­ckung ge­macht hat, dass das groß­ar­tig sei, die­ser klei­ne Kö­nig und die­se klei­ne Kö­ni­gin, die man im Hin­ter­grund sieht, dass dies hier si­cher­lich der Schlüs­sel zu der An­ge­le­gen­heit sei, da ha­ben alle ihm zu­ge­stimmt.

#

Com­me c’était vrai­ment for­mi­da­ble, in­tel­li­gent d’avoir vu ça qui est évi­dem­ment… qui s’étale, on ne peut pas dire au pre­mier plan puis­que c’est au fond, mais en­fin qu’il | {43} est im­pos­si­ble de ne pas voir.

Als ob es wirk­lich groß­ar­tig und in­tel­li­gent wäre, das ge­se­hen zu ha­ben, was of­fen­sicht­lich ist, was sich, man kann nicht sa­gen bis zum Vor­der­grund er­streckt, da es im Hin­ter­grund ist, was aber doch nicht zu se­hen un­mög­lich ist.

#

En­fin on a pro­gres­sé, de dé­cou­ver­tes hé­roïques en au­tres dé­cou­ver­tes di­ver­se­ment sen­sa­ti­onnel­les, mais il n’y a qu’une cho­se qu’on n’a pas tout à fait ex­pli­quée c’est à quel point cet­te cho­se, si ce n’était que ça : cou­cou, le roi et la rei­ne sont dans le ta­bleau, ça suf­fi­sait à fai­re l’intérêt du truc.

Schließ­lich ist man vor­an­ge­schrit­ten, von he­roi­schen Ent­de­ckun­gen zu an­de­ren Ent­de­ckun­gen, die un­ter­schied­lich sen­sa­tio­nell wa­ren, aber es gibt eins, was man über­haupt nicht er­klärt hat, näm­lich in­wie­weit die­se Sa­che – wenn es nur das war: Hal­lo, der Kö­nig und die Kö­ni­gin sind im Bild! –, in­wie­weit das ge­nüg­te, um die Sa­che in­ter­es­sant zu ma­chen.

#

À la lu­miè­re, si on peut dire, puis­que nous ne tra­vail­lons pas ici dans le plan pho­to­pi­que, nous n’avons pas af­fai­re à la cou­leur – je la ré­ser­ve pour l’année pro­chai­ne, si cet­te an­née pro­chai­ne doit exis­ter –, nous tra­vail­lons dans le champ sco­to­pi­que en ef­fet, dans la pé­nom­bre, com­me ici.

Im Licht – wenn man so sa­gen kann, denn wir ar­bei­ten hier nicht auf der pho­to­pi­schen Ebe­ne, wir ha­ben es nicht mit der Far­be zu tun, das re­ser­vie­re ich fürs nächs­te Jahr, falls die­ses nächs­te Jahr exis­tie­ren soll­te, tat­säch­lich ar­bei­ten wir im sko­to­pi­schen Feld, im Halb­schat­ten, so wie hier.38

 

Ce qui est im­portant, in­téres­sant, c’est ce qui se pas­se ent­re ce point S…
ri­tu­el, car il ne sert qu’à la con­struc­tion – tout ce qui nous im­por­te c’est ce qu’il y a dans la fi­gu­re –, mais il joue quand même son rôle,
… c’est ce qui se pas­se ent­re ce point-là, dans l’intervalle ent­re lui et l’écran.

Wich­tig und in­ter­es­sant ist das, was sich zwi­schen dem Punkt S er­eig­net – ei­nem ri­tu­el­len Punkt, denn er dient nur zur Kon­struk­ti­on, al­les, was für uns wich­tig ist, ist das, was es im Ab­bild gibt, aber er spielt den­noch sei­ne Rol­le –, das ist das, was sich zwi­schen die­sem Punkt hier, in dem In­ter­vall, zwi­schen ihm und dem Schirm er­eig­net.

#

Abb. 14: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Bild im Bild

Or, s’il y a quel­que cho­se que ce ta­bleau nous im­po­se, c’est grâce à un ar­ti­fice qui est ce­lui d’ailleurs dont, je vous en rends hom­mage, vous êtes par­ti, à sa­voir que la pre­miè­re cho­se que vous avez dite, c’est que dans le ta­bleau il y a un ta­bleau [Abb. 14].

Nun, wenn es et­was gibt, was die­ses Bild uns auf­drängt, dann auf­grund ei­nes Kunst­griffs, der üb­ri­gens der­je­ni­ge ist, von dem Sie – ich möch­te Ih­nen mein Kom­pli­ment da­für aus­spre­chen –, von dem Sie aus­ge­gan­gen sind, näm­lich dass die ers­te Sa­che, die Sie ge­sagt ha­ben, die ist, dass es im Bild ein Bild gibt [Abb. 14].

#

Et je pen­se que vous ne dou­tez pas plus que moi que ce ta­bleau qui est dans le | {44} ta­bleau soit le ta­bleau lui-même, ce­lui que nous vo­y­ons, en­core que peut-être là-des­sus, vous prêtez à lais­ser se per­pé­trer cet­te in­ter­pré­ta­ti­on que ce ta­bleau se­rait le ta­bleau où il fait le por­trait du roi et de la rei­ne.

Und ich den­ke, dass Sie nicht dar­an zwei­feln, nicht mehr als ich, dass die­ses Bild, das im Bild ist, das Bild selbst ist, das­je­ni­ge, das wir se­hen, auch wenn Sie viel­leicht An­lass dazu ge­ben, dass die Deu­tung ver­übt wird, die­ses Bild sei das Bild, auf dem er das Por­trät des Kö­nigs und der Kö­ni­gin an­fer­tigt.39  

#

Vous vous ren­dez comp­te ?

Ist Ih­nen das klar?

#

Il au­rait pris le même ta­bleau de trois mè­tres dix-huit, avec la même mon­ture pour fai­re le roi et la rei­ne seu­le­ment, ces deux pau­vres pe­tits cons qui sont là au fond.

Er hät­te eben die­ses Bild von drei Me­ter acht­zehn mit eben die­sem Ge­stell ge­nom­men, nur um den Kö­nig und die Kö­ni­gin zu ma­len, die­se bei­den ar­men klei­nen Trot­tel, die da im Hin­ter­grund sind.

#

Or c’est pré­cis­é­ment de la pré­sence de ce ta­bleau, qui est la seu­le re­pré­sen­ta­ti­on qui est dans le ta­bleau : cet­te re­pré­sen­ta­ti­on sa­tu­re, en quel­que sor­te, le ta­bleau en tant que réa­lité.

Nun, ge­nau von der An­we­sen­heit die­ses Bil­des her, das die ein­zi­ge Re­prä­sen­ta­ti­on ist, die im Bild ist, sät­tigt die­se Re­prä­sen­ta­ti­on ge­wis­ser­ma­ßen das Bild als Rea­li­tät.

#

Mais le ta­bleau est aut­re cho­se puis­que – je ne vous le dé­mon­tre­rai pas aujourd’hui, j’espère que vous re­vi­end­rez dans huit jours, par­ce que je pen­se qu’on peut dire quel­que cho­se sur ce ta­bleau qui ail­le au delà de cet­te re­mar­que qui est vrai­ment in­au­gu­ra­le, à sa­voir, ce que c’est vrai­ment que ce ta­bleau.

Aber das Bild ist et­was an­de­res, weil – , ich wer­de Ih­nen das heu­te nicht de­mons­trie­ren, ich hof­fe, dass Sie in acht Ta­gen wie­der­kom­men, denn ich den­ke, dass man über die­ses Bild et­was sa­gen kann, das über die­se Be­mer­kung, die wirk­lich et­was er­öff­net, hin­aus­geht, näm­lich was die­ses Bild wahr­haft ist.

