Franz Kaltenbeck: Die Gewalt der Melancholie nach David Foster Wallace oder Die Grenzen der Verschlüsselung

Das Reale 149 x 149 pxIn dem Ro­man Un­end­li­cher Spaß schil­dert Da­vid Fos­ter Wal­lace eine Form der De­pres­si­on, an der er selbst ge­lit­ten hat; Franz Kal­ten­beck nennt sie „psy­cho­ti­sche Me­lan­cho­lie“. Hier­bei geht es um die Er­fah­rung des Rea­len: die Schmer­zen sind un­er­träg­lich und sie kön­nen nicht kom­mu­ni­ziert wer­den. Über sei­nen un­voll­ende­ten Ro­man Der blei­che Kö­nig sagt Wal­lace, er habe die Struk­tur ei­nes Tor­na­dos. Kal­ten­beck zu­fol­ge ver­kno­tet sich hier die Struk­tur des Werks mit dem Sym­ptom des Au­tors. Da­durch ent­steht ein „Sin­t­hom“ im Sin­ne von La­can, al­ler­dings ei­nes, bei dem das Schrei­ben kei­ne hei­len­de Kraft hat.

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Darian Leader: Strikt bipolar

Darian-Leader-photo-credit-Angus-Muir-2011Bi­po­la­ri­tät ist die Krank­heit un­se­rer Zeit. Von 25 Pro­zent der US-Ame­ri­ka­ner wird be­haup­tet, sie lit­ten an der ei­nen oder an­de­ren Form der Bi­po­la­ri­tät. Ist Bi­po­la­ri­tät eine le­gi­ti­me Dia­gno­se oder das Er­geb­nis des Mar­ke­tings der Phar­ma-In­dus­trie? Dari­an Lea­der ar­gu­men­tiert, dass die Hoch­pha­sen und Tief­pha­sen der ma­ni­schen De­pres­si­on neu ge­dacht wer­den müs­sen.

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Marie-Claude Thomas: Melanie Klein mit Lacan. Eine Anmerkung

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Ma­rie-Clau­de Tho­mas fragt, wel­che An­re­gun­gen La­can von Me­la­nie Klein er­hal­ten hat. Der Kör­per der Mut­ter ist eine Prä­fi­g­u­ra­ti­on des An­de­ren als Schatz der Si­gni­fi­kan­ten; die Mut­ter als „to­ta­les Ob­jekt“ wird von La­can beim Kon­zept des Spie­gel­sta­di­ums auf­ge­grif­fen. Be­son­de­re Auf­merk­sam­keit schenk­te Klein der Sym­bol­bil­dung, ins­be­son­de­re be­schäf­tig­te sie das Schwei­gen ei­nes Sym­bols, der Ef­fekt der Sym­boldeu­tung, die Ver­an­ke­rung des Sym­bols im Kör­per und das Ver­hält­nis von Sym­bo­li­sie­rung und Sub­li­mie­rung.

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Geneviève Morel: Das Gender zwischen Anrufung und Klassifizierung

genevieve morel 149 x 149 pxGe­ne­viè­ve Mo­rel zu­fol­ge hat die Psy­cho­ana­ly­se es dann mit dem Gen­der zu tun, wenn die Ana­ly­san­ten in ei­ner Sit­zung die (meist ver­let­zen­den) Na­men an­füh­ren, mit de­nen sie im Hin­blick auf ihre Ge­schlecht­lich­keit be­zeich­net wor­den sind: „Mem­me“, „Zi­cke“, „Schwuch­tel“ usw. Sie be­greift die­se Be­nen­nun­gen als An­ru­fun­gen im Sin­ne der Ideo­lo­gie­theo­rie von Lou­is Al­thus­ser. Wie die­se An­ru­fun­gen funk­tio­nie­ren, zeigt sie am Bei­spiel des Films Les gar­çons et Guil­lau­me, à ta­ble! (im Deut­schen: Ma­man und Ich).

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