Franz Kaltenbeck: Die gesellschaftliche Verleugnung des Realen

Beckett, Warten auf Godot Das Rea­le der Ge­sell­schaft äu­ßert sich un­ter an­de­rem dann, wenn eine Ge­sell­schaft für die Ge­fah­ren, die ihre das Le­ben er­hal­ten­den Funk­tio­nen be­dro­hen, blind wird und die Men­schen ihre Pa­nik durch ein­stim­mi­ge Mas­sen­be­we­gun­gen aus­zu­schal­ten ver­su­chen. Zum Bei­spiel fürch­tet die Mehr­heit der Fran­zo­sen die Im­mi­gra­ti­on der sy­ri­schen Kriegs­flücht­lin­ge in ihr Land viel mehr als die im­mer rea­lis­ti­scher wer­den­de Pro­gno­se, dass nach den nächs­ten Wah­len der Front Na­tio­nal an die Macht kom­men könn­te. Ist der Be­griff der Ver­leug­nung ge­eig­net, um ei­nen sol­chen Vor­gang zu er­fas­sen? Oder be­nö­tigt man an­de­re Be­grif­fe, etwa den des Akts? Oder den der Aus­lö­schung des Wis­sens?

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