#

J’ai as­sez sou­li­gné la der­niè­re fois les dif­fi­cul­tés que re­pré­sen­tent tou­tes les in­ter­pré­ta­ti­ons qui en ont été don­nées mais évi­dem­ment il faut par­tir de l’idée que ce qui nous est caché et dont vous fai­tes si bien va­loir la fonc­tion, de quel­que cho­se qui est caché, de car­te re­tour­née pour vous forcer | {45} à abatt­re les vô­tres…

Das letz­te Mal habe ich hin­rei­chend die Schwie­rig­kei­ten her­vor­ge­ho­ben, die sämt­li­che  In­ter­pre­ta­tio­nen, die ge­ge­ben wor­den sind, auf­wer­fen, aber of­fen­kun­dig muss man von der Idee aus­ge­hen, dass das, was uns ver­bor­gen ist und des­sen Funk­ti­on Sie so gut zur Gel­tung brin­gen, von et­was, was ver­bor­gen ist, von ver­deck­ter Kar­te, um Sie zu zwin­gen, ihre ei­ge­nen auf­zu­de­cken –.

#

Et dieu sait si, en ef­fet, les cri­ti­ques n’ont pas man­qué de les abatt­re les leurs de car­tes, et pour dire une sé­rie de cho­ses ex­tra­va­gan­tes – pas tel­le­ment d’ailleurs.

Und Gott weiß, ob die Kri­ti­ker nicht tat­säch­lich ver­säumt ha­ben, sie auf­zu­de­cken, ihre ei­ge­nen Kar­ten, und zwar, um eine Rei­he von Din­gen zu sa­gen, die ex­tra­va­gant sind – aber so sehr nun auch wie­der nicht.

#

Ça a suf­fi, de les rappro­cher, pour quand même abou­tir à sa­voir pour­quoi leur ex­tra­va­gan­ce, dont une est cel­le par ex­emp­le : que le peint­re peint de­vant un mi­ro­ir qui se­rait à not­re place.

Es hat ge­nügt, sie ne­ben­ein­an­der­zu­stel­len, um im­mer­hin da­hin zu kom­men, den Grund ih­rer Ex­tra­va­ganz zu ver­ste­hen, wo­von eine bei­spiels­wei­se die ist, dass der Ma­ler vor ei­nem Spie­gel malt, der an un­se­rem Platz stün­de.

#

C’est une so­lu­ti­on élé­gan­te, mal­heu­re­u­se­ment elle va tout à fait cont­re cet­te his­toire du roi et de la rei­ne qui sont dans le fond par­ce qu’alors, il faud­rait aus­si qu’eux so­i­ent à la place du mi­ro­ir.

Das ist eine ele­gan­te Lö­sung, un­glück­li­cher­wei­se geht sie völ­lig ge­gen die­se Ge­schich­te von dem Kö­nig und der Kö­ni­gin, die im Hin­ter­grund sind, weil es dann auch so sein müss­te, dass sie am Platz des Spie­gels sind.

#

Il faut choi­sir.

Man muss wäh­len.

#

Bref, tou­tes sor­tes de dif­fi­cul­tés se pré­sen­tent, si sim­ple­ment nous pou­vons main­tenir que le ta­bleau est dans le ta­bleau com­me re­pré­sen­ta­ti­on de l’objet ta­bleau.

Kurz, es tau­chen alle mög­li­chen Schwie­rig­kei­ten auf, wo wir doch ein­fach fest­hal­ten kön­nen, dass das Bild als Re­prä­sen­ta­ti­on des Bild-Ge­gen­stan­des im Bild ist.

#

Or cet­te pro­blé­ma­tique de la di­stan­ce ent­re le point S et le plan du ta­bleau est à pro­pre­ment par­ler à la base de l’effet cap­tatif de l’œuvre.

Nun, die­se Pro­ble­ma­tik der Di­stanz zwi­schen dem Punkt S und der Bild­ebe­ne bil­det streng­ge­nom­men die Grund­la­ge für die fes­seln­de Wir­kung des Wer­kes.

 

C’est pour au­tant que ce n’est pas une œu­vre avec une per­spec­tive ha­bi­tu­el­le, c’est une es­pè­ce de ten­ta­ti­ve fol­le, qui d’ailleurs n’est pas le pri­vilège de Veláz­quez.

In­so­fern, als dies nicht ein Werk mit ei­ner ge­wöhn­li­chen Per­spek­ti­ve ist, ist es eine Art ver­rück­ter Ver­such, der üb­ri­gens nicht das Vor­recht von Veláz­quez ist.

 

Je con­nais dieu mer­ci as­sez de pein­tres et nom­mé­ment l’un dont je vais vous fai­re mon­trer…
pour vous don­ner une pe­ti­te, com­me ça, fri­an­di­se, à la fin de cet ex­po­sé dont je re­g­ret­te d’être for­cé de tou­jours re­ve­nir sur les mê­mes plans qui so­i­ent | {46} trop ari­des
…un peint­re dont je vais, en vous quit­tant, vous mon­trer ici une œu­vre, que vous pou­vez d’ailleurs al­ler tous voir, là où elle est ex­po­sée,
… que c’est bien le pro­blè­me du peint­re….
et ceci, re­por­tez-vous à mes pre­miè­res dialec­tiques, com­me quand j’ai in­tro­du­it la pul­si­on sco­pi­que, à sa­voir que le ta­bleau est un piège à re­gard,
… qu’il s’agit de pié­ger ce­lui qui est là de­vant.

Ich ken­ne, Gott sei Dank, ge­nü­gend Ma­ler und ins­be­son­de­re den ei­nen, von dem ich Ih­nen et­was zei­gen las­sen wer­de, um Ih­nen, ein­fach so, ei­nen klei­nen Le­cker­bis­sen zu ge­ben, am Ende die­ses Vor­trags, bei dem ich be­dau­re, dass ich ge­nö­tigt bin, be­stän­dig auf die­sel­ben Ebe­nen zu­rück­zu­kom­men, die all­zu tro­cken sind, ein Ma­ler, von dem ich Ih­nen hier, in­dem ich Sie ver­las­se, ein Werk zei­gen möch­te, dass Sie sich üb­ri­gens alle dort, wo es aus­ge­stellt ist, an­schau­en kön­nen, ein Werk, das zeigt, dass das Pro­blem des Ma­lers dar­in be­steht – und dies, be­zie­hen Sie sich auf mei­ne ers­ten Dia­lek­ti­ken, als ich den Schau­t­rieb ein­ge­führt habe, näm­lich dass das Bild eine Blick­fal­le ist –, den­je­ni­gen, der da­vor steht, in die Fal­le zu lo­cken.40

#

Et quel­le plus prop­re fa­çon de le pié­ger que d’étendre le champ des li­mi­tes du ta­bleau de la per­spec­tive jusqu’au ni­veau de ce qui est là, au ni­veau de ce point S et que j’appelle à pro­pre­ment par­ler ce qui s’évanouit tou­jours, ce qui est l’élément de chu­te.

Und was wäre ge­eig­ne­ter, ihn in die Fal­le zu lo­cken, als das Feld der Bild­gren­zen, der Per­spek­ti­ve aus­zu­wei­ten, bis hin zur Ebe­ne des­sen, was da ist, auf der Ebe­ne von die­sem Punkt S, und was ich eben als das be­zeich­ne, was im­mer ver­schwin­det, das, was das Ele­ment des Stur­zes ist.

#

La seu­le chu­te dans cet­te re­pré­sen­ta­ti­on, ou ce re­pré­sen­tant de la re­pré­sen­ta­ti­on qu’est le ta­bleau en soi, c’est cet ob­jet a.

