Jacques Lacan: Seminar XVIII, 6. Sitzung (17. März 1971), Übersetzung

Se­mi­nar 18, „Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre“ (1971)
Voll­stän­di­ge Über­set­zung, Teil 6/10

The­men:
– Selbst­kom­men­tar zum Poe-Auf­satz: die Let­ter und der Phal­lus, die Struk­tur in ih­rer Un­mög­lich­keit
– Ho­mo­ge­ni­sie­rung von An­schau­ung und Be­grün­den durch das Ge­schrie­be­ne in der Ma­the­ma­tik (Buch­sta­be und Zeich­nung)
– Die spe­zi­el­le Dumm­heit des Sub­jekt: es weiß, dass die Let­ter ei­nen Sinn hat, aber der Sinn ent­geht ihm
– Un­ter­schied zwi­schen dem Er­zäh­ler und dem­je­ni­gen, der schreibt
– Der Ur­va­ter ge­nießt „alle Frau­en“, aber es ist un­mög­lich, „alle Frau­en“ zu sa­gen
– Nicht-mehr-als-eins am Ur­sprung der Schrift
– „Die Frau“ (die nicht exis­tiert) hat nichts mit dem Ge­setz zu tun; Sym­bo­li­sie­rung des se­xu­el­len Ge­nie­ßens durch das ver­bo­te­ne Ge­nie­ßen
– Quan­to­ren­lo­gi­sche Dar­stel­lung der Un­mög­lich­keit des se­xu­el­len Ver­hält­nis­ses: eine Funk­ti­on, die nicht ge­schrie­ben wer­den kann (Be­ginn der Aus­ar­bei­tung der Se­xu­ie­rungs­for­meln)

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Der Junge, der seinen Penis loswerden wollte

Im Guar­di­an lese ich, dass ein ka­na­di­sches Ge­richt an­ge­ord­net hat, dass ein vier­jäh­ri­ger Jun­ge auf­hö­ren muss, in der Öf­fent­lich­keit Mäd­chen­klei­dung zu tra­gen.   Die Mut­ter sagt, das Kind habe kurz nach­dem es zwei Jah­re alt war, an­ge­fan­gen, sich als Mäd­chen … mehr …

Jacques Lacan: Seminar XVIII, 4. Sitzung (17. Februar 1971), Übersetzung

Se­mi­nar 18, „Über ei­nen Dis­kurs, der nicht vom Schein wäre“ (1971)
Voll­stän­di­ge Über­set­zung, Teil 4/10
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The­men:
– Men­ci­us über Mehr­lust als Dis­kurs­ef­fekt
– Sche­ma si: (1) Wir­kun­gen der Spra­che: Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis (Phal­lus), (2) Spra­che als Ur­sa­che: pas / Nicht / Schritt, (3) Fak­tum des Ge­schrie­be­nen
– Spra­che als dem­an­si­on, der An­de­re als Ort der Wahr­heit, ein­ge­setzt von ei­ner Fik­ti­ons­struk­tur
– Ge­schrie­be­nes als Grund­la­ge der Lo­gik
– „Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“: Ver­hält­nis im Sin­ne der Ab­bil­dung von Men­gen
– Der Phal­lus: das Or­gan, in­so­fern es das weib­li­che Ge­nie­ßen ist
– Aus­sa­gen­lo­gik: das Qua­dran­ten­sche­ma von Peirce und der Ur­va­ter-My­thos
– Phal­lus-In­stru­ment als Ur­sa­che der Spra­che

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Der Phallus, ein fehlender Signifikant

Im Se­mi­nar Die Über­tra­gung (Se­mi­nar 8) be­zeich­net La­can den Phal­lus als „feh­len­den Si­gni­fi­kan­ten“. Im Se­mi­nar Vom ei­nem An­de­ren zum an­de­ren (Se­mi­nar 16) er­läu­tert er das aus­führ­lich und, für mei­nen Ge­schmack, gut ver­ständ­lich. Ich über­set­ze die Stel­le und fas­se sie in ei­ge­nen Wor­ten zu­sam­men.

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Der Graph des Begehrens oder Auf der Suche nach dem „Schreibbegehren“

Wie funk­tio­niert das „Schreib­be­geh­ren“? Wie lässt sich die­ser Ter­mi­nus an La­cans Theo­rie des Be­geh­rens an­schlie­ßen? Hier eine An­nä­he­rung, ge­stützt auf ei­nen au­to­bio­gra­phi­schen Text von Ian McE­wan. Zu­gleich: Ein­füh­rung in La­cans Gra­phen des Be­geh­rens am Bei­spiel der Fra­ge nach dem „Schreib­be­geh­ren“.

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Ödipuskomplex und weibliches Genießen. Zu Christophe Honorés Film Meine Mutter

Meine Mutter - Standbild

Der Film Mei­ne Mut­ter er­zählt, wie Pierre, dem der Va­ter fehlt, von sei­ner Mut­ter durch die ver­schie­de­nen Pha­sen des Ödi­pus­kom­ple­xes ge­schickt wird, wie er hier­durch zu ei­nem neu­ro­ti­schen Mann wird, der sich auf eine Frau be­zieht, die den Phal­lus (nicht) hat, und wie er schließ­lich mit dem weib­li­chen Ge­nie­ßen kon­fron­tiert wird.

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Es gibt kein sexuelles Verhältnis.“

La­can be­haup­tet: Il n’y a pas de rap­port se­xu­el, „Es gibt kein Ge­schlechts­ver­hält­nis“ oder „Es gibt kein se­xu­el­les Ver­hält­nis“. Rap­port se­xu­el heißt „Ge­schlechts­ver­kehr“, aber die Sen­tenz, so liest man in der Se­kun­där­li­te­ra­tur, hat mit Ko­itus nichts zu tun. Hat sie doch, und auch mit dem frot­ti-frot­ta.

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