Der ein­zi­ge Sturz in die­ser Dar­stel­lung oder in die­ser Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz, die das Bild an sich ist, das ist die­ses Ob­jekt a.

#

Abb. 15: Las meni­nas, Aus­schnitt: Das Fens­ter

Et l’objet a, c’est ce que nous ne pou­vons ja­mais sai­sir et spé­cia­le­ment pas dans le mi­ro­ir, pour la rai­son que c’est la fenêt­re que nous con­sti­tuons nous-même, d’ouvrir les yeux, sim­ple­ment [Abb. 15].

Und das Ob­jekt a ist das, was wir nie­mals fas­sen kön­nen, ins­be­son­de­re nicht im Spie­gel, aus dem Grun­de, dass es das Fens­ter ist, dass wir selbst da­durch bil­den, dass wir ein­fach die Au­gen öff­nen.

#

Tout cet ef­fort du ta­bleau pour at­tra­per ce plan éva­nouis­sant qui est pro­pre­ment ce que nous venons ap­por­ter, nous tous ba­guen­au­deurs : nous som­mes là dans une ex­po­si­ti­on, à cro­i­re qu’il ne nous ar­ri­ve rien quand nous som­mes de­vant un ta­bleau ; nous som­mes pris com­me mou­che à la glue ; nous bais­sons le re­gard com­me on baisse cu­lot­te et pour le peint­re il s’agit, si je puis dire, de nous fai­re entrer dans le ta­bleau.

All die Be­mü­hung des Bil­des, die­se ver­schwin­den­de Ebe­ne ein­zu­fan­gen, die ei­gent­lich das ist, was wir dazu bei­steu­ern, wir alle, die wir um­her­schlen­dern, wir sind da in ei­ner Aus­stel­lung in dem Glau­ben, dass uns, wenn wir vor ei­nem Bild ste­hen, nichts zu­stößt; wir ge­hen ihm auf den Leim wie eine Flie­ge, wir sen­ken den Blick (bais­sons le re­gard), wie man die Ho­sen run­ter­lässt (baisse cu­lot­te), und für den Ma­ler geht es dar­um, wenn ich so sa­gen kann, uns dazu zu brin­gen, in das Bild ein­zu­tre­ten.

#

{47} C’est pré­cis­é­ment par­ce qu’il y a cet in­ter­val­le ent­re cet­te hau­te toi­le re­pré­sen­tée de dos et quel­que cho­se qui met le cad­re du ta­bleau en avant, que nous som­mes dans ce ma­lai­se.

Ge­nau des­halb, weil es die­ses In­ter­vall gibt zwi­schen die­ser ho­hen Lein­wand, die von hin­ten ab­ge­bil­det ist, und et­was, das den Rah­men des Bil­des nach vor­ne bringt, ver­spü­ren wir die­ses Un­be­ha­gen.

#

C’est une in­ter­pré­ta­ti­on pro­pre­ment struc­tu­ra­le et étroi­te­ment sco­pi­que.

Das ist eine streng struk­tu­rel­le und strikt sko­pi­sche Deu­tung.

#

Si vous re­ve­nez m’entendre la pro­chai­ne fois, je vous dirai pour­quoi c’est ain­si, car à la vé­rité je res­te ici aujourd’hui stric­te­ment dans les li­mi­tes de l’analyse de la struc­tu­re, de la struc­tu­re tel­le que vous l’avez fai­te, de la struc­tu­re de ce qu’on voit sur le ta­bleau.

Falls Sie wie­der­kom­men, um mich das nächs­te Mal zu hö­ren, wer­de ich Ih­nen sa­gen, war­um das so ist, denn heu­te blei­be ich hier tat­säch­lich in den Gren­zen der Ana­ly­se der Struk­tur, der Struk­tur, so wie Sie sie be­han­delt ha­ben, der Struk­tur des­sen, was man auf dem Bild sieht.

#

Vous n’y avez in­tro­du­it rien du dia­lo­gue, si je puis dire, du dia­lo­gue qu’il sug­gè­re ent­re quoi et quoi… ?

Sie ha­ben hier nichts an Dia­log ein­ge­führt, wenn ich so sa­gen kann, an Dia­log, den es zwi­schen was und was na­he­legt?

#

Ne croy­ez pas que je vais vous re­fai­re, après Au­douard, de la ré­cipro­cité, à sa­voir que nous som­mes priés, nous, de dia­lo­guer avec Veláz­quez :

Glau­ben Sie nicht, dass ich Ih­nen, wie Au­douard, wie­der mit der Re­zi­pro­zi­tät kom­men wer­de, also dass wir ge­be­ten wer­den, mit Veláz­quez in ei­nen Dia­log zu tre­ten.

#

J’ai as­sez dit de­puis long­temps que les re­la­ti­ons du su­jet à l’Autre ne sont pas ré­ci­pro­ques pour que je n’aille pas tom­ber dans ce piège aujourd’hui.

Ich habe seit lan­gem ge­nü­gend oft ge­sagt, dass die Be­zie­hun­gen des Sub­jekts zum An­de­ren nicht re­zi­prok sind, um heu­te nicht in die­se Fal­le zu ge­hen.

#

Qui est-ce qui par­le en avant ?

Wer ist das, der da vorn spricht?

#

Qui est-ce qui in­ter­ro­ge ?

Wer ist das, der fragt?

#

Qui est-ce qui, plu­tôt, crie et sup­plie, et de­man­de à Veláz­quez « Fais voir ! » ?

Wer ist das, der viel­mehr schreit und fleht und Ve­laz­quez bit­tet: „Lass se­hen!“?

#

C’est là le point d’où il faut par­tir, je vous l’ai in­di­qué la der­niè­re fois, pour sa­voir, en fait, qui est-ce qui est là dans le ta­bleau.

Das ist hier der Punkt, von dem man aus­ge­hen muss – ich habe Sie das letz­te Mal dar­auf hin­ge­wie­sen –, um tat­säch­lich zu wis­sen, wer das ist, der hier im Bild ist.

#

Abb. 16: In­ter­vall δ

Et que cet in­ter­val­le [Abb. 16 : δ], cet in­ter­val­le ent­re les deux plans, le plan du ta­bleau et le plan du point S ; que cet | {48} in­ter­val­le qui cou­pe le plan-sup­port en deux par­al­lè­les et par ce qui, dans le vo­ca­bu­lai­re de De­s­ar­gues s’appelle es­sieu…
car, en plus, his­toire de se fai­re un peu plus mal voir : un vo­ca­bu­lai­re qui n’était pas com­me ce­lui de tout le mon­de
…dans l’essieu de l’affaire, qu’est-ce qui se pas­se ?

Und dass die­ses In­ter­vall [Abb. 16: δ], die­ses In­ter­vall zwi­schen den bei­den Ebe­nen, der Ebe­ne des Bil­des und der Ebe­ne des Punk­tes S, dass die­ses In­ter­vall, in dem die Trä­ge­r­ebe­ne in zwei Par­al­le­len ge­schnit­ten wird und durch das, was im Vo­ka­bu­lar von De­s­ar­gues „Ach­se“ heißt – denn es gibt da noch eine wei­te­re Sa­che, die da­für sorgt, dass man ein biss­chen schlech­ter ge­se­hen wird: ein Vo­ka­bu­lar, das nicht so war wie das von je­der­mann –, in be­sag­ter Ach­se, was ge­schieht da?41

#

Cer­tai­ne­ment pas ce que nous di­sons aujourd’hui.

Si­cher­lich nicht das, was wir heu­te sa­gen.

#

Abb. 17: Las meni­nas, Aus­schnitt: Der Ab­stand des Ma­lers vom Bild

Et que le ta­bleau soit fait pour nous fai­re sen­tir cet in­ter­val­le, c’est ce qui est dou­ble­ment in­di­qué dans not­re rap­port de hap­pa­ge par ce ta­bleau d’une part et dans le fait que dans le ta­bleau Veláz­quez est ma­ni­fes­tement tel­le­ment là pour nous mar­quer l’importance de cet­te di­stan­ce qu’il n’est pas, re­mar­quez le – vous avez dû le re­mar­quer mais vous ne l’avez pas dit –, il n’est pas à por­tée, même avec son pin­ceau al­lon­gé, de tou­cher ce ta­bleau [Abb. 17].

Und dass das Bild dazu da ist, um uns die­ses In­ter­vall spü­ren zu las­sen, wird auf zwei­er­lei Wei­se an­ge­zeigt, ei­ner­seits da­durch, dass wir zu die­sem Bild in ei­nem Ver­hält­nis des Er­wischt­wer­dens ste­hen, und au­ßer­dem da­durch, dass Veláz­quez im Bild of­fen­kun­dig so plat­ziert ist, dass er uns die Wich­tig­keit die­ser Di­stanz mar­kiert, dass es nicht, bit­te be­ach­ten Sie das – Sie ha­ben es be­mer­ken müs­sen, aber sie ha­ben es nicht ge­sagt –, dass es nicht in sei­ner Reich­wei­te ist, die­ses Bild zu be­rüh­ren, auch nicht mit der Ver­län­ge­rung des Pin­sels [Abb. 17].

#

Na­tu­rel­le­ment on dit : il a re­cu­lé pour mieux voir.

Na­tür­lich sagt man, er ist zu­rück­ge­tre­ten, um bes­ser zu se­hen.

#

Oui, bien sûr…

Ja, si­cher­lich.

#

Mais en­fin, le fait ma­ni­fes­tement qu’il ne soit pas à por­tée du ta­bleau est là le point ab­so­lu­ment ca­pi­tal.

Aber schließ­lich ist die of­fen­kun­di­ge Tat­sa­che, dass das Bild nicht in sei­ner Reich­wei­te ist, hier der ab­so­lut ent­schei­den­de Punkt.

#

Bref que les deux points de fui­te de ce ta­bleau so­i­ent, non pas sim­ple­ment ce­lui qui fuit lui aus­si vers une fenêt­re, vers une béan­ce, vers l’extérieur, posé là com­me en par­al­lè­le à la béan­ce an­té­ri­eu­re, et d’autre part Veláz­quez, | {49} dont sa­voir ce qu’il nous dit est là le point es­sen­tiel.

Näm­lich, dass die bei­den Flucht­punk­te die­ses Bil­des nicht ein­fach das sind, was ei­ner­seits eben­falls zu ei­nem Fens­ter flieht, zu ei­ner Kluft, ins Au­ßen, das dort  wie in Par­al­le­le zur vor­an­ge­hen­den Kluft hin­ge­stellt ist, und an­de­rer­seits Veláz­quez, von dem zu wis­sen, was er uns sagt, hier der we­sent­li­che Punkt ist.

#

Je le fe­rai par­ler pour ter­mi­ner…
non pas pour ter­mi­ner par­ce que je veux en­core que vous voy­ez le ta­bleau de Bal­thus, tout de même,
…pour dire les cho­ses dans un lan­ga­ge la­ca­ni­en – puis­que je par­le à sa place, pour­quoi pas ?

Ich wer­de ihn spre­chen las­sen, um zu schlie­ßen – nicht um zu schlie­ßen, denn ich möch­te ja noch, dass Sie das Bild von Bal­thus se­hen –, um die Din­ge in ei­ner Lacan’schen Spra­che zu sa­gen, da ich an sei­ner Stel­le spre­che, war­um nicht?42

#

Il nous dit, en ré­pon­se à « fais voi­re » : « Tu ne me vois pas d’où je te re­gar­de. »

Er sagt uns als Ant­wort auf das „lass se­hen“: „Du siehst mich nicht von wo aus ich dich er­bli­cke.“43

#

C’est une for­mu­le fon­da­men­ta­le à ex­pli­ci­ter ce qui nous in­téres­se en tou­te re­la­ti­on de re­gard.

Das ist eine grund­le­gen­de For­mel, um zu ver­deut­li­chen, was uns an je­der Blick­be­zie­hung in­ter­es­siert.

#

Il s’agit de la pul­si­on sco­pi­que et très pré­cis­é­ment dans l’exhibitionnisme com­me dans le voy­eu­ris­me, mais nous ne som­mes pas là pour voir si, dans le ta­bleau, on se cha­touille ni s’il se pas­se quel­que cho­se.

Es geht um den Schau­t­rieb und zwar ge­nau im Ex­hi­bi­tio­nis­mus wie im Voy­eu­ris­mus, aber wir sind nicht da, um zu se­hen, ob man sich im Bild kit­zelt und auch nicht, ob et­was pas­siert.

#

Nous som­mes là pour voir com­ment ce ta­bleau nous in­scrit la struc­tu­re des rap­ports du re­gard dans ce qui s’appelle le fan­tas­me en tant qu’il est con­sti­tu­tif.

Wir sind da, um zu se­hen, wie die­ses Bild für uns die Struk­tur der Blick­be­zie­hun­gen in das ein­schreibt, was Phan­tas­ma ge­nannt wird, in­so­fern es kon­sti­tu­tiv ist.

#

Il y a une gran­de am­bi­guïté sur le mot fan­tas­me.

Beim Wort „Phan­tas­ma“ gibt es be­trächt­li­che Mehr­deu­tig­kei­ten.

#

Fan­tas­me in­con­sci­ent, bon, ça c’est un ob­jet.

Un­be­wuss­tes Phan­tas­ma, gut, das ist ein Ob­jekt.

#

D’abord c’est un ob­jet où nous per­dons tou­jours une des trois piè­ces qu’il y a dedans à sa­voir deux su­jets et un a.

Zu­nächst ist das ein Ob­jekt, bei dem wir im­mer ei­nes der drei Stü­cke ver­lie­ren, die es dar­in gibt, näm­lich zwei Sub­jek­te und ein a.

#

Par­ce que, ne croy­ez pas que j’ai l’illusion que je vais vous ap­por­ter le fan­tas­me in­con­sci­ent com­me un ob­jet.

Denn glau­ben Sie nur nicht, dass ich die Il­lu­si­on habe, dass ich Ih­nen das un­be­wuss­te Phan­tas­ma wie ein Ob­jekt lie­fern wer­de.

#

Sans ça la pul­si­on du fan­tas­me renaî­trait ail­leurs.

Ohne das wür­de der Trieb des Phan­tas­mas an­ders­wo wie­der­erste­hen.

#

Mais ce qui trou­ble, c’est que chaque fois qu’on par­le du fan­tas­me in­con­sci­ent, on par­le aus­si | {50} im­pli­ci­te­ment du fan­tas­me de le voir.

Was aber ver­wirrt, ist dies, dass man je­des Mal, wenn man vom un­be­wuss­ten Phan­tas­ma spricht, auch im­pli­zit von dem Phan­tas­ma spricht, es zu se­hen.

#

C’est-à-dire que l’espoir, du fait qu’on court après, in­tro­du­it en la ma­tiè­re beau­coup de con­fu­si­on.

Das heißt, dass die Hoff­nung – da man hin­ter­her­läuft – hier­bei viel Ver­wir­rung stif­tet.

#

Moi pour l’instant, j’essaie de vous don­ner à pro­pre­ment par­ler ce qui s’appelle un bâti.

Was mich an­geht, so ver­su­che ich im Au­gen­blick, Ih­nen streng­ge­nom­men das zu ge­ben, was man ei­nen Auf­bau (bâti) nennt.44

#

Et un bâti, ce n’est pas une mé­ta­pho­re, par­ce que le fan­tas­me in­con­sci­ent repo­se sur un bâti et c’est ce bâti que je ne dé­se­spè­re pas, non seu­le­ment de le rend­re fa­mi­lier à ceux qui m’entendent, mais de le leur fai­re entrer dans la peau.

Und ein Auf­bau ist kei­ne Me­ta­pher, denn das un­be­wuss­te Phan­tas­ma be­ruht auf ei­nem Auf­bau, und es ist die­ser Auf­bau, bei dem ich die Hoff­nung nicht auf­ge­be, ihn den­je­ni­gen, die mir zu­hö­ren, nicht nur ver­traut zu ma­chen, son­dern ihn Ih­nen un­ter die Haut ge­hen zu las­sen.

#

Tel est mon but et ceci est un ex­er­ci­ce ab­so­lu­ment scabreux, et qui pour cer­ta­ins pa­raît dé­r­i­soi­re, que je pour­su­is ici, et dont vous n’entendez que de loin­ta­ins échos.

Das ist mein Ziel, und es ist ein ab­so­lut heik­les Un­ter­fan­gen – das ei­ni­gen als lä­cher­lich er­scheint –, dem ich hier nach­ge­he und von dem Sie nur fer­ne Echos hö­ren.

#

Abb. 18: Bal­thus, La rue, Ers­te Fas­sung, 1933
Öl auf Lein­wand, 194 x 240 cm
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Je vais main­ten­ant vous fai­re pas­ser, grâce à Glo­ria, l’image de Mon­sieur Bal­thus [Abb. 18].

Ich wer­de jetzt, mit Glo­ri­as Hil­fe, das Bild von Herrn Bal­thus un­ter Ih­nen durch­ge­hen las­sen [Abb. 18].

 

#Il y a une ex­po­si­ti­on Bal­thus pour l’instant.

Es läuft ge­ra­de eine Bal­thus-Aus­stel­lung.

#

Elle est au Pa­vil­lon de Mar­san, in­for­ma­ti­on gra­tui­te.

Sie ist im Pa­vil­lon de Mar­son, un­ent­gelt­li­che Aus­kunft.45

#

Mo­y­ennant une mo­di­que som­me, vous pour­rez tous al­ler ad­mi­rer ce ta­bleau.

Für eine ge­rin­ge Sum­me wer­den Sie alle die­ses Bild be­wun­dern kön­nen.

#

Eh bien, c’est un pe­tit de­voir que je don­ne à cer­ta­ins.

Nun ja, das ist eine klei­ne Haus­auf­ga­be, die ich ei­ni­gen stel­le.

#

Je leur don­ne pour ça tou­tes les va­can­ces.

Da­für gebe ich ih­nen die gan­zen Fe­ri­en.

#

Vo­y­ons.

Se­hen wir zu.

#

Re­gar­dez ce ta­bleau, s’en étant pro­cu­ré, je l’espère, quel­ques re­pro­duc­tions.

Be­trach­ten Sie die­ses Bild, nach­dem Sie sich, hof­fe ich, ei­ni­ge Re­pro­duk­tio­nen be­sorgt ha­ben.

#

Ce n’est pas très fa­ci­le, je dois cel­le-ci à Ma­dame Hen­ri­et­te Gomès qui se trou­vait – c’était ab­so­lu­ment d’ailleurs pour elle | {51} un éton­ne­ment – qui se trou­vait l’avoir dans son fi­chier.

Das ist nicht ganz ein­fach; die­ses hier ver­dan­ke ich Frau Hen­ri­et­te Gomès, die es, wie sich her­aus­stell­te – das war für sie üb­ri­gens wirk­lich eine Über­ra­schung –, die es, wie sich her­aus­stell­te, in ih­rer Kar­tei hat­te.46

#

Voi­là .

Hier ist es.

#

Abb. 19: Bal­thus, La rue, zwei­te Fas­sung, 1935
Öl auf Lein­wand, 194 x 240 cm
In grö­ße­rer Auf­lö­sung in se­pa­ra­tem Fens­ter öff­nen

Il y a une lé­gè­re dif­fé­rence dans le ta­bleau que vous ver­rez [Abb. 19], voy­ez-vous : con­trai­re­ment à ce qui se pas­se dans Veláz­quez – par­ce qu’il y a évi­dem­ment des ques­ti­ons d’époques –, ici, dans ce ta­bleau-là, on se cha­touille un peu et cet­te main, pour la tran­quil­lité du pro­prié­taire ac­tu­el a été lé­gè­re­ment re­grat­tée par l’auteur.

Es gibt ei­nen leich­ten Un­ter­schied in dem Bild, das Sie se­hen wer­den; se­hen Sie – im Ge­gen­satz zu dem, was bei Veláz­quez pas­siert, da es of­fen­kun­dig Fra­gen der Epo­chen gibt – hier, in die­sem Bild hier, da kit­zelt man sich ein biss­chen, und die­se Hand ist zur Be­ru­hi­gung des au­gen­blick­li­chen Be­sit­zers vom Au­tor ein biss­chen ab­ge­kratzt wor­den  [Abb. 19].

 

#

Je le lui ai re­mon­tré hier soir : je dois dire que, il m’a dit que c’était quand même bien mieux com­po­sé com­me ça.

Ich habe es ihm ges­tern Abend wie­der­ge­zeigt, ich muss sa­gen, dass er mir ge­sagt hat, dass dies al­ler­dings weit­aus bes­ser kom­po­niert war als das da.

#

Il re­g­ret­t­ait d’avoir fait une con­ces­si­on qu’il avait cru de­voir… c’était une es­pè­ce de cont­re-con­ces­si­on.

Er be­dau­er­te, eine Kon­zes­si­on ge­macht zu ha­ben, die er glaub­te, ma­chen zu müs­sen – das war eine Art Ge­gen-Kon­zes­si­on.

#

Il avait dit : « après tout, je fais peut-être ça pour em­bêter les gens alors pour­quoi ne pas le lâcher », mais c’est pas vrai.

Er hat­te ge­sagt: „schließ­lich ma­che ich das viel­leicht, um die Leu­te zu är­gern, also war­um es nicht sein las­sen?“, aber das stimmt nicht.

#

Il l’avait mis là par­ce que ça de­vait être là…

Er hat­te das da hin­ge­malt, weil es da sein muss­te.

#

En­fin, tou­tes les au­tres cho­ses qui sont là, doiv­ent aus­si être là.

Schließ­lich müs­sen all die an­de­ren Sa­chen, die da sind, eben­falls da sein.

#

Et en fin de comp­te, quand j’ai vu ce ta­bleau – je l’avais vu déjà une fois, aut­re­fois, et je ne m’en sou­ve­nais plus –, mais quand je l’ai vu cet­te fois-ci, dans ce con­tex­te – vous at­tri­bue­rez ceci, je ne sais pas à quoi, à ma lu­ci­dité ou à mon dé­li­re, c’est à vous d’en tran­cher –, j’ai dit : « voi­là les Mé­ni­nes ! ».

Und letzt­lich, als ich die­ses Bild sah – ich hat­te es frü­her schon ein­mal ge­se­hen, und ich er­in­ner­te mich nicht mehr dar­an –, aber als ich es dies­mal sah, in die­sem Kon­text – Sie wer­den das ich weiß nicht wem zu­schrei­ben, mei­nem Scharf­blick oder mei­nem Wahn, das müs­sen Sie ent­schei­den –, da habe ich ge­sagt: „Das sind die Meni­nas!“

##

Pour­quoi est-ce que, ce ta­bleau, ce sont les Mé­ni­nes ?

War­um sind das die Meni­nas?

#

Tel est le pe­tit de­voir de va­can­ces donc, que je lais­se­rai par­mi vous aux meilleurs.

So ist also die klei­ne Fe­ri­en­auf­ga­be, die ich den Bes­ten un­ter Ih­nen stel­len  möch­te.

#

Verwandte Beiträge

Anmerkungen

  1. Der Ar­ti­kel, auf den er sich stützt, ist Trie­be und Trieb­schick­sa­le.
  2. Vgl. Ivins: „From things said by Des­car­tes and by Bos­se, Desargues’s
    pu­pil, the­re is re­a­son to think that De­s­ar­gues de­li­be­r­a­te­ly ad­op­ted a vo­ca­bu­la­ry dif­fe­rent from that of other geo­me­ters in the hope. that his theo­ries might thus be made ea­sier for craft­s­men and ar­tists to un­der­stand. lts princi­pal ef­fect, howe­ver, was to make ever­y­thing much more dif­fi­cult for everyone—the re­sult that usual­ly ac­com­pa­nies at­tempts to make dif­fi­cult things easy.“ (Wil­liam M. Ivins: Art & geo­me­try : a stu­dy in space in­tui­ti­ons (1946). Do­ver Publ., New York 1964, S. 87)
  3. Dem ens­eig­ne­ment se­con­d­aire (se­kun­dä­rer Un­ter­richt) in Frank­reich ent­spricht in Deutsch­land un­ge­fähr die Se­kun­dar­stu­fe.
  4. Mi­chel Fou­cault: Les sui­v­an­tes. Ers­tes Ka­pi­tel von ders.: Les Mots et les cho­ses. Une ar­chéo­lo­gie des sci­en­ces hu­mai­nes. Gal­li­mard, Pa­ris 1966, S. 19–31.– Deutsch: Die Hof­fräu­lein. In: Ders.: Die Ord­nung der Din­ge. Eine Ar­chäo­lo­gie der Hu­man­wis­sen­schaf­ten. Über­setzt von Ul­rich Köp­pen. Suhr­kamp, Frank­furt am Main 1971, S. 31–45.
  5. Vgl. Les mots et les cho­ses, a.a.O., 9.II „La place du roi“, S. 318 ff.; Die Ord­nung der Din­ge, a.a.O., Ka­pi­tel 9.II „Der Platz des Kö­nigs“, S. 372–377.
  6. An­spie­lung auf die Theo­rie des Spie­gel­sta­di­ums, die La­can zu­erst 1936 auf dem 14. Kon­gress der In­ter­na­tio­na­len Psy­cho­ana­ly­ti­schen Ver­ei­ni­gung in Ma­ri­en­bad vor­ge­stellt hat­te. Die äl­tes­te Ver­öf­fent­li­chung ist: J. La­can: Die Fa­mi­lie (1938). In: Ders.: Schrif­ten III. Hg. v. Nor­bert Haas. Wal­ter, Ol­ten 1980, S. 39–100, dar­in das Ka­pi­tel „Der Kom­plex des Ein­dring­lings“, S. 54–62.
  7. Das Se­mi­nar 13 be­steht aus zwei Ar­ten von Sit­zun­gen, „of­fe­nen“ und „ge­schlos­se­nen“. An den „ge­schlos­se­nen Sit­zun­gen“ darf nur ein klei­ner Kreis von na­ment­lich fest­ge­leg­ten Per­so­nen teil­neh­men. Die jetzt be­gin­nen­de Sit­zung ist ge­schlos­sen.
  8. Die Ord­nung der Din­ge, a.a.O., S. 31.
  9. Die Ord­nung der Din­ge, a.a.O., S. 33, Über­set­zung ge­än­dert.
  10. Die Ord­nung der Din­ge, a.a.O., S. 39.
  11. Ur­sze­ne“ ist ein Ter­mi­nus von Freud für die Be­ob­ach­tung der se­xu­el­len Be­zie­hung der El­tern durch das Kind.
  12. Das frü­he­re Sche­ma über den Schau­t­rieb fin­det man in Se­mi­nar 11 von 1964, Die vier Grund­be­grif­fe der Psy­cho­ana­ly­se, in den Sit­zun­gen vom 4. März und vom 11. März 1964, Ver­si­on Miller/Haas S. 97 und 112.
    Zwei Sit­zun­gen vor der ak­tu­el­len Se­mi­nar­sit­zung, am 27. April 1966, hat­te La­can an die­ses Sche­ma er­in­nert.
  13. Vgl. Fou­caults Zu­rück­wei­sung der Re­zi­pro­zi­tät zwi­schen dem Blick des Ma­lers im Bild und dem Blick des Zu­schau­ers, a.a.O., S. 32 f.
  14. Sit­zung vom 11. Mai 1966.
  15. Sit­zung vom 4. Mai 1966.
  16. Glo­ria Gon­za­lez-Yero­dia, La­cans Se­kre­tä­rin.
  17. La­can be­zieht sich, wie schon in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung, auf S. Freud: Trie­be und Trieb­schick­sa­le (1915). In: Ders.: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 3. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 75–102.
  18. Dia­gramm des Triebs aus La­can, Se­mi­nar 11, Sit­zung vom 13. Mai 1964, Ver­si­on Miller/Haas S. 187.
  19. Der Ar­ti­kel, auf den er sich stützt, ist Trie­be und Trieb­schick­sa­le.
  20. An­spie­lung auf den Ti­tel von Foucu­al­ts Buch, das mit der Las-meni­nas-Ana­ly­se be­ginnt: Les mots et les cho­ses, „Die Wör­ter und die Din­ge“; der Ti­tel der deut­schen Aus­ga­be ist Die Ord­nung der Din­ge.
  21. Der Un­ter­ti­tel von Fou­caults Buch ist Une ar­chéo­lo­gie des sci­en­ces hu­mai­nes, Eine Ar­chäo­lo­gie der Hu­man­wis­sen­schaf­ten.
  22. Ver­spre­cher von La­can, der kor­rek­te Vor­nah­me ist „Gé­r­ard“.
  23. Die Ver­drän­gung (1915) schreibt Freud: „Wir ha­ben also Grund, eine Ur­ver­drän­gung an­zu­neh­men, eine ers­te Pha­se der Ver­drän­gung, die dar­in be­steht, dass der psy­chi­schen (Vorstellungs-)Repräsentanz des Trie­bes die Über­nah­me ins Be­wuß­te ver­sagt ist. Mit die­ser ist eine Fi­xie­rung ge­ge­ben; die be­tref­fen­de Re­prä­sen­tanz bleibt von da an un­ver­än­der­lich be­stehen und der Trieb an sie ge­bun­den.“ (S. Freud: Stu­di­en­aus­ga­be, Bd. 5. Fi­scher Ta­schen­buch Ver­lag, Frank­furt am Main 2000, S. 103 –118, hier: S. 109; Her­vor­he­bun­gen und Ein­fü­gung in Klam­mern von Freud)
    La­can deu­tet Vor­stel­lungs­re­prä­sen­tanz so: sie „ist nicht Vor­stel­lung, sie ist Re­prä­sen­tanz der Vor­stel­lung, sie tritt an die Stel­le der feh­len­den Vor­stel­lung“ (Se­mi­nar 12, Sit­zung vom 19. Mai 1965, mei­ne Über­set­zung).
  24. Vgl. Mar­tin Hei­deg­ger: Pla­tons Leh­re von der Wahr­heit. In: Ders.: Ge­samt­aus­ga­be, Band 9. Weg­mar­ken. Klos­ter­mann, Frank­furt am Main 1976, S. 203 –238 (zu­erst ver­öf­fent­licht 1942, be­ru­hend auf ei­ner Vor­le­sung im Win­ter­se­mes­ter 1930/31; frz. zu­erst: M. H.: La doc­tri­ne de Pla­ton sur la vé­rité. In: Ders.: Ques­ti­ons II. Übers. v. Kos­tas Axelos. Gal­li­mard, Pa­ris 1968);
    ders.: Vom We­sen der Wahr­heit, in: Weg­mar­ken, a.a.O., S. 177–202 (zu­erst ver­öf­fent­licht 1943, be­ru­hend auf ei­nem Vor­trag von 1930, frz. zu­erst: De l’essence de la vé­rité. Über­setzt von Alphon­se de Wa­el­hens. Nau­we­la­erts, Lou­vain u.a. 1948).
  25. Auf Pla­tons Höh­len­gleich­nis hat­te La­can sich in die­sem Se­mi­nar in der Sit­zung vom 20. April 1966 be­zo­gen. Den Be­griff des Fens­ters hat­te er in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung ein­ge­führt.
  26. La­can be­zieht sich auf Pla­tons Höh­len­gleich­nis, Po­li­teia, 514 a bis 518 b.
  27. Dia­gramm von Rous­san, von mir über­ar­bei­tet, RN.
  28. In die­ser Sit­zung hat­te Thé­rè­se Pa­risot ei­nen Ar­ti­kel von Ro­ger Dra­go­net­ti über den My­thos des Nar­ziss in der Gött­li­chen Ko­mö­die re­fe­riert (Dan­te et Nar­cis­se ou les faux mon­na­y­eurs de l’image, Étu­des Ita­li­en­nes, Nr. 102, Sep­tem­ber 1965).
  29. Als „De­cker­in­ne­run­gen“ be­zeich­net Freud Kind­heits­er­inn­ne­run­gen, die be­son­ders deut­lich sind und die auf ver­dräng­te Ele­men­te ver­wei­sen, die von ih­nen ab­ge­wehrt wer­den.
  30. Die La­ter­na ma­gi­ca ist eine um­ge­kehr­te Ca­me­ra ob­scu­ra, das Licht ver­läuft hier von in­nen nach au­ßen statt, wie bei der Ca­me­ra ob­scu­ra, von au­ßen nach in­nen.
  31. Die Sät­ze von Pas­cal und Bri­an­chon hat­te La­can in der vor­an­ge­gan­ge­nen Sit­zung knapp er­läu­tert.
  32. An­mer­kung von Mi­chel Rous­san: Pap­pus d’Alexandrie: La collec­tion ma­t­hé­ma­tique. Li­v­re II, Pro­po­si­ti­on 139.
  33. An­spie­lung auf Ka­pi­tel 9.V „Das Co­gi­to und das Un­ge­dach­te“ in Fou­caults Die Ord­nung der Din­ge.
  34. Vgl. Die Ord­nung der Din­ge, Kap. 10.V, „Eth­no­lo­gie, Psy­cho­ana­ly­se“.
  35. Ein Bild mit meh­re­ren Flucht­bpunk­ten ist bei­spiels­wei­se die Ana­mor­pho­se, über die La­can in Se­mi­nar 11 ge­spro­chen hat­te, das Bild Die eng­li­schen Ge­sand­ten von Hans Holbein.[/note}

    #

    Quand il y en a plu­sieurs, c’est à des fins dé­ter­mi­nées de même que, quand nous avons plu­sieurs Moi Idéal – ou moi idéaux », l’un et l’autre se di­sent –, c’est à cer­tai­nes fins.

    Wenn es meh­re­re da­von gibt, dient das be­stimm­ten Zwe­cken, eben­so wie es be­stimm­ten Zwe­cken dient, wenn wir meh­re­re Ide­al-Ich ha­ben – oder Ide­al-Ichs, bei­des wird ge­sagt.

    #

    Mais que, il y a… mais ça c’est bien sûr une des né­ces­sités de la per­spec­tive : tout ceux qui sont là-dedans, les fon­da­teurs, à sa­voir : Al­ber­ti, et Pè­le­rin – au­tre­ment dit Via­tor – mais aus­si bien Al­bert Dü­rer, qui l’appellent l’autre œil.

    Aber dass es –, aber das ist na­tür­lich eine der Not­wen­dig­kei­ten der Per­spek­ti­ve, dass es all die gibt, die hier­bei die Grün­der sind, näm­lich Al­ber­ti und Pè­le­rin, an­ders ge­sagt Via­tor, aber auch Al­brecht Dü­rer, die es das an­de­re Auge nennen.[note]Leon Bat­tis­ta Al­ber­ti, De pic­tu­ra (1435); Jean Pè­le­rin, ge­nannt Via­ter, De ar­ti­fi­cia­li per­spec­tiva (1505); Al­brecht Dü­rer, Un­derw­ey­sung der mes­sung mit dem zirckel un richt­sche­yt  (1525).

  36. Ein Bild, in dem der Ma­ler sich als Stif­ter dar­stellt, ist bei­spiels­wei­se Fried­rich Her­lins Fa­mi­li­en­al­tar (1488); die Fi­gur, die man in der Haupt­afel links kni­end sieht, ist der Ma­ler.
  37. Fou­cault be­schreibt den Blick des Ma­lers auf den ers­ten Sei­ten sei­ner Ana­ly­se; da­von, dass er im Zu­stand der Ab­we­sen­heit sei, ist dort nicht die Rede.
  38. Pho­to­p­hisch“ und „sko­to­pisch“ sind Be­grif­fe, die sich auf die Phy­sio­lo­gie des Se­hens be­zie­hen. Pho­to­pi­sches Se­hen ist das Se­hen bei aus­rei­chen­der Hel­lig­keit, auch Tag­se­hen ge­hei­ßen; sko­to­pi­sches Se­hen ist das Se­hen bei ge­rin­ger Hel­lig­keit, wes­halb es auch Nacht­s­e­hen ge­nannt wird.
  39. Fou­cault er­klärt aus­drück­lich, dass Kö­nig und Kö­nig dem Ma­ler als Mo­dell die­nen und dass der Spie­gel das zeigt, was auf dem Bild im Bild ge­malt ist; vgl. Die Ord­nung der Din­ge, a.a.O., S. 37 f.
  40. In den Vor­le­sun­gen über Se­hen und Blick hat­te La­can ge­sagt: „Das Bild, wie alle Bil­der, ist eine Blick­fal­le. Wel­ches Bild Sie auch neh­men, wenn Sie Punkt für Punkt dem Blick nach­spü­ren, wer­den Sie se­hen, wie die­ser ver­schwin­det.“ (Se­mi­nar 11, Sit­zung vom 26. Fe­bru­ar 1964, Ver­si­on Miller/Haas S. 95)
    In der Fol­ge­sit­zung heißt es: „So­fort – ohne län­ger als sonst mit ver­deck­ten Kar­ten zu spie­len – zeig­te ich Ih­nen auf dem Ge­mäl­de von Hol­bein [Die Ge­sand­ten] je­nen ei­gen­tüm­li­chen im Vor­der­grund schwe­ben­den Ge­gen­stand, der da be­trach­tend zu be­trach­ten ist und der den Be­trach­ter lockt, ich möch­te fast sa­gen: in die Fal­le lockt, näm­lich uns. Mit Si­cher­heit ist es die au­ßer­ge­wöhn­li­che, ich weiß nicht wel­chem Re­fle­xi­ons­mo­ment des Ma­lers zu ver­dan­ken­de, letzt­lich aber doch völ­lig of­fen­kun­di­ge Ab­sicht, uns zu zei­gen, daß wir als Sub­jek­te auf dem Bild buch­stäb­lich an­ge­ru­fen sind und also dar­ge­stellt wer­den als Er­faß­te.“ (4. März 1964 Ver­si­on Miller/Haas S. 98) Und we­ni­ge Sät­ze spä­ter: „In die­ser Ma­te­rie des Sicht­ba­ren wird al­les zur Fal­le und ist auf son­der­li­che Wei­se – Mau­rice Mer­leau-Pon­ty be­zeich­net das sehr tref­fend in ei­ner Ka­pi­tel­über­schrift von Das Sicht­ba­re und das Un­sicht­ba­re Flechtwerk/entrelacs. Es gibt nicht eine ein­zi­ge Tei­lung, nicht eine ein­zi­ge der dop­pel­ten Sei­ten, die die Funk­ti­on des Se­hens auf­weist, die sich uns nicht als La­by­rinth dar­stel­len wür­de.“ (S. 99)
    Noch in der­sel­ben Sit­zung sagt La­can je­doch: „Die Funk­ti­on des Bil­des – be­zo­gen auf den, dem der Ma­ler, buch­stäb­lich, sein Bild zu se­hen gibt – be­zieht sich auf den Blick. Die­se Be­zie­hung ist nicht, wie man zu­nächst viel­leicht mei­nen könn­te, Blick­fal­le zu sein. Man könn­te glau­ben, der Ma­ler habe es wie der Schau­spie­ler auf ein Hast-du-mich-ge­se­hen ab­ge­se­hen, er wün­sche, be­trach­tet zu wer­den. Ich glau­be es nicht. Ich glau­be zwar, daß ein Ver­hält­nis zum Blick des Lieb­ha­bers ge­sucht wird, aber daß die­ses Ver­hält­nis viel kom­ple­xer ist. Der Ma­ler gibt dem, der sich vor sein Bild stellt, et­was, das für ei­nen Teil der Ma­le­rei we­nigs­tens in der For­mel zu­sam­men­zu­fas­sen wäre – Du willst also bli­cken? Nun gut, dann sieh das! Er gibt et­was, das eine Au­gen­wei­de sein soll, er lädt aber den, dem er sein Bild vor­setzt, ein, sei­nen Blick in die­sem zu de­po­nie­ren, wie man Waf­fen de­po­niert. Dies eben macht die pa­zi­fi­zie­ren­de, apol­li­ni­sche Wir­kung der Ma­le­rei aus. Et­was ist nicht so sehr dem Blick, son­dern dem Auge ge­ge­ben, et­was, bei dem der Blick dran­ge­ge­ben, nie­der­ge­legt wird.“ (S. 107 f., Über­set­zung ge­än­dert – Haas über­setzt mit „Du willst also se­hen?“, was die Be­deu­tung ins Ge­gen­teil ver­kehrt)
    La­can hat sich zu die­sem Ge­dan­ken über die sub­li­mie­ren­de Wir­kung der Ma­le­rei mög­li­cher­wei­se von Mer­leau-Pon­ty an­re­gen las­sen. In Das in­di­rek­te Spre­chen und die Stim­men des Schwei­gens (1952) heißt es über den Un­ter­schied zwi­schen der Wahr­neh­mung und dem per­spek­ti­vi­schen Bild: „Wäh­rend ich die Er­fah­rung ei­ner Welt mach­te, in der es von Din­gen wim­melt, die sich aus­schlie­ßen, die nur mit­tels ei­nes zeit­li­chen Durch­lau­fens er­fasst wer­den kön­nen, bei dem je­der Ge­winn zu­gleich Ver­lust ist, kris­tal­li­siert sich das un­aus­schöpf­li­che Sein zu ei­ner ge­ord­ne­ten Per­spek­ti­ve, wo die Fer­nen sich be­gnü­gen, nur Fer­nen zu sein, un­zu­gäng­lich und ver­schwom­men, wie es ih­nen zu­kommt, wo die na­hen Ge­gen­stän­de et­was von ih­rer Ag­gres­si­vi­tät auf­ge­ben, ihre in­nen Li­ni­en nach dem ge­mein­sa­men Ge­setz des Schau­spiels ord­nen und sich be­reits an­schi­cken, so­bald es er­for­der­lich ist, ent­fern­te Ge­gen­stän­de zu wer­den – kurz, wo nichts den Blick fes­selt und nichts ge­gen­wär­tig er­scheint.“ (Über­setzt von Hans Wer­ner Arndt. In: M. Mer­leau-Pon­ty: Das Auge und der Geist. Phi­lo­so­phi­sche Es­says. Hg. v. Chris­ti­an Ber­mes. Mei­ner, Ham­burg 2003, S. 111–175, hier: S. 126) 
  41. An­mer­kung von Mi­chel Rous­san: G. De­s­ar­gues : Brouil­lon pro­ject d’une att­ein­te aux évé­ne­mens des ren­con­tres d’un cône avec un plan (1639).
  42. Der Ma­ler Bal­thus (Bal­tha­sar de Klos­sow­ski, 1908–2001) war eine Art Stief-Schwie­ger­sohn von La­can: eine Zeit­lang, ab 1946 oder 1947, war Bal­thus mit Lau­rence Ba­tail­le (1930–1986) li­iert, der Toch­ter von Ge­or­ge und Syl­via Ba­tail­le; Syl­via Ba­tail­le leb­te ab 1938 mit La­can zu­sam­men und hei­ra­te­te ihn 1953.
  43. Er“ ist der auf dem Bild dar­ge­stell­te Ma­ler Veláz­quz, der hier der In­fan­tin ant­wor­tet.
    In Se­mi­nar 11 von 1964, Die vier Grund­be­grif­fe der Psy­cho­ana­ly­se, heißt es:
    „So­wie das Sub­jekt sich die­sem Blick ak­kom­mo­die­ren will, wird der Blick je­nes punkt­för­mi­ge Ob­jekt, je­ner ver­schwin­den­de Seins­punkt, mit dem das Sub­jekt sein ei­ge­nes Ver­schwin­den ver­wech­selt. Auch ist der Blick von al­len üb­ri­gen Ob­jek­ten, in de­nen das Sub­jekt die Ab­hän­gig­keit, in der es im Re­gis­ter des Be­geh­rens ist, er­ken­nen kann, da­durch un­ter­schie­den, dass er nicht zu fas­sen ist. (…) So­wie ich un­ter dem Blick bin, schreibt Sart­re, sehe ich das Auge nicht mehr, das auf mich blickt – wenn ich das Auge sehe, ist der Blick nicht mehr.“ (Sit­zung vom 26. Fe­bru­ar 1964, Ver­si­on Miller/Haas S. 90, Über­set­zung ge­än­dert)
  44. Vom „Auf­bau“ spricht Freud ei­ni­ge­ma­le im Ent­wurf ei­ner Psy­cho­lo­gie (1895): „Auf­bau des Neu­ro­nen­sys­tems“, „Auf­bau der quan­ti­ta­ti­ven Psy­cho­lo­gie“.
  45. An­mer­kung in Ver­si­on Sta­fer­la: Bal­thus, Aus­stel­lung vom 12. Mai bis zum 27. Juni 1966, Pa­vil­lon de Mar­san, Mu­sée des Arts Dé­co­ra­tifs, 107 rue de Ri­vo­li 75001 Pa­ris.
  46. Hen­ri­et­te Gomès er­öff­ne­te 1938 in Pa­ris die „Ga­le­rie Hen­ri­et­te“, die sie 1940 schlie­ßen muss­te, um vor den Deut­schen zu flie­hen. 1949 er­öff­ne­te sie die Ga­le­rie neu un­ter dem Na­men „Ga­le­rie Hen­ri­et­te Gomès“; hier  stell­te sie un­ter an­de­rem Bal­thus aